Nach neun Jahren einfach allein gelassen...

    Ich muss es mir jetzt einfach von der Seele schreiben. Vielleicht auch weil ich mir erhoffe, dass ich abends mit wem schreiben kann und mich nicht mehr so einsam fühle, auch wenn es das Loch, was er hinterlassen hat sich nicht stopfen kann.


    Ich bin 25 Jahre alt und arbeite in Stuttgart. Ich weiß gar nicht so recht wie ich anfangen soll. Mein Freund und ich waren fast 9 Jahre zusammen, bevor er vor etwas weniger als vier Wochen aus heiterem Himmel mit mir Schluss gemacht hat. Jetzt muss ich ein wenig weiter ausholen.


    Mein Freund und ich sind schon während der Schulzeit zusammen gekommen und haben die ersten drei Jahre eine Fernbeziehung geführt, dann sind wir beide zum Studium in die gleiche Stadt gezogen und auch sofort in eine gemeinsame Wohnung. Dort haben wir dann von 2010 bis 2015 zusammen gewohnt und waren sehr glücklich. Wir hatten im Jahre 2010 eine Krise, weil er in einer Verbindung war und dies einfach zu viel Zeit gefressen hat, er ist dann für mich, für uns damals auch ausgetreten und war im Endeffekt auch froh über seine Entscheidung, weil auch sein eigenes Studium darunter gelitten hat. Ein wenig später scheiterte er jedoch trotzdem in diesem Studium und hatte ein halbes Jahr eine Findungsphase, weil für ihn schon als kleines Kind quasi fest gestanden hatte, was er werden wollte. Ich hab ihn immer unterstützt und probiert möglichst gut neben meinem Chemiestudium für ihn da zu sein. Auch das haben wir gemeistert und er hat ein Studium gefunden, bei dem er danach auch viel mehr aufblühte und was ihm viel mehr Spaß machte. Ich will jetzt nicht so da stehen als hätte ich ihn immer nur unterstützt. Er hat genauso genau immer hinter mir gestanden, ich bin jemand dem Streß ziemlich körperlich zu setzt und er hat mich immer aufgefangen, während meinem ganzen Studium und mich aufgebaut. Wir waren einfach ein tolles Team und auch glücklich, natürlich hat man sich im Alltag wegen Kleinigkeiten mal gestritten, aber nichts Ernsthaftes.


    Letztes Jahr im Sommersemester hab ich dann meine Masterarbeit gemacht, welche sehr zeitintensiv war, aber auch dort hat er mich immer unterstützt, selbst wenn ich teilweise zwischen 12 und 16 Stunden täglich außer Haus war und auch wochenends im Labor stand. Ich konnte mich zuhause trotzdem immer fallen lassen und er war für mich da. Dann kam die Entscheidung meine Promotion nicht in der gleichen Stadt, sondern woanders durchzuführen, weil mich keiner der Forschungsschwerpunkte angesprochen hat. Ich hab mich rausbeworben und bin schließlich in Stuttgart genommen worden. Dies alles geschah auch immer im Gespräch mit ihm, wir haben es zusammen entscheiden, weil wie er selbst sagte "Du wirst hier für deine Promotion nicht glücklich" und genauso wäre es gewesen, also ging ich weg. Das war letzten Oktober/November. Die erste Novemberwoche sollte ich dann anfangen zu arbeiten, in der letzten Oktoberwoche starb dann sein Großvater, ich war gerade mal einen Tag allein in meiner neuen Wohnung gewesen, aber als ich das erfuhr, fuhr ich sofort zu ihm in unsere gemeinsame Wohnung, um für ihn da sein zu können. Ich hab jetzt ziemlich weit ausgeholt und komm jetzt zum eigentlichen…aber ich finde so ein bisschen Hintergrundwissen über unsere Beziehung muss man haben…

  • 25 Antworten

    (Teil 2 von 3)


