Nach Streit, bin ich zu hart zu ihm oder ist das richtig?

    Hallo, vorgestern hat mein Freund einen ziemlichen Bock geschossen. Wieder einmal, aber jetzt muss ich stur bleiben. Ein paar Infos: Wir sind seit 2 1/2 Jahren zusammen, Höhen und Tiefen, beide emotional und stur, aber ich finde mich dann doch diplomatischer. Während er eine geringe Belastbarkeitsgrenze hat und schnell mal laut wird, kann ich viel Geduld haben (wenn irgendwas mal lange dauert oder nicht auf Anhieb klappt oder so). Ich habe bis vor einiger Zeit bei Streits schnell geweint, dies war aber in letzter Zeit kaum noch der Fall, ich hab sehr gelernt, mich zu beherrschen und ruhig zu bleiben, aber in gewissen Situationen kommt es dann halt einfach. Nun ja.


    Wir leben zudem in verschiedenen Städten (ca. 70 km auseinander) und sehen uns meist am WE, da wir beide arbeiten. Gibt aber auch genügend Wochenenden, wo jeder mal was für sich macht und daran hab ich mich auch mit der Zeit gewöhnt, auch wenn das heißt, dass wir uns mal zwei Wochen nicht sehen. Mein Freund braucht Nähe nicht so, ich könnte ihn schon etwas öfter sehen und das weiß er auch. Vor mir hatte er ziemliche Beziehungsangst und die spürt man bei mir auch noch, wenngleich ich für ihn eigentlich DIE Partnerin bin.. er kam nach einer kurzen Trennung vor zwei Jahren wieder und meinte, er müsse seine Angst in den Griff kriegen. Nun ja, wurde schon besser aber, manchmal kracht's noch deshalb, aber er arbeitet dran. Ansonsten harmonieren wir in so vielen Dingen, wir lachen gemeinsam, haben dieselben Interessen, sonst ist das Meiste schön. Ab und zu hat er aber auch Phasen, in denen er einfach eklig zu mir ist und ich hatte auch beruflich eine Downphase und war empfindlich, so dass sich das potenzierte und man sich Anfang des Jahres mal wochenlang anzickte. Da stand es schon auf der Kippe, aber ich sagte ihm dann, dass ich das nicht aufgeben möchte, er aber auch was dafür tun muss. Von ihm kam dann auch wieder viel Bemühung.


    Wir buchten eine Reise für Ende Juni, zu einem Reiseziel, das vor allem mir gefällt, für ihn wird es die erste Fernreise, trotz Flugangst. Er kochte öfter liebevoll für mich, begleitete mich zu einem großen Familienfest Ende April, obwohl er das nicht gerne mag - am Ende hatte er viel Spaß! Alles Dinge, die mir wichtig waren und zeigten, er tut was. Ich liebe ihn sehr. Dennoch ist ein Hauptproblem der letzten Wochen, dass er oft schnell patzig wird, wie z.B., wenn er schlafen möchte und sich 5 Minuten vor mir hinlegt. Dann wird sein Ton schnell überzogen böse, was ich mir aber nicht gefallen lasse. Das kam in letzter Zeit ein paar Mal vor, wo ich zwar jedes Mal sagte, reiß dich mal zusammen, du kannst trotzdem freundlicher sein, aber trotzdem war ich es, die nach jeder Zankerei ankam und dachte, ist es nicht wert und ihm Küsschen gab. Er sah meist die Schuld bei mir und das war nicht immer richtig so. :-/


    So, dann zu vorgestern Abend. Mein Freund ist allgemein nicht der Typ für Familientreffen, kam aber bisher schon ab und zu (maximal 2-3x im Jahr) mit, meist aber mit viel Überredung. Eben zu Anlässen, die mir wichtig waren und damit war dann ja auch gut. Gestern war meine Tante von weither bei ihrem Sohn, meinem Cousin, der in der Stadt meines Freundes lebt, zu Besuch, also 70 km von hier, und ich wollte ihn auch mal vorstellen nach langer Zeit. Grade wo er nur 3 Tramstationen entfernt wohnt. War auch nichts Großes, nur mein Papa (den er kennt und liebt) und eben die zwei und wir. Nur kurz Grillen, ein Bier und fertig. Er sagte erst nein, aber am Ende doch grantig zu und ich war kurz davor, das abzusagen, weil ich mich schlecht fühlte, ihn gedrängt zu haben. Wär besser gewesen.


