@ DieDosismachtdasGift:

    Danke für deine ausführliche Antwort. Ich will mal ein paar Sachen beantworten:

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    So wie Du es beschreibst, klingt es wahrlich nicht als Inbegriff eines ausgewogen zufriedenen und schon gar nicht erfüllten Lebens. Du wirst eigenen Wünschen und Ansprüchen an Dich seit langem nicht mehr gerecht.

    Meine Frau ist vereinnahmend und hat es tatsächlich geschafft, mit den verschiedensten Mechanismen, mir das meiste, was mir Spaß macht zu 'verleiden'. Es kostet mich einfach zu viel Anstrengung, ihr da etwas entgegen zu setzen, oder ich hab keinen Bock auf Stress, wenn ich es einfach doch mache oder sie hat tatsächlich gute Argumente dagegen oder es macht mir keinen Spaß mehr, wenn ich weiß, dass sie es nicht gut findet oder etwas von allem.


    Dazu ist sie oft krank uns sagt, sie braucht mich. Man könnte auch sagen, sie benutzt mich. Aber natürlich will ich ihr helfen, wenn es ihr nicht gut geht und natürlich befördere ich die ganzen Wehwehchen, wenn sie es damit so bequem hat.

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    Und ich sage Dir ehrlich, sowas kann auch dazu führen, dass ein Mann sexuell uninteressant wird. Ich kenne die Anfänge euer Beziehungsdynamik nicht.

    Also was den Sex betrifft: Bevor unser Sohn geboren wurde, auch noch, als sie hochschwanger war, hatten wir viel, dann erstmal natürlich ein paar Wochen keinen und dann ging der Krampf los. Sie hatte keine Lust mehr. Ich hatte damals keine Ahnung, was da los ist (inzwischen hab ich viel darüber gelernt) und dachte, sie liebt mich nicht mehr. Auf so einen Angsthasen hatte sie natürlich noch weniger Lust.

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    eigentlich sehe ich nur einen Weg. Alle Karten schonungslos auf den Tisch. Keine Wischi-Waschi-Komödie mehr, sondern Klartext und zwar bis in den intimsten Bereich und dann Bilanz ziehen.

    Da hat sie keinen Bock drauf, es belastet sie, sie sieht keinen Grund dafür denn alles ist doch in bester Ordnung etc.

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    Es sollte diese Ehrlichkeit geben, die offen ausspricht, "ich will keinen Sex mit Dir" oder "ich lehne Sex aus diesem oder jenem Grund für mich ab......

    So etwas hat sie nach ihrer "Kur" tatsächlich gesagt. Anscheinend gab es dort einen Psychologen und ggf. war das dessen Idee.


    Letztendlich hat sie aber damit auch nur festgelegt: Wir schlafen nicht mehr miteinander und als Ausgleich mach ich dir mit der Hand. Für mich fühlt sich das halt so nach "na wenns unbedingt sein muss an" obwohl sie auch zärtlich ist etc. Sie versucht mir irgendwie gerecht zu werden, hat aber natürlich keine Chance, weil ich von Vereinigung träume...

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    Wenn es auf beiden Seiten so völlig unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen gibt, ist die grundlegende Basis zwischen zwei Menschen deutlich angegriffen. Und ich frage mich mit der Empathie für beide Seiten, wie hält man das in dieser Form über Jahre aus?

    Tja, es ist halt nicht immer mies und am Anfang hofft man und versucht etwas zu ändern und irgendwann geht es immer so von Tag zu Tag.


    Klingt blöd, ist es auch.


    Und da wir so unterschiedlich sind: Wenn der eine dem anderen entgegen kommt, schadet er meist sich selbst.

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    Meine Frau ist vereinnahmend und hat es tatsächlich geschafft, mit den verschiedensten Mechanismen, mir das meiste, was mir Spaß macht zu 'verleiden'.

