Nachwuchswunsch bei schwieriger Lebenssituation

    Hi,


    ich schreibe hier mal, weil ich nicht weiß mit wem ich sonst drüber reden kann.


    Meine Frau möchte gerne unbedingt ein weiteres Kind, wir haben jetzt eine Tochter die 25 Monate alt ist und jetzt soll nochmal Nachwuchs her. Soweit ist ja alles ok, ich bin generell auch der Meinung das ein Geschwisterchen schon schön wäre, wären da nicht unsere schwierige Lebenssituation (zumindest sehe ich die als schwierig). Ich fasse mal kurz zusammen:


    - Frau: Borderlinerin/Tiefenpsychologisches Trauma, war auch in Kliniken & zwei Therapien. Gelernter Beruf im Büro. Kurz nach der Ausbildung kam der Ausbruch ihrer Krankheit, somit war sie lange Zeit Krank bzw. danach Arbeitslos. Neue Ausbildung begonnen als Kinderpflegerin - dann plötzlich schwanger gewesen (alles direkt nach der Traumatherapie). Ausbildung konnte nicht beendet werden - seitdem Mutter bis unser Kind in Kindergarten kommt.


    - Ich: Angestellter Kaufmann in einem Familienbetrieb, mittlere Bildungsstufe, Alleinverdiener mit monatlich ca 1900 EUR Netto in der 3er Lohnsteuer. Mit Erziehungsgeld und Kindergeld sind wir bei 2250 EUR im Monat für 3 Köpfe. Keine Zeugnisse außer von der Schule weil schon seit 15 Jahren im gleichem Betrieb. Sämtliche Bewerbungen bis jetzt erfolglos um in andere Firmen zu kommen und sich dort "hochzuarbeiten". Fortbildungen intern nicht möglich. Weiterbildungen extern ist nur der Betriebswirt möglich, allerdings 2 1/2 Jahre Abendschule und Kosten von ca 4000 - 5000 EUR ohne das Wissen das dann "mehr Türen offen stehen".


    - Wohnort: In einer der Städte die extrem teuer sind. m² Preis bis zu 1000 EUR für Grundstücke. Miete mit 15-17 EUR pro m² kalt. Selbst "Glück" mit der Mietwohnung. Relativ günstige Miete, ca. die Hälfte vom örtlichem Mietspiegel. Die Mehrheit der Einwohner arbeitet hier in der Industrie und sind Gut - Spitzenverdiener. Deshalb auch die hohen Preise - die sich mittlerweile auch auf den Lebensstandard umschlagen.


    Ich habe halt mit mir ein Problem weil ich denke das ich es nicht schaffe eine 4-köpfige Familie mit meinem Gehalt zu ernähren. Klar, es gibt Leute die leben mit viel weniger, aber dafür geh ich nicht arbeiten. Mein Ziel war es eher das wir auch mal ein Haus mit Garten haben und nicht in ner kleinen Mietwohnung leben. Außerdem möchte ich nicht jeden Cent umdrehen müssen um über die Runden zu kommen und für mein(e) Kind(er) sollte auch noch genug da sein - auch das wir was zurück legen können damit die es in ihrer Zukunft leichter haben.


    Wir machen jetzt schon keine großen Sprünge, gönnen uns fast nix außer jedem 100 EUR "Taschengeld" damit wir auch bisschen persönliches Geld haben. Jetzt muss nur mal was passieren oder die Miete 20% in die Höhe gehen, und das die nächsten Jahre (ist ja so erlaubt glaube ich) und schon wird es sehr knapp. Außerdem kann mir keiner garantieren das meine Frau je wieder arbeiten kann. Das ist auch Teil ihrer Krankheit das sie einen unglaublichen Druck verspürt und Angst hat alles falsch zu machen. Sie sagt zwar sie hat gelernt das es ein Teil von ihr ist und kann damit umgehen aber ich weiß einfach nicht ob das in der Realität tatsächlich auch so ist...


