Er ist weg ... :°(


    Grad haben wir uns verabschiedet, die Ferien sind vorbei – und ich habe morgens wieder viel zu viel Zeit.


    So bin ich vor genau einem Jahr auch schon dagehockt, und dachte mir "das wars jetzt". Trotzdem ist es weiter gegangen, ein wunderbares Jahr bis jetzt.


    Nein, mir ist kein "bleib bei mir" über die Lippen gekommen, sondern ein "los, zeig's ihnen allen". Bin stolz auf mich, auch wenn es irre weh tut. Geheult haben wir beide, aber da müssen wir jetzt durch. Hoffentlich dauert die Trennung nicht bis Weihnachten, aber ich muss mich zurückhalten, sonst hocke ich morgen schon im Auto ... :°(

    Manno, kann mir vorstellen, dass wohl fühlen was anderes ist, als gerade deine Situation.


    Aber du schaffst auch das wieder, iwie. Es erwarten ja alle von dir, dass du stark bist.


    Dein Kopfkissen wird niemand fragen.


    Drück dich ganz lieb!

    Danke :°_


    Für eben mal vorbeifahren, ist es deutlich zu weit, außerdem bringt es ja nix. Er muss dort ankommen, sonst bringt er keine Leistung, und ich kann auch nicht völlig ausbrechen. Stark sein, blöd aber auch - ich kann ja nicht mal erzählen, warum ich mies drauf bin.


    Heute Cuba Libre einsam. Ich trinke selten allein, aber heute ist mir danach.


    Mein Kopfkissen riecht noch nach ihm :°(

    Wir haben beschlossen, nicht stunden- und nächtelang zu skypen, sondern einfach zu leben. Das heißt, wie schicken uns z.B. Whatsapp-Botschaften. Was das verbleiben betrifft, da bin ich abergläubisch, weil ich irgendwelchen Schwüren eh nicht traue. Wenn die Liebe hält, dann tut sie das auch ohne Abmachungen. Und wenn wir es nicht aushalten, werden wir uns treffen.

    Zitat

    Wenn die Liebe hält, dann tut sie das auch ohne Abmachungen.

    So sehr sehe ich mich nicht als Spielball der Liebe. Es gibt eine Wechselwirkung zwischen Pflege und Haltbarkeit von Liebe. Was man sich vornimmt und auch abmacht, stärkt die Liebe und tut ihr gut, wenn es von Herzen kommt und keine reine Kopfgeburt oder Trotz ist.

    Zitat

    So sehr sehe ich mich nicht als Spielball der Liebe. Es gibt eine Wechselwirkung zwischen Pflege und Haltbarkeit von Liebe. Was man sich vornimmt und auch abmacht, stärkt die Liebe und tut ihr gut, wenn es von Herzen kommt und keine reine Kopfgeburt oder Trotz ist.

    ich sehe das ähnlich, dieses wenn es liebe ist hält es schon egal was wir machen bla bli blub ist mir zu fatalistisch und geschwurbel. Es heißt nicht umsonst Freundschaften muss man pflegen, ähnlich hält es sich mit Beziehungen und zur Pflege beinhaltet nicht selten auch Abmachungen und regelmäßigkeiten. Es geht hier ja nicht um ewige treueschwüre, sondern einfach Planungen und Abmachungen wie man das ganze erstmal kurzfristig angeht, besuche und treffen muss man ja auch organisieren.

    Fatalistisches Geschwurbel ... hast ja Recht ;-)


    Okay: Seine Eltern haben ihn mit dem Auto zum Studienort gefahren, weil der ganze Krempel zu viel für den Zug ist. Eine Bude im Wohnheim braucht nach einem guten Vierteljahr Leerstand auch eine gründliche Reinigung – macht die Mama. Jaa, nicht wirklich erwachsen, aber er wäre blöd wenn er es ablehnt. Nachbars bleiben noch bis morgen in der Stadt, der jüngere Sohn ist bei uns geparkt und hockt mit meinem vorm PC.


    Wäre uns lieber gewesen, wenn wir eine Ausrede gefunden hätte, warum ich fahre, iss aber nicht. Bisher also kaum Kontakt, ein paar kurze Nachrichten aufs Handy. Ab Montag sind Vorlesungen, dann braucht er ein paar Tage, bis er sein Arbeitspensum abschätzen kann. Es ist ihm wichtig. Davon hängt ab, wann wir uns sehen können. Und dann muss ich noch schauen, ob ich mich in den Zeitfenstern, die er hat, hier loseisen kann. Wir hoffen auf mindestens ein Wochenende im Monat. In zwei Wochen sind Herbstferien, vielleicht klappt das da schon.


    Konkreter geht nicht. Und es ist alles so furchtbar vernünftig ... aber er fehlt mir so :°(

    Liebe Oldmum, halte mich jetzt bitte nicht für verrückt oder so. Aber ich beneide dich gerade ganz ehrlich um das, was du da erlebn darfst.


    Auch wenn es sich für dich schrecklich anfühlt, dass er weg ist, du kaum von ihm hörst und momentan erst mal ohne ihn weiter leben musst und auch nicht weißt, was die Zukunft dir bringt - so erlebst du im Moment doch eine tiefe, innige Liebe und Leidenschaft, ein Verlangen nach jemandem, ein Vermissen. Und das verdammt intensiv.


    Ich lese mich gerade parallel nochmal durch deinen ersten Faden zu diesem Thema und gerade dieser Vergleich zwischen dem Damals und Jetzt ist faszinierend. Du wirkst auf mich wie eine Frau, die trotz all der widrigen Umstände, die das Leben gerade übrig hat, ihr Leben lebt und keine Sekunde des Gelebten bereut, weil ihr bewusst ist, wie kostbar diese Momente sind.


    Und darum beneide ich dich. Darum, dass du einen Menschen in deinem Leben hast, der dich so lebendig und so intensiv fühlen lässt, dass es weh tut. Darum, dass du jemanden vermissen kannst. Das hätte ich auch gerne mal wieder.


    Also vermisse deinen Prinzen, sehne dich nach ihm, zähl die Tage, bis ihr euch wieder seht; schau alle fünf Sekunden auf dein Handy, ob nicht er dir geschrieben hat, lass deinen Puls in die Höhe schnellen, wenn das "Ping" kommt - und genieße es. So schlimm es auch ist, sen dir bewusst, was für ein Geschenk es ist, so etwas empfinden zu können.


    Liebe Grüße :)*

    Zitat

    Eine Bude im Wohnheim braucht nach einem guten Vierteljahr Leerstand auch eine gründliche Reinigung – macht die Mama. Jaa, nicht wirklich erwachsen, aber er wäre blöd wenn er es ablehnt

    Ich weiß nicht :-/ Ich fänds nicht blöd, aber das ist eben der "Preis", ich kenne das von meinem Bruder, er hat auch bis Ende 20 noch wöchentlich die Wäsche bei Mutti vorbei gebracht, weil es bequem war, aber entsprechend wurde er eben auch behandelt und betrachtet, wie ein großer (Schul)-Junge, nicht wie ein erwachsener Mann.


    Ich verfolge den Faden auch schon von Anfang an und dachte oft: Wenn man wollte, könnte es auch anders laufen, also was eure "Rollen" angeht, aber es ist natürlich auch ok, wenn ihr euch wohl fühlt in dieser Konstellation, er der unbedarfte Junge, du die erfahrene aber doch jung gebliebene "Mum". Ist halt euer Ding und ich hoffe für euch auch, dass ihr es noch lange genießen könnt.


    Ich wär da wohl zu fordernd und würde mir wünschen, dass alles in eine ernsthaftere Richtung geht und dass er sich aus seiner Jungenrolle löst. Auch wenns unbequem(er) ist. Gehört eben zum Leben und Erwachsenwerden dazu. Wenn man das aber (noch) nicht will, ist es natürlich auch ok, das alles noch etwas hinaus zu zögern und einfach den Ist-Zustand und die Spannung, die dieser mit sich bringt, zu genießen.

    @ Edlih:

    Zitat

    Das ist eben der "Preis", ich kenne das von meinem Bruder, er hat auch bis Ende 20 noch wöchentlich die Wäsche bei Mutti vorbei gebracht, weil es bequem war, aber entsprechend wurde er eben auch behandelt und betrachtet, wie ein großer (Schul)-Junge, nicht wie ein erwachsener Mann.

    Stimmt, das ist der Preis. Und viele Männer sind da so gestrickt, denke ich, die WOLLEN bemuttert werden, nicht nur von der Mutter. Und natürlich braucht es die Frauen, die gerne in solche Fallen reintappen, wie ich eine bin ;-)


    Freitag, Nachricht auf dem Handy:


    "Sach mal, wie heißt denn das Zeug mit Umirgendwas gegen Erkältungen?"


    Ich: "Umckaloabo, warum?"


    Er: "Ach, net wild, ich grippe bisserl rum. Bringen die weißen Dinger bei dir in den Plastikdosen was?"


    Ich: "Schüssler meinst du? Nimm 3 und 4, und die heisse 7" (Dosieranleitung folgte)


    Er: "Super, danke! Und wo krieg ich den ekligen Tee her?"


    Ich: "Alles Unkraut aus dem Garten, mische ich nach Badarf. Geht es dir soo schlecht, dass du den freiwillig nehmen willst? Was ist eigentlich los?"


    Na was wohl, Mann krank, großes Drama. Frau besorgt, steigt am Samstag früh in den Zug, samt Hausapotheke. Und so habe ich ein Wochenende in einem Studentenwohnheim verbracht und in einer Gemeinschaftsküche Hühnersuppe gekocht. Auf die Frage, wer ich denn bin, habe ich mich grinsend als "Cateringservice Oberbayern" vorgestellt.


    Naja, er ist ja auch in mein Berufsleben eingedrungen (Besuch im Büro, Betriebsausflug), also was soll's? Bis jetzt habe ich mich dort nie blicken lassen, ist seine Welt, aber irgendwie war das jetzt am Wochenende gut so. Außerdem war er wirklich krank, hat fast nur geschlafen und ohne Murren den (wirklich scheußlichen) Tee getrunken. Fauler Sonntag vor dem Fernseher, blöde Videos, abends wieder heim.


    Nachdem das völlig spontan war, habe ich nichtmal eine Ausrede, wo ich am Wochenende war ...

    Zitat

    Wenn man wollte, könnte es auch anders laufen, also was eure "Rollen" angeht ...

    könnte es denn wirklich? die beiden haben sich ja nicht nur auf diesem seltsamen nicht-mama-nicht-sohn kennengelernt, sondern ich glaube, dass sie sich auch ein wenig in genau diese seltsam verwobenen rollen verliebt haben!?


    ich glaube, dass nicht nur der reiz des verbotenen diese wilde romantik einbringt, sondern der altersunterschied und die mama-kind-rollen auch die nähe (noch) möglich(er) machen!