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    Dazu ist sie oft krank uns sagt, sie braucht mich. Man könnte auch sagen, sie benutzt mich

    Merkst du etwas? Aber sonst ist die Beziehung in Ordnung? %-| ??? ":/


    Ich hätte unter deinen Bedingungen schon längst meinen Hut genommen.

    @ sensibelmann99:

    ich weiß... aber das wird sehr schwer. ich hab mich eben bis jetzt zusammengerissen, unter anderem, weil unser Sohn noch da ist. Und die Probleme liegen ja nicht darin, dass wir uns immer nur streiten würden...


    Nun geht er bald zum Studium und ich will eine Entscheidung treffen.

    Es ist möglich, aber in meinen Augen nicht sehr naheliegend, dass du bei dem Zustand deiner Ehe immer noch so sehr eifersüchtig bist, wie du es beschreibst.


    Hast du einmal überlegt, ob es - inzwischen - vielleicht andere Empfindungen sind, die dich so sehr umtreiben? Weniger Eifersucht, dass deine Frau statt deiner einen anderen Mann begehren könnte, sondern die Angst, dass du deinem Sohn zuliebe eine Trennung aufschiebst, dass du auf eine erfüllende Partnerschaft und Sex verzichtest (die Verrichtungen deiner Frau an dir kann man ja beim besten Willen nicht als erotische Handlung bezeichnen), dass du also schmerzliche Entbehrung und Enthaltsamkeit auf dich nimmst und deine guten Jahre schwinden siehst, während sie sich vielleicht alles, was ihr fehlt, außerhalb der Ehe holt und nichts entbehrt?


    Wenn das so sein sollte, könntest du überlegen, ob du nicht im geeigneten Moment ein offenes Wort an sie richtest. Vielleicht würde sie das sogar erleichtern.

    @ Uomo 3:

    wirklich gut beschrieben. Sehr gut. Nüchtern betrachtet ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie wirklich fremd geht. Meine Eifersucht ist wohl eher der Platzhalter für ein Gefühl der Ungerechtigkeit, dass es ihr gut geht, sie alles hat was sie möchte (sie sagt, sie braucht keinen Sex) während es mir so geht, wie du beschrieben hast.


    Was genau sollte ich ihr sagen?

    Zitat

    Nüchtern betrachtet ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie wirklich fremd geht.

    Ich will dir bestimmt nicht noch einen zusätzlichen Floh ins Ohr setzen. Aber sie muss dazu natürlich kein ganzes Wochenende weg sein.

    Zitat

    Als ich zurück war hatte sie am späten Nachmittag aber gerade erst angefangen, den Flur zu streichen.

    Hüstl ...

    Zitat

    Meine Eifersucht ist wohl eher der Platzhalter für ein Gefühl der Ungerechtigkeit, dass es ihr gut geht, sie alles hat was sie möchte (sie sagt, sie braucht keinen Sex)

    Weil ich diesen Eindruck hatte, schrieb ich das.

    Zitat

    Was genau sollte ich ihr sagen?

    Dass du glaubst, dass sie ein Verhältnis hat. Dass du ihr, wenn es so ist - oder auch nicht so ist - , es nicht verbieten möchtest, gar nicht verbieten kannst, sondern glaubst, dass ein offenes Wort darüber die Spannung herausnehmen könnte und ihr euch beide leichter damit tut.


    Das war eben leichter dahingeschrieben, als es praktisch ist. Du musst nicht mit der Tür ins Haus fallen, sonst geht sie möglicherweise zu schnell in die Defensive. Vor allem solltest du etwas greifbarere Anhaltspunkte dafür haben, dass sie ein Verhältnis hat. Sonst denkt sie, du sagst das nur, um selbst die Entpflichtung von der ehelichen Treue zu erhalten.