    Das sind alles meine Gedanken die Kreisen, meine Frau denkt die ganze Zeit: Wir schaffen das schon. Jetzt noch ein Kind, dann nochmal 3 Jahre daheim bleiben und danach geht sie wieder in die Arbeit (oder macht nochmal 2 Jahre Ausbildung als Kinderpflegerin).


    Was denkt ihr - übertreibe ich, sind Kinder nicht planbar und man muss es einfach auf sich zukommen lassen? Ich bin auch in psychologischer Behandlung mittlerweile weil mir u.a. die Zukunft echt zu schaffen macht. Allerdings weiß ich nicht ob meine Frau das nicht zu leicht sieht?


    Wäre toll wenn sich hier ein paar Meinungen finden.

  • 49 Antworten

    Ganz ehrlich? Da DU alles stemmen musst und die Belastung aushalten musst, solltest Du auf DEIN Gefühl hören. Das ist keinesfalls böse gemeint, aber was nützt Kind Nr. 2, wenn Du unter dem Druck zusammenbrichst und es dann erst recht problematisch wird?


    Ich habe da eine sehr geteilte Sichtweise. Einerseits habe ich wg. instabiler Jobverhältnisse (und fehlendem Partner) auf Kinder verzichtet. Jetzt ginge es evtl. noch gerade und der Wunsch ist da, aber: Jobverhältnisse immer noch prekär (befristet, wie seit 10 Jahren immer wieder). Und andererseits hatte ich auch immer mal wieder krankheitsbedingte Ausfälle. Krankengeld ist weniger als Arbeitslosengeld und meine (ängstliche) Haltung seither ist: Die Finanzplanung muss auch mit Krankengeld noch funktionieren. Zumindest Basics wie laufende Kosten, ohne schlaflose Nächte.


    Und es klingt jetzt schon so, als ob Du Dir einen Ausfall nicht leisten kannst...


    Bzgl. Jobsuche: Bestehe mal auf einem Zwischenzeugnis!

    Wie sieht es denn allgemein mit Rücklagen aus ? Ich hab nämlich auch das Gefühl als würdet ihr euch schon heute einen "Ausfall" kaum leisten können. Der Betrieb muss ja nur durch irgend nen blöden Zufall an die Wand fahren oder du musst bloß mal nen Unfall oder ne Krankheit haben, könntet ihr dann 3-6 Monate vom Kranken- oder Arbeitslosengeld über die Runden kommen ohne euch zu verschulden bzw. zwangsläufig umziehen zu müssen ?


    Ich hätte da auch ein ganz ganz schlechtes Gefühl, gerade auch im Hinblick auf die Tatsache das deine Frau wohl nie ganz "normal" arbeiten können wird. Sie hat die erste Ausbildung zwar abgeschlossen, scheint aber nicht in diesem Job arbeiten zu können/wollen, die zweite Ausbildung hat sie garnicht abgeschlossen und ist jetzt schon zwei Jahre aus dem Thema raus. Jetzt will sie noch drei oder vier Jahre dran hängen ? Dann ist sie über 6 Jahre aus dem gelernten Beruf raus, da gilt sie fast schon als "ungelernt", d.h. sie muss dann mit (geschätzt) um die 30 nochmal komplett von Null anfangen. Ob das, gerade bei der Krankheit, funktioniert ? Ne Ausbildung plus zwei Kinder plus Haushalt kann für ne gesunde Frau schon echt heftig sein, selbst wenn der Partner hilft. Meiner Meinung nach solltest du an dieser Stelle nicht damit rechnen das sie zu eurem Lebensunterhalt beiträgt, ist sicherer.


    Hör auf dein Bauchgefühl, da ist auf jeden Fall was dran.

    Ich stimme sunflower und Nordi zu. Euer Familienmodell steht und fällt mit deinem Verdienst, und es gibt einige Stellen, wo nix schiefgehen darf (dein Job, eure Miete, ihre Gesundheit).


