Da ich praktische Erfahrungen mit vielen Kindern habe möchte ich anmerken:


    - ob das Geld reicht, hängt vor allem von den eigenen Ansprüchen ab


    - ob der Wohnraum reicht, hängt auch von der Organisation des Wohnens ab. Unter Umständen verabschiedet man sich von der Vorstellung, dass jedes Kind ein eigenes Zimmer bekommt oder man baut aus/zieht um (ich hatte ausgebaut). Unsere Kinder hatten zwei große Schlafräume (mit Schreibtischen) und ein großes gemeinsames Spielezimmer- später hatte jedes Kind ein eigenes Zimmer. Wir als Eltern nahmen ein kleines halbes Zimmer (Kleiderschrank, großes Bett, Schreibtisch)- das gemeinsame Spielezimmer war eigentlich eine sehr gute Idee- sowohl für das gegenseitige Lernen als auch für das Sozialverhalten der Kinder (sie spielten viel gemeinsam)


    - Sachen für die Kinder hatten wir entweder neu gekauft, selbst hergestellt/gebaut oder innerhalb der Familie (von Neffen und Nichten) bezogen


    - der Platz im Auto war egal, da wir kein Auto besaßen - es gibt aber eine hinreichende Auswahl von Autos mit mehr als 5 Plätzen


    - unsere Hobbys (Sport, Kunst, Musik) konnten wir weitgehend mit der Kinderbetreuung kombinieren


    - wir hatten so gut wie nie Unterstützung von außen, da unsere Eltern zu weit weg wohnten


    Das mit den "späten" Kindern hätte ich auch als problematisch empfunden. Unser letztes Kind hatten wir bekommen, als ich einige Jahre unter 40 Jahren alt war, meine Frau war unter 35 Jahre alt. Mit 40 Jahren hätte ich vermutlich auch mit Kindern abgeschlossen.

    Warum will deine Frau denn unbedingt ein 4. Kind?


    Geht es wirklich um ein weiteres Kind oder darum schwanger zu sein und/ oder ein total abhängiges Kleinkind zu haben?


    Will sie aus welchen Gründen auch immer eine Kind, kann man darüber diskutieren, auch wenn ich deine Argumentation durchaus schlüssig finde und auch der Meinung wäre, es spricht definitiv wohl mehr dagegen als dafür.


    Wenn aber nicht das Kind der Grund ist, sondern ds schwanger sein o.ä., dann wird es ja mit dem 4. Kind nicht getan sein, sobald das "aus dem gröbsten raus" ist, will sie dann ja Kind Nr. 5 und so geht das weiter.


    Ich denke, es ist total wichtig, dass du rausfindest, was da dahinter steckt.

    Zitat

    Wie schaut die Erziehung der Kinder aus?

    Meine Erfahrung: Die Betreuung von mehreren Kindern empfand ich als einfacher als mit nur 1 oder 2 Kindern- das ergab sich insbesondere durch die sozialen Kontakte der Kinder untereinander, da ihr Alter nicht allzuweit auseinander lag. 3 Kinder bieten aber schon ein vereinfachtes soziales Klima. Besonders günstig wurde es, als die Kinder älter wurden und sich auch für die Schule untereinander helfen konnten (sollte aber von den Eltern begleitet werden- nicht unbedingt im Selbstlauf).

    Ganz wichtig (für mich der entscheidende Punkt): Kinder sollten beide Eltern wollen (gerade auch emotional). Gerade für Kinder ist es ganz schlimm, wenn sie spüren, von einem Elternteil nicht richtig gewollt zu sein (und Kinder spüren so etwas oft sehr stark).


    Unter euren Bedingungen würde ich sagen: Lasst es.

