Erstens das und zweitens haben so gut wie alle hier geschrieben, dass sie es sich persönlich nicht vorstellen können, dass es aber vertsändliche Umstände gibt. Also die Aufregung wirkte auf mich schon sehr gekünstelt.

    Es bringt glaube ich nichts, wenn man sich hier gegenseitig die Augen aushackt und zuviel oder zuwenig Reife vorwirft. Viele Leute haben Erfahrungen gemacht und lieben ihre Eltern, sind aber auch froh, dort nicht mehr zu wohnen. Kann man doch einfach akzeptieren, ohne seine eigene Meinung als die einzig "Wahre" zu sehen.


    Die Teilnehmerin hat keine abgeschlossene Wohnung, sondern wird Zimmer bewohnen. D.h. sie nimmt wieder richtig am sozialen Leben der Eltern teil. Beim Essen, beim TV schauen, im Bad usw. Da müssen Kompromisse eingegangen werden und Rücksicht genommen werden.

    Zitat

    Es bringt glaube ich nichts, wenn man sich hier gegenseitig die Augen aushackt und zuviel oder zuwenig Reife vorwirft.

    Richtig. Also lassen wir die persönlichen Animositäten beiseite, das ist auch mein Wunsch. In der letzten Zeit schleicht sich im Forum hier und da vermehrt ein agressiver Unterton ein, ist mein Eindruck. Ich fasse mich aber auch an meine Nase und werde es vermeiden.

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    a) wirkt es grundsätzlich irgendwie "komisch" wenn man mit Ü30 wieder bei den Eltern einzieht?

    Ist doch egal wie es auf andere wirkt. Solange es für dich und deine Eltern eine gute Lösung ist, ist doch alles ok :)z

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    b) wie wirkt es speziell auf Männer, wenn eine Frau kennengelernt wird, die noch bei den Eltern wohnt?

    Also mich würde es nicht stören, wenn ich eine Frau "anziehend" finde stören mich solche Sachen nur geringfügig bis gar nicht, denke das geht vielen anderen auch so.

    Wenn ich was für richtig halte ist es mir grds auch egal wie andere drüber denken, die nicht involviert sind. Aber der TE ging es glaub ich auch darum wie sowas auf potenzielle Partner wirkt - und "sowas" ist hier nicht eine Notsituation oder ein Lebensmodell mit gegenseitiger Unterstützung, sondern wieder zuhause Einziehen um auf eine ETW zu sparen.

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    - und "sowas" ist hier nicht eine Notsituation oder ein Lebensmodell mit gegenseitiger Unterstützung, sondern wieder zuhause Einziehen um auf eine ETW zu sparen.

    Ja und ??? Das hört sich nicht gerade nach einem Kapitalverbrechen an. Das wäre für mich auch nicht gerade ein "Ausschlußkriterium". Und selbst wenn, wenn die ETW ihr "Traum" ist und wichtig für sie ist, sollte sie sich das "kaputtmachen" lassen, weil es evt irgendwo jemanden gibt, der das blöd finden könnte?

    Von Kapitalverbrechen redet ja keiner, also warum gleich übertreiben? Du bist da halt sehr tolerant, aber wenn man auf Partnersuche ist, muss man eben abwägen: Lieber auf eine ETW sparen und potenzielle Partner verschrecken (aus diesem Thread nehme ich mal mit, dass die Mehrheit das "blöd" findet), weil die halt nicht bei Mami und Papi zu Gast sein wollen, oder umgekehrte Prioritäten setzen.

    Zitat aus einem aktuellen Zeitungsartikel:

    Zitat

    Hohe Mieten und prekäre Jobs sind Punkte, die auch in Österreich eine Lebensform, die bislang eher belächelt wurde, häufiger werden lässt: den Nesthocker. "Der Anteil junger Erwachsener, die bei ihren Eltern wohnen, wächst stetig", sagt Soziologin Geserick. Vor allem auf Männer treffe dies zu: "Heute lebt schon jeder dritte 25- bis 29-Jährige noch bei seinen Eltern. Bei Frauen sind es nur 17,4 Prozent." Der Trend sei in allen westlichen Industriestaaten zu beobachten. (http://derstandard.at/2000045556269/Gesetzesentwurf-SPOe-will-Karenz-und-Elternteilzeit-fuer-Patchwork-Eltern)

    So ganz unrecht hatte Wick also nicht, dass das unter Jüngeren wieder häufiger und akzeptierter ist.


    In vielen Familien gibt's einfach nicht mehr so strenge Eltern bzw. so typische Generationenkonflikte.

    Zitat

    (aus diesem Thread nehme ich mal mit, dass die Mehrheit das "blöd" findet), weil die halt nicht bei Mami und Papi zu Gast sein wollen, oder umgekehrte Prioritäten setzen.

    naja was die Partnersuche anbelangt haben in dem Thread überwiegend nur Ws geantwortet. ;-)


    Also als M finde ich das jetzt auch nicht so schlimm, wenn ich weiß, dass es nur als Übergangsphase ist und aus den genannten finanziellen Gründen. Die TE war ja schonmal selbständig in einer Wohnung alleine, also hat sie doch bewiesen, dass sie es kann!

    das ist auch so eine typisch deutsche Einstellung (parazellnuss, Sheilagh, Lian-Jill, KleineHexe21, etc).


    In vielen anderen Ländern (Spanien, Italien glaube ich auch, viele Länder Asiens) ist es völlig normal noch bis 30 bei den Eltern zu wohnen...

    Zitat

    In vielen Familien gibt's einfach nicht mehr so strenge Eltern bzw. so typische Generationenkonflikte.

    Mag sein. Ich denke aber auch, dass von Seiten der jüngeren Generation eine Menge Bequemlichkeit dabei ist. Vielleicht hängt es auch damit zusammen,wie die "Kinder" aufgewachsen sind. Keine Ahnung.


    Meinen Kindern war immer klar, dass ich meinen Job als dienstbarer Muttigeist irgendwann einstellen werde und auf gar keinen Fall vorhabe, den Rest meines Lebens in ihrer Gesellschaft zu beschließen. Wir sind ein temperamentvoller Haufen, das Aufeinanderknallen von "Maaaann, ich bin erwachsen" auf "Meine Hütte, meine Regeln, mir doch egal, wie alt du bist" wäre nicht lange gutgegangen. ;-D


    Gut: fragt mich in fünf Jahren nochmal, keine Ahnung, wie sich das bis dahin mit dem Sohn entwickelt, der ist ja noch eine Weile hier.


    Und zur Ausgangsfrage: ich hätte einen Mann, der mit Ü30 nochmal bei seinen Eltern einzieht, sehr, sehr merkwürdig gefunden. Ich fand das bei meinem ExMann schon komisch, der wohnte, bis er 23 war, bei seinen Eltern, verdiente recht gutes Geld, gab keinen Pfennig ab, ließ aber seine Mutti gerne für ihn sorgen. Nein, das stelle ich mir nicht unter einem erwachsenen Menschen vor.

    Zitat

    Ich denke aber auch, dass von Seiten der jüngeren Generation eine Menge Bequemlichkeit dabei ist.

    Ja, das sehe ich durchaus auch so. :)z Wobei man es auch so sehen kann, dass hinter einem Auszug genauso die Suche nach Bequemlichkeit stehen kann wie hinter einem "Nesthocken" oder einem "Wieder bei den Eltern einziehen." ;-) Insbesondere auch wenn man auf die vergangenen Jahrzehnte und strenge Elternhäuser zurückblickt.


    Es kommt eben auf die Ausgangssituation an. Wenn man z.B. immer wieder Auseinandersetzungen mit den Eltern hat und zu viert in einer 75-qm-Wohnung lebt, wird man (fast möchte ich sagen: logischerweise ;-D ) baldmöglichst ausziehen, um es (endlich) bequemer zu haben.


    Wenn man dagegen mit den Eltern ein gutes Verhältnis hat und vielleicht auch noch in einem 200qm-Haus lebt, dann ist es nicht so leicht, durch einen Auszug einen "Bequemlichkeitsgewinn" zu haben.

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    Vielleicht hängt es auch damit zusammen,wie die "Kinder" aufgewachsen sind. Keine Ahnung.

    Ja, da bin ich mir ziemlich sicher, dass es damit zu tun hat. :)z

    Zitat

    Und zur Ausgangsfrage: ich hätte einen Mann, der mit Ü30 nochmal bei seinen Eltern einzieht, sehr, sehr merkwürdig gefunden.

    Ich schließe mich MatzeBerlin an: Ich glaube auch, dass es da einen großen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt. Zum einen glaube ich, dass sich Frauen in so einer Situation nicht annähernd so bedienen lassen würden, wie das einige (oder gar die meisten?) noch zuhauselebenden Männer machen. Das klassische "Muttersöhnchen" scheint's ja in weiblicher Ausführung (aus irgendwelchen seltsamen Gründen) kaum zu geben.


    Außerdem denke ich auch, dass Männer das Zuhauseleben einer Frau oft nicht annähernd so kritisch sehen würden, wie viele Frauen das bei Männern tun. Und ich glaube, dass diese unterschiedliche Einschätzung auch weitgehend sinnvoll / realitätsabbildend ist.

    Es ist verführerisch, zu sagen, ja, wenn die Mütter diesen Job gern machen wollen, ihr erwachsenes Mädelchen weiterhin zu bedienen, wenn ihnen etwas gibt, dann sollen sie es tun. Wenn Töchterchen sich dazu noch unter den Fittichen wohlfühlt und die Sache für sich ausnutzen kann: Was wäre wirklich dagegen zu sagen? Sieht zunächst nach Win-Win aus.


    Und trotzdem - das Gefühl sagt: Etwas stimmt nicht, warum müsste sonst darüber diskutiert werden?


    Es hat etwas von missglückter Erziehung, von nicht geglücktem Flüggewerden, es hat etwas von "Nicht-Glück" ... und ob das nun "typisch deutsch" ist (was ich nicht so sehe, denn auch Schweden, Engländer und Österreicher, Schweizer... dürften es nicht wesentlich anders sehen)?


    Vielleicht hat es, und zwar für beide beteiligten weiblichen Generationen, sogar mehr mit echter Emanzipation zu tun, als es auf den ersten Blick aussieht. Für die die Frauen früherer Generationen, die in ihrer Unabhängigkeit nicht nur Sinn sahen, sondern dafür kämpfen mussten, könnte es sich wie ein Rückschritt darstellen.

    Zitat

    das ist auch so eine typisch deutsche Einstellung (parazellnuss, Sheilagh, Lian-Jill, KleineHexe21, etc).


    In vielen anderen Ländern (Spanien, Italien glaube ich auch, viele Länder Asiens) ist es völlig normal noch bis 30 bei den Eltern zu wohnen...

    In vielen Ländern sind noch ganz andere Sachen normal, die ich furchtbar finde. Und normal ist auch, dass man eine "deutsche" Einstellung hat, wenn man in Deutschland aufgewachsen ist und lebt.