• Neue Vorliebe von ihm kennengelernt (FKK) und Problem damit

    Ich habe mit meinem Mann dieses Jahr zum ersten Mal in seiner alten Heimat Urlaub gemacht und dabei eine ganz neue Seite an ihm kennengelernt, nämlich FKK oder evtl. sogar eine exhibitionistische Neigung. Da bin ich noch unschlüssig und deshalb schreibe ich hier, denn mit letzterer Sache hätte ich irgendwie ein Problem. Wir sind schon über 7 Jahre…
  • 93 Antworten
    Zitat

    Unsympathisch wir das erst hier:

    Zitat

    mit ihrem kleinen Schniedel öffentlich am Strand rumzulaufen" (so seine Worte).

    Eine solche Haltung würde mich bei meinem Partner durchaus sehr stören.


    bellagia

    Unsympatisch macht so vieles.


    Als Mediziner, der vieleicht tag-täglich mit unsympatischen Menschen professionell umgehen muss, ist es vieleicht mal notwendig, ungehört von Patienten "die Sau rauszulassen" und gehässig zu sagen, was man denkt...?


    Vieleicht wird er auch durch seine Patienten mit seinem eigenen (späteren) körperlichen Verfall konfrontiert...? Und möchte sich jetzt und heute an seinem (noch) intakten Körper erfreuen...?

    Zitat

    Es mag zwar gut sein, dass er es seine Patienten nicht spüren lässt, sondern sich im beruflichen Kontext professionell verhält, deshalb ging ich ja auch davon aus, dass er gar nicht zu denen gehört, die dumme Witzchen machen und sich das Maul über ihre Patienten zerreißen – tut er öffentlich auch nicht, so dass deine Patienten tatsächlich nicht darunter leiden müssen, er ist also kein kompletter Vollarsch, dem andere egal sind. Ich dachte aber, ihm liegt solches Denken genau so fern wie mir und das kann man mir glauben oder nicht, ich war selbst im med. Bereich tätig und ich habe nie so gedacht.

    Ich glaube, die TE hat sich von ihrem Partner ein Idealbild gezimmert. Und nun erkennt sie, dass er auch bloß ein Mensch wie jeder andere ist. Ich glaube, es ist diese Enttäuschung, die ihr zu schaffen macht.


    *:)

    Im Moment ist der Thread etwas vom eigentlichen Thema weg gerutscht, weshalb ich auf die Dinge noch einmal eingehen möchte, die @ lewisa für sich schwierig und befremdlich findet am Verhalten des Partners.

    Zitat

    Ich überlege nur, ob das der Punkt ist, also dass ich ihm vielleicht zu oft gesagt habe, wie schön ich seinen Penis z.B. finde.

    Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass gerade dies zu seinen Denk- und Handlungsweisen geführt hat. Da sitzt schon etwas grundsätzliches von der Einstellung in diesem Mann. Ob dieses Gefühl etwas "besonderes" zu sein, aus der Kind/Teeniezeit stammt, wo neidvolle Blick Gleichaltriger das Ego gepusht haben oder sich später auch durch die berufliche Tätigkeit und dem häufigen Umgang mit Patienten, kann nur Spekulation sein. Vermutlich hat beides eine Wirkung in die Richtung gehabt. Offentlich ist im Moment nur eins, dass sich die TE getäuscht fühlt von den im Partner gesehen Wertekonsens, der offenbar in den vielen Jahren auf einer Ebene vorhanden war.


    In der vorher gelebten Beziehungszeit, die sehr zufrieden verlief gab nur nicht die Gelegenheiten, wo der Partner von @lewisa dies deutlicher aktikuliert hat, was in ihm latent geschlummert hat.

    Zitat

    Ihm ist völlig unverständlich, dass ich solche Gedanken nicht hege und ich den Vergleich nicht brauche, um froh zu sein, ihn an meiner Seite zu haben.

    Schon dieses Unverständnis darüber, dass sich die Liebe seiner Partnerin eben nichtrein auf die körperliche Besonderheit Penis-Anatomie bezieht, (im Sinne von, Du kannst froh darüber sein, dass es so ist) zeigt, dass er ihre Zuwendung für ihn falsch bewertet hat. Wobei ich nicht bestreiten will, dass es Frauen gibt, denen dieses Detail vordergründig wichtig ist. Ebenso wie es Männer gibt, die auf große Brüste fixiert sind.