    Ich versprach, ich hol dich unten vor dem Haus ab, damit du es findest. Er saß dann ernsthaft direkt 10 Min vor der Tür und wartete stur, bis ich ihn holte, schrieb wütende SMS, als ich sagte, ich kann grad nicht aus der Küche weg ("Halt dein Wort ein und hol mich jetzt, genau wie ich!" - "Such dir mal jemanden für deine Kaffeekränzchen!") Ich holte ihn dann und sagte direkt, wie affig das sei, der Mann ist 28 und so ein Drama.


    Er schimpfte den ganzen Weg hoch, aber er werde nun extra eine lustige Maske tragen, sagte er. Ich brach im Flur in Tränen aus, als er vorausging und ein Stockwerk höher alle happy begrüßte. Kurz drauf kam er zurück, entschuldigte sich (macht er sonst sehr, sehr selten!), jetzt ist es doch okay, ich wollte dir nicht wehtun, ich war wütend. Ich beruhigte mich, aber mein Abend war hin, weil ich mich schlecht fühlte, dass er gute Laune spielte. Sagte ihm, dass ich das nicht mehr machen werde, ihn überall mitzuschleppen. Das Schlimmste kam noch.


    Normalerweise benimmt er sich toll, meine restliche Familie, die ihn schon kennt, mag ihn sehr. Aber der Abend - Supergau.


    Mir fiel ein, dass ich am nächsten Tag in seiner Stadt morgens Konzerttickets von jemandem um 12 abkaufen wollte am Hbf. Fragte ihn, ob ich dann über Nacht bleiben könne. Sagte er vor allen: "Nein, du fährst schön heim! Du warst diese Woche schon 2 Tage da, jetzt ist mal gut, brauch auch mal Zeit für mich." Ich fragte ihn dann, ob er für mich dann vielleicht die Tickets holen konnte - von ihm sind es 5 Min mit Bus, von mir 1h mit Auto und schlechte Parksituation. Und dann der Hammer: "Nein, ich will auch mal ausschlafen. Fahr du doch, sind doch deine Tickets. Du willst sie, also hol sie." Ich sagte nicht mehr viel, aber merkte, dass meine Familie fassungslos war. Ich hab mich ehrlich geschämt. Sogar mein Papa, der ihn gern hat, war sehr enttäuscht, wie er an dem Abend mit mir umging.


    Es kam auch nochmal das Thema auf, ob wir uns das kommende Wochenende überhaupt sehen, er wollte doch auch mal eins für sich haben und wir sehen uns doch im Urlaub lange genug (er fürchtet wohl, dass wir zu viel aufeinanderhocken und dann knatschen - war letztes Jahr in den Ferien so. Aber mei, das kann man doch nicht ewig vermeiden :-/. Dann soll er halt einfach netter sein mit mir, dann bin ich auch nett.) Ja und schließlich komme doch der Geburtstag seiner Mom auch noch am 18., da sehen wir uns ja nochmal und 2 Tage drauf fliegen wir schon, er hätte dann wenigstens gern nächstes WE noch für sich. Ich habs dann einfach dabei belassen.


    Später ging er verabschiedete sich recht nüchtern, ungewöhnlich für ihn. Ich schrieb ihm später im WA, dass ich das Mitkommen sehr lieb fand, aber nie mehr verlangen werde, dass das mein Fehler war, keine Rücksicht genommen zu haben. Dass ich jetzt mal paar Tage Zeit für mich brauche. Dass er sich in letzter Zeit echt beschissen mir gegenüber benimmt, dass es mir zu denken gibt, dass er nicht mal den kurzen Weg fahren kann für mich. Und er hoffentlich endlich mal selber merkt, wie er mit mir umspringt, das falle nicht nur mir auf (er tat es ja immer als Zickerei ab) und dass er sich wie ein A.... verhalten hat. Von ihm kam: Ja, das war nicht nett, es tut mir leid, aber es war mir alles zu viel auf einmal." Ich schrieb dann: Runterfahren lässt du mich aber trotzdem. Spar's dir. Diesmal reicht ein Sorry wirklich nicht.


