• Mit Familie nicht glücklich

    Ich ( m, 37 ) bin seit 20 Jahren mit meiner Frau zusammen, seit 5 Jahren verheiratet und habe mit ihr zwei Söhne ( 2 und 4 ). Vor allem seit unser kleinster auf der Welt ist, merke ich daß mich diese Leben nicht glücklich macht. Ich bevorzuge weiterhin die Dinge die ich vorher auch schon gemacht habe ( Kneipe, Fußball, Sport ) statt mich mit meiner…
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    Lieber Brad, erstmal: Es wird WIRKLICH besser, wenn die Kinder älter werden. Die Zeit für spontane Aktionen kommt wieder, die Zeit für Unternehmungen zu zweit kommt noch früher wieder.


    Das Leben mit kleinen Kindern IST anstrengend. Aber es ändert sich. Zunächst hast du das Gefühl, der Rest des Lebens besteht aus Wickeln, Füttern, Tragen... Du hast aber bestimmt schon gemerkt: Das geht vorbei. Und im Nachhinein ist die Zeit so schnell vergangen und du denkst dir vielleicht, du hättest manches Schöne bewusster erleben sollen. (Ich weiß, wovon ich schreibe, unsere Jüngste ist gerade 18 geworden.)


    Bei euch sehe ich aber durchaus jetzt schon Verbesserungspotential: Versucht, klare Regeln einzuführen. Und an die wird sich gehalten. Feste Schlafenszeiten waren zum Beispiel für uns unerlässlich. Um 18.00 Uhr Abendessen, dann Umziehen, Zähne putzen, Geschichte (EINE!) vorlesen, Lied, Gutenachtkuss, Licht aus. Hat nicht immer geklappt, zugegeben, aber das waren Ausnahmen. Und wenn nachts ein Kind zu uns ins Bett kam, wurde ein wenig gekuschelt und dann zurück gebracht. Mit Kind im Bett konnte ich nicht schlafen! Jedenfalls nicht mehr, als sie im Alter von euren waren. Und mein Schlaf war wichtig, sollte ich mich am nächsten Tag wieder um die Kinder kümmern können.


    Waren die Kinder im Bett, hatten wir Zeit für uns als Paar. Ganz, ganz wichtig. Du schreibst, ihr redet kaum noch miteinander, es sei alles gesagt. Kann ich mir nicht vorstellen. Wir haben uns auch nach 25 Jahren noch viel zu sagen. Was interessiert den anderen gerade? Worüber macht er/sie sich Gedanken? Was sind eure Träume? Was wünscht ihr euch für die nächsten Jahre? Welche Ängste habt ihr? Viel, viel Redestoff. Und wenn ihr gerade nicht reden wollt, ist das Zeit für Zärtlichkeit.


    Dann verstehe ich nicht so ganz: Die Kinder sind neun Stunden (!) jeden Tag im Kindergarten, deine Frau arbeitet halbtags. Wo liegt ihr Problem mit dem Haushalt? Versucht mal, das rauszubekommen. Nicht durch Vorwürfe egal in welche Richtung, sondern durch Selbstbeobachtung. Ist es ihr nicht wichtig? Was macht sie stattdessen? Wie könnte man die Hausarbeit so gestalten, dass sie mehr Spaß macht? Hausarbeit macht nämlich keinen Spaß. Ist so. Muss aber trotzdem gemacht werden. Und je weniger man drüber nachdenkt, desto leichter geht es von der Hand. Also: Was würde da helfen?


    Die Kinder können sich nicht selbst beschäftigen? Wie sieht das Kinderzimmer aus? Gibt es Dinge, die die Fantasie anregen? Papier, Bauklötze, Lego, Autos, Klopapierrollen, Koffer mit alten Kleidern zum Verkleiden...? Ist es vielleicht überladen? ZU viel Spielzeug hemmt nämlich. Da muss man ab und zu durchforsten. Dürfen sich die Kinder mal langweilen? Ais der Langeweile entstehen oft die schönsten Spiele.


