• Mit Familie nicht glücklich

    Ich ( m, 37 ) bin seit 20 Jahren mit meiner Frau zusammen, seit 5 Jahren verheiratet und habe mit ihr zwei Söhne ( 2 und 4 ). Vor allem seit unser kleinster auf der Welt ist, merke ich daß mich diese Leben nicht glücklich macht. Ich bevorzuge weiterhin die Dinge die ich vorher auch schon gemacht habe ( Kneipe, Fußball, Sport ) statt mich mit meiner…
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    Flatwhite, ich bringe mich damit ein in dem ich Teile des Haushalts mache auf die meine Frau keinen Bock hat ( Wäsche, Einkaufen, bügeln ), unter der Woche läuft abends eh nix mehr. Am Wochenende schnapp ich mir wie heute den kleinen und rase durch den Wald damit er Mittagsschlaf macht oder wir machen auch zusammen mal was, natürlich.


    Ohje, da kommen sie, gute Nacht ! ;-)

    ähm... moment mal... der kleine ist 2 jahre, geht von 8-17uhr in die kita und gegen 22h ins bett? dann bekommt er 1. zu wenig schlaf (oder schläft er noch in der kita) und die betreuungszeit ist definitiv sehr lange für einen 2jährigen.


    ich gehe davon aus, dass deine frau nicht arbeitet? dann hat sie ja quasi den gesamten tag frei und sollte doch entspannt sein ":/ ]:D ?


    klar, dass ihr an den bettzeiten des kleinen was ändern müsst, aber das will deine frau ja scheinbar nicht.


    ich bekomme hier nicht den eindruck, dass die allgemein die kinder/familie abschrecken, sondern die mangelne erziehung und das deine frau kein interesse mehr an eurer beziehung hat.


    klar ist das we dann hart für euch, wenn die kinder sonst den ganzen tag weg sind, weil sie euch anscheinend stören (SO kommen deine postings rüber).


    willst du denn noch etwas ändern oder hast du dazu keine lust (mehr)?

    Zitat

    Kinder müssen sich auch mal langweilen. Wie sollen die denn überhaupt lernen sich mit sich selbst zu beschäftigen, wenn sie nie die Gelegenheit dazu bekommen.

    richtig, dass sage ich auch oft. aber erleben tue ich es zu 99% nicht so bei anderen familien: da ist immer programm... entweder die lieben großeltern/schwiegereltern etc stehen am we auf der matte und reichen sich die klinke in die hand oder zig kurse unter der woche nach dem kiga/schule... bloß kein leerlauf. denn dann wird es anstrengend ]:D

    Zitat

    Am Wochenende schnapp ich mir wie heute den kleinen und rase durch den Wald

    aber das ist doch großartig! dann bist du doch kein schlechter vater... und die motivation ist doch egal. die einen beschäftigen sich mit ihren kindern weil es ihnen freude macht, die anderen, damit das kind ausgepowert ist (und dann schläft) u.s.w.


    ich habe jetzt vermutet, dass du dich am we komplett rausziehst und quasi weg bist, bis du spätabends wieder nach hause kommst.

    Zitat

    Meine Frau war neulich zwei Tage verreist, da lief es besser als mit ihr. Weil die kleinen Teu..., äh Kinder uns dann nicht gegeneinander auszuspielen versuchen.


    Trotzdem war es für den kleinen recht hart, beide wurden auch bis 2 gestillt, was sicher die Bindung zur Mutter noch verstärkt hat. Für meine Frau war die Zeit ohne Kinder glaub ich nicht so schön, wie sie mir erzählt hat.

    Und wie hast du dich da in deiner Aufgabe als Vater gefühlt? Nur angenervt oder warst du auch ein bisschen stolz, dass es gut geklappt hat? :)^


    Natürlich hängen die Kleinen an der Mutter. Das ist ganz normal. Aber bei aller Liebe sollte man nicht völlig nur im Elternsein aufgehen. Eltern haben auch ein Recht auf ein bisschen eigenes Leben. Das kann man Kindern auch klarmachen. Nur müsst ihr beide euch dazu halt einig sein. Sonst wird es nicht funktionieren. Bei uns zu Hause war nachts Papa zuständig und der konnte recht konsequent klarmachen, dass ER morgen früh um fünf zur Arbeit müsse und deshalb jetzt seinen Schlaf brauche. ;-) Ehebett für Kinder gabs nur bei Krankheit oder am Sonntag morgen, wenn man etwas länger liegen bleiben konnte. Und wir sind weder traumatisiert noch haben wir sonst irgendwelche Schäden davongetragen.