    Ich denke, dass innerhalb einer Partnerschaft IMMER die Bedenken desjenigen, der "Nein" sagt, schwerer wiegen. Das ist eine viel zu schwerwiegende Entscheidung, um sie mal eben halbherzig zu treffen (was leider sehr häufig geschieht). Klar gibt es Fälle, wo man dann doch in das Abenteuer hineinwächst, wenn man vor vollendete Tatsachen gestellt wird, aber das weiß man halt nie vorher. Die Gefahr besteht, dass das bisher gut funktionierende Konstrukt durch ein weiteres Kind ins Wanken gerät, dass letztlich alle unglücklich werden könnten und vor allem, dass das 4. Kind sich nicht vollkommen angenommen fühlen könnte.


    Meine persönliche Meinung: Wenn man sich mit 4 Kindern abstrampeln muss, jeden Cent umdrehen und auf engstem Raum zusammen leben muss, den Kindern außerdem aus finanziellen Gründen Förderungen bzw. Hobbies verwehren muss, dann sollte die Vernunft in den Vordergrund treten. Auch für mich stellt sich die Frage, warum deine Frau diesen innigen Wunsch hat - inwiefern 4 Kinder erfüllender sind als 3 und was abgesehen von den Kindern noch an Lebensinhalt übrig bleibt.

    Zitat

    inwiefern 4 Kinder erfüllender sind als 3

    Das Frage ich mich auch, es ist ja nicht so als würde das vierte (und ggf. auch das fünfte) durch Zufall dazu kommen sondern es wird bei drei Kindern weiter geplant.


    Von den angegebenen Gründe halte ich gerade das Thema "Zeit" für sehr schwierig. Das die Kinder sich auch irgendwann gegenseitig umeinander kümmern ist sicher richtig, trotzdem muss man als Elternteil sicher immer irgendwie da sein. Und was bringt es wenn man außer "Geld verdienen" und "Kinder erziehen" nichts mehr macht und sich daran aufreibt ? Wenn die Eltern (oder ein Elternteil) unglücklich sind merken die Kinder das sicher auch und ob das Sinn der Sache ist ?


    Ich sehe es auch so das in dem Fall absolute Einigkeit herrschen muss, wenn einer erst von einem weiteren Kind "überzeugt" werden müsste bedeutet das es gibt kein viertes Kind, für einen "Kompromiss" ist die Sache zu groß.

    Zitat

    Besonders günstig wurde es, als die Kinder älter wurden und sich auch für die Schule untereinander helfen konnten (sollte aber von den Eltern begleitet werden- nicht unbedingt im Selbstlauf)

    Sowohl in meiner Familien (3 Kinder) und auch in der meines Mannes (4 Kinder) hat genau das überhaupt nicht funktioniert. ;-D


    Ich würde dir auch raten, geh in dich und schau, wie es bei dir emotional aussieht - wünscht du dir, mal abgesehen von den von dir schon genannten rationalen Gründen, noch ein weiteres Kind, oder fühlst du dich mit den drei Kindern "komplett"? Deine Gefühle und Gedanken zu dem Thema sind genauso wichtig und genauso zu berücksichtigen, wie die deiner Frau. Und wenn du dich sortiert hast, solltest du das Gespräch mit deiner Frau suchen.

    Moin,


    ich sehe hier in erster Linie Argumente und auch du hältst dich offensichtlich deiner Frau gegenüber an Argumenten fest. Das führt zu nichts. Denn Argumente sind austauschbar und auf jedes gute Argument gibt es ein gutes Gegenargument. Am Ende steht ein Kampf mit Verlierer und Gewinner. Das tut eurer Beziehung überhaupt nicht gut.


    Ich halte es da wie "Isabell", die sagt:

    Zitat

    Ich lese hier rein pragmatische Punkte - wie sieht es denn bei Dir gefühlsmäßig aus? Willst Du vom Gefühl her noch ein 4. Kind?

