Mutter-Tochter-Beziehung und emotionale Erpressung

    Hallo ihr Lieben,


    ich weis gar nicht wo ich anfangen soll. Wird sicher ein langer Text, also jetzt schonmal ein Dank an alle, die bis zum Ende durchhalten...


    Die Beziehung zu meiner Mutter war schon immer sehr schwierig. Nicht nur für mich, sondern auch für meine vier Geschwister, von denen inzwischen übrigens keiner mehr Kontakt zu ihr hat. Aus mir völlig verständlichen und nachvollziehbaren Gründen!


    Meine Mutter hatte ganz sicher kein einfaches Leben. Sie ist jetzt fast 72, war 3x verheiratet und hat sehr viel mitmachen müssen. Was im Einzelenen möchte ich hier gar nicht schreiben. Ich denke es reicht zu erwähnen, dass es schlimm genug war, dass meine Mutter psychisch einige Wunden zurückbehalten hat. Panikattacken, egozentrisches Verhalten, Verlustängste und meiner Meinung nach ein recht realitätsfremdes Weltbild, immer im Mittelpunkt stehen wollen, Aufmerksamkeit auf sich ziehen egal wie etc...


    Schon als junges Mädchen hat sie mir gezeigt, wie sehr emotional abhängig sie von mir ist und hat mich damit emotional erpresst. Ich war 13 und im Ferienlager, als sie mir einen Brief schrieb in dem stand, dass sie sich wie amputiert von mir fühle weil ich so weit weg sei (war das erste mal alleine längere Zeit von zu Hause fort) und das es ganz schrecklich für sie sei, dass ich mich noch gar nicht bei ihr gemeldet hätte etc... Da schrieb sie mir auch von den schlimmen Erlebnissen ihrer zweiten Ehe. Hallo? Ich war 13 und musste Dinge lesen, die man heute in schlechten Krimis zu sehen bekommt. Vielen Dank Mama! Ich wusste nicht wohin mit mir, meinen Gefühlen, meinen Schuldgefühlen weil ich jetzt soweit weg von ihr war... Zum Glück hatte ich eine nette Gruppenleiterin, die sich stundenlang mit mir darüber unterhielt und bei der ich meine Ängste und Sorgen loswerden konnte.


    So zog es sich durch mein ganzes Leben. Wie oft wollte sie sich umbringen wenn sie im Streit mit meinem Vater nicht weiter wusste mit Argumenten. Sie schloss sich im Gäste-WC ein wo der Medizinschrank war und es war ihr egal, dass ihre kleine Tochter (ich) schreiend und gegen die Tür hämmernd draussen stand und Angst hatte, ihre Mutter würde sich etwas antun. Wie oft ist sie einfach im Streit weggelaufen und mein Vater ist los um sie zu suchen. Ich saß oft weinend auf der Treppe und hoffte, Papa würde meine Mama ganz schnell finden.


    Später als mein Vater starb erpresse sie meine Aufmerksamkeit auch häuffiger damit, dass sie Suizid androhte. Ich war nach dem Tot meines Vaters ständig für sie da. Ich war damals gerade 20. Irgendwann übermannte mich der ganze Stress (hab meine eigene Trauer verdrängt um für Mutter da zu sein) und es kam bei mir zur ersten Panikattacke. Hatte das dann eine ganze Weile sehr sehr schlimm, dass ich nichtmal mehr alleine einkaufen gehen konnte, geschweigedenn alleine eine Nacht in meiner Wohnung verbringen etc.. In dieser Phase hatte meine Mutter einen neuen Partner und sie hat mich hängen lassen. Ich seih doch nocht totkrank hat sie gesagt! Sie bereut das inzwischen, vergessen kann ich es dennoch nicht.


    Irgendwann hatte ich dann auch ein halbes Jahr keinen Kontakt mehr zu ihr, weil ich nicht mehr konnte. Sie bombadierte mich mit Briefen, in denen sie mir immer wieder durch's Hintertürchen vorwarf, dass ich zu wenig Zeit für sie hätte.


