• Offene Beziehung, wie konkret handhaben?

    Hallo zusammen, eines Vorweg, ich möchte KEINE Grundsatzdiskussion über das Beziehungsmodell an sich, sondern einen Austausch mit "gleichgesinnten", wie das konkret gehandhabt wird. Gibt es Grenzen, wenn ja welche? Wie leben Paare eine offene Beziehung?? Kurz zu mir/uns. Wir kennen uns seit fünf jahren, sind seit April 2013 ein Paar. Ich trenne Liebe…
  • 116 Antworten

    Bei Beziehungen mit Rollen-Gefälle (devot/dominant) drängt sich mir immer der Verdacht auf, dass der devote Partner schon fast "von Haus aus" etwas hinnimmt, was der dominante Partner will, so wohl auch die Frage nach der offenen Beziehung.


    Das hier

    Zitat

    Ich trenne Liebe und Sex. Sex kann ich kaufen, Liebe nicht. Für mich stellen sexuelle Bedürfnisse nichts anderes dar, als es ist: ein Bedürfnis. Und ich möchte nicht zu den Frauen gehören, die nach 20 Ehejahren irgendwann ihre Beziehung/Liebe aufgeben müssen, weil der Partner "fremdgegangen und mich betrogen hat".


    Hab ich Lust auf Erdbeeren kauf ich sie mir doch auch

    kommt mir irgendwie so.... "anerzogen" vor, so, als hätte man es vom dominanten Partner übernommen. Kann auch sein, dass ich mich irre.


    Was auch immer Du tun wirst, auf jeden Fall solltest Du absolut ehrlich Dir gegenüber sein.... es gibt Dinge, da hört das Rollenspiel auf, auch, und gerade für den devoten Part.

    @ Ella

    die Te wollte ausdrücklich nicht ein Für oder Wieder zum Thema offene Beziehung diskutieren.


    Die führt sie nun mal schon seit einigen Jahren. SEX ist mit anderen partnern ist für sie kein Problem. Ihr Problem ist die Intimität und die Zärtlichkeit die er mit dieser Freundin hatte.


    Das erinnert mich an das Buch einer Französin, die ein Leben lang sexuell sehr aufgeschlossen war, eine offene Beziehung führte, sehr, sehr viele

    Sexpartner hatte.


    Jahrelang ging das gut, dann fand sie das Foto einer schwangeren Frau auf seinem Schreibtisch und die Eifersucht bricht mit aller Macht über sie herein.


    Unsere Emotionen können wir nicht immer kalkulieren.

    Zitat

    Bei Beziehungen mit Rollen-Gefälle (devot/dominant) drängt sich mir immer der Verdacht auf, dass der devote Partner schon fast "von Haus aus" etwas hinnimmt, was der dominante Partner will, so wohl auch die Frage nach der offenen Beziehung.

    Auch wenn das jetzt OT ist, aber entschuldigung, das ist Quatsch. Nur weil jemand im Bett gerne devot ist, muss derjenige nicht im Alltag devot sein. Bei nicht wenigen ist sogar exakt das Gegenteil der Fall...

    Zitat

    Nur weil jemand im Bett gerne devot ist, muss derjenige nicht im Alltag devot sein. Bei nicht wenigen ist sogar exakt das Gegenteil der Fall...

    :)z


    hab eine Freundin die ein kleiner Hausdrachen ist! Es würde ihr im Alltag nie einfallen, die untergeordnete Rolle einzunemen. ]:D


    Und sie selber bestimmt auch wann sie mit Lederfesseln und Gerte ankommt. Ich frag mich da oft, wer ist dominant und wer devot ":/


    Aber es gibt leider viele Frauen die sich weniger selbstbewusst und eher aus emotionaler Abhängigkeit in die devote Rolle begeben und vieles oder alles mit sich machen lassen.


    Ich denke die Grenzen sind da fließend.

    Naja ich finde aber das Thema "Grenzen in einer offenen Beziehung, was ist erlaubt, was nicht" gehört zu den Gesprächen die man im Beziehungsalltag führt und weniger zu sexuellen / devoten Handlungen. Zumindest halte ich das so...

