• Neue Vorliebe von ihm kennengelernt (FKK) und Problem damit

    Ich habe mit meinem Mann dieses Jahr zum ersten Mal in seiner alten Heimat Urlaub gemacht und dabei eine ganz neue Seite an ihm kennengelernt, nämlich FKK oder evtl. sogar eine exhibitionistische Neigung. Da bin ich noch unschlüssig und deshalb schreibe ich hier, denn mit letzterer Sache hätte ich irgendwie ein Problem. Wir sind schon über 7 Jahre…
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    Mich irritiert, wenn es bei der FKK-Sache überhaupt um andere gehen sollte. Um's Angeschaut und Bestauntwerden und um Reaktionen anderer. Ich frag mich, was das soll, warum er das (plötzlich?) "nötig" hat, ob er sich von mir nicht genug bewundert fühlt, dabei sage ich ihm regelmäßig, wie attraktiv ich ihn finde und welche körperlichen Details mir ganz besonders gut bei ihm gefallen.

    Vielleicht hat er es nicht "plötzlich nötig", sondern es hat ihm in dieser speziellen Situation halt mal kurz gefallen.


    Und vielleicht sagst du ihm zu regelmäßig wie toll du ihn optisch findest? Wieso muss man überhaupt regelmäßig wiederholen, welche körperlichen Details man an seinem Partner schön findet?

    Die allgemeine Meinung zum Verhalten des Mannes war ja als gockelhaft-exhibitionistisch missbilligend.


    Vieleicht sollte sich der Mann einer Psychotherapie unterziehen, um seine Zeigesucht zu heilen?


    ??? ":/

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    Die allgemeine Meinung zum Verhalten des Mannes war ja als gockelhaft-exhibitionistisch missbilligend.

    Ich hab die allgemeine Meinung hier so gelesen, dass gockelhaftes nacktes Herumstolzieren und sich Lustigmachen über die Penisgröße anderer Männer albern ist. Aber dass ihr Mann so herumstolziert ist, ist die Interpretation der TE – wir waren ja nicht dabei –, und viele schreiben ja auch, dass sie einen einmaligen solchen "Vorfall" nicht so gravierend finden. Wenn er ein Exhibitionist im pathologischen Sinne wäre, hätte sie das in den 7 Jahren doch wohl gemerkt ":/

    Menschliche Sichtweisen können und dürfen verschieden sein. Sie sind durch soziale Herkunft, erlebten Momenten, Glücksgefühlen und durch innere Zufriedenheit entstanden. Selbstverständlich darf die TE das Verhalten des Liebsten befremdlich finden, zumal es eine zuvor unbekannte Seite an ihrem Partner war.


    Die darf auch unreif finden, was ihr Mann geäußert hat in Bezug auf andere Männer und deren Habitus. Ich glaube, man sollte aus diesem bisher einmaligen Vorkommnis nichts rein dichten und interpretieren.

    Zitat

    Die allgemeine Meinung zum Verhalten des Mannes war ja als gockelhaft-exhibitionistisch missbilligend.


    Vieleicht sollte sich der Mann einer Psychotherapie unterziehen, um seine Zeigesucht zu heilen?

    Bringt mich etwas zu schmunzeln. Der Mann ist doch nicht krank. Wozu soll er sich dann therapieren lassen? Weil er ein wenig zu gesundes Selbstbewusstsein hat und es genießt dies auszuleben?


    Offensichtlich ist nur eins, ihr Partner hat kein Problem damit, sich in der Öffentlichkeit nackt zu zeigen. Mag die gezeigte Aufmerksamkeit, die sich auf die eigene empfundene Attraktivität bezieht. Mal ehrlich unter uns geläuterten Spießgesellen/innen. Wer lässt sich mit zunehmendem Alter nicht mal gern das Ego kitzeln ? Die Art des Selbigen muss der TE nicht gefallen, aus dem Empfinden heraus, dass dies vielleicht ihr gegenüber nicht respektvoll genug empfunden wird.


    Dennoch es tut gut auf dem Weg zu älter werden zu spüren, hee Mann bewegt noch etwas um sich rum, interessierte Blicke So schlimm finde ich das allerdings nicht. Es hat weder Suchtcharakter, noch ist dabei ein extremes Faible für einen nicht ausgelebten Fetisch erkennbar.


    Zudem gab es auch nicht die Forderung nun den ganzen Sommer über an gemischten Fkk-Stränden unterwegs sein. Oder Dauergast in einer gemischten Sauna/Wellnesstempel oder dergleichen zu sein.