    Sie ist seit dem Tot meines Vaters sehr einsam. Meiner Meinung nach.. selber SChuld! Sorry.. sie hat nie gelernt sich einen Freundeskreis aufzubauen, da sie immer einen Partner hatte. Ich habe ihr schon so oft Möglichkeiten aufgezeigt, die sie in Angriff nehmen könnte. Von der Gemeinde im Ort gibt es viele Aktivitäten. Aber sie meint, da geht eh niemand hin und das will eh keiner. Das ist nur ein Beispiel von ganz ganz vielen. Meiner Meinung nach ist sie die Einzige, die das nicht will! Sie schafft es selbst nicht, sich einen Freundeskreis aufzubauen (bis auf einige Brieffreundinnen und eine Freundin zu der sie ab und zu zum Kaffee geht) und jammert mir ständig die Ohren voll, wie einsam sie doch wäre und das sie oft betet am nächsten morgen nicht mehr aufzuwachen, damit sie endlich Ruhe und Frieden hat.


    Seit 3 Monaten habe ich einen neuen Partner. Vorher bin ich ab und zu am Wochenende mal zum Essen zu ihr gefahren. Das habe ich jetzt die letzten 3 Monate nicht mehr gemacht, da ich meinen Partner nur am Wochenende sehe. Bin dafür dann halt mal unter der Woche hin. Aber natürlich weniger. Denn.. als ich ihr erzählte, dass ich einen neuen Partner habe (hab auch grad ne ziemliche Sch...... hinter mir, lebe in Scheidung etc...) war ihr erster Kommentar: "Na toll, dann habe ich ja jetzt gar nichts mehr von dir!" (in weinerlicher Stimme)


    Statt sich mal zu freuen für mich, geht es wieder einmal nur um sie und ihre Bedürfnisse. Da war ich schon wieder so wütend (Stichwort emotionale Erpressung), dass ich schon kaum mehr Lust hatte zu ihr zu fahren. Seitdem bombadiert sie mich ständig mit Briefen in denen sie mir vorhält, dass andere Töchter und Söhne ihre Mütter auch öfter mal abholen und sich um sie kümmern, obwohl sie berufstätig sind etc.. Und sie wäre ja auch immer Arbeiten gewesen und hätte trotzdem Zeit gehabt für ihre Eltert und ihre Kinder und und und ... Was das mit anderen Worten heissen soll, muss ich hier glaube ich nicht schreiben. Aber wenn ich sie drauf anspreche verstehe ich das natürlich alles total falsch und das sind keine Vorwürfe. Ich sei nur einafch nicht so belastbar und sie wüsste ja gar nicht woher ich das habe, sie hätte schliesslich auch gelernt zu kämpfen und wenn das nicht so gewesen wäre, wäre sie heute nicht mehr am Leben. Grrrrrrrrrrr


    Gestern schrieb sie mir, dass ich für andere Leute viel mehr Zeit hätte als für sie und wieder der indirekte Vorwurf, dass andere Töchter und Söhne sich mehr kümmern. Sie müsse sogar schon draussen lügen wenn sie gefragt würde, wo sie über die Feiertage (Weihnachten, Ostern) gewesen sei, damit sie sich nicht schlecht fühlen müsse den anderen gegenüber. Denn die würden ja schliesslich öfter als nur einen Tag (wie ich das immer mache) geholt oder besucht.


    Heute schreibt sie mir dann, dass sie seit Monaten nicht geduscht oder gebadet habe, weil sie nicht mehr aus der Wanne kommt. Aber weil ich ja soo im Stress sei, würde sie mich damit nicht belasten wollen.


    Ja ne is klar... Was tut sie denn damit bitte? Sie wirft mir indirekt vor, dass ich mich nicht um sie kümmere. Aber sorry, selbst wenn ich die Zeit hätte, ich würde sie dennoch nicht pflegen. Könnte ich gar nicht. Da muss sie sich bitte einen Pflegedienst suchen.