    Aus meiner Sicht sollte deine Frau erstmal wieder in den Beruf kommen. Wie alt ist sie denn, könnt ihr ggf. noch in 3-5 Jahren ein zweites Kind bekommen?

    Wow danke für eure schnellen Antworten!


    Also ich werde dieses Jahr 32, meine Frau 27. Unser Kind würde nächstes Jahr in den Kindergarten kommen, somit würde meine Frau ab dem Tag zumindest halbtags wieder arbeiten wollen. Uns geht es auch darum, dass wir eigentlich nicht zu viel Abstand zwischen den Kindern haben möchten.


    Und ja, ich weiß, mit mir steht und fällt alles. Leider sieht sie das einfach nicht. Warum auch immer. Gut, wir haben auch zwei unterschiedliche Lebenssituationen bis jetzt gelebt. Ich in einer 5-köpfigen Familie mit eigenem 2 Familienhaus und großem Garten, sie mit Schwester und Mutter weg vom Erzeuger, mussten Mutter musste sich durchboxen, ist zwar jetzt wieder verheiratet, wohnen aber auch nur zur Miete und ist halt alles etwas zweckmäßiger als bei mir je war.


    Mich macht es insofern auch verrückt weil ich ja auch nicht jünger werde.. Und meine Jobsituation ist so oder so schwierig, egal ob mit einem Kind, zwei oder keinem. Passieren darf nie was.


    Und Rücklagen haben wir so gut wie keine - es ist aufjedenfall im unterem 4stelligem Bereich.


    Und das mit dem Zwischenzeugnis ist mir auch klar, ich war ja letztes Jahr bei meinem Chef, danach war eine halbe Krise ausgebrochen, er hat mir die Zusage gegeben das ich das Zeugnis bekomme und ne Lohnerhöhung gegeben... Bis heute hab ich nix und in so ner kleinen Firma ist es natürlich auch nicht wie in einem großem Konzern das selbstverständliche Dinge auch wirklich selbstverständlich sind...


    Achja, ich wünsche mir eigentlich schon ein Geschwisterchen... Nur will ich auch Leben und nicht ohne jetzt irgendjemand anzugreifen in einer 50m² Blockwohnung zur Miete irgendwo in einem Sozialviertel wohnen:(

    Zitat

    Also ich werde dieses Jahr 32, meine Frau 27. Unser Kind würde nächstes Jahr in den Kindergarten kommen, somit würde meine Frau ab dem Tag zumindest halbtags wieder arbeiten wollen. Uns geht es auch darum, dass wir eigentlich nicht zu viel Abstand zwischen den Kindern haben möchten.

    Aber ihr habt euch ja schon mal ganz grundsätzlich ein anderes Leben für euch vorgestellt, da war die Erkrankung deiner Frau natürlich auch nicht dabei, daher seid ihr eben gezwungen einen anderen Weg zu gehen. Ich denke, dass es auch für den beruflichen Werdegang deiner Frau gut wäre, wenn sie diese Möglichkeit wieder halbtags zu arbeiten wahrnimmt (und wer weiß, vielleicht ist ein zweites Kind dann auch für sie kein Thema mehr für den Moment). Und dass deine Frau ihre Ausbildung nochmal aufgreift und sogar beendet ist keine Option?

    Was genau will sie denn machen wenn das Kind (bzw. irgendwann die Kinder) im Kindergarten sind ? Hat sie da konkrete Vorstellungen / Jobs in Aussicht ? Wünschen kann man sich halt viel, es muss aber auch in der Praxis funktionieren und genau da sehe ich eben in eurem Fall ein gewisses Problem.

    ich finde es, abgesehen von der finanziellen Situation, ohnehin schwierig, mit einer Persönlichkeitsstörung Kinder zu bekommen. je nach Ausprägung und Erfolg der Therapie können durch dieses typische Stimmungs-Auf-und-Ab auch mal schnell Kinderseelen einen Schaden nehmen.