    Einfach mal bisschen locker über das angekitzelte Ego des eigenen Mannes stehen. Keine Probleme herbei denken oder reden, die es nicht gibt an dieser Stelle.


    Jeder Mensch darf eigene Sichtweisen und Bedürfnisse für sich haben. Daran ist nichts verwerfliches. Man kann sich nach langen Beziehungsjahren etwas entgegen kommen und Vertrauen zeigen in den Partner. Kleine Macken und gelegentliches Ausbrechen aus einem Alltag, wo ist das Problem? So stringent Beziehungsregeln verfolgen, den Körper des anderen zu einer eigenen beschützenswerten Intimzone zu machen halte ich für übertrieben. Kann gut sein, es gibt andere Meinungen/Empfindungen, die ich ebenso respektiere.


    In meinen Augen sucht der Mann der TE keinen Partnerersatz mit dieser Methode. Sondern genießt dabei ein Stück von Freiheit unter den Augen seiner Partnerin. Könnte er doch jeder Zeit heimlich machen, wenn ihm danach wäre, wie bereits o.g. Tut er jedoch nicht. Wo ist also der schädigende Einfluss auf eure Beziehung ?

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    Wo ist also der schädigende Einfluss auf eure Beziehung ?

    Das ist doch mehr als offensichtlich: Wenn man den Partner auf einmal deutlich weniger anziehend findet als bisher, dann ist das ein (ziemlich großes) Problem für die Beziehung! :-/

    Die Anziehung zum TE ist in meinen Augen ganz sicher nicht geschrumpft. Es ist viel mehr in ihren Augen eine gewisste Art von respektlosem Verhalten, weil sie die Befürchtung hat, es ginge nicht alleim um das Gefühl der Nacktheit, sondern um den persönlichen Ego-Kitzel des Partners.


    Ich verstehe diese Empfindungen durchaus, dass ist nicht der Punkt. Mir geht es eher darum, dass man seinen Partner nicht verbiegen sollte, wenn es um eigene Ängste und Wahrnehmungen geht. Ja, es ist schwer verständlich, wenn ein Partner plötzlich Seiten zeigt, die man früher so nicht kannte, die nicht existent waren. Aber müssen wir Menschen alles in uns abstellen, woran wir malFreude haben? Wir sind doch keine starren Objekte, die immer gleich "funktionieren".


    Ein Kompromiss könnte durchaus sein, dass ihr Mann auf ihr unangenehme Kommentare verzichtet, (muss wirklich nicht sein), etwas weniger gockelhaft daher kommt. Dafür sieht die TE es ingesamt etwas entspannter, wenn es nur gelegentliche Ausflüge bleiben, wo er mal die Sonne und den Wind nach seinen Wünschen genießt.


    Probieren könnten beide den Versuch einen Strand oder die Sauna, an/in dann beide nackt sind, was die gemeinsame Augenhöhe herstellen würde. Jedoch nur, wenn die TE dies wirklich für sich möchte. Sonst macht das keinen Sinn. Somit würde sie sich in der Situation zu sehr verbiegen. Hätte den ähnlichen Effekt, wie den "bösen Jungen" zu erziehen, weil er ab und zu mal sein Ego etwas pinseln will.

    Zitat

    Die Anziehung zum TE ist in meinen Augen ganz sicher nicht geschrumpft.

    Die meine ich ja gar nicht! Ich bezog mich auf die Anziehung, die die TE zu ihrem Partner empfindet. Und die ist ja offensichtlich spürbar gedämpft, wenn nicht sogar irreparabel reduziert. :-/

    Zitat

    Aber müssen wir Menschen alles in uns abstellen, woran wir malFreude haben? Wir sind doch keine starren Objekte, die immer gleich "funktionieren".

    Ich möchte keinen Partner, der Freude daran hat, sich wegen körperlichen Attributen über andere zu erheben und sich über sie lustig zu machen. Hat für mich etwas mit Werten zu tun und der Art Mensch, die man sein will.


    Ich weiß, dass es massenweise Menschen gibt, die über andere herziehen. Aber ich muss mich nicht mit diesen Menschen umgeben.

    Zitat

    Ein Kompromiss könnte durchaus sein, dass ihr Mann auf ihr unangenehme Kommentare verzichtet, (muss wirklich nicht sein), etwas weniger gockelhaft daher kommt.

    Was ist gewonnen, wenn er die Kommentare unterlässt und genau das gleiche denkt? ??? Ich sehe das Problem in seinen Gedanken und seiner Haltung. Wenn er auch nach einem selbstkritschen darüber Nachdenken dabei bleibt, dass seine Einstellung gut so ist, dann sieht die TE m.E. zurecht große Differenzen zu ihm.

