Möchte mich trennen, es scheitert am Geld

    Liebe Community,


    ich möchte mich kurz fassen. Bin mit meinem Freund knapp 6 Jahre zusammen, wir wohnen auch fast von Beginn an zusammen, haben alles geteilt, was in unserem Besitz ist (also Hälfte/Hälfte bei jeder Anschaffung). Ich möchte mich jetzt trennen, hab gekämpft und verloren und bin komplett überfordert. Als wäre die Entscheidung für die Trennung nicht schon schwer genug, muss ich mich jetzt auch noch mit logistischen und finanziellen Hürden auseinandersetzen, die mir die Trennung quasi unmöglich machen, ich aber auch nicht nur deshalb hier bleiben möchte (logischerweise).


    Allgemein: Ich bin Studentin, finanziere mir mein Leben selbst, von daheim bekomme ich keine Unterstützung (ist finanziell einfach nicht drin, daher brauch ich da auch jetzt nicht drauf bauen). Habe auf meinem Sparkonto aktuell 450€, was noch nichtmals für die Kaution einer neuen Whg reichen würde. Ich kann nicht wieder daheim einziehen, wohne 600km von zu Hause entfernt. Freunde wohnen alle in WGs, dort ist kein Platz für mich. Nachdem wir alle Anschaffungen geteilt haben und mein Freund die Trennung nicht möchte, gibt es um jedes einzelne Teil Streit. Natürlich haben wir nach 6 Jahren von den meisten Dingen keine Rechnungen mehr, allerdings ist eh alles schon sehr abgewohnt und kaum mehr was wert. Wir kommen auf keinen Nenner, wie wir das aufteilen sollen. Jeder möchte natürlich die Möbel behalten, das Sofa ist ja noch gut, wenn auch vermutlich keine 100 Euro mehr wert. Ein neues kostet dann natürlich gleich mal wieder ordentlich mehr.


    Der Wohnungsmarkt ist das nächste Problem. Ich bin bereits Ende 20, habe zwei WG Erfahrungen hinter mir und schließe das kategorisch für mich aus. Lieber hab ich meine eigene kleine Wohnung, sollte es auch nur ein Zimmer sein, damit kann ich leben, solange ich hier raus komme. Allerdings beginnen auch diese bei knapp 400€ Miete -dazu möchte ich sagen, dass ich für meine beiden WG Zimmer auch jeweils 350€ gezahlt habe damals (die 400 kann ich grad noch stemmen mit meinem Gehalt), das Problem ist eher, dass ich mir die Kaution nicht leisten kann. 3 BruttoMM, das sind 1200€. Wie gesagt, auf meinem Sparkonto hab ich 450€, thats it. Kaution gibts von der alten Whg natürlich wieder, allerdings gibts diese erst nach Monaten zurück und deckt außerdem 1200€ nicht ab (haben wir uns auch geteilt, d.h. die Hälfte gehört ihm). Und einem potenziellen Vermieter zu sagen, dass man die Kaution erstmal nicht blechen kann - da ist einem der Mietvertrag bestimmt sicher ;-)


    Ich bin echt am Ende.. Ich möchte nicht mehr hier bleiben. Aber ein Auszug stellt mich vor Hindernisse, bei denen ich nicht weiß, ob ich sie überwinden kann. Bei allem, was anfiel, sei es wohnungstechnisch irgendwas reparieren, oder umziehen, was bohren.. das hat alles Freunds Familie erledigt. Wenn ich ausziehe, hab ich niemanden, der mir hilft. Wie soll ich denn alleine einen kompletten Hausstand von A nach B bewegen? Ich hab ja nicht mal Geld für einen Transporter. Für ein Sofa braucht man schon mindestens zwei starke Männer (und einen Transporter..) Ich hab hier drei Freundinnen, die aber über den Sommer nicht mal im Land sind. Ich bin komplett auf mich allein gestellt und alles überfordert mich. Noch dazu kommt natürlich der emotionale Aspekt, den ich hier jetzt nicht geschildert habe. Es ist schon furchtbar genug, wenn die Beziehung nach 6 Jahren in die Brüche geht, wenn das logistische Drumherum dann auch noch so nervenaufreibend ist, lässt einen das schon ziemlich verzweifeln :°(

  • 27 Antworten

    Bafög Anspruch?


    Möglichkeit, zumindest vorübergehend in einem Studentenwohnheim unterzukommen?


    Doch in WG einziehen? Wenn man kein Geld hat, kann man halt nicht die schönste Option wählen...

    Kannst du dir einen kleinen Kredit nehmen? Oder in den sauren Apfel beißen, dir etwas dazu verdienen und es auf die Seite legen. Für die Kaution gibt's zur Not Kautionsversicherungen und die wenigen Möbel macht dir eine Umzugsfirma. Ich hab bei meinem Umzug von einem Haus in eine Wohnung gerade mal 160,- bezahlt, das war also auch nicht die Welt. Studentenwohnheim und WG wurden bereits genannt.

    Zuerst mal: Keep cool ;-)


    Zur Logistik: Eure Uni hat doch bestimmt auch diverse FB-Gruppen oder so, oder? Da kann man auch mal einfach locker reinschreiben, ob jemand beim Umzug helfen kann/will gegen Verpflegung/Kekse oder so.


    Was heißt, deine Mädels sind nicht im Land? Richtig Erasmus oder nur bei der Familie?


    Ansonsten hätte ich auch auf Bafög verwiesen, das Studentenwohnheim vorgeschlagen, oder, wenns wirklich gar keine andere Möglichkeit gibt, halt in den sauren Apfel beißen und doch ne WG suchen...

    Ich arbeite ja bereits nebenbei. Mehr krieg ich mit Uni kaum auf die Reihe (mache 20 Std pro Woche). Baföganspruch hab ich keinen. Zimmer im Studiwohnheim kosten hier auch ab 300€, WGZimmer wie gesagt um die 350. Es ist alles so teuer %:| Würd ich denn einen Kleinkredit überhaupt bekommen? Ich steige monatlich quasi mit 0 aus.

    Das mit der Uni-Gruppe fürs Umzughelfen ist ne gute Idee. Danke @:) Nen Kasten Bier hab ich leichter spendiert, als 160€ für ein Unternehmen. Wobei das dann auch ne Möglichkeit wäre, wenn das nicht so extrem teuer ist. Wobei mir im Moment halt auch schon 20 Euro weh tun. Bin echt pleite, hatten neulich auch noch ne hohe NK-Nachzahlung.. läuft alles suboptimal.

    Ich bin damals von heute auf morgen in ein winziges, möbliertes Appartement mit Küchenzeile gezogen. Dazu brauchte ich nicht mehr als einen Koffer voll Kleidung und Papiere. Es war auch bezahlbar. Alles andere kam später, und ich kann dich nur ermutigen: Irgendwie gehts nach dem Sprung ins Leere immer weiter.

    Zitat

    Baföganspruch hab ich keinen

    warum nicht? Notfalls müssen halt Deine Eltern einspringen, dazu sind die gesetzlich verpflichtet, sofern es sich bei Dir um eine berufliche Erstausbildung handelt.

    Weil es bereits meine zweite Ausbildung ist. Meine Eltern haben mir lang ausgeholfen, durch unglückliche Umstände ist kaum noch Geld übrig, jetzt kommen sie grad selbst so über die Runden.

    Gibt es angrenzende Dörfer mit guter Busverbindung? Dort ist es meist ein wenig günstiger und auch mal ein kleines Zimmer im Dach vorhanden.


    Ansonsten wegen der Kaution würde ich nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Eine Freundin von mir ist gerade erst umgezogen und der Vermieter meinte von sich aus, dass die Kaution vom letzten Vermieter sicher erst noch kommt. Er hat ihr so lange Zeit gelassen.


