Mögliche Borderline-Erkrankung beim Partner thematisieren ?

    Guten Tag zusammen,


    bei all meinen Recherchen bezüglich des Borderline-Syndroms konnte ich eine Antwort auf folgende Frage nirgends finden:


    Sollte man seinen Partner, der eine Reihe von Symptomen des Borderline-Syndroms zeigt ( wechselnde Zuneigung und Ablehnung, keine Kritikfähigkeit, geringes Selbstwertgefühl im Wechsel mit Selbstüberschätzung, falsche Deutung der Realität ohne Möglichkeit der Neuinterpretation, keine anhaltenden Freundschaften, häufig wechselnder Arbeitsplatz, Kindheit geprägt von Ablehnung der Mutter, etc. ) auf die Thematik "Borderline" hinweisen ?


    So wie ich das mittlerweile herausgelesen habe, kann man sowieso nur falsch handeln, da selbst der Versuch zu helfen als Kritik aufgefasst werden würde.


    Trotzdem nochmal die Frage: Sollte man als Partner sein Wissen ( damit meine ich, dass man sich selbst mehr und mehr mit dem Thema Borderline beschäftigt ) mit dem vermutlich Betroffenen teilen, so dass dieser eine mögliche Interpretation für das eigene, schwere Leben aufgezeigt bekommt oder würde ein Satz wie "Hast Du schon mal vom Borderline-Syndrom gehört ?" unweigerlich zur Katastrophe führen ?


    Schon mal Dank und Grüße,


    Tasnal

  • 15 Antworten

    Dieses "Helfersyndrom" ist typisch für Partner von Borderlinern.... :-/


    Und dies, obwohl häufig der Nicht-Borderline wesentlich mehr Leid in der Beziehung erfährt als der Borderliner.


    Das Syndrom benennen zu können macht es nicht harmloser/kontrollierbarer/greifbarer.


    Pass' gut auf Dich auf. @:)

    Bist du selbst betroffen? Dann Lauf, aber schnell. Wenn du dich darauf einlässt, wird nichts mehr sein, wie es vorher war. Es kann in einer Katastrophe enden, und du wirst emotional auf dem Zahnfleisch laufen. Pass auf dich auf!

    Naja ... allein die Tatsache, dass man das Verhalten des Gegenübers plötzlich eventuell deuten bzw. erklären kann, macht den Umgang in meinen Augen bereits leichter.


    Der "Nimm die Beine in die Hand" – Vorschlag ist mir zu platt. Wo führt das am Ende hin ? Alle Borderliner per Armbinde markieren und ab sofort von der Gesellschaft ausgrenzen ?


    Wie man "Helfersyndrom" in diesem Zusammenhang definiert bleibt jedem selbst überlassen. Mir geht es eher um einen angemessenen Umgang, bei dem es nicht Ziel sein kann sich selbst aufzugeben. Von daher: "helfen" ja – "sich dabei kaputt machen" nein.


    Bei meiner Recherche zum Thema habe ich den einen oder anderen Bericht gelesen, in dem Menschen mit Borderline-Syndrom nach der Diagnose damit angefangen haben, sich intensiv mit Ihrem Verhalten der letzten Jahre auseinanderzusetzen, was der erste Schritt in Richtung Therapie war.


    Und genau da setzt meine Frage an: Wenn ich davon ausgehen, dass der Partner möglichweise noch nie was von Borderline gehört hat, ich aber vermute, dass er Symptome dieser Störung aufweist, sollte ich ihn dann auf meine Vermutung hinweisen ?


    Oder anders gefragt: Wie kommt ein Borderliner dazu, zu einem Therapeuten zu gehen ?


    So wie ich das bisher herausgehört habe, liegen in den Augen des Borderliners alle anderen falsch und er als einziges richtig. Von daher würde dieser wohl eher erwarten, dass alle anderen zum Psychotherapeuten müssten ...


    Grüße,


    Tasnal

    Zitat

    Naja ... allein die Tatsache, dass man das Verhalten des Gegenübers plötzlich eventuell deuten bzw. erklären kann, macht den Umgang in meinen Augen bereits leichter.