    Und: Meinst du, es ist möglich, mal ein Wochenende die Kinder zu den Großeltern oder Freunden zu geben? Mit deiner Frau wegzufahren, nur Samstag auf Sonntag? Uns hat das immer sehr gut getan! Haben wir einmal jährlich gemacht. Gibt Kraft für die nächste Zeit. :)*

    Brad P.


    Ich habe keine Kinder, und ganz ehrlich, ich haette vor genau dem Angst, was du beschreibst, bei der Vorstellung, Kinder zu bekommen.


    Wenn ich Kinder haette, wuerde ich es als meine Aufgabe verstehen, an meiner Einstellung zu arbeiten. Ich wuerde versuchen, insbesondere die guten, schoenen Dinge zu sehen. Ich wuerde versuchen, neugierig zu sein auf die Entwicklung der Kinder, ich wuerde bewusst mitverfolgen, was aus ihnen wird, zu finden, was witzig ist und Freude macht (kannst du eigentlich darueber lachen, was deine Kinder z.T. so verzapfen?). Ich wuerde versuchen, mir selber Unlust zu verzeihen und zu erlauben, wenn sie mal aufkommt, aber ich wuerde hoffentlich anerkennen und annehmen koennen:


    "Das ist mein Leben jetzt, es ist anders als vorher; manches, was vorher ging und schoen war, geht nicht mehr. So ist das, es ist normal, dass sich Dinge aendern, und jetzt finde ich heraus, was das Leben schoen und lebenswert so macht, wie es jetzt ist."


    Wie gesagt, ich habe keine Kinder, und ich habe keine Ahnung, ob das so klappen wird, mit dieser Einstellung. Ich weiss aber, es waere ein Vorsatz, "ja" sagen dazu, und wissen, das ist Leben, dass sich Dinge aendern und neue Herausforderungen kommen. Auch in der Lage sein, gewisse Annehmlichkeiten des vorherigen Lebens zu verabschieden. Wenn du das hinbekommst, kannst du stolz auf dich sein. Immerhin das.

    PS:

    Zitat

    Es geht weiterhin darum ob dieses Leben einem Mann Erfüllung bringen kann, wenn darüberhinaus recht wenig auf ihn wartet

    1) Es wartet sicherlich noch eine Menge auf dich, wenn die Kinder groesser werden, selbststaendiger, und irgendwann ausziehen.


    2) Ehrlich, wenn Kinder keine anspruchsvollen Herausforderungen sind, die zur Erfuellung des Lebens beitragen koennen, was dann?

    Brad P.

    Ich finde es auch merkwürdig, das du dich selbst als Einzelgänger und Egoisten bezeichnest, obwohl du nun schon seit 20 Jahren mit deiner Frau zusammen bist. Sicherlich hast du in alle den Jahren auch eine führsorgliche Seite deiner Familie gegenüber entwickelt und bringst ihr auf deine Art, Liebe entgegen die sie braucht. Sonst wärt ihr nicht schon so lange zusammen.


    Jetzt wo du 2 wundervolle Kinder hast, kommt es noch mehr als früher darauf an, ein guter Ehemann und Familienvater zu werden. Es geht jetzt darum, noch mehr für deine Kinder da zu sein und dich mit deiner Ehefrau bei der Erziehung zu ergänzen. Zumindest bis die beiden eingeschult sind, kann es für den Mann sehr frustrierend sein. Ich habe es selbst bei meinem Neffen so erlebt. Seidem er zur Schule geht und er mit mir reden kann, komme ich viel besser mit ihm zu recht; als vorher. Die Kinder beginnen dann selbstständige zu werden.


    Ich denke deine Familie zu verlassen wäre ein großer Fehler, den du später bereuen würdest.


    Deine Familie braucht dich im Moment noch sehr und du musst erst noch in die Fußstapfen des Familienvaters hineinwachsen. Das erfordert Geduld und Kraft. Aber gib nicht auf. Deine Kinder gehören für dich sicherlich zum Wichtigsten auf der Welt. Dafür kann man schonmal den Sport ne Zeitlang etwas schleifen lassen. Sei dir eins bewusst: Deine dich liebende Familie braucht dich, jetzt noch mehr denn jeh. Sie ist deine Erfüllung. Sei dankbar dafür.


