Partner "strafen"

    Hallo Leute,


    ich hatte heute ein Gespräch mit meiner Freundin die meinte, dass sie ihren Partner bei "Fehlverhalten" von ihm mit gleichem Verhalten straft. Ein Beispiel: Diesmal ging es anscheinend darum, dass der Freund am Freitag kommen wollte (Fernbeziehung) und mit ihr zu einer Weihnachtsparty eingeladen war. Heute sagte er ab da er am 23. kurzfristig etwas anderes geplant hat und erst einen Tag später kommt. Sie will es ihm nun gleich tun und beim nächsten Tag genauso handeln. Sprich erst sagen sie kommt und dann kurzfristig sagen dass sie erst einen Tag später kommt. Damit er weiß wie das ist.


    Ich habe ihr gesagt dass ich das sehr kindisch finde. Oder was meint ihr? Das kann doch nicht wirklich zum Erfolg führen?

  • 30 Antworten

    Wenn man so gestrickt ist, dass man auf Distanz automatisch ebenso mit Distanz reagiert, hat das zumindest den Vorteil, dass man nie in die klassische Nähe-Distanz-Problematik gerät, die nicht so selten und recht unschön ist (einer distanziert sich, der andere sucht Nähe bzw. klammert.)


    Als Grundansatz finde ich "Wie du mir, so ich dir." nicht so verkehrt. Im konkreten Fall, finde ich die Ausgangssituation aber nicht sonderlich problematisch, daher würde ich da eher keinen Reaktionsbedarf sehen.

    Es "strafen" zu nennen, ist ja deine Interpretation. Andere nennen es "spiegeln". Wie du mir, so ich dir.


    Wenn sie gesagt hätte: "Ich spiegele sein Verhalten, damit ihm sein Verhalten mir gegenüber am Beispiel besser bewusst wird." hätte das vielleicht erwachsener geklungen. ;-) Ein hohes Maß an Kreativität im Umgang mit der Situation beweist sie da aber nicht. ;-D


    Aber immerhin lässt sie damit ihre Gefühle von Ärger und Rache zu und gleicht das aus (vermutlich relativ zeitnah), anstatt sich passiv in eine Opferrolle zu verkriechen und auf diese Art zu versuchen, dass sich immer mehr Schuld auf seiner Seite auftürmt.


    Ich glaube also, dass so kindisches Verhalten - und ja das finde ich auch - zwar schon etwas simpel klingt, aber danach sind die beiden wenigstens irgendwie wieder quitt. Wenn die beiden damit klarkommen, ist es vielleicht ihr Umgang mit Konflikten.


    Ich glaube, was in einer Beziehung Erfolg hat und was nicht, zeigt sich in jeder individuellen Beziehung.

    Wie man eine Partnerschaft führt, weiß ja nun auch nicht jeder, bevor er da mal auf die eine oder andere Art und Weise probiert hat. Das ist ein Prozess, wo man sich langsam einfindet. Wichtig ist dabei, dem Partner zu sagen, was einem fehlt, was einem nicht gefällt.


    Über die Art und Weise, wie man dem Partner das beibringt, kann man sicher streiten. Am Ende ist er zwar kein kleines Kind, was man erziehen muss, aber die Methodiken ähneln sich bisweilen. Nur ist der Partner hoffentlich in der Lage über seinen Intellekt viel zu reflektieren und zu überlegen, wo das Kind über das erfahren von Konsequenzen lernt, was falsch ist.


    Insofern: Ja, es ist kindisch. Mit so einem kindischen Verhalten suggeriert man ja zwangsweise, dass der Partner zu dumm ist, um mit ihm darüber ganz normal von Erwachsenen zu Erwachsenen zu reden. Wenn man allerdings mehrfach die Erfahrungen gemacht hat, dass ganz genau das der Fall ist, nämlich, dass Worte nicht helfen, dann sind andere Methoden gefragt. Das Verhalten spiegeln ist eine davon. Beleidigt sein und schmollen ist eine andere. Die richtige zu finden ist nicht einfach und bei jedem hilft eine andere. Ausprobieren!

    Grundsätzlich finde ich das Verhalten erst mal kindisch. Mir fehlt da aber irgendwie weiterer Kontext.


    Wenn die Absage aus banalem Grund war, z.B. weil er noch etwas mit Kumpels ein Bier trinken gehen will wäre die Reaktion deiner Freundin nachvollziehbarer, als wenn es aus wichtigem / nachvollziehbarem Grund war. Weil sie dann enttäuscht, traurig oder beleidigt ist und sich in ihrer Enttäuschung sozusagen rächen will.


    Wobei ich auch dann nur den Gedanken nachvollziehen könnte, also die Überlegung es ihn genauso spüren zu lassen wie man selbst, nicht unbedingt das Umsetzen.

    Es hängt an der Haltung und die ist im beschriebenen Ausgangsbeitrag verquer. Wer eine "Wie Du mir so ich Dir" Haltung einnimmt ohne zu kommunizieren was ihn stört hat irgendwann entweder Krieg (im schlimmsten Fall mit Kindern im Boot) oder keine Beziehung mehr.


    Wenn es sich allerdings um etwas handelt, was ausgemacht war und einem selbst vielleicht nicht superwichtig ist, fände ich das einen normalen Vorