Also ich kam vorhin von dem Treffen mit seiner Freundin. Sie hat mir seine Perspekive nochmal erläutert und ich war echt geschockt. Er dachte, ich sei super verliebt und nach seiner Ansage total verletzt. So verletzt, dass er sich schon Sorgen gemacht hat, dass ich mir etwas antue.


    Krass. Ich hab ihm dann Zuhause sofort geschrieben, ob wir uns nochmal aussprechen können. Er kam dann auch sofort und wir haben uns wieder vertragen. Wir denken, dass eine Freundschaft die beste Option sei, dass wir beide das alles fehlinterpretiert haben und uns einfach hätten unterhalten sollen. Er dachte, ich sei sehr verliebt in ihn, an meine Reaktion nach der Party konnte er sich auch gar nicht mehr erinnern, weil er zu betrunken war und mag mich nach seiner Aussage so sehr, dass er mich mit seiner Bindungsangst nicht verletzten möchte.


    Ich bin damit vollkommen einverstanden. Ich dachte ja immer, dass er innige Gefühle für mich hegt - da haben wir uns wohl beide getäuscht. Rummachen werden wir nicht mehr.


    Ich hab auch gesagt, dass ich erstmal auf mein Leben klarkommen muss und die nächsten drei Monate niemanden treffen werde - bis ich die Trennung von meinem Exfreund verarbeitet habe.


    Ich glaube, ich wollte das einfach verdrängen und hab mich einfach in die nächste Affäre begeben, um mich nicht damit auseinandersetzen zu müssen.


    Diesmal werde ich drei Monate ohne Dates und ohne Sex durchziehen. Alleine. Nur ich.


    Ich hab auch schon ein Dateangebot bekommen und es ausgeschlagen. Ich bin extrem stolz auf mich! :)z

    @ Regenmädchen

    Ich finde deinen letzten Beitrag ein ganz tolles Beispiel für danaes Problemlösungsstrategie. :)= :)^


    Du bist ein bisschen entgleist (auf der Party), hast dann nochmal Feedback geholt und bist dann schnurstracks auf die Lösungsschiene (klärendes Gespräch) zugesteuert. Ich finde das sehr, sehr souverän. :)^ :)=


    Genieß deine Zeit alleine (das meine ich wirklich ernst). Im Alltag verliert man sich so schnell, in Gesellschaft verbiegt man sich flugs. Ich bin wirklich gespannt, welchen Menschen du in dieser Zeit in dir selber finden wirst.


    Ich habe in meiner Krankheit auch mehrere solcher Vakuum-Situationen durchlaufen (Aufgabe von fixen Ideen, von Vorstellungen über mich selber, von starren Regeln) und die Leere hat sich jedes Mal wieder unglaublich schnell und unglaublich bereichernd gefüllt.


    Noch ein Spruch aus einem Film, den ich für sehr wahr halte: "Wie soll es eine andere Person mit mir aushalten, wenn ich es mit mir selbst nicht aushalten kann?"


    PS: Die Erfahrung lehrt vielleicht nicht immer, was man will, aber auch das Wissen um das, was man nicht will, kann richtungsweisend sein.

    regenmädchen


    Ich finde auch das du das wirklich gut gemeistert hast. :)^ Keine totale Panikreaktion sondern ein vernünftiges Gespräch. Sehr gut.


    Ich find es auch gut das du dir eine Auszeit gönnen willst. Du kannst niemand passenden finden wenn du dich selbst nicht gut genug kennst um zuwissen wer passen könnte. @:)

    Danke ihr Lieben :)_


    Mir gehts zurzeit überhaupt nicht gut. Ich schlafe kaum. Warum mich das so mitnimmt, weiß ich nicht. Das hätte ich selber nicht erwartet.


    Auf jeden Fall bin ich geknickt. Traurig, dass er weg ist. Wir wollten zwar Freunde sein, aber er meldet den Kontakt zu mir. Wenn ich ihm schreibe, antwortet er, aber von ihm selbst kommt nichts.


    Jetzt fühle ich mich irgendwie veräppelt. Ich fühle mich bedeutungslos. Als habe er mich einfach vergessen.


    Mich macht wütend, dass ich ihm nicht fehle.


    Pures Ego. Trotzdem tut es weh. Ich wünschte, ich wüsste, was ich tun könnte, damit es mir besser geht. Ich wünschte, ich hätte das nie zugelassen. Ich war so glücklich, als ich die Trennung von meinem Ex überwunden habe. Ich war allein und zufrieden. Dann kam sowas und ich bin wieder völlig aus der Bahn geworfen. So schlecht ging es mir nicht mal nach der Trennung.


    Ich würde am liebsten den ganzen Tag nur rumsitzen und starren. Weinen geht nicht. Wenn ich versuche zu schlafen, kreisen alle meine Gedanken bis 5 Uhr morgens. Ich bin ruhelos.

    Das glaube ich auch.


    Ich hab die ganze Wochen nach Ablenkung gesucht. War jeden Abend bei Freunden. Aber ehrlich gesagt war ich am glücklichsten, wenn ich alleine Zuhause war. Ich hab mich jeden Abend betrunken. Manchmal in Gesellschaft, manchmal alleine. Damit ich überhaupt in den Schlaf finde.


    Ich nehme jeden Tag Baldrian über der dreifachen Tagesempfehlung und trotzdem quäle ich mich in meine unerholsamen 2-3 Stunden Schlaf, die meist von Albträumen gespickt sind.


    Tagsüber bin ich null belastbar. Meine Muskeln zucken und treiben mich in den Wahnsinn. Ich möchte mich sehr gerne selbst verletzten. Einfach weil ich meinen Körper gerade so hasse, weil er mich quält. Im Gesicht hab ich wieder Stressekzeme bekommen.


    Jetzt bin ich müde, hässlich und total labil :°(


    Genau so ging es mir, als mein Exfreund mich im April das erste Mal verlassen hat. Mein Therapeut hat mir damals zur Seite gestanden und ein Wochenplan und eine Liste mit mittel- und langfristigen Zielen haben mir echt geholfen, mein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen.


    Genau damit fange ich heute wieder an. Außerdem will ich alleine sein. Damit ich es lerne.


    Immer, wenn ich alleine bin, habe ich Angst, dass andere denken, dass ich ein Loser sei, weil ich nichts mache. Deshalb mache ich mir total den Druck, dass ich unbedingt etwas unternehmen muss.


    Alles sehr schwierig gerade. Ich wünschte, ich könnte einen Knopf drücken, der mich wieder glücklich macht.

    Ich glaube das würde dann nur wieder in diesem Moment hier enden. Durch bestimmte Gefühle muss man durchgehen damit sie erledigt sind und wirklich abgeschloßen werden können. Das mit dem Tagesrythmus finde ich gut, an sowas kann man sich gut festhalten.

    Zitat

    Immer, wenn ich alleine bin, habe ich Angst, dass andere denken, dass ich ein Loser sei, weil ich nichts mache. Deshalb mache ich mir total den Druck, dass ich unbedingt etwas unternehmen muss.

    Versuch dir vor Augen zu halten das es egal wäre, selbst wenn sie dich für einen Loser halten würden, denn DU musst mit dir am Ende leben. Wenn du also keinen Bock hast was zu machen, dann ist es in Ordnung mal einfach nichts zu machen. Solange man sich im Blick hat und nicht in eine fiese Langzeit-Depression rutscht.

    Da hast du Recht :)_


    Auch, wenn es niemand bemerkt - ich fühle mich dann immer so nutzlos. Irgendwie muss man heute immer etwas spannendes mit jemandem machen.


    Würdet ihr ihn an meiner Stelle kontaktieren? Oder soll ich ihn lieber in Ruhe lassen?

    Ich würd es lassen und mich auf mich konzentrieren.

    Zitat

    Irgendwie muss man heute immer etwas spannendes mit jemandem machen.

    Stimmt der Zugzwang ist das durch Facebook und Co sehr groß geworden. Ich würd da einfach ein bisschen weniger reinsehen. Wenn man sich nämlich mal klar macht das all die Leute da ja abwechselnd posten wird einem klar das die meisten vermutlich auch die meiste Zeit irgendwo rumhängen und nichts machen, nur das was sie machen muss dann ja immer gleich jeder sehen: wie zum Beiweis wie gut man sein eigenes Leben lebt.

    Zitat

    ich fühle mich dann immer so nutzlos.

    Na ja, du hast ja aber zu tun, wäre ja nicht so das du nichts arbeitest. Und selbst wenn du "nur" damit beschäftigt bist zu lernen alleine zu sein, so ist das doch eine verdammt große Aufgabe und du tust mit nichten nichts. Du nutzt vielleicht anderen Menschen gerade nichts, aber da ist ja auch nicht dein Job. Du nutzt dir was und das ist doch die Basis.

    Danke, ihr seid wirklich großartig! :)_


    Meine älteste Freundin kenne ich seit 15 Jahren. Wir machen uns immer wieder einen Spaß daraus, unsere alten Briefbücher oder Tagebücher zu lesen. Ab 11 gings ja mit der Pubertät los und es ist schrecklich amüsant, seine einfältigen Gedanken von damals zu lesen.