    Andererseits fragt es sich, ob du jetzt nicht einfach noch die restliche Zeit durchstehst. Die Perspektive, dass eure Beziehung für euch jemals wieder zufriedenstellend wird, hast du doch, wenn du ehrlich bist, in Wahrheit schon vor langer Zeit verloren. Zwischendurch hast du die Ehe retten, deinen Sohn in Ruhe großwerden lassen wollen und die ungläubige Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich irgendwann doch noch mal etwas ändern könnte.

    hallo,


    also ich muss leider sagen kein MANN und keine FRAU darf sich wundern wenn man glaubt der Partner geht fremd wenn man da keinen Sex bekommt ... ich selbst bin auch so einer besch... Situation.... und wenn ich mal fremdgehen sollte braucht man sich auch nicht wundern !!


    Klar ok du bist eifersüchtig aber dies kommt doch genau auch von solchen Dingen !! Und da wurndert Sie sich wirklich noch ???


    Wie toll nur von der Hand befriedigt zu werden so nach dem motto dann hält er mal wieder ein paar Tage den Mund .... +kopfschüttel+


    ":/ ":/ ":/ ":/ ":/ ":/ ":/ ":/


    Ist ja klar das da auch das Vertrauen verloren geht !

    wenn du nicht zum Psychologen gehen willst, was heißt eine Psychotherapie über die Krankenkasse zumachen, ist sehr gut,


    dann kannst du auch selbst Einzelsitzungen bei einem Paarcoach bezahlen.


    Da gibts heute annehmbare gute Angebote.


    Ansonsten ist das aktives Verweilen in einer unguten Situation und gleiches Handeln bringt nur gleiche Ergebnisse.


    Mal was anders machen.

    @ Uomo 3:

    alles schon gemacht.


    Sie sagt, sie sei treu.


    Ich halte erst mal durch, bis der Sohn zum Studium ist. Bis dahin werd ich schon eine Strategie haben. Ich bin noch nicht ganz desillusioniert, aber so nach und nach lass ich los...

    @ Feri

    Eine sehr gute Psychotherapie hab ich gemacht, hat mir auch sehr geholfen. Leider ist die Situation immer noch gleich und ab und zu geht der Frust von vorne los.


    Paartherapie will sie nicht machen, für sie ist ja alles Top.


    Einzelsitzungen wär ne Idee...

    Ich würde Dir gern mehr Mut machen, um die Sichtweise in Bezug auf eure Ehe positiver auszurichten, aber ......


    Es ist für mich schwer vorstellbar, dass eine Frau, die einem Mann nur in den ersten Anfängen an die Wäsche wollte, und in der Schwangerschaft (vielleicht aufgrund der Hormonlage) und danach massiv körperlich auf Abstand gegangen ist, wieder starkes Begehren/Anziehung und positive Sexgefühle in Bezug auf Dich entwickelt.


    Mag vielleicht in den Anfängen (man wird es nie genau wissen, so lange der/die betroffene Partner/in nicht offen redet) eine nachgeburtliche Depression mit ursächlich gewesen sein, so war es später ganz sicher offene Ablehnung in Bezug auf euren Paar-Sex.


    Sie sieht, nach Deiner Beschreibung den fürsorglichen Part auf Deiner Seite, und ich habe fast die Befürchtung das sie Dich in die Rolle des ihr in der Kindheit nicht zur Verfügung stehenden Vaters gedrängt hat. Das muss ihr nicht bewusst sein, dass dem so ist. Aber sie hat emotionale Defizite aus der Vergangenheit in meiner Wahrnehmung auf diese Art kompensiert.


    Auch die Darstellung, dass sie Dir beim Küssen nicht bewusst in die Augen sehen kann, beim Kuscheln Dich eher hinter sich liegend näher an sich heran lässt, bestärken mich in dem Gedanken. Menschen, deren Kindheit unausgewogen in den körperlichen und emotionalen Bedürfnissen war, erlernen im Laufe des Lebens Mechanismen und Techniken, wie sie innerlich "überleben".


