• Offene Beziehung, wie konkret handhaben?

    Hallo zusammen, eines Vorweg, ich möchte KEINE Grundsatzdiskussion über das Beziehungsmodell an sich, sondern einen Austausch mit "gleichgesinnten", wie das konkret gehandhabt wird. Gibt es Grenzen, wenn ja welche? Wie leben Paare eine offene Beziehung?? Kurz zu mir/uns. Wir kennen uns seit fünf jahren, sind seit April 2013 ein Paar. Ich trenne Liebe…
  • 116 Antworten
    Zitat

    Jupp, bei uns läuft das genauso Erst gestern im Fitnessstudio hat mich mein Bald-Mann gefragt, ob ich mit "dem Muskelpaket da drüben" theoretisch ins Bett gehen würde

    Zwar lebe ich in einer offenen Beziehung, aber solche extrem offene Mitteilungsbedürftigkeit finde ich persönlich befremdlich. Mein Mann ist da wiederum genauso gestrickt, dass er sich gerne austauschen würde und fragt schon mal, ob ich diesen oder jenen Mann attraktiv finde, was ich allerdings ein wenig übergriffig finde, genauso wie es mir pillepalle ist, wen er sexy findet.


    Ich muss nicht wirklich jeden fitzekleinsten Gedanken und Wunschtraum meines Partners wissen. Ich bewahre mir gerne eine Privatsphäre, zu der absolut niemand außer mir selber Zugang hat.

    Zitat

    Ich muss nicht wirklich jeden fitzekleinsten Gedanken und Wunschtraum meines Partners wissen.

    das schließt sich ja nicht aus.


    Nur weil man es oft mitteilt bzw. generell offen darüber reden kann, heißt es ja nicht, dass man dem anderen absolut alles erzählen muss.


    Außerdem gibt es noch andere Themen als Sex ;-)

    Zitat

    Außerdem gibt es noch andere Themen als Sex

    Sicherlich. Aber ich bin nun einmal auf folgendes eingegangen:

    Zitat

    Erst gestern im Fitnessstudio hat mich mein Bald-Mann gefragt, ob ich mit "dem Muskelpaket da drüben" theoretisch ins Bett gehen würde

    Und Du selbst schriebst ja auch:

    Zitat

    Wir erzählen uns öfters mal, wenn wir jemand anders attraktiv finden und was wir gerne mit dem anderen machen würden.

    Ich habe auch nur meine höchstpersönlich Sicht dazu niedergeschrieben. Die ist für niemanden als für mich ganz alleine wichtig und richtig. Deshalb hatte ich das "ich persönlich" auch in fett geschrieben und gehofft, dass es ersichtlich wird, dass es nur meine Sicht ist und ich die niemanden aufdrängen will bzw. es jeder weiterhin so halten kann, wie er möchte.

    @ DieKrümmi,

    "weckt in mir die Frage, ob mit "wir können über alles offen reden" auch bedeutet, dass man es ertragen und auch begrüßen kann, denn der Partner einem offen und detailliert erzählt, welche sexuellen Phantasien er beim Anblick der wunderschönen Kellnerin oder des durchtrainierten Joggers hat. Und das auch, wenn die man selbst in der sexuellen Phantasie des Partners überhaupt keine Rolle spielt"


    Ja genau so ist es!!!. Nur weil wir alt und verheiratet sind und absolute Exklusivität leben, sind wir doch nicht blind oder haben keine Phantasien. Warum sollte man solche Gedanken für sich behalten. Wir haben uns ausgetobt und brauchen das nicht mehr. Vielleicht aber in meinen Augen der Vorteil des späten zusammen kommens. Man sieht viele Dinge aus einer anderen Sichtweite.

    Hmmm... also ich versteh dich liebe TE, ich lebe zwar nicht in einer klassischen offenen Beziehung, aber ich bin sozusagen die Affäre meines Freundes (jedoch auch das nicht klassisch...auch wenn einige das denken würden).


    Die genauen Umstände bei mir, tun da auch wenig zur Sache, was bei uns gleich ist, im Prinzip haben weder er noch ich uns echte Treue versprochen. Ich weiß, dass er es ist... (seltsam obwohl er der Verheiratete ist), ich gebe zu ich bin es nicht.