    Es geht bei euch nämlich nicht um Argumente, es geht um eure Gefühle. Und ich bezweifle, dass ihr schon herauszufinden versucht habt, wie diese Gefühle sind und vor allem, WARUM sie so sind. Dass deine Frau ein viertes Kind will, liegt mit Sicherheit nicht an der Zahl 4. Es hat sehr konkrete gefühlsmäßige Gründe, die möglicherweise noch völlig im Verborgenen liegen. Das kann eine Art "Babysucht" sein, weil man da als Mutter etwas ganz Besonderes darstellt, aber das ist nur einer von hundert möglichen Punkten. Es kann auch in ihren Vorbildern liegen oder an der Angst, nach den Wechseljahren nicht mehr "richtig Frau" zu sein. Keine Ahnung. Aber mit den Argumenten, die sie dir entgegen hält, hat das mit Sicherheit wenig oder nichts zu tun.


    Genauso geht es bei dir. Du hast nicht ernsthaft die Sorge, kein Auto für euch zu finden. Und auch all die anderen Argumente gegen Nummer Vier wurden von dem produziert, was dich wirklich davon abhält. Es sind deine Ängste, dem nicht gewachsen zu sein. Deine Ängste, die Grenzen, an denen du dich gerade befindest, überschreiten zu müssen. Vielleicht auch Ängste, dass mit dem Spätgebären nun mal auch das Gesundheitsrisiko für das Kind sehr stark ansteigt. Und vieles mehr, was noch nicht wirklich erforscht ist.


    Und nur das sollte zwischen euch besprochen werden. "Ich habe Angst, große, tiefe Angst, dem nicht mehr gewachsen zu sein. Als Vater nicht, als Mann nicht und als finanzieller Träger der Familie vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht genau, aber es macht mich fertig, es lässt mich schlecht schlafen. Es ist ernst!" Das wäre ein Einstieg, natürlich nur, wenn das auch so zutrifft. Ängste müssen ernst genommen werden. Und wenn die bei den anderen drei Kindern so nicht vorhanden waren, müssen sie besonders ernst genommen werden.


    Das entscheidende Problem ist zu verhindern, dass deine Frau sich am Ende als Verliererin fühlen muss und beginnt, dir Schuld an ihrem eigenen Gemütszustand zu geben. Ihr müsst eure Gefühle also gegenseitig ernst nehmen, in den engen Austausch gehen und ernst miteinander reden. Nicht über Argumente und Autositze, sondern über die wirklich wichtigen Dinge. Dann ist das zu lösen.

    Guten Morgen,


    zuerst einmal herzlichen Dank an jede(n) Einzelne(n) für ihre/seine Antwort. Es freut und ehrt mich, dass Ihr Euch so viel Zeit genommen habt, um Euch meinem Problem anzunehmen. @:)


    Ich werde versuchen, auf alle Fragen einzugehen. Ein paar Fragen und Tipps ähneln oder wiederholen sich, diese werde ich jeweils nur einmal kommentieren. Sonst fällt die Frühstückspause zu lang aus. :-)

    @ Perseida

    momentan befindet sich die Diskussion auf einer zu emotionalen Ebene. Wir müssen sehen, dass wir wieder auf die sachliche Ebene zurückkehren können. Dann wird es sicherlich nötig und möglich sein, alles mal durchzurechnen und die sachlichen Argumente auszutauschen. Ich fürchte nur, dass meine Frau da kein Argument an sich ran lässt. Später mehr dazu.

    @ Hatschepsut_

    Ich habe mit meiner Überschrift und meiner Eingangsfrage vielleicht zu sehr den Fokus auf "Wer ist (mehr) im Recht?" gelenkt. Das ist aber eigentlich falsch. Die eigentliche Frage sollte lauten: "Wie kommen wir zu einer einvernehmlichen Lösung?"


    Zu Deinen Fragen:


    ich bin aktuell Alleinverdiener und verdiene nicht schlecht, aber ein Großverdiener bin ich nicht. Meine Frau wollte wieder Teilzeit arbeiten gehen, wenn das jüngste Kind den Kindergarten besucht. Das wäre wohl so ca. in einem Jahr.


    Mit einem Baby wäre das natürlich passé.