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    Nur ich will mal wieder durchschlafen ( sie kommen nachts zu uns... ) und auch ausschlafen, mal wieder ausgehen ohne an den nächsten Tag zu denken, mal wieder in Urlaub fahren und durchfeiern, spontan Sex haben, mal wieder leben.

    Das erste Problem lässt sich aus meiner Sicht mit etwas Konsequenz lösen. Ausschlafen...nuja, da müsstest du dich vielleicht noch ein Weilchen gedulden...oder ihr wechselt euch ab. Ein Wochenende darf Papa liegenbleiben und Mama kümmert sich und am nächsten macht ihrs umgekehrt. Genauso könnte das mit Ausgehen und Durchfeiern laufen...nur im Moment eben einzeln oder mit Babysitter. Spontanen Sex abends würde die Regelung mit "um Acht ist Zapfenstreich" ermöglichen....und eine verschließbare Schlafzimmertür :=o


    "mal wieder leben"....hm. Du musst dir überlegen was dir wichtiger ist. Ich bin der Ansicht, man kann auch mit Kindern "leben". Man muss sich dieses Leben halt nach seinen Spielregeln einrichten (nicht nach den Spielregeln der Kinder) und Abstriche machen. So wie ohne Kinder oder als Single wird es nie sein. Dafür geben dir Kinder aber auch etwas....oder?

    Von der Frau entsteht auch irgendwie immer mehr ein seltsames Bild. Wäsche, einkaufen, Bügeln macht der Mann, sie begluckt die Kinder übermäßig (Stillen bis 2 Jahre, bei den Kindern abends einschlafen oder Kinder kommen ins Ehebett= wenig Sex) Möglicherweise hat sie die Kinder deutlich über ihre Ehe gestellt, und auch deshalb bekommt der Mann so schlechten Zugang zu der Sache. Arbeitet sie? wenn nicht, was macht sie tagsüber, dass der Mann, der arbeitet, noch große Teile der Hausarbeit übernehmen muss/übernimmt?

    In einem Detail muß ich Stella widersprechen:


    Wann ein Kind schlafen geht, und ab welchem Alter es durchschläft, ist vielleicht AUCH Sache von Erziehung und Konsequenz, aber keinesfalls NUR. Ich habe zwei Kinder und sie sind grundverschieden, gerade auch im Schlafverhalten. Wenn ein Kind wirklich ein geringes Schlafbedürfnis hat, kann man nichts dagegen tun. Man kann dann nur etwas FÜR SICH SELBST tun, nämlich den Anspruch aufgeben, daß das Kind um x Uhr im Bett sein muß, und entspannt seinen eigenen Kram machen, bis es von selber "umfällt".


    ABER aufs Ganze gesehen möchte ich unterstreichen, was Stella sagt:


    Du machst auf mich den Eindruck, daß du eine ganz feste Vorstellung von Familienleben und Elternverhalten hast. Und du suchst nach Bestätigungen, daß es "eben so ist". Nun ja, bei deinem Vater war es so, daß er mit Kindern nichts anfangen konnte oder wollte und als Ergebnis fehlt er dir als positives Vorbild.


    Tatsache ist, daß die Frage, ob man mit Kleinkindern gut zurechtkommt oder nicht, nichts mit dem eigenen Geschlecht zu tun hat. Sondern mit eigenen Vorerfahrungen, Bedürfnissen und Einstellungen.


    Ich denke auch, daß es einiges gibt, was du zusammen mit deiner Frau ändern könntest:


    Es liest sich so, als ob sie nacheinander beide Kinder ins Bett bringt. Wenn das so ist, dann ist es kein Wunder, daß sie hinterher einfach umfällt. Daß sie sie (v.a. den Zweijährigen!!!) NICHT einfach ins Bett steckt, die Tür zumacht und dann weinen läßt, macht sie absolut richtig. Es könnte aber gut sein, daß das Kind sich leichter und schneller von DIR ins Bett bringen läßt. Voraussetzung wäre, daß deine Frau und du euch einig seid: Sie wird absolut nicht in Erscheinung treten, egal was sie hört. Und du wirst sie nicht irgendwann doch rufen. Und: Du machst es auf deine Weise, du brauchst nicht das "Programm" deiner Frau nachzuspielen.


