So, wir sind wieder da. Meine Nerven haben sich etwas beruhigt und das lange WE war dann besser als gedacht. Freitag war noch schlimm, nur geheult. Mindestens ne Stunde aufm Autobahnparkplatz und mir bei jeder Ausfahrt offen gehalten, abzubiegen und wieder heimzufahren.. puh, was war ich fertig, ich hab soooo mit mir gehadert. Ich glaube.. meine Gefühle haben sich wieder normalisiert - zumindest im Moment. Werde das aber jetzt nicht einfach so beiseite schieben denn so ein Zusammenbruch (und Widerwille) kommt schließlich nicht von irgendwo her. Mein Freund weiss da allerdings nichts von.


    Aber der Austausch mit Euch hat geholfen. Ich habe verstanden, dass es nicht wirklich die Firma ist sondern sein für sich geplanter Lebensweg. Das tut nicht minder weh, eher noch mehr denn ich sehe nicht, dass er auch nur in irgendeiner Weise ein Schrittchen macht, um mich dabei zu halten. Trotz großer Liebe und bla bla. Naja... im Moment habe ich ein "Hoch" - wenn man das so nennen kann - und bin wieder etwas positiver gestimmt, dass wir das hinbekommen. Allerdings wechseln sich Panik & Zuversicht wellenförmig ab. Das geht seit fast 2 Jahren so und die Gefühle wechseln manchmal täglich, manchmal nur alle paar Monate, wobei Panik & Zuversicht nur kurzzeitig auftreten - der Hauptteil meiner Gefühle ist neutral, da man zu sehr mit dem Alltag beschäftigt ist...


    Nein, also Heiraten und Kinder.. das muss warten, auch wenn ich nicht mehr die Allerjüngste bin. Ich wollte nie Kinder, das hat sich erst durch ihn so gestaltet, dass ich mir das mit ihm vorstellen kann. Aber auch keine drei sondern nur eines (da fällt mir ein, das ist tatschlich ein Kompromiss, den er eingegangen ist). Wir ziehen jetzt da hin und dann möchte ich erstmal einen eigenen Job, eigenes Geld verdienen, neue Leute kennenlernen (Kollegen..), wieder einem Reitverein beitreten etc. pp - ich möchte mir da selbst ein unabhängiges Leben aufbauen, welches nicht nur von seiner Familie / Freundeskreis abhängt, das geht nicht. Wenn das ein Jahr lang gut klappt, können wir über Heiraten reden. Ich möchte in dieser Zeit auch ungern meine Wohnung hier aufgeben.. ob das klug ist, ist die Frage. Es könnte mich emotional blockieren und es für mich erschweren, mich auf all das Neue komplett einzulassen indem ich weiss, dass ich stets ein Hintertürchen offen habe ":/ Aber ich rechne halt auch mit Allem und so eine Wohnung wie hier finde ich niemals wieder.


    Übrigens sprechen mich in seiner Heimat so viele Leute an und halten mich verrückt, meine Heimat zu verlassen weil sie es selbst in seiner Heimat so ätzend finden und nur weg wollen. Gerade die, die den Unterschied kennen, vertehen das nicht und meinen, das müsse wahrlich wahre Liebe sein, das alles aufzugeben. Ehrlich, das machts mir NICHT einfacher.. %:|

    Ich fürchte, wir stecken in einer Krise. Gestern ist das Thema wieder eskaliert und offenbar reden wir total aneinander vorbei. Ich habe das Gefühl, er ist einfach nur noch dominant und entscheidet alles und erwartet, erwartet, erwartet. Ich fühle mich unverstanden und nicht abgeholt oder mitgenommen von ihm.


    Er wiederum hat das Gefühl, ich würde einfach nur fordern - egal ob es sich um Sinnlosigkeiten handelt oder nicht und ich würde alles pessimistisch sehen und seine Mutter als den auferstandenen Teufel sehen und mich in meinem Handeln beeinflussen lassen.