    Das @lewisa über den neu erkannten "Wertewandel" erstaunt, verärgert und verunsicher ist, kann ich mit jedem ihrem geschriebenen Beiträge mehr verstehen. In den Anfängen hätte ich noch zu mehr Gelassenheit geraten. Aber die später im Diskurs ausgesprochenen Denkweisen lassen schon auf ein übersteigerteres Ego schließen, dass ihre Wertehaltung völlig unterläuft.

    Zitat

    Ich sagte ihm, dass ich mit ihm auch zusammen wäre, wenn ER so eine in seinen Augen bemitleidenswerte "kleine Nudel" hätte und er meinte: Na toll... was mir zeigt, dass er sein Ding vielleicht doch nicht genug gewürdigt fühlt %-| aber mehr als sagen, dass unser Sex gigantisch ist und ich ihn wunderschön und attraktiv finde, kann und will ich nicht.


    Letzteres ist absolut legitim, wozu soll man jemand, der sich offenbar ohnehin schon anderen nur wegen seiner Penisanatomie anderen überlegen fühlt, darin bestärken, was in der eigenen Sichtweise/Empfindung abstoßend und befremdlich wirkt. Vermutlich würde ich es nun schon deshalb nicht mehr so betonen, um ihm dabei Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Zitat

    ich fänds erschreckend, wenn er mich z.B. vor allem wegen meiner Brüste lieben würde.


    Dies zeigt, wie sehr die Denkweisen der beiden seit dem Vorfall am Fkk-Strand divergieren. Die Frage ist schlussendlich, wie mit den neuen Erkenntnissen und Empfindungen umgehen. Die bereits gesagten Sätze, werden sich kaum per Knopfdruck wieder aus dem Kopf holen lassen. Das ist das Fatale, wenn Gedanken erst einmal "laut" geworden sind. Sie lassen sich nicht zurück rufen und damit ungeschehen machen.


    Ich glaube schon, dass diese Divergenzen in den Gedanken, langfristig das Verhältnis zueinander beeinflussen wird. Keiner von beiden wird über Nacht andere Einstellungen entwickeln, und nur, weil man vielleicht künftig diese Dinge aus Ärger und Unverständnis meidet, weil sie Konfliktpotential in sich tragen, sind sie vorbei.


    Weiß an dieser Stelle aber nicht, welchen Rat man für die Beziehung geben kann. Es ständig vor sich selbst zu verdrängen, sich einzureden, es nach 7 Jahren einer zufriedenen Beziehung nicht zum Drama zu machen, wird nur sehr bedingt helfen.


    Ebenso wie das Gesagte in verschiedenen Situationen im Hinterkopf wieder hoch kommt. Man ist nicht mehr unvoreingenommen, dieser Status Quo ist gebrochen, leider in dieser Tiefe auf längere Sicht. Mir scheint, dass es dem Wertekonsens von @ Lewisa bedeutsam ist, einen Partner zu haben, der ihre Empfindungen zum allgemeinen Menschenrespekt auf ihrer Ebene teilt.


    Es wird sich auf jeden Fall zwischen euch emotional etwas verändern, bzw. dieser Zustand ist bereits eingetreten. Sonst hättest Du hier in Deiner Verwirrung über das Passierte keinen Rat gesucht. Völlig ausräumen wird man es nicht können, bleibt also die Frage, ob Du @ Lewisa mit der Dir nun bekannten Einstellung Deines Partners emotional, sowie rational klar kommst. Diese Deine Entscheidung kann Dir hier niemand abnehmen. Einzig die Blickbetrachtung konnte hier gegen gespiegelt werden. Dir für Deine Entscheidung in Bezug auf die Beziehung alles Gute ! :)_ :)*

    Zitat

    Warum soll man nur auf etwas stolz sein dürfen, was einem Anstrengung und harte Arrbeit benötigt hat

    Wenn du meinen Text richtig gelesen hättest, hättest du auch folgendes gelesen:

    Zitat

    Solange das sich in angemessenem Rahmen bewegt (also ohne andere dafür herabzuwürdigen) halte ich das nicht für problematisch.

    Von mir aus kann jeder stolz sein auf was und wie er will- nur sollte er das nicht über das Herabwürdigen von Mitmenschen realisieren.