    Das erste Semester, in dem wir wieder eine Fernbeziehung hatten, war in Ordnung. Wir haben es ganz gut hinbekommen, haben uns fast jedes Wochenende gesehen, waren glücklich, haben jeden Abend geschrieben und telefoniert, waren füreinander da. Dann kam das Sommersemester. Mein Freund ist jemand, dem es nicht gerade leicht fällt neue Kontakte zu knüpfen. Ich hab ihm während wir zusammen gewohnt haben oft gesagt, dass er doch mal Leute aus seinem Studium fragen soll, ob sie zusammen was machen wollen, aber er hat immer gesagt "das ergibt sich", aber natürlich ergibt sich so etwas nicht von ganz allein, sondern man muss auch selbst einmal die Initiative ergreifen. Somit hatte er nicht wirklich Leute in unserem gemeinsamen Studienort und wir haben somit eigentlich fast immer nur was mit meinen Leuten oder mit unseren gemeinsamen Nachbarn gemacht, mit denen wir uns sehr gut verstanden. Somit waren wir aber auch sehr aufeinander fixiert, auch wenn ich hier in Stuttgart mich mit meinen Arbeitskollegen sehr gut verstehe und wir hier auch abends mal was miteinander unternehmen. Aber trotzdem hab ich das hier immer nur als Zwischenstation gesehen für unsere gemeinsame Zukunft, sodass ich auch mein Leben auf die Wochenenden und auf ihn ausgerichtet habe.


    Wie gesagt, dann kam das Sommersemester. Mein Freund studiert Lehramt auf Biologie und hat dieses Semester einen Pflanzen- und einen Tierkurs gemacht, wo man auch Exkursion hatte und zusammen mit seinen Kommilitonen in der Gegend rumläuft und dabei ins Gespräch kommt. Dort hat er dann eine Dame kennen gelernt, mit der er sich auf Anhieb sehr gut verstanden hat. Nach der Hälfte des Semesters haben sie dann im Pflanzenkurs eine Klausur geschrieben und waren danach zu zweit weg. Ich vertraue meinem Freund, aber ich hatte damit trotzdem meine Probleme, weil ich sie nicht kannte. Sie waren dann 4 Stunden weg und danach haben sie sehr viel in WhatsApp geschrieben. Ich durfte immer alles von ihm aus auch lesen was sie geschrieben haben, um meine Nerven zu beruhigen. Irgendwann hatte sie auch so etwas geschrieben wie "Wir können zusammen kochen, essen gehen, ins Kino gehen, was trinken gehen – du hast ja jetzt mich!" Da konnte er in diesem Moment auch nicht so ganz mit umgehen, dabei ging es dabei nur darum, dass er ihr vorher erzählt hatte, dass es ihm nicht so sonderlich leicht fällt neue Leute kennen zu lernen. Aber da war uns beiden in diesem Moment unwohl und er hat auch danach das Gespräch gesucht, was dann alles geklärt hat. Trotzdem war ab dort irgendwie eine Unruhe in unserer Beziehung. Wenn wir uns gesehen haben, war alles gut und wir waren glücklich, aber wenn er dann wieder mit ihr weg ging und ich ihm sagte, dass er sich doch bitte per SMS einfach mal zwischenzeitlich meldete, dann kriegte ich als Antwort, dass das doch unhöflich wäre. Aber ich fand halt einfach, dass man sich nach 4 Stunden mal kurz bei seiner Freundin melden konnte… Genauso hatten wir dann bei den Treffen vorher gesagt, dass er zu der und der Uhrzeit ungefähr heim gehen wollte und er meldete sich einfach nicht…er hat danach selbst gesagt, er hat auf stur gestellt und ab dort hatten wir öfters mal darüber Streit. Aber bald merkte ich, dass es mir nicht darum ging, dass er mit der Dame weg war, sondern einfach, dass er sich nicht an die Absprachen hielt. Ich wartete nun mal in meiner Wohnung auf ihn, dass er anrief oder sich meldete, wenn er sagte, dass er dann und dann ungefähr wieder zurück sei. Einmal war er bei unseren Nachbarn in unserem gemeinsamen Studienort und hatte mir um acht geschrieben, er komme in einer halbe Stunden, dreiviertel Stunde hoch in unsere Wohnung, um zehn vor neun schickte mir unsere Nachbarin dann ein Bild von ihm und ihrem Mann wie sie sich gerade eine Pfeife anmachten. Das waren Sachen mit denen ich nicht umgehen konnte, da ich nun einmal allein in der Wohnung saß und auf ihn wartete. In der Retrospektive muss ich sagen, ich hätte da ruhiger sein müssen und würde dort jetzt auch probieren ruhiger zu werden. Dann hatte er vor genau einem Monat Geburtstag und wir haben zusammen mit unseren Nachbarn gefeiert, es war wirklich schön, wir haben auf ihn angestoßen, wir hatten wirklich tollen Sex, haben am Sonntag noch über das Kinderkriegen gesprochen, dass wir beide bereit dafür wären, wenn wir beide Geld verdienen würden und dann hab ich ihn Sonntag noch Sachen abgefragt, weil er den Dienstag drauf eine Klausur geschrieben hat. Montag musste ich dann morgens fahren und er sollte donnerstags zu mir kommen.