    Er weiß es, will es aber nicht wissen... also weder details noch ob oder ob nicht... er weiß nur, mit dem was er bereit ist mir zu geben (also eben keine Scheidung etc) kann er von mir nicht mehr erwarten. Wir sehen uns arg selten, da habe ich außerhalb dieser Zeit auch Bedürfnisse, jedoch, und nun kommt das große ABER: soweit ich das beurteilen kann, lieben wir uns aufrichtig. Wir sind über 10 jahre zusammen, mal mehr mal weniger, mal mit Option auf ne "komplette" Beziehung, dann wieder doch nicht...wurde oft verletzt von ihm, und doch... solche Gefühle wie bei ihm kamen bisher noch nirgends anders auf. Das andere ist Sex, keine Liebe...


    Ich weiß, er liebt mehr oder weniger 2 Frauen, auch der Gedanke tut weh, doch es ist mehr dieses "ich kann sie nicht verlassen, ich bin da verantwortlich, etc pp" und keine liebende Leidenschaft... Es ist anders, es ist komisch, doch es geht.


    Vielleicht ein bisschen zu vergleichen wie mit seiner Freundin... er ist für sich da, aber lieben tut er tief im Herzen dich, und wenn die beiden mal im Bett landen, mei dann passiert das halt.


    Ich glaub wirklich vergleichen kann man die Situationen nicht, aber ich hab doch einige paralleln entdeckt, man hat Absprachen, kommt eigentlich super damit klar, doch dann gibts so kleine Ausnahmen... und dann zweifelt man doch am Beziehungskonzept...


    Für mich ist deine Beziehung jedenfalls vollkommen nachvollziehbar und ich finde euren neuen Kompromiss und die Grenzen die du gesetzt hast mit dem "nicht woanders schlafen" durchaus einen Schritt in die richtige Richtung.

    @ :)

    Nicht falsch verstehen, Mädels: wir tauschen solche Fragen durchaus mit einem Augenzwinkern und keiner Bierernsthaftigkeit aus ;-)


    Mein Verlobter weiß, dass mich rein körperlich diese Muckiproleten anziehen (mein Exfreund vor ihm war auch so einer), aber ich keine Beziehung mit ihnen eingehen würde, weil sie oft weder Hirn, noch Verstand haben und ihre ganze Welt sich nur ums Äußere, ihre tollen Muskeln und Nahrungsergänzungsmittel dreht ;-D


    Wir wissen schon, was wir aneinander haben und ich weiß auch, auf welchen Typ Frau er abfährt (Penelope Cruz, der ich mal null ähnlich sehe). In vorherigen Beziehungen wäre diese Offenheit für mich auch niemals möglich gewesen, dazu war ich viel zu eifersüchtig, unsicher und mir fehlte das nötige Selbstvertrauen.


    Meinem Partner vertraue ich zu 100%, bin immer wieder selbst davon überrascht und ich habe nichts dagegen, wenn wir hin und wieder unsere "Phantasien" austauschen, das passiert ja nicht täglich und hat auch nicht permanent mit Sex zu tun ??dazu genießen wir unseren eigenen zu sehr?? :-D


    Ich kann aber verstehen, dass sich das für Außenstehende befremdlich anhören muss... solch eine Offenheit kannte ich vor ihm wie gesagt auch nicht.

    @ Hasimuff86

    :)^ @:)


    Auch mir ging es so, solch offene Gespräche wären in meiner früheren Ehe auch nicht möglich gewesen.

    Zitat

    Vielleicht liegt es daran dass ich ein Scheidungskind bin, weil mein Vater ein Frauenheld war. Afären gehörten für ihn dazu, sexuelle Neigungen die er mit meiner Mutter nicht ausleben konnte stillte er wo anders. Es änderte an der Liebe zu meiner Mutter nichts, aber für sie änderte sich alles und mit 11 Jahren ließen sich meine Eltern nach 16 (!!) jahren scheiden. Das ist für mich einfach lächerlich, wegen sexuellen Bedürfnissen eine Liebe zerbrechen zu lassen. Da man(n) dies ja nicht offen kommunizieren kann/darf, erfindet man(n) Ausreden, Lügen, Alibis wo man wann ist, mit wem und warum. Es kommen Lügen ins Spiel -> Vertrauensbruch!

    Interessant, die meisten Kinder würden sich mit dem Elternteil solidarisieren, der nicht herumgehurt hat. "Frauenheld" und "sexuelle Neigungen stillen" klingt sehr euphemisch. Vielleicht warst Du ja ein Papa-Kind? Ich vermisse in Deinen Ausführungen ein gewisses Mitgefühl und vor allem Verständnis für Deine Mutter, Du empfindest ihre Gefühle also für lächerlich.... Anstelle dessen ganz viel Verständnis dafür, dass jemand unehrlich wird und das Vertrauen des Partners missbraucht.

    Zitat

    Und deswegen muss man das Pendel in die andere Richtung ausschlagen lassen? Was wäre, wenn es in der monogamen Beziehung keine Eifersucht gegeben hätte, wenn offen über die Wünsche und Ängste, Bedürfnisse und Ziele kommuniziert wird- ja, das geht auch sehr gut in einer monogamen Beziehung.

    Die Frage habe ich mir auch gestellt. Ich habe immer noch den Eindruck, dass die TE durch die Beziehung ihrer Eltern derartig geprägt ist, dass sie eine Situation wie damals (Trennung der Eltern) unbedingt vermeiden möchte, und sei es, dass man Betrug unmöglich macht, indem man ihn von vornherein "legalisiert".

    Zitat

    und sei es, dass man Betrug unmöglich macht, indem man ihn von vornherein "legalisiert".

    das ist ja das Schlimme, dass man Betrug nie ausschließen kann. Es gibt kein 100%, da hilft keine offene Beziehung (denn da sind ja auch Grenzen, die überschritten werden können, auch wenn sie weiter gesetzt sind). Es gibt immer Möglichkeiten fremdzugehen und nach 20 Jahren betrogen zurückgelassen zu werden.

    @ Smaragdauge:

    Interessant wie unterschiedlich man Beiträge deuten kann, ich lese nichts von dem "vater auf ein Podest stellen und Mutter lächerlich finden" heraus so wie du.


    Eher dieses "schade das es wegen Sex auseinander ging"... und ich glaube das kann ich durchaus nachempfinden.


    Ich glaub die Kinder meines Freundes sind froh gewesen, dass Mama und Papa sich nicht getrennt haben.... nur weil Papa nicht impotent geworden ist wie mama das gerne gehabt hätte. ;-)

    Zitat

    das ist ja das Schlimme, dass man Betrug nie ausschließen kann. Es gibt kein 100%, da hilft keine offene Beziehung (denn da sind ja auch Grenzen, die überschritten werden können, auch wenn sie weiter gesetzt sind). Es gibt immer Möglichkeiten fremdzugehen und nach 20 Jahren betrogen zurückgelassen zu werden.

    Dieses Risiko ist in einer offenen Beziehung ebenfalls vorhanden. Da ist dann nicht vorrangig der Sexualakt der Stein des Anstoßes sondern das Fremdverlieben. Und wie HannahWe so treffend über Hormone geschrieben hat, führt Sexualität gewissermaßen zur Intimität, diese wiederum wird zur Gefahr für jede Beziehung, egal ob offen oder exklusiv.

    Zitat

    Interessant wie unterschiedlich man Beiträge deuten kann, ich lese nichts von dem "vater auf ein Podest stellen und Mutter lächerlich finden" heraus so wie du.

    Dann lies noch mal, was ich herauszitiert habe. Für mich liest sich das so, als ob die TE überwiegend der Mutter die Schuld an der Trennung gab, weil der Vater sie ja trotz Herumvögelns geliebt hat, während ihre Liebe gewissermaßen nicht stark genug war, nicht seine, und deswegen die Scheidung.


    Das Groteske an der Sache ist ja, dass die TE mit dem Satz

    Zitat

    Das ist für mich einfach lächerlich, wegen sexuellen Bedürfnissen eine Liebe zerbrechen zu lassen.

    durchaus (auch wenn sie das nicht so gemeint hat) ausspricht, was ich denke, nämlich dass eine Liebe es wert ist, woanders die Hose eben zuzulassen, auch wenn die Hormone verrückt spielen.

    Smaragdauge, ich meine was ich sage!!! Mein Vater war/ist ein Frauenheld und daran zerbrach die Ehe letztendlich. Wie du daraus schließt ich würde Sympathien für eines meiner Elternteile oder Missgunst haben, versteh ich nicht. In erster Linie bin ich das KIND meiner Eltern und das unabhängig von meinem Alter. Zu einer TRENNUNG gehören immer zwei, aber es ist nicht mein Part dies zu beurteilen. Ich bin nicht in den Schuhen meiner Eltern gelaufen, sie leben ihr Leben.


