Mit dem Partner in eine neue Stadt - Angst um die Beziehung

    Hallo med1-Leute,


    ich bin schon viele Jahre stille Mitleserin im Forum und jetzt brauche ich selbst mal Rat oder auch Erfahrung von euch ":/ Ich und mein Verlobter sind Mitte 20 und schon seit einige Jahren zusammen, kennen tun wir uns noch viel länger. Ich liebe ihn sehr und kann mir eine gemeinsame Zukunft sehr gut vorstellen. Wir leben noch in unserer Heimatstadt. Ich befinde mich in den Endzügen meines Studiums, er fängt seines jedoch erst bald an, da er nach dem Abitur erst etwas anderes gemacht hat. Und hier kommt mein Problem: Mein Freund wird für sein Wunsch-Studium die Stadt verlassen müssen, denn an meiner Uni und den Unis der Nachbarstädte gibt es weder seinen Studiengang noch ähnliche. Ich habe vor Jahren, als er das erste Mal davon gesprochen hat, gesagt es wäre kein Problem für mich mit ihm die Heimat zu verlassen und mir eben dann dort Arbeit zu suchen wo auch immer er landet.


    Inzwischen denke ich aber, dass das doch ein Problem für mich ist. Ich bin eher ein ruhiger und zurückhaltender Mensch, ich bin hier bei meinen Freunden und meiner Familie sehr glücklich und kann mir schwer vorstellen weit von ihnen wegziehen zu müssen. Ich bin auch echt nicht besonders gut darin neue Leute kennenzulernen und stelle mir das nochmal schwieriger vor, wenn man nicht als Studentin in die Stadt kommt, sondern als Berufsanfänger. Er ist da ganz anders als ich. Er lernt ständig neue Leute kennen, ist extrovertiert und feierfreudig. Es knarscht wegen diesen unterschiedlichen Charakteren zwar manchmal bei uns, aber eigentlich läuft es gut. Ich weiß, dass er das Party machen und die vielen Bekanntschaften braucht und er weiß, dass ich ihn ganz gerne mal einen Samstagabend bei mir auf dem Sofa habe, anstatt dass er in irgendwelchen Clubs rumstreunert ;-)


    Ich habe einfach riesige Angst davor, dass er in der neuen Stadt, typisch Student, einen ganzen Haufen neuer Freunde findet und mit ihnen die Nacht zum Tag macht und ich einsam und unglüchlich in der Wohnung sitze. Das hält doch keine Beziehung aus. Mitfeiern ist nichts für mich, ich bin eher für entspannte Kneipenabende mit guten Freunden oder eben den Sofaabend mit meinem Freund als für viele neue Menschen auf großen Partys, dort fühle ich mich unwohl. Außerdem werden die Menschen, die er dort kennenlernt bestimmt 18, 19 Jahre als sein, eben Studienanfänger. Ich habe damit ja kein Problem, aber ich denke nicht, dass ich unter diesen auch Freunde in der neuen Stadt finden könnte. Okay, das ist jetzt alles sehr hypothetisch und ich fühle mich auch ein wenig oma-haft, wenn ich das so sage. Aber ich denke, dass eben diese 7, 8 Jahre, die wir älter sind einen großen Unterschied machen. Ich habe Angst, dass mein Freund, den ich so liebe, dort noch mal voll aufdreht und ich immer erwachsener werde. Ich will nicht, dass wir uns so auseinander entwickeln. Nicht falsch verstehen, ich würde damit klarkommen, wenn er halt etwas mehr auf den Putz haut als hier; aber nicht, wenn ich dort ganz alleine wäre.


    Allerdings ist es ja auch keine wirkliche Option, dass ich hier in der Heimat bleibe. Die Unis, die seinen Studiengang anbieten, sind alle mindestens 4 Stunden Fahrzeit entfernt, dass heißt, pendeln geht nicht. Und eine Fernbeziehung über mindestens 5 Jahre kann ich mir auch nicht vorstellen. Dann sind wir schon über 30 und dann erst wieder zusammenzuleben ist einfach unvorstellbar für mich.


    Ich bin im Moment einfach ratlos. Mein Freund ist (zum Glück!) nicht so ein Kopfmensch wie ich und macht sich über die Zukunft nicht so sehr Gedanken. Ich weiß, dass ich einfach die Zähne zusammenbeißen müsste und in der neuen Heimat schon irgendwie klarkommen könnte. Und meinem Liebsten einfach mal auf die Füße treten müsste, wenn er sich zum 18-Jährigen zurückentwickeln sollte und mich zu oft alleine lassen sollte.


    Aber mit Kopfausschalten habe ich es leider nicht so.


