Auch auf die Gefahr hier gesteinigt zu werden:


    Wieso kann es denn kein Kompromiss sein, dass du mit deiner Tochter den Tag über fährst und abends wieder heim? Wo ist das Problem? Geht es da wirklich um die Zeit mit Kind oder ums Prinzip, dass die anderen Grosseltern da mehr Zeit mit ihrer Enkelin haben?


    Weisst du, egal, worum es geht, ob es jetzt um das Schweinefleisch geht (was ich im Übrigen bei Nichtessen aus religiösen Gründen als keine Lappalie empfinde) oder um ein anderes Unwohlsein, es bringt euch beiden als Eltern doch herzlich wenig, da gegenseitig auf euer Recht zu bestehen. Sobald sich einer unwohl fühlt, muss man eine Lösung finden, mit der ihr beide leben könnt. Bald ist eure kleine Tochter auch grösser, dann könnt ihr ja vielleicht alle zusammen übernachten. Ratschläge wie das Kind einfach nehmen und hinfahren finde ich ziemlich befremdlich. Du, lieber TE, darfst doch mit deiner Tochter hinfahren, aber übernachten ist deiner Verlobten eben zuviel.


    Vielleicht geht es ja um sowas in der Richtung?: Mein Mann und Vater unserer knapp 3jährigen Tochter ist ein super Papa, er tut alles für sie. Seine Eltern lieben ihr Enkelkind über alles und würden alles für sie tun. Unsere Tochter ist ein Schreikind gewesen und immer noch etwas empfindlich, was zuviele Reize angeht. Sie trinkt und isst zum Beispiel nichts bei permanenter Bespassung. So. Nun sind mein Mann und seine Eltern überhaupt nicht sensibel auf zuviele Reize, je mehr, desto besser. Unsere Tochter wird bei Besuchen dauerbespasst, keiner denkt ans Essen und Trinken. Wenn man merkt, dass sie sich unwohl fühlt, wird ihr noch mehr Spielzeug angeboten. Auch mein Mann schafft es selten, die Situationen richtig zu interpretieren. Wenn sie dann doch irgendwann sagt, dass sie Durst hat, wird sie mit Gluglu Lauten abgelenkt und trinkt nicht genug. Ebenso beim Essen. Am Ende des Tages ist unsere Tochter völlig fertig und heult nur noch vor Hunger, Durst und Überreizung.


    Das ist nichts "wirklich Schlimmes". Alle lieben das Kind sehr, alle tun alles für sie, aber aus meiner Erfahrung heraus kann sich unsere Tochter eben noch nicht genug abgrenzen, wenn es ihr zuviel wird. Mein Mann merkts nicht, also bleibe nur ich. Und ich würde mich sehr unwohl fühlen, wenn sie dort mit ihrem Papa länger als ein paar Stunden alleine wäre, vor allem über Nacht. Obwohl alle sich sicherlich sehr toll kümmern. Wenn aber keiner sich für Ruhepausen zuständig fühlt, dann geht es eben nicht.


    Vielleicht geht es ja deiner Verlobten so ähnlich? Könnte zumindest ein anderer Denkanstoss sein.

    Zitat

    Wieso kann es denn kein Kompromiss sein, dass du mit deiner Tochter den Tag über fährst und abends wieder heim? Wo ist das Problem?

    Weil dieser Kompromiss zugunsten von ihr ausfällt. Und wenn er damit nicht zufrieden ist, ist es auch kein Kompromiss. Sie kann doch nicht alleine die Regeln aufstellen und nur die für richtig halten .


    Ich selbst sehe das mit dem Schweinefleisch eh nicht so eng. Was passiert, wenn man trotzdem ein bisschen davon isst ? Genau. Nix !

    Wie alt die die 'Große' denn?


    Zwei Dinge könnte ich mir vorstellen:


    a.) Es gibt noch einen Grund, oder mehrere, mit denen deine Verlobte nicht rausrückt.


    b.) Es ist eine diffuse Angst, die sie wirklich nicht erklären kann.