    Zitat

    Dafür sieht die TE es ingesamt etwas entspannter, wenn es nur gelegentliche Ausflüge bleiben, wo er mal die Sonne und den Wind nach seinen Wünschen genießt.

    Fändest du es ok, wenn dein Partner gelegentlich mal stehlen geht? ??? Entweder man findet ein Verhalten (mindestens) ok, dann kann es auch häufig stattfinden oder man findet ein Verhalten nicht ok. Und wenn man ein Verhalten definitiv nicht ok findet, dann ist auch "gelegentlich" zu viel.

    Zitat

    . Und wenn man ein Verhalten definitiv nicht ok findet, dann ist auch "gelegentlich" zu viel.

    Das empfinde ich nicht so. "Gelegentlich" ist für mich bei vielen Verhaltensweisen tolerierbar, selbst wenn ich es nicht ok finde. Ich sehe es so, dass kein Mensch für mich perfekt sein muss. Nur wenn es zu viel wird, gerate ich an die Grenze, ab der ich es nicht mehr tolerieren kann.

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    nd die ist ja offensichtlich spürbar gedämpft, wenn nicht sogar irreparabel reduziert. :-/

    Das hatte ich nicht herausgelesen. :-/

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    Was ist gewonnen, wenn er die Kommentare unterlässt und genau das gleiche denkt? ??? Ich sehe das Problem in seinen Gedanken und seiner Haltung. Wenn er auch nach einem selbstkritschen darüber Nachdenken dabei bleibt, dass seine Einstellung gut so ist, dann sieht die TE m.E. zurecht große Differenzen zu ihm.

    Diesen Punkt teile ich mit Dir auf ganzer Linie. Das ist in meinen Augen weder respektvoll noch angemessen. Die TE darf dies bzgl. seine innere Haltung hinterfragen, sollte dies sogar, wenn sie mit dieser seiner Art nicht leben will/kann.


    Menschen wegen ihres Habitus herunter zu setzen als Person finde ich absolut fragwürdig. Darüber muss man reden, keine Frage. Das ist ein Wert der schützenswert ist.


    Mein Werben, um Verständnis oder Kompromiss bezog sich einzig darauf, ab und zu mal der FKK Kultur nachgehen zu dürfen an einem Strand, wenn ihm das wichtig ist. Nicht jedoch sein defizitär gezeigtes Verhalten im Beisein der TE. Ich denke, genau DAS ist das Primäre, was die TE an ihrem Partner zurecht mies und nicht akzeptabel findet. Darüber muss zu reden sein, wenn es den Wertekonsens der beiden massiv stört.


    Das wollte ich noch einmal deutlich heraus streichen, dass ich zwischen beiden Sichtweisen deutliche Unterschiede und Grenzen ziehe.

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    Fändest du es ok, wenn dein Partner gelegentlich mal stehlen geht? ??? Entweder man findet ein Verhalten (mindestens) ok, dann kann es auch häufig stattfinden oder man findet ein Verhalten nicht ok. Und wenn man ein Verhalten definitiv nicht ok findet, dann ist auch "gelegentlich" zu viel.

    Da würde ich stark differenzieren. Es gibt Dinge, die ich nicht mal 1x tolerieren würde (Gewalt zB), solche bei denen ich nicht weiß ob ich sie tolerieren würde (1x in einer bestimmten Situation Fremdgehen zB), solche, die ich tolerieren kann wenn sie nur ausnahmsweise vorkommen, und solche die ich erst mal beobachten würde, bevor ich mir eine Meinung bilden würde. Letzteres wäre wohl bei einem Verhalten wie des Mannes der TE der Fall.

    Anscheinend hat der Mann aber eine Grenze massivst überschritten, sonst hätte die TE hier nicht ein Fass aufgemacht. Von daher sollte man doch vieleicht eine Therapie ins Auge fassen?


    *:)

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    Anscheinend hat der Mann aber eine Grenze massivst überschritten, sonst hätte die TE hier nicht ein Fass aufgemacht. Von daher sollte man doch vieleicht eine Therapie ins Auge fassen?

    Für wen: für Lewisa, weil sie in dieser Hinsicht so enge Grenzen hat, und dann die Reaktion, dass dieses Überschreiten gleich dauerhaft die Beziehung belastet? Oder für ihn, weil er Grenzen "massivst" überschreitet?


    Übrigens: Dass Lewisa "ein Fass aufgemacht" hat, nö finde ich nicht. Ich gehe davon aus, dass sie mit ihrem Mann schon gesprochen hat und nun hier sich eben ein paar Meinungen einholen will von Unbeteiligten.