    War jemand von euch schon in derselben oder ähnlichen Situation? Ist wegen des Partners in eine neue Stadt gezogen, wo möglich noch als Berufsanfänger? Der Partner hat sich plötzlich in einer ganz anderen Lebenssituation befunden als man selbst? Haben sich die Charaktere so sehr auseinander entwickelt?


    Ich wäre sehr dankbar, wenn ihr mir eure (Lebens-)Erfahrung mitteilt, vielleicht kann ich dann mit der großen Veränderung bald besser umgehen und etwas optimistischer sein.

  • 14 Antworten

    Ich kann dir leider keinen Rat geben, ich war noch nicht in so einer Situation.


    Allerdings kann ich deine Bedenken verstehen.


    Ihr steht beide an Wendepunkten - du möchtest nach Abschluss des Studiums erwachsener werden und bist es in Bezug auf die Abendgestaltung schon.


    Dein Freund wird sein neues Studentenleben genießen wollen mit viel Party.


    Könnte wirklich sein, dass dadurch Spannungen entstehen.

    Die Gefahr das ihr euch von einander weg entwickelt ist definitiv gegeben. Du schreibst ja jetzt schon das er eher der emotionale Feiermensch und du mehr der rationale Sofamensch bist und das es wegen seiner Feierlaune sogar bisher schon Stress zwischen euch gab.


    Das wird mit Sicherheit nicht weniger werden wenn ihr euch jetzt auch noch beruflich in völlig unterschiedliche Richtungen entwickelt. Du wirst ein geregeltes Leben mit festen Arbeitszeiten haben sobald du in den Job einsteigst, bei ihm kann es wirklich passieren das er sich zum Klischeestudenten entwickelt, die Nacht zum Tag macht und nicht vor 12 Uhr aus der Kiste kommt.


    Dazu kommt noch das du in der neuen Stadt vermutlich (erstmal) nicht ganz so glücklich wärst weil die Entfernung zu Freunden und Familie doch beträchtlich ist. Sicher kannst du auch irgendwann andere Menschen kennenlernen, gerade der Anfang dürfte aber hart werden.


    Ich weiß nicht, eigentlich gehört mindestens ein klärendes Gespräch herbei. Ist halt die Frage ob dein Freund reif genug ist um sowas mit dir zu führen, immerhin müsst ihr eure gemeinsame Zukunft schon gemeinsam planen, sich da auf "wird schon gehen" und "Zähne zusammen beißen" versteifen bringt nix.

    für mein gefühl denkst du in deiner "panik" gerade nur in und an extreme(n). du siehst nur zwei möglichkeiten (gehen oder bleibe) und malst dir die situaiton deines freundes schon sehr einseitig aus!


    was spricht denn dagegen, das ihr gemeinsam in diese neue stadt geht, du dich beruflich dort erst einmal umschaust, siehst, wie es deinem freund dort geht, wie die studienkollegen wirklich sind, wie du dich in einem neuen berufsumfeld etablierst....


    ihr müsst ja nicht gleich eine riesenwohnung für feste 10 mietjahre nehmen!?

    Hallo Desconocida,


    du bekommst bestimmt auch noch andere Antworten als meine @:)


    Ich sehe das nämlich eher so, dass ihr völlig verschiedene Charaktere seid, und dass das, so meine Erfahrung, auf Dauer nicht gut gehen wird.


    Wie ist das denn jetzt so bei euch? Er geht gerne aus, lernt gerne neue Leute kennen und du bleibst dann alleine zu Hause auf dem Sofa?


    Findest du das schlimm? Streitet ihr darüber? Oder machst du stattdessen einen gemütlichen Kneipenabend mit guten Freunden?


    Was mir an deinem Text wirklich sauer aufstösst ist, das du dein Verhalten als "erwachsen" einstufst und seins als "jugendlich verspielt" um es mal freundlich auszudrücken.


    Das impliziert aber auch, dass du erwartest, er würde schon irgendwann "erwachsen" werden, spätestens dann mit 30 nach dem Studium. Das kann natürlich sein, es gibt eine Menge Leute, die mit Mitte 20, vor allem in festen Beziehungen, zum Couch Potato mutieren und nur noch selten rausgehen, ABER es gibt auch Menschen, die dem nichts abgewinnen können und zwar dauerhaft! Hast du da mit deinem Freund schon mal drüber geredet, auch wie er das so sieht?


