• Mit Partner über Fetisch reden

    In Anlehnung an einen aktuellen Faden hier im Forum und nach dessen Lektüre würde mich interessieren, wie hier im allgemeinen mit Fetischen des Partners umgegangen wird. Egal ob Männlein, oder Weiblein, wenn Ihr von Euren Partner damit konfrontiert werdet, dass er/sie etwas aussergewöhnliche sexuelle Vorlieben hat, könntet Ihr damit umgehen? Sie…
  • 49 Antworten

    Klassisches "kommt drauf (auf den Fetisch) an".


    Die Windelsache würde mich wohl abtörnen und ich könnte nicht versprechen, dass ich das nach einem "Geständnis" einfach ausblenden könnte. Ähnlich ginge es mir wohl damit wenn mein Freund Damenstrumpfhosen tragen wollte.


    Mir wurde schon mal eine Vorliebe mitgeteilt (Fetisch würde ich es mangels Intensität/ Notwendigkeit nicht nennen), die anscheinend (so sagte mein Freund jedenfalls) während der Beziehung entstanden ist. Das hat er mir so geschickt präsentiert, dass mich das nicht "verstört", sondern eher interessiert hat. Ich hab mich auch gefreut, dass er mir sowas Intimes mitteilt, was ihm genausogut hätte peinlich sein können. Einen Fetisch, der mich nicht abtörnt, kann ich auch gelegentlich mitmachen, auch wenn mir selber das nichts gibt.

    @ Ayana

    Zitat

    Und manche können mit einer derartigen Offenheit leider nicht umgehen, weil sie dann sofort verurteilen würden.

    "Mit einer Offenheit umgehen oder verurteilen" kann sich doch nur auf Menschen beziehen, mit denen ich meine Sexualität nicht teile. Wenn ich das Thema zur Diskussion stelle, gibt es für und wider und vielleicht auch Verurteilungen.


    Wenn ich meinen Partner aber über eine sexuelle Vorliebe/Spielart aufkläre, entscheidet sich, ob derjenige damit leben kann oder nicht. Denn hinter meinem Outing steht doch die Aufforderung, das mit mir zu teilen in irgendeiner Form.


    Übrigens, wenn dieser Ring der O wirklich nur der Ring am Finger ist, ist dessen Bedeutung wohl nur Menschen aus der BDSM-Szene geläufig, so allgemein offen ist das Zeichen nicht. Außer Du trägst es um den Hals, dann würde vermutlich auch ich die Bedeutung erahnen können. ;-D


    Ich persönlich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass mein Partner nicht an sexueller Attraktivität verlieren würde, wenn ich beispielsweise dieses Windelbild (ihn mit eingenässten Windeln an mich kuscheln wollend) einmal vor meinem inneren Auge hätte.


    Grundsätzlich finde ich eine intime Offenheit wichtig, was Vorlieben angeht, ist ja auch ein Zeichen von Vertrauen. Wenn diese Vorliebe allerdings etwas außergewöhnlicher ist, kann man sich ja etwas rantasten und beobachten, wie der Partner auf diese Spielart reagiert (sei es ein Filmchen, ein "Du ich hab da was gelesen/gesehen"). Je nachdem, wie wichtig mir das Ausleben ist. Je dringender ich das für mein sexuelles Seelenheil brauche, desto früher sollte es wohl angesprochen werden.


    Wenn es exotischer ist, muss man sich eben ein wenig mehr einfallen lassen als "hey Schatz, ich steh total drauf, wenn Du mir auf den Hintern klapst". ;-)

    Zunächst gibt es für mich einen Unterschied zwischen einem Fetisch und einer Vorliebe. Mit Fetischen hätte ich wohl grundsätzlich ein Problem, zumindest mit dem, was ich darunter verstehe, nämlich hauptsächlich oder schlimmstenfalls sogar ausschließlich durch das Fetischobjekt (Kleidung, Schuhe oder was auch immer) erregt zu werden. Damit käme ich nicht klar, also wenn sich die Lust stärker auf ein Objekt als auf mich bezieht. Ich würde von der Existenz des Fetisch aber auf jeden Fall wissen wollen, damit ich überlegen kann, wie ich damit umgehen möchte und ob das eine Sexualität ist, die sich mit meinen Gefühlen innerhalb einer Partnerschaft vereinbaren lässt.


