• Mit Familie nicht glücklich

    Ich ( m, 37 ) bin seit 20 Jahren mit meiner Frau zusammen, seit 5 Jahren verheiratet und habe mit ihr zwei Söhne ( 2 und 4 ). Vor allem seit unser kleinster auf der Welt ist, merke ich daß mich diese Leben nicht glücklich macht. Ich bevorzuge weiterhin die Dinge die ich vorher auch schon gemacht habe ( Kneipe, Fußball, Sport ) statt mich mit meiner…
  • 99 Antworten
    Zitat

    Mehr als 10 Minuten beschäftigt sich auch mein Kind nicht..sie brauchen noch Anweisung/Anleitung was das spielen an geht.

    Das kann man nicht verallgemeinern – der Kleine einer Freundin verschwindet mit seinen zweieinhalb oft für eine Stunde in seinem Zimmer, unser Dreieinhalbjähriger spielt sehr oft eine halbe Stunde bis Stunde oder auch mal länger für sich. Dem geht aber oft voran, dass ich sage, nein, ich habe jetzt keine Zeit/keine Lust zum Spielen, nach dem Abendbrot spielen wir aber noch eine halbe Stunde, dann rumpelt es ordentlich einmal in der Kiste, er schimpft und stampft beleidigt ab ... und spielt. Wer jedes Quaken mit Entertainment beantwortet, hat natürlich folgerichtig dann auch irgendwann ziemlich große Kinder, die sich nicht beschäftigen können.
    Ein zwei- und ein vierjähriges Kind, die sich nicht 10 Minuten selbst beschäftigen können und (jedenfalls das eine) die Eltern bis um 22:00 auf Trab halten – da würde ich auch durchdrehen.


    Ich kann mit Babys überhaupt nichts anfangen und mit Kleinkindern mit etwas Mühe. Mir wurde oft gesagt, das sei irgendwie eher "männlich" als "weiblich", und ich habe sehr oft gehört: "Mein Mann konnte auch erst ab Schulalter so richtig was mit den Kindern anfangen." Darauf warten würde ich nicht, sondern ein bisschen aktiver schauen, was das eigentlich für kleine Leute sind, die ihr da ins Leben gehievt habt. Wer wächst da heran? Drei- oder Vierjährige sagen oft schon ganz unfassbare Dinge, da wird es allmählich schon spannend. Man muss ihnen nur zuhören, sonst verpasst man es natürlich. Dazu gehört der Entschluss, sich durch eine Zeit durchzubeißen, die man als schwierig empfindet. Dieses Meidungsverhalten entfernt Dich weiter von Deinen Kindern, Deiner Familie. Liebe fällt manchmal nicht vom Himmel. An Deiner Stelle würde ich, wenn Du aus dem Urlaub kommst, Deine Frau mal für eine Woche in Urlaub schicken, wenigstens für ein Wochenende von Freitag- bis Sonntagabend, und mich der Herausforderung stellen, das mit den Kindern zu wuppen.

    Die Kinder werden für einen großen Teil des Tages in den Kindergarten gesteckt, sind dann zuhause überdreht und nerven rum, sind dann noch unbeliebter beim Papa als so schon, spüren vermutlich seine Ablehnung und verhalten sich dann erst recht total unausgeglichen usw.


    Ziemlicher Teufelskreis, das alles.


    Die ganze Schilderung wirkt sehr nüchtern und irgendwie lieblos, auch auf die Beziehung zwischen den Eltern bezogen.


    Und so wachsen die Kinder auf und können auch selber irgendwann nichts mehr Liebevolles ausstrahlen.


    Schade.


    Dass Kinder nicht jedermanns Ding sind, total verständlich. Dann lässt man es eben konsequenterweise bleiben.


    Jetzt im Nachhinein eine für alle gute Lösung zu finden ist sehr sehr schwierig.


    Vielleicht doch die Trennung, nur noch die üblichen Wochenenden mit den Kindern verbringen und die dann aber zumindest als eine Art lieber Onkel intensiv gestalten!?


    Die Frau hat dann die Möglichkeit, später eine neue Beziehung einzugehen, dann mit einem kinderlieben Mann.

    Zitat

    Es geht darum, ob man(n) nun vielleicht bis zum Lebensende für seine Entscheidung einstehen muß und ein Leben lebt das man sich so nie gewünscht hat.

    Das hört sich für mich zu sehr nach Opfer an. Ich kenne viele Familien mit Kindern und die leben recht unterschiedlich. Die Frage für mich ist da eher: muss das Leben mit Frau und Kindern unverrückbar genau so bleiben, wie es jetzt ist? Oder kann ich daran arbeiten, manche Dinge verändern und was dafür tun, dass ich (und Frau und Kinder) mich darin besser fühle? Dass du dich damit evtl. sogar wohlfühlen kannst?

    Zitat

    Oder darf man sagen, sorry, ist nicht schön von mir aber ich hab nur dieses eine Leben und ich hab das Gefühl daß es das was jetzt ist nicht gewesen sein kann und ziehe die Konsequenzen daraus.

    Klar, darf man sagen. Ich hätte halt an mich selbst den Anspruch, zumindest alles getan und versucht zu haben, dass es funktionieren kann. Und da gehört – aus meiner Sicht – arbeit an sich und der Beziehung mit dazu.


    Wenn du selbst Scheidungskind bist...wie war denn dein Vater? Auch so wie du? Egoistisch? Hat er sich um dich gekümmert?

    Notiz am Rande, ich dachte tatsächlich mal, daß Kinder zwangsweise Ebenbilder der Eltern werden, genetisch und erzieherisch bedingt quasi.


    Mittlerweile bin ich vom Gegenteil überzeugt, unsere Kinder sind absolute Teufel. Sehr selbstbewußt, fordernd, laut, extrovertiert, etc.


    Meine Frau und ich sind beide sehr ruhige Charaktere, Schlafmützen könnte man sagen, umso härter ist es jetzt für uns beide.

    Zitat

    Mittlerweile bin ich vom Gegenteil überzeugt, unsere Kinder sind absolute Teufel. Sehr selbstbewußt, fordernd, laut, extrovertiert, etc.

    Und, ihr beide seid konsequent in ihrer Erziehung? Oder ist es euch beiden ruhigen Charakteren manchmal einfach zu anstrengend und ihr gebt nach? Um des lieben Friedens Willen? Damit Ruhe herrscht?

    Zitat

    unsere Kinder sind absolute Teufel.

    deine Ehrlichkeit, obwohl du hier so viel Gegenwind bekommst, finde ich schon fast sympathisch.


    Unbestritten gibt es Kinder, sie so entzückend sind, dass allen, die sie sehen, das Herz aufgeht, und dann gibt es kinder, bei denen verdrehen ca 80% derjenigen, die nicht mit ihnen verwandt sind, die Augen, während die Verwandten sich krampfhaft bemühen, der Umwelt klar zu machen, dass sie auch toootal liebenswerte Seiten haben.


    Dennoch, es sind eure Kinder und ihr habt durch eure Schlafmützigkeit euren Teil dazu beigetragen, dass sie sind, wie sie sind.

    Stella, sicher werden wir Fehler machen in der Erziehung, bin auch der Ansicht, daß nach ein, zwei Geschichten abends um acht dann mal Schluß sein muß aber meine Frau meint, ihr Kinder müssen nicht weinend einschlafen...


    Kruemi, klar bin ich ehrlich sonst bringt das Ganze ja nix hier. Habe festgestellt, gerade in Bezug auf Kinder und Erziehung lügen die meisten sich selbst was in die Tasche.


    Trotzdem halte ich unsere Kinder für wohlerzogen ( sieht man immer wenn wir auswärts sind, auch die Leute vom Kindergarten sind mehr oder weniger begeistert ). Aber halt auch sehr anspruchsvoll ( ein Kollege stellt seinen Sohn bei längeren Reisen immer per iPhone still, da werde ich dann schon etwas neidisch ).

    Mich persönlich würds interessieren, wie der Thread hier verlaufen würde, wenn den eine überforderte Mutter / Frau eröffnet hätte... ]:D


    Von meiner Seite mal Daumen hoch an den TE der dazu steht mit der Situation (Familie, Kinder etc.) überfordert zu sein und sich versucht hier konstruktiven Input zu holen. Ich denke, dass es viele Elternteile gibt, die mit der Elternrolle überfordert sind, oder sich eben dachten, dass sich das im Laufe der Zeit gibt.


    Nachdem ich selbst jemand bin, der sich mit Kindern eines gewissen Alters recht schwer tut und die Kinderbegeisterung nur bedingt nachvollziehen kann, bin ich gespannt was Leute hier dazuschreiben, die schon Erfahrung auf dem Gebiet gesammelt haben. Ein Spruch den ich selbst desöfteren gehört habe, war "wenn es die eigenen Kinder sind, ist es wieder was anderes".

    Brad P

    Ich kann deine Gefühle verstehen, mir gings manchmal ähnlich. Aber ich kann dir versichern, die fetten Jahre kommen noch, wo du deine Kinder vielleicht sogar richtig genießen und lieben kannst. Meine sind jetzt erwachsen, insofern kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass du ziemlich sicher noch Freunde am Familienleben haben wirst. Sie sind im Moment in einem Alter, das dir nicht besonders viel gibt und du erlebst in erster Linie die negativen Aspekte. Sich mehr einlassen auf sie könnte helfen, diese Gefühle zumindest zu mildern, denn je weniger du dich einlässt, umso mehr überwiegt das Erleben der nervigen Seiten und die eher etwas verborgeneren Augenblicke reiner Freund mit Kindern in diesem Alter gehen an dir vorüber.


    Aber wie gesagt, die fetten Jahre kommen noch.. Wenn du später mehr mit ihnen machen kannst, sie von Kindern zu "Menschen" werden, erlebst du sie wieder anders.

    Zitat

    Mich persönlich würds interessieren, wie der Thread hier verlaufen würde, wenn den eine überforderte Mutter / Frau eröffnet hätte... ]:D

    oh ja, ich erinnere mich an einen Thread, da bereute eine überforderte junge Mutter, nicht abgetrieben zu haben – und erhielt durchweg Mut und Aufmunterung durch andere Mütter-was ihr auch wirklich geholfen hat!

    Zitat

    deine Ehrlichkeit, obwohl du hier so viel Gegenwind bekommst, finde ich schon fast sympathisch

    Ich auch.

    Zitat

    Stella, sicher werden wir Fehler machen in der Erziehung, bin auch der Ansicht, daß nach ein, zwei Geschichten abends um acht dann mal Schluß sein muß aber meine Frau meint, ihr Kinder müssen nicht weinend einschlafen...

    Bringt immer Deine Frau die Kinder ins Bett? Bist Du in die Erziehung eingebunden, versuchst Du Dich da einzubringen? Hat Dein Wort Gewicht?

    Zitat

    Stella, sicher werden wir Fehler machen in der Erziehung, bin auch der Ansicht, daß nach ein, zwei Geschichten abends um acht dann mal Schluß sein muß aber meine Frau meint, ihr Kinder müssen nicht weinend einschlafen...

    Und, siehst du den Fehler? Zunächst mal: ihr beide seid euch nicht einig. Als erstes müsste da mal der Wunsch stehen, dass ihr beide abends noch 2-3 Stunden "kinderfrei" für euch habt, und zwar von deiner Seite und von der Seite deiner Frau. Dann müsstet ihr das konsequent umsetzen, was aber im Moment an den Gefühlen deiner Frau scheitert, der ihre Kinder leid tun. Die Frage ist nun: wer braucht hier die Nähe, die Kinder oder die Mutter? So klein sind die beiden nun ja nicht mehr, dass deine Frau zusammen mit ihnen ins Bett gehen müsste. Wenn sie ein gemeinsames Zimmer haben, sind sie ja auch nicht allein (haben sie das?).


    Ich finde, ihr beide solltet mal ein offenes und ehrliches Gespräch führen und klären, was ihr beide für Erwartungen an euer künftiges Leben habt. Überleg dir klar, was du willst und mach dir Gedanken darüber, was sich verändern müsste, damit du dich wieder wohl fühlen würdest.


    Und eins ist sicher, nicht nur du müsstest an dir arbeiten. Das Problem liegt nie nur bei einer Person in der Beziehung. Deine Frau müsste da schon auch mitziehen und ihr Verhalten überdenken und ggf. verändern.


    Ich finde Shojos Vorschlag übrigens sehr gut.

    Zitat

    An Deiner Stelle würde ich, wenn Du aus dem Urlaub kommst, Deine Frau mal für eine Woche in Urlaub schicken, wenigstens für ein Wochenende von Freitag- bis Sonntagabend, und mich der Herausforderung stellen, das mit den Kindern zu wuppen.