    Tja, seitdem Funkstille. Finde es schon toll, dass er sich entschuldigt (selten!), weil ihm sowas schwerfällt. Und irgendwie tut er mir auch leid, da er auch verunsichert war (eine Freundin meinte, deshalb sollte ich ihn wohl auch holen unten), er für mich mitkam und da wohl auch Anspannung mitspielte. Aber er springt in letzter Zeit extrem ego und rücksichtslos mit mir um, macht nur, was ER will und es muss sich einfach was ändern, er muss es ernst nehmen, dass ich nicht immer klein beigebe und mich so behandeln lasse, weil er seine Launen hat. Er liebt mich schon, das spür ich oft, aber ich will trotzdem nicht ständig seine Pamperei abkriegen, sondern auch respektvoll angesprochen werden. Ich will, dass da jetzt mehr kommt als ein Zweizeiler. Vor allem, dass er mal merkt, dass ich eben dieses Mal NICHT die bin, die nach ein paar Stunden mit Verzeihungs-Frieden-Smileys ankommt und sich vertragen will, egal wer schuld war.


    Könnte mir aber auch gut vorstellen, dass er sich nun schämt, weil er seinen Fehler bemerkt hat und ihm eigentlich immer sehr wichtig war, was mein Papa von ihm denkt.


    In 2 Wochen verreisen wir 14 Tage, ist schon alles bezahlt, war teuer. Ich hoffe bzw. denke nicht, dass er das absagen wird. 2 Tage davor hat seine Mama Geburtstag, wo ich eigentlich jedes Jahr war. Ich weiss nicht ob ich hingehen soll, hab noch keine Uhrzeit oder Info. Ob er was sagt, ob ich warte bis er schreibt. :-( Ob ich mich melden soll, weil er sich entschuldigt hat. Bin ich zu hart?


    Das nagt an mir. :°_

  • 70 Antworten

    Also was ich aus den ganzen unnötigen Details rauslese, ist dass du wegen Banalitäten rumheulst (wenn du gesagt hast dass du ihn abholst, dann sei auch da und schnibbel nicht noch Gemüse - so ein Verhalten Find ich auch ätzend! man selber steht wie ein Idiot vorm Haus und der andere macht irgendeinen Quatsch statt sein Wort zu halten), was tierisch anstrengend ist, und er total genervt von dir ist. Und zwar so sehr, dass er nicht mal Bock hat für dich 5 Minuten zum Bahnhof zu gehen. Für mich wäre das keine Beziehung. Wenn dir das ausreicht, hätte ich als Tipp, dass du doch tatsächlich mal zurücknimmst bis er sich meldet. Würde mich bei deiner Schilderung aber auch nicht wundern, wenn er es nicht tut. Eure Beziehung liest sich für mich (!) ziemlich kaputt. ":/

    Es ist schwierig gerade, aber die letzte Zeit war nach dieser schweren Phase im Winter wieder sehr schön. Wir haben gemeinsam die Reise geplant und freuen uns darauf, hatten viele schöne gemeinsame Abende, alles stressfrei und harmonisch... und jetzt sowas. :°(


    Ich möchte eigentlich nur, dass er mit mir nicht immer so patzig spricht, mich gleich anfährt. Der Ton macht die Musik. Ich hätte es nicht schlimm gefunden, wenn er abseits gesagt hätte, hör zu, morgen bitte nicht, mag auch mal ausschlafen. Was ich ja auch verstehe, er arbeitet die ganze Woche schon wie ein Irrer. Aber nicht in so einem Ton vor meiner Familie. Die haben sich ja auch hinterher gedacht, was war das denn für einer.

    Ich überlege die ganze Zeit, ob ich mich melden soll, ihm schreibe:


    Natürlich nehm ich deine Entschuldigung an und das weißt du auch, dass ich das schätze. Das Problem war nun auch nicht, dass ich selbst fahren musste, sondern dass der Tonfall immer gleich so patzig wird, wie ich schon vor ein paar Wochen sagte.


    Oder nicht?


    Hmm.. ich möchte nicht mit ihm ewig streiten deshalb, aber er muss das doch auch irgendwo verstehen.

    Mein Gott welch Drama.


    Erst einmal:


    Wenn er keinen Bock auf Familienfeiern hat, dann geh allein hin. Mache ich auch seit 5 Jahren. Im ersten Jahr meiner Beziehung habe ich meinen Freund noch zum kennen lernen mitgenommen, inzwischen tauche ich fast überall allein auf. Mein Partner geht nicht Mal zu Familienfeiern seiner eigenen Verwandtschaft. Da verlange ich das auch nicht bei meiner.