    Ich bin z.B. so ein Exemplar. Ich werde bald 50 und hab immer noch Hummeln im Hintern. Ich hab mir einen Job in diesem Bereich gesucht und mache, wenn ich dann mal frei habe, trotzdem noch genug anderes, gehe auf Konzerte, in Clubs etc. Samstagabende mit dem Partner mal (!) zuhause verbringen ist so gerade noch ok, als dauerhafte Einrichtung wäre das mein ultimativer Alptraum. Ich kenne eine Menge Beziehungen, wo einer dem Partner zuliebe zum Couch Potato mutierte, sich ständig eingeredet hat, dass das ja alles ok sein und dann in der "Midlifecrisis", die ja immer früher kommt, völlig abgedreht ist, sich getrennt hat und erst mal 5 Jahre nur noch nachgeholt hat.


    Und dann kenne ich die Paare, in denen ein Partner ständig entnervt und frustriert ist, dass der Partner nicht endlich "erwachsen" wird...


    Also redet doch mal über eure Lebensvorstellungen und ob die wirklich kompatibel sind, bevor due über einen Umzug nachdenkst, der dich offensichtlich sehr stressen würde @:)

    @ Die Seherin

    Ja, ich weiß selbst, dass da etwas schwarz-weiß sehe da. Die letzten Jahre, in denen ich Studentin war und er eine harte Ausbildung absolviert hat und später gearbeitet hat, haben ja auch geklappt. Und er wird ja auch immer reifer und sonst läuft auch alles gut bei uns... Und ja, ich weiß ja gar nicht wer oder was uns da erwartet.

    @ Nordi84

    Ich möchte auch mit ihm darüber reden, deswegen nun dieser Faden, ich hoffe auf Erfahrungen. Und so hart wie es bei dir klingt ist es ja auch gar nicht bei uns. Wir kommen sehr gut miteinander aus, bis auf diesen Unterschied was die Feierei anbelangt.


    Und das wichtigste ist, dass wir uns auch wegen unseren unterschiedlichen Charakteren lieben. Für ihn bin ich sein Hafen, bei dem er mal zur Ruhe kommen kann und er hilft mir dabei mehr auf Herz und weniger auf Kopf zu hören ;-)

    @ kleiner_drachenstern

    Danke für deine Antwort. Ganz so extrem wie es vielleicht bei dir ankommt ist es nicht. Ich sitze nicht nur allein auf der Couch ;-) Ich bin am WE auch mit meinen Freunden unterwegs. Nur dieses Partymachen tun wir nicht gemeinsam, streiten uns aber auch nicht oft deswegen. Ich muss zugeben, dass ich es nicht mag, wenn durch seine Party am Vortag unsere geplante Unternehmung nicht stattfinden kann und das ist es eher, wo ich mich erwachsener finde. Nicht das Feiern an sich, sondern eher, dass deswegen Zeit für uns beide dafür oft zu sehr draufgeht. Wir lassen uns aber beide unseren Freiraum und das ist ja auch gar nicht das, was mich stört.


    Meine Angst ist einfach, dass dieser Unterschied, der jetzt kein Problem für uns darstellt, dann woanders zum Problem wird. Denn in der fremden Stadt bleibt mir ja erstmal leider nichts anderes übrig als allein auf dem Sofa zu sitzen und das ist es ja, was mich traurig macht. Hier habe ich meine Liebsten und lass ihn gern ziehen, hier habe ich genug anderes zu tun.

    Zitat

    Ich weiß, dass er das Party machen und die vielen Bekanntschaften braucht und er weiß, dass ich ihn ganz gerne mal einen Samstagabend bei mir auf dem Sofa habe, anstatt dass er in irgendwelchen Clubs rumstreunert ;-)

    Diese Diskrepanz wird aber immer zwischen euch sein - auch wenn ihr am Heimatort bleibt. Diese Entscheidung, vor der du nun stehst, verdeutlichst dies nur, da du dich jetzt damit auseinandersetzt.

    Zitat

    Und meinem Liebsten einfach mal auf die Füße treten müsste, wenn er sich zum 18-Jährigen zurückentwickeln sollte und mich zu oft alleine lassen sollte.

    Warum hast du Angst, dass dies passieren könnte? Hat er solche Tendenzen?

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    Ich bin auch echt nicht besonders gut darin neue Leute kennenzulernen und stelle mir das nochmal schwieriger vor, wenn man nicht als Studentin in die Stadt kommt, sondern als Berufsanfänger.

    Du kannst dich natürlich auch ein Stück weit mitziehen lassen. Wenn er Freunde kennenlernt, können es auch eure Freunde werden. Noch gibt es diese Menschen ja nicht.