    Zu der Krankheit und den Chancen deiner Frau jemals deutlich zu eurem Lebensunterhalt beizutragen kann ich nichts sagen. Aber ich finde es krass, wenn schon über 2000 EUR nicht ausreichen sollen eine vierköpfige Familie zu ernähren. :-o


    Du schreibst einerseits, dass du dich nicht unbedingt noch mehr (finanziell) einschränken möchtest. Andererseits möchtest du mal ein Häuschen haben (ein Häuschen habe ich nach deinem Text als Eigenheim interpretiert, da du das gegenüber einer Mietwohnung abgegrenzt hast). Über diesen Traum solltest du nochmal nachdenken. Ist das wirklich so wichtig für dich? Wäre das überhaupt (auch mit einem etwas höheren Verdienst) jemals machbar? Eigenkapital spart sich auch mit ein paar Euro mehr Gehalt nicht einfach so an, zumindest nicht in den benötigten Größenordnungen. Und wenn du jetzt schon Angst vor der Zukunft (Verdienstausfall) hast, wieviel Angst wirst du als Eigentümer eines Häuschens haben?


    Vielleicht wäre als Ziel eine (Miet-)Wohnung mit Garten (eventuell etwas außerhalb deiner Stadt) realistischer? Und vielleicht könntest du dich dann eher mit einem zweiten Kind anfreunden (abgesehen von der gesundheitlichen Situation deiner Frau), denn das kostet deutlich weniger als das erste, wenn noch alles (Hochstuhl, Kinderwagen, Babybett etc) da ist.


    Den Wiedereinstieg in den Job (neuer Job) nach dem zweiten Kind fanden zwei Freundinnen von mir übrigens leichter als den selbigen nach dem ersten. Nach dem ersten hatten die Personaler wohl eher Angst, dass noch ein zweites Kind kommt als dass nach dem zweiten ein drittes kommt. ;-)

    Zitat

    Frau: Borderlinerin/Tiefenpsychologisches Trauma, war auch in Kliniken & zwei Therapien.

    Wie geht es denn deiner Frau zurzeit und wie ist ihre Prognose? Zwei Kinder und Haushalt können schon eine gesunde Frau ans Limit bringen. Im schlimmsten Fall kannst dann schnell alleinerziehend sein, weil deine Frau die Kinder nicht mehr versorgen kann.

    Zitat

    Mit Erziehungsgeld und Kindergeld

    Was ist das für ein Erziehungsgeld? Wie lange bekommt ihr das noch?

    Zitat

    Ich bin auch in psychologischer Behandlung mittlerweile weil mir u.a. die Zukunft echt zu schaffen macht.

    Und du meinst, das wird besser, wenn das Baby erst mal da ist?

    Zitat

    Alleinverdiener mit monatlich ca 1900 EUR Netto in der 3er Lohnsteuer.

    Damit wäre es für einen Single ohne Eigenkapital schon extrem schwer, ein Häuschen zu finanzieren, wenn man damit mit über 30 anfängt. Denke, es wäre für deine gefühlte Überlastung besser und realistischer, wenn du dich von dem Gedanken an ein eigenes Haus trennen könntest.

    Also am aller wenigsten Sorgen mache ich mir darum, das meine Frau keinen Job finden würde. Die hat in ihrer Ausbildung zu den besten im Bundesstaat gezählt, hat danach in einer Top-Firma gearbeitet und diese auf eigenen Wunsch verlassen weil sie lieber in eine kleinere wollte. Dementsprechend sind ihre Zeugnisse. Sie hat auch schon zwischenzeitlich mal bisschen als Aushilfe gejobbt, der Laden hat aber leider zugemacht. Auch in einem anderem Geschäft als Verkäuferin hätte sie einen 450 EUR Job bekommen, aber das wäre zu stressig vom Weg her mit öffentlichen Verkehrsmitteln.