    In meine Tagebücher hab ich seit mehreren Jahren nicht mehr reingeschaut. Wir haben uns gestern eine Flasche Prosecco und ein paar Longpapes geholt ( ;-) ) und uns küstlich amüsiert.


    Ich habe ganz vergessen, dass ich schon seit ich 10 Jahre alt bin, komplett besessen von Jungs bin. So gut wie jeder Eintrag handelt davon, dass ich in jemanden verliebt bin. Nicht nur verliebt, sondern wahnsinning. Schule hatte für mich nur einen Sinn, nämlich den, das Objekt meiner Begierde zu beobachten.


    Am Ende war ich so ziemlich in jeden Jungen in der Klasse verliebt. Nicht nur verliebt, sondern wirklich besessen. Jeder Gedanke galt nur ihnen. Dafür habe ich geatmet. Das war der Sinn meines Lebens.


    Seit der Pubertät ist Verliebt sein ein wichtiger Bestandteil meiner Identität. Ich lebe so seit 15 Jahren. Ohne bin ich nicht vollständig. Deshalb kann ich nicht alleine sein.


    Ich weiß nicht, was ich damit kompensiere. Dass es schon so früh aufgetreten ist, ist ja schon ein pathologischer Zustand und nicht entwicklungsgerecht - zumindest in diesem Ausmaß. Irgendwas hat sich da verselbstständigt. Ich kann nur nicht benennen, was.


    Diese Erkenntnis ist aber unheimlich spannend und hilft mir, diese Seite von mir besser anzunehmen.

    Bei mir war es ähnlich und anders. Ich war auch so besessen, aber immer sehr auf einen fixiert, über Jahre und das schon von der Grundschule an. Bei mir war da so ein Loch, ich habe mich von meinen Eltern nicht besonders geliebt gefühlt und da war diese große Sehnsucht nach dem geliebt-werden und mein schräges Verständis und zusammen gab es halt dieses sich-an-andere-hängen...

    So, wir sind jetzt wieder am selben Punkt wie zuvor.


    Er hat mich geküsst, gesagt, dass er mich so vermisst hätte und zu attraktiv findet, als dass er von mir ablassen könnte. Ich hab nein gesagt. Die Angst, dass er mir in zwei Wochen wieder blöd kommt, ist zu groß.


    Außerdem ist mir unsere Freundschaft zu wichtig. Ich hab selten einen Menschen kennengelernt, der sich so selbstlos für andere einsetzt. Er hört immer zu, ist immer da und gibt so viel. Mit ihm an seiner Seite hat man das Gefühl, dass passieren kann, was will - alles wird wieder gut.


    Nun war mir das eigentlich klar, auch wenn DieDosis das angezweifelt hat - es waren sogar weniger als 2 Wochen.


    Ich bin genauso. Das ist absolut typisches Verhalten eines bindungsgestörten Person.


    Mein Therapeut hat mir damals den Tipp gegeben, alles offen zu lassen und Abstand zu halten. Auch, wenn man jemanden sehr mag, sind Etiketten und zu viel Nähe schlecht. Nur weiß ich nicht, wie ich ihm das zutragen soll, ohne, dass er denkt, dass ich mich wieder an ihn ranmachen will.


    Ich mag ihn immer noch sehr gerne und er mag mich auch. Unserer mittlerweile gemeinsamen Freundin - es tut mir so leid, dass ich ihr misstraut und sie unter Generelverdacht gestellt habe - hat mir erzählt, dass jedes Mal, wenn die beiden sich treffen, er ihr sagt, was für ein besonderer Mensch ich für ihn bin und wie gerne er mich hat.


    Ich glaube, er hat Angst vor seinen Gefühlen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wenn man jemanden so gerne hat und ihn gleichermaßen so attraktiv findet, dass sich da innerlich nichts regt. Das ist nicht der erste Mann in meinem Leben. Ich sehe, wie er mich ansieht. Ich kann mich da nicht irren. Ich bin mir 110% sicher.


    Nur weiß ich auch, dass das sofort wieder umschwenken kann, wenn es zu viel ist. Ist Distanz dazwischen, ist der andere der tollste Mensch auf der Welt. Ist der andere einem zu nah, wird er schnell zum größten Joch und man möchte nichts lieber, als es abzuwerfen.

    rstmal ein dickes Lob das du es abgelehnt hast dich auf diese Nähe-Distanz-Spiele einzulassen. Sicher nicht einfach weil es ja auch in einem selbst etwas bedient.