    Dienstag schrieb er dann die Klausur, am Wochenende hatten wir darüber gesprochen, dass sie danach weggehen und dass es länger dauern könnte, er sich aber melden würde. Die Klausur ging von 9.45 bis 13.15 und danach saßen sie zu dritt, ein andere Kommilitone, die Dame und mein Freund bis 20 Uhr in der Biologie tranken Bier und unterhielten sich. Er meldete sich alle zwei/drei Stunden mal. Dann gingen sie um 21 Uhr in die Stadt, sei Kommilitone ging heim und mein Freund ging allein mit der Dame was trinken und Brettspiele spielen. Um ein Uhr nachts hatte ich immer noch nichts von ihm gehört, dass er bald heim gehen würde, nach 12 Stunden. Um halb vier nachts haben wir dann telefoniert und ich hab inzwischen halt richtig am Rad gedreht…er war allein mit dieser Dame weg. Ich glaube ihm, dass dort nichts passiert ist, weil ich ihm vertraue, aber trotzdem hab ich es in meinem Kopf nicht klar gekriegt, vielleicht auch einfach aus Eifersucht, dass sie so viel Zeit mit ihm verbringen konnte und ich nicht, da ich so weit weg wohnte (über 300 km). Den nächsten Tag war aber alles in Ordnung und wir schrieben uns beide, dass wir uns sehr auf Donnerstag freuen würden, da wir uns dann endlich wieder sehen würden und den Montag drauf wollten wir zusammen in den Schwarzwald in den Urlaub fahren.

    Wie gesagt wir hatten über das ganze Semester über diese akuten Situationen immer mal wieder Streit, aber es war immer schön und man hatte das Gefühl es wurde besser, wenn wir uns sahen. Und dann kam er den Donnerstagabend. Er holte mich von der Arbeit ab, umarmte mich schon nicht und küsste mich nicht. Er hatte alle Sachen für den Urlaub im Auto. Wir fuhren in meine Wohnung und es war ganz komisch, so distanziert. Aber er sprach nicht mit mir. Den nächsten Morgen ging ich noch 4 Stunden arbeiten, war aber schon so durch den Wind, dass ich mich nicht konzentrieren konnte, sodass ich gegen 12 heim ging. Und dort sprach er dann mit mir, er wüsste nicht wie es weiter gehen könne. Er wüsste nicht, wie wir weiter machen sollten. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Er wüsste nicht, ob wir noch zusammen sein könnten. Er machte nicht mit mir Schluss, sondern wir redeten lang über das Semester und ich machte Lösungsmöglickeiten, wie wir uns beide daraus befreien konnten, wenn wir beide daran arbeiteten. Wir schliefen wie zwei fremde Menschen in einem Bett von Freitag auf Samstag, mir bereitete es gerade zu körperliche Schmerzen ihn nicht anfassen, nicht küssen zu können obwohl er neben mir lag. Er hielt mich auch noch den nächsten Tag hin, er meinte, er müsse darüber nachdenken. Mir ging es körperlich inzwischen schon richtig schlecht, ich hab kein Essen mehr bei mir behalten und war einfach am Ende. Wir gingen spazieren, lachten miteinander, abends spielten wir noch etwas, weil ich ihm auch zeigen wollte, dass er glücklich mit mir sein kann, mit mir Spaß haben kann und er meinte auch, er fande es schön. Die Nacht hab ich nicht mehr neben ihm in meinem Bett ausgehalten, die Situation war so angespannt…sodass ich auf der Couch geschlafen hab. Den nächsten Morgen haben wir gefrühstückt was ging…dann ist er noch einmal allein spazieren gegangen und dann hat er mit mir Schluss gemacht "Er könne so nicht mehr"….er hat mich einfach so im Regen stehen lassen. Wir haben danach seine Sachen gepackt und er ist gefahren. Wenn ich mir das hier nochmal durchlese, klingt das sehr lückenhaft, wir waren in meinen Augen wirklich glücklich, außer dass wir ab und an über das Semester darüber Meinungsverschiedenheiten hatten und ich dachte, wir könnten in unserer gemeinsamen Zeit in seinen Semesterferien und in unserem Urlaub darüber reden und wieder zueinander finden. Aber er hat uns die Chance nicht mehr gegeben. Ich hab ihm gesagt, wir müssen das Schrittchen für Schrittchen angehen…aber er hatte uns einfach schon aufgegeben.