    Wenn ich mich an ihn wende mit meinen Sorgen, wird sich nicht um die Sorgen gekümmert sondern ich muss mir anhören, dass ich alles negativ sehen würde. Drauf eingehen tut er aber nie. Das hab ich gestern erst richtig registriert.


    Joah... schwierig, schwierig. Ich bin wirklich gespannt, ob wir das alles durchstehen.

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    Passt auf, dass ihr nicht aus der Kurve fliegt und bleibt angeschnallt.

    Aus persönlicher Erfahrung gehe ich davon aus dass ein aus der Kurve fliegen hier leider notwendig ist und auch - hoffentlich rechtzeitig, also vor Heirat und Kindern usw - stattfinden wird. Ein Abschnallen wär hier gar nicht so verkehrt ...

    Zitat

    Drauf eingehen tut er aber nie. Das hab ich gestern erst richtig registriert.

    Das sollte ein Alarmzeichen für dich sein. Nicht dass er nicht auf deine Probleme und Bedürfnisse eingeht, sondern dass du das erst jetzt registriert hast.


    Man hat doch so ein grobes Bauchgefühl, ob man "gern" in einer Beziehung ist, ob man sich grds wohlfühlt, man fühlt was Bestimmtes wenn man an den Partner denkt (zB "dann werde ich ihn an mich drücken und ihm alles erzählen was die letzten Tage so war" oder "Hoffentlich ist er nicht sauer, dass ..."). Anzeichen können auch sein, dass man öfter heult als sonst, dass man irgendwie empfindlich reagiert usw.


    Ich hab in meiner damaligen Beziehung schon sehr bald "registriert", dass ihm seine Bedürfnisse und Pläne deutlich wichtiger waren als meine. Ich war halt (zu) lange der (naiven) Meinung, wenn 2 vernünftige Menschen sich lieben, dann wird das doch irgendwie hinzukriegen sein. Und das Hinkriegen hab ich dann versucht. Das musst du natürlich auch versuchen dürfen, das kann und darf dir keiner ausreden. Aber einen genauen Blick auf die Fakten solltest du schon haben.

    @ Comran

    rasant ist es allemal. Ich habe das Gefühl, dass ich gerade in der Phase bin wo ich mir überlege, lieber doch auszusteigen bevor mir hernach schlecht wird. Bin sehr zerrissen derzeit.

    @ CoteSauvage

    Zitat

    Das sollte ein Alarmzeichen für dich sein. Nicht dass er nicht auf deine Probleme und Bedürfnisse eingeht, sondern dass du das erst jetzt registriert hast.

    Das kam aber schleichend. Früher war das anders, habe wirklich nochmal wichtige Situationen durchgespielt. Da habe ich mch auch noch ernst genommen gefühlt, da gab es beim Gegenüber auch noch sowas wie Betroffenheit oder Reaktionen / Situationen, in denen ich spürte, dass es angekommen ist, was ich gesagt habe. Aber momentan dringe ich nicht durch, nicht mal mit klarsten Sätzen.

    Zitat

    Man hat doch so ein grobes Bauchgefühl, ob man "gern" in einer Beziehung ist, ob man sich grds wohlfühlt, man fühlt was Bestimmtes wenn man an den Partner denkt (zB "dann werde ich ihn an mich drücken und ihm alles erzählen was die letzten Tage so war" oder "Hoffentlich ist er nicht sauer, dass ..."). Anzeichen können auch sein, dass man öfter heult als sonst, dass man irgendwie empfindlich reagiert usw.

    Das schwankt bei mir ebenso wie dieses "Wir schaffen das, was soll schon schief gehen, nicht immer alles schwarz malen" und "oh Gott.. ich werde totünglücklich, er wird keine Zeit haben, ich werde dort verkümmern und es wird genauso schrecklich wie ich es immer voraus gesagt habe". So vermisse ich ihn manchmal furchtbar und möchte ihn morgens kaum gehen lassen und dann würde es mich null stören, wenn er ne ganze Woche auf Dienstreise wäre weil ich dann Zeit für mich brauch. Da vermiss ich ihn auch nicht. Also schwer zu sagen. Unterm Strich befinden wir uns, glaube ich, wirklich in einer Krise, die noch deutlich Explosions-Potenzial hat, je näher das Jahresende rückt.