    Auch ich denke, da gehören die Grenzen noch mal abgesprochen. Ich kann zB sehr gut verstehen, dass das Petting ein Problem für dich ist. Auch wenn Sex ok wäre für den Partner, es gibt doch immer Grenzen die nicht überschritten werden sollen. Und die auf Seite 1 angesprochene Intimität fällt für mich da rein. Ich hatte durchaus schon ein Gespräch mit meinem Partner, dass wenn er Sex mit jemandem hätte ich einfacher damit zurecht käme als wenn er mit jemandem ein romantisches Date/Abendessen hätte.


    Auch habe ich eine etwas ausgefallene sexuelle Vorliebe, diese darf ich ohne ihn ausleben, da ich mit der Person mit der ich sie auslebe sonst keinen Kontakt habe. Das gleiche würde auch für ihn gelten.

    Zitat

    Für eine offene Beziehung muss man ehrlich und offen zu SICH und zu seinem PARTNER sein. Du bist mit seiner Art die offene Beziehung zu leben an deine Grenzen gestoßen, weil ihr scheinbar nie wirklich darüber geredet habt, wo diese für euch liegen.

    Man kann dafür keine strikten Grenzen festlegen, das geht nicht, weil ein Kontakt mit einem anderen Menschen immer fließend ist. Du kannst Grenzen versuchen festzulegen, aber wer das wirklich so sehr braucht, sollte gar keine offene Beziehung eingehen. Und "Offenheit" im Sinne von alles erzählen muss auch nicht sein, das ist Typsache, auch da würde ich sagen, wer diese Art von Kontrolle braucht, sollte es lassen. Und festlegen, dass das Herz nicht beteiligt sein darf, kann man schon mal gar nicht, klar, auch das kann man versuchen, aber wenn es anders läuft, dann ist es eben so. Wie gesagt, wer da strenge Grenzen hat, sollte es lassen, kann ich nur immer wiederholen.


    Einzig solche konkret vermeidbaren Dinge wie "nie in der gemeinsamen Wohnung", "keine Freunde, sondern nur Fremde", "keine Übernachtungen"..

    dany

    Deine Erläuterungen zum Thema Zärtlichkeiten finde ich etwas eigenartig. Wenn das so ist, wie du sagst, warum solltest du dann so emotional darauf reagieren? So ganz kann ich das nicht glauben, denn in dem Zusammenhang hast du erwähnt, dass dir sein Herz gehört. Also musst du doch auch in dir das Gefühl haben, dass Austausch von Zärtlichkeiten eine (von mehreren Möglichkeiten) seine Liebe auszudrücken. Irgendwas ist da bei dem, was du schreibst, nicht stimmig.

    Zitat

    Du kannst Grenzen versuchen festzulegen, aber wer das wirklich so sehr braucht, sollte gar keine offene Beziehung eingehen.

    Naja da sind wir wohl unterschiedlicher Meinung. Ich finde es wichtig Grenzen festzulegen, wenn hinter dieser Grenze etwas beginnt was mich verletzen würde. Egal ob man das monogame, offene, homosexuelle, devot / dominante oder sonst wie geartete Beziehung nennt. Ich kann für mich schon sagen, was ich in einer Beziehung möchte und was nicht. Und genau das auch ansprechen. Nur weil ich (jetzt mal theoretisch) eine offene Beziehung führe, muss ich damit nicht alles gut heißen was der Partner macht. Ich kann sehr wohl mit ihm darüber sprechen, dass ich möchte, dass sich das auf das rein sexuelle beschränkt und nicht auf nahe Freunde, wenn ich merke, dass mich das verletzt. Natürlich ist das manchmal fließend und Dinge verändern sich. Aber man kann doch auch nach Monaten in der Beziehung solche Themen ansprechen.


    Was Offenheit mit Kontrolle zu tun hat, verstehe ich auch nicht. Offenheit ist eine freiwillige Sache... Kontrolle ist für mich dem Partner hinterher zu spionieren. Vielleicht verstehe ich den Begriff auch völlig anders...