    Der Platz in der Wohnung reicht momentan aus, aber mit einem weiteren Kind ginge es los, dass sich zwei Kinder ein Zimmer teilen müssen. Da fänden sie aktuell vielleicht ganz schön, aber in wenigen Jahren sieht dies bestimmt anders aus. Und dann fällt mir ehrlich keine Möglichkeit ein. ":/


    Das Auto ist mit 5 Plätzen voll ausgelastet. Es müsste daher wohl ein anderes her. Da dieses Auto jedoch noch nicht wirklich alt ist, wäre das ein herber finanzieller Schaden. Das hört sich furchtbar rational an, aber man muss es halt mit berücksichtigen. Wir sind aufgrund unserer eher ländlichen Wohnsituation absolut auf Autos angewiesen.


    Die Zeit für die "restlichen" Kinder ist für mich einer der größten Faktoren. Schon jetzt habe ich selten Zeit, mich ausgiebig mit ihnen zu beschäftigen. Mit diesem Umstand hadere ich des Öfteren. Mit noch einem Kind wäre die Zeit ja nochmal mehr begrenzt, in der ich mich ausgiebig und ausschließlich um die größeren Kinder kümmern kann.


    Eigene Hobbies sind sehr beschränkt. Ich sehe beispielsweise zu, dass ich meinen Sport machen kann, wenn die Kids im Bett sind. Viel mehr ist dann schon nicht drin. Außer vielleicht ein Treffen mit Freunden so 1-2x im Monat. Dies aber auch nur Abends.


    Ich habe definitiv die Befürchtung, dass für a) die größeren Kinder und b) uns selbst als Paar und auch c) für mich nochmals weniger freie Zeit übrig bleibt.

    @ gauloise

    Du triffst es, denke ich, sehr gut!


    Ich habe den Verdacht, dass folgendes einer der Gründe sein könnte:

    Zitat

    Weil das alles so heimelig, so wunderschön und großartig ist? Weil sie dringend nochmal schwanger sein, ein Baby haben möchte?

    Was später mal ist, dass die Kids größer und vielleicht auch schwieriger werden, blendet sie (in meinen Augen!) völlig aus.


    Vielen Dank fürs Daumen drücken.

    @ LolaX5

    meine Frau ist momentan zu 100% Mutter. Das ist schon richtig. Aber sie sieht schon durchaus, dass es auch anderes im Leben gibt. "Unersättlich" zu sein, möchte ich ihr hier nicht vorwerfen.


    Allerdings sprichst Du auch eine meiner Ängste mit an:

    Zitat

    Es kann auch sein, dass das vierte Kind sehr viel mehr Betreuung braucht als die ersten drei zusammen (aus welchen Gründen auch immer: Sei es, dass man ein Schreibaby bekommt, sei es, dass eine schwere körperliche und/oder geistige Behinderung zu bewältigen ist.)

    Wir hatten bisher das Glück, dass unsere Kinder vollkommen gesund sind. Das ist aber nicht selbstverständlich.


    ...

    Ich finde bei sowas wiegt das Vetorecht schwerer. Wenn du auf gar keinen Fall ein neues Kind möchtest muss deine Frau dir zu liebe das auch mal akzeptieren, warum man da nach sachlichen Argumenten suchen sollte ist mir fremd.

    @ Isabell

    Du sprichst das Gefühl an. Und diese Frage kann ich ganz klar beantworten:


    ich liebe unsere Kinder über alles. Auch ein viertes Kind würde ich genauso lieben, wie die anderen drei. Da bin ich mir zu 100% sicher.


    Allerdings bin ich mit drei Kindern absolut zufrieden und fühle mich "ausgefüllt". Die Lücke, die meine Frau hier sieht, fühle ich nicht.

    @ Kleio

    Wir verteilen die Aufgaben von Haushalt und Drumherum so gut wie möglich. Klar fällt mehr an meine Frau ab, weil sie zu Hause ist und ich mind. 40 Stunden arbeite. Allerdings sehe ich zu, dass ich mich so gut wie möglich beteilige.