    Du stehst vor einer ganz einfachen Entscheidung: Fernbeziehung scheidet aus, Mitgehen macht dir Angst. Also musst du dich entweder der Angst stellen, oder du musst dich trennen. Diese Scheidewege im Leben sind immer Punkte, wo sich Menschen in unterschiedliche Richtungen entwickeln können. Die einen sehen das aufgeregt als spannende Chance, die anderen als Bedrohung der Gewohnheit.


    Ich finde, wenn der neue Studienort deines Freundes auch beruflich für euch beide Chancen bietet, solltest du das Experiment wagen, wenn du ihn liebst und ihm sogar den Nachzug schon mal versprochen hatte. Deine Bedenken sind wenig griffig und akut, sondern genereller Natur. Du hast Angst, dass er nochmal zum Berufsjugendlichen mutiert. Er hat vielleicht Angst, dass du zur strickenden Oma auf dem Sofa mutierst. Lernt voneinander, und da du jetzt sowieso bald im Berufsleben einsteigen willst, ist das die Chance eures Lebens, nochmal woanders gemeinsam durchzustarten.


    Das wird schon, und man reift charakterlich auch, wenn man sich bisschen verändern kann. Sieh es als Chance :)*

    Zitat

    Denn in der fremden Stadt bleibt mir ja erstmal leider nichts anderes übrig als allein auf dem Sofa zu sitzen

    Das ist ein Trugschluss. Sobald du einen Job hast, hast du Kontakte.

    Zitat

    Hier habe ich meine Liebsten und lass ihn gern ziehen, hier habe ich genug anderes zu tun.

    Deine Liebsten sind hier auch nicht auf Bäumen gewachsen (oder hast du nur zur Familie Kontakt).

    @ Desconocida

    Ich verstehe nicht, wieso du deinem Freund nicht ein wenig entgegenkommst und mit ihm gemeinsam feiern gehst und im Gegenzug er mal einen entspannten Samstag mit dir zu Hause verbringt.


    In einer Partnerschaft finde ich es wichtig, Gemeinsamkeiten zu haben und Zeit mit dem/der Partner/in zu teilen. Klar muß man dafür auch mal eigene Wünsche hinten anstellen aber wenn das auf Gegenseitigkeit basiert, entsteht dadurch kein Nachteil - denke ich.


    Vielleicht täuscht es, aber ich finde es liest sich so, als fehlte es zwischen dir und deinem Verlobten etwas an Zusammengehörigkeitsgefühl. So als würde zumindest Er sein Leben trotz Beziehung und sogar Verlobung als Single weiter leben. Steht die Sache mit seinem Studium denn schon fest? Bzw. habt ihr als Verlobte die Entscheidung dazu miteinander besprochen/getroffen?


    Gibt es evtl. noch andere Optionen, mit denen ihr beide weniger Probleme und weniger Aufwand als diesen Ortswechsel hättet?


    Wenn ich richtig verstehe, ist dein Verlobter bereits im Berufsleben - hat er in seinem Job Möglichkeiten, ohne Studium anderweitig höhere Bildung zu erlangen?


    Wie sieht es mit einem Fernstudium aus?


    Oder ist es eher das Studentenleben an sich, was ihn reizt?

    Ich vermute auch, du denkst zu schwarz-weiß. :)_ Das kann alles ganz anders ausgehen als du befürchtest.


    Für mich persönlich ist deine Frage allerdings eher eine recht individuelle und vorallem abhängig von der eigenen Beziehungsvorstellung. Ich persönlich bin fürs Studium damals weggezogen und war somit jahrelang in einer Fernbeziehung. Und ehrlich - es nervt. Das Pendeln ist anstrengend und kostet Unmengen an Zeit. Und der wöchentliche Abschied war lange richtig hart für mich. Wenn ich jetzt nicht mehr an einen Ort gebunden wäre, würde ich meinem Partner überall hin folgen. Ich will keine Fernbeziehung mehr. Und zumal ich jetzt in das Alter komme, in dem man auch an Heirat und Familie denkt - nein, ich würde ihm folgen. Mir ist der Partner wichtiger als Freunde und Familie. Klingt für andere sicherlich kitschig o.ä. aber für mich wäre es eben der richtige Weg.

    Also aus Erfahrung kann ich dir auch nichts sagen. Aber, einige meiner Kommilitonen waren zu Beginn des Studiums um die 25 und hatten eigentlich auch alle schon langjährige Beziehungen, und keine ging in die Brüche.


    Ich glaube, dass man diese Partyzeit als Erstsemester auch nicht mehr in jedem Alter macht. Es geht dabei mehr ums Freunde finden, wenn man neu in der Stadt ist und noch keinen kennt. So war das bei uns eben.