    Ich weiß, das kommt nicht so gut, wenn sich jemand hier mit einem Problem an andere wendet und andere sagen: ich versteh schon dein Problem nicht. Aber hier empfinde ich es genau als das: aus einer Mücke wird ein Elefant gemacht. Und Therapievorschläge finde ich extrem weit her geholt.


    Auf mich macht Lewisa den Eindruck, dass sie gern mehr Kontrolle über das Verhalten ihres Mannes hätte. Und hier hohe moralische Ansprüche an ein 11. Gebot "Du sollst nicht gockeln und lästern über anderer Männer Schwengel." Aber irgendwie selbst keine wirklich kreative Art der Kritik findet. Z.B. sich eine große Socke an einem Band umzuhängen und ihn mal nachzuäffen ganz im privaten: "Schaut mal, was der für einen kleinen *tüüt* hat."


    Sondern irgendwie habe ich den Eindruck, das ist ein Punkt, der auf die "Ich sammel schon mal potentielle Scheidungsgründe"-Liste kommt und besonders dick unterstrichen wird. Ob das verhältnismäßig ist, muss sie selbst wissen. Ich habe auch nichts gegen die Liste, aber schon etwas, wenn die Partner sie sich nicht ab und zu mal zeigen. Und so Chancen geben, darauf zu reagieren. Und eine "Was liebe ich an dir"-Spalte direkt daneben haben.


    Mein Alternativvorschlag, wie so oft: der Schwamm Drüber Blues. ;-D


    http://www.youtube.com/watch?v=4W1aDu0PkLg


    Wirkt natürlich nicht, wenn einer der Partner aus einer Sache wirklich dauerhaft ein Problem machen will.

    Es ist definitiv nicht so, dass ich damit dauerhaft ein Problem haben will, ich frage mich vielmehr, ob ich damit dauerhaft ein Problem haben werde. Ich wäre froh, wenn es nicht so wäre, denn ich liebe meinen Mann und war bislang sehr glücklich mit ihm. Es liegt mir völlig fern, Scheidungsgründe zu suchen. Aber ich muss einfach feststellen, dass es etwas an meinem Empfinden verändert hat. LolaX5 hat das ganz gut beschrieben. Ich sehe ihn jetzt mit ganz anderen Augen und bekomme nur schwer aus dem Kopf, wie er sich tagelang aufgeführt hat. Denn es war ja kein sogenannter "Ausrutscher", nichts was er rückblickend selbst kritisch sieht, sondern es ist einfach eine Seite an ihm, die offenbar zu ihm gehört und die ich bis dato nicht kannte.


    Mich irritiert, dass das 7 Jahre lang verborgen bleiben konnte. Dabei geht es mir nicht um Kontrolle, ich wollte nie, dass sich jemand für mich verbiegt. Genau aus dem Grund würde es mir auch nichts bringen, wenn er in Zukunft einfach nur nichts mehr sagt (insgeheim aber genau dieselben Gedanken hat). Für mich steht sein Verhalten in so krassem Widerspruch zu dem, wie ich ihn bisher wahrgenommen habe... Er ist z.B. in der Medizin tätig und hat dort täglich mit Menschen zu tun, die sich darauf verlassen müssen, dass er sie respektvoll behandelt und nicht solche pubertären Gedanken hegt. An ihn wenden sich Männer mit Erektionsproblemen nach Prostata-Ca u.ä. Für mich stellen seine Sprüche da einfach sehr viel in Frage jetzt und ich frage mich, ob er mir die ganze Zeit etwas vorgemacht hat, wenn er in Wirklichkeit doch auch so jemand ist, der sich über anderer Leute Körper/Intimbereich lustig macht. Mir war immer wichtig, dass er das im beruflichen Kontext nicht tut, weil ich selbst eine Weile in dem Bereich gearbeitet habe und es erschreckend fand, was hinter den Kulissen so für Sprüche abgelassen wurden. Echt unwürdig teilweise. Er gehörte nicht dazu, das fand ich toll, denn mir ist es wichtig, dass man grundsätzlich Respekt vor seinen Mitmenschen hat.


    Klar, nun kann man sagen, er ist auch nur ein Mensch und es war Freizeit, er war halt mal nicht beruflich professionell, sondern ganz privat, aber für mich hat das einfach ganz grundsätzlich etwas mit dem Charakter eines Menschen zu tun, ob er es ok findet, über andere zu spotten oder nicht.


