Zitat

    ich kann mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass alle in eurer Umgebung so blind und naiv sind und nichts merken...

    och, da habe ich eine ganz andere erfahrung gemacht. gerade, weil sich niemand etwas anderes vorstellen kann, glaube ich, dass die beiden in flagranti erwischt werden können und die anderen würden erst mal 93284592 möglichkeiten in betracht ziehen – weil nicht sein kann, was nicht sein darf ;-)

    Zitat

    Für sie wirst auf jeden Fall DU die böse Verführerin ihres Sohnes sein.

    Vermutlich. Nur das "böse" halte ich nicht für ausgemacht. Der Vater sehnt sich ja geradezu danach, dass sein Sohn die Welt von der sexuellen Seite kennenlernt. ;-) :-D


    Und dass ein Junge von einer reifen Frau in die "Freuden der Liebe" eingeweiht wird, wird wohl eher öfter erwünscht als realisiert. Jedenfalls ist das nicht vorprogrammiert "shocking".

    na das könnte natürlich sein, dass der Vater das noch locker sieht, so lange es nur um Sex geht, aber wenn er merkt, es ist mehr, ob er dann auch noch so begeistert ist, wird sich dann rausstellen.


    Und da wären immer noch die Mutter und die Geschwister, für die das alles erstmal sicher ein Schock wäre.


    Aber ja, kann sein, dass alle weiterhin so blind sind, nur hab ich selbst schon sowas mitbekommen, da dachte das Paar auch, alle außenherum sind blind oder blöd, in Wirklichkeit wurde längst getratscht und viele wussten es . Also selbst, wenn die Eltern nichts ahnen, weil sie nicht mal im Traum auf die Idee kämen, dass da was läuft mit der Nachbarin, die seit Jahren auf die Söhne aufgepasst hat, heißt das nicht, dass die anderen Nachbarn auch so blind sind und dass das nicht doch mal auffliegt.


    Man kann natürlich einfach abwarten, aber wenn der junge Mann wirklich so ein sensibler ist, wie Oldmum immer sagt, dann wird er am meisten drunter leiden, wenn es einfach so auffliegt und ich meine ja nur, dass es vielleicht ja besser wäre, wenn er einfach vorher mit seinen Eltern redet . Vielleicht sind sie ja doch verständnisvoller als gedacht.


    Aber gut möglich, dass es nie rauskommt und es ewig so heimlich weitergehen kann ( wenn man das denn wirklich will)

    Hallo, danke für die Antworten, ich kann grad ein wenig Ablenkung brauchen :°(


    Ich hock hier rum wie ein liebeskranker Teenager, schreibe Schmalzsprüche auf Whatsapp nach nebenan, und ärgere mich über diese Versteckspielerei, für die ich eigentlich viel zu alt bin – die aber trotzdem (meistens) diebischen Spaß macht. Nur grad eben nicht, das sind die Entzugserscheinungen. Außerdem Party im Kinderzimmer, damit keine zwei Minuten Privatsphäre ... aber Zeit zum Schreiben.

    @ Seherin:

    @:)

    Zitat

    och, da habe ich eine ganz andere erfahrung gemacht. gerade, weil sich niemand etwas anderes vorstellen kann, glaube ich, dass die beiden in flagranti erwischt werden können und die anderen würden erst mal 93284592 möglichkeiten in betracht ziehen – weil nicht sein kann, was nicht sein darf ;-)

    *g* Da schreibst du was Wahres: Wahrscheinlich könnte er bei mir im Bett liegen, und sein Vater würde ihn damit verarschen, dass er langsam zu alt ist, um Angst vor Gewitter zu haben und sich bei mir zu verkriechen, wenn es blitzt ]:D

    @ mae und fantasma:

    Ich schwanke auch so zwischen "armer Kerl" und "tu was dagegen". Ja, er hat es sich schon auch ganz bequem eingerichtet in der Kindrolle. Einerseits. Andererseits hat er Dauerzoff mit seinem Vater, schon lange vor "uns", weil der einfach kein Alfatier neben sich duldet und ihn schon ganz bewusst runterdrückt. Manche Sprüche finde ich sogar ziemlich demütigend. Ich würde wahrscheinlich explodieren, er läuft rot an und kocht innerlich. Ich kann in seiner Mimik lesen wie in einem offenen Buch, ob das andere auch können, weiß ich natürlich nicht, aber mehr als mitleiden und mal sanft helfen kann ich schlecht. Es ist sein Krieg, und es schwächt ihn ja sogar, wenn er meine Hilfe braucht.


    Dazu die Mutter, die ihn verhätschelt, auf ihre Art auch nicht erwachsen werden lässt. Für zehn Tage vorkocht und sich sorgt, weil die Tupperdosen nicht leer sind – aber dann beruhigt ist, weil ich mich so gut um ihn gekümmert habe. Die würde sich auch noch bedanken, dass ich ihn beim Gewitter getröstet habe, weil der Bub doch Angst hat ... oh, jetzt muss ich aufhören, ich werde boshaft. :-(

    @ melliebellie:

    Mit der Rolle der bösen Verführerin könnte ich persönlich bestens leben. Viele Dinge wären unangenehm, aber es wäre nicht der erste Spießrutenlauf meines Lebens. Aber es gibt drei Menschen, die zu schützen sind. An erster Stelle meine Kinder, für die das alles ganz furchtbar wäre, und (erst) an zweiter Stelle ihn. Ja, er ist ein Sensibler, dafür liebe ich ihn doch. Er hat Gefühl, und kann es zeigen. Und er würde schrecklich leiden. Ob andere Leute sich ihren Teil denken? Mit Sicherheit, aber über mich wird seit vielen Jahren aus unterschiedlichsten Gründen getratscht. "Lasse reden" – ich mag das Lied, und es passt einfach ;-D


    Für mich persönlich ist schlimm, dass ich eigentlich mit breiter Brust sehr ehrlich bin, und normalerweise das Herz auf der Zunge trage. Wenn ich verliebt bin, möchte ich das nicht verstecken müssen. Ich möchte nicht mit einer Flasche Wein allein auf dem Sofa hocken und mich im Internet ausheulen. Und ich möchte nicht auf die nächsten gestohlenen fünf Minuten, fünf Stunden oder fünf Tage warten müssen ... ich möchte diese Zweisamkeit bis zum (wohl zwangsläufigen) natürlichen Ende auskosten, ihn festhalten und erst wieder loslassen, wenn die Beziehung ihre Halbwertszeit überschritten hat, und er von sich aus gehen will.


    Aber es geht nicht um mich allein, deswegen ist es momentan alternativlos (auch so ein Unwort).

    @ LovHus:

    Zitat

    Der Vater sehnt sich ja geradezu danach, dass sein Sohn die Welt von der sexuellen Seite kennenlernt. ;-) :-D


    Und dass ein Junge von einer reifen Frau in die "Freuden der Liebe" eingeweiht wird, wird wohl eher öfter erwünscht als realisiert.

    Stimmt, würde er aber nie zugeben, weil er es ihm nicht vergönnt. Er würde ihn/uns niedermachen, weil wir "sowas Krankes" nötig haben. Das "du kriegst keine ab" zementiert ja auch seine Rolle als toller Hecht. Bei einem Coming Out wäre er der schlimmste Feind.

    wegen der eltern...

    ... da habe ich gerade so einen gedankenfetzen, den ich kaum in worte fassen kann!? ich finde nämlich, dass du mit beginn einer affäre mit dem prinzen, dein "recht" verwirkt hast, die eltern als eltern zu beurteilen... äääähhhh.... wie erkläre ich das ??? vorher warst du mütterliche freundin – quasi ein vergleichsobjekt zum verhalten der eltern. jetzt aber bist du geliebte und freundin und da begegnest du plötzlich allen beteiligten aus einer anderen position heraus!


    ach mensch... ich kann es nicht wirklich erklären...

    Zitat

    ich finde nämlich, dass du mit beginn einer affäre mit dem prinzen, dein "recht" verwirkt hast, die eltern als eltern zu beurteilen...

    Knifflig.


    Vielleicht sogar umgekehrt. Während vor der Affäre die Eltern für Oldmum nur Nachbarn waren und diese höchstens als Eltern des Jungen von außen beurteilt wurden, dies aber "auf Augenhöhe" von Erwachsenen zu Erwachsenen, so hat sich das mit der Affäre geändert: Oldmum ist in das Familiensystem eingestiegen, nimmt dort aber die Position des (Schwieger-)Kindes ein. Die Eltern des Jungen werden so auch (Schwieger-)Eltern von Oldmum. Hat ja mit dem Alter nichts zu tun. (Es soll Onkel geben, die von ihren Nichten gebabysittet werden.)


    Ob das aber irgendwas bedeutet? :-/ Ich glaube eher nicht. Denn weder Freunde noch Bekannte, Schieger-Verwandte oder sonst jemand soll und kann ausfechten, was die Kinder mit ihren Eltern zu klären haben.


    Was man höchstens vermuten kann ist, dass die Beurteilung der Eltern nicht mehr objektiv aus der nachbarschaftlichen Beobachterrolle erfolgt und nun mehr subjektiv aus dem Miterleben mit dem Geliebten gefärbt wird. Insofern könnte man vielleicht sagen: "Recht verwirkt zu beurteilen". Andererseits scheint mir Oldmum genügend reif zu sein, um in erstaunlichem Maße unterschiedliche Perspektiven einnehmen zu können und so trotz verständlicher, aber nur vermuteter Befangenheit tatsächlich gerecht bleiben zu können. Aber das können wir von außen, ohne alle zu kennen, von denen hier die Rede ist, nicht einschätzen.

    Hallo Seherin,


    ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dich richtig verstehe. Du meinst, weil ich quasi die Seiten gewechselt habe, kann ich die Erziehung der Eltern nicht mehr objektiv beurteilen? Da ist mit Sicherheit etwas dran, weil ich manche Dinge jetzt auch aus anderer Perspektive sehe.


    Grundsätzlich mische ich mich nie ungefragt in Erziehungsfragen ein, das gibt nur böses Blut. Außerdem nehme ich für mich nicht in Anspruch, alles richtig zu machen, ganz im Gegenteil. Ich neige schon zum Klugscheißer, aber jeder muss selber entscheiden, wie er seine Kinder großzieht, da gibt es eh keine Patentlösung. Eltern sind verschieden, Kinder auch. Nachbars waren immer schon viel strenger als ich, vielleicht war ich einfach zu faul für so viel Konsequenz, und mir fehlte der Partner, der mit mir harmonisch an einem Strang zog. Da war ich zu sehr mit Ausgleichen beschäftigt, und es ist nicht alles perfekt gelaufen.


    Zu Kindern habe ich aber einen guten Zugang, grad weil ich viele Dinge sehr locker sehe, gern Blödsinn mache – und ich verfüge über ein gewisses Maß an Empathie, um mich in andere hineinzuversetzen. Als Kummerkastentante also durchaus gefragt. Jetzt kann ich meinem Freund zwar Ratschläge geben, wie ich mich an seiner Stelle gegenüber seinem Vater verhalten würde, aber machen muss er es selbst.


    Die Situation ist auch ohne mich schwierig genug, da sie in manchen Punkten sehr ähnlich, in anderen aber grundverschieden sind. Gemeinsamkeit ist z.B. Sport, Unterschied Kunst. Da findet es Papa unproduktiv, Gedichte zu schreiben, Arbeiten wäre sinnvoller. Oder er macht sich drüber lustig, dass sein Sohn länger im Bad braucht als eine Frau. Papa hat Recht, sein Sohn trödelt im Bad. Das ist objektiv. Die subjektive Bewertung sieht bei mir dann natürlich anders aus, ich mag gepflegte, gut riechende Männer. Das kann ich dann in der Runde schon sagen, mit Seitenhieb auf meinen Sohn. Aber mehr "Hilfe" ist von mir nicht drin.


    Aber du hast schon Recht, objektiv bin ich nicht, meine Solidarität ist nicht mehr in meiner Generation, wo sie sein sollte. Ich liebe Gedichte im Regen, aber wäre bei meinen Kindern auch grantig, wenn nichts Produktives passiert. Aber ich darf nicht in die Mutterrolle wechseln, und ihm womöglich noch einen Job suchen.

    Zitat

    Du meinst, weil ich quasi die Seiten gewechselt habe, kann ich die Erziehung der Eltern nicht mehr objektiv beurteilen?

    jein... irgendwie trifft es das ganz gut, aber mir geht es eher um dein herz, was die seiten gewechselt hat!?

    Zitat

    Jetzt kann ich meinem Freund zwar Ratschläge geben, wie ich mich an seiner Stelle gegenüber seinem Vater verhalten würde, aber machen muss er es selbst.

    und? redest du jetzt (als geliebte) anders mit ihm darüber, als "damals"?

    Zitat

    Aber du hast schon Recht, objektiv bin ich nicht, meine Solidarität ist nicht mehr in meiner Generation, wo sie sein sollte.

    wenn du das "Solidarität" streichst, dann kommt es meinem bauchgefühl schon ganz nahe :)z

    Zitat

    Aber ich darf nicht in die Mutterrolle wechseln, und ihm womöglich noch einen Job suchen.

    oh ja... die mutterrolle... da wirst du wohl immer vorsichtig sein müssen – war ja bei deinem ex-ex-freund auch schon so, oder? jaja... wir ollen kümmerinnen :=o

    Wie geht ER denn mit dem Versteckspiel um? Zerreisst es ihn innerlich oder hat drängt er auf eine "Legalisierung" der Beziehung? Das wohl eher nicht. Denn das hieße ja, seinem Vater Paroli bieten wollen und können. Also einfach so in den Tag weiter hineinleben? ":/ Auf den nächsten Urlaub hoffen?


    Wie weit denkst du in die Zukunft? Oder er? Möchte er sich irgendwann eine Wohnung nehmen und du besuchst ihn da für gemeinsame Stunden? Oder gibt es überhaupt keine Planung seinerseits?

    Zitat

    boah widow... was bist du un-ro-man-tisch

    manche würden es einfach vernünftig nennen :=o ich finde eigentlich auch, dass man sich um solche Dinge, trotz aller Romantik schon noch Gedanken machen könnte, denn dass es ewig so romantisch weitergeht, wie jetzt, das kann man ja nicht wirklich erwarten und irgendwann müsste man sich halt doch mal überlegen, wie es weitergehen soll.

    @ Seherin:

    Zitat

    und? redest du jetzt (als geliebte) anders mit ihm darüber, als "damals"?

    Lach. Früher fanden die Gespräche nicht im Liegen statt. ;-D Nein, im Ernst, so viel anders sind die Gespräche gar nicht. Das Abgrenzen und verletzt werden war schon immer ein Thema, mit dem leidigen "so lange du deine Beine unter meinem Tisch...". Jetzt geht es um eine Erwachsenenrolle trotz wirtschaftlicher Abhängigkeit. Und ohne Bafög-Anspruch lässt sich ein Studium nicht durch jobben finanzieren.

    @ Widow:

    Innerlich zerrissen ist er auch, aber eine Legalisierung ist momentan kein Thema. Wir leben zwangsweise weiter in den Tag hinein, so lange meine Kinder im Haus sind und er studiert. Und für Jahre im Voraus planen? Nicht ernsthaft, nur im Spaß als "gemeinsam irgendwo neu anfangen". Konkret ist nur die Logistik für gemeinsame Stunden und Tage, und das ist schmerzhaft.

    Zitat

    Stimmt, würde er aber nie zugeben, weil er es ihm nicht vergönnt. Er würde ihn/uns niedermachen, weil wir "sowas Krankes" nötig haben. Das "du kriegst keine ab" zementiert ja auch seine Rolle als toller Hecht. Bei einem Coming Out wäre er der schlimmste Feind.

    Puuuh wenn ich das lese, habe ich wirklich Mitleid mit deinem "Prinzen", denn wenn der Vater tatsächlich so ein Konkurrenzdenken zum eigenen Sohn hat und es so nötig hat, als toller Hecht dazustehen, dann wirkt das auf mich sehr sehr unsympathisch und dann tut mir sein Sohn echt leid. Ist er dann zu seinem jüngeren Sohn auch so? Oder ist der eher nach seiner Vorstellung, wie ein "richtiger Kerl" zu sein hat?