    Und ob eine Fernbeziehung dann das Richtige für dich ist, kann ich dir leider auch nicht sagen.


    Aber man muss doch auch mal was riskieren, oder? Du verlierst deine Freunde zuhause nicht, du bist nicht soo weit weg und könntest ja öfter nachhause fahren. Und du wirst auch neue Leute in der Stadt kennen lernen.


    Alles Gute :-)

    Ich bin etwas irritiert. Ihr seid verlobt, d.h. ihr wollt heiraten? Dann solltet ihr euch generell mal Gedanken machen, wie und wo ihr leben wollt und zu welchen Kompromissen ihr im Leben bereit seid bzw. welche Träume ihr habt (mal als Extrembeispiel: der eine möchte ein Haus neben den Eltern bauen, der andere mal im Ausland leben). In der heutigen Zeit und je nach beruflicher Perspektive kann es immer sein, dass man nicht 50 Jahre im selben Ort lebt. Dabei stellt sich z.B. auch die Frage, wie es bei ihm nach dem Studium weitergehen soll.


    Hat er den Studienplatz schon sicher? Habt ihr nicht mehr darüber gesprochen, dass ihr wegziehen wollt/ müsst und du Bedenken hast? Warum nicht?


    Anonsten kann ich dir nur den Rat geben, dir genau zu überlegen, was dir persönlich wichtig ist. Die einen sind sehr heimatverbunden und wenn es dir schwer fällt, weg zu gehen, dann wirst du auch nicht glücklich werden. Wenn du aber mit deinem Freund zusammenbleiben willst, dann sei offen für Neues und sieh es als Chance. Wer sich aufgeschlossen auf eine neue Situation einlässt, wird auch Wege finden, glücklich zu werden. Zuletzt bleibt natürlich die Möglichkeit, dass sich dein Freund gegen das angestrebte Studium entscheidet und etwas macht, was in der Nähe möglich ist. Auch wenn ich das für unwahrscheinlich halte, wollte ich es der Vollständigkeit halber erwähnen. ;-)

    Liebe Desconocida,


    ich kann Dir gut nachfühlen, da hat man erstmal kein gutes Bauchgefühl dabei.


    Spielt bei dem Bauchgefühl eventuell auch die Sorge mit, dass er da eine andere Frau kennenlernen könnte oder ist das kein Thema?


    Meine Gedanken dazu.. gehe mit! Nachdem Du dort arbeiten wirst, baust Du Dir schon mal ein (eigenes) Umfeld auf, so bist Du nicht in irgendeiner Weise abhängig von der Feierlaune Deines Freundes. Dieses neue Umfeld Deinerseits könnt ihr zusammen oder Du alleine genießen. Auf der anderen Seite - es wurde schon angesprochen - solltest Du aber vielleicht mal über Deinen Schatten springen und mit Mitfeiern gehen - aber nur wenn Du dann auch in irgendeiner Weise Spaß haben kannst. Es bringt nix, wenn Du dann schlecht gelaunt in der Ecke stehst und sich die neuen Leute ihren Teil über Dich denken. Sicher kann man aber auch mal einfach nur Cocktail trinken gehen - sollte sich danach noch der Weg in eine Disco ergeben, kannst Du Dich ja ausklinken und warst trotzdem dabei. So lernt ihr GEMEINSAM neue Leute auf beiden Seiten kennen.


    Ich könnte mir übrigens auch vorstellen, dass Dein Freund mit Mitte 20 vielleicht so gar nichts oder nur wenig mit den arg jüngeren Leuten anfangen kann? Bei meinem Freund ist das so, hat gerade fertig studiert und empfindet die Erstsemester-Studenten oder besser gesagt die, die den Bachelor machen, meist noch als seeeehr jung. Da kann man vielleicht mal einen Abend einen drauf machen aber naja.... vielleicht gehts Deinem Freund ja dann genauso. Vielleicht schweisst Euch die neue Situation, dass ihr beide in einem neuen Umfeld seid, euch ja noch mehr zusammen und es entsteht automatisch mehr engere Zweisamkeit.


    Deine Angst, das vertraute und geliebte Umfeld zu verlassen kann ich supergut verstehen (das werde ich in 1,5 Jahren auch haben) aber m.M. nach hilft hier nur die offensive Flucht nach vorne indem man aktiv auf Leute zugeht und sich ein eigenes Umfeld auf eigenen Beinen schafft. Und je nach Studiengang und Uni kann es auch sein, dass es gar keine Party-Semester werden..


    Nur Mut, ihr bekommt das schon hin!


    Was sagt eigentlich Dein Freund zu Deinen Sorgen?


    LG Choci