    In unserer jetzigen Wohnung hätten wir die Kaution auch in Raten zahlen können. Kam auch als Angebot vom Vermieter.


    Die Vermieter wissen heut zu Tage auch, dass bei einer Studentin nicht das Geld vom Himmel regnet.

    Zitat

    Notfalls müssen halt Deine Eltern einspringen, dazu sind die gesetzlich verpflichtet, sofern es sich bei Dir um eine berufliche Erstausbildung handelt.

    Meines Wissens aber auch nur bis dem 25 LJ.

    Also eine Kaution, kannst du durch eine Kautionsbürgschaft sicher stellen.


    https://www.mietkautionsbuergschaft.eu/news/mietkaution-ohne-schufa/?network=g&keyword=mietkautionsversicherung%20ohne%20schufa&creative=48248825860


    Das habe ich auch so gemacht.


    Dann bei Facebook mal in deinem Wohnort nach Gruppen suchen, die Möbel verschenken.


    Dort habe ich mir auch vieles zusammen gesucht.


    Dann einen Aushang in der Uni an mehreren Stellen machen, dann bekommst du vielleicht ein günstiges Zimmer. Nicht den Kopf hängen lassen, es geht immer weiter ...


    Schau in die lokale Zeitung, manchmal beinten auch Menschen ihre Wohnung zur Untermiete an, die voll möbliert sind, weil die für längere Zeit im Ausland leben.


    Einfach Aushänge machen, wo es nur geht: Uni, Geschäfte, Einrichtungen usw.


    Ich wünsche dir viel Kraft. :)_

    Also eine Kaution, kannst du durch eine Kautionsbürgschaft sicher stellen.


    https://www.mietkautionsbuergschaft.eu/news/mietkaution-ohne-schufa/?network=g&keyword=mietkautionsversicherung%20ohne%20schufa&creative=48248825860


    Das habe ich auch so gemacht.


    Dann bei Facebook mal in deinem Wohnort nach Gruppen suchen, die Möbel verschenken.


    Dort habe ich mir auch vieles zusammen gesucht.


    Dann einen Aushang in der Uni an mehreren Stellen machen, dann bekommst du vielleicht ein günstiges Zimmer. Nicht den Kopf hängen lassen, es geht immer weiter ...


    Schau in die lokale Zeitung, manchmal beinten auch Menschen ihre Wohnung zur Untermiete an, die voll möbliert sind, weil die für längere Zeit im Ausland leben.


    Einfach Aushänge machen, wo es nur geht: Uni, Geschäfte, Einrichtungen usw.


    Ich wünsche dir viel Kraft. :)_

    Ich würde empfehlen im Vorfeld die verwaltungstechnischen Voraussetzungen abzuprüfen.


    https://www.jobruf.de/studium_ratgeber/studienfinanzierung/wohngeld_fuer_studenten.html


    Wie groß darf die Wohnung/das Zimmer sein, um Wohngeld berechtigt zu sein.


    In den meisten Städten gibt ehrenamtliche Helfergemeinschaften für allgemein praktische Lebenshilfe, zu denen auch ein Umzug gehört.


    https://www.studenten-vermittlung.com/preise-umzugsfahrzeug


    https://www.studenten-vermittlung.com/umzugshelfer


    Es gibt auf dieser Plattform auch einen Live-Chat, sodass Du Dich dort nach Teil-Leistungen oder ähnlichem erkundigen kannst.


    Eventuell kommt auch eine möbilierte Vermietung in Frage, die es in größeren Studentenstädten gibt.