    Es gibt noch einiges zu schreiben, aber ich muss jetzt erst in ein Seminar…

    Wenn es auch weh tut, er hat definitiv die Beziehung aufgegeben. Er startet in ein neues Leben, weil eure Beziehung aufgebraucht/verbraucht/verraucht ist. Da ist nix mehr was sich lohnt gestückelt verarbeitet zu werden. Du solltest auch in ein neues Leben starten. Jetzt.

    Sorry, aber nach dem was Du schreibst kann ich eher Deinen Freund verstehen als Dich.


    Es ist sehr belastend mit einer Person zusammen zu sein, die Besitzansprüche stellt, WhatsApp lesen will und sich in Freundschaften einmischt. Vertraut hast Du ihm da ganz sicher nicht. Dieses Misstrauen wird dann halt unterschwellig wahrgenommen, egal was Du anderslautendes verbalisiert hast und Schwuppes, fühlt er sich bei einer Person wohler, die mehr "in sich vertraut" und ihm nichts abverlangt. Dass muss noch nicht mal auf eine neue Beziehung hinauslaufen, sondern kann auch ein Besinnen auf sich selbst sein.


    Interessant fand ich auch, dass Du immer geschrieben hast, wir hatten Spaß, wir haben uns gut verstanden, alles war OK, wenn wir zusammen waren etc.


    Du sprichst für ihn, aber dadurch dass er sich getrennt hat, war es vielleicht gar nicht so, sondern nur in Deiner Wahrnehmung?

    Nun hat der Schreck ein Ende, anderst rum find ichs schlimmer. Du stehst zwar nun vor nem riesen Loch, aber bald scheint wieder Sonne, das Loch ist verschwunden, und es geht im neuen Licht weiter. Glaubs mir!

    Nur ein kurzer Beitrag:


    Ihr wolltet am Montag in Urlaub fahren, freut euch beide drauf. Am Donnerstag kommt er zu dir und hat schon alle Urlaubssachen gepackt.


    Das heißt doch, als er zu dir kam, hatte er wohl nicht die Absicht, sich zu trennen. Sonst hätte er doch nicht alles für den Urlaub gepackt.


    Ich denke, irgendetwas muss doch passiert sein, dass er, kaum angekommen, von Trennung redet.


    Kein Wort über das hier:

    Zitat

    Die Klausur ging von 9.45 bis 13.15 und danach saßen sie zu dritt, ein andere Kommilitone, die Dame und mein Freund bis 20 Uhr in der Biologie tranken Bier und unterhielten sich. Er meldete sich alle zwei/drei Stunden mal. Dann gingen sie um 21 Uhr in die Stadt, sei Kommilitone ging heim und mein Freund ging allein mit der Dame was trinken und Brettspiele spielen. Um ein Uhr nachts hatte ich immer noch nichts von ihm gehört, dass er bald heim gehen würde, nach 12 Stunden. Um halb vier nachts haben wir dann telefoniert

    Ich würde mich gegängelt fühlen: ich habe eine wichtige Klausur, hinterher feiern wir und ich muss mich alle 2/3 Stunden melden. Hast du ihn um halb vier angerufen? Oder er dich wachgeläutet?


    Ich könnte mir denken, wenn dich das so gepfupfert hat, hast du es wirklich nach seiner Ankuft gar nicht thematisiert?

    Zitat

    Ich glaube ihm, dass dort nichts passiert ist, weil ich ihm vertraue, aber trotzdem hab ich es in meinem Kopf nicht klar gekriegt, vielleicht auch einfach aus Eifersucht, dass sie so viel Zeit mit ihm verbringen konnte und ich nicht, da ich so weit weg wohnte (über 300 km).

    Wenn du ihm so vertraust - wärest du auch angefressen, wenn er mit einem Kollegen so viel Zeit verbracht hätte? Dieses mangelnde Vertrauen hätte mich fuchsig gemacht.


    Und wenn du schon angefressen warst...ist dann dies hier

    Zitat

    Er holte mich von der Arbeit ab, umarmte mich schon nicht und küsste mich nicht.

    vielleicht eine Reaktion auf Gegenseitigkeit? Übertrieben gesagt, ich weiß nicht, ob du nicht mit einem angefressenen Gesicht (übertrieben gesagt) auf ihn zugegangen bist, sodass die geplante Umarmung (dazu gehören immer zwei!) ausfiel.