    Konkrete Vorstellung vom Job her ist wie gesagt: Im Büro oder was ich ihr natürlich am meisten Wünschen würde, wenn irgendwie möglich, das sie im Kindergarten wieder arbeiten kann bzw. Ihre Ausbildung dort machen kann. Mit abschließen geht es leider nicht, da sie in ihrem Ausbildungskindergarten nachdem das mit der Schwangerschaft rausgekommen ist (am 2ten Tag, ungeplant für uns beide, das ganze Leben hat sich auf den Kopf gestellt) unten durch war und die ihr auch ganz klar zu verstehen gegeben haben das sie gerne die Schulprüfung absolvieren kann, aber in jedem Fall werden sie ihr keine Eignung geben weil sie nicht oft genug dafür da sein wird.


    Und da beisst sich auch wieder der Hund in Schwanz, sollten wir weiter aus der Stadt wegziehen, und in unserem Fall müssten müssen wir hier von 30 - 50 KM ländlich reden damit die Preise lockerer werden, bräuchten wir auf jeden Fall einen zweiten PKW, was natürlich die Mietpreisreduktion gegenüber der Stadt wieder relativiert.


    Und ja, meine Frau hat BPS (oder wie die Störung heißt) aber wir sind seit 8 Jahren glücklich und wenn ich eins weiß ist, das sie nie unser(e) Kind(er) enttäuschen bzw. irgendwas wäre - da sie selbst schlimmste Erfahrungen in ihrer Kindheit durchlebt hat versucht sie eher unser Kind zu gut behütet aufwachsen zu lassen. In dieser Beziehung lass ich nichts an sie rankommen, da lege ich meine Hand für sie ins Feuer.


    Und ja, vielleicht werden wir nie ein eigenes Häuslein haben, aber wenigstens eine schöne Wohnung mit Garten und einer vernünftigen Größe, die bezahlbar ist, das wäre auch was. Bitte nicht auf das Häuschen versteifen. Und wegen meiner Zukunftsängste, das ist nur ein kleiner Teil meiner Diagnose. Ich hab wohl auch ein Bored-Out-Syndrom von meiner Arbeit und überhaupt spielt mein Arbeitsplatz eine riesen Rolle in meinen Problemen, mein Psychologe meint auch das der einzigste Ausweg ist, dort weg zu kommen - wenn es so einfach wäre... Aber dieses Thema steht ja hier auch nicht zur Debatte, wollte ich nur mal äußern da ich nicht denke das meine Probleme mit einem 2tem Kind verschärft werden würden (ok, außer die Geldsache).


    Wir bekommen momentan 190 EUR Kindergeld und 150 EUR Erziehungsgeld bis nächstes Jahr im Frühsommer wenn das Kind 3 wird. Danach geht es hoffentlich ab spätestens September in den Kindergarten der dann mit ca. 100 - 150 EUR zu buche schlägt. Ein weiteres Kind würde ab dem zweitem Jahr 190 EUR Kindergeld + 150 EUR Erziehungsgeld wieder bringen, im Endeffekt hätten wir aber nur die 190 EUR mehr zur Verfügung da sich das Erziehungsgeld mit dem Kindergarten verrechnet.


    Und ja, von der Anschaffung her bräuchten wir nicht mehr viel. Ein zweites Bett und vllt. ein größerer Schrank, der Rest ist vorhanden. Das wäre das kleinste Problem.


    Auch sind unsere Eltern immer für uns da und würden uns auch in finanzieller Not für eine Zeit untstützen können, das möchte ich aber nie in Anspruch nehmen müssen... Wollte nur damit sagen das wir wohl nie auf der Straße leben müssten - aber sag niemals nie^^

    Wie groß ist denn die jetzige Wohnung?


    Und um wieviel günstiger wäre eine Wohnung außerhalb? Wenn deine Frau den Zweitwagen für Einkäufe, Nachmittagsbespaßung der Kleinen bräuchte, reicht auch ein kleiner gebrauchter. Das müsste man mal gegenrechnen.


    Wenn du an einen Jobwechsel denkst - bist du dann zwingend auf diese teure Stadt angewiesen oder gäbe es auch im Umland Stellen?