    Was Schule und Kindergarten betrifft, kümmert sie sich zu 90%. Ich helfe dann abends mal mit, wenn das älteste Kind noch für die Schule etwas lernen/erledigen muss.


    Erzieherisch gesehen sind wir gleichberechtigt, aber ich bin halt eben Mo-Fr nur abends zu Hause.


    Mit Deinen sonstigen Vermutungen hast Du vollkommen recht. Es gibt nichts zu berichtigen. Sehr gut getroffen! :-)


    Ich habe noch nicht abschließend herausgefunden, weshalb ihr das vierte Kind eigentlich so wichtig ist. Einerseits trifft die Vermutung (nochmals schwanger sein, Babyglück,...) von gauloise sicherlich zu, andererseits kann das nicht alles sein. Das muss ich noch ergründen.

    @ sensibelmann99

    Auch Dir vielen Dank für Deinen Bericht aus der Praxis. :-) Vieles könn(t)en wir ähnlich lösen!


    Zu Deinem Punkt noch:

    Zitat

    Ganz wichtig (für mich der entscheidende Punkt): Kinder sollten beide Eltern wollen (gerade auch emotional). Gerade für Kinder ist es ganz schlimm, wenn sie spüren, von einem Elternteil nicht richtig gewollt zu sein (und Kinder spüren so etwas oft sehr stark).

    Das kann ich für mich mit großer Sicherheit beantworten: ich würde das vierte Kind genauso lieben, wie die anderen drei.

    @ kleiner_drachenstern

    Ja, das ist eben auch meine Befürchtung. Ich muss unbedingt die Hintergründe herausfinden.

    @ wave_seven und Nordi84

    Ich befürchte auch, dass unser gut funktionierendes Konstrukt total ins Wanken gerät und neben der fehlenden Zeit für die "Großen", dann auch noch Beziehungsprobleme dazu kommen könnten. Was an vier Kindern erfüllender ist als an drei, kann ich persönlich auch nicht nachvollziehen.


    ...

    @ Oldie49

    Vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag. Wie so oft, triffst du in vielen Punkten den Nagel auf den Kopf.


    Es geht um Gefühle. Es geht um Ängste.


    Würde ich ebenfalls partout ein viertes Kind wollen, dann würden wir alles andere irgendwie hinbekommen. Das hast Du sehr gut erkannt. Aber ich bin ausgefüllt und glücklich, mit der Familie, die ich jetzt schon habe. Die Familie braucht wegen mir nicht mehr größer zu werden.


    Meine Ängste habe ich zum Teil ja schon aufgezählt, zusätzlich kommt jedoch noch ein Punkt, den ich für mich auch für wichtig halte:


    Das jüngste Kind ist aktuell so weit, dass wir uns langsam mal wieder etwas mehr Freiraum erarbeiten können.


    So konnten wir kürzlich zum ersten Mal seit einiger Zeit wieder gemeinsam ausgehen, weil wir eine Betreuung für die Zeit hatten.


    Auch andere alltägliche Dinge sind mit einem Kleinkind wieder einfacher als mit einem Baby.


    Ich habe einfach Angst, dass es wieder mind. zwei zusätzliche Jahre braucht, bis wir wieder auf "Stand heute" sind und wir wieder mehr Zeit haben.


    Zeit. Ein wichtiger Faktor für mich, da sehr rar bei mir/uns. Ich weiß nicht, ob ich noch mehr Zeit "abgeben" kann und will.


    Ich bin jetzt 40. Ich will aber noch viele Dinge machen, die ich auf eine Zeit "nach" den Kindern (bzw. wenn sie halt mal etwas älter sind) verschoben habe. Ich möchte noch eine Alpenüberquerung machen und in der Pampa Neuseelands Wandern gehen.


    Und ich habe Angst, dass ich immer älter werde und keine Zeit dafür finde. Das mag egoistisch klingen, aber ich bin eben neben dem Familienvater (der ich gerne bin!) auch noch ein Mensch mit eigenen Träumen und Zielen.

    Hallo Alias, ich finde es gut, wie du die Sache angehst.