    Zweitens:


    Wenn du jedes Mal das Heulen anfängst weil du wieder rum zickst (ja, so liest sich das für mich) hätte ich auch keine Lust dich länger zu ertragen. Geschweige denn dur nen Gefallen zu tun.


    Drittens:


    Sein ausgeprägtes Distanzbedürfnis musst du wohl hinnehmen. Wenn dir das zu wenig Nähe ist: Wird er wohl nicht der Richtige für dich sein.


    Er ist sicher kein Engel aber so wie du hier alles beschreibst, ziehst vor allem du dich an Nichtigkeiten hoch. Und er scheint erst Mal grundsätzlich schlecht gelaunt zu sein.

    Aber mit eurer Reiseplanung gabs doch auch jede Menge Unstimmigkeiten, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Mir fällt einfach auf, dass ihr sehr verschieden seid. Seine Pampereien sind eher ein Symptom als das eigentliche Problem. Das geht sogar soweit, dass er Dinge mit dir macht, die er nicht mag, weil sie dir wichtig sind. Das ist für mich völlig absurd.

    Zitat

    Hmm.. ich möchte nicht mit ihm ewig streiten deshalb, aber er muss das doch auch irgendwo verstehen.

    Und wenn nicht? Liebe löst nicht alle Probleme, man kann trotz Liebe nicht kompatibel sein, weil man sich nicht nach solchen kriterien verliebt bzw. es bei vielen unabhängig davon sein kann. Die Frage ist auch ob es gesund ist, wenn man weiterhin liebt obwohl man so behandelt wird. Aber selbst wenn, sollte man sich irgendwnan die Frage stellen, ob man das noch weiterführen sollte.


    und der zeitpunkt ist bei euch eventuell gekommen.


    Ihr scheint einfahc nicht zusammen zu passen, weil ihr euch zu ähnlich seid bzw. ihr braucht wohl jeder Jemanden, der entspannter an die Sachen rangeht und eher nachgibt. Zwei drama queens zusammen ist ein problem, wie zwei Narzisten oder eben auch zwei die immer das Sagen haben wollen. Das mag mal spannend sein, ist aber für den Alltag und auf dauer nix.

    wow, also nach den Aussagen würde ich mich bestimmt nicht zuerst melden. :|N :(v


    Aber jetzt mal abgesehen von diesem pipifax Streit, da fehlt eine gewaltige Portion Respekt in eurer Beziehung, dass man sich nicht so anschnabelt. Mit sowas würde ich nicht klar kommen. Wie reagiert er denn dann bei richtig schlimmen Sachen?


    Mir ist meine Familie sehr wichtig und ein Freund, den meine Leute nicht interessieren ist auch nicht mein Freund. Klar, am Anfang ist alles ungewohnt und man(n) ist unsicher, aber es gibt doch nichts schöneres als eine zweite Familie. Nichtsdestotrotz ist es seine Entscheidung und er ist eben so... Ich finde ihr passt nicht zusammen und bei dem was ich da lese würde ich mich trennen. Das klingt eher nach ständiger schlechter Laune. Was ich als Hauptproblem bei euch sehe ist das unterschiedliche Nähebedürfnis. So was geht nie gut! Da nützt auch noch so viel Liebe nicht, denn ihm ist es entweder zu viel oder du leidest... ein Mittelweg ist da schwer.

    Sorry, ich lese da vor allem eines heraus: Ihr passt nicht zusammen und kommt rein vom praktischen Umgang her nicht miteinander klar.


    Das erinnert mich fatal an meine erste Beziehung. Wir haben ewig aneinander festgehalten, obwohl das echt nicht gut war. Bei aller Liebe (!) manchmal passt man einfach nicht zusammen.


    Gerade wenn es immer wegen Kleinkram knallt zeigt das für mich Recht deutlich dass es einfach nicht zusammen klappt.


    Tut mir echt leid, ist hart. Aber mein starker Eindruck.

    @ RightNow

    Moment. Ich hab angefangen zu weinen, weil, WENN er mir zusagt und einwilligt, mitzukommen, soll er sich bitte auch benehmen und nicht 10 Meter vorher eisig und gehässig werden und mir reindrücken, dass er dann halt eine lustige Maske trägt und mir jede Menge anderer Sachen sagt. Entweder, er sagt zu und macht das dann auch, oder er kommt halt nicht mit. Meine Tränen waren in dem Moment Ausdruck von Überforderung. Ich hatte Essen vorbereitet und mich gefreut, dass ich meinen Freund vorstellen kann und er bringt mir im letzten Moment sowas, nein, da sehe ich nicht ein, wo ich zicke, das finde ich dann einfach scheiße. Da muss ich nicht diskutieren, sowas macht man nicht.

    Wir haben inzwischen miteinander gesprochen, ich habe ihm geschrieben. Dass ich seine Entschuldigung annehme, aber sein Verhalten mir ggü. scheiße fand. Dass ich es schätze, dass er mitgekommen ist, ich das aber künftig nicht mehr erwarten werde. Was ich aber erwarte, ist, dass er mir ggü. respektvoller auftritt, vor allem vor anderen Menschen. Sowas geht für mich persönlich echt gar nicht und da ist es mir schnurzpiepegal, ob es Partner, Mutter, beste Freundin, sonstwer ist, der so mit mir redet.


    Hat er eingesehen, hat auch gesagt, ja verstanden, aber er versteht nicht, wo er in der Ticket-Sache unfair war, sei ja schließlich meine Sache.


    Nun ja. Mein Eindruck von Anstand ist, dass man sowas selbstverständlich macht, nicht nur für den Partner. Einfach, weil man sieht, man kann dem anderen viel Mühe ersparen, ich bin halt einfach so erzogen worden.

    Ich weiß auch nicht... :-/ Angepampt werden mag ich auch nicht, vor allem nicht von meinem Partner, das finde ich ganz schlimm und das ist in meinen Augen kein Umgang mit demjenigen, den man liebt. Wenn man schlechte Laune hat, dann sollte man die generell nicht an Mitmenschen auslassen und schon gar nicht an seiner besseren Hälfte und vor allem nicht mit Regelmäßigkeit.


    Aber.


    Liebe TE, ich finde dein Verhalten auch sehr... gewöhnungsbedürftig. Erst schleppst du ihn auf eine Familienfeier, auf die er absolut keinen Bock hat. Dann holst du ihn nicht einmal wie verabredet ab, sondern lässt ihn erstmal vor der Tür warten. Und dann, obwohl du im Grunde von ihm an diesem Tag schon wirklich viel verlangt hast (nämlich, dass er für dich zu dieser Familienfeier geht), willst du am nächsten Tag noch, dass er für dich die Tickets holen geht. Natürlich ist die Wegstecke für ihn ein Witz, aber gleichzeitig ruiniert das nunmal auch seine Vormittagspläne (ob das nun ausschlafen oder irgendwas anderes gewesen wäre, finde ich in diesem Fall egal). Kurzum: Ich finde, all die Dinge, die du da von ihm verlangt hast, sind in der Menge einfach zu viel gewesen. Auf die Bedürfnisse deines Freundes hast du bei weitem zu wenig Rücksicht genommen. Du wolltest ihn vorzeigen, er nicht. Du willst die Tickets, er hätte die Arbeit gehabt. Du wolltest, dass er vor dem Haus wartet - und hast ihn warten lassen.


    Die Sache mit dem Nähebedürfnis ist immer eine Kiste. Ich ticke total wie dein Freund und auch, wenn ich mittlerweile mit meinem Partner zusammenlebe, so ziehe ich mich regelmäßig ganze Abende zurück und wir machen auch getrennt Urlaub. Ich brauche diese Zeit.


    Und jetzt diese Urlaubskiste: Du wolltest an das Reiseziel, er hat Flugangst, er hat sich schon beim letzten Urlaub mit "aufeinanderhängen" unwohl gefühlt, aber du denkst (Zitat) "Aber mei, das kann man doch nicht ewig vermeiden :-/"


    Ganz ehrlich, liebe TE: Ich finde, du liest dich hier unheimlich egoistisch. Dein Freund macht für dich einen Urlaub mit, hinter dem er anscheinend nicht steht und der für ihn mehr Belastung als Urlaub ist. Er geht für dich zu Feiern, wo er nicht hinwill. Und du willst mehr, mehr, mehr, bitte auch noch die Tickets und wieso knatscht er nur, wenn du ihn bei den ungeliebten Feiern auch noch warten lässt und ja mei, man muss doch gefälligst auch mal mehr Zeit miteinander verbringen, das kann man doch nicht ewig vermeiden.


    Doch, kann man. Es gibt genug Paare, die dauerhaft in Fernbeziehungen oder zumindest getrennten Wohnungen leben, weil sie eben beide ein geringes Nähebedürfnis haben. Und in idealen Beziehungen ist es ein Geben und Nehmen. Da fährt man auch gerne mal für den Partner morgens früh Tickets holen...aber dafür schleppt der andere einen auch nicht auf Veranstaltungen, wo man nicht hinmöchte. Und da werden bei gemeinsamen Urlauben Zeitdauer und Ziel so ausgesucht, dass sich beide wohlfühlen - und wenn der eine nicht gerne fliegt und der andere schon, dann macht man halt mal getrennt Urlaub.


    Damit will ich nicht sagen, dass der Freund sich okay verhält. Was ich damit sagen will: Ich finde seine Reaktionen absolut verständlich und ich hätte wahrscheinlich schon früher die Notbremse gezogen und wäre garantiert nicht mit zur Feier gekommen. Aber ich hätte es in einem freundlichen Ton gesagt, denn der Ton macht die Musik. Wenn du allerdings dauernd solche Anwandlungen hast und ihn zu Dingen überreden willst, hinter denen er nicht steht - sei es Urlaubziel, Urlaubsdauer, Feiern, irgendwelche Besorgungen - und ich würde mir vorkommen, als wenn meine Wünsche gar nichts zählen würden... ja, dann würde ich wahrscheinlich auch irgendwann pampig werden. Aber auch Konsequenzen ziehen und das sehe ich bei dem Mann nicht.


    Ich denke schon, dass er dich liebt. Und ich wünsche euch, dass ihr beide erkennt, dass jeder von euch mit dem anderen ziemlich schlecht umgeht. Was ihr dann daraus macht, müsst ihr sehen. Wirklich gut zusammenpassen tut ihr meiner Meinung nach nicht, aber manchmal ziehen sich Gegensätze ja doch an und am Ende wird es noch was.

    Zitat

    Moment. Ich hab angefangen zu weinen, weil, WENN er mir zusagt und einwilligt, mitzukommen, soll er sich bitte auch benehmen und nicht 10 Meter vorher eisig und gehässig werden und mir reindrücken, dass er dann halt eine lustige Maske trägt und mir jede Menge anderer Sachen sagt. Entweder, er sagt zu und macht das dann auch, oder er kommt halt nicht mit. Meine Tränen waren in dem Moment Ausdruck von Überforderung. Ich hatte Essen vorbereitet und mich gefreut, dass ich meinen Freund vorstellen kann und er bringt mir im letzten Moment sowas, nein, da sehe ich nicht ein, wo ich zicke, das finde ich dann einfach scheiße. Da muss ich nicht diskutieren, sowas macht man nicht.

    DU bist zu spät gekommen. ER rafft sich Dir zuliebe auf und kommt mit - und Du lässt ihn dann wie einen Hansel vor der Tür warten, weil Du Gemüse schneiden musst??? Und dann erwartest Du von ihm auch noch, dass er fröhlich lachend und gut gelaunt ist - obwohl er auf die ganze Sache von vornherein keine Lust hatte und Du das auch WEISST?


    Was hätte er bitte tun sollen, vor Deiner Familie weiterhin schlechte Laune haben? Sei froh, dass er sich so zusammengerissen hat. Stattdessen stellst Du dich noch hin und heulst? ":/


    Sorry.... ihr nehmt Euch beide nix.

    Ich habe mir gerade Alles durchgelesen und wollte eigentlich nur dasselbe schreiben wie Thalina. War zu langsam ^^. Nur mit dem Unterschied, dass meine erste Beziehung nicht deshalb gescheitert ist, sondern wegen anderer Dinge.


    Dein Freund liebt die Distanz, du willst Nähe. Er macht gerne in der Nähe Urlaub (?), du in der Ferne. Er igelt sich gerne ein und vermeidet Familienaktivitäten, du liebst sie und brauchst deinen Partner dabei. Das passt nicht. Er verbiegt sich derzeit total und deswegen ist er so knatschig, glaube ich. Habt ihr denn überhaupt Gemeinsamkeiten?


    Mein Partner und ich haben auch manchmal unterschiedliche Bedürfnisse was Urlaubsplanung und Familientreffen angeht, meist finden wir Kompromisse und ich habe mich auch daran gewöhnt, manche Dinge einfach alleine zu tun, dränge ihn nicht. Böse Worte gibt es aber so gut wie nie, ich könnte mir das gar nicht vorstellen. Ich habe den Eindruck, ihr beide habt jeweils wenig Respekt voreinander.