    Ich lehne mich (bin nur Laie) an dieser Stelle zu weit aus dem Fenster, wenn ich hier schreibe, dass sie Dich für etwas "bestraft", was sie als Kind vermisst hat. Quasi als Stellvertreter für den Vater-Tochter-Konflikt, den es in ihrer Kindheit gab.


    Auch die Art, wie sie Dein Leben fremdbestimmt stützt zumindest ein Stück weit meinen Gedanken in diese Richtung. All das was sie gern an Grenzen in der Kindheit gesetzt hätte, in Bezug auf Defizite und kindliche Verletztungen hat sie auf Dich übertragen. Heute ist sie "stark", kann sich wehren und sucht in ihrer "Schwäche" vorgeschobene oder reale Krankheiten, die Art von Nähe, die der Vater aufgrund der Alkoholkrankheit nicht geben konnte.


    Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie lange man schlimme Erlebnisse mit sich rum trägt, und wie man in Schlüsselmomenten darauf reagiert. Es wäre gut, wenn man das näher auseinander dröselt, welche Anteile im Verhalten Deiner Frau darauf zurück gehen könn(t)en (was meine Vermutung betrifft), und was tatsächlich ihre charakterliche Prägung als Anteil daran ausmacht.


    Ich glaube schon, dass Deiner Frau ein Stück weit bewusst ist, was sie daheim mit Dir veranstaltet und sie spürt ebenso, dass es Dir schwer fällt ihr gegenüber Grenzen zu setzen.


    Es wäre euch zu wünschen, dass Deine Frau in eine Paartherapie einwilligt, und auch in ein Einzelgespräch, um die Mechanismen aufzudecken, die sie vielleicht unbewusst eingesetzt hat, um den Vater-Tochter-Konflikt zu überwinden.


    Allerdings weiß ich nicht, ob es in Bezug auf die Paarsexualität einen Neuanfang geben kann. Eine Frau, die Sex innerlich in Bezug auf Dich/oder generell ablehnt (möglich an dieser Stelle, schwach ausgebildete Libido und dadurch mit bedingt vorhandene Unlust) wird auch durch eine Psychotherapie nicht zum wilden Vamp aller Orten.


    Mir ist klar, dass es schwer ist Deinen inneren Kampf zwischen gehen und bleiben zu focussieren und in Handlungsfähigkeit umzusetzen. Aber die Lösung kann nicht sein, dass Du eine Therapie nach der anderen durchziehst, aber das Kernproblem zwischen euch und in dieser Beziehung weiter besteht.


    Ich bin mir nicht sicher, ob so einseitiger Verzicht auf ein erfüllteres Leben, mit dem Wort Liebe gleich gesetzt werden kann. Ja, wir wünschen uns dieses Gefühl als völlig selbstloses Handeln und nicht das harte Aufrechnen Dies für Das.


    Aber den "Preis" den Du bisher gezahlt hast, um eure Ehe aufrecht erhalten zu können, empfinde ich als zu stark unausgewogen.

    @ DieDosismachtdasGift:

    Du analysiert das sehr gut. Es ist natürlich nicht nur schwarz oder weiß, es hat sich immer wieder etwas geändert, auch der Sex. Zwischendurch hatten wir mal wieder welchen und natürlich kommt da Hoffnung auf, dass jetzt alles wieder besser wird. Aber dann kam eben doch wieder die Zurückweisung...


    Das sind so Wellenbewegungen. Sie hat gute Antennen dafür, wenn ich soweit bin einen Schlussstrich zu ziehen, ohne, dass ich irgendetwas sage. Dann geht es einige Zeit echt gut. Aber ich denke, das stresst sie sehr, so wie es mich ja auch stresst, so zu sein, wie sie mich gerne hätte.


    Wenn man sich dessen bewusst ist und beide sich bemühen, auch weil beiden die Beziehung wichtig ist, kann man damit klar kommen.


    Ich merke aber eben von Zeit zu Zeit und gerade wieder verstärkt, dass es mich innerlich schädigt, dass es mir nicht gut geht damit...