    Und klar, ich bin viel unterwegs, arbeite lange und muss nach der Arbeit immer erstmal Heim, weil ich meinen Hund versorgen muss etc... Da bleibt wenig Zeit, aber ich könnte es nat. öfter einrichten zu ihr zu fahren. Aber ich will nicht. Weil sie mich wütend macht, mir ständig ein schlechtes Gewissen einredet und ich doch zu ihr fahren möchte, weil ich es WILL und nicht weil ich ein schlechtes Gewissen habe. Hab schon wieder Ohrensausen und häufiger Panikattacken, weil mich das alles ziemlich unter Druck setzt. Am liebsten würde ich den Kontakt abbrechen, weil es mir einfach überhaupt nicht gut tut. Aber ich kann nicht.. Ich bin die letzte ihrer Kinder die noch Kontakt zu ihr hat und kann sie doch nicht im Stich lassen? Andererseits macht sie mich krank. Ernsthaft! Das was ich hier geschrieben habe ist nur ein klitzekleiner Ausschnitt aus einem großen Ganzen, ich könnte ewig so weiter machen. Ich kann langsam nicht mehr.. Kennt das einer von euch? Was würdet ihr tun?


    Ihr zu sagen, dass ich nur noch zu den Feiertagen komme und wir z. B. einmal die Woche telefonieren und ansonsten nichts.. funktioniert nicht. Habe ich auch schon versucht. Sie hält sich nicht dran. Dann werde ich wöchentlich mit Jammerbriefen bombadiert.....


    LG/ Loo

  • 103 Antworten

    emotional abgrenzen. kontaktabbruch noch einmal androhen und wenn das nicht hilft, durchziehen. wenigstens für einige monate, damit sie begreift, dass es dir ernst ist. du bist nicht für sie verantwortlich. bist du nicht.

    emotional abgrenzen ist wirklich der entscheidende schritt. dich darf geiwssermaßen die art der emotionalen erpressung deiner mutter einfach überhaupt nicht mehr richtig tangieren. höre weg, am telefon einfach kurz den hörer etwas weghalten und sie brabbeln lassen, dann wieder an den hörer und weitererzählen was du sagen wolltest.


    es ist wahnsinnig schwierig ich weiß. gut und sonderlich herzlich wird eure beziehung nie werden. ob du dennoch den kontakt halten möchtest, das musst du wissen. leichter wird es mit zunehmendem alter deiner mutter ganz sicher nicht, da kann man sich wohl noch auf verschärfte situationen gefasst machen.


    ich habe dasselbe mit den eltern meiner mutter erlebt. nach dem tod meiner mutter war ich das "opfer". erst nach jahren, nachdem ich bereits meine oma gepflegt habe, habe ich von einem tag zum anderen meine telefonnnummer geändert und nie wieder kontakt gehabt. ich konnte einfach nicht mehr - wäre vollend kaputt gegangen. zu diesem zeitpunkt lebte nur noch mein opa, auch pflegebedürftig. jahre später meldete sich nun das sozialamt, ich solle doch bittschön die beerdigungskosten meines opas zahlen. nicht mal tot lässt er mich in ruhe, so sehe ich das! traurig aber wahr.

    Hallo!


    Erst mal schicke ich dir ganz viel :)*:)*:)*!!!!


    Ich gebe Marienchen recht, dir wird nichts anderes übrig bleiben, als dich abzugrenzen. Und zwar ziemlich schnell, damit du nicht in diesen Kreislauf noch mehr hinein gezogen wirst!!!


    So wie du deine Mutter beschreibst, wird sie sich mit Sicherheit nicht mehr ändern. Also musst du einen Weg für dich finden, damit du nicht in das Leben deiner Mutter "einsteigst" (du schreibst ja, dass du bereits psychisch angeschlagen bist, was ja auch kein Wunder ist).


    Grenze dich ab und suche dir jemanden, der dir hilft, das Problem anzugehen und der dir einen Weg aufzeigt, umzudenken. Denn das Problem (Mutter) wird sich nicht ändern - du musst deine Einstellung dazu ändern.