    Nein. Im Gegenteil. Man "entschuldigt" dann erst recht sämtliche Aussetzer des anderen mit seiner Krankheit, nimmt Rücksicht darauf, verliert sich zunehmend selber und geht im extremsten Fall daran zugrunde.

    Zitat

    Der "Nimm die Beine in die Hand" – Vorschlag ist mir zu platt. Wo führt das am Ende hin ? Alle Borderliner per Armbinde markieren und ab sofort von der Gesellschaft ausgrenzen ?

    Nein. Es ist jedem seine freie und individuelle Entscheidung, einen von Borderline betroffenen Partner zu haben oder nicht. Zudem wirkt sich das Syndrom nicht bei allen gleich aus. Viele Erfahrungsberichte lassen eine "Vorwarnung" als sehr gerechtfertigt erscheinen. Ist man als Partner nämlich erst mal im Strudel der Manipulation gefangen, findet man nur schlecht wieder raus.

    Zitat

    Bei meiner Recherche zum Thema habe ich den einen oder anderen Bericht gelesen, in dem Menschen mit Borderline-Syndrom nach der Diagnose damit angefangen haben, sich intensiv mit Ihrem Verhalten der letzten Jahre auseinanderzusetzen, was der erste Schritt in Richtung Therapie war.

    Davon gibt es auch hier im Forum ein paar sehr schöne Beispiele, leider ist es aber nicht die Regel. Viele Betroffene leugnen ihr Problem bzw. kommen gar nicht erst dazu, es als solches zu erkennen und Konsequenzen (z.B. Therapie) daraus folgen zu lassen.

    Zitat

    Und genau da setzt meine Frage an: Wenn ich davon ausgehen, dass der Partner möglichweise noch nie was von Borderline gehört hat, ich aber vermute, dass er Symptome dieser Störung aufweist, sollte ich ihn dann auf meine Vermutung hinweisen ?

    Diese Entscheidung kann Dir niemand abnehmen. Wenn Dein Gefühl Dir dazu rät, tue es. Die Reaktion ist u.U. sehr aufschlussreich.

    Zitat

    Oder anders gefragt: Wie kommt ein Borderliner dazu, zu einem Therapeuten zu gehen ?

    Nur aus eigenem Antrieb. Du kannst das nicht mit irgendwelchen Tricks forcieren.

    Zitat

    So wie ich das bisher herausgehört habe, liegen in den Augen des Borderliners alle anderen falsch und er als einziges richtig. Von daher würde dieser wohl eher erwarten, dass alle anderen zum Psychotherapeuten müssten ...

    Ja!!! Wobei es da sicher auch unter den Borderlinern Ausnahmen gibt, siehe die von Dir erwähnten sehr reflektiert denkenden Betroffenen (die dann evtl. trotz Diagnose gar keine "astreinen" Borderliner sind).

    Zitat

    Wenn ich davon ausgehen, dass der Partner möglichweise noch nie was von Borderline gehört hat, ich aber vermute, dass er Symptome dieser Störung aufweist, sollte ich ihn dann auf meine Vermutung hinweisen ?

    Würde ich nur machen, wenn die Person selbst auf der Suche nach Erklärungen für ihre Befindlichkeit ist. Also wenn sie fragt: "Was ist mit mir los? Irgendetwas stimmt doch mit mir nicht?!". Dann kannst Du mit Deinen Recherchen hervorkommen.


    Wenn die Person allerdings davon überzeugt ist, mit ihrem Verhalten im Recht zu sein, dann besteht keinerlei Krankheitseinsicht. Und ohne Krankheitseinsicht wird es für die Person keinen Anlass geben irgendetwas an ihren Verhalten zu hinterfragen oder gar zu verändern.


    Allerdings und das muss auch gesagt sein, nicht jedes abweichende Verhalten ist gleich pathologisch.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten landläufig zuwenig Wissen über die Borderline Erkrankung haben. In weniger seriös recherchierten Reportagen wurde die BPS als "Teenies die sich ritzen um Aufmerksamkeit zu bekommen" dargestellt und dieses Bild ist leider in vielen Köpfen, vorallem wenn man sich noch nie groß vorher damit befasst hat. Ein möglicherweise Betroffener, der sich aber nicht selbstverletzt im Sinne von körperlichem Schaden (aber dennoch viele der Kernsymptome, wie sie hier schon genannt wurden, aufweist) würde natürlich eine solche "Krankheit" strikt von sich weisen – einfach aus Unwissen.