    Offenheit ist dann nicht freiwillig, wenn sie als Voraussetzung gesetzt wird. Außerdem will das ja auch nicht jeder. Ich wollte nur damit sagen, dass Offenheit nicht unbedingt so wichtig ist, ja unter Umständen auch schlecht sein kann. Das ist Typsache, darauf hatte ich hingewiesen. Wenn jemand Offenheit sehr wichtig ist, würde ich allerdings vermuten, dass er auf diese Weise versucht, Kontrolle über die Situation zu haben.


    Die Grenzen, die du definierst, hatte ich ebenso als machbar gesehen. Aber man kann keine Grenzen festlegen, was Gefühle und die Art und Weise, wie man Sex miteinander hat. Sicher, man kann, theoretisch, aber ob es funktioniert? Ich sehe es auch so, dass man nicht alles gut heißen muss, aber wenn die Grenzen sehr eng gesteckt werden, zeigt es einfach, dass man damit nicht klar kommt. Darüber hinaus muss man sich auch klar machen, dass die dritte Person, wer auch immer das ist, auch ein Mensch ist und keine Sache. Es wird bei zu vielen "Grenzen" dann dieser Person gegenüber sehr unfair, weil sie funktionialisiert wird. Kann mir keiner erzählen, dass man das alles vorher abklären kann.. das widerspricht jeglicher Erfahrung damit.

    Zitat

    Ich finde es wichtig Grenzen festzulegen

    Was nützen Grenzen, die nicht sinnvoll abgesichert werden können? Ich halte eine offene Beziehung mit Grenzen bezüglich der menschlichen Kontakte für eine einzige Herumeierei- ein Konstrukt, um mit hoher Wahrscheinlichkeit schief zu laufen.

    Zitat

    Und ich möchte nicht zu den Frauen gehören, die nach 20 Ehejahren irgendwann ihre Beziehung/Liebe aufgeben müssen, weil der Partner "fremdgegangen und mich betrogen hat".

    Naja, dann wirst du vielleicht irgendwann die Beziehung/Liebe aufgeben, weil ständig die festgelegten Grenzen überschritten werden.


    Für den Erhalt von Liebe gibt es keinerlei Sicherheiten, eine offene Beziehung birgt diesbezüglich noch größere Gefahren, weil freie Sexualkontakte viel eher neue Liebe "erzeugen" können.

    Zitat

    weil freie Sexualkontakte

    Wobei freier Sexualkontakt auch in einer monogamen Beziehung existieren kann- nur das die Freiheitlichkeit auf eine Person bezogen ist. Ich halte monogame Beziehungen für fragwürdig, wenn einer der Partner sagt: "Ich darf keinen andern Sexualpartner haben, weil ich in Beziehung bin"- Frei bedeutete vielmehr: "Ich will keinen anderen Sexualpartner haben- deswegen bin ich in einer Beziehung"

    @ sensibelman

    :)= x:)

    Zitat

    Frei bedeutete vielmehr: "Ich will keinen anderen Sexualpartner haben- deswegen bin ich in einer Beziehung"

    Vielleicht haben aber nur wenige das Glück, so jemanden an ihrer Seite zu haben, mit dem/der sich genau dieses wunderschöne und verbindende Gefühl einstellt. Eine Beziehung, die sich so vollständig anfühlt, dass Monogamie natürliches Bedürfnis und kein Opfer ist.


    Weil aber von Natur aus der Mensch nicht dauerhaft Single sein mag und (zumindest in vielen Fällen) die Sehnsucht nach einer erfüllten Partnerschaft in sich trägt, werden oft faule Kompromisse eingegangen – nach dem Motto, besser so als gar nichts. Ich behaupte jedenfalls nicht, dass mir sowas noch nicht passiert wäre... :-(

    Ich weiß nicht, ob Dir der Austausch mit anderen, die ebenfalls eine offene Beziehung führen wirklich sehr (auf Dauer) helfen können. Einerseits da jedes Paar sicherlich andere Vorstellungen hat - egal ob in einer "offenen" Beziehung oder nicht.