    Müssen die Kinder wirklich bis 5 in den Kindergarten? Wenn ihr sie auch früher abholen könnt: Versucht es mal ein, zwei Wochen und guckt, was passiert. Eventuell sind sie abends (und dann morgens) einfach übermüdet.


    Eventuell geht es bei euch morgens zu eilig zu – versucht mal, was passiert, wenn ihr eine halbe Stunde früher aufsteht (falls das möglich ist – weiß ja nicht, wann ihr aufstehen müßt). Ich persönlich finde, daß alles viel entspannter läuft, wenn ich VOR den Kindern (oder zumindest erstmal nur mit einem Kind) aufstehe und erst mal in Ruhe meinen Kaffee trinke. Meine Große wurde früher immer so früh wach, daß das nicht machbar war (halb fünf) – da habe ich dann wenigstens im Bett gefrühstückt und ihr Bücher gezeigt. Worauf ich hinauswill: Wie könnte für euch (erstmal für euch Eltern) ein entspannterer Start in den Tag aussehen? Und: macht deine Frau morgens die Kinder allein fertig? Oder seid ihr beide "irgendwie" zuständig? In beiden Fällen könntet ihr versuchen, die Kinder klar auf euch aufzuteilen.


    Du findest es fast nur anstrengend, mit den Kindern allein was zu machen. Was machst du denn mit ihnen? Könnte es Dinge geben, die dir MIT den Kindern Spaß machen? Ich fand es immer gräßlich, mit einem Kleinkind zu spielen, und konnte das auch gar nicht. (Mit dem zweiten Kind ist es leichter, es spielt auch allein.) Aber man kann ja mit Kindern nicht nur spielen im engeren Sinne. Man kann sie auch irgendwohin mitnehmen: Zum Einkaufen, in den Park, auf Besuch, auf den Sportplatz (!), zu leidlich geeigneten Veranstaltungen. Das entlastet davon, sich Unterhaltung ausdenken zu müssen.


    Schließlich frage ich mich, ob das wirklich alles ist, was dich interessiert: Sport, Fußball, Kneipe. Erfüllt dich das mit Leidenschaft, findest du da deinen Lebenssinn? Oder sind das nur Dinge, mit denen man ganz nett die Zeit rumbringt?


    Das heißt jetzt nicht, daß du ausgerechnet in der Familie deinen Lebenssinn sehen mußt! Dafür ist nicht jede(r) der Typ.

    Zitat

    Wann ein Kind schlafen geht, und ab welchem Alter es durchschläft, ist vielleicht AUCH Sache von Erziehung und Konsequenz, aber keinesfalls NUR. Ich habe zwei Kinder und sie sind grundverschieden, gerade auch im Schlafverhalten. Wenn ein Kind wirklich ein geringes Schlafbedürfnis hat, kann man nichts dagegen tun. Man kann dann nur etwas FÜR SICH SELBST tun, nämlich den Anspruch aufgeben, daß das Kind um x Uhr im Bett sein muß, und entspannt seinen eigenen Kram machen, bis es von selber "umfällt".

    Das mit dem Schlafbedürfnis ist mir schon klar. Nur prallen da aus meiner Sicht zwei Bedürfnisse aufeinander. Das des Kindes (will noch nicht schlafen) und das der Eltern (wollen und brauchen auch mal ihre Ruhe). Man muss abwägen, welches Bedürfnis im Moment wichtiger ist. Und Kinder in dem Alter können schon lernen, dass ihre Eltern auch Bedürfnisse haben und dass die eigenen Bedürfnisse da mal zurückstehen müssen. Ich wurde um 8 Uhr in mein Zimmer ins Bett gebracht....solange ich da ruhig und friedlich war, wars nicht schlimm, wenn ich erst später geschlafen habe. Ich durfte das Licht anlassen, Kinderbücher anschauen oder mit Stofftieren spielen...und meine Eltern haben wenn sie ins Bett sind nochmal reingeschaut. Ab 8 war das Wohnzimmer bei uns einfach "Eltern-Territorium" und das wurde sehr konsequent verteidigt. Aber mit vier Kindern wäre das "Bett-Prozedere" wie es beim TE abläuft auch unmöglich gewesen.


    Wenn ein Paar am Tag nicht mal mehr ein oder zwei Stunden Zeit nur für sich hat, ohne Kinder....wie soll da eine Ehe bitte auf Dauer funktionieren?

    Ich finds bisschen schwierig alles.


