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    Das ist doch einfach nur undifferenziertes Schwarz-Weiß-Denken. Dass jeder auch für sich selbst sorgen könnte und nicht abhängig ist bedeutet in keinster Weise, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht und man nebeneinander herlebt. Das lässt sich beides wunderbar vereinen. Wer zusammenbleibt, obwohl sie keine Abhängigkeiten aneinander binden, kann sich deutlich sicherer sein, dass das was einen da verknüpft 'ehrlich' ist, man sich zusammenhörig gefühlt und ein gemeinsames Leben führen will (nicht nicht muss, weil eine Trennung zu teuer und unkomfortabel wäre.......)

    Ich versuche mir gerade vorzustellen, ich wäre mit einer Frau zusammen, die mir mitteilt, daß sie unbedingt erwerbstätig sein möchte um finanziell unabhängig von mir zu sein, falls ich sie morgen für eine andere sitzenlassen würde. Mit Verlaub, aber unter solchen Vorzeichen wäre es für mich generell unmöglich überhaupt eine Partnerschaft zu führen.


    Meiner Meinung nach gehören Abhängigkeiten einfach automatisch zu einer Partnerschaft dazu. Alleine schon die Tatsache, daß man den Partner wirklich innig und von Herzen liebt, schafft eine emotionale Abhängigkeit, insofern man sich ein glückliches Leben ohne diesen Menschen gar nicht mehr vorstellen kann.


    Je intensiver die Partnerschaft und je enger die beiden Leben zu einem gemeinsamen Leben verwoben ist, desto größer sind automatisch auch die Abhängigkeiten voneinander, z.B. wenn man Familie mit Kindern gegründet hat oder wenn man sich irgendetwas über Jahre hinweg zusammen aufgebaut hat.


    Will man absolute Unabhängigkeit, müßte man wohl einfach für immer allein bleiben.

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    Ich denke in einer Partnerschaft schafft man sich gemeinsam etwas und baut sich zusammen eine Zukunft und ein Leben auf.

    klingt alles super, solang es ein "Wir" gibt.


    Aber spätestens, wenn das"wir gemeinsam" in "ich alleine" umschwenkt,wird es für die Frau am Herd echt eng ]:D :=o :=o zumindest finanziell.

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    Ich versuche mir gerade vorzustellen, ich wäre mit einer Frau zusammen, die mir mitteilt, daß sie unbedingt erwerbstätig sein möchte um finanziell unabhängig von mir zu sein, falls ich sie morgen für eine andere sitzenlassen würde. Mit Verlaub, aber unter solchen Vorzeichen wäre es für mich generell unmöglich überhaupt eine Partnerschaft zu führen.

    Fettdruck von mir - und das habe ich nicht geschrieben. Du kannst auch vor ein Auto laufen oder sonstwas erleiden.

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    Meiner Meinung nach gehören Abhängigkeiten einfach automatisch zu einer Partnerschaft dazu. Alleine schon die Tatsache, daß man den Partner wirklich innig und von Herzen liebt, schafft eine emotionale Abhängigkeit, insofern man sich ein glückliches Leben ohne diesen Menschen gar nicht mehr vorstellen kann.

    Das stimmt natürlich, wenn es in gesundem Rahmen bleibt. Aber es ging ja eher um finanzielle und materielle Abhängigkeit.

    PS: "absolute Unabhängigkeit" wird nie irgendein Mensch haben. Aber auch hier verfällst du in Schwarz-Weiß-Denken. Nur weil man nicht absolut unabhängig ist, muss man nicht gleich komplett abhängig sein.

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    Das stimmt natürlich, wenn es in gesundem Rahmen bleibt. Aber es ging ja eher um finanzielle und materielle Abhängigkeit.

    Naja, ich sage doch nicht, daß eine Frau am besten eine Analphabetin ohne Schulabschluß und Berufsausbildung sein sollte, die absolut unfähig wäre irgendwie auf eigenen Füßen zu stehen, wenn es denn so sein müßte.


    Es geht mir mehr um ein:"Mache Dir darum keine Sorgen, ich übernehme das für uns und versorge unsere Familie schon, darum brauchst Du Dich nicht zu kümmern." Die Familie nach außen hin abzusichern, der Frau die Last und Bürde des Broterwerbs abzunehmen und ihr da einfach Sicherheit und Geborgenheit zu geben, sodaß sie sich in Ruhe z.B. um die Kinder kümmern kann.