    Was Vorlieben angeht, also Dinge, die dem anderen zwar gefallen, von denen aber nicht das gesamte sexuelle Erleben abhängt, bin ich offener. Den meisten Vorlieben, die ich selbst nicht teile (die mich selbst nicht sexuell erregen) bin ich zumindest neutral gegenüber eingestellt und hätte dann auch kein Problem damit, hin und wieder "mitzuspielen". Solange es keinen Ekel bei mir hervorruft... Vor Urin ekle ich mich beispielsweise nicht, er löst nur keine sexuellen Gefühle bei mir aus. Wenn ich erleben würde, dass er das beim Partner tut, könnte ich mich aber vielleicht von dieser Erregung anstecken lassen bzw. fände es dann einfach erregend, seine Erregung mitzuerleben. Es gibt aber auch ein paar Dinge, vor denen ich mich ekle und wenn sich der Partner dafür begeistern würde, empfände ich das als entzweiend, auch wenn er es nur für sich alleine auslebt. Gleiches gilt für Handlungen/Verhaltensweisen, die ich einfach abstoßend im Sinne von unattraktiv finde, dazu gehört exhibitionistisches Verhalten oder auch eine Vorliebe für Peinlichkeiten/Erniedrigungen usw. Ich kann mich jemandem, der in sexueller Hinsicht so ganz anders empfindet und auf etwas steht, vor dem ich mich ekle (oder das ich einfach abstoßend finde), nicht nahe fühlen. Das Wissen darum würde sich also wahrscheinlich negativ auswirken, aber ich mag schon gerne wissen, mit wem ich mein Bett teile und halte deshalb nicht viel von Geheimnissen in der Partnerschaft.


    Ich selbst präsentiere mich mit meinen Vorlieben deshalb von Anfang an als offenes Buch, weil ich vollumfänglich vom anderen geliebt werden möchte – genau so wie ich bin und vor allem, weil ich so bin, mit allem drum und dran. Müsste ich etwas (hier: eine sex. Vorliebe) geheim halten, weil ich sonst fürchten müsste, weniger oder gar nicht mehr geliebt zu werden, könnte ich mich so oder so nicht richtig geliebt fühlen. Deshalb habe ich in der Kennenlernphase immer alle Karten auf den Tisch gelegt.

    Vevodkyne, ich glaube du hast das gut beschrieben mit dem Unterschied zwischen Fetisch und Vorliebe. Gewisse Kleidungsstücke anzuziehen um damit leichter/öfter "zu Sex zu kommen" macht mir gar nichts aus. Wenn es darum ginge dass es ausschließlich zB mit hochhackigen Schuhen zu Sex kommt, oder ich nur Trägerin derselben bin, und es eigentlich auch ohne michg igne bzw. ich völlig austauschabr wäre, dann hätte ich ein Problem damit.


    Ebenso denke ich dass gewisse Spielarten selbst wenn man nur eine begrenzte Neigung hat leichter zu akzeptieren und fallweise(!) mitzumachen sind wenn sie sich a) in einem gewissen Rahmen halten und b) es regelmäßig zu (gutem) Sex auch ohne diese "Hilfsmittel" kommt.


    Zu a) zB könnte ich mir eher vorstellen dass ich jemand in zB einer Badewanne anuriniere als, wie dass ich "gezwungen" wäre eine Windel zu tragen die ich einfeuchten muss. Auch Urin ist sicher "sozial verträglicher" als Kot - da es eben KEIEN Krankheitsüberträger ist, Kot durchaus schon. Gleiches gilt für BSDM - ich zB würde echte Schmerzen (und wenn es "nur" von heißen Kerzen ist) nicht akzeptieren, andere Spielarten aber durchaus akzeptieren können.


    Zu b) kann ich sagen dass jemand der zB IMMER BDSM von mir wollte dieses gar nicht bekäme. Wenn sagen wir das ein oder zwei oder drei Mal im Monat stattfindet (anhängig von der "sonst" Sex-Frequenz), in einer für mich "akzeptablen" Form ich dabei wäre. Auch wenn ich es nicht brauche, und gut ohne auskomme.


    Also es spielen verschiedene Varianten rein: welche Vorlioebe ist es genau, wie "extrem"soll diese ausgelebt werden und fühle ich mich als Person noch sexuell begehrt und es ist eine Spielart, oder bin ich vor allem zum "Erfüllungsgehilfen" degradiert.

    Vevodkyne

    besser als du hätte ich jetzt meinen standpunkt auch nicht ausdrücken können :)^


    was ich ganz interessant fand, dass ich mit meinem jetzigen mann bestimmte vorlieben erst bei mir entdeckt habe, oder sie nur mit ihm zusammen diese phantasie überhaupt erst entstanden ist.

    Für eine glückliche Partnerschaft wäre es ideal, wenn beide möglichst früh sich auf einen gemeinsamen Umgang mit einer sexuellen Neigung oder dem Fertisch des anderen einigen können.


    Ich persönlich hatte den frühen bzw. richtigen Zeitpunkt verpasst – ein Fetisch entwickelt sich ja auch oft erst und irgendwann wird einem klar, dass er nicht mehr zu verdrängen ist; und dann kommt die Angst auf, durch ein outing die vertraute Zweisamkeit zu zerstören, und das war es mir dann doch nicht wert.


    So hat es viele Jahre gedauert, bis meine kluge Frau bemerkt hat, wie ich ticke. Sie spielt gelegentlich mit, aber es geht auch genauso ohne den Fetisch. Und ich musste lernen,ihr nicht das Gefühl zu vermitteln bzw. die Befürchtung zu haben :"Liebt er mich – oder muss ich nur seinen Fetisch transportieren?"

    Ausprobieren kann man alles mal, jeder hat seine hard limits, aber ich würde von vornherein nur dinge ablehnen die mir als gefährlich erscheinen (atemkontrolle, sachen mit strom, nadeln, messer...) aber ansonsten alles ausprobieren und es bei nichtgefallen eben auf die "mal versucht, aber einmal und nie wieder"-liste setzen.


    Natürlich sollten solche experimente in privaten räumen statt finden nicht wie bei dem anderen faden in aller öffentlichkeit.

    Zitat

    aber ansonsten alles ausprobieren

    nö, ich möchte nicht alles ausprobieren. Wo mir von vornherein die Lust vergeht, das will ich auch nicht ausprobieren.


    Und es würde mein Begehren wirklich beeinträchtigen, wenn mein Partner mit in meinen Aufgen völlig unerotischen Wünschen ankäme

    Wenns meinem freund einen wunsch erfüllt und mir nicht schadet ... *schulterzuck* da mach ich auch sachen mit die ich egl nicht mag. Aber dann eben nur das eine mal.


    Oft ist es ja auch so dass man es gedanklich anregend findet, aber in realität weniger toll ist.


    Zb dreier, da hört man das öfter

    Dass das hier Off Topic wird, wenn User kommen, die mit ihren Vorlieben hausieren gehen, war klar.


    On Topic: meine Frau und ich kamen am Anfang sehr schnell auf dieses Thema mit den Vorlieben, und wir waren uns von Anfang an schnell einig, dass wir viele teilen. Und gemeinsam entdeckt haben und weiterhin entdecken, was sehr spannend ist.


    Zum Thema Fetisch kann ich nichts sagen, weil ich keinen habe. Vevo hat das ja hervorragend auseinanderklamüsert, wo da der Unterschied zwischen Vorliebe und Fetisch ist. BDSM ist ja, so breit das gefächert ist, eher nicht in der Fetischecke zu verorten, sondern eher in den Neigungen und Vorlieben. Also nichts Besonderes.

    Zitat

    Dass das hier Off Topic wird, wenn User kommen, die mit ihren Vorlieben hausieren gehen, war klar.

    Finde ich nicht, dass es OT ist, wenn der TE eine allgemeine Frage stellt und die Schreiber dann konkrete Beispiele bringen.

    Zitat

    BDSM ist ja, so breit das gefächert ist, eher nicht in der Fetischecke zu verorten, sondern eher in den Neigungen und Vorlieben.

