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    Ich bin keiner von den Med1lern, die aufgrund weniger Zeilen pauschal zur Trennung raten.

    das bin ich sicher auch nicht.....aber es gibt in jeder beziehung grenzen-überhaupt, wenn man kinder hat...


    und diese sind mit solchen, in reglmässigen abständen wiederkommenden wutausbrüchen...

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    Er wird wirklich zum rasenden Tier, welches durch das Haus tobt, alles kaputt macht und umher wirft was ihm in die Hände kommt, auf Wände einschlägt, dabei brüllt und hyperventiliert.

    ...meiner meinung nach, einfach überschritten....aber wie so oft im leben, ist eben vieles ansichtssache....

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    Nein, das bekommt niemand sonst mit.

    Das spricht für mich auch dafür, dass er keinen Respekt vor dir hat. Vor anderen, auch fremden Personen kann er sich also zurückhalten, auf dich geht er unkontrolliert los?

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    Er möchte jetzt aktuell, dass ich ihn schütze, indem ich wahrnehme wann er kurz davor ist, dass diese schlimme Wut ausbricht, und dementsprechend Gespräche oder Konflikte abbreche oder er dann einfach gehen kann ohne Konfliktklärung o.ä.

    Er überträgt also hiermit die ganze Verantwortung für sein Verhalten auf dich. Wenn er dann doch einen Wutausbruch bekommt, kann er dir die Schuld dafür geben, weil "du es ja soweit kommen hast lassen".


    Wäre dein Partner bereit, zu einer Beratungsstelle für gewalttätige Männer zu gehen? Die können ihm aufzeigen, welche Möglichkeiten es gäbe. Oder vielleicht kann er sich seinem Hausarzt anvertrauen und um Rat bzgl. der weiteren Vorgehensweise fragen?


    Euer Sohn ist jetzt noch klein, aber früher oder später wird er mitbekommen, wie sich dein Partner dir gegenüber verhält.

    Also "heile Familie" hat euer Sohn jetzt schon nicht...die möchtest du nur gerne sehen!


    Jetzt bekommt euer Kind das noch nicht mit, aber später gaaaanz sicher!!! Kinder sind nicht blöd!


    Ja, jetzt ist er noch klein und dein Mann sehr vorsichtig und geduldig...aber weil du von zu kurz gesprungen schreibst: dann spring doch mal an die Stelle, wo das Kind vll 8 oder 10 ist, er wieder wegen irgendwas ausrastet und dann in seiner unglaublichen Wut das Kind schubst, später schlägt usw. Zu Anfang hat er dich ja sicher auch nicht geschubst oder geschlagen....


    Wenn du dich nicht trennen magst, was ich auch total verstehe, wenn es sonst passt zwischen euch, dann setz ihm zumindest die Pistole auf die Brust a la "mach eine Therapie oder wir sind weg" Denn das was er will, funktioniert nicht. Das ist wie wasch mich, aber mach mich nicht nass!

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    Sheilagh, tut mir ehrlich leid, dass bei euch zuhause gerade so viel aus dem Ruder läuft. Fühl dich mal in den Arm genommen, wenn du magst :)_

    Ich danke Dir! @:)

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    Was würdest du ihr in dieser Situation raten?

    Wahrscheinlich, dass sie auf eine zeitnahe Therapie bestehen soll.

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    Zum Beispiel, dass er lernt selbst wahrzunehmen, wenn er kurz davor ist überzukochen und dann aus der Situation rausgeht.

    Das tut er oft, aber so können wir mittlerweile wirklich nix mehr klären oder ausdiskutieren, da die Gespräche immer gleich beendet werden. Hake ich nach, kann es zum Eklat kommen.


    Wenn er nicht so völlig ausflippt (kommt ja "nur" alle paar Wochen vor) oder aus der Situation geht, wird er richtig fies und verletzend.

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    Vorübergehend würde ich wohl schauen, ob ich bei meiner Familie oder Freunden unterkommen könnte. Langfristig würde ich mir, wenn mein Partner nicht bereit wäre das Problem wirklich fachmännisch, also therapeutisch, anzugehen, eine eigene kleine Wohnung suchen.

    Habe ich auch schon überlegt - ist aber kaum umsetzbar.

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    Der springende Punkt ist aber doch, dass die Situation so, egal welche Gründe sie auch immer haben mag, nicht hinnehmbar ist. Also muss man etwas ändern. Wenn er dazu (noch) nicht bereit ist, dann ist das deine Aufgabe die Umstände für dich und dein Kind zu verändern, zu verbessern.

    Amen. :)z



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    Hat sich schon irgendetwas verändert durch diese Erkenntnis? Handelt er in Details nun anders oder ergeben sich dadurch bessere Möglichkeiten, in den Dialog zu treten?

    Es hat sich insofern etwas geändert, dass er scheinbar eingesehen hat dass er irgendwann wirklich und unbedingt eine Therapie braucht. Und dass ich nicht Schuld bin.

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    Und wie lief dieses Gespräch? Hat er anschließend wieder getobt? Wenn nicht, dann beweist das doch, dass man darüber reden kann.

    Getobt nicht, aber gesagt, dass er merkt wie er wieder wütend wird, und ist gegangen.

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    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr als Paar mal am Wochenende entspannt in der Sonne liegt, eine gute Zeit habt, du dieses Thema anschneidest und er sofort die Decke zerreißt. Ich glaube, da geht noch mehr, als wie du es schilderst.

    Ersetzt Du "in der Sonne liegen" mit "auf der Terrasse sitzen", so hatten wir genau gestern Abend eine solche Situation, und ich habe das Thema noch einmal sehr ruhig mit ich-Botschaften und allen vorstellbaren Gesprächsregeln angesprochen.


    Er würde dennoch wütend und ging.


    Er fühle sich bloßgestellt ":/ , wenn ich über ihn und sein Problem spreche.

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    Es hat sich insofern etwas geändert, dass er scheinbar eingesehen hat dass er irgendwann wirklich und unbedingt eine Therapie braucht. Und dass ich nicht Schuld bin.

    OK.


    Meinst du, dass diesem kleinen Schritt weitere folgen können. Hat er dazu Feedback von dir bekommen, wie froh du über diesen Schritt bist?


    Ich meine, du weißt selber, dass dieser Weg sehr anstrengend werden kann, Risiken birgt und ungewiss endet. Aber du hast ihn so kennengelernt, er war es wert, ausgehalten zu werden und du hast ein Kind mit ihm bekommen. Auf irgendeine Weise warst du bereit, dies zu ertragen, weil er es wohl wert ist. Das ist auch mit der Hauptgrund, dass ich dir nicht sofort zur Trennung rate. Wärt ihr in der Beziehungsanbahnung, hätte ich dies sofort getan. Aber hier weiß ich, dass du von allen Möglichkeiten diese vermutlich als letzte ziehen würdest.


    Aber nun verschärft sich die Situation - es kommt öfter vor als früher. Ich glaube, diese kleinen Schritte müssen weitergehen. Ich finde die Lösung, dass du dann einfach rausgehen sollst, nicht dauerhaft sinnvoll. Ihr braucht eine Perspektive, und das geht nur durch seine Zugeständnisse, in welchen Schritten man sich einem harmonischen und sicheren Zusammensein annähern kann. Und du musst entscheiden, ob du die Kraft für diesen Weg hast, oder ob du an irgendeinem Punkt sagst: es geht nicht mehr. :)*

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    Er fühle sich bloßgestellt ":/ , wenn ich über ihn und sein Problem spreche.

    Über Probleme sprechen ist ja auch kaum hilfreich. Insbesondere, wenn das Problembewusstsein (inkl. Selbstvorwürfen) schon (im Übermaß) vorhanden ist.


    Redet besser über Lösungen, dann werdet ihr auch genau die finden...


    Männerberatungsstellen und Anti-Gewalttraining würde ich wie bereits genannt ebenfalls für einen sinnvollen ersten Schritt halten.

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    Er möchte jetzt aktuell, dass ich ihn schütze, indem ich wahrnehme wann er kurz davor ist, dass diese schlimme Wut ausbricht, und dementsprechend Gespräche oder Konflikte abbreche oder er dann einfach gehen kann ohne Konfliktklärung o.ä.

    Das klingt erst mal danach, dass er Dir die Verantwortung zuschustert. ich muss allerdings sagen, dass es mir tatsächlich bei meinen Wutanfällen sehr geholfen hat, als mein Mann angefangen hat, dann zu sagen: "Raus. Lauf ne Stunde, krieg nen klaren Kopf und komm wieder, wenn du dich abgeregt hast, aber vorher nicht." Allerdings hatte das eher mit seinen Grenzen zu tun als mit meiner Wut an sich - er hat es sich verbeten, dass ich meinen Zorn an ihm oder der Einrichtung auslasse.
    Wenn meine Wut verraucht ist, kann man mit mir wieder gut reden. Das scheint bei euch anders zu sein? Das ist ein Riesenproblem. Also wenn ihr nicht kommunizieren könnt, wie ihr es am besten handhabt, und er das Thema immer unter den Tisch kehrt (beziehungsweise es sich mit einem gut zupasskommenden Wutanfall vom Hals schafft), auch nicht im Nachgang.


    Wenn er nicht, nachdem er Dich geschlagen hat, selbst so erschrocken war, dass er eigenständig und aktiv nach Therapiemöglichkeiten sucht, würde ich nicht mit dem Kind dableiben. Wenn er da nicht aktiv dran arbeitet, wird euer Kind es irgendwann ebenfalls abbekommen, darauf würde ich Dir bereitwillig Brief und Siegel geben. Momentan weiß er genau, wie er aufs Baby reagieren kann, und es stellt ihn nicht als Person infrage. Das wird sich bereits in den nächsten Jahren ändern, und dann ist es mit seiner Geduld irgendwann vorbei.

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    Männerberatungsstellen und Anti-Gewalttraining würde ich wie bereits genannt ebenfalls für einen sinnvollen ersten Schritt halten.

    Ich würde das zur Bedingung machen, damit ich dableibe. Man kann entscheiden, sich selbst schlecht behandeln und auch schlagen zu lassen, das ist "okay", das darf man. Aber jemand, der solche Gewaltausbrüche hat und mit dem man darüber nicht reden kann, weil er so mauert, gehört nicht ins alltägliche Umfeld eines Kindes.

    @ sheilagh

    Schon deine Schilderungen machen klar, dass du versuchst das Problem abzumildern. Ich glaube anhand der Beiträge hier wird dir dies auch bewusst.


    Dein Mann hat kein Wutproblem er hat ein Gewaltproblem. Man kann Wut in unterschiedlicher Weise ausdrücken und in Bahnen lenken, das muss nicht in Gewalt gegen Sachen und Menschen enden.Du hast einen zu Gewalttätigkeiten neigenden Mann zu Hause und der Schritt zum Gewalttäter steht kurz bevor.


    Allein die Aussage er wird ""irgendwann" eine Therapie machen, bedeutet doch nichts Anderes, als dass er gar nicht vorhat jemals eine Therapie zu machen. Wenn er sich seiner Situation bewusst wäre würde er sagen, dass er das Dir und eurem Kind nicht antun kann und sich unverzüglich in Therapie begeben.


    Aber was tut er stattdessen? Er überträgt die Verantwortung für seine Gewaltausbrüche an Dich. Wenn du es nicht schaffst ihn runterzuholen, dann hast du versagt und nicht er. Da sich seine Wut offensichtlich gegen dich richtet, befindest du dich in einer äußerst prekären Situation.


    Auch was hier in punkto Kind geschrieben wurde, halte ich für sehr wahrscheinlich. Wenn euer Kind beginnt seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, wozu gehört Widerworte zu geben und Grenzen zu überschreiten, ist die Gefahr groß, dass er dann auch das Kind in die Gewaltspirale mit einbezieht. könntest due es mit deinem Gewissen vereinbaren, dass dir sein Gewaltproblem schon länger bekannt war, du aber nicht reagiert hast um dein Kind zu schützen?


    Ich glaube jeder Anderen, die deine Geschichte hier aufgeschrieben hätte, würdet du raten in vor die Wahl zu stellen;


    sofortige Therapie mit anschließender Rückkehr zur Familie oder


    Verweigerung der Therapie und sofortige Aussetzung der Beziehung.


    In deinem Falle gibt es nur Schwarz oder Weiß. Du hast Verantwortung für dein Kind und nicht für deinen Mann.

    ":/ Oh je. Du sollst ihn also vor so einem Anfall rechtzeitig "warnen", rasch aus der Situation rausgehen, weiterhin diese schrecklichen Ausraster nicht verbalisieren, ihn zu nichts zwingen, ja nicht einmal zur Selbsthilfe auffordern, weil er bei einer Therapie in seine seelischen Abgründe blicken müsste und diese nicht aushalten würde ...... --- da bleibt mir die Luft weg.


    Er verlangt nichts Geringeres, als dass du dich "therapeutisch" verhältst, deine wohlberechtigten eigenen Interessen und die des Kindes und eurer Beziehung ausklammerst, besser gesagt, regelrecht ausschaltest, ihm vollen Freiraum lässt und dich ganz und gar zurücknimmst? Das nenne ich aber mal die Sache auf den Kopf stellen!


    Wie lange willst du das denn "aushalten"? Wie lange, meinst du, schaffst du es?


    Wenn er nicht bereit ist, auf durch eine sehr ernsthafte Therapie einzugehen, sind die Aussichten, dass er das ändern kann, nicht nur trübe, sondern kaum rudimentär vorhanden. Bitte mach dir das klar. Und dann höre bitte auf, unangebrachte Rücksicht zu nehmen. Dieser Mann kann gefährlich werden, sorry, aber du musst handeln! Hole zumindest DIR Hilfe!

    Was mir auffällt: Deine Überschrift zum Faden trifft nicht zu, denn nicht nur er hat ein "'Wutproblem" und mauert, sondern du offenbar ebenso. Ich meine das nicht besserwisserisch. Nur leider bist du ebenso aufgefordert, dein Problem zu erkennen - und, wie gesagt, zu handeln.

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    Er sieht auch ein, dass er Hilfe braucht, ist sich aber sicher, dass mit einer Therapie auch ein seelischer Zusammenbruch einher gehen würde, da er an schlimme Themen seiner Vergangenheit ??Misshandlung und Vernachlässigung?? ran müsste.


    Er will allerdings nicht ausfallen, da wir erst Eltern geworden sind. Und er hat auch Angst.

    Wie siehts denn seine Befürchtung konkret wegen der Gefahr des "Ausfallens" aus?


    Fällt er nicht derzeit bereits aus?


    Ich glaub', an einer Therapie führt kein Weg dran vorbei. Und die nicht erst, wenn ihr merkt, dass eure Beziehung daran kaputt geht oder das Kind sichtbar leidet. Sondern jetzt, wo der Handlungsbedarf ihm schmerzlich bewusst wird.

    Das ist ja sehr praktisch - er hat ein Aggressionsproblem und kommt mit irgendetwas in seinem Leben nicht adäquat zurecht und greift u. a. dich dadurch an in eurer Wohnung und was passiert? => Er erteilt dir de facto ein Redeverbot darüber und du wirst in die Pflicht genommen für seine Ausraster. Und wenn du das Redeverbot missachtest wirst du bestraft durch einen neuen Wutanfall von ihm.


    Ich glaube da könnte ich gar nicht still sein und ihm das alles auf den Kopf zusagen - auch wenn er dann erst recht einen Wutanfall bekäme. Den hätte ich da aber an deiner Stelle auch mal.

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    Das tut er oft, aber so können wir mittlerweile wirklich nix mehr klären oder ausdiskutieren, da die Gespräche immer gleich beendet werden. Hake ich nach, kann es zum Eklat kommen.

    wie ist denn da die gesprächsdynamik?,was sind die konkrten auslöser? wie tief bohrst du nach?


    ansonsten finde ich den beitrag von shojo sehr überdenkenswert :)z