Mutter? Nicht mehr in diesem Leben

    Hallo, ich bin 42 Jahre alt und habe nun, seit einigen Tagen, die Gewissheit das ich nie Mutter werde. Ich bin seit 15 Jahren verheiratet, eine äußerst schwierige Beziehung.

    Vor einiger Zeit entdeckte ich Knoten oberhalb der Brust, Richtung Achselhöhle. Nach all den Jahren voller Stress und Ängste wunderte mich das nicht, irgendwie dachte ich nur, das es doch zum Rest von mir passt.

    Mein Leben war wenig schön, dafür immer schön kaputt, ich habe die Horrorkindheit hinter mir, die man niemandem wünscht, erste Hochzeit mit 18, viel Prügel und wenig Achtung. Mit 21 sagte ich mich los, bin abgehauen, die Scheidung dauerte 3 Jahre.

    Job weg, Wohnung weg, also zu Mama zurück, wo außer Vorwürfen und Verletzungen für nichts Platz war.

    Ich hab den Weg von der netten jungen Frau bis ins Bordell in nicht mal 3 Jahren geschafft. Süchtig, ohne Boden unter den Füßen. Ich wurde schwanger und bemerkte es nicht, 12 Wochen lang. Jeden Abend mußte ich eine Summe X abliefern bei dem der mich angeblich liebt, meine Sucht finanzieren.

    Beim FA dann sein Satz: Du hast mir mein Leben zerstört

    Es gibt viele Grausamkeiten auf dieser Welt, ich versuchte unter zu kommen, doch meine Mutter wollte mich nicht mal, wie schon immer.

    Dann die Abtreibung, der schlimmste Tag meines Lebens. Illegal, nicht gewollt, ich saß weinend auf dem Stuhl bis die Narkose wirkte, und nicht wegen der Wehen.

    Ich durfte 1 Nacht danach zu meiner Mutter, wegen der Risiken, dort sah mein Ex meine kleine Schwester (13) und sagte mir " die wird noch mal geiler als du"

    Ich wollte tot sein, und wog nach kurzer Zeit auch nur noch 37 Kilo. SVV, Depression, Magersucht, das volle Programm eben. Danach eine weitere Beziehung mit einem Alkoholiker. Ich wurde wieder schwanger, er wollte das Kind auf 35 qm, drogen und alkohol konsumierend groß ziehen. Die 2 Untersuchung ergab "missed abortion" also Ausschabung. Dann die Trennung weil ich meinen jetzigen Mann traf. Es war wie ein Traum, nichts schien unausgesprochen, es war wie 1 sein. Nach 6 Monaten Hochzeit. Er kannte mein Leben zuvor, jedes dunkle Geheimnis, jedes Leid. Und er sagte es sei egal, denn er liebt mich für das was ich bin, der Rest sei Vergangenheit.

    Eines Abends, vor meiner Nachtschicht ein Anruf, meine Schwester war mit dem Kerl zusammen der mich zum Abbruch zwang. Es war hart und schwer, denn die Angst fraß mich auf, so rief ich meine Schwiegermutter an, eine Vertraute, wie ich dachte.

    Während dem Gespräch war sie anders als sonst, fast fies. Dann ließ sie die Bombe platzen, von wegen ich hätte ja auch angeschafft und bräuchte mich kaum über meine Schwester wundern.

    Mein Exfreund ist zum besten Freund meines Mannes und hat ihm (ich habe nie auch nur eine Sache aus meinem Leben verheimlicht und war immer loyal) Geschichten von mir erzählt, wie schlimm kann ich nur erahnen, aber der Horror der entstand, hat mein Leben zerstört.

    Mein Mann der eigentlich zu mir stand und den es nie gestört hat, wandelte sich zu einem anderen Menschen, Lieblosigkeit, Arroganz und Kälte schlugen mir entgegen. Noch dazu konnte ich an den Blicken der Verwandten und Freunden erkennen das sie alles, oder mehr als je war wußten. Fortan war alles was ihm nicht passte meiner Vergangenheit anzulasten, ich könnte nicht lieben, nicht vertrauen, die Liste ist lang bis heute.

    Seine Mutter war seine beste Freundin und sein Drogenfinanzier, mir sind Dinge passiert, die kein normaler Mensch verstehen könnte, doch die Kälte und die Ablehnung waren das Schlimmste.

    Er wollte ja Kinder, aber ging erst nach 7 Jahren zum Test, um zu erfahren das er etwa 20% Chance zu zeugen, das Leid was ich in diesen Jahren erlebte, gleicht einem Blutbad, doch ich wollte nicht gehen damit der Rest sagen könnte, ich habe ihn ja doch nur ausgenutzt.

    Nach einem Umzug, vielen Gesprächen, dämmerte es meinem Mann, und er brach den Kontakt zu seiner Mutter ab. Doch die Wunden waren tief, ich funktionierte wie ein Robotet, bloß nicht anecken, nicht sein, was ihm nicht passt, sonst müsste ich wieder in Behandlung.

    Zu dem Zeitpunkt war eine künstliche Befruchtung nur bis 37 möglich, und das erste Mal Geschenke von ihm bekam ich zum 38.