    Zitat

    Ich hab in meiner damaligen Beziehung schon sehr bald "registriert", dass ihm seine Bedürfnisse und Pläne deutlich wichtiger waren als meine. Ich war halt (zu) lange der (naiven) Meinung, wenn 2 vernünftige Menschen sich lieben, dann wird das doch irgendwie hinzukriegen sein. Und das Hinkriegen hab ich dann versucht. Das musst du natürlich auch versuchen dürfen, das kann und darf dir keiner ausreden. Aber einen genauen Blick auf die Fakten solltest du schon haben.

    Das glaube ich auch (noch), dass man das doch schaffen sollte, wenn man sich gegenseitig Verständnis einräumt und füreinander da ist, Kompromisse eingeht. Schwierig wird es gerade für mich weil ich keine Schritte von ihm auch mich zugehen sehe. Gut, bei 90% kann er aufgrund der Gegebenheiten nichts dafür aber ich fühle uns emotional momentan auseinander driften.


    Haltet ihr eine Paartherapie für sinnvoll um da jetzt schon anzusetzen?

    Zitat

    Haltet ihr eine Paartherapie für sinnvoll um da jetzt schon anzusetzen?

    Meine Meinung ist dieselbe wie von Anfang an: Ich halte hier nur eine Trennung für sinnvoll.


    Aber ich weiß eben auch, dass man, wenn man in so einer Situation ist, irgendwie alles versucht haben will. Wenn du meinst, zu diesem "alles" gehört eine Paartherapie, dann versuch halt, ihn davon zu überzeugen. Wenn er (ernsthaft) mitmacht, schadet es zumindest nicht - außer dass sich das Ganze noch länger hinschleppt. Aber bei sowas hat jeder sein eigenes Tempo, nur für Außenstehende sieht es aus wie die Verschwendung von Lebenszeit.

    @ theressia

    Ich bin der Meinung, dass du es, wie du es beschreiben hast, versuchen solltest. Ich finde gut, dass du deine Wohnung für ein Jahr beibehätlst um eine Rückkehrotion zu haben. Wenn er der mAnn ist, den du libst, dann solltest du der Liebe eine Chance geben.


    Ich glaube es bringt nichts weiter mit ihm über einzelne Themen zu streiten. Sage ihm, wie du dir dein Leben dort vorstellst, was du bereit bist auf dich zu nehmen und was nicht. Stelle deine Bedingungen und disutiere nicht darüber.


    Du wirst in dem Jahr merken, wieviel Zeit er für dich hat, wie groß der Einfluß seiner Familie ist und ob du dir vorstellen kannst dort heimisch zu werden.


    Von einer Paartherapie halte ich nichts, da es größtenteils um die Bewältigung einer Situation in der Zukunft geht, die du trotz Vorstellungsvermögen gar nicht ermessen kannst.


    Stell dir vor, du triffst dort an deinem Arbeitsplatz geniale Kollegen oder gehst in einen tollen Reitverien. Das wird andere Dinge, wie z.B: eine nicht so schöne Landschaft, die vielleicht nicht so sind, wie du es dir wünschst, aufwiegen und du könntest trotzdem glücklich sein. Außerdem vernebelt dir der Trennungsschmerz von deinem aktuellen Umfeld die Sinne und du bewertest Dinge anders ,wenn du frei bist von dieser Thematik.


    Mit der Rückkehroption im Rücken hast du nichts zu verlieren. Du kannst aber vielleicht erkennen, dass er wiirklich der Richtige ist und hast dir nicht vorzuwerfen es nicht probiert zu haben.

    Zitat

    Haltet ihr eine Paartherapie für sinnvoll um da jetzt schon anzusetzen?

    Eine Paartherapie macht man eigentlich, wenn man unvorhergesehen oder schleichend in zwischenmenschliche Probleme schlittert, nachdem man sein Leben als dauerhafte Beziehung eingerichtet hat, um eben diese nicht gedankenlos wegzuwerfen und eventuell Lösungen zu erarbeiten.


