Zitat

    Hm... ich glaube, Comran, das sehen wir einfach so unterschiedlich - da kommen wir nicht zusammen.

    Müssen wir ja auch nicht :)_

    Zitat

    Ich empfinde meinen Partner von mir aus wirklich als am Schönsten und empfinde auch mich als Frau als die Schönste. Das kann man mir auch nicht absprechen.

    Nein, absprechen sicher nicht. Ich kann ja nicht das Gegenteil beweisen. Ich will nur versuchen, es zu verstehen, da ich zur Gruppe gehöre, die da anders tickt.


    Mein Verständnisproblem dabei ist: du hast ja auch mal Single-Zeiten gehabt. Und in diesen Zeiten warst du sicher in der Lage, Menschen als unterschiedlich attraktiv einzustufen und wahrzunehmen, ohne eine gefühlsmäßige Bindung zu ihnen zu haben. Darunter waren sicher auch Menschen, die verdammt gut aussahen. Ist diese Fähigkeit dann schlagartig weg, sobald du in einer Bindung bist? Wenn nein: wäre dein aktueller Partner, wenn du ihn vor eurer Beziehung wahrgenommen hast/hättest, im Kreis beliebiger attraktiver Männer auch schon früher der schönste gewesen? Wie würdest du das rückblickend bewerten? Oder wurde er der Schönste durch deine Liebe?

    Zitat

    Man liebt (?) eine Person und gelobt sich sexuelle Treue, dann jedoch merkt man es fehlt etwas.


    Was tun? Die Wünsche unterdrücken? Die Beziehung neu definieren? Fremdgehen?

    Man könnte das machen, was den Menschen vom Tier unterscheidet: die Werte Disziplin, Ehrlichkeit und Verbindlichkeit hochhalten und nicht einfach nur das tun, was man sich wünscht.


    Das soll nicht bis zur Selbstaufgabe gehen und mit den gleichen Werten kann man auch den Wandel so fair wie möglich gestalten. Aber prinzipiell läuft es darauf hinaus, dass man - wie so oft im Leben - Wünsche auch in gewissem Rahmen im Zaum halten kann. Das angesprochene "Fehlen" hat ja schon einen negativen Beigeschmack. Wohl kaum jemand von uns hat alles im Leben. Ich könnte endlose Listen von Dingen schreiben, die ich jetzt gerne hätte. Habe ich aber nicht, und ich muss damit klarkommen. Es gäbe auch viele Dinge, die ich jetzt ganz einfach realisieren könnte. Ich würde bei den Temperaturen gerne nackt rumlaufen. Mach ich aber nicht, weil mir klar ist, dass der "Deal" eines bürgerlichen Berufslebens nun mal beinhaltet, dass man bekleidet bleibt. Und dafür habe ich mich entschieden. Sonst müsste ich dieses Modell aufkündigen und eben Aussteiger sein. Das ist es mir aber nicht wert und ich gönne mir diese kleinen Freiheiten eben in Grenzen, wo sie niemanden stören.


    Natürlich ist da nicht der Drang so hoch, aber gerade einem geliebten Menschen gegenüber sollte es möglich sein, irgendwelche zum monogamem Beziehungsmodell inkompatiblen Wünsche bis zu einer gewissen Höhe in ihre Schranken zu weisen. Wenn man sich überlegt, wieviele Menschen außerhalb der Beziehung Sex haben (Fremdgehen, Puff, offene Beziehung, Swinger) scheint es ja nicht generell nicht unmöglich zu sein. Mich erregen auch Pornos (wie viele andere Menschen auch) und selbstverständlich könnte ich mir reinen aufregenden Sex mit einer attraktiven und sympathischen Dame vorstellen, die ich nicht liebe. Ich tue es aber nicht, weil das in unserem Beziehungsmodell nicht vorgesehen ist - und weder ist diese Vermeidung irgendwie entbehrlich noch sähe ich einen Grund, mir Alles nehmen zu müssen, was theoretisch ginge. Denn ich bekomme ja stattdessen etwas viel Reicheres, was mir viel wichtiger ist.

    @ Comran

    Ja, ich kann deinen Standpunkt nachvollziehen.


    Aber die Menschen sind nun mal verschieden und jede/r führt seine Beziehung anders. Und das ist auch gut so!


    Ich habe im Lauf der Zeit viele Menschen kennengelernt die sexuell unerfüllt waren. Damit meine ich nicht den flüchtigen Reiz des Fremdgehens, sondern Vorlieben die dauerhaft vom Partner/in nicht erfüllt wurden.