    Ansonsten ist das meiner Meinung nach alleine seine Baustelle. Wenn er dich um Rat fragt oder wissen will wieso nicht würde ich ihm deutlich sagen wieso nicht. Ansonsten würde ich es nicht weiter kommentieren, so ungewollte Ratschläge laufen ja meistens doch ins Leere. Und du hast ja auf dem Feld selbst genug zu üben und musst dir da nicht noch extra Probleme aufhalsen.


    Wie läuft es denn bisher so alleine mit dir selbst und ohne Mann?

    Wir sind ehrlich gesagt wieder am selben Punkt wie vorher.


    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was unser Verhältnis von einer Beziehung noch unterscheidet. Ich verbringe fast jeden Abend mit ihm. Er nimmt mich mit zu seinen Freunden. Ich ihn zu meinen. Wir gehen gemeinsam einkaufen oder bringen dem anderen was mit. Wir kochen zusammen. Wir schlafen beinander. Wir frühstücken zusammen. Wir gucken Filme und bestellen Pizza. Liegen stundenlang Arm in Arm, geben uns Küsschen und erzählen Anekdoten aus unserer Kindheit bis 6 Uhr früh.


    Ich weiß nicht, ob er selbst noch merkt, dass wir längst eine Situation haben, die er vermeintlich nicht möchte. Mich irritiert das, so nah waren ich nicht mal einigen Expartnern von mir.


    Ich dachte erst, dass sei einfach seine Art, so eine Affäre zu leben. Dass er unterbewusst doch eine Beziehung möchte und dieses Bedürfnis so auslebt, ohne etwas für die Frauen zu empfinden.


    Laut seiner Freunde ist das aber exklusiv. Scheinbar hat er vorher wöchentlich gewechselt. Aber alles war angeblich nur rein sexueller Natur. Die Damen haben nie bei ihm übernachtet und waren auch nicht Teil seines sozialen Umfelds. Das ist also "neu".


    ??Nun, da wir ja offensichtlich eine keine Beziehung haben und ich kein Kind von Traurigkeit bin, bin ich natürlich auch für andere Männer empfänglich. Ich habe morgen ein Date. Mich hat die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen gehabt. Ich wusste nicht, wie ich es ihm sagen sollte. Gestern hab ich mich ein bisschen rumgerollt, wollte es die ganze Zeit ansprechen, es kam mir aber nicht über die Lippen. Da meinte er, ob ich etwas habe und wieso ich so unruhig sei. Ich hab ihn gefragt, ob es ihn stören würde, wenn ich andere Männer treffen würde. Er war erst ganz still. Meinte dann, ja natürlich. Er möchte dies nicht. Ob es jemanden anderen gebe, dass er sich auch nicht mit anderen Frauen treffen würde etc. Das nervt mich. Wo ist dann noch der Unterschied? Es gibt keinen mehr. Jetzt fühle ich mich "gefangen".Was würdet ihr machen? Wenn ich es nicht mache, habe ich das Gefühl, etwas zu verpassen. Wenn ich es mache, habe ich das Gefühl, ihn zu hintergehen.??


    Ich hab den unteren Teil mal in Sternchen gesetzt, weil ich ein bisschen paranoid bin und man es doch über Google finden kann ;-D

    Ich finde es gar nicht verwunderlich das du dich gefangen fühlst, denn das bist du ja auch. Du hast keine bewusste Entscheidung getroffen, hast dich einfach in etwas reintreiben lassen. Du lässt dich voll für seine Spiele einspannen ohne eigene Entscheidungen getroffen zu haben, ohne eigene Vorstellungen in euer Konstruk eingebracht zu haben. Du bist also nicht frei in deiner Lebensform, stehst nicht am Steuer deines Schiffes sondern lässt dich einfach von ihm in den Schlepp nehmen, immer der Gefahr ausgeliefert das er das Seil einfach kappt und du dann Steuerlos auf dem Ozean treibst. Wem würde das keine Angst machen und werde würde sich da nicht gefangen fühlen?


    Ein Date mit einem anderen Mann bringt dich allerdings nur vom Regen in die Traufe. Das wäre ja nur ein Ersatzseil damit dich ein anderes Schiff weiter zieht sollte das Schiff Nummer eins dich auf hoher See aussetzen. Sinnvoller fände ich wenn du dich an dein eigenes Ruder stellen würdest. Wenn du mal entscheiden würdest ob und wie du dir das mit dem Mann vorstellen kannst, zu welchen Konditionen und welche Varianten es gäbe, was verhandelbar wäre und was nicht. Es scheint das diese Exkulsivität ohne das Label "Beziehung" mit der damit verbundenen Sicherheit dir nicht gefällt. Damit scheint es dir nicht gut zugehen, also sollte das schonmal von Tisch sein. Wie genau könntest du dir eine Veränderung vorstellen damit es dir mit der Situation gut geht?