    Ihr seid aber gerade erst dabei, euch für dieses Leben einzurichten. Dazu gehört ein geplanter Umzug deinerseits und die Unterstützung deines Partners in seinem Firmen-Engagement, welches nicht verhandelbar ist.


    Wenn du jetzt schon eine Paartherapie in Erwägung zieht, dann sollte man solch fundamentale Lebenseinschnitte besser zurückstellen. Ich weiß ja nicht, wie flexibel du mit Rückkehroptionen bist, wenn es nicht funktioniert. Aber sehenden Auges und schon die Paartherapie im Kopf würde ich einen solchen Schritt nicht wagen, ohne mir ein Netz und doppelten Boden als Absicherung zu bewahren.

    Theresia999

    Zitat

    Gut, bei 90% kann er aufgrund der Gegebenheiten nichts dafür aber ich fühle uns emotional momentan auseinander driften.

    Darin steckt ja immer noch der Knackpunkt: Du gibst ihm nicht die Verantwortung die er hat. Diese 90% sind die Gegebenheiten die er schafft und die er ja auch so will. 10% sind Gegebenheiten auf die man nur schwer bis gar nicht Einfluss hat.

    Hallo ihr Lieben,


    danke für Eure Antworten. Wollte mal ein Update geben.


    Erstmal nochmal zur Paartherapie - hier ging es mir eher darum, Unterstützung zu unserem Kommunikationsverhalten zu bekommen bzw. daß mal eine aussenstehende Person unsere Wünsche / Aussagen für den anderen "übersetzt", denn offenbar kommen unsere Aussagen beim anderen z.T. nicht / falsch an. Das macht mir Sorgen, zumal das vorher eben nie Thema war und ich möchte das auf keinen Fall so einreissen lassen. Also ein Thereapeut, der uns auf dem echt holprigen Weg gerade unterstützt damit wir das einigermaßen geregelt über die Bühne bekommen. Wobei... das ist in 3 Monaten und einen Platz zu finden wahrscheinlich utopisch :-(


    Naja, zum aktuellen Stand:


    Wir haben uns beruhigt, er gibt sich Mühe, ich mir auch. Trotzdem schwelt da eine Unruhe und zu allem Überfluss macht sein "bester" Freund schon wieder Stress, schießt Giftpfeile gegen unsere Beziehung und von seiner Mutter kam so ein "Ich mache mir Sorgen um Dich - ruf mal an wenn Du alleine bist"-Text. Ich vertraue meinem Freund gerade nicht genug um sicher zu sein, dass er zu uns oder seinen mir gegenüber geäussersten Aussagen steht und sich nicht beeinflussen lässt. Da kann er nämlich ein kleines Fähnchen im Wind sein. Es nervt mich, dass ich mir über sowas Gedanken machen muss. Das Telefonat fand auch statt, ich weiss von der ganzen Sache aber offiziell nichts und er hat es mir auch nicht gesagt. Er fragte nur gestern aus dem Nichts heraus, ob ich viel Wert auf den Rat meiner Mutter legen würde. %:| %:| %:| Ich würde zu gerne wissen, was da ablief :-(


    Naja, wir haben jedenfalls nun mal 3 Wohnungen angeschaut und die eine würden wir nehmen, wenn wir das OK bekämen. Schaut ganz gut aus. Gegend ist nicht optimal da nx Grünes aber innen fühlen wir uns sehr wohl und notfalls kann man auch nochmal umziehen.


    Seine Mutter möchte sich jetzt mal einen Tag mit ihm bzgl. Einarbeitung zusammensetzen und mich nicht dabei haben. Die Ansage war klar, ich solle gar nicht erst mitfahren oder mich vor Ort halt dann mit ner Freundin oder so treffen. Mein Freund teilt diese Meinung. Normalerweise finde ich das auch vollkommen richtig und fände es auch komisch, wenn mein Freund bei einem Einarbeitungsgespräch dabei wäre. In diesem speziellen Fall hat es für mich einen faden Beigeschmack....


    Soweit dazu. @:) *:)

    Zitat

    Erstmal nochmal zur Paartherapie - hier ging es mir eher darum, Unterstützung zu unserem Kommunikationsverhalten zu bekommen

    Also eine Moderation, keine Therapie. Ein systemischer Coach könnte euch dabei gut helfen. Tja, wo würde der am besten sitzen? Noch am alten Ort oder schon am neuen? Ich empfehle euch, da einen am neuen Wohnort zu suchen (der Umzug scheint ja nun unumstürzlich zu sein). Erst mal habt ihr Wartezeiten, zweitens werdet ihr ihn vermutlich länger brauchen als nur mal eben.


    Wie wird dein Freund reagieren, wenn du eine Beratung mit ins Boot holen möchtest? Eigentlich sollte er ja alle Bedenken und Ängste von dir kennen und der Vorschlag ginge ja auch in die Richtung, die Beziehung zu festigen. Aber vielleicht hat er da auch gar kein Verständnis für. Du bringst aber schon in so vielen Dingen Verständnis auf und ordnest dich unter, da musst du auch darauf achten, dass du für dich selbst Grenzen ziehst. Und wenn eben dazugehört, dass ihr professionell bei dieser Umstellung begleitet werdet, dann ist das so und ich hoffe, er akzeptiert das dann auch und arbeitet konstruktiv mit.

    Zitat

    Seine Mutter möchte sich jetzt mal einen Tag mit ihm bzgl. Einarbeitung zusammensetzen und mich nicht dabei haben. Die Ansage war klar, ich solle gar nicht erst mitfahren oder mich vor Ort halt dann mit ner Freundin oder so treffen.

    Das mag rational alles völlig in Ordnung sein. Aber eine solche Aussage gehört sich nicht. Ich finde es unhöflich, dich als Partnerin von der Familie bewusst auszuschließen als ob du ihnen etwas "wegnehmen" könntest ??oder man nicht frei in deiner Anwesenheit reden könnte??. Da ist eine Riesenmauer zwischen dir und dieser Familie und er sitzt da obendrauf und hat die Beine zur Seite der Mutter baumeln. Das Signal ist eindeutig: du gehörst (noch) nicht dazu.

    P.S.: woher weißt du, dass die Mutter deinen Freund um ein vertrauliches Gespräch gebeten hat? Und warum kannst du deinen Freund darauf nicht ansprechen?

    Zitat

    Er fragte nur gestern aus dem Nichts heraus, ob ich viel Wert auf den Rat meiner Mutter legen würde.

    Das wäre eine Frage gewesen, um ihn festzunageln.


    Welchen Rat gibt dir seine Mutter denn, auf den du so viel Wert legen könntest?

    Zitat

    Er fragte nur gestern aus dem Nichts heraus, ob ich viel Wert auf den Rat meiner Mutter legen würde.

    Da hat man tatsächlich direkt die Vermutung, dass sie ihm etwas in Bezug auf dich geraten hat. %:|

    Zitat

    Die Ansage war klar, ich solle gar nicht erst mitfahren oder mich vor Ort halt dann mit ner Freundin oder so treffen.

    Doof ist einfach, dass es expilzit erwähnt wurde. Wo doch vermutlich jedem klar ist, dass man da nicht dabei sein muss.

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    denn offenbar kommen unsere Aussagen beim anderen z.T. nicht / falsch an.

    Hast du Beispiele?

