@wieauchimmer

    Ich stimme Dir völlig zu. Und das Wort "besitzergreifend" würde ich auch nicht in den Mund nehmen. Ich weiß auch nicht, ob ich die Gefühle, ginge meine Freundin fremd, als "Eifersucht" bezeichnen würde. Vielmehr die Angst vor der Entfremdung brächte mich ins Trudeln. Und noch ein Nebenaspekt: Nach dem Fremdgehen muß der Betrogene fürchten, verglichen zu werden und dabei u.U. alt auszusehen. All dies sind Gründe, das Thema Fremdgehen nicht zu verharmlosen. Das betrifft aber die Phase VOR dem Seitensprung; da, wo man es sich noch verkneifen könnte.


    Ein Seitensprung mit der Freundin des besten Freundes kann sicher nicht nur die Freundschaft, sondern auch das gute Verhältnis mit dieser Freundin selbst zerstören. So ganz unüberlegt sollte man sich schon nicht von seinen Trieben treiben lassen. ;-)

    @ stachelbeerförster

    Also ich denke das Sex mit der Freundin des besten Freundes Tabu ist aus Loyalität - ist halt der beste Freund. Aber du hast vollkommen Recht, das die Frauen letztendlich entscheiden wie weit es geht etc. Als Mann kann man eine Frau betören und auch versuchen für sich zu gewinnen, aber die letzte Entscheidung liegt bei der Frau. Das hat die Natur auch einfach sinnvollerweise so eingerichtet, da die Frau sehen muss das Sie für sich die besten Nachkommen zeugen kann, bzw. einen sicheren Beschützer und Ernährer hat. Und trotz Fortschritt und Emanzipation spielen diese Urzeitlichen Muster in zwischenmenschlichen Beziehungen eine Rolle - das heißt aber net, nur weil die Freundin des besten Freundes "es zulassen" würde, das man(n) das dann auch macht. Das ist meine Meinung

    Gemacht hab ich es noch nicht und (solange ich das steuern kann) wird es auch nicht passieren.


    Aber ein Kumpel von meinem Freund, der sieht schon recht süß aus und mit dem könnte ich mir schon was vorstellen, aber der steht eh kein Stück auf mich, ausserdem hat er ne Freundin und ich ja auch meinen Freund.

    FesselMan

    Was du beschreibst IST Eifersucht. Das ist ein ganz alter Mechanismus. In der evolutionären Genverteilungsstrategie will eben jeder SEINE EIGENEN Gene verbreiten. Also ist jeder andere Rivale. Dieser Mechanismus liegt aber m.E. ganz tief und spielt nicht mehr wirklich eine Rolle, sondern weiter oben in der nennen wir es Motivationshierarchie liegen so Dinge, dass es erstens dem Selbstwertgefühl gut tut, zu wissen, etwas ganz Besonderes für jemand anderen zu sein und in dem Moment, wo Sex quasi zur allgemeinen Freizeitbeschäftigung wird, die man nicht nur mit seiner geliebten Beziehung hat, ist es eben weniger besonderes (auch wenn natürlich meist ein qualitativer Unterschied besteht).


    Hormone sorgen dafür (und diese werden verstärkt beim Sex ausgeschüttet), dass man sich dem Geliebten verbunden fühlt. Es werden körpereigene Drogen ausgeschüttet und Liebeskummer, wenn die Beziehung beendet ist, ist oft nichts anderes als Entzugserscheinungen von der Droge. Das kann man auch nicht einfach als "Nicht loslassen können" bezeichnen.


    Eifersucht ist nichts anderes, als die Angst, dass man den anderen entweder ganz verliert, oder seine Aufmerksamkeit einbüßt und eine weniger wichtige Rolle für ihn spielt. (Da man meist in Vorstellungen lebt, vielleicht mehr als in der Realität, ist auch die Idee unsinnig, dass einen das, was der andere tut, wenn man nicht zusammen ist, nichts angeht.) Man kann sicher damit leben, wenn der Partner auch noch andere erotisch findet, aber da es wahrscheinlich ablenkt und geteilte Aufmerksamkeit eben geteilt und daher weniger ist, heisst das nunmal, dass es ein Wertverlust bedeutet.


    Jeder wird sich sicher lieber vorstellen, wenn man z.B. getrennt in Urlaub fährt, dass der andere gerade sehnsüchtig an mich denkt, als dass er gar nicht an mich denkt, sondern sich mit jemand anderem vergnügt. Den Spass kann man dem anderen ja gönnen, aber möchte man sich selber so unwichtig fühlen? Ich gönne MIR jedenfalls gerne die vorstellung, dass mein Freund sehnsüchtig an mich denkt und sich auf mich freut. Die schrecklichste Vorstellung wäre dann für mich, dass mein Freund am Ende seines Urlaubs zu seiner Urlaubsaffaire sagt: "Mist, Urlaub vorbei, jetzt muss ich wieder zurück zu meiner Freundin"


    Ich denke, es ist normal, dass jeder den Wunsch hat, geliebt zu werden und davon kann man nie genug bekommen. Da macht man eben nicht gerne solche Abstriche, befürchtet immer, die Konkurenntin könnte besser, erotischer, ect sein, als man selber. Er könnte sich vielleicht doch verliebt haben... er denkt nicht genug an mich, ect. Klar, ethisch gesehen, sind die Gedanken frei und es geht mich nichts an, was mein Freund denkt, aber jder hat doch auch Wünsche und selbst wenn diese Illusionen sind, fühlt man sich manchmal einfach wohler mit romantischen Vorstellungen und wird ernüchtert, wenn die sich als Trugschluss erweisen.