    Immerhin hast du trotz deiner anderen Vorstellungen Verständnis für deine Frau. :)^

    Zitat

    Ich möchte noch eine Alpenüberquerung machen und in der Pampa Neuseelands Wandern gehen.

    Ist das ein gemeinsamer Traum, den ihr gemeinsam in die Tat umsetzen wollt?


    Oder ist es mehr dein Traum?

    Zitat

    Das jüngste Kind ist aktuell so weit, dass wir uns langsam mal wieder etwas mehr Freiraum erarbeiten können.

    Kann deine Frau den Freiraum für sich nutzen und genießen?


    Oder ist vielleicht das, was dir wie Freiraum erscheint für sie genau die Lücke, die sie füllen möchte?


    Wie war sie denn vor den Kindern? Habt ihr Hobbies geteilt?

    Zitat

    momentan befindet sich die Diskussion auf einer zu emotionalen Ebene. Wir müssen sehen, dass wir wieder auf die sachliche Ebene zurückkehren können. Dann wird es sicherlich nötig und möglich sein, alles mal durchzurechnen und die sachlichen Argumente auszutauschen. Ich fürchte nur, dass meine Frau da kein Argument an sich ran lässt. Später mehr dazu.

    Da muss ich als Frau etwas schmunzeln. Das ist so typisch Mann, ein durch und durch emotionales Thema (Kinderwunsch) auf eine sachliche Ebene bringen zu wollen.


    Das Problem, Alias, ist das: Für dich ist das Thema Kinderwunsch ein rationales, du rechnest, argumentierst, begründest.


    Für deine Frau allerdings ist es ein absolut emotionales Thema. Der Kinderwunsch lässt sich nicht rationalisieren, er lässt sich nicht begründen, er ist da. Du wirst also an deiner Frau vorbeireden. Sie fühlt den Kinderwunsch und möchte dem Gefühl nachgeben. Du hast rationale Gründe dagegen.


    Andererseits: Es gibt quasi keinerlei rationale Gründe, die FÜR Kinder sprechen. Sie kosten Zeit, Geld, Nerven...


    Alle Argumente, die FÜR Kinder sprechen, sind emotionaler Natur.

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    Ich muss unbedingt die Hintergründe herausfinden.

    Bin gespannt ob da was bei rauskommt. Denn ihr Kinderwunsch ist ja nicht das Resultat langer, ausführlicher, rationaler Überlegungen. Sie wird dir keine ausgetüftelte Exceltabelle mit Gründen für Ihren Kinderwunsch vorlegen können. Er ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Bauchgefühl. Und gegen das wirst du nicht argumentieren können, egal wie gut deine Einwände sind.


    Ich finde auch, dass dein "Nicht-Wollen" mehr wiegt als das wollen deiner Frau, weil ich ebenfalls glaube, dass das 4. Kind spüren würde, dass du es nicht wolltest bzw. dich überfordert fühlst. Allerdings solltest du dich drauf einstellen, dass es ein langer und unschöner Prozess wird, dass deine Frau von ihrem aktuellen Kinderwunsch ablässt und akzeptiert, dass für dich die Familie komplett ist. Denn sie fühlt ja eine Lücke.

    Zitat

    Und ich habe Angst, dass ich immer älter werde und keine Zeit dafür finde. Das mag egoistisch klingen, aber ich bin eben neben dem Familienvater (der ich gerne bin!) auch noch ein Mensch mit eigenen Träumen und Zielen.

    Ja, Deine Angst finde ich berechtigt. Es gibt viele Väter, die erst von der Zeit träumen, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, und bis es dann tatsächlich so weit sind, sind sie zu alt, zu krank, zu gebrechlich, zu verbraucht...


    Deshalb finde ich, Du hast dasselbe Recht, Deine egoistischen Wünsche zu äußern wie Deine Frau. Deinen Wunsch nach Paarzeit, Urlaub, wandern,...


    Welche Wünsche, Träume oder Ziele hast Du noch?