Möchte ein Mann, der eine Frau liebt, für sie sorgen können?

    Und nochmal eine allgemeine Frage, wo mich mal eure Meinungen interessieren würde.


    Ich komme aus einer sehr traditionellen, altmodischen Familie. Meine Eltern sind über 30 Jahre verheiratet und glücklich. Vater arbeitet und Mutter ist zu Hause. Mein Vater ist nicht der leibliche Vater sondern hat mich adoptiert, er hat meine Mama also alleinerziehend kennengelernt.


    Ich habe also mit meiner Mutter letztens eine interessantes Gespräch geführt, wo ich total verwirrt nach bin.


    Meine Mutter ist der Meinung, dass ein Mann, der einen liebt, automatisch auch die Frau finanziell "versorgen" möchte. Im Gegenzug tut die Frau dann aber auch alles für den Mann, damit es ihm gut geht. Ein Mann müsste immer den Anspruch haben, mehr als die Frau verdienen zu wollen. Auch meinte sie, dass es für sie selbstverständlich war, dass ihr neuer Partner auch finanziell für ein Kind aufkommt, dass mit in die Ehe gebracht wird. Sie findet, dieses "deutsche" Denken - jeder kümmert sich um seine eigenen Probleme und man übernimmt keine Verantwortung für den Partner - führt am Ende zu nix. Auch hat mein Stiefvater sie am Anfang des Datens, weil er noch kein Auto hatte, immer mit der U-Bahn nach Hause gebracht, um sicher zu sein, dass es ihr gut geht. Dazu muss ich aber auch sagen, dass meine Mama auch mitgeholfen hat, als die Eltern meines Stiefvaters gepflegt werden mussten.


    Ich bin - im Gegensatz - sehr unabhängig groß geworden. Auch wäre es für mich kein Problem, wenn der Mann weniger verdienen würde. Ich finde auch nicht, dass der Mann für eine Frau "sorgen" muss.


    Nun frage ich mich aber - wieso funktionieren solche Ehen, wie von meinen Eltern, super, und unabhängige Frauen wie ich, haben Probleme einen Partner zu finden ???

  • 140 Antworten

    Ich denke, dass jeder der Partner im Zweifel in der Lage sein sollte, den anderen + die Kinder bzw. das bisherige Leben eine Zeit lang alleine zu versorgen. Wenn alles nur von einem abhängt, ist das ungesund, egal, ob Mann oder Frau.


    Auch muss man das klassische Bild differenzierter sehen,


    z.B. hat mein Großvater super verdient, aber das Geld zusammengehalten, den Haushalt, das Familienunternehmen gemanaged, hat meine Oma, die zu Hause geblieben ist.


    Es nutzt nichts, wenn einer das Geld bringt, aber der andere sich nicht drum kümmert - das klappt nicht, das weiß jeder, der einen Haushalt führt. Insofoern ist der, der das Geld managed und ausgibt für die Familie genauso wichtig, das ist auch eine Form von:


    alles für den Mann tun.


    Ich selbst kenne viele Fälle, da verdienen die Männer super, aber können zumindest für den Haushalt nicht damit umgehen, das macht die Frau.


    Dass ein Mann eine Frau nach Hause bringt, sollte nicht immer so sein, aber Männer sind nun mal stärker und nicht so die Zielscheibe wie Frauen, die alleine unterwegs sind. Darauf sollte man schon etwas schauen,


    mein Mann möchte zm Beispiel auch nicht, dass ich nach 11 noch alleine mit dem Hund rausgehe, ich habe das immer abgetan, Emanzipation und so, aber vor einigen Jahren wurde dnan tatsächlich auf meiner Stammstrecke abends um 11 eine Frau vergewaltigt - Hund war auch dabei.


    Wir haben auch eine Endteenie-Tochter, die wir abends oder nachts vom Bahnhof vom Feiern abholen, nicht nur als Kind, sondern auch als gestylte junge Frau mit langen Haaren und 50 kg. Ihr neuer, nun erster Freund hat ein Auto und mein Mann würde ihn echt killen, wenn er unsere Tochter abends dann quer durch die Stadt alleine mit den Öffis wieder nach Hause lassen würde.

    Zitat

    Nun frage ich mich aber - wieso funktionieren solche Ehen, wie von meinen Eltern, super, und unabhängige Frauen wie ich, haben Probleme einen Partner zu finden ???

    ich glaube,


    man muss flexibel sein.