    Woraus leitest du ab? Für viele Menschen ist es für ihr Sexualleben essentiell, dass sie BDSM praktizieren, und in dem Fall würde es doch die Definition von Fetisch treffen.

    Also ich habe hier auch nicht gefunden, was ich als OT bezeichnen würde. Alles gehört zu dem Thema und selbst wenn... Finde ich nicht tragisch, solange es nicht über mehrere Seiten geht. ;-)

    Vevodkyne

    Schöner Beitrag! :)^


    Ich kann mich nur anschließen und finde einen Fetisch erst dann bedenklich, wenn er für jede Form von Sex notwendig ist. Also nur der Fetisch den Partner erregt und nichts anderes.


    Von Natursekt- oder Kaviarspielchen halte ich rein gar nichts, könnte mir aber vorstellen, ahnlich wie thats amore, zumindest bei Pinkelgeschichten mitzuspielen, wenn es meiner Partnerin etwas bedeuten würde.


    Bei BDSM geht es mir ähnlich. Ich stehe nicht auf Erniedrigung und erst recht nicht darauf erniedrigt zu werden. Zudem wäre es mir unmöglich meiner Frau Schmerzen zuzufügen, somit fällt diese Spielart weitestgehend flach. Und irgendwie muss man als Mann ja auch erregt werden, oder? Das, was Frauen vielleicht hinnehmen können, ergibt bei Männdern ein Problem, wenn sich keine Erektion einstellen will. Ich kann noch so oft "wie geil ist das denn?" herausposaunen, wenn das Ding zwischen meinen Beinen schlaff bleibt, glaubt mir meine Frau eh nicht. ;-D

    Zitat
    Zitat

    BDSM ist ja, so breit das gefächert ist, eher nicht in der Fetischecke zu verorten, sondern eher in den Neigungen und Vorlieben.

    Woraus leitest du ab? Für viele Menschen ist es für ihr Sexualleben essentiell, dass sie BDSM praktizieren, und in dem Fall würde es doch die Definition von Fetisch treffen.

    Soweit ich weiß, praktizieren die meisten BDSMler auch durchaus normalen Sex. Wäre ja auch viel zu aufwändig, täglich das Andreaskreuz und andere Utensilien zur Hand zu haben, wenn man einfach mal spontan ficken will.

    Zitat

    Und irgendwie muss man als Mann ja auch erregt werden, oder? Das, was Frauen vielleicht hinnehmen können, ergibt bei Männdern ein Problem, wenn sich keine Erektion einstellen will. Ich kann noch so oft "wie geil ist das denn?" herausposaunen, wenn das Ding zwischen meinen Beinen schlaff bleibt, glaubt mir meine Frau eh nicht.

    Ich beziehe einen großen Teil meiner Lust aus der meiner Frau, und diese Lust drückt sich nicht unbedingt und immer darin aus, eine Erektion zu bekommen, oder selbst einen Orgasmus zu haben. Sex ist in erster Linie (für mich) Kopfsache.

    Ich muss nicht erwähnen, dass es dazu einer recht starken gegenseitigen Anziehungskraft bedarf. Vertrauen. Liebe.

    Spuckschlecht

    Zitat

    Ich beziehe einen großen Teil meiner Lust aus der meiner Frau, und diese Lust drückt sich nicht unbedingt und immer darin aus, eine Erektion zu bekommen, oder selbst einen Orgasmus zu haben.

    Diese völlige Uneigennützigkeit würde meiner Frau, glaube ich, nicht so gefallen. :-/ Keinen Orgasmus bekommen, ok, nachvollziehbar. Aber eine Erektion ist beim Mann Zeichen sexueller Lust - und ohne die würde eine sexuelle Handlung eines Paares m. A.n. doch ziemlich einseitig sein, oder? Da fehlt dann doch dieses Begehren, was, so schätze ich das ein, doch ein relativ wichtiger Bestandteil eines Koitus ist. Klar, man kann mal den Partner befriedigen, ohne gerade selbst Lust auf einen Orgasmus zu haben, aber auf Dauer und regelmäßig würde mich persönlich das dann doch stören.