Nach Trennung - Seele und Geist wieder zusammenbringen

    Liebe Teilnehmer,


    die Überschrift macht deutlich, welches Anliegen ich habe.


    Es soll keine Beurteilung der Trennung zwischen meinem Partner und mir stattfinden. Ich wünsche mir Eure Meinung und Eure Beiträge, wie ich meine Gedanken und meine Gefühle zueinander bringe.


    Seit der Trennung vor ca. 2 Wochen fühle ich mich innerlich befreit und leicht.


    Die Schwere im Körper, die ich spürte hat mich verlassen und ich fühle, dass die Trennung mich aus einem inneren und äußeren Gefängnis holte.


    Jedoch dreht sich mein Geist noch und noch um das Thema.


    Welche Tipps und Möglichkeiten könnt Ihr mir nennen, dass mein Geist und meine Seele wieder zueinander finden und sich das Gedankenkarussell nicht mehr ständig um das Geschehen dreht?


    Ich weiß logisch und fühle, dass es richtig ist, wie es nun ist, aber mein Gehirn spielt noch immer wieder die Konflikte und das Vergangene durch. Ich sage geistig immer "nein, nein, nein", jedoch habe ich es mental noch nicht begriffen.


    Vielen Dank


    Cathalena

  • 4 Antworten

    Hallo Cathalena,


    ist das dein Mann, von dem du dich nach 38 Jahren getrennt hast ?


    Du bist jetzt Mitte 50 und es wird Zeit dich auf dich zu besinnen, was du die letzten Jahre anscheinend


    nicht getan hast oder dir verwehrt wurde.


    Wie lebst du denn, hast du dein eigenes Umfeld oder mußtest du dir ein Neues schaffen ?


    Wenn sich an deiner Umgebung nichts wesentliches geändert hat, dann ist es schwieriger, weil du immer


    an dein bisheriges Leben erinnert wirst, in einer neuen Umgebung kannst du dich besser von allem lösen.


    Hast du Freunde/innen, bist du berufstätig oder fällt dir zuhause die "Decke auf den Kopf".


    Da ich das alles nicht weiß, kann ich dir nur raten: Beschäftige dich mit Dingen die dir Spaß machen,


    Sport, Kultur, Kunst, geh ins Kino und Theater, mach Shopping, hilf anderen....und, und, und ..und in ein


    paar Wochen sieht die Welt schon wieder anders aus.

    Führe ein Gedankentagebuch, wenn du spürst, dass das Gedankenkarusell sich zu drehen beginnt, schreib einfach alles auf was dich beschäftigt. So kannst du alles rauslassen und verarbeiten.


    Oder du suchst dir im Internet Zitate, Sprüche, Lebensweisheiten und Mantras die du verinnerlichen kannst und zB in der Wohnung aufhängen, und daraus vlt sogar ein neues Hobby schaffen, indem du das schön gestaltest :) so bist du ganz bei dir und mit einer Arbeit beschäftigt, welche die Gedanken ebenfalls stopt :)

    Zitat

    Geist und Seele wieder zusammen bringen

    Fangen wir damit an. Ich glaube, wenn du das tun willst, sie "zusammen bringen", dann tust du deinen Gefühlen Gewalt an. Ich weiß nicht, wie lange deine Beziehung gedauert hat, aber sie war vermutlich Normalität, sie war Lebensinhalt, ihr ward als Paar ein Ganzes. Und nun wurde etwas amputiert, egal aus welchen Gründen. An eine Amputation muss sich ein Körper langsam gewöhnen, auch wenn der Verstand das weiß.


    Ich rate also dazu, da nicht mit Gewalt etwas zusammen bringen zu wollen, sondern lieber staunend anzuschauen, was sich da alles Überraschendes im Gefühlsleben auftut. Dein neues Leben beginnt mit vielen Überraschungen, die aus dir selber heraus entstehen. Lass sie doch zu, denn du scheinst ja nicht darunter zu leiden.

    Zitat

    Die Schwere im Körper, die ich spürte hat mich verlassen und ich fühle, dass die Trennung mich aus einem inneren und äußeren Gefängnis holte.

    Sei dankbar dafür, dass du diese Erleichterung schon spüren darfst. Viele lassen das nicht zu. Es gehört dazu und war ja auch Ziel, wenn man sich "aktiv getrennt hat", was ich bei dir allerdings nicht weiß.

    Zitat

    Welche Tipps und Möglichkeiten könnt Ihr mir nennen, dass mein Geist und meine Seele wieder zueinander finden und sich das Gedankenkarussell nicht mehr ständig um das Geschehen dreht?

    Die Formulierung ist viel besser "dass Geist und Seele wieder zueinander finden", da geht es nicht mehr um das aktive "Zusammenbringen", sondern darum, dass sie zueinander finden. Lass sie suchen, lass dein Herz und deine Seele durch diese neuen Erfahrungen hindurch gehen und versuche das nicht mit Gewalt. Dabei ist natürlich hilfreich, wenn du viel neuen Input zulässt, der sich aus der neuen Situation des Alleinseins und der Freiheit ergibt. Das, was du jetzt tun kannst – und vorher nicht – verändert dein Leben ja tiefgreifend. Du gehst in ein neues Land und nach und nach werden die Erlebnisse in diesem neuen Land wichtiger als die Konflikte, die zur Trennung geführt haben. aber das braucht Zeit.


    Das Abschließen mit der Beziehung ist also ein Prozess und nicht eine Aktion. Dazu gehören all die Gedanken, die jetzt durch deinen Kopf gehen. Die sind notwendig. Und die kann man zusammen führen. Das geht umso leichter, je mehr du deinen Expartner so akzeptieren kannst, wie er war und ist. Und je mehr du einsehen kannst, dass diese Trennung zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist. und vieles andere mehr, das ich bei dir nicht weiß.

    Zitat

    Ich weiß logisch und fühle, dass es richtig ist, wie es nun ist, aber mein Gehirn spielt noch immer wieder die Konflikte und das Vergangene durch. Ich sage geistig immer "nein, nein, nein", jedoch habe ich es mental noch nicht begriffen.

    Wozu sagst du NEIN? Zur Trennung? Oder dazu, dass dein Bewusstes und dein Unbewusstes das alles noch verstehen und zuordnen möchte? Ich rate vom Nein ab. Denn all das, was sich da abspielt, hat mit deiner Gefühlswelt zu tun. Und Gefühle, zu denen man Nein sagt, werden verdrängt und kommen wieder. Gefühle zu denen man Ja sagt, integrieren sich und werden nach und nach unwichtiger, wenn man sie verstanden hat.


    Also weniger Gewalt und mehr staunendes Anschauen und Zulassen….

    Vielen, vielen Dank für Eure Antworten.


    Eure Meinung und die Tipps helfen mir wirklich sehr.


    Ich weiß, meine Gedanken werden die gemeinsame Zeit (5 Jahre) ableben. Ich weiß, dass die Zeit das Geschehen aus dem Mittelpunkt rückt, doch ich hätte gerne diese Gedanken nicht mehr. Es ist gut, dass die Trennung stattgefunden hat. Ich verspüre keinen betäubenden Schmerz oder Leid. Ich denke nur oft daran, dass es zu dieser Trennung kam.


    Ich sage geistig "nein", dass ich auf keinen Fall wieder zurück gehe.


    Viele Grüße


    Cathalena