    Neulich war hier ein posting von jemanden, sie war schwange. Aber das bedeutete Geldknappheit, Ausbildungsverlust, ... das ganze Programm.


    Der Vater des Kindes wollte, dass sie zu ihm zieht, gemeinsamer Haushalt, sie bleibt zu Hause, klassisch, er kümmert sich um sie und Kind. Und sie wollte nicht, weil unabhängig etc.., diese Form von Beziehung will sie nicht.


    Schon aus Prinzip nicht. Klar, dass es dann nicht funktioniert... es sagt doch aber keiner, dass die Rollen in 10 Jahren nicht umgedreht wären, er wird arbeitslos, krank....


    und dann ist sie dran mit Versorgung. Es muss nicht von Anfang an alles diesbezüglich perfekt sein, das Leben/die Beziehung ist lang und man muss sich den Ball hin und her werfen und langfristig zusammen (!) planen.

    Zitat

    Möchte ein Mann, der eine Frau liebt, für sie sorgen können?

    Wenn ein Mann das möchte, dann ist das okay. Problematischer würde ich es sehen, wenn man "möchte" durch "muss" ersetzen würde. Dann ein sicheres "Nein" von mir (auch zur umgekehrten Richtung ;-) )


    Als ich meine Frau kennen lernte, hatten wir beide jeweils unser eigenes Leben. Das ist auch nach der Hochzeit noch so, wir leben unsere Leben eben nur zusammen. Auf keinen Fall leben wir ein gemeinsames Leben. Und das eben auch in finanzieller Hinsicht!

    Zitat

    Nun frage ich mich aber - wieso funktionieren solche Ehen, wie von meinen Eltern, super, und unabhängige Frauen wie ich, haben Probleme einen Partner zu finden ???

    Ich denke deine Fragestellung ist nicht so allgemein gehalten, wie du es gerne versuchst weiszumachen.


    Es geht dir im Grunde doch um diesen einen Punkt, den ich zitiert habe, oder?


    Und da gibt's keine allgemengültige Antwort.


    Da müssten wir mehr über dich persönlich wissen, dich kennenlernen sogar um dir zu sagen, warum du keinen Partner findest.


    Das kann viele Ursachen haben, eventuell nehmen dich andre Menschen (Männer) anders wahr als du dich wahrnimmst.


    Eventuell bist du schüchtern und es fällt dir schwer Gespräche aufrecht zu erhalten...oder du packst Männer, in die Friendzone und umgekehrt.


    Man muss einige Frösche küssen um den Prinzen zu bekommen.


    Und ja es wird auch heute noch Männer geben, die das Lebensmodell deiner Eltern bevorzugen. Es gibt aber mindestens genauso (oder eher mehr), die möchten, dass die Partnerin unabhängig ist.


    Die Story deiner Eltern ist eben ein Beispiel, dass du direkt mitbekommen hast.


    Startest du eine Umfrage mit weiteren 1000 Menschen, bekommst du nochmal 1000 andere Lebensmodelle.

    Zitat

    Nun frage ich mich aber - wieso funktionieren solche Ehen, wie von meinen Eltern, super, und unabhängige Frauen wie ich, haben Probleme einen Partner zu finden ???

    Das liegt wohl eher an dir und nicht an deiner "Unabhängigkeit". Ich verdiene mehr als mein Mann und bin seit mehr als 11 Jahren sehr glücklich mit ihm.


    Wie glücklich eine Ehe ist hängt von den einzelnen Menschen ab und nicht davon welches Rollenmodell gewählt wurde - Hauptsache beide identifizieren sich damit und sind zufrieden.


    (BTW. Früher waren Frauen- grad zu Omas Zeiten- immer komplett abhängig von ihren Männern, Scheidungen waren verpönt. Daher war die Zahl selbiger deutlich geringer. Ob es jetzt erstrebenswert ist totunglücklich aufgrund finanzieller Abhängigkeit bei seinem Partner zu bleiben kann jeder für sich selbst entscheiden....)

    Zitat

    Nun frage ich mich aber - wieso funktionieren solche Ehen, wie von meinen Eltern, super, und unabhängige Frauen wie ich, haben Probleme einen Partner zu finden ???

    Nun ja. In erster Linie ist es wohl eine Frage/Antwort der Persönlichkeit. Es ist auch eine Frage der persönlichen Avancen der Partner. Und: Entweder halten Beziehungen, oder sie gehen zu Bruch. Also unabhängig deiner vorgegebenen Parameter. Vergleiche zu deinen Prioritäten zu ziehen funktionieren also nicht. Sie können nicht funktionieren, weil Beziehungen aus einer nicht zu berechnenden Chaossuppe entstehen. Erst im Laufe einer Beziehung lösen sich bestimmte Strömungen auf und werden zu einem ruhigeren Fluss.