    Das würde euch allen nur gut tun.

    Ich habe keine Kinder, und will vielleicht auch nie welche haben (vielleicht adoptiere ich mal eines, aber eines selbst zu haben...nein, noch nicht oder auch nie), daher kann ich aus meinem Erfahrungsschatzkästchen nicht mitreden. Dennoch frage ich mich: Wie sehr wirst du in die Erziehung mit einbezogen? Wie sieht euer Alltag aus?


    Ich bekomme bei deinen Beiträgen ein wenig das Gefühl, dass du


    1. dich wenig verantwortlich für deine Kinder fühlst, das heisst, es ist für dich irgendwie eher Frauensache, sich um die Kinder zu kümmen. Ich sehe in deinen Beiträgen hervorkommen, dass du deinen Sinn als Vater gar nicht siehst, bzw keine Ahnung hast, welche Rolle du eigentlich spielst in dem Eltern-Kind System, und du dich daher lieber auf dich selbst konzentrierst und auf, naja, sagen wir doch jetzt wirklich mal nicht soooo bedeutungsvolle ' Aufgaben' (Kneipe? Sport?) beschränkst, weil es eben nicht wirklich viel anderes gibt. Mit anderen Worten, ich habe den Eindruck, dir fehlt deine Aufgabe, daher auch fehlt dir der ' Lebenssinn' und den braucht man als glücklicher Mensch. Übernimmt deine Frau die Aufgabe im überwiegenden Teil? Bzw ist bei fast allem beiteiligt? Organisiert sie das meiste, was deine Kids betrifft?


    2. dir Aufmerksamkeit fehlt von deiner Frau! Das schließt auch an das erste an: Wer sich nicht über seine eigene Lebensaufgabe sicher ist, der sucht besonders viel Anerkennung bei anderen, weil man selbst keine Erfüllung durch das Erfüllen einer Aufgabe fühlt...dann benötigt man Anerkennung von außen besonders stark. (Wer zB ein Hobby hat, der wird unabhängiger von der Anerkennung anderer Menschen, weil er mit seinem Hobby viel Efüllung erfährt, ein Hobby gibt einem einen Sinn).


    Wie sehr bist du verantwortlich für die Kinder?


    Auch wie du schreibst: Ja, also soll ich gehen oder nicht? Es klingt so, als wäre es eigentlich nicht wirklich ein großes Problem, wenn du nicht wärst...du siehst deine Funktion nicht, die zu dem Familiengerüst gehört, sodass du denkst, ohne dich würde nichts wirlich zusammenbrechen, sondern wäre in jedem Fall 'ersetzbar'.


    Sehe ich das richtig? Oder wenn nicht, bitte eben zur Verdeutlichung korrigieren :-)

    Meine Frau war neulich zwei Tage verreist, da lief es besser als mit ihr. Weil die kleinen Teu..., äh Kinder uns dann nicht gegeneinander auszuspielen versuchen.


    Trotzdem war es für den kleinen recht hart, beide wurden auch bis 2 gestillt, was sicher die Bindung zur Mutter noch verstärkt hat. Für meine Frau war die Zeit ohne Kinder glaub ich nicht so schön, wie sie mir erzählt hat.


    Unsere Kinder sind großartig so lange sie beschäftigt sind, daher lassen wir sie auch so lange im Kindergarten. Wenn Langeweile aufkommt drehen sie durch ( und "richtig" spielen tun sie halt noch nicht ).


    Nur ich will mal wieder durchschlafen ( sie kommen nachts zu uns... ) und auch ausschlafen, mal wieder ausgehen ohne an den nächsten Tag zu denken, mal wieder in Urlaub fahren und durchfeiern, spontan Sex haben, mal wieder leben.

    Zitat

    Unsere Kinder sind großartig so lange sie beschäftigt sind, daher lassen wir sie auch so lange im Kindergarten. Wenn Langeweile aufkommt drehen sie durch ( und "richtig" spielen tun sie halt noch nicht ).

    Kinder müssen sich auch mal langweilen. Wie sollen die denn überhaupt lernen sich mit sich selbst zu beschäftigen, wenn sie nie die Gelegenheit dazu bekommen.