    Hi,


    leider steht kein Alter in dem ersten Beitrag. Auch bin ich mir etwas unsicher ob derjenige, der vorraussichtlich von dem Borderline Syndrom betroffen männlich oder weiblich ist.


    Je nachdem – aber im Grunde genommen würde ich den Partner darauf hinweisen, dass das sein könnte. Wenn er oder sie erstmal mit Ablehnung reagiert, dann würde ich auch nicht weiter rumdiskutieren. Aber vielleicht fällt der betroffenen Person dass nochmal in ein paar Jahren wieder ein und nimmt spezielle Hilfe in Anspruch. Es gibt inzwischen viele gure Therapeuten und spezielle BS-Therapien, Selbsthilfegruppen die einem helfen das BS halbwegs in den Griff zu bekommen. Somit sollte dann auch einer halbwegs normallen Partnerschaft nichts mehr im Wege stehen.


    Also ich persönlich würde denjenigen vielleicht schon vorsichtig darauf hinweisen – Auch wenn ihm/Ihr das vielleicht in ein paar Jahren weiterhilft. Wobei man natürlich mit laienhaften Diagnosen immer sehr vorsichtig sein sollte ;-)

    Schon mal "recht herzlichen Dank" an alle, die hier geantwortet haben.


    Ich sehe es mittlerweile so, dass der Hinweis auf mögliche Symptome des Borderline-Syndroms an den betroffenen Partner vor allem auch dem nicht-betroffenen Partner dient.


    Meine Einschätzung ist die: Reagiert der betroffene Partner auf diesen Hinweis mit Ablehnung, Ignoranz oder Wut und hält auch im Nachhinein an dieser Erstreaktion fest, so scheint mir dies trotz Wunsch helfen zu wollen, DER berechtigte Grund für das Beenden der Beziehung zu sein.


    Denn: Ohne sich selbst komplett aufzugeben ( sich für Dinge entschuldigen, an denen man keine Schuld trägt ; obwohl man derjenige ist, der verletzt wurde, wieder auf den Partner zugehen ; seine Meinung für sich behalten, um beim Partner bloß nicht anzuecken ; etc. ) oder immun gegen die ständig massivsten Konflikte ( und damit auf eine gewisse Art und Weise kalt ) zu werden, scheint eine dauerhafte Beziehung je nach Ausprägung der Borderline-Symptome nahezu unmöglich.


    Das Ganze immer unter dem Vorbehalt, dass nur der Nicht-Betroffene die Möglichkeit "Borderline" im Kopf hat ( und somit permanent weiß, dass er sich in einer "unrealen" Situation befindet, die kein logisches Denken und keine vernünftige Auseinandersetzung in der aktuellen Situation erlaubt ). Der Betroffene hingegen sieht die ( real nicht vorhandenen ) Probleme als gegeben an und kann sich die Situation ausschließlich durch das angeblich falsche Verhalten seines Gegenübers erklären.


    Der Nicht-Betroffene müsste für die Dauer der Beziehung damit klar kommen, einer permanenten, ungerechten Behandlung ausgesetzt zu sein. Und während das bereits hart genug ist, käme noch hinzu, dass er sich vorwerfen lassen müsste, selbst der Ungerechte zu sein. Eine doppelte Belastung, die meiner Ansicht nach nur dann zu ertragen wäre, wenn man den Betroffenen als eine Art Versuchsobjekt betrachten würde, an dem man seine eigene psychische Stärke beweisen möchte.


    Anders sieht es in meinen Augen aus, wenn der Betroffene auf den Hinweis "Borderline" mit Interesse reagiert. Und hier wurde ja bereits der Tipp gegeben, dass die Chancen darauf gut stehen, wenn der Betroffene selbst erkennt, dass "irgendwas nicht stimmt" und die immer wiederkehrenden Muster der vergangenen Jahre ( auch innerhalb anderer Partnerschaften mit völlig unterschiedlichen Partnern ) womöglich eine Ursache haben, die bei einem selbst liegt.


    Abgesehen davon, dass nun erst die Möglichkeit besteht, sich therapeutische Hilfe zu holen, kommt hinzu, dass die entstehenden Probleme – wenigstens zeitweise – von der persönlichen Ebene getrennt werden könnten. Denn das zermürbende an der ganzen Sache ( v.a. für den Nicht-Betroffenen ) sind die Anfeindungen, denen man sich als Person stellt und die von der ( überflüssigen ) Frage "Was habe ich falsch gemacht ?" begleitet sind und somit ständig steigendem Selbstzweifel Tür und Tor öffnen.


    Wenn beide Parteien wissen und erkennen, dass Grundlage dieser Konflikte nicht die eigentliche Persönlichkeit des anderen ist, so verlagert sich eine mögliche, erwünschte Diskussion eventuell von der eigenen Person hin zur Unangemessenheit eines bestimmten Verhaltens. Sozusagen ein verlagern von der personenbezogenen Ebene auf eine Art Sachebene. Und das würde wenigsten mir einen Teil der Last nehmen.


    Aber ich merke schon selbst beim Schreiben, dass das arg nach Wunschdenken klingt.


    Trotzdem habe ich für mich entschieden: Solange die Möglichkeit der Veränderung der Situation besteht, gibt es Grund am "problematischen" Partner festzuhalten. Und diese Möglichkeit der Veränderung kann in meinen Augen nur zustande kommen, wenn die Vermutungen auf eine Borderline-Störung oder ähnliches offen angesprochen werden.


    Grüße,


    Tasnal

    Hallo Tasnal,


    ich finde es steht Beziehungspartnern nicht zu eine Diagnose zu stellen, und häufig ist es auch so, dass Menschen, die sich einen so "schwierigen" Partner suchen selbst psychische Probleme haben.


    Wenn du die von dir beschriebenen Verhaltensweisen siehst und trotzdem an einer Partnerschaft festhalten willst, dann such das Gespräch mit dem Partner. Allerdings nicht im Sinne von "Mit dir stimmt was nicht" sondern mit "Ich habe im Zusammenleben mit dir ein Problem und fühle mich ..."


    Wenn ihr es schafft, in eine konstruktive Auseinandersetzung kommt, dann kann das Ergebnis sein, dass dein Partner(oder du oder beide) sich therapeutische Hilfe suchen.


    LG


    Susanne

    @ Tasnal

    Deine sehr sachliche Schreibweise bzw. auch der Wunsch nach einer Sachebene könnte bereits eine Art persönlichen Schutzwall aufgrund tiefer Verletzungen durch den Borderline-Partner darstellen.


    Sorry, falls ich mich damit zu weit aus dem Fenster gelehnt haben sollte....


    Sollte eine liebevolle Beziehung nicht von Nähe und Vertrauen geprägt sein – statt taktischer Überlegungen, wie man dem anderen am geschicktesten indirekt den eigenen Leidensdruck verklickert, ohne dass der es persönlich nimmt oder gar ausrastet?


    Alles Gute Dir!

    Hallo Tasnal,


    hast du das Gefühl, dass dein Partner unter seiner Situation und seinen Verhaltensweisen leidet? Grundsätzlich ist der erste Schritt zu einer Therapie und der Arbeit an sich selbst, dass der Betroffene unter seinen Verhaltensweisen leidet und sich Besserung wünscht. Ist das nicht der Fall und leiden nur die Angehörigen, so ist es nahezu unmöglich, jemanden zu einer Therapie zu bringen oder um es besser zu sagen, eine Therapie ist auch völlig sinnlos.


    Versteif dich nicht zu sehr auf das Borderline-Syndrom. BS ist eine sehr breit gefächerte Diagnose, die viele verschiedene Punkte umfasst u.a. Sucht, Depressionen, Suizid, Paranoia, Ängste... von allem Etwas. Auch erkennt sich fast jeder Mensch in verschiedenen der beschriebenen charakteristischen Eigenschaften wieder, meist nur nicht in dieser überhöhten und extremen Form, bei denen das Verhalten krankhaft-belastend wird.