    Übrigens finde ich, dass du sehr liebevoll von deiner Frau sprichst. Es klingt nach einer tragfähigen Partnerschaft trotz der Umstände. Und das finde ich super.

    Zitat

    Und ja, meine Frau hat BPS (oder wie die Störung heißt) aber wir sind seit 8 Jahren glücklich und wenn ich eins weiß ist, das sie nie unser(e) Kind(er) enttäuschen bzw. irgendwas wäre

    Wenn deine Frau krank ist, dann nützt das aber alles nichts. Daher meine Frage nach der Prognose. Selbst wenn sie jetzt stabil ist, gilt das nicht unbedingt für immer. Das kann aber nur ihr Arzt einschätzen.

    Zitat

    Aber dieses Thema steht ja hier auch nicht zur Debatte, wollte ich nur mal äußern da ich nicht denke das meine Probleme mit einem 2tem Kind verschärft werden würden (ok, außer die Geldsache).

    Da machst du dir etwas vor. Es gibt viele Gründe die gegen ein zweites Kind sprechen. Und ich denke, das weisst du im Grunde auch, sonst hättest du weder diesen Faden eröffnet, noch diese ganzen Gegenargumente angesprochen.

    Ein zweites Kind könnte euch im schlimmsten Fall so sehr belasten, dass alles in die Brüche geht. Das würde ich nicht riskieren.


    Wartet, bis eure Lage besser ist.


    Was ist denn so schlimm daran, wenn zwischen den Kindern mehr Jahre liegen? Euch geht ja nichts verloren. Wieso "muss" auf Biegen und Brechen ein zweites Kind her?


    Für wen? Für deine Frau. Wieso möchte sie das? Ist das wirklich der einzige Grund oder versteckt sich hinter diesem Wunsch noch mehr? Arbeiten kann man theoretisch auch 8 Wochen nach der Geburt wieder.


    Dass sie sich jedes Mal schon drei Jahre nehmen möchte, finde ich persönlich sehr viel. Das hat mich hellhörig gemacht. Sie scheint sich ja irgendwie davor zu "drücken". Aber nicht in dem Sinne gemeint, dass sie nicht arbeiten möchte - das möchte sie bestimmt. Nur scheint ihr die Situation Angst zu machen.


    Wie lief denn ihre zweite Ausbildung? Hat sie sich da wohler gefühlt? Wie kam es zur Schwangerschaft?

    ich habe das gefühl, dass ihr alle argumente finden könntet, die für, oder gegen das geschwisterchen sprechen, dich das aber seelisch nicht weiterbringt.


    weißt du, ich habe beide kinder sehr jung mit einem genau so zuversichtlich-naiven mann zusammen bekommen und da war das motto "das bekommen wir schon hin, wir bekommen die gören schon satt". haben wir auch!


    auch glaube ich, dass ihr das auch schaffen könntet, wenn die häuschen-idee halt dann zurück steht, oder die berufstätigkeit der frau anders durchdacht wird.


    aber: du klingst so voller bedenken und fast schon panisch, dass ich nicht glaube, dass ihr das nach zahlen oder fakten entscheiden solltet, sondern nach zuversichts-gefühlen :)_

    Diese Entscheidung ist immer schwierig, egal wie positiv auch immer die Lebensumstände sein mögen. Ich würde folgenden Kompromiss machen: Deine Frau geht arbeiten sobald das Kind im Kindergarten ist für 1-2 Jahre. Dann kommt sie erstens wieder zwischendurch ins Berufsleben und zweitens weiß sie, ob ihr die Arbeit gut tut. Dann probiert Ihr es mit Kind 2. Das würde Euch finanziell gut tun, weil sie dann auch Elterngeld für Kind 2 beziehen könnte. Der Altersabstand von ca. 4 Jahren zwischen den Kindern wäre immer noch OK. Und Ihr hättet mehr Sicherheit. Vielleicht wäre das ein Modell für Euch.