    Wie dem auch sei, ich muss einfach mal sehen, wie ich langfristig damit klar komme. Ich denke, ich werde auch nochmal das Gespräch suchen und ihm die Chance geben, sein Verhalten zu hinterfragen. Nur war er weder besoffen noch tagelang nicht zurechnungsfähig, als dass man das irgendwie "entschuldigen" könnte. Ich muss einfach einsehen, wie ich finde, dass es Teil seiner Art ist, sich (manchmal, ausnahmsweise) so zu geben und es doch irgendwie zu seinem Charakter gehört. Ob sich das langfristig auf meine Gefühle ihm gegenüber auswirkt, weiß ich noch nicht. Noch dazu kommt ja der Punkt mit der Sexualität, für mich ist in der Hinsicht schon auch etwas verloren gegangen.


    Aber nachvollziehen können muss das hier keiner, dafür ticken wir Menschen wohl einfach zu unterschiedlich. War jedenfalls sehr interessant, die unterschiedlichen Meinungen dazu zu hören.

    Ich kann die Missgefühle der TE, gerade jetzt mit dem näheren Background in Bezug auf den Beruf ihres Partners zwischenmenschlich sehr gut nachvollziehen. Ebenso, dass sie das Thema aus neutraler Ecke vom unterschiedlichen Meinungsspektrum spiegeln lassen wollte. Quasi Pro und Kontra zum eigenen Standpunkt abgleichend.


    Es wäre an der Stelle interessant, wie der Mann sein Verhalten im Nachgang selber sieht. Ob, es einfach die flappsige Urlaubsstimmung war, die ihn aus der beruflichen Routine raus holte. Ob das Geläster über die eigene Gattung eher einer übergreifenden Ironie zu zuordnen wäre, oder ob das Ganze in sehr herabwürdigender Form erfolgte. Wir als Forenteilnehmer erleben die Situation "nur" als die schon vor beeinflusste Schilderung der TE.


    Und nein, sie muss etwas, dass sie als Charakterschwäche empfindet nicht im Schwamm-drüber-Blues abtun. Allerdings glaube ich, dass wir alle mehr oder weniger als Menschen fehlbar sind. Moral wird oft als Messlatte benutzt, im Sinne, alles was andere anstössig finden könnten, ist nicht vertretbar. Es ist nicht einfach dabei in jedem Fall eine genaue Grenzen zu ziehen, weil Befindlichenkeiten von Menschen zu verschieden sind. Sich die Toleranzgrenze bei vielen von uns verschiebt, wenn der Zusammenhang sich verändert durch neue Informationen.


    Gerade, weil die TE ihren Partner liebt, ihn bisher vollends geachtet und respektiert hat, was einen Teil seiner Anziehung auf sie ausgemacht hat, verstehe ich ihre Gedanken. Es wäre sicher gut, sich außerhalb des Alltags in entspannter Atmosphäre über die zurückliegend empfundene Situation noch einmal sachlich auszutauschen.


    Von Fass aufmachen oder Therapie-Wünschen durch die TE, kann nicht die Rede sein. Die gespielte Ironie und der vordergründig aufgesetzte Sarkasmus, um ein Forenthema so richtig in "Schwung" zu bringen, entzieht sich völlig meines Verständnisses. Nicht nur in diesem Faden, sondern grundsätzlich, ist angezettelte Provokation nicht zielführend, und fällt eher auf jenen zurück als Mensch, der dies versucht. (Zyniker verstehen dies mit Bravour zu zelebrieren) Es mag manchmal sinnig sein, durch Metaphern ein Problem zu verdeutlichen oder in eine andere Blickrichtung zu lenken. Dies jedoch mit durch nichts bewiesene Unterstellungen zu tun, hat mit reifem erwachsenen Verhalten eher wenig zu tun.


    Wünsche allen einen sonnigen erfolgreichen Tag, nach diesem grandiosen Fußballabend von gestern.

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    Aber irgendwie selbst keine wirklich kreative Art der Kritik findet. Z.B. sich eine große Socke an einem Band umzuhängen und ihn mal nachzuäffen ganz im privaten: "Schaut mal, was der für einen kleinen *tüüt* hat."

    Diese Art Humor ist aber nicht Jedermanns Sache, und in diesem Fall müsste das sowohl der TE wie auch ihrem Mann liegen, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht. Ich denke auch, in Beziehungen, in denen man über sowas lockere Scherze machen kann, führt so ein "albernes Verhalten" wie das ihres Mannes nicht gleich zu grundlegenden Zweiifeln – also umgekehrt: Menschen, die daraufhin grundlegende Zweifel bekommen, werden in der Regel nicht diejenigen sein, die dem Partner ihre Einschätzung im Wege eines Späßchens mitteilen.