    Ich habe angefangen zu trinken, 2 Mal Entzug, und es geschafft. Doch seine Sucht blieb, und war immer gerechtfertigt. Nur ich war immer falsch, bis heute. Bis zu den Knoten, den Schmerzen seit mehr als 10 Jahren. War die Heulsuse, und eh nur Opfer meiner Kindheit. Dann der Termin bei einer Ärztin, die mir empfohlen wurde. Diagnose:Endometriose, Myome, aber keinen Brustkrebs bisher. Dafür die Frage, ob eine Entfernung der Gebärmutter nicht Sinn macht, da ich 3 von 4 Wochen im Monat mit starken Schmerzen habe.

    War das alles? Ich wollte nur eine kleine Familie, und ich bin das nicht wert? Seitdem stirbt Tag für Tag vieles in mir, ich will weg rennen, ich will mehr als Dreck sein. Und dann sehe ich meinen Mann an und es kocht in mir, er, der jetzt in Therapie ist, der nahezu eine halbe Million in Sucht finanziert hat, während kein Geld für ein Waschbecken über war, mehr als 1 Jahr. Der, weil er Angst hatte seine Männlichkeit würde ihm genommen, nicht zum Arzt ist? Der zuließ das ich befummelt werde und das aufgrund meiner Vergangenheit aushalten könnte?

    Der mich klein gehalten hat, mich zum manipulieren benutzt hat (ich war der Vorwand um jahrelang Geld von den Eltern zu bekommen) und mein Konto/Lohn leer geräumt hat?

    Ich kann nicht mehr schlafen, nicht weinen und fühl mich wie in einem fremden Körper und Leben.

    Ich werde auch damit fertig, ich kenne mich und habe Erfahrung, nur habe ich Angst diesmal zugrunde zu gehen. Ich will weg und nicht weg, ich weiß nicht wie sehr ich liebe oder hasse. Aber ich werde nie das Wort:" Mama" hören.....

    Liebe Grüße!

  • 29 Antworten

    Puh, da hat dein Leben aber eine Geschichte geschrieben, wie sie sonst nur den abgedrehtesten Trash-TV Drehbuchautoren einfallen könnte.. :°_ Sehr krass. Kaum zu glauben, dass so eine Story mit so vielen unglaublichen Details und Wendungen jemandem nicht nur auf einem Blatt Papier passieren kann.

    Gehe selbst aus dieser ungesunden Beziehung raus, begib dich in eine gute Therapie und versuche dein Leben zu ordnen. Kümmer dich erstmal ganz um dich, bevor du eine neue Beziehung oder die Familienplanung angehst.

    Das Geschehene kannst du leider nicht ändern, nur den Einfluß, den es auf dein weiteres Leben hat.

    denkst du nicht es ist jetzt an der Zeit auszusteigen?

    die Sachen zu packen, diese Menschen hinter dir zu lassen und in einer anderen Stadt neu anzufangen?

    Graógramán schrieb:

    Puh, da hat dein Leben aber eine Geschichte geschrieben, wie sie sonst nur den abgedrehtesten Trash-TV Drehbuchautoren einfallen könnte.. :°_ Sehr krass. Kaum zu glauben, dass so eine Story mit so vielen unglaublichen Details und Wendungen jemandem nicht nur auf einem Blatt Papier passieren kann.

    Mein einziger Wunsch ist Ruhe zu finden, man kann nicht wissen was das Schicksal noch so mit sich bringt, nur Kraft habe ich langsam keine mehr. :-/

    wintersonne 01 schrieb:

    Ich kann dir nur raten, verlass diesen Mann, du bist schon viel zu lange bei ihm geblieben.

    Darum geht es, ich könnte packen und weit weg ziehen, das ist mein Ziel, nur nicht so kopflos wie ich es gerade bin. Er wird immer wieder zurück fallen und ich werde die Scherben zusammen fegen. Er glaubt weil er wieder ein paar Wochen in Therapie ist hat er sich verändert, das glaubte er jedes Mal. Seit 15 Jahren. Weshalb sollte ich das weiter aushalten und selbst dabei zugrunde gehen....

    Laeyla Sila schrieb:
    wintersonne 01 schrieb:

    Ich kann dir nur raten, verlass diesen Mann, du bist schon viel zu lange bei ihm geblieben.

    Darum geht es, ich könnte packen und weit weg ziehen, das ist mein Ziel, nur nicht so kopflos wie ich es gerade bin. Er wird immer wieder zurück fallen und ich werde die Scherben zusammen fegen. Er glaubt weil er wieder ein paar Wochen in Therapie ist hat er sich verändert, das glaubte er jedes Mal. Seit 15 Jahren. Weshalb sollte ich das weiter aushalten und selbst dabei zugrunde gehen....

    Du gibt's dir doch selbst die Antworten auf deine Fragen. Bist du berufstätig? Schau dich nach einer Wohnung um oder einem Job weiter weg plus Wohnung und fang neu an.

    Wombats schrieb:

    Gehe selbst aus dieser ungesunden Beziehung raus, begib dich in eine gute Therapie und versuche dein Leben zu ordnen. Kümmer dich erstmal ganz um dich, bevor du eine neue Beziehung oder die Familienplanung angehst.

    Das Geschehene kannst du leider nicht ändern, nur den Einfluß, den es auf dein weiteres Leben hat.

    An dem Punkt bin ich jetzt, und ich will keine neue Beziehung, ohnehin könnte ich gar keine eingehen, mit dem Gepäck. Mir war irgendwie davor schon klar das Mutter werden nicht für mich bestimmt ist, es war noch dieser Funke Hoffnung, gepaart mit all den Ängsten und Sorgen um das ungeborene Kind, denn in so ein Leben geboren werden ist vermutlich nicht das Beste, aber der Wunsch war bis letzte Woche dennoch da.

    Mich hat es jetzt eben erst mal kräftig aus der Bahn geworfen, und wie immer steh ich das alleine durch. Er redet nicht mit mir, er sagt, er will nicht das ich wütend werde oder leide. Und er? Ich sehe nichts, keine Trauer, als ob nichts wäre, wie immer.

    Aber dieses Mal ist nichts wie immer, es reicht nur noch für mich und mein Leben.

    In meinen Augen bist Du eine ungewöhnlich starke und reflektierte Frau, gerade vor dem Hintergrund dessen, was Du erlebt hast, da fehlen einem wirklich die Worte.

    Ein Schicksal teilen wir: Auch ich wollte immer so gerne Mutter sein und es hat nicht geklappt, mehrere Missed Abortions, künstliche Befruchtungen etc. nichts hat geklappt. Auch ich habe kein leichtes Leben hinter mir, mit Dir aber vermutlich nicht zu vergleichen.

    Ich wollte Dir einfach ein paar Worte der Solidarität und des Aufmunterns dalassen. Vielleicht macht es bei Deinem Ballast auch tatsächlich Sinn, sich einen Coach/Therapeuten, jedenfalls eine Art Begleitperson, zu suchen, die das alles mit Dir durchsteht bzw. Dein neues Leben mit Dir erarbeitet. Liebe Grüße!

    Madame Charenton schrieb:

    denkst du nicht es ist jetzt an der Zeit auszusteigen?

    die Sachen zu packen, diese Menschen hinter dir zu lassen und in einer anderen Stadt neu anzufangen?

    Das denke ich, aber jedes Mal wenn ich so im Leben entschieden habe sind mir schlimme Dinge passiert. Ich versuche mir zu sagen das es jetzt nicht mehr so kommen würde, aber bei meiner 1 Scheidung bin ich obdachlos geworden, ich hatte keine Kraft um mir Unterhalt zu erstreiten, oder zum Amt zu gehen, also blieb immer nur irgendwo ein Bett oder die Straße.

    Was ich nicht ganz verstehe: Wieso genau kannst du nicht mehr Mutter werden? Weil dein Mann nur eingeschränkt zeugungsfähig ist? Weil du Endometriose hast?

    Wieso genau kommt eine künstliche Befruchtung nicht in Frage?

    Wombats schrieb:
    Laeyla Sila schrieb:
    wintersonne 01 schrieb:

    Ich kann dir nur raten, verlass diesen Mann, du bist schon viel zu lange bei ihm geblieben.

    Darum geht es, ich könnte packen und weit weg ziehen, das ist mein Ziel, nur nicht so kopflos wie ich es gerade bin. Er wird immer wieder zurück fallen und ich werde die Scherben zusammen fegen. Er glaubt weil er wieder ein paar Wochen in Therapie ist hat er sich verändert, das glaubte er jedes Mal. Seit 15 Jahren. Weshalb sollte ich das weiter aushalten und selbst dabei zugrunde gehen....

    Du gibt's dir doch selbst die Antworten auf deine Fragen. Bist du berufstätig? Schau dich nach einer Wohnung um oder einem Job weiter weg plus Wohnung und fang neu an.

    Ich habe keine Ausbildung, und somit viel Angst zu scheitern, Angst davor von ihm abhängig zu sein bis zur Scheidung. Das ist der größte Stein der mir im Weg liegt. Wenn ich daran denke was das alles kostet breche ich fast zusammen und ich weiß nicht wie ich das schaffen soll/kann.

    So sehr ich Mitgefühl für deine Situation empfinde und dir gewunschen hätte, dass dein Leben nicht so verläuft: Aber in deinem Leben war kein Platz für ein Kind und auch bis jetzt hast du keinen Platz für dieses geschaffen. Du hast den Männern die dich quälen einen so hohen Stellenwert zugesprochen und dadurch die Option verbaut einem Kind ein Zuhause zu bieten.

    Es gibt kein Schicksal im Leben.

    Vl. kannst du dein Leben wenigstens jetzt umkehren, dich nicht wieder an einen Mann binden und lernen selbstständig und frei zu sein. Und dann könntest du noch immer über ein Pflegekind oder Eizellenspende nachdenken. Aber zuersr musst du ein Mensch werden, der seinem Kind auch Selbstwert und Sicherheit vermitteln kann.