    Anderseits hatte ich beim Lesen des Eingangsbeitrages den gleichen Verdacht, den andere geäußert haben.

    Zitat

    Wenn die offene Beziehung v.a. deswegen eingegangen (und schöngeredet) wurde, weil ohne diese Bedingung der Partner sozusagen "nicht zu haben" gewesen wäre, sehe ich schwarz, um ehrlich zu sein.

    Zitat

    Bei Beziehungen mit Rollen-Gefälle (devot/dominant) drängt sich mir immer der Verdacht auf, dass der devote Partner schon fast "von Haus aus" etwas hinnimmt, was der dominante Partner will, so wohl auch die Frage nach der offenen Beziehung.

    Horch tief in Dich hinein, ob Du wirklich für eine "offene" Beziehung geschaffen bist oder das nur so aufregend und so genial erscheint, weil der neue Partner, der es schon gelebt hat, in Deinen Augen auch (noch) so genial und aufregend erscheint.


    Dein bzw. Euer wirkliches Problem ist in meinen Augen, das total unterschiedliche Bedürfnis miteinander Zärtlichkeiten austauschen zu wollen. Das versuchst Du derzeit noch tapfer zu ertragen, aber über kurz oder lang wird eure Beziehung DARAN zerbrechen. Alles andere sind nur Nebenschauplätze bzw. Symptome dieses eigentlichen Problems.

    @ dany_80

    Ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen, zumal viele auch selber keine Erfahrung damit haben, eine offene Beziehung selber gelebt zu haben.


    Ich habe diese Erfahrung gemacht, aber ob Dir das weiter hilft, wage ich auch zu bezweifeln, weil es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, eine offene Beziehung zu leben und ich habe einige davon probiert.


    Letzendlich ist es aber Deine individuelle offene Beziehung um die es geht und Dein persönliches "Problem", was Dich gerade beschäftigt.


    Und da habe ich den Eindruck, dass es gar nicht um Sex mit anderen geht, sondern darum, dass Du Dir der Exklusivität der Liebe Deines Freundes nicht mehr sicher bist.


    Nun muss ich aus Erfahrung auch sagen, dass es eigentlich ziemlich "normal" ist, wenn man öfter mit jemandem Sex hat, dass sich da auch Gefühle entwickeln können, für mich war und ist das aber nie ein "Problem" gewesen, weil ich ehr polyamor denke und fühle.


    In Deiner Beziehung scheint es nun so, dass diese spezielle Freundin auch einen speziellen "Status" hat, er kümmert sich um sie, verbringt Zeit mit ihr (mehr als reiner Sex) und was das Petting angeht, so scheint er sich damit ihren sexuellen Vorlieben angepasst zu haben, obwohl er das sonst nicht praktiziert ... etwas, was nicht mehr zu einer rein sexuell offenen Beziehung passt ...


    Du spürst einfach, dass da mehr im Spiel ist und hast nun diese Panik, dass die Gefühle, die Liebe nicht mehr exklusiv Dir "gehört" ... und das spürtest Du schon bevor er Dir das mit dem Petting gesagt hat.


    Die Frage ist, was Du nun tun kannst.


    Du könntest Grenzen neu setzen (es ist durchaus üblich in offenen Beziehungen auch Grenzen zu ziehen), aber ich fürchte in Bezug auf diese Freundin werden diese nichts mehr ändern, denn er wird ja nicht den Kontakt komplett abbrechen wollen.


    Da bleibt wohl nur Eure offene Beziehung zu hinterfragen, ob da nicht doch Gefühle teilweise "erlaubt" sein dürfen, oder was ihr dagegen tun könnt, um diese zu verhindern (meiner Meinung nach kann man das aber nicht immer ganz ausschließen)


    Und in Bezug auf diese spezielle Freundin müsst Ihr überlegen, wie Du mit Deiner Eifersucht/Verletzung umgehen kannst und was er dafür tun kann, damit Du Dich nicht mehr so fühlst.


    Auf jeden Fall müsst Ihr miteinander reden, was genau diese Freundin Deinem Freund bedeutet, damit Ihr an diesem Thema arbeiten könnt.