    Also .. haut doch nicht so auf sie drauf !!!!


    "Gängeln" etc .. kann ich da nicht wirklich erblicken. Ich denke die andere Frau hat ihn recht aggressiv angegraben. Die Andere ist vor Ort .. etc ..


    Klar ist die TE nervös und eifersüchtig .. ich wäre es auch. So ganz toll fände ich es auch nicht, wenn meine Partnerin des Nächtens stundenlang um die Häuser zieht .. mit einem anderen Mann.


    Er ist dem Reiz des Neuen erlegen .. dagegen kommt man nicht an.


    Bin leider auch mal nach längerer Ehe "ausgewechselt" worden.


    Ich weiß, wie du dich fühlst ... Aber es geht vorbei ...


    Alles Gute

    Zitat

    Er holte mich von der Arbeit ab, umarmte mich schon nicht und küsste mich nicht.

    Hat er dich weggestoßen? Oder kam von deiner Seite auch nichts?


    Ihr seid zusammen gekommen, als ihr noch fast Kinder gewesen seid. Und in den allerseltensten Fällen halten diese Beziehungen über das Erwachsenwerden und die Berufsfindungsphase hinaus, da sich Menschen einfach noch sehr entwickeln - und eben nicht immer in die selbe Richtung.


    Dass der junge Mann irgendwann Lust auf mehr Leben bekommt, war eigentlich absehbar. Er verläßt eine Studentenverbindung, um mehr Zeit mit dir zu verbringen - ja, mit was eigentlich? einen großen gemeinsamen Freundeskreis hattet ihr wohl nicht, hattet ihr gemeinsame outdoor-Hobbies? Oder habt ihr in eurer Wohnung "im eigenen Saft geschmort"?


    Dann dieses Übergriffige ins Privatleben des anderen - Handy-Nachrichten lesen, Bericht erstatten, im 2-3-Stunden-Takt anrufen--sorry, aber das ist absurd.


    Und auch mir ist dieser Plural aufgefallen, dieses "wir waren glücklich". Du warst glücklich mit ihm. Und das ist toll, aber durch dieses frühe Kennenlernen bist du sehr symbiotisch geworden. Ab wann er nicht mehr so glücklich war, werdet ihr ggf noch in Gesprächen klären können.


    hat er tatsächlich nur diese seltsamen Sätze von sich gegeben

    Zitat

    . Und dort sprach er dann mit mir, er wüsste nicht wie es weiter gehen könne. Er wüsste nicht, wie wir weiter machen sollten. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Er wüsste nicht, ob wir noch zusammen sein könnten.

    oder gab es auch tiefere gespräche über eure Gefühle zueinander, wieso er nicht mehr an euch glaubt, was sich wie verändert hat?

    Zitat

    Er holte mich von der Arbeit ab, umarmte mich schon nicht und küsste mich nicht.

    Zitat

    Wir schliefen wie zwei fremde Menschen in einem Bett von Freitag auf Samstag, mir bereitete es gerade zu körperliche Schmerzen ihn nicht anfassen, nicht küssen zu können obwohl er neben mir lag.

    Kann es sein, dass du von ihm immer Aktivität erwartet hast und selbst nicht aktiv wurdest? Warum hast du ihn nicht geküsst, warum hast du ihn nicht angefasst?


    Ansonsten: Deine Beziehung ist ein weiteres Beispiel dafür, dass räumliche Trennung und damit verbundene fehlende körperliche Nähe die Wahrscheinlichkeit erhöht, sich auch emotional voneinander zu entfernen- ich vermute, da schaltet das Gehirn auch hormonell um. Fehlende körperliche Nähe lässt sich auch durch noch soviel mediale Kommunikation nicht ersetzen- das ist unabhängig davon, ob man das bewusst wahrnimmt oder nicht. Im Unterbewusstsein spielt das in jedem Fall eine Rolle- auch für das Entwickeln oder Verlieren von Gefühlen. Das ist auch unabhängig davon, ob der Partner unbedacht manche Entscheidung (Fernbeziehung für die Karriere) befürwortet hat.


    Du hast meiner Ansicht maßgeblich für den Verlust der Beziehung beigetragen (wenn vermutlich auch unbewusst). Ich vermute, dass du das nicht mehr kitten wirst können und er wird es vermutlich nicht mehr wollen. Mitunter merkt man erst hinterher, dass man Fehler mit so manchen Entscheidungen gemacht hat.


