Heute morgen bin ich zu einer Kontrolluntersuchung in die Klinik gefahren und bleibe dort 3 Tage. Kaum war ich 10km von zuhause weg, hab ich mich gut gefühlt. Allein schon deshalb, weil ich mal Auto fahren konnte, so wie ich will ohne ständig daran zu denken, ob ihr schlecht wird oder sie Angst hat. Von Kritik an meiner Fahrweise ganz zu schweigen


    Und mir ist völlig egal, was sie macht bzw. ich glaube nicht, dass sie meine Abwesenheit nutzt um fremd zu gehen.


    Komische "Eifersucht" oder???


    Diese Pseudo-Eifersucht scheint also wirklich ein Ventil der ständigen Unzufriedenheit zu sein. Fast so, als hofft etwas in mir, sie beim Fremdgehen zu erwischen, damit das alles endlich ein Ende hat.


    Mal ein Beispiel:


    vorhin haben wir ein paar Whatsapp Nachrichten ausgetauscht, ob ich gut in der Klinik angekommen bin etc. Ganz normal.


    Kurz darauf kommt noch eine Nachricht mit Kritik. Ich hatte noch schnell vor der Abreise Trockenfleisch für die Hunde gemacht, damit sie es nicht machen muss. Nun beschwert sie sich, dass das Zeug nicht gut riecht. Geschickt verpackt in einen "Hinweis" in Zukunft doch anderes Fleisch zu nehmen. Ich habe dieses Fleisch, und das weiß sie, ganz bewusst genommen, ich will kein anderes nehmen bzw. nicht immer nur Pute, auch mal Rind.


    Ich ignoriere das jetzt erst mal. Dann wird sie es mir zuhause nochmal sagen. Dann werde ich ihr erklären, warum ich das so machen will und Vorschläge machen, das Zeug anders aufzubewahren etc. Sie wird dann so lange "nerven", bis ich resigniere und zustimme in Zukunft "die nächsten Male" Pute zu nehmen. Irgendwann nehm ich dann doch wieder Rind und alles geht von vorne los. Beide fühlen wir uns genervt und nicht erst genommen...

    Zitat

    aber wir kommen ansonsten super miteinander klar

    dieser schon mehrfach zitierte Satz von Dir beschreibt bestens, dass Du für eine Partnerschaft völlig ungeeignet bist. Reiche Du selbst bitte sofort die Scheidung ein mit der Begründung: DEINE paranoide Eifersucht (siehe Deine Überschrift des Fadens). Deine Psychotherapie hat nichts genutzt!

    Zitat

    Heute morgen bin ich zu einer Kontrolluntersuchung in die Klinik gefahren und bleibe dort 3 Tage. Kaum war ich 10km von zuhause weg, hab ich mich gut gefühlt. Allein schon deshalb, weil ich mal Auto fahren konnte, so wie ich will ohne ständig daran zu denken, ob ihr schlecht wird oder sie Angst hat. Von Kritik an meiner Fahrweise ganz zu schweigen

    Das Du bis zum heutigen Tag lebst und Dich körperlich 'guter' (bester ist nach meinem Empfinden noch deutlich anders) Gesundheit erfreuen kannst, sollte ein deutliches Indiz dafür sein, dass Deine Fahrweise nicht die schlechteste sein kann. Als serieller Unfallfahrer wärst Du längst von amtswegen aus dem Verkehr gezogen worden. (nein ich meine hier nicht euren Ehesex ;-) :-D )


    Ehrlich, Du hast aus Dir einen Bub machen lassen, den Deine Frau nach gut Dünken erziehen kann. Muss man nicht sympathisch finden, aber Du hast ihr Spiel konsequent ergeben mit bedient. Sie hat ihren Job, der in der Schule durchaus eine gewisse Berechtigung hat, als persönliche Bühne von Machtkämpfen daheim fest etabliert. Und auch hier, Du hast es mit Dir machen lassen. :)* :)* :=o


    Wenn es nicht passt mit Dir zu fahren, fährt Deine Frau künftig ohne Ängste und Meckerein allein zum Wunschort und ihr trefft euch am geplanten Treffpunkt. Weniger diskutieren und erklären, dafür konsequent handeln, hat oft eine prägende Wirkung. Und zwar für beide.

    Zitat

    Und mir ist völlig egal, was sie macht bzw. ich glaube nicht, dass sie meine Abwesenheit nutzt um fremd zu gehen.

    Das ist ja schon mal eine fast lobenswerte Erkenntnis. @:)

    Zitat

    Komische "Eifersucht" oder ???


    Diese Pseudo-Eifersucht scheint also wirklich ein Ventil der ständigen Unzufriedenheit zu sein. Fast so, als hofft etwas in mir, sie beim Fremdgehen zu erwischen, damit das alles endlich ein Ende hat.

    Nicht wirklich auf dem Holzweg unterwegs, was Du beschreibst. Du bist sehr reflektiert, wenn Du auch danach handelst, wäre es prima! :)^

    Zitat

    Mal ein Beispiel:


    vorhin haben wir ein paar Whatsapp Nachrichten ausgetauscht, ob ich gut in der Klinik angekommen bin etc. Ganz normal.

    Schön, dass klappt also gut.

    Zitat

    Kurz darauf kommt noch eine Nachricht mit Kritik. Ich hatte noch schnell vor der Abreise Trockenfleisch für die Hunde gemacht, damit sie es nicht machen muss.

    Warum eigentlich? Als Eheleute seid ihr doch zusammen Besitzer und Besitzerin, oder wurden die Hunde nur Dir zuliebe gekauft? Auch hier, binde Deine Frau mehr ein, entweder oder. Raus halten, und dazu noch gleich den Mund, oder mithelfen.

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    Nun beschwert sie sich, dass das Zeug nicht gut riecht. Geschickt verpackt in einen "Hinweis" in Zukunft doch anderes Fleisch zu nehmen. Ich habe dieses Fleisch, und das weiß sie, ganz bewusst genommen, ich will kein anderes nehmen bzw. nicht immer nur Pute, auch mal Rind.

    Frag sie doch mal spaßenshalber, ob sie auch täglich Putenfleisch essen möchte, nur weil Rindfleisch nun mal von der Tier-/Futterart her und entsprechend der Muskelmasse/Fleischstruktur völlig anders als Putenfleisch ist. Und somit natürlich einen anderen Eigengeruch hat.


    Setze sie doch mal auf einseitige "Putendiät" als reines Gedankenspiel, vielleicht kommt ihr dann empathisch der Gedanke, dass es euren Hunden auch so geht.

    Zitat

    Ich ignoriere das jetzt erst mal.

    Warum eigentlich? Du bedienst selbst bei kleinen Dingen ihre vordergründigen Bedürfnisse, und schlüpfst aus Angst vor Konflikten und Diskussionen lieber in die Rolle des "guten Onkels" oder des "nachsichtigen Papa's", der dem Spiel tatenlos nachgeht. Grrrr, ernsthaft, hör schnell auf damit! Bei aller Liebe, hier ist ein Großteil selbst gemachtes "Elend" dabei.

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    Dann wird sie es mir zuhause nochmal sagen.

    Setze sie selbst auf zwei Wochen Putendiät, und das möglichst morgens, mittags und abends, wie die armen Hunde ! ;-D

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    Dann werde ich ihr erklären

    Falsch, sie ist nicht Deine Tochter, sondern eine erwachsene Frau, da wird nix mehr erklärt, sondern fest gelegt, dass die Hunde nicht einseitig ernährt werden. Keine Einsicht? Gut, es gibt Tierärzte, die das fachlich besser darlegen. Sie sind dafür ausgebildet. Ein Verweis darauf reicht völlig aus.

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    , warum ich das so machen will und Vorschläge machen, das Zeug anders aufzubewahren etc.

    Nö, was bitte soll das? Deine Frau hat ein Problem, dass möge sie dann bitte erwachsen lösen, und nicht den "guten Papi" bemühen, der für das arme "Mädchen" wieder gnädig Abhilfe schafft!

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    Sie wird dann so lange "nerven", bis ich resigniere und zustimme in Zukunft "die nächsten Male" Pute zu nehmen.

    Auch hier wiederholt, selbst Schuld! Wie wäre es künftig mit Grenzen setzen, und getreu der neuen Rechtslage - Nein heißt NEIN!


    Bitte mal etwas mehr Selbstbewusstsein und Konfliktbereitschaft. Es wird besser, wenn Du endlich mal klar in Deinen Entscheidungen bleibst und bei Dir mit Deinen Empfindungen. Leiden war gestern, ab heute wird gelebt! Nicht NEIN sagen, und dann doch Rüssel einziehen und gegen die eigene Vernunft handeln, dass ist kontraproduktiv, auch hier wieder, für euch beide!

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    Irgendwann nehm ich dann doch wieder Rind und alles geht von vorne los.

    Aja, es gibt also den "kleinen" Rebellen in Dir noch? Wie schön. Nimm Bachblüten-Unfall-Tropfen, die machen schön relaxe und dann auf die nächste Schlacht, und dann nochmal auf zu neuen Ufern.

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    Beide fühlen wir uns genervt und nicht er(n)st genommen...

    Tja, gemeinsam und super erfolgreich gemeinsam erarbeitet, herzlichen Glückwunsch dazu! :)^ @:)


    So und mal die spaßige Ironie und Provokation bei Seite gelassen. Ich entnahm Deinen anderen Threads, dass ihr beide nicht die Möglichkeit hattet euch über einen angemessen langen Zeitraum als Mann und Frau, und als "nur" Paar zu erproben, weil ihr sehr zeitnah in der Elternrolle angekommen seid. Das kann bisweilen ein Hinkefuß werden, weil die Basis noch nicht entstanden ist, dieses sich gegenseitig Grenzen setzen können.


    Finde ich in Beziehungen auf Augenhöhe aber enorm wichtig, und zwar in beide Richtungen. Vielleicht hättet ihr auf die Art sogar raus gefunden, dass euch zu wenig oder sogar das Falsche verbunden hat, weil die ersten Schmetterlinge es in den Anfängen zu sehr "verdeckt" haben.


    Ist aber an dieser Stelle etwas Spekulation von mir, zugegeben. Aber es gibt durchaus andere Paare, die eine Weile oder gar Jahre zusammen leben, und dennoch wissen und zusammen/unabhängig voneinander heraus finden, als Eltern und für langfristig verbindliche Dinge sind wir nicht gemacht, und sich dann trennen.


    Trau Dich aus alten Rollenmustern auszubrechen, und empanzipierter als Mann/Partner aufzutreten. Das ist nicht nur für Dich und Dein Seelenleben wichtig, sondern vor allem für Deine Ehefrau.


    Sie hat über lange Jahrzehnte die Erfahrungen machen können "mit IHM darf/kann ich es ungestraft machen". Dafür kann man sie sicher vom Kopf "verurteilen", weil es Dich krank gemacht hat, alles zu ihrer Zufriedenheit zu tun, damit sie endlich mal Anerkennung zeigt und die Dinge so lässt wie sie sind.


    Trau Dich endlich mal STOPP zu sagen, und lass Dich da auch nicht mehr mit Tränen, Bitten oder Betteln erweichen. Deine Frau ist stärker als Du ahnst. Sie hat es in Kauf genommen, die Quengel-Queen perfekt World zu werden, und dazu gehört auch einiges an Nervenkraft, zumal im Lehrerberuf tätig.


    Den Paarstress habt ihr beide jeder auf seine Art zugelassen, hört auf damit, und dann ist eine kleine Chance gegeben, dass ihr eine Änderung erfahrt.


    Nicht sofort, und nicht auf kurze Sicht. Erlernte Muster bleiben nicht über Nacht weg. Aber es gibt Lösungen und diese habt ihr beide in der Hand umzusetzen.


    Die wichtige Frage dabei ist, reichen dafür eure Liebe, der gegenseitiger Respekt, das verhandene Vertrauen und die Paar-Energie noch aus?


    Liebe und Partnerschaft sollte viel mehr sein als nur einander ertragen und aushalten können! :)z

    @ DieDosismachtdasGift:

    hi hi, stimmt genau....


    ich hab in der Klinik nur das Handy und kann nicht allzuviel schreiben...


    ist vielleicht ganz gut, da können wir das mal so stehen lassen.


    Ich könnte von meinem Sohn lernen, der setzt klare Grenzen.

    @ an_re:

    Also das ist tatsächlich der Plan. Ich will den Auszug des Sohnes nutzen, ihr zu sagen, dass ich mich trennen werde, wenn wir nicht einen Weg finden miteinander klar zu kommen. Damit meine ich nicht, sie zu erpressen mit mir zu schlafen, sondern, dass wir uns mehr Freiräume lassen. Kaum bin ich nämlich weg (in der Klinik) geht es mir gut und sie findet mich wohl auch Klasse und schickt mir Herzchen-Nachrichten...


    Es muss etwas sein, wo sich nicht einer oder beide ständig verbiegen müssen.


    Mein Psycho hat mir das damals auch empfohlen und erzählt, bei einem Bekannten hat das Wunder bewirkt.

    @ DieDosismachtdasGift:

    Du hast meine Frau gut psychologisch analysiert. Das ist ja mein Dilemma: was, wenn sie einfach nix dafür und nicht aus ihrer Haut kann. Sie müsste sich tief damit auseinandersetzen, davor hat sie 100%ig Angst.


    Würde ich sie zwingen, würde sie sich eher trennen als in ihr Inneres gehen.

    Zitat

    wenn sie einfach nix dafür und nicht aus ihrer Haut kann

    Zitat

    schickt mir Herzchen-Nachrichten

    Du lässt dich gut an der Leine führen. Du musst nur noch "Wau,wau" sagen. Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln.

    Ich kann saloon schon verstehen, wenn sich die Sache mit der SMS niemals aufgeklärt hat. Was soll er denn da denken? Sie sagte, es war eine Aufladung, aber es war ja offensichtlich keine...also Lüge...das ist schonmal bewiesen. Würde mich auch nachhaltig wurmen... :-(

    @ sensibelmann99:

    Ja, natürlich fühlt sich das so an. Allerdings hat sie von meinem Dilemma absolut nix mitbekommen. Höchstens unterschwellig. Zumindest hab ich nix gesagt und mich benommen, wie immer.


    Es ist die übliche Kommunikation, wenn ich nicht zuhause bin.


    Da sie ja wie @DieDosismachtdasGift schreibt, ggf. weiß oder spürt, wie schlecht sie mich manchmal behandelt, wird sie wohl Angst haben, dass ich so eine Gelegenheit nutze um mich aus meiner Abhängigkeit zu lösen.


    Das Dilemma: wollte sie ihren geliebten Mann nicht verlieren, ist das ok. Macht sie es um ihren Butler nicht zu verlieren, wäre das fatal.


    Ich denke, es gibt so 2 Beziehungsmodelle. 1. wenn etwas nicht passt, trennt man sich und probiert was neues. 2. Man versucht Probleme zu lösen und bleibt zusammen.


    Ich kenne einige Leute, die mit 1. nicht glücklich sind und einige, eingeschlossen mich, die mit 2. auch nicht klar kommen...

    @ KellerCinderella:

    Das Dilemma: Ich selbst würde prinzipiell nur lügen, wenn ich fremdgehen würde. Mit allen anderen Wahrheiten muss mein Umfeld klarkommen. Automatisch gehe ich davon aus, dass das andere auch so halten.


    Ich kenne aber die Lügepraxis meiner Frau. Sie lügt z.B. ihre Mutter bei einfachen Alltagsdingen an, damit diese nicht nachfragt, Bedenken äussert etc. oder um sie nicht zu beunruhigen.


    Sie hat ja nicht wirklich angenommen, dass ich nachfragen werde.


    Das Problem der stillen Post. Sie lügt irgendwas harmloses daher, bei mir kommt was dramatisches an.


    Nachdem die SMS gelöscht war, hatte sie aber auch nicht den Mumm, es aufzuklären. Sie ist lieber bei der Lüge geblieben, die ich ja doch nicht 100%ig beweisen kann, als sich selbst zu belasten.

    Ich versuche den Gedankenansatz von einer etwas anderen Seite. Ich weiß nicht, ob es Dir im Umgang mit eueren Paarproblemen wesentlich weiter helfen kann. Gemeint ist hier die nicht sexuelle Ebene.


    Zum Thema Lüge:


    Ich selbst habe mich häufiger gefragt, ich selbst mit diesem Problem umgehe, auf meiner Seite und wie bei anderen Menschen.


    Gleich zu Beginn meines Beitrages, ich würde lügen, wenn ich behaupten würde ich habe noch nie gelogen und ich würde es auch nie wieder tun. Es ist eine menschliche Schwäche, wenn sie alltagstauglich gelebt wird, sprich man tut es selbst in völlig unnötigen Situationen, dann ist es eine ungute Charaktereigenschaft, die meist auf Konfliktscheu angelegt und dynamisiert wurde.


    Die ungute Entwicklung hierzu fängt häufig damit an, dass viele Kinder in der Prägephase die Erfahrung gemacht haben, wenn sie offen aussprechen was sie angestellt und ausgefressen haben, dass zum Teil mit körperlicher (z.T. völlig überzogene sinnfreie Sanktionen Erwachsener erleben) und physischer Gewalt "belohnt" werden/wurden.


    So entsteht das Angstgefühl davor offen auszusprechen, wenn etwas gegen festgelegte Regeln im Familienverband gemacht wird.


    Natürlich soll das keine Entschuldigung dafür sein, dass so ein Verhalten gut oder richtig ist, nicht falsch verstehen. Aber auf die Art kann so ein Verhalten wie eine 2. Haut werden, die vor Dingen "schützt", die unangenehm sind/werden. Zu unangenehm kann bei sensiblen oder sogar hypersensiblen Menschen dazu führen, dass sie sogar kleinste Kritik als große Strafe oder ein Infragestellen ihrer Persönlichkeit empfinden bzw. als direkte Ablehnung als Mensch.


    Ich habe viele Fach-Beiträge über das Lügen gelesen, und habe für mich erkannt es gibt weiße und schwarze Lügen, die einen Unterschied im Kern haben, und das ist das Motiv das dahinter steht.


    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/psychologie-warum-menschen-luegen-a-1059853.html


    Zitat:

    Zitat

    Warum Menschen lügen - diese Frage beschäftigt Psychologen schon lange. Täuschen und Flunkern ist in allen Gesellschaften verpönt, dennoch muss es irgendeinen Vorteil haben, sonst wäre es wohl längst verschwunden.

    Ich bin überzeugt, dass diese Aussage stimmt. Habe vor längerer Zeit mal ein Buch gelesen von einem Selbstversuch, in dem der Autor für einen begrenzten Zeitraum versuchte in seinem gesamten Umfeld von einer Minute auf die andere die offene Gedankenwahrheit auszusprechen. Sein Fazit, damit wird kein Mensch in seinem Umfeld glücklich, am wenigsten er selbst.


    Wie schon erwähnt, es soll keine Verteidigung für das lügen sein, aber vielleicht etwas um Verständnis werbend, dass wir alle gern ein Stück weit perfekter wären, aber es definitiv nicht sind, und nie sein können.


    Viel gravierender als das Lügen oder rum schwindeln im Alltag finde ich eure gegenseitige Manipulation aneinander. Du wirst fragen warum gegenseitig, weil die meisten Einschränkungen, Ablehnung und Verletzungen (in Deinem Empfinden von Deiner Frau ausgehen). An welcher Stelle manipulierst Du sie?


    Wider besseres Wissens hälst Du still, zeigst nach außen Verständnis, beugst Dich zum Teil kritiklos den Willensäußerungen Deiner Frau, und erfüllst ihre Bedürfnisse, obwohl Du innerlich einen Widerwillen dagegen hast. Auf diese Art suggierst Du einen Scheinfrieden, den es in Dir selbst gar nicht gibt.


    Das ist nicht weniger gravierend als das was Deine Frau Dir gegenüber auslebt. Natürlich muss man nicht aus jedem Alltagsding den Kleinkrieg bemühen und Machtspiele auf die Tagesordnung bringen.


    Aber Gefühl der Sicherheit vorspielen, obwohl Du innerlich häufiger auf einem Spannungsbogen sitzt, der kurz vor der Eskalation steht empfinde ich ebenso als falsch. Das Ganze hat seine Eigendynamik bekommen im die Länge eurer Ehe.


    Auch hier der Unterschied gut dargestellt:

    Zitat

    "**Wir unterscheiden allerdings zwischen selbstsüchtigen und Notlügen. Die einen dienen nur dem Lügner, die anderen sind eher eine Art gut gemeinte Notlüge",** sagt der Psychologe Robin Dunbar, der an der Studie mitgewirkt hat. Letztere seien für beide Seiten harmlos. "Für den Belogenen sind sie sogar oft wie ein freundlicher Klopfer auf die Schulter", so Dunbar. Setze man sie nicht zu häufig ein, seien sie folglich sogar von Vorteil für das Miteinander.

    Die Frage ist, wie kommt ihr aus dieser unguten Dynamik raus. Bei Deiner Frau werden sich einige Verhaltensweisen eingebrannt haben über die langen Jahre der Duldung der negativen Paardynamik. Ebenso die unnötigen Flunkerein, die bisher selten von Dir aufgedeckt und partnerschaftlich sanktioniert wurden.


    Was hält Dich zurück auszusprechen, wenn es um solche Situationen geht?

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    Das Problem der stillen Post. Sie lügt irgendwas harmloses daher, bei mir kommt was dramatisches an.


    Nachdem die SMS gelöscht war, hatte sie aber auch nicht den Mumm, es aufzuklären. Sie ist lieber bei der Lüge geblieben, die ich ja doch nicht 100%ig beweisen kann, als sich selbst zu belasten.

    Dein eigenes Verhalten ist in meiner Wahrnehmung Teil der konstruktiven Lösung. So lange Du in Deiner Einstellung verharrst Dich nicht traust zu offenbaren was Du weißt, aus Angst vor Konflikten und emotionalen Verletzungen auf Seiten Deiner Frau, gibt es aus Deinem Dilemma kein entrinnen.


    Später dazu mehr, und ein Toi Toi für Deine Untersuchung, die sicher alles andere als angenehm ist.