    Einige blieben in diesen Beziehungen, andere haben sie beendet.

    Zitat

    Ich würde keine Beziehung zu jemanden eingehen, der mich nicht uneingeschränkt als schönsten Menschen auf den Planeten sieht (jetzt ungeachtet des Alters und anderer Eigenschaften, das hat damit gar nichts zu tun) und würde mir auch wünschen, dass mein Partner sich selbst so attraktiv findet.

    Erstaunlich!


    Hätte man mich vor ein paar Tagen gefragt, ob ich mir vorstellen kann, dass das jemand so sehen könnte, hätte ich das wohl mit einiger Überzeugung verneint. ;-D Aber gut, man lernt nie aus!


    Ich finde diesen Anspruch trotzdem EXTREM hoch. Noch überraschender als den Anspruch an sich finde ich jedoch, dass man mit diesem Anspruch dann auch noch "fündig" werden kann...

    Zitat

    Ja, das verstehe ich. Wobei ich "Frauenhelden" etwas abwertend finde, aber so ist es sicherlich nicht gemeint.

    Naja doch, so ganz wertneutral ist das nicht gemeint. ;-) Wenn ich Frauenhelden neutral gegenüber stehen würde, müssten sie ja als Partner in Frage kommen. Tun sie aber nicht. Das ist natürlich eine Wertung.

    Zitat

    Siehst du, da reden wir (mal wieder ;-)) aneinander vorbei. Wovon du da sprichst, ist sich fremdzuverlieben. In Erwägung zu ziehen, eine andere/weitere Partnerschaft einzugehen. Davon schreibe ich zu keinem Zeitpunkt und das finde ich (derzeit, sag niemals nie) auch nicht erstrebenswert. In diesem Punkt bin ich eisern und treu. Ich halte mich an die Regeln in meiner Beziehung und für mich ist es auch kein Verzicht, eine einzige Partnerschaft zu pflegen. Mir ging es um den sexuellen und die dazu gehörigen Begleiteffekte.

    Aber Gefühle sind doch viel weniger steuerbar als Handlungen. ":/ Sich fremdzuverlieben kann einem m.E. eher "passieren". Das fände ich z.B. auch in einer Beziehung potentiell überstehbar, wenn den Gefühlen keine entsprechenden Handlungen folgen.

    Zitat

    Hm... stimmt schon. Ich denke, wir verfolgen da einfach zwei sehr unterschiedliche Ansätze.

    Ja, offensichtlich. :-)

    Zitat
    Zitat

    Manche würden mich vielleicht als schön bezeichnen, andere nicht. Ich bin tageslicht tauglich und mag wie ich aussehe. Das reicht völlig.

    Das ist doch toll :)^ ! DAS genau meine ich ja: Du magst dich und magst, wie du aussiehst.

    Hmm, naja aber zwischen "sich mögen" und "sich für konkurrenzlos schön" zu halten, liegen für mich schon nochmal ziemliche Welten. ":/


    Wobei ich dir insofern zustimme, dass auch ich mich nicht in Konkurrenz zu anderen Frauen sehe. Weil ich eben nie auf die Idee käme, um einen Mann zu "eifern". Wenn ein Mann nicht von sich aus (sexuelle) Exklusivität mit mir will, ist er jederzeit frei zu gehen.

    Zitat

    Aber dein Freund kann doch - im persönlichen Ermessen - finden, dass du die Schönste bist?

    Hmm, nein, das könnte er eigentlich nicht. Jedenfalls nicht, ohne dass ich deswegen an seiner Urteilkraft und Intelligenz zweifeln würde. ":/ ;-D Ich bin nicht so ein Fan der rosaroten Brille und ziehe Männer vor, die nicht so überschwänglich/euphorisch auf das Aussehen (irgend)einer Frau reagieren. ":/ Wenn ein Mann sowas zu mir sagen würde, würde ich wahrschleinlich erklären, warum das auf der Sachebene einfach Unsinn ist. Natürlich ist es gut, wenn man dem Partner gefällt. Aber den Superlativ, der einen über ALLE anderen Menschen auf dem Planeten erhebt, kann ich nicht nachvollziehen.

    Zitat

    Und ich denke, man kann das - eben auch persönlich - über sich selbst denken. Oder auch nicht. Ich halte mich zum Beispiel nicht für die Klügste/Gebildeste/Ergolgreichste im Beruf.

    Ja, mag sein. In meinem Fall dann: Oder auch nicht. ;-) Auch sonst würde ich in keiner Kategorie zum absoluten Superlativ greifen, um mich zu beschreiben. Ich bin nicht "die Klügste" obwohl ich mich durchaus für ziemlich/sehr klug halte.

    Zitat

    Ich finde prinzipiell alle Menschen schön, aber einige eben doch besonders schön und manche auch am schönsten. So gesehen würde ich meine Attraktivität als überdurchschnittlich definieren, definitiv. Was du oder andere dazu sagen würden - keine Ahnung - das ist aber auch nicht wichtig. Für mich ist das eine ganz sachliche Feststellung und etwas, was ich an mir mag.

    Ok, danke für die Beschreibung.

    Zitat

    Nee, ich finde nicht, dass das so klingt, als seist du von dir selbst eingenommen.

    Das ist nett von dir, aber ich finde eigentlich schon, dass ich von mir selbst durchaus eingenommen bin. ;-) Ich bin auch sehr selbstkritisch, aber das schließt sich ja nicht aus sondern ergänzt sich m.E. ganz gut.

    Zitat

    Es geht da wohl wirklich auch um Prioritäten.

    Ja, mit Sicherheit! :)z

    Zitat

    Ja, das stimmt. Ich habe den Eindruck, so viel nehmen wir uns da in der Grundeinstellung gar nicht, sondern eher in den Feinheiten ;-) .

    Ja mag sein. Oder wir haben schon eine sehr unterschiedliche Grundeinstellung, aber unterm Strich kommt ein ähnliches Ergebnis raus. ;-)

    Zitat

    Ja, das ist bei mir ja auch so. Die Liebe wertet ihn aber automatisch auf. Ist das bei dir anders?

    Hmm, ich weiß nicht, ob ich das als Aufwertung sehen würde. Ob ich jemanden liebe oder nicht, ändert doch nichts an seinem "Wert als Mensch". Den würde ich eher am Charakter und an den Handlungen festmachen.

    Zitat

    Wobei ich schon denke, dass meine Selbsteinschätzung immer realistisch ist.

    Hmm, das würde ich nicht unterschreiben. Ich denke zwar auch, dass meine Selbsteinschätzung recht realistisch ist. Aber sie ist eben nur ein Teil der Wahrheit. Selbstbild und Fremdbild können durchaus auseinander gehen. Und bei leibe nicht immer ist das Fremdbild unwahr. Oft sehen andere etwas, das man selbst so nicht sieht. Und manchmal hat man in irgendeinem Punkt auch eine unrealistische Selbsteinschätzung. (Ich glaube z.B. nicht, dass Donald Trump eine realistische Selbsteinschätzung hat. ;-D Der hält sich zwar für den Größten, aber das ist einfach so offensichtlicher Unsinn.) Je großartiger sich jemand findet, desto höher ist m.E. die Wahrscheinlichkeit, dass die Selbsteinschätzung nicht so ganz stimmt.

    mein Partner meinte das auch mal so: Für dich bin ich der schönste Mann der Welt...


    ähh, nein ;-D


    Gerard Butler ist definitiv schöner |-o , den Zahn musste ich ihm also ziehen, aber er ist drüber weggekommen.


    Er findet mich auch wunderschön, ist aber ohne Brille blind wie ein Maulwurf, oder jedenfalls fast, was ungemein praktisch ist, mein Schatz sieht mich also oft mit eingebautem Weichzeichner ;-)


    Aber was hat das mit dem "persönlich nehmen" zu tun?

    Zitat

    Aber was hat das mit dem "persönlich nehmen" zu tun?

    Der Faden ist ja ein bisschen gesplittet.


    Eigentlich geht es um eine "offene Beziehung", die man persönlich nehmen könnte. Aber wir reden viel über Attraktivität. In meinen Augen auch legitim, denn Attraktivität ist ja gerade bei einer offenen Beziehung der Motor, um sich auf andere Menschen außerhalb der Beziehung einzulassen. Die anderen Werte, die eine Bindung ausmachen, spielen da eine untergeordnete Rolle, da man ja mit den legalen Affären kein Leben verbringen möchte.


    Das mit dem "persönlich nehmen" ist die Grundfrage, wie das eigene Ego und das des Partners damit umgeht. Es bedeutet, dass der andere Partner, der die Beziehung offen gestalten möchte, einen Großteil der Exklusivität aufkündigt. Und man schlagartig Dinge teilen muss/will. Ist Exklusivität ein natürlicher Anspruch oder eine anthropologisch über Jahrtausende geformte Lüge? Wenn man vielfältige Begehrlichkeiten hat, ist man selbst einfach nur total normal oder pathologisch abweichend? Wenn der Partner keine Exklusivität leben möchte, bedeutet das Abwertung der eigenen Person oder nicht?

    Zitat

    denn Attraktivität ist ja gerade bei einer offenen Beziehung der Motor, um sich auf andere Menschen außerhalb der Beziehung einzulassen.

    das würde ja bedeuten, dass unattraktve Menschen keine offenen Beziehungen eingehen würden (möchten)?


    Für mich ist sexuelle Abenteuerlust, die nicht auf einen Menschen allein ausgerichtet ist der Motor für offene Beziehungen, oder viel einfacher, das Praktizieren von Sex wird mehr als eine Art Hobby gesehen (der häufige Vergleich mit dem Tennisspielen legt das ja nahe) und nicht als Ausdruck der Verbundenheit mit dem Partner.

    Zitat

    das würde ja bedeuten, dass unattraktve Menschen keine offenen Beziehungen eingehen würden (möchten)?

    Nein, ich meine es umgekehrt: wenn man eine offene Beziehung hat, möchte man ja außerhalb der Beziehung mit attraktiven Menschen was laufen haben. Natürlich ist das subjektiv und muss auf Gegenseitigkeit beruhen, also ein bierbäuchiger Gesichtselfmeter wird vielleicht eine offene Beziehung führen wollen, aber deutlich weniger Möglichkeiten haben, dies auszuleben. ;-)


    Und dann stellt sich die Frage für den Partner: bin ich nicht attraktiv genug? Und für einen selbst: finde ich meinen Partner attraktiv genug? Womit wir wieder bei der nebenläufigen Diskussion sind, ob es normal ist, neben dem Partner Menschen als schön oder gar schöner wahrzunehmen.

    Oh, Nachsatz vergessen.

    Zitat

    Für mich ist sexuelle Abenteuerlust, die nicht auf einen Menschen allein ausgerichtet ist der Motor für offene Beziehungen

    Ja, aber sexuelle Abenteuerlust basiert doch vor allem auf körperlicher Anziehungskraft der anderen Menschen, mit denen man intim werden möchte. Attraktivität ist dafür ein wichtiger Schlüssel (finde ich).

    Ich hätte nichts gegen offene Beziehungen, wenn:


    - Jeder Mensch Sex und Liebe trennen könnte und würde (das können aus meiner Erfahrung aber die wenigsten, ich auch nicht)


    - Schwangerschaften ausgeschlossen werden (das könnte man noch sicherstellen)


    - Sexuell Übertragbare Krankheiten ausgeschlossen werden könnten (und das geht nicht)


    Solange nicht alle 3 Punkte sichergestellt werden können, bedeutet eine offene Beziehung ein hohes gesellschaftliches und gesundheitliches Risiko, dazu wäre ich nicht bereit.

    Zitat

    Ja, aber sexuelle Abenteuerlust basiert doch vor allem auf körperlicher Anziehungskraft der anderen Menschen, mit denen man intim werden möchte.

    Ist das so? Ich würde eher vermuten, dass es da individuell ganz unterschiedliche Gründe gibt. Gründe, die oft in der Psychologie der abenteuerlustigen Person liegen, nicht in der Attraktivität des Gegenübers.

    Zitat

    Ja, aber sexuelle Abenteuerlust basiert doch vor allem auf körperlicher Anziehungskraft der anderen Menschen, mit denen man intim werden möchte. Attraktivität ist dafür ein wichtiger Schlüssel

    das ist möglich, kann ich für mich nur nicht nachvollziehen. Ich finde viele Männer und ebenso Frauen ungeheuer attraktiv, aber das löst kein Begehren oder Lust in mir aus. Das ist für mich lediglich eine Feststellung.


    Vermutlich funktioniert eine offene Beziehung also nur für die Menschen, die Liebe und Sex trennen können.

    Zitat

    Ich finde viele Männer und ebenso Frauen ungeheuer attraktiv, aber das löst kein Begehren oder Lust in mir aus. Das ist für mich lediglich eine Feststellung.

    Es gibt daraus keinen Umkehrschluss, das ist richtig. Aber wenn Lust durch einen anderen Menschen ausgelöst wird, dann unterstelle ich, dass man diesen Menschen eben auch attraktiv findet.

    Zitat

    Aber wenn Lust durch einen anderen Menschen ausgelöst wird, dann unterstelle ich, dass man diesen Menschen eben auch attraktiv findet.

    Attraktiv im Sinne von anziehend: ja wahrscheinlich. Attraktiv im Sinne von äußerlich schön/attraktiv: nicht unbedingt.