    Ich finde, Liebe heisst auch ein Stück weit Illusionen zu leben und sich romantisch verklärte Wünsche gegenseitig zu erfüllen und selbst wenn einem mal ein anderer über den Weg läuft, den man total erotisch findet, kann man dem Partner dadurch die Wertschätzung geben, indem man trotzdem darauf verzichtet.


    Selbst wenn das nur Hirngespinste sind, die einem dann im Kopf rumschwirren, mit der Angst, man würde nicht mehr genug geliebt, wenn der andere fremd geht, weil die Affaire wirklich völlig unbedeutend war. Selbst wenn es eine Illusion ist, das einzige Wichtige im Leben eines anderen zu sein (realistischer ist wohl, dass es normal ist, dass man auch ausserhalb der Beziehung erotische Impulse empfängt und aussendet, ect.). Diese Hirngespinste empfindet man aber real und die lassen sich, weil Emotionen, leider meist durch keine noch so plausible rationale Erklärung los werden.


    Man kann denken, dass jeder, trotz Beziehung, immer noch die Freiheit hat, zu tun und zu empfinden, was er will...Die Emotionen sind aber m.E. einfach nicht so ethisch perfekt. Die sind meist besitzergreifend und egoistisch und das hat man nur begrenzt unter rationaler Kontrolle.

    @stachelbeerförster

    wie gesagt, normaler weise würde ich auch nein sagen, das risiko den besten freund zu verlieren ist einfach zu gross. bei mir isses nunmal passiert, u.a. da ich ihn recht gut einschätzen kann und bezweifel dass er mir die freundschaft kündigen würde. und ein weiteres mal werd ichs auch net machen.

    @ all Guten Morgen

    also sehr interessante Diskussion die sich da entwickelt hat. Aber ich muss noch was dazu schreiben.


    1. Meine Frage war nur hypothetisch, also ich habe da mit nichten mit der Freundin menens besten Freundes geschlafen.


    2. Ich finde es schade, dass es doch so eine teilweise gespaltene Moral gibt. Auf der einen Seite stürzt sich das männliche Geschlecht auf alles drauf, zumeist sehr plump und ohne Feingefühl, und andererseits gibt es wohl da gewisse NoNos. Müsste mir nicht mehr erklärt werden, da mein IQ wohl zu niedrig ist, um das zu begreifen.


    3. Eins wäre noch interessant. Versetzt euch mal in die Lage, es würde tatsächlich zu so einem Punkt kommen, ihr wäret absolut geil drau und würdet ein eindeutiges Angebot in dieser Richtung gemacht bekommen. Sozusagen aufgefordert es zu tun, wie würdet ihr euch verhalten. Die Frau einfach abblitzen lassen, auf die Gefahr hin, das ihr dann dumm dasteht oder doch eventuell drauf eingehen? Was siegt dann? Der Verstand oder doch was anderes. Voraussetzung für die beantwortung dieser Frage ist natürlich ein gewisses Maß an Ehrlichkeit zu sich selbst!!!

    @ ColtSeavers

    Danke! Eine sehr gute und präzise Erläuterung des Sachverhaltes, wenn das alle Männer wüssten, dann wäre die ganze Angelegenheit zwischen Mann und Frau um einiges leichter.


    Aber leider gibt es Fesselma(e)ner die die biologischen Grundlagen des lebens nicht akzeptieren wollen.


    Der Verstand ist das eine, nur was ist, wenn der Wolf in uns zu Tage tritt und das Kleinhirn den Verstand ausschaltet. Ich möchte nicht erleebn, wie viele die hier schreiben, das Schwänzchen auspacken und zur Tat schreiten.


    Ich habe nichts dagegen, aber man muss sich halt gewisser Dinge bewusst sein, welche die Natur nunmal so eingerichtet hat. Ob es dann noch klappt mit der Vernunft, diese Erfahrung muss glaube ich jeder selber einmal machen...

    @ wieauchimmer

    Zitat

    1. Evolutionär ist es tatsächlich so, dass die Männer (auch im Tierreich) den Frauen Avancen machen und die Frau wählt, ob sie ihn nimmt, oder nicht. Frauen haben nämlich, wie bei allen Tieren, die Brutpflege betreiben, die sog. "female choice". Das heisst: Er nimmt alles (Quantität). Sie wählt nach Qualität. Sieht man sich aber in der Realität an, was z.B. so manche Frau unter "Qualität" versteht, oder dass auch ein Mann sich irgendwie abwertet, wenn die Frauenwelt weiss, dass er im Zweifel jede nimmt, dann muss man diese unterschwelligen evolutionären Dinge auch nicht so eng sehen.

    Wenn du so argumentierst, dann findest du es wohl (theoretisch) auch richtig das Männer Frauen vergewaltigen? Denn im Tierreich ist es so das Männchen die keine ab bekommen sich einfach eine krallen und sie mit gewallt dazu zwingen. (Ist nur mal so ein Gedankengang von mir.)