    Theresia, ich schreib dir einfach mal, wie es bei mir in meiner ersten Beziehung war. Denn ich war lange in einer Beziehung, in der es durchaus Ähnlichkeiten zu deiner Situation gab. Mein damaliger Freund war gerade frisch selbstständig und das stand im Grunde immer über allem. Wurde ihm ein Job angeboten, sagte er zu. Im Grunde war es also nie möglich, Pläne mit ihm zu machen. Geplante Kinobesuche, Wochenendausflüge - alles stand und fiel mit einem Anruf von der Firma. Klar, es war die Anfangszeit, da muss man sich erstmal unterordnen. Es wurde allerdings nicht besser. Immer waren ich und unsere Pläne zweitrangig, wenn es um den Job ging. Die allmächtige Frau Mama musste auch bloß mit dem Finger schnipsen, damit ihr einziger Sohn sofort antrabte. Trotzdem hielten wir 9 Jahre lang an der Beziehung fest, denn die Liebe war immer vorhanden und es fühlte sich trotzdem richtig an. Ich habe auch immer gedacht, dass wir das schaffen. Wir wollten miteinander alt werden, eine Familie gründen, was man sich eben so vorstellt. Man empfindet das in der Situation ja auch immer anders als im Nachhinein. Er war der Richtige für mich, ich die Richtige für ihn, davon waren wir überzeugt. Irgendwann war dann trotzdem der Punkt da, an dem es nicht mehr ging. Wir trennten uns, obwohl wir uns noch liebten, aber unsere Beziehungsvorstellungen passten einfach irgendwann doch nicht mehr zueinander.


    Heute wissen wir, dass wir nicht die Richtigen füreinander waren. Wir sind inzwischen beide verheiratet (mich wollte er nicht heiraten, weil er die Ehe an sich doof findet) und für sie ändert er seine Pläne, nimmt sich frei, bleibt Zuhause. Es war also wohl doch nicht bloß das Lebensmodell mit seiner Selbstständigkeit, die mich zur zweiten Geige gemacht hat. Auch in meiner Ehe sind viele Dinge anders als mit ihm, ich weiß, dass mein Mann viel besser zu mir passt als er. Wir haben mehr gemeinsame Interessen und Vorstellungen. Ich komme bei ihm immer an erster Stelle. Das alles zu realisieren und auch zu akzeptieren, hat Zeit gebraucht. Mein Ex und ich verstehen uns immer noch sehr gut, es gab ja auch keinen Streit oder Konflikt, der uns damals auseinander gebracht hat.


    Ich vermute, dass ihr vielleicht auch nicht die Richtigen füreinander seid. Trotzdem wünsche ich euch natürlich, dass ihr das schafft, wenn es wirklich euer fester Wille ist. Bei uns hat es nicht geklappt, und natürlich war es hart (und ja, auch mir war es durchaus zuwider, es den Leuten sagen zu müssen...) und mit vielen Tränen verbunden. Aber wir haben unseren Frieden damit gemacht. Ich erinnere mich gerne an die Zeit mit ihm, bin aber auch nicht mehr traurig drum, dass sie vorüber ist. Ich wünsche dir, dass auch du deinen Frieden findest, egal ob mit oder ohne ihn.

    @ Comran

    Zitat

    Also eine Moderation, keine Therapie. Ein systemischer Coach könnte euch dabei gut helfen. Tja, wo würde der am besten sitzen? Noch am alten Ort oder schon am neuen?

    Genau - jemand, der uns begleitet. Meine psychische Verfassung ist sei ein paar Monaten zu allem Übel nicht allzu gut und die Gesamsituation ist einfach sehr schwierig. Am liebsten wären mir beide Orte. Hier, weil ich möchte dass wir einander verstehen und die Situation aufarbeiten können. Ich bin nicht sicher, ob sein Verhalten derzeit einfach der Situation geschuldet ist oder ob es tatsächlich tiefere Diskrepanzen gibt, die wir auf Dauer nicht hinbekommen werden. Ich habe auch das leise Gefühl, dass uns zum ersten mal der Altersunterschied arg einholt. Auch seine kindisch-trotzige Art zu argumentieren hat mich mehr als irritiert, da musste ich erstmal aufhorchen. All das hätte ich gerne geklärt und Hilfe dabei - momentan hadere ich sehr mit der Beziehung und denke, dass ein Bruch (sollte er in Frage kommen) jetzt am sinnvollsten und einfachsten für uns wäre. Aber ich tendiere eben noch pro Beziehung.