    Der Dreh- und Angelpunkt sind meist die Kinder. Will man/frau trotz Kinder weiter/wieder arbeiten, muss Betreuung her. Wenn es diese gibt (ist nicht überall der Fall!) kostet diese Betreuung aber auch Geld, nicht selten so viel, dass ein Gehalt dafür draufgeht, vor allem, wenn es zwei oder mehr Kinder sind. Wozu also arbeiten, wenn es nicht der Selbstverwirklichung dient oder man nach den Erziehungsjahren wieder einsteigen möchte? Da kann eine(r) gleich zu Hause bleiben, da hat die Familie mehr davon. Wenn mindestens einer von beiden aber die "serielle Monogamie" bevorzugt, klappt das Ernährermodell auch nicht. Dann lieber keine Kinder anschaffen.

    Warum die Ehe deiner Eltern super funktioniert, kann dir kein Mensch sagen. Ich kenne auch sehr viele langjährige Ehen, wo die Partner nur nebeneinander herleben und sich zu Tode langweilen oder man sich einfach fügt: Einer hat das Sagen, der Andere schweigt oder übernimmt seine Meinung.


    Heutzutage möchten Frauen allerdings viel unabhängiger sein und viele Männer können und wollen auch im Haushalt anpacken.


    Ich unterhalte mich öfters mit Männern und da ist der Tenor eindeutig: sie legen heutzutage schon Wert darauf, daß eine Frau auch einen Beruf ausübt.

    Zitat

    ist der Meinung, dass ein Mann, der einen liebt, automatisch auch die Frau finanziell "versorgen" möchte. Im Gegenzug tut die Frau dann aber auch alles für den Mann, damit es ihm gut geht.

    Kann man machen, muss man aber nicht. Mir macht es Spass eine Frau die ich liebe zu versorgen, aber ich muss es nicht haben. Mir würde es auch Spass machen versorgt zu werden und dafür mehr Zeit zu haben um Frau zu verwöhnen.


    Schade finde ich, dass diese "Hingabe" der/des Versorgten heute von vielen Frauen in unserem Kulturkreis als etwas Negatives angesehen wird, dass man unbedingt arbeiten oder Karriere machen soll. Ich hätte es schöner gefunden, wenn es stattdessen mehr versorgte umsorgende Hausmänner gegeben hätte.

    Zitat

    Meine Mutter ist der Meinung, dass ein Mann, der einen liebt, automatisch auch die Frau finanziell "versorgen" möchte.

    Mit Liebe hat diese Vorstellung eher weniger zu tun, eher mit einer sehr alten traditionellen Vorstellung, wie eine Parterschaft "zu sein hat".


    Ich habe lieber eine unabhängige Frau und keine abhängige Dienerin und ich kenne genügend Männer, die sehr ähnlich denken. Ich benötige keine Frau, die für mich kocht, Wäsche wäscht oder saubermacht ... - wenn man diese Aufgaben gemeinsam aufteilt, gewinnt man mehr gemeinsame Zeit.


    Finanzielle Abhängigkeit der Frau vom Mann macht sie auch stark von der Beziehung abhängig- sie könnte sich nicht einfach ohne größere Einbußen von ihrem Mann trennen, wenn sie feststellt, dass die Beziehung schlecht funktioniert. Auch im Falle des Todes des Mannes oder im Rentenalter würde es schwerwiegende finanzielle Einbußen nach sich ziehen. Die finanzielle Absicherung über den Mann und keine eigene finanzielle Absicherung ist ein schwerwiegender Einschnitt in die Freiheit einer Frau. Das mag manchmal gut gehen- wenn nicht, dann fangen wirklich ernsthafte Probleme an.


    Mitunter könnte der Mann als Geldgeber auch die Frau einfach durch eine neue jüngere austauschen- Was dann für die Frau?

    also wir haben das auch über 25jahre so traditionell gehalten.....und es war gut so.....ich habe nicht schlecht verdient und meine frau war zu hause bei den kindern.....sie sind in keinem hort und bei keiner tagesmutter aufgewachsen....und man kann sagen, was man will-aber das prägt die kinder fürs spätere leben..... :-X


    und ich würde es wieder so machen-und meine frau auch.... :)z

    Zitat

    Mitunter könnte der Mann als Geldgeber auch die Frau einfach durch eine neue jüngere austauschen- Was dann für die Frau?

    Ok. Man könnte (man beachte den wohlgesetzten Konjunktiv) auch ein Fass 'Worst Case' über der Welt auskippen und so sämtliche Argumente ad absurdum führen, wäre da nicht ein gewisses Maß an Entscheidungsfreiheit. Man stelle sich nur vor, einer der Partner stürbe unverhofft an einem Metheoriten-Einschlag. Was dann? Fragen über Fragen...

    Es gibt nicht DEN Mann und DIE FRAU. Es gibt Männer, die wollen das gern so und es gibt welche (meines Erachtens mittlerweile der größere Teil), die das nicht wollen.


    Es gibt glückliche traditionelle Ehen und unglückliche. Es gibt glückliche Ehen, wo beide arbeiten und unglückliche. Es gibt für alles Beispiele und Gegenbeispiele. Es wird niemals DAS eine Modell geben. Jeder bzw. jedes Paar muß sein eigenes Modell finden. Gemeinsam.

    Dieses Rollenmodell "Mann versorgt die Familie finanziell und die Frau kümmert sich im Gegenzug um Haus/Hof und die Familie ist einach veraltet und heute oft einfach gar nicht mehr möglich. Die wenigsten Menschen verdienen soviel Geld, dass man davon allein eine Familie ernähren könnte. Naja, ernähren vielleicht, aber ohne jeglichen Luxus. Und mit Luxus meine ich jetzt nicht einmal den jährlichen Sommerurlaub, sondern viel banalere Dinge.


    Davon ab, möchte ich als Frau meine Unabhängigkeit nicht missen und finde es toll, dass ich mein eigenes Geld verdiene und für mich selbst sorgen kann.


    Das heißt ja nicht, dass man sich in einer Beziehung nicht gegenseitig unterstützt, nicht füreinander sorgt und man nebeneinander her lebt. Für mich ist es in einer Beziehung natürlich schon wichtig, dass ich mich auf meinen Partner verlassen kann. Aber.. das muss er anders herum auch von mir als Frau erwarten dürfen. Egal in welcher Hinsicht, ob emotional oder auch finanziell wenn es hart auf hart kommt.

    Snoeffi


    Wie handhabst Du/Ihr das konkret? Es stimmt, gerade im Osten sind die Gehälter oftmals so niedrig, dass beide arbeiten müssen. Dafür siehts aber im Osten (traditionell bedingt) mit der Kinderbetreuung etwas besser aus.

    @ chriecharlie

    Zitat

    mein Mann möchte zm Beispiel auch nicht, dass ich nach 11 noch alleine mit dem Hund rausgehe, ich habe das immer abgetan, Emanzipation und so, aber vor einigen Jahren wurde dnan tatsächlich auf meiner Stammstrecke abends um 11 eine Frau vergewaltigt - Hund war auch dabei.


    Wir haben auch eine Endteenie-Tochter, die wir abends oder nachts vom Bahnhof vom Feiern abholen, nicht nur als Kind, sondern auch als gestylte junge Frau mit langen Haaren und 50 kg. Ihr neuer, nun erster Freund hat ein Auto und mein Mann würde ihn echt killen, wenn er unsere Tochter abends dann quer durch die Stadt alleine mit den Öffis wieder nach Hause lassen würde.

    Das ist echt süß und sehr aufmerksam! Heutzutage bringt leider kaum mehr ein Mann eine Frau nach einem Date nach Hause sondern höchst zur Bushaltestelle...tja, falsch verstandene Emanzipation. Aber andererseits - verlangen tut man das ja auch nicht als Frau. Dann bezahle ich mir halt lieber ein Taxi ;-)

    Zitat

    aber das prägt die kinder fürs spätere leben

    Inwiefern???

    Zitat

    Nun frage ich mich aber - wieso funktionieren solche Ehen, wie von meinen Eltern, super, und unabhängige Frauen wie ich, haben Probleme einen Partner zu finden

    Ich kenne keine einzige Ehe, die nach dem Rollenmodell deiner Eltern funktioniert. Selbst meine inzwischen über 80jährige Mutter war bereits berufstätig, ich seit 35 Jahren ebenso und meine Töchter auch.


    Warum Du keinen passenden Mann findest, keine Ahnung. Wir "hier" kennen ja deine genauen Umstände nicht.

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