    Im Eigangspost ließt es sich so, als möchte der TE sich weniger von seiner Frau als von seinen Kindern trennen.


    Er hat geschrieben:

    Zitat

    Es geht darum, ob man(n) nun vielleicht bis zum Lebensende für seine Entscheidung einstehen muß und ein Leben lebt das man sich so nie gewünscht hat.


    Oder darf man sagen, sorry, ist nicht schön von mir aber ich hab nur dieses eine Leben und ich hab das Gefühl daß es das was jetzt ist nicht gewesen sein kann und ziehe die Konsequenzen daraus.

    Ich denke ganz klar ersteres. Man muss im Leben IMMER für die Entscheidungen einstehen, die man getroffen hat. Und die Summe aller Entscheidungen die man so trifft, führt meist dazu, dass man am Ende nicht genau das Leben hart, wie man es sich früher einmal vorgestellt hat.


    Das heißt ja aber nicht, dass man nun für immer und ewig genau so weiter machen muss und im Unglück gefangen ist.


    Du wirst für die Entscheidung Kinder bekommen zu haben ein Leben einstehen müssen. Das sieht schon der Gesetzgeber vor. Wie du das ausgestaltest kann dir keiner vorschreiben.


    Verständnis dafür zu erwarten finde ich aber schwer.


    Bei einer solchen Trennung gibt man 99% der Verantwortung für die Kinder an die Frau ab. Was ist, wenn die das nicht will? Vermutlich ist alleinerziehende Mutter auch nicht das Leben, was sie sich vorstellt? Nun muss sie ein Leben führen, was sie sich nie gewünscht hat? Damit du deins führen kannst?


    Ich fänd es schon richtig scheiße, wenn mein Mann mit mir zwei (!!) Kinder macht und sich dann trennt, weil er kein Bock auf Kinder hat.


    Wie würdest du es denn finden, wenn deine Frau sagt "puh, hab ich mir anders vorgestellt, ich zieh ohne die Kinder aus, viel Spaß damit?".


    Es wird immer davon ausgegangen, dass die Mutter das ja gerne macht und glücklich in ihrer Rolle ist. Hier wäre glaub ich einiges los, wenn eine Mutter schreiben würde "hab zwei Kinder aber irgendwie nerven die mich, ich überlege sie jetzt zur Adoption frei zu geben, hab mir das irgendwie anders vorgestellt."


    Wie würdest du denn reagieren, wenn deine Frau sagt, sie möchte die Kinder nach der Trennung 50/50 aufteilen, eine Woche bei ihr, eine bei dir?

    Wir sind wohl beide etwas überfordert zur Zeit. Morgens geht's noch, meine Frau macht beide Kinder fertig, Kakao, etwas fernsehen, Frühstück gibts im Kiga. Ich bin um halb acht raus.


    Abends schläft der Große dann freiwillig gegen acht im eigenen Bett ein, Mama soll aber dabei liegenbleiben. Der Kleine ist solange bei mir, schläft aber vor neun nicht ein, no chance, eher gegen zehn, je nachdem.


    Meine Frau arbeitet halbtags, dennoch kriegt sie den Hasuhalt nicht alleine hin obwohl sie nichts für uns kochen muß, naja egal, bin ja auch noch da. Am Wochenende wechseln wir uns ab mit aufstehen, so kann jeder mal länger liegenbleiben.


    Nochmal, unsere Kinder sind sehr lebhaft, am besten geht man mit ihnen den ganzen Tag raus, Spielplatz etc. da fühlen sie sich wohler als in einer kleinen Wohnung. Drinnen fällt ihnen die Decke auf den Kopf. Und falls tatsächlich mal einer friedlich spielt kommt garantiert der andere um ihn dabei zu ärgern.


    Neulich hatte ich einen Tag Urlaub und war zuhause, ohne Frau und Kinder, Stille. Paradiesisch.

    Ich glaube bei dir ist es der momentane Zustand der dich nervt. Klar, wenn man Kinder hat, muss man erstmal auf vieles verzichten. Auch ich habe mich nach vielen Dinge gesehnt, die ich mit Kind dann nicht mehr konnte. Mein Mann war erst spät am Abend daheim, alles blieb an mir hängen. Ich hatte nie Zeit für mich und dann stellt man sein ganzes Leben in Frage, so wie du.