    Wenn für alle Eventualitäten gesorgt und alle 'Regeln' abgesprochen sind, dürfte es ja eigentlich keine Gründe geben die dagegen sprechen deine Eltern (auch mit Übernachtung) zu besuchen. Dinge wie das Gemeinsame Essen kann man ja auch im Vorfeld absprechen und sicherlich kochen deine Eltern gern das Lieblingsessen deiner Tochter; Welches ja sicherlich ohne Schweinefleich zubereitet wird.


    Sollte es da einen anderen Grund geben den du nicht kennst, weil ihr unangenehm ist ihn anzubringen, bringt dir nur Offenheit etwas. Unter Druck setzen hingegen nichts.


    Wie Schokominza schon schrieb kann es Gründe geben die gar nicht böse gemeint sind, aber eben zugegebener Weise ihre Begründung haben.


    Wie oft bist du denn generell mit der 'Großen' schonmal allein unterwegs? Fragst du viel bei deiner Verlobten nach oder bist du immer Up-To-Date? Worum ging es bei den 'Diskussionen' ums Schweinefleisch mit deinen Eltern? ... Hat es da ein Einsehen gegeben oder besteht da heimliche Uneinsichtigkeit? So wie jedes Kind auch dann Schocki von Omma und Oppa bekommt wenn Mama dagegen ist


    Weißt du was ihre eigenen Eltern dazu sagen?


    Wenn es eine diffuse Angst ist, hat es vermutlich einfach mit dem 'Mutterinstinkt' zu tun. Die Angst vor dem Kontrollverlust - wobei Kontrollverlust hier keinen negativen Zusammenhang hat. Es geht einfach um Sicherheit.


    Sie verbringt (wenn ich das richtig verstanden habe) 24/7 mit den Kids und ihr habt eine 'klassische' Rollenverteilung. Nun kannst du dir denken: Je mehr Zeit man mit etwas verbringt und selbige investiert, umso weniger gern gibt man es ab.


    Die Formulierung ist deswegen so allgemein, weil sich das jeder vorstellen kann. Ein Koch lässt niemanden einfach in seine Küche, ein Handwerker gibt dir nicht sein teuerstes Gerät und so weiter. Und wenn doch, dann mit einem beklemmendem Gefühl und immer bereit zum springen/auffangen. ;-D Es sei denn derjenige ist tiefenentspannt. :)D


    In dem Fall könntest du z.B. versprechen dass du während des Besuchs bei deinen Eltern gar nichts trinkst, damit du im Falle eines Notfalls fahrtüchtig bist. Also auch bei eventuellem Heimweh - was passieren könnte wenn eure Tochter gerade in der Mama-Phase, oder ihr die Umgebung einfach zu ungewohnt ist. Dazu hast du ja sicherlich auch ein Smartphone und du kannst deiner Verlobten zwischendurch Feedback geben. :)z


    Sollte es lang und wirr sein - sorry, ich hab einfach mal auf der Tastatur drauflos gehackt. ^^

    Zitat

    Wieso kann es denn kein Kompromiss sein, dass du mit deiner Tochter den Tag über fährst und abends wieder heim? Wo ist das Problem?

    Je nach Alter des Kindes z.B. die Zeit die man effektiv verbringen kann. Wenn die Große z.B. um sieben ins Bett soll, muss er um halb fünf bis fünf losfahren. Angekommen ist man aber auch erst nach frühstücken und fertig machen ... lassen wir das Frühstück mal so um neun stattfinden ... losfahren um viertel vor zehn. Dann sind sie frühstens um viertel vor zwölf, eher viertel nach, da. Gehn wir also mal davon aus das sie von 12.30 Uhr bis 16:30 Uhr dort Zeit verbringen können. Das ist jetzt nicht allzu viel.


    Finde eine Übernachtung da nicht unsinnig.

    Zitat

    Ich selbst sehe das mit dem Schweinefleisch eh nicht so eng. Was passiert, wenn man trotzdem ein bisschen davon isst ? Genau. Nix !

    Explodieren tut davon keiner, aber das bedeutet für persönliche Absprachen ja nichts. Ich explodiere auch nicht wenn ich mit Hut in die Kirche gehe oder mich falschrum bekreuzige, trotzdem tu ichs nicht.

    ;-)

    Die ganze Diskussion dreht sich doch darum ob etwas im Umgang mit dem Kind "falsch" gemacht wird.


    Wer bestimmt das denn?


    Solange kein deutlich potentieller Schaden besteht den es abzuwenden gilt, haben beide Elternteile die gleichen Rechte im Umgang mit dem Kind.


    Es ist doch nicht automatisch der Umgang der Mutter "richtiger"? Instinkt hin oder her?

    Asis

    Du schreibst auch im Forum: "Wie würdet ihr mit Eurer als Mutter überforderten Frau umgehen?"


    Deine Aussagen sind genau wie hier nur Streit fördernd, bzw. nur schwarz oder weiß. Es gibt auch etwas dazwischen.


    Es ist bestimmt nicht in Ordnung von seiner Frau, aber Sie wird ihre Gründe oder ein Gefühl dahingehend haben und dass muss besprochen werden und eine Kurzschlusshandlung bringt nicht viel, außer Streit, bei dem sich Beide im Recht fühlen.



    Zitat

    Ich selbst sehe das mit dem Schweinefleisch eh nicht so eng. Was passiert, wenn man trotzdem ein bisschen davon isst ? Genau. Nix !

    Diese Aussage ist auch unnötig, 1) weil beide Elternteile es nicht wollen und 2) was für wen wie schlimm ist entscheidend jeder für sich selbst.




    Ich entschuldige mich schon mal in Voraus, wenn ich falsch liege, aber es liegt bei dir selbst irgendwas im Argen mit einer Frau.

    Du musst nicht gleich ausfallend werden, so wird hier im Forum nicht miteinander geschrieben.


    Ich wollte lediglich wissen, ob es für dein schwarz/weiß Denken Gründe gibt.


    Im Forum sollte man nie vergessen, dass man immer nur eine Seite kennt.

    Zitat

    Also entweder Du stehst hin und machst das einfach, egal ob es ihr passt oder nicht

    Dann benimmt er sich genauso unmöglich wie sie und der Krieg kann beginnen. Toller Plan.


    Ichbins91,


    sag ihr dass es so nicht weiter geht und sich etwas ändern wird. Nix zu sagen ist keine dauerhafte Lösung.


    Finde heraus warum sie das nicht will. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es bei ihr nur an einem Stück Salami liegt.


    Und dann müsst ihr eben einen Kompromiss aushandeln, mit dem ihr beide leben könnt. Da ihr gegensätzliche Dinge wollt, werdet ihr wahrscheinlich keinen finden, mit dem ihr beide total zufrieden seid.


    Es sollte nur nicht so enden, dass du nachgibst, sie ihren Willen bekommt und du weiterhin völlig unzufrieden bist.

    Zitat

    Wie kommt es eigentlich, dass ihr in ihrem Umfeld lebt und 75 km weit weg von deiner Familie?


    Arbeitest du in der Nähe? Wo hat sie gearbeitet?

    Ist das wirklich wichtig, oder fändest du es nur interessant?

    Auf die Gefahr hin, dass man mich auch für einen kleinen Haustyrann hält....ich kann nur aus der Frauenperspektive berichten, denn wir haben grade ein ähnliches Problem und für mich steht nach vielen Diskussionen fest: unsere Kleine wird niemals alleine bei meiner Schwiegermutter übernachten, solange sie ihre Hunde hat. ??Der eine hat bereits versucht meine Tochter zu beißen, der andere ist ein Stafford Terrier ohne Wesenstest und meine Schwiegermutter der Meinung beide seien völlig harmlos, obwohl der erste schon mehrfach andere Menschen gebissen hat. Sie zeigt keinerlei Einsicht die Hunde vom Kind fernzuhalten und ich kann ihr in der Hinsicht nicht vertrauen?? Mein Mann und ich stehen da aber auf derselben Seite und so fühle ich mich nur leicht unwohl, wenn mein Mann mit unserer Tochter da ist. Es ist seine Mutter und ich würde ihm Besuche mit ihrer Enkelin nie verbieten. Grundbedingung ist immer, dass der beißende Hund weggesperrt wird.


    Solche Vereinbarungen ähnlich wie mit dem Fleisch sind wichtig und sollten immer eingehalten werden. Wenn mein Mann in dieser Hinsicht mein Vertrauen missbrauchen würde, fände ich weitere Besuche sehr schwierig und ich würde drauf bestehen dabei zu sein und wenn ich dort nicht schlafen möchte, müsste das wegfallen. Wenn nichts weiter vorgefallen ist, finde ich so viel (Grund) Vertrauen zum eigenen Mann sollte sein und ich finde auch, dass du dir das nicht gefallen lassen solltest! Rede mit ihr was da wirklich hintersteckt.


    In der modernen Erziehung sind Mann und Frau gleichberechtigt. Also gleiche Rechte gleiche Pflichten. Wenn du dich bei den Pflichten zu Hause gerne raushältst, wird es natürlich nicht leichter sie zu überzeugen. Bring dich ein, geh mit der großen mal alleine in den Tierpark oder bring sie regelmäßig ins Bett und dann klappt das auch mit einem Vater Tochter Wochenende (dürftest du denn eigentlich wo anders mit ihr hin als zu den Großeltern? Für mich klingt es so als würde deine Verlobte dir grundsätzlich nicht zutrauen dich um dein Kind zu kümmern...) und wenn sie es gar nicht aushält, kann sie ja auch mitkommen oder deine Eltern zu euch einladen und ihr könntet ganz langsam an eurer Vertrauensbasis arbeiten. 1-2 Wochenenden im Monat solltest du schon für deine Eltern einplanen dürfen.

    Zitat

    Wenn die Große z.B. um sieben ins Bett soll, muss er um halb fünf bis fünf losfahren. Angekommen ist man aber auch erst nach frühstücken und fertig machen ... lassen wir das Frühstück mal so um neun stattfinden ... losfahren um viertel vor zehn. Dann sind sie frühstens um viertel vor zwölf, eher viertel nach, da. Gehn wir also mal davon aus das sie von 12.30 Uhr bis 16:30 Uhr dort Zeit verbringen können. Das ist jetzt nicht allzu viel.

    Weil ich das mit dem tagsüber auch ausgesprochen habe, ich mache da aus eigener jahrelanger Erfahrung (meine Schwiegereltern wohnten etwa genauso weit entfernt) , eine etwas andere Rechnung auf.


    So ein spätes Frühstück fände ich mit Kindern eher ungewöhnlich. Also losfahren war gegen 9 Uhr, Ankunft zwischen 10:00 und 10:30 Uhr. Dann war noch reichlich Zeit bis zum Mittagessen. Nach dem Kaffeetrinken ging es dann zurück (später dann so gegen 18:30/19:00 Uhr bzw. bei Familienfeiern wie es sich zeitlich ergab zur/nach der Abendessenszeit). Von unserer Verwandtschaft wohnte niemand direkt um die Ecke. Wir haben daher auch noch längere Tagestouren gemacht. Diese ganze Wirtschaft mit Übernachtungen war uns viel zu umständlich. Kinder (auch noch Ältere) schlafen gerne mal im Auto.

    Zitat

    Wie kommt es eigentlich, dass ihr in ihrem Umfeld lebt und 75 km weit weg von deiner Familie?

    Was tut DAS denn zur Sache? Ich finde diese Frage ziemlich weltfremd. Vielleicht hat sich das einfach so ergeben?


    Das mit den Regeln ist so eine Sache. Großeltern setzen sich da gerne mal drüber hinweg. Sie scheinen oft der Meinung zu sein, die gelten für sie nicht. Da ist der TE in der Pflicht, auf die Einhaltung zu achten. Wenn bestimmte Speisen (aus welchen Gründen auch immer) tabu sind, dann sind sie das - ohne jede Diskussion.

    Zitat

    für mich steht nach vielen Diskussionen fest: unsere Kleine wird niemals alleine bei meiner Schwiegermutter übernachten, solange sie ihre Hunde hat.

    Das ist ja noch mal eine ganz andere Hausnummer.


    Aber von solchen Dingen lesen wir ja beim TE nicht und auch nicht, dass das Kind allein dableiben soll.