    *:)@:)

    @ [Martienchen] Ja ich weis,

    du hast völlig Recht. Das weis ich ja auch.. Weis nur nicht wie ich das so in meinen Kopf reinbekomme, dass mich nicht ständig ein schlechtes Gewissen plagt. Im Grunde wäre es für mich das Beste, den Kontakt wirklich abzubrechen. Aber dann hab ich halt das schlechte Gewissen, da ich wie gesagt das einzige ihrer Kinder bin das noch Kontakt hat und sie dann niemanden mehr hätte. Aber letztendlich ist das nicht meine Schuld.... hm...

    @ liilja

    Eigentlich würde ich denk Kontakt am liebsten abbrechen. Einmal habe ich das schon geschafft, aber nicht durchgehalten. Es wäre für mich das beste. Aber wie ich auch an Martienchen schon schrieb.. das kann ich doch nicht auch noch machen, oder???

    Zitat

    Weil sie mich wütend macht, mir ständig ein schlechtes Gewissen einredet und ich doch zu ihr fahren möchte, weil ich es WILL und nicht weil ich ein schlechtes Gewissen habe. Hab schon wieder Ohrensausen und häufiger Panikattacken, weil mich das alles ziemlich unter Druck setzt. Am liebsten würde ich den Kontakt abbrechen, weil es mir einfach überhaupt nicht gut tut. Aber ich kann nicht..

    genauso ging es mir auch, ich erkenne mich da 100%ig wieder.


    sie raubt dir energie, lebensfreude, und das wahrscheinlich noch über viele viele jahre, wirkliches interesse an deinem glück und an deinem leben scheint sie nicht zu haben, oder?


    bei mir hat es fast 10 jahre gedauert um zu dem punkt zu kommen, mich zu distanzieren und den kontakt abzubrechen. hätte ich nie gedacht, dass ich das könnte. heute habe ich nur noch wut, auch auf mich (denn aus heutiger sicht habe ich mich emotional viel zu lange zulange ausnutzen lassen). das problem ist, das solche menschen nie verstehen werden, was sie eigentlich falsch machen, dass man so nicht miteinander umgeht...

    @ melaj

    Ja stimmt.. ändern werde ich sie nicht mehr und besser wird es warscheinlich auch nicht. Ich bin jetzt 30 und habe psychisch dadurch echt schon arge Probleme. Manchmal wünsche ich mir, sie ist tot. Ich weis das klingt hart und das sollte man nicht sagen.. aber ich wünsche es mir manchmal wirklich. Und dann hab ich erst Recht ein mieses Gewissen, weil man sich sowas doch nicht wünscht. Ach mann...

    @ liilja

    Das ärgert mich am allermeisten und macht mich sooooo wütend.. Das sie es nicht versteht. Sie lebt in einer ganz anderen Welt und egal was und wie ich es ihr erkläre, sie versteht nicht was sie in mir auslöst und was sie mir damit antut.


    Sie hat schon Interesse daran wie es mir geht, aber ich habe das Gefühl ihre eigenen Belange stehen dennoch im Vordergrund. Eigentlich lasse ich mich auch schon viel zu lange erpressen. Eigentlich hatte ich mit 14 schon die ersten psychischen Probleme wegen ihr und eigentlich hätte ich mich spätestens da schon von ihr lossagen müssen. Aber mit 14.. undenkbar. Nun bin ich 30 und ich möchte endlich unabhängig sein, glücklich sein, kein schlechtes Gewissen mit mir herumschleppenmüssen....

    Manchmal wünsche ich mir, sie ist tot.


    Kann ich dich vollkommen verstehen!!!!


    Aber glaubst du, dass dann das Problem wirklich komplett verschwunden ist? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einen ein schlechtes Gewissen (auch wenn es unbegründet ist) permanent verfolgt, auch wenn das Porblem schon gar nicht mehr existiert!