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    ch übernehme das für uns und versorge unsere Familie schon, darum brauchst Du Dich nicht zu kümmern." Die Familie nach außen hin abzusichern, der Frau die Last und Bürde des Broterwerbs abzunehmen und ihr da einfach Sicherheit und Geborgenheit zu geben, sodaß sie sich in Ruhe z.B. um die Kinder kümmern kann.

    Es soll Frauen geben, die darauf keinen großen Wert legen, vielmehr das sogar als Anmaßung betrachten. Nicht alle Menschen gehen nur aus finanziellem Interesse arbeiten.

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    Ja. Aber was, wenn du mal nicht mehr all das leisten kannst?

    dann hat man eine neue Situation und in die muss man sich dann reinfinden. Wie Nostalgiker sagt, es ist ja gar nicht die Frau gemeint, die den ganzen Tag zu Hause RTL schaut und nicht 1+1 zusammen zählen kann.


    Ich konnte sofort nach unserer Trennung für mich und unsere Kinder sorgen, finanziell, wäre unsere Ehe nicht kaputt gegangen, sondern mein Mann durch einen Unfall oder ähnliches erwerbsunfähig geworden, dann hätten wir die Rollen tauschen müssen. Das wäre uns sicher beiden sehr schwer gefallen, aber es wäre gegangen.


    Also die Schwarz-Weiß-Malerei, Frau bleibt zu Hause weil Mann sie versorgen möchte und Frau sich um den Rest kümmern möchte= Frau ist unfähig Geld zu verdienen und ist bei einer Trennujng hilflos, die sehe ich eher bei dir mnef

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    Ich konnte sofort nach unserer Trennung für mich und unsere Kinder sorgen

    Das klappt aber in sehr vielen Fällen nicht so einfach. Viele Menschen, die z.B. 20 Jahre aus ihrem Beruf raus sind, finden in ihrem erlernten/studierten Beruf nie wieder einen Einstieg.

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    Das klappt aber in sehr vielen Fällen nicht so einfach. Viele Menschen, die z.B. 20 Jahre aus ihrem Beruf raus sind, finden in ihrem erlernten/studierten Beruf nie wieder einen Einstieg.

    Das ist in einigen Berufen schon nach drei Jahren schwierig und bedarf oftmals einer erneuten Ein- oder Unterweisung in die Veränderungen. Und wer sagt denn das man sich nur versorgen kann, wenn man in seinen Beruf zurück geht?


    Das Zauberwort für mich heisst "Flexibilität". Und die ist in der heutigen Zeit mehr denn je gefordert, mMn. Und das gilt für Männer und Frauen. Wer das Glück hat sein Leben so zu führen wie es dem Naturell entspricht und sich das im Miteinander spiegelt bzw. ergänzt, ist doch auch ok. Über die evtl. Veränderungen die sich im Laufe eines Lebens ergeben können, kann und sollte man sich erst dann den Kopf zerbrechen wenn es so weit ist. Natürlich wäre es Ideal sich über die gravierenden Einschnitte, die sich dadurch ergeben könnten, schon vorher mal ein paar Gedanken macht. Ob alles immer so reicht oder richtig ist im Falle eines Falles, steht trotzdem auf einem anderen Blatt.

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    Ist es nicht egal, ob er es sein möchte? Es ist doch nur entscheidend, ob seine Frau sich in der Rolle wohlfühlt und sie sich freiwillig dafür entschieden hat?

    Das ist natürlich prinzipiell richtig. Allerdings schwingt ja in dem von mir zitierten Beitrag eine eindeutige Wertung mit:

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    das traurige ist nur, dass sich immer mehr frauen nur über ihre arbeit identifizieren können und sich fast schämen würden, "nur" hausfrau zu sein.....dabei ist das der verantwortungsvollste fulltime-job überhaupt......wenn man ihn ernst nimmt....


    ist doch viel einfacher, irgendwo ein paar fetzen zu verkaufen und stolz zu behaupten, man steht mitten im leben-und die kinder sind eben viel sich selbst überlassen-denn um alles kann man sich ja beim besten willen nicht kümmern.... :-X

    Das wertet eindeutig Frauen ab, die berufstätig sein möchten, so dass eine entsprechende Erwartungshaltung vorhanden ist. Und da frage ich mich dann eben schon, ob man selbst auch dazu bereit wäre und, wenn nein, warum nicht.