    Schaue nach vorne- du wirst eine neue Liebe finden.

    Zitat

    aber durch dieses frühe Kennenlernen bist du sehr symbiotisch geworden

    Mit Symbiose hat das eher wenig zu tun (aber vielleicht hat sich auch der Begriff in seiner Bedeutung von der biologischen Definition deutlich entfernt). Vereinnahmung (auch gegenseitige) ≠ Symbiose ...

    Liebe Luzifel,


    egal wie es dazu gekommen ist, lass Dich erstmal :°_ . 9 Jahre sind eine verdammt lange Zeit und wenn es dann noch die erste richtige Beziehung ist, ist es nochmal ein Stückerl extremer.


    Ein paar User vor mir haben ja schon Fragen gestellt - jetzt warte ich mal mit den anderen auf Deine Antworten und etwas mehr Input, dann kann man auch eher was raten / dazu sagen...

    Ich will gar nicht leugnen, dass ich auch einiges falsch gemacht habe, aber ich finde nach neun Jahren hätte man anders darüber reden können. Wir haben immer nur über die akuten Situationen gesprochen. Er hat nicht gesagt, was genau ihn stört, was ihm fehlt. Das ist auch das einzige was ich ihm "vorwerfe"; er hat mir nicht gesagt, dass er unsere Beziehung wirklich in Gefahr sieht. Er hat mir nicht gesagt, dass er sich so unwohl fühlt, dass er sich nicht mehr in der Beziehung wohl fühlt. Ich dachte zumindest immer, dass wir über alles reden konnten, aber er konnte wohl mit mir nicht reden. Wie gesagt, wir haben immer über die akuten Situationen, aber nie wirklich über uns geredet und das kann ich nach fast neun Jahren Beziehung nicht verstehen, dass er uns diese Chance nicht gegeben hat.


    Und ja, ich habe probiert ihn zu umarmen, aber man merkt ja auch, wenn der andere es nicht möchte oder sich irgendwie "unwohl" dabei fühlt.


    Ich weiß, ich muss mit Kritik von eurer Seite aus leben, aber nachdem ich verlassen wurde, ist mir natürlich nicht noch danach mich in einem Forum schlecht machen zu lassen. Es gäbe von unseren Treffen danach eigentlich noch einiges zu schreiben, aber ich werde es nicht schreiben, weil ich mir es hier von der Seele schreiben wollte, nicht weil ich hören wollte, was für ein dummer Typ er ist. Ich liebe ihn und kann ihm nicht einmal böse sein dafür was er gemacht hat. Ich kann nur nicht verstehen, dass er es nicht früher angesprochen hat und uns nicht die Chance gegeben hat eine Lösung zu finden. Ihr könnt schreiben wie dumm und bestimmend und was weiß ich ich war. Das ist mir auch ohne euch schon bewusst, also führt ihr mir nichts neues vor die Augen. Aber es ändert nichts daran, dass ich von ihm verletzt wurde, weil er nicht mit mir geredet hat, einfach für sich entschieden hat, ohne noch einmal um uns beide zu kämpfen. Wenn ihr weiter darüber schreiben wollt, wie dumm ich war, schreibt es, aber ich werde euch darauf keine Antwort geben (können), weil ich mir erstens dessen selbst bewusst bin, dass ich große Fehler gemacht hab und zweitens weil ich nicht die Kraft habe mich über diese "Verletzungen" hin weg zu setzen und es gibt ja auch nichts zu verteidigen, ich war dumm, aber er hat sicher auch nicht alles richtig gemacht. Schließlich gehören dazu nun einmal immer zwei.

    Ich sehe das so wie du, er hätte mit dir reden müssen.


    Ja du hast ihn vielleicht eingeengt, aber es wäre auch seine Aufgabe gewesen Grenzen abzustecken.


    Ich finde es schon arg traurig, wenn man nach 9 Jahren Beziehung nicht mal darüber reden kann, sondern einfach vor vollendete Tatsachen gestellt wird.


    Du hattest ja kaum die Chance, etwas dazu zu sagen.


    Ich schätze, dass er vielleicht auch in die andere Person verknallt ist. Anders kann ich mir diesen radikalen Schritt nicht erklären.


    Auf jeden Fall hast du mein Mitgefühl :�_ wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit.