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    dass Frauen und Männer grösstenteils in vollkommen verschiedenen Welten leben, zumindest was Dating angeht.

    Das mag die klassische (Mann begegnet Frau, Mann spricht Frau an, Mann lädt Frau zu XY ein) oder moderne (dasselbe, nur via Online-Anbandelung) Dating-Situation betreffen...aber mich würde mal interessieren, wie oft solche Situationen im Vergleich zu anderen Formen des Sich-Findens denn tatsächlich zu Beziehungen führen.


    Man muß sich als Mann diesem Zirkus doch gar nicht unterwerfen, wenn man es nicht will ":/


    Sondern sich "einfach" nur in Situationen des eigenen, alltäglichen Lebens begegnen. In denen niemand jemanden "ansprechen muß", sondern man vielleicht einander vorgestellt wird, oder man ein Anliegen an den anderen hat, das mit sexuellem Interesse überhaupt nichts zu tun hat, und dann feststellt, hoppla, man ist sich ja sympathisch, und findet sich auch noch gegenseitig lecker. Sich zumindest ein bißchen kennenlernt, bevor es überhaupt zu einer gemeinsamen Verabredung kommt, und wenn sie zustandekommt, schon genügend beiderseitiges Interesse vorhanden ist, so daß eine Einladung nicht mehr eine "Investition in unbekannte Aktien" ist, sondern der Wunsch, jemandem eine Freude zu machen, den man ohnehin schon mag.


    Und da denkt man über ein paar Euro für ein Essen oder die Kinokarte, und wer sie bezahlt, und was man dafür als Gegenleistung bekommt, und wer zum Ausgleich als nächstes bezahlt %:| doch nur nach, wenn man sich mit Krampf und Gewalt jegliches romantische Gefühl kaputtmachen will.

    Grundsätzlich habe ich mich beim 1. Date nicht einladen lassen. Es hatte immer so einen verpflichtenden Charakter. Aber zumindest anbieten sollte er es. Gibt auch eine gewisse Bestätigung. Ausnahmen gabs jedoch auch mal. Aber eben nur, wenn ein weiteres Treffen abzusehen war und ich mich finanziell revangieren konnte.


    Nun habe ich meinen Mann übers Netz kennengelernt. 600 km Entfernung. Ich Studentin mit Nebenjob und er sehr erfolgreich im Beruf. Kein Bankenvorstand, aber oberes Mittel.


    Das erste mal bin ich zu ihm geflogen. Er bot an die Hälfte zu zahlen. Angenommen habe ich nicht. 150 Euro werde ich auch mal selbst als Studentin zahlen können. Beim gemeinsamen Einkaufen haben mal er, mal ich bezahlt.


    Nunja, als die Sache dann aber etwas "länger" ging und es zum 3. Treffen kommen sollte, habe ich auch klare Worte gesprochen und gesagt, dass ich eben Studentin bin und mir das auf lange Sicht finanziell nicht leisten kann. Wir könnten es gerne so machen, dass ich einen Flug zahle und er zwei-drei.


    Mittlerweile sind wir verheiratet, kinderlos und er der Versorger. Es sieht auch nicht so aus, als würde ich nochmal richtig in meinen Job reinkommen. (Wieso, weshalb, warum tut hier nix zum Thema. Über mögliche Gefahren etc. bin ich im Bilde, also bitte keine Diskussionen darüber)


    Laut ihm, ist er stolz darauf, dass er Versorger sein kann und darf. Und da ich meinen Job nur wegen ihm aufgab und ich theoretisch für mich selbst sorgen könnte, ist das alles ok für ihn.


    In diesem Sinne leben wir aber auch kein klassisches Rollenbild (Mann = Geld, Frau = Kind und Haushalt). Ich habe von Anfang an klar gesagt, dass ich evtl. zu Hause bleiben könnte. Das bedeutet aber nicht, dass ich meinen Job gegen eine Putz- und Haushaltstätigkeit zu Hause eintausche. Es ist trotzdem alles ok für ihn.(Obwohl das wohl eher das Frauenbild Nr 3 " Rosinenpickerin" verkörpert) Ich weiß auch nicht wieso, aber er ist damit glücklich. Solche Männer gibt es auch. Aber so war es ja auch nicht von Anfang an und vielleicht macht das den Unterschied. (Ob ich damit jetzt soo glücklich bin, ist hier auch nicht das Thema)


    Ich muss aber auch zugeben, dass ein Mann, der spätestens beim 2. Date noch auf getrennte Rechnungen besteht, nicht in Frage gekommen wäre. Nicht, weil ich damals bewusst einen Versorger (geschweige den Ehemann) gesucht habe, aber weil ich von vornherein wusste, dass ich langfristig ein Mensch bin, der niemals getrennte Konten akzeptieren könnte, wenns ans Eingemachte ginge. Das war wohl aber eher eine unterbewusste Haltung. So genau habe ich mir das damals nie übrlegt. Ob das wirklich ein geeigneter Filter ist...keine Ahnung. Eigentlich bin ich genau das Gegenbeispiel. Ob ich damit happy gewesen wäre, wenn er sofort alles bezahlen hätte wollen, kann ich eindeutig verneinen. Ich hätte mich sehr unwohl und in gewisser Weise auch gekauft gefühlt. Die richtige Mischung wars.

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    Was ich damit sagen wollte ist:


    Wenn ihr als Mann nicht bereit seid zu zahlen, dann lasst es auch bleiben. Wie sagt man immer; wer sich entsprechend benimmt, wird auch die entsprechenden Damen anlocken. Und umgekehrt.

    @ Sinnestäter

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    Man muß sich als Mann diesem Zirkus doch gar nicht unterwerfen, wenn man es nicht will


    Sondern sich "einfach" nur in Situationen des eigenen, alltäglichen Lebens begegnen

    Stimmt, aber leider hat nicht jeder das Glück dazu.


    Bei uns wars zwar das Netz, aber eher ein gemeinsames Interesse. An Beziehung hab ich da nicht im Ansatz nachgedacht.


    Habe aber auch genug Bekannte, die eben keine Zeit haben und über gewisse Datingportale ihren Partner fanden. Meine auch, dass die getrennte Rechnung machen. Auch beim Urlaub. Ich frage mich aber ehrlich gesagt, wie lange sie das durchhält. Vielleicht hofft sie ja, dass er nicht genug Zeit zum verreisen hat ]:D Sonst wird die Luft wohl dünn.

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    Stimmt, aber leider hat nicht jeder das Glück dazu.

    Weiß ich gut, ich nage seit einer Weile an ebengenau diesem Problem – einfach mangelnde Gelegenheiten im Alltag. Aber selbst online ist man doch nicht dazu verdonnert, in schneller Folge Halb-Blind-Dates hintereinander zu haben, sondern kann sich gegenseitig gut genug kennenlernen, um festzustellen, ob ein Treffen überhaupt Sinn macht.


    Allerdings...

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    die eben keine Zeit haben

    ...kostet das sogar mehr Zeit als das "normale" Kennenlernen. Aber irgendeinen Tod muß man sterben :-D ...und wenn man partout nicht mit Frauen konfrontiert werden will, die einen Versorger suchen, muß man sich die Zeit halt nehmen.

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    Bei ONS-Geschichten haben es Männer deutlich schwerer als Frauen und Frauen deutlich leichter als Männer.

    Und was hat das jetzt mit dem Thema dieses Threads zu tun ???

    Zitat

    Ich muss aber auch zugeben, dass ein Mann, der spätestens beim 2. Date noch auf getrennte Rechnungen besteht, nicht in Frage gekommen wäre. Nicht, weil ich damals bewusst einen Versorger (geschweige den Ehemann) gesucht habe, aber weil ich von vornherein wusste, dass ich langfristig ein Mensch bin, der niemals getrennte Konten akzeptieren könnte, wenns ans Eingemachte ginge.

    Gemeinsame Konten sind schon praktisch, nur wieso muss es unbedingt das Konto des Mannes sein, das das gemeinsame wird, wenn du schon gar keinen Versorger gesucht hast?

    @ Nomadd

    Wenn Mann in 'ne Disko geht, um sich zu besaufen, dann hat er seine gewünschte Ruhe. Wenn Frau gleiches tut, dann wird sie trotzdem von zig Leuten angequatscht, die auf's Vögeln aus sind. Das mag sich für dich wie das Paradies anhören, aber je mehr Auswahl man hat, desto schwerer fallen die Entscheidungen aus.


    Ich finde es als Mann deutlich einfacher nur die Frauen anzuquatschen, die ich näher kennenlernen will, als mich von sämtlichen Frauen anquatschen zu lassen und unzähligen Deppen Körbe verteilen zu müssen, bis sich vielleicht die passende findet.


    Ne ne ne, ich find es gut so, wie es ist.


    Wieso sich als Mann also beschweren? Höchstens dann doch nur, weil meine keine abbekommt, oder wat? ;-)

    Stimpy67

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    Ein Mensch in einem Dritte-Welt-Land ist froh, wenn er sich IRGENDEIN Auto leisten kann, selbst wenn das ein alter klappriger Käfer ist. Jemand in unserem Kulturkreis beschwert sich darüber, dass alle angebotenen Autos keine Klimaanlage und kein eingebautes Navi haben und dass die Farben alle Scheiße sind.

    Mag sein. Klingt für mich so, als ob der Mensch im Dritte-Welt-Land zufriedener ist als der bei uns.

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    Kommt drauf an. Wenn um jede Frau im Schnitt 3-4 Kerle geworben haben und diese Frauen bloss passiv selektieren mussten, dann die Frauen.

    Ich sehe es ergebnisorientert: Es gibt ungefähr gleich viele Männer und Frauen auf diesem Planeten. Jetzt mal gleichgeschlechtliche Sexualität außen vor gelassen: Wenn ca. 95% der erwachsenen Frauen regelmäßig Sex haben, dann haben zwangsläufig auch ca. 95% der Männer Sex. Die Jammerlappen, die immer über die bösen abweisenden Damen schimpfen, mögen einen anderen selbstmitleidigen Eindruck haben, das ändert aber nichts daran.


    Dieses Gemeckere über die blöden Weiber, die sich beim Date einladen lassen ist doch letztlich nichts anderes als der Frust, nicht zum Zuge zu kommen. Denn wie hier schon gesagt wurde: Kein Mann muss bezahlen. Wenn er es doch tut, weil er sich eine schnelle Nummer erhofft, ist er selbst schuld.

    Zitat

    Wenn ca. 95% der erwachsenen Frauen regelmäßig Sex haben, dann haben zwangsläufig auch ca. 95% der Männer Sex.

    Nicht zwangsläufig: Die Biene fliegt von Blume zu Blume, hingegen steht die Blume immer an einer Stelle. ;-) ;-D

    Naja, ich lass eigentlich eher ungern für mich bezahlen, nur was für einen Terz Männer machen können, wenn man seinen Teil alleine zahlt oder mal für beide aufkommen will :-o Ich muss gestehn, mir ist es irgendwie unangenehm, wenn der Mann alles zahlt, besonders wenn die Beziehung noch frisch ist und/oder keine längere Dauer in Aussicht steht. Mich hat ein Ex sogar mal zum shoppen gezerrt und den Einkauf von ca 150€ übernommen. Tja, ich durfte nicht zahlen, in der Hinsicht sage ich dann, Pech gehabt, dass er soviel Geld in eine Beziehung die "nur" 1 1/2 Jahre ging. Da sag ich, da sind die Männer selber Schuld.


    Aber Partner (speziell Frauen) die automatisch davon ausgehen, dass der andere alles zahlt :|N geht mal gar nicht.

    Zitat

    Nicht zwangsläufig: Die Biene fliegt von Blume zu Blume, hingegen steht die Blume immer an einer Stelle.

    Na, dann heißt das ja, dass die Männerblume von sehr vielen Frauenbienen beglückt wird, ohne dass sie was tun muss. ;-)

    @ kamikaze

    Zitat

    Dieses Gemeckere über die blöden Weiber, die sich beim Date einladen lassen ist doch letztlich nichts anderes als der Frust, nicht zum Zuge zu kommen.

    Das ist wieder so typisch Frau ]:D


    Wenn ihr die Argumente ausgehen, wechselt sie auf die persönliche Schiene und versucht die Männer im Diskussionsfaden als Loser, Jammerlappen und bemitleidenswerte Geschöpfe darzustellen. ^^


    Das hat sooooo einen langen Bart! http://2.bp.blogspot.com/-USkpz4JHRxY/UO2q03z6DzI/AAAAAAAAAGs/7valnbLvWh0/s1600/3-hobbit_saruman.jpg

    Nomadd, das hat nicht mit ausgehenden Argumenten zu tun. Das hat Stimpy mir ha auch schon vorgeworfen. Es hat auch nichts mit macht zu tun oder mit Gemeinheit oder jemanden fertig machen zu wollen. Der einzige Grund, das ich hier nicht argumentativ meine Männerauswahl verteidige und fortan auch mit Männern ausgehe, die ungern zahlen würden, ist das Dates auf Freiwilligkeit basieren und ich mir die Männer aussuche, die das erste Date zahlen. Ihr, du und stimpy, sucht euch Frauen aus, die das nicht erwarten. Der einzige Unterschied: ihr jammert, ich nicht. Ihr findet Frauen fies und gemein, die eure Erwartungen nicht erfüllen, ich finde Männer okay, die nicht mit mir ausgehen wollen.


    Dabei machen wir genau das selbe: selbst aussuchen, mit wem wir ausgehen.


    Wo genau liegt jetzt das Problem?

    Wenn Du schon so fragst, wo das Problem liegt, Avanti. Ich glaube für einige hier (nicht nur Männer), fehlt es in der Diskussionsrunde an nachvollziehbaren Argumenten.


    Du, Avanti sagst z. B.: Ich bin ein freies Individuum, daher sehe ich es in bestimmten Situationen im Leben nicht ein, diese zu hinterfragen bzw. etwas Selbstreflexion zu betreiben. Stattdessen impliziere ich in meinen Aussagen, dass die Gegenseite missgünstig und wehleidig (Vorwurf von Unmännlichkeit?) ist.


    Finde ich irgendwie alles zu Clichéhaft. Natürlich ist der heutige Mensch, immer noch den biologischen Abläufen untergeordnet. Aber einiges hat sich auch z. B. geändert. Frauen gebären nicht mehr 10 Kinder, wo 3 an Kindstod und 2 im weiteren Verlauf versterben und die Mutter nach der 10. Entbindung im Bett verstirbt.


    Wir haben eine gute Gesundheits- und Sozialversicherung, die es uns ermöglicht freier und eigenständiger zu leben und zu denken. Die gesellschaftlichen Urängste sollten langsam überwunden werden.