    Es gibt die viele verschiedene Persönlichkeitsstörungen, eine Diagnose obliegt aber nicht dir als Leihe, sondern ausgebildeten Psychologen. Viele deiner beschriebenen Vorfälle klingen nach Borderline, müssen aber deshalb keins sein.


    Will heißen – das hier

    Zitat

    sich für Dinge entschuldigen, an denen man keine Schuld trägt ; obwohl man derjenige ist, der verletzt wurde, wieder auf den Partner zugehen ; seine Meinung für sich behalten, um beim Partner bloß nicht anzuecken ; etc.

    kenne ich von meinem Ex-Partner nur allzu gut, dabei bin ich die mit der Borderline-Diagnose und nicht er ;-)


    Trotzdem finde ich es eine gute Idee, deinen Partner auf die Probleme in der Beziehung anzusprechen, eventuell auch mal etwas über Borderline zu erzählen. Vielleicht kannst du ihm ja auch Unterlagen über das Syndrom in die Hand drücken, die er sich allein und bei Gelegenheit durchlesen kann (aber nimm bloß nicht diesen schrecklichen Wikipedia-Artikel dazu :-/ ;-D )


    Erwarten, dass er im Gespräch gleich positiv auf dich anspringt und schreit "Schatz, endlich weiß ich was los ist, danke!" würde ich an deiner Stelle nicht. Wer hört schon gerne, dass er eigentlich einen Therapie bräuchte? Aber du solltest die Reaktion in den nächsten Tagen/Wochen beobachten – setzt er sich mit Gesagten auseinander? Denkt er nach, inwieweit du Recht hast? Oder stellt er sich stur, schiebt die Schuld auf dich und verlangt eine umfassende schriftliche Entschuldigung von dir?


    Dann würde ich mir ernsthaft Gedanken machen, was dich bei diesem Menschen und in dieser Beziehung hält. (Was hält dich eigentlich jetzt noch?)

    Zitat

    ich finde es steht Beziehungspartnern nicht zu eine Diagnose zu stellen

    Das unterschreibe ich in der Allgemeingültigkeit zwar nicht, für Borderline aber dick unterstrichen und mit drei Ausrufezeichen.


    Borderline ist eine ebenso komplexe wie schwammige Diagnose, bei der viel über Ausschluß läuft. Leute studieren jahrelang, um diese Diagnose stellen zu können, und liegen trotzdem oft daneben. Wer das auf Basis von Ratgeberliteratur macht, kann eigentlich auch immer, wenn jemand Schüttelfrost hat, "Malaria!" rufen. (von wahrnehmungsverzerrenden Faktoren beim "Diagnostiker", der für jede Seltsamkeit seines Partners sicher ein passendes Borderline-Symptom findet, sobald er sich drauf eingeschossen hat, mal abgesehen.)


    Eine so gestellte Borderline-Fehldiagnose kann btw ganz übel nach hinten losgehen, selbst wenn vom "Patienten" akzeptiert. Dann ist plötzlich ganz viel krankheitsbedingt, und dagegen kann man eh nix tun, also braucht es Freifahrtscheine. Dazu kommt, dass die Fixierung auf selbstgestellte (falsche) Borderline-Diagnosen die Akzeptanzbereitschaft abweichender Diagnosen überdeckt. Ein bißchen, als würde man an unbehandelten Magengeschwüren sterben, weil man überzeugt war, Krebs zu haben und die blöden Ärzte das nicht erkennen wollten.


    Wenn deine Partnerin Problembewußtsein zeigt, krieg sie zu einer anständigen Diagnostik. Die kann auch ggf erstmal mit einer Paartherapie anfangen, so dass der du-bist-schuld-lass-dich-reparieren-Teil wegfällt. Ihr beide sucht dann halt Lösungen.


    Wenn du nur für dein Seelenheil dem Kind einen Namen geben willst, schlage ich statt "Borderline" "soissehalt" vor. Hilft aber auch nicht ewig.


    Viel Glück.


    Raj