    Zitat

    Wie wird dein Freund reagieren, wenn du eine Beratung mit ins Boot holen möchtest? Eigentlich sollte er ja alle Bedenken und Ängste von dir kennen und der Vorschlag ginge ja auch in die Richtung, die Beziehung zu festigen. Aber vielleicht hat er da auch gar kein Verständnis für. Du bringst aber schon in so vielen Dingen Verständnis auf und ordnest dich unter, da musst du auch darauf achten, dass du für dich selbst Grenzen ziehst. Und wenn eben dazugehört, dass ihr professionell bei dieser Umstellung begleitet werdet, dann ist das so und ich hoffe, er akzeptiert das dann auch und arbeitet konstruktiv mit.

    Ja, das ist jetzt die Frage wie er reagieren wird. Ich hab momentan keinen blassen Schimmer da ich ihn auch in den letzten Streits / Diskussionen absolut nicht mehr erkannt habe, daher bin ich gerade sehr unsicher.


    Problem ist, dass er nun immer öfter behauptet, ich würde die Karte ziehen "Ich gebe ja alles auf und komme mit Dir mit und dafür ewarte ich nun dies und das". Dabei versuche ich genau das tunlichst zu vermeiden! Ich kann keine Vorschläge und Wünsche mehr äussern, ohne dass mir das unterschwellig unterstellt wird :(v Wir werden also sehen, was er dazu sagt.

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    P.S.: woher weißt du, dass die Mutter deinen Freund um ein vertrauliches Gespräch gebeten hat? Und warum kannst du deinen Freund darauf nicht ansprechen?

    Es stand nachts auf dem Handydisplay als ich unsere Telefone am Strom umgehängt habe; er hat schon geschlafen. Ich wollte warten ob er es anspricht; hat er aber nicht. Habe ihm dann gestern ein paar Steilvorlagen gegeben aber nichts... wenn ich jetzt damit ums Eck käme wäre das unpassend und seltsam, einfach zu spät. Abgesehen davon akzeptiere ich sowas ja eigentlich; meine Mutter macht das auch wenn sie sich Sorgen macht. Nur rede ich darüber dann mit meinem Freund..

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    Welchen Rat gibt dir seine Mutter denn, auf den du so viel Wert legen könntest?

    Sie sagt, was ihr als aussenstehende Person manchmal auffällt. Das betrifft nicht meinen Freund sondern ihre Beoachtung, wie es mir geht. Sie kennt mich eben und merkt, wenn ich Probleme wälze. Meist geht es in die Richtung, dass ich auf mich aufpassen und micht nicht vergessen soll. Manchmal spricht sie auf Situationen an, wie ich mich in Bezug auf meinen Freund verhalte, die sie erschrecken und die ihr aufgefallen sind. Und sie sucht mit mir nach Lösungen bzgl Wohnung, Umzug, wie man das vor Ort alles gut meistern kann, bietet Hilfe an..


    Es geht aber eher darum dass er wohl einen Rat von seiner Mutter bekommen hat und nun mich fragt, wie sehr man sich sowas zu Herzen nehmen soll und wie ich das handhabe. Er formulierte die Frage aber so, dass ich nicht einhaken und nachfragen konnte.

    Zitat

    Das mag rational alles völlig in Ordnung sein. Aber eine solche Aussage gehört sich nicht. Ich finde es unhöflich, dich als Partnerin von der Familie bewusst auszuschließen als ob du ihnen etwas "wegnehmen" könntest ??oder man nicht frei in deiner Anwesenheit reden könnte.??. Da ist eine Riesenmauer zwischen dir und dieser Familie und er sitzt da obendrauf und hat die Beine zur Seite der Mutter baumeln. Das Signal ist eindeutig: du gehörst (noch) nicht dazu.

    Ich versuchte ihm zu sagen, dass es ja eigentlich auch für mich wichtig wäre zu erfahren, wie seine zukünftigen Arbeitszeiten aussehen, denn da bin ich immer noch nicht ganz im Bilde. Ich weiss nur, dass die Mutter andere Vorstellungen hat wie er und ich nur schwammige Ansagen bekomme. Für mich fühlt es sich so an als ob man sich hier gegen mich zusammen tut und mich nur so viel wissen lässt, wie beide für richtig entscheiden. Daher bin ich da sehr empfindlich.