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    Ich versuche mir gerade vorzustellen, ich wäre mit einer Frau zusammen, die mir mitteilt, daß sie unbedingt erwerbstätig sein möchte um finanziell unabhängig von mir zu sein, falls ich sie morgen für eine andere sitzenlassen würde. Mit Verlaub, aber unter solchen Vorzeichen wäre es für mich generell unmöglich überhaupt eine Partnerschaft zu führen.

    Das ist doch total polemisch. Vielmehr wäre es für mich befremdlich, wenn ich meinem Partner überhaupt mitteilen müsste, dass ich erwerbstätig sein möchte - und das auch noch entsprechend begründen soll. Das ist hier einfach völlig selbstverständlich. Genauso selbstverständlich ist es aber auch für ihn, dass ich nicht sofort nach Wegfall des Elterngeldes wieder arbeiten gehen muss, sonder, wenn ich das dann möchte, auch länger zu Hause bleiben kann.


    Ich halte ihm nicht vor, dass er mich morgen für einen andere verlässt. Aber wir sind Beide realistisch genug, dass es bei aller vorhandenen Liebe auch zu einer Trennung (oder wie bereits erwähnt Krankheit, Todesfall) kommen kann. Und vielleicht kann diese im Fall der Fälle leichter und friedlicher vollzogen werden, wenn keine allzu großen finanziellen Abhängigkeiten im Spiel sind.

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    Meiner Meinung nach gehören Abhängigkeiten einfach automatisch zu einer Partnerschaft dazu. Alleine schon die Tatsache, daß man den Partner wirklich innig und von Herzen liebt, schafft eine emotionale Abhängigkeit, insofern man sich ein glückliches Leben ohne diesen Menschen gar nicht mehr vorstellen kann.


    Je intensiver die Partnerschaft und je enger die beiden Leben zu einem gemeinsamen Leben verwoben ist, desto größer sind automatisch auch die Abhängigkeiten voneinander, z.B. wenn man Familie mit Kindern gegründet hat oder wenn man sich irgendetwas über Jahre hinweg zusammen aufgebaut hat.


    Will man absolute Unabhängigkeit, müßte man wohl einfach für immer allein bleiben.

    Emotionale Abhängigkeit ist aber auch nicht gesund und für mich nicht gleichbedeutend mit inniger Liebe. Natürlich, völlige Unabhängigkeit hat man in einer Beziehung wohl nicht mehr. Dennoch würde ich nicht sagen, dass ich von meinem Partner abhängig bin. Denn ja, ich möchte nicht ohne ihn leben. Aber ich könnte. Und das ist mir - und ihm - sehr wichtig.

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    Also die Schwarz-Weiß-Malerei, Frau bleibt zu Hause weil Mann sie versorgen möchte und Frau sich um den Rest kümmern möchte= Frau ist unfähig Geld zu verdienen und ist bei einer Trennujng hilflos, die sehe ich eher bei dir mnef

    Das kannst du aber nur sehen, wenn du Dinge in meine Beiträge liest, die dort nicht stehen. Von Hilflosigkeit war nie die Rede. Weshalb auch?


    Dass man nach (Achtung, Beispiel) als 50-jährige nach 30 Jahren außerhalb des Berufes nur sehr schwer in einen Beruf reinfindet, der ohne das Einkommen des Mannes (nochmal: Das muss nicht aufgrund von Trennung wegfallen) ersetzt und den gewohnten Lebensstandard auch nur annähernd halten kann, ist nunmal so.

    Ich sehe das so, dass wenn "man" sich liebt, "man" auch für den anderen sorgen möchte. Für mich gehört dazu, dass beide Geld verdienen, aber auch beide Wäsche machen oder die Spülmaschine ausräumen.


    Wir fühlen uns mit einem 50/50-Lebensentwurf am wohlsten, was sicher auch damit zu tun hat, dass wir eine ähnliche Qualifikation haben und in etwa gleich viel verdienen. Für unser Kind sorgen wir auch gemeinsam und es ist uns sehr wichtig, dass mein Mann kein "Frühstück- und Wochenendpapa" ist.


    Ich bin keine geborene Hausfrau so wie mein Mann auch kein geborener Hausmann ist. Wir machen das, was nötig ist und die Wohnung sieht zwar nicht aus wie geleckt, aber es ist zumindest sauber.