    Ich wünsche dir, das du den Zauber Familie noch mehr zu schätzen lernst und glücklich mit ihr wirst! x:)

    Ich finde es klingt so ein bisschen als hättet ihr so eine stillschweigende Rollenaufteilung. Du darfst zum Fußball und hast viele Freiheiten, dafür mischt du dich nicht ein, was deine Frau mit den Kindern macht.


    Grundsätzlich finde ich langes Stillen und in Schlaf begleiten besser als gar nicht Stillen und "Schreien lassen" und finde den Ansatz deiner Frau auch nachvollziehbar. Nur die lange Kita Zeit passt finde ich nicht dazu.


    ABER wenn das nicht für alle passend ist, geht das halt nicht und ich finde, das kannst du einfordern.


    Es ist garantiert besser für die Kinder, wenn sie lernen alleine zu schlafen anstatt ohne Vater aufzuwachsen.


    Ich finde Kinder von Freunden auch oft nervig. Da nerven mich aber vor allem Sachen, die ich bei meinen Kindern einfach unterbinden würde. Klar bleiben Kinder anstrengend aber konkrete, sich wiederholende Dinge kann man ja einfach bei den eigenen Kindern anders lösen.

    gäbe es beruflich nicht vielleicht irgendwie die möglichkeit, dir einen nachmittag für euch freizuschaufeln? kinder im kindergarten, frau vom halbtagsjob zuhause – der haushalt müßte dann halt liegenbleiben und zu einer anderen gelegenheit (wochenende?) nachgearbeitet werden, aber ihr hättet zeit zum reden, kuscheln, spazieren, für sex, gemeinsames essen oder was auch immer euch guttut bei gemeinsamer paarzeit.


    sich auf feste bettgehzeiten zu versteifen klappt halt einfach nicht immer, ob das nun an kindern oder eltern oder beiden oder wem oder was auch immer liegt, ist da doch egal. klappt nicht, läuft blöd, neues versuchen.


    :)*

    Zitat

    sich auf feste bettgehzeiten zu versteifen klappt halt einfach nicht immer, ob das nun an kindern oder eltern oder beiden oder wem oder was auch immer liegt, ist da doch egal. klappt nicht, läuft blöd, neues versuchen.

    Naja aber es gibt doch ein Unterschied zwischen "es klappt nicht immer, dass die um 19h schlafen" und "meine Frau geht um 22h mit den Kindern im Bett und schläft dort ein"?

    Zitat

    Naja aber es gibt doch ein Unterschied zwischen "es klappt nicht immer, dass die um 19h schlafen" und "meine Frau geht um 22h mit den Kindern im Bett und schläft dort ein"?

    ja, gibt es. ist der unterschied in irgendeiner form relevant, wenn es um die lösung des problems geht?


    ich gehe davon aus, daß das schlafengehproblem "ich würde gern mehr paarzeit mit meiner frau verbringen" lautet und nicht "19 und 22 sehen unterschiedlich aus, mir gefällt nur eine der beiden zahlen", "ich möchte aber abends paarzeit" oder "meine frau ist abends müde" ;-)


    ??mein mann würde mir was erzählen, wenn ich versuchen würde, ihn abends wegen paarzeit wachzuhalten, wenn er hundemüde ist. egal, ob das um 18, 20, 22 oder 24 uhr ist. zu recht.??


    ??ja, da muß man sich für die paarzeit eben was anderes überlegen. weder sollte einen das nachdenken umbringen, noch muß es zwingend unangenehmer sein, mal seine prämissen zu überdenken um dann doch erreichen zu können, was man wirklich möchte.??

    Ist wirklich kein Männerding und bei eurem Chaos würde ich auch druchdrehen. Finde Maes Tipps sehr sinnvoll, ich denke aber das deine Frau deine Erziehungshinweise nur ernst nehmen wird wenn sie das Gefühl hat das ernstes Interesse an den Kindern besteht.


    Übrigens wuchs bei mir die Liebe zu meinen Kindern auch mit der Beschäftigung. Mich traf kein Blitz bei der Geburt und die Bindung war da, das wuchs langsam im kennenlernen und mit einander ringen und leben.