    Deine Interpretation meines Familienlebens und meines Geisteszustand oder gar Gefühlszustandes ist schlicht weg anmaßend, denn ich habe FAKTEN genannt. Das meine Mutter dieses Leben so nicht leben wollte, war und ist ihr Recht. Und ich bin froh das sie sowohl den Mut als auch die Kraft hatte; sich nicht einem Lebensmodel anzupassen das sie nicht wollte. Zudem schrieb ich auch vom VERTRAUENSBRUCH, den mein Vater immer wieder beging. Und das ist generell ein Nogo.


    Und mal von allem abgesehen, es hat a) nix mit dem Eingangspost zu Tun und b) wollte ich keine Grundsatzdiskusion über das Beziehungsmodel haben...auf hobby psychologische Einschätzungen verzichte ich auch dankend.


    Und ich muss auch nichts "legalisieren", denn keines der Beziehungsmodelle sind verboten!!!


    Erlaubt ist was Spaß macht und auf Gegenseitige Achtung, Respekt, Vertrauen und Liebe gebaut ist. Und das ist in einer offenen und auch monogamen Beziehung wohl Vorraussetzung damit sie überhaupt bestand haben kann.


    In diesem Sinne, nichts für Ungut :(v

    dany-80

    Ich hatte seltsamerweise diesen Satz genauso verstanden wie smaragdauge, also gegen die Mutter gerichtet. Das ist das PRoblem bei schriftlicher Kommunikation, man versteht es manchmal einfach falsch und kann nicht sofort nachfragen.

    Wenn das alles ganz anders gemeint war als Du es vorher geschrieben hast, dann habe ich Dich wohl nur mißverstanden, was mir, sollte es so sein, leidtut.

    Zitat

    Und ich muss auch nichts "legalisieren", denn keines der Beziehungsmodelle sind verboten!!!

    In unserer Gesellschaft sind sie nicht verboten, aber nicht alles, was nicht verboten ist, ist auch gut, und nicht jedes Beziehungsmodell ist für jeden geeignet. Wenn ich in dem Beziehungsthread aus Ende letzten Jahres lese, dann warst Du dort in einer Beziehung, wo Du auch krampfhaft versucht hast Dich anzupassen. Ein Mann, der Dich ausgenutzt hat, und als ich damals meinte, ich wäre schon längst über alle Berge, wenn ich erst an 3. Stell käme, wenn mich jemand derartig ausnutzt, hast Du mir das mal abgesprochen (was übrigens auch anmaßend war, denn Du kennst mich nicht). Klar, man hört nicht gerne, wenn jemand einem sagt, dass irgendwas keine Zukunft hat. Inzwischen gibt es die Beziehung ja nicht mehr, oder?


    Ich habe nach wie vor den Eindruck, dass Du Dich an den jeweiligen "Kandidaten" anpasst, und zwar zu Lasten Deiner eigenen Seele. Du leidest, es tut weh etc. Eine andere Frau einfach bumsen ist für Dich okay, aber bitte ohne Gefühle. Zum einen kannst Du seine Gefühle nicht kontrollieren, auch nicht, indem Du die Sexualität eines Mannes auf Triebabfuhr reduzierst, zum anderen entwertest Du damit die anderen Beziehungen (nur Sex, ist nix wert etc. pp, wenn das so einfach wäre, könnte der Mann ja auf diese so wertlosen Beziehungen verzichten, will er aber nicht, überleg mal warum.)


    Ich wünsche Dir für die Zukunft eine Beziehung, in der Dir nichts wehtut wie in dieser und in der vorherigen, in der Du Dich nicht verbiegen musst um Dich geliebt zu fühlen. Auch wenn man als Scheidungskind die Probleme der Eltern noch in sich trägt (und das tut man), hat man dennoch die Chance, irgendwann einen Partner zu finden, bei dem man in eine heilsame Beziehung eintritt und weder die Fehler der Eltern wiederholt noch, um alles ganz ganz ganz ganz anders zu machen, ins andere Extrem verfällt, was ebenfalls ungesund ist.