    Wie gesagt, die Situation lässt sich nicht ändern - nur deine Einstellung dazu. Dazu würde ich dir aber zu professioneller Hilfe raten, da ich selbst weiß, wie schwierig es ist, seine anerzogene Einstellung und Sichtweise (inkl. allen emotionalen Erpressungen etc.) zu ändern.

    klar, du bist noch nicht soweit bezüglich kontaktabbruch.. so war es ja auch bei mir jahrelang. ich habe damals realisiert, dass mir nicht guttut hinzufahren - jede weihnachten war ein graus für mich - aber auch ich war die einzige die geblieben war. mein bruder hat sich (verständlicherweise) bereits eher arg zurückgezogen. so habe ich mich dann noch extra dazu gedrängt gefühlt zu helfen. mna ist ja selbst auch kein unmensch, sonderen im grunde zu gut. nur gewürdigt wurde es nie.. sondern eher noch vorwürfe laut.. à la das ist nicht richtig, warum kommst du nur 4 tage.. ich hatte sogar ein schlechtes gewissen wenn ich mal einige tage zu freunden fahren wollte, wo ich doch telefonisch regelmäßig über die hilfsbedürftigkeit und schlimme situation im hause meiner großeltern unterrichtet wurde. da habe ich dann immer irgendwas erfunden, von wegen ich habe eine intesives seminar an der uni. bloß nicht sagen, dass man auch mal was schönes macht, denn da wird einem indirekt oder direkt gleich ein schlechtes gewissen gemacht. warum sollte man selber mal freude empfinden wenn es den beiden doch soooo schlecht geht, die welt ja soooo schlimm ist... man man man ich könnte romane schreiben mit beispielen und erlebnissen.. schlimm... ich habe nur noch verachtung für diese menschen...

    "Das ärgert mich am allermeisten und macht mich sooooo wütend.. Das sie es nicht versteht. Sie lebt in einer ganz anderen Welt und egal was und wie ich es ihr erkläre, sie versteht nicht was sie in mir auslöst und was sie mir damit antut."


    Verschwende doch nicht deine Kraft damit, deiner Mutter deine Sichtweise klar zu machen (va wenn du eh schon die Erfahrung gemacht hast, dass sie es nicht versteht). Das kostet dich doch nur noch viel mehr Energie!!!! Die kannst du anderweitig besser brauchen!


    Denk an dich - und konzentrier dich auf dich.

    1. Wut


    schonmal mit wut versucht? du bist doch wütend. und du hast allen grund dazu. sie ist erwachsen, viel älter als du, sie ist deine mutter. SIE sollte eigentlich noch für dich da sein, auch, wenn du selbst schon erwachsen bist. das erwarte ich von einer mutter. SIE soll für DICH da sein. das ist sie aber nicht. sie ist eine BELASTUNG für dich. keine STÜTZE.




    2. Lückenfüller


    dann musst du die erkenntnis verinnerlichen, dass du ihr gar nicht helfen KANNST. du hilfst ihr nicht wirklich, wenn du sie besuchst oder sie für einen tag abholst. damit hilfst du ihr nur, zu kompensieren. du bist für sie "nur" eine kompensation für defizite, die sie in ihrem leben hat. sie ist unglücklich, sie ist nicht ausgelastet, ihr FEHLT etwas. das, was ihr fehlt, bist aber nicht DU. du hilfst ihr durch deine anwesenheit nur, die lücke in ihrem eigenen leben zu stopfen. damit tust du ihr keinen gefallen. sie muss selbst erkennen, dass das defizit bei ihr liegt und nicht bei dir. dass NUR SIE SELBST in der lage ist, ihr leben lebenswert zu machen und die bestehenden lücken zu füllen.


    problem ist natürlich, dass sie das mit ihren 72 jahren im zweifel so nicht mehr erkennen geschweige denn eine therapie wird. sie ist ja schon sehr festgefahren in ihren mustern. und gott, ich mein, sie entstammt einer völlig anderen generation als wir. es war ja im zweifel zeitlebens ihre einzige aufgabe, sich um mann und kinder zu kümmern. wenn die wegbricht, fehlt natürlich alles. aber nicht du bist schuld daran. hör auf, dir die schuld zu geben. schuld waren die umstände, die erziehung, das weltbild, wasauchimmer, aber nicht DU. :)*




    3. Selbstschutz


    du hast nur EIN LEBEN. und das kannst du enetweder damit verbringen, dir vorwürfe und sorgen wegen deiner mutter zu machen, oder du kannst es lassen. lass deine gefühle zu, die wut, das mitgefühl, aber ziehe eine grenze zu dir. erkenne, dass du ihr nicht helfen kannst und dass du dein eigenes leben frei von schuldgefühlen leben willst.


    zur abgrenzung kann es helfen, ihr genau das zu sagen. sag ihr, dass es dich wütend macht. sag ihr, was sie tun kann. erkläre ihr, warum sie so ist, wie sie ist und dass es dir unendlich leid tut, dass du ihr aber nicht helfen KANNST. zeige ihr meinetwegen lösungsmöglichkeiten auf, aber sag ihr, dass sie das ALLEINE schaffen musst.


    und dann hast du alles getan, was du tun konntest. dann atme tief durch und widme dich deinem eigenen leben.


    gott, klingt das esoterisch. ;-D

    Hallo Callaloo,


    haben wir zufällig die gleiche Mutter ]:D ?


    OK, meine ist seit 40 Jahren mit meinem Vater verheiratet, eigentlich gings und gehts der verdammt (zu )gut, das wären Differenzen, aber mal davon abgesehen: das mit den Briefen kenne ich! Dann kennst Du sicherlich auch das Dilemma, wenn man mal wieder "an allem schuld ist", sich "nicht kümmert" (O-Ton: Wir sehen uns ja so selten.....) etc. und als schöne Steigerung "Ich habe ja so viel für Dich getan, dann könntest Du auch mal ein bisschen dankbar sein" etc. pp.?


    Ich bin radikal von ihr abgerückt - seit Weihnachten habe ich kein Wort mehr mit ihr geredet und habe mich nicht mehr blicken lassen.


    Was anderes hilft da nicht - außer Abstand.


    Ach ja: Ich lebe nicht nach ihren Vorstellungen und Wünschen - etwas, womit sie gar nicht fertig wird!


    :=o

    @ melaij

    Das ist das Problem.. Würde ich mir viell. ewig Vorwürfe machen wenn ich jetzt den Kontakt ganz abbreche und sie stirbt irgendwann? In der jetzigen Situation warscheinlich schon... Andererseits merke ich immer, wenn ich sie dann mal mit der Nase darauf stosse, dass sie ja doch nicht ganz einsam ist (hat super nette Nachbarn, eine Freundin um die Ecke und viele Briffreundinnen mit denen sie auch sehr regelm. telefoniert - mir wirft sie übrigens vor ich hätte ja viel mehr Freunde als sie und hätte es ja so gut deswegen.. is klar..), dann lenkt sie ein und meint, dass sie genug um die ohren hat, nur der Partner fehlt ihr halt. Na, den kann ich ihr aber auch nicht ersetzen!!!


    Ich glaub es fliesst noch viel Wasser den Rhein runter, bis ich mich davon lösen kann :-)

    @ liilja

    Ja es wird noch eine ganze Weile dauern, bis ich davon loskomme. Ich hoffe nur für mich, ich schaffe das auch irgendwann. In deinen Beispielen finde ich mich absolut wieder. Ich traue mich auch kaum meiner Mutter zu erzählen, wenn ich einen schönen Tag hatte. Dann kommt gleich wieder: "Ach ja, ich würd auch so gern mal wieder dies und das unternehmen, aber ich komm ja hier nicht raus!" Sie vergisst dabei aber, dass sie auch mal jung war und mit meinem Vater z. B. sehr viel unternommen hat. Das kann sie mir doch bitte jetzt auch mal gönnen, oder? *grrrrrrr* Krieg schon wieder die WUT!


    Letztens war ich mit meinem Freund 2 Tage bei seinen Eltern. Sie wohnen weiter weg und wir sind über Nacht geblieben. Während meines Besuchs dort rief sie mich an mit unbekannter Nummer (ist generell bei ihr so) und ich bin nat. rangegangen. Ich hab's nicht über mich gebracht ihr zu sagen wo ich bin. Das habe ich erst hinterher getan und es kam, was kommen musste... Sie machte mir Vorwürfe das wir noch nicht bei ihr waren und fragte mich, ob ich mich ihrer schämen würde. Tja.. was soll ich dazu sagen??? Nix... am besten!


    Die Mutter meines Partners war ganz erstaunt, dass ich meiner Mutter nicht erzählte wo ich sei und machte mir da auch noch ein schlechtes Gewissen. Aber ok, sie weis nicht was los ist und kennt die Situation nicht. Ich glaube, wenn man da nicht selber drin steckt, kann man es auch n ur schwer nachvollziehen. Selbst mein Freund sagt, dass er ja nur einen winzigen Ausschnitt meiner Geschichten mit Mutter kennt und mir da keine große Hilfe sein kann, weil er sich da nicht richtig reinversetzen kann. Immerhin gibt er mir recht, dass die letzten SMS und der letzte Brief ganz schön heftig waren. Und er meint auch, dass das so nat. nicht geht.

    Zitat

    Das ärgert mich am allermeisten und macht mich sooooo wütend.. Das sie es nicht versteht. Sie lebt in einer ganz anderen Welt und egal was und wie ich es ihr erkläre, sie versteht nicht was sie in mir auslöst und was sie mir damit antut.


    Sie hat schon Interesse daran wie es mir geht, aber ich habe das Gefühl ihre eigenen Belange stehen dennoch im Vordergrund. Eigentlich lasse ich mich auch schon viel zu lange erpressen. Eigentlich hatte ich mit 14 schon die ersten psychischen Probleme wegen ihr und eigentlich hätte ich mich spätestens da schon von ihr lossagen müssen. Aber mit 14.. undenkbar. Nun bin ich 30 und ich möchte endlich unabhängig sein, glücklich sein, kein schlechtes Gewissen mit mir herumschleppenmüssen....

    hey, ich bin auch 30. bin seit ich 14 war immer in den ferien (später auch länger) zu meinen großeltern gefahren, habe dort geholfen, sauber gemacht, mir sachen angehört....meine mutter (tochter der beiden) ist als ich 14 war gestorben. anstatt aber mich zu trösten (wie es wohl in den meisten familien normal gewesen wäre) oder sich zu kümmern, war eher ich diejenige die sich um die beiden kümmern musste. verdrehte rollen - purer egoismus zweier alter menschen, die nur an sich dachten. wenn ich nicht da war, wurde ich dennoch fast täglich mit anrufen "gequält", hatte immer dieses schlechte gewissen... fruchtbar.. das zermürbt...


    das ging 10 jahre so, wurde von jahr zu jahr (mit sich verschlechternder gesundheitszustand der beiden) schlimmer, bis zur unerträglichkeit.. ich war ja letztlich auch die einzige, die sie emotional erpressen konnten.. schlussendlich ahbe ich mit 25 dann wie gesagt, nachdem ich einfach nicht weiter konnte (null energie u. kraft mehr hatte) meine telefonnummer gewechselt. das kam ganz natürlich, wie ein reflex. denn es ging irgendwie erstmals um mich, mein wohlergehen wenn nicht gar überleben. war am ende. bin also einfach zur telekom, 50€ bezahlt und um eine andere nummer gebeten. zu diesem zeitpunkt war mir eigentlich alles egal... doch insgesamt hat es eben wirklich jahre und viele zermürbende erlebnissse gebraucht, um diesen schritt zu gehen.. hätte nie von mir gedacht, dass ich das überhaupt könnte... habe bis dahin immer genau wie du gesgat, dass mir der kontakt zwar alles andere als gut tut, aber ich ihn doch gleichzeitig auch nicht abbrechen könne - sie hatten doch außer mir niemanden... ja, was für altruistische einstellung meinerseits... 10 jahre meines lebens sind weg.. für nichts und wieder nichts... kein dank, nie ein liebes wort, keine anerkennung -