    Studentenspecial LKW: Jetzt günstig Mercedes Benz Vito oder Transporter mieten


    Im attraktiven LKW Studenten Special mieten Studenten bei Sixt einen Transporter schon ab €59,-* pro Tag. Mit dem Mercedes Benz Vito oder dem Mercedes Benz Sprinter stehen Ihnen attraktive Modelle für Ihren Umzug oder Ihre Transportfahrt zur Verfügung. Die Anmietung eines LKW kann für Studenten natürlich auch als Einwegmiete geschehen. LKW stehen Ihnen bei Sixt an Stationen in ganz Deutschland zur Verfügung.


    Quelle: https://www.sixt.de/mietservice/studententarif/


    Zusatztipp:


    In der eigenen Uni nachfragen oder falls vorhanden am Schwarzen Brett, nach Studenten fragen, die ebenso vorhaben umzuziehen, so könnte man gegenseitige Hilfe anbieten und sich die Kosten für das Umzugsfahrzeug teilen.


    Über die Kündigung mit dem aktuellen Vermieter reden, ob dort ein Entgegenkommen möglich wäre. Haken an der Sache, dass Dein Ex-Partner zustimmen muss, falls ihr beide im Mietvertrag drin steht. Ansonsten auch über eine einseitige Kündigung des Mietvertrages mit dem Vermieter verhandeln.


    Kann Dein Ex-Partner die Wohnung allein finanzieren oder müsste er diese dann auch kündigen?


    Nachforschen, ob es am Studien/Wohnort ein soziales Möbelkaufhaus gibt, in dem man sehr günstig preiswerte Möbel erstehen kann, welche gut erhalten sind. Ebenso möglich auf Ebay wo zum Teil günstige oder kostenlose Möbel bei Selbstabholung angeboten werden. Stichwort Möbel-Börse.


    Statt mit Deinem Expartner über Einzelteile von Möbeln zu streiten, würde ich über eine Abstandszahlung verhandeln. Ihm die eigenen Möbelanteile übertragen, für die er dann eine Summe X an Dich zahlt oder natürlich schriftlich vereinbaren während der Kündigungsfrist der Wohnung in entsprechender Höhe Deinen Mietanteil zahlt, als Gegenwert der Möbel-Abstandzahlung.


    Es kostet zuviel Energie und bindet unnötig Kräfte mit einem Unwilligen über Dinge zu streiten, zu dem ihm eine gesunde Einsicht fehlt.


    Im Internet nach studentischen Hilfen und Ratgebern fahnden. Für Dich einen Schlachtplan erstellen, in welcher Reihenfolge Du Deine Schritte gehen willst.


    Nachfragen bei verlässlichen Freunden, wenn diese über Sommer weg sind, eventuell eine eigene Wohnung/Zimmer besitzen, ob Du befristet dort Unterschlupf finden kannst, wenn es in Deiner Jetzt-Wohnung aufgrund der Trennungssituation nicht aushaltbar ist.


    Gibt zum Teil günstige Urlaubsquartiere in Studentenstädten, die Dir eine zeitlich überschaubare Ruhezone ermöglichen. Zudem gibt es z.T. meines Wissens bei örtlichen Wohnungsunternehmen gezielte Angebote an Studenten. Ließe sich über telefonische oder persönliche Nachfragen abklären.


    Wichtig ist aber erst mal die Kündigungsfrist mit dem eigenen Vermieter abklären, und zu welchen Bedingungen und dann als nächstes Wohngeldanspruch abklären lassen.


    Dann ortsansässige Wohnungsunternehmen nach günstiger Studentenunterkunft fragen. (Studentenausweis und Einkommensnachweis für Nebeneinkünfte mitnehmen)


    Das wären die ersten Tipps die mir zu Deinem Problem einfallen. Vielleicht folgen noch einige. Einiges fällt mir spontan ein. ;-)


    Wenn klar ist wann der Umzug erfolgt, alle anderen Versorger informieren, dass Du ausziehst. Hier zu nennen Energiewerk, Telefon/Internetanbieter, Wasser/Abwasserstände/Stromzähler ablesen bei Auszug und was es noch an gemeinsamen Verbindlichkeiten gibt für eure Wohnung.