    Ich habe dieses Leben zwar nie in Frage gestellt, aber manchmal hätte ich mir auch eine Auszeit gewünscht und eigentlich war ich von Anfang an ein verheirateter Single und seit der Trennung bin ich auch alleinerziehend. Mein Sohn war auch ein kleiner Wirbelwind, ist aber mittlerweile ein PuberTier und kaum zu Hause und wenn, ist es manchmal auch anstrengend, wenn eben die Hormone bei dem Jungen überkochen, aber niemals würde ich mein Kind missen wollen. Bald ist er 18, die Schule fertig und dann ist er vermutlich bald weg und dann


    Ich glaube einfach, ihr müsst andere Prioritäten setzen, euch Auszeiten schaffen und euer Leben neu strukturieren. Du brauchst Freiräume, deine Frau und als Paar braucht ihr auch gemeinsame, kinderfreie Zeit. Wenn beide dran arbeiten und es wollen, sehe ich aber noch gute Chancen für eure Beziehung. Macht doch mal einen Plan, was stört, was geändert werden soll/muss/kann und dann fangt ihr klein an. Alles auf einmal ändern zu wollen, wird es wohl auch nicht bringen. Ich würde bei dem Schlafritual der Kinder anfangen. Liegenbleiben, bis das Kind eingeschlafen ist, finde ich aus meiner Sicht falsch. Wie wäre es, wenn ein Kind Papa ins Bett bringt und das andere die Mama ( gleichzeitig ) und euch jeden Abend mit den Kids abwechselt – also ein Tag bringt Papa Egon ins Bett und Mama Karl und am nächsten Abend Papa Karl und Mama Egon. Wenn der Kleine noch nicht schlafen kann, darf er Hörspiele hören, oder Bücher blättern bei gedämpftem Licht, oder was auch immer. Meinetwegen 20:30 für beide und dann ist Ruhe.


    Ich denke, wenn sich diese festen Zeiten eingeprägt haben, dann klappt das auch. Mag sein, dass es am Anfang noch was dauert, bis es die beiden akzeptiert haben, aber Hartnäckigkeit zahlt sich meist aus.


    Wie sieht es mit Oma, Opa aus, wo die Kids gelegentlich mal schlafen können? Onkel, Patentante etc...Ich hatte das leider alles nicht, aber habe es überlebt. Klar, manchmal wäre mein Leben sicher auch einfacher gewesen, ohne Kind, aber niemals würde ich mein Pubertier missen wollen. Jetzt ist er groß und wir führen manchmal tolle Gespräche. x:)


    Bist du bereit für eine Änderung, oder schließt du ein gemeinsames, anderes Leben komplett aus?


    Mein werter EX hatte auch solche Anwandlungen und zog dann mal aus, hatte eine Andere, merkte aber schnell, dass ihm die Familie doch fehlte. Klaar, man kann erstmal tun und lassen was man will, aber irgendwas fehlt dann doch. Wenn du aber sicher bist, dass Familie nicht in deinem Sinne ist, dann zieh, so schwer es auch fällt, die Konsequenz. Ich bin aber der Meinung, dass es eine Hoffnung für euch gibt, wenn jeder dazu beiträgt, was zu ändern. Viel Glück!!!! :)* @:) Babysitter wäre ja auch noch eine Option und zwar solltet ihr regelmäßig einen festen Termin für euch als Paar haben.

    So wie du schreibst, habt ihr euch ja erst sehr spät für Heirat und Kinder entschieden, da ihr schon 20 Jahre zusammen seid. Ich finde es immer ein bisschen problematisch, Teenie-Lieben ins Erwachsenenalter hinüberzuretten - das ist nicht böse gemeint, aber man ist mit 17 ein völlig anderer Mensch als mit 25, mit 35. Man ändert seine Lebenseinstellung, seine Vorlieben. Ich könnte mir heute eine Partnerschaft mit meiner Jugendliebe nicht mehr vorstellen, obwohl das damals die heftigste Leidenschaft war, die man sich vorstellen kann. Wir haben uns im Zuge des Erwachsenwerdens einfach ganz unterschiedlich entwickelt, und ich brauchte im Laufe des Reifens der Persönlichkeit dann auch eine andere Persönlichkeit an meiner Seite.


    Ich möchte euch natürlich nichts unterstellen, es kann schon sein, das man als Teenie den "Lebensmenschen" trifft, und das dann ein Leben so bleibt. Nur oft entpuppt sich ein Fall wie eurer als der Klassiker, wo man sich längst auseinandergelebt hat, verschiedene Lebensziele verinnerlicht hat, und nur noch aus Angst vor Veränderung und aus Gewohnheit zusammen ist. Ich wünsche euch, dass es nicht so ist, aber oft sind dann Hochzeit und Kinder der letzte verzweifelte Versuch, zu retten, was längst nicht mehr zu retten ist, und wo sich zwei Lebensläufe einfach auseinanderentwickelt haben. Ich musste nur an diese Möglichkeit denken, weil ihr euch erst nach 15 Jahren Beziehung für diese Familiengeschichte entschieden habt (bzw. deine Frau sich dafür entschieden hat, und du mitgespielt hast). Aber vielleicht wächst du, je älter die Kinder werden, ja tatsächlich noch in die Vaterrolle hinein!

    Zitat

    Ich finde es immer ein bisschen problematisch, Teenie-Lieben ins Erwachsenenalter hinüberzuretten – das ist nicht böse gemeint, aber man ist mit 17 ein völlig anderer Mensch als mit 25, mit 35.

    Klar. Aber in dem Sinne sind alle Beziehungen "problematisch", denn Menschen können sich immer auseinanderentwickeln. ;-)

    Das ist natürlich wahr! Aber vom Teenie zum Erwachsenen ändert sich die Persönlichkeit doch natürlicherweise etwas stärker, allerdings kann ich auch nur von mir sprechen. Dass es nie Garantien gibt, da hast du schon recht.

    Ich finde es gar nicht so ungewöhnlich, was der TE an Sichtweisen, Problemen und eigenen Zweifeln äußert. Wer als Paar über lange Jahre unabhängig, individuell und spontan gelebt hat, wird dies in vollen Zügen genossen haben. Es gibt Paare die sich bewusst dafür entscheiden, die erste Lebenshälfte ohne Familienanhang zu leben, die ihre Karrieren aufbauen und nach eigenem Tempo bestimmen.


    Einige gehen Mitte oder Ende 30, einige sogar noch später bewusst und gewollt die Familienplanung/gründung an. Wissen genau, wie die Rollenverteilung gelebt wird, haben dies bzg. klare Vorstellungen. Es gibt auch die anderen, die das Ganze eventuell noch unkonkret und auf sich zukommend angehen. Kinder sind nicht als Persönlichkeit planbar und können unterschiedlicher als Tag und Nacht sein.


    Nach langen Jahren der Unabhängigkeit ist das ein gewaltiger Prozess, in der man persönliche Freiheiten, Lebensstrukturen und Individualität sehr komprimiert aufgibt. Eltern entwickeln nicht über Nacht das komplette Programm von Verzicht, dass ist etwas wo man mit jedem Tag kämpft und eigene Sichtweisen über Bord wirft mitunter, vom Leben und seinen Ereignissen eingeholt. Je schwerer einem diese Umstellung von Einzelwesen auf Familie fällt, auch Frauen haben plötzlich Zweifel, ob alles was die gerade haben so toll und richtig war/ist. Die Vorstellung im Davor ist häufiger etwas anderes als im Ist-Zustand zu leben.


    Bevor Du @ Brad P. alles über Bord wirfst, weil Du Dich in der geforderten Rolle nicht wieder findest, mach Deinen Urlaub, überdenke das alles in Ruhe. So eine kleine "Auszeit" kann manchmal sehr hilfreich sein. Danach solltet ihr ohne Beschönigungen offen miteinander reden. Jeder für sich hat in den 2 Wochen Zeit, sich über grundlegende Dinge klar zu werden, egal ob es um die Gefühle zum Partner oder um die eigene Lebensgestaltung geht. Niemand wird als perfekte/r Mutter oder Vater geboren. Es sind einige gute Vorschläge gemacht worden, verschiedene Sichtweisen dargelegt. Du hast nun die Möglichkeit, Dir daraus die für Dich wichtige Schnittmenge zu ziehen, aber mach Dir bei allem bewusst, dass Dein Handeln das Leben Deiner Kinder umittelbar beeinflussen wird. Ihre Sichtweise auf Dich in späteren Jahren, sollte Dir nicht egal sein. Denn während sie aufwachsen, wirst Du auch Du älter, und einiges an Denkweisen wird von Dir durch andere neue Erfahrungen geprägt. Lasst euch Zeit als Paar, lotet eure Möglichkeiten und Rahmenbedingungen neu aus und entscheidet danach was für euch alle der bessere Weg ist. Einen allgemeingültigen kann es nicht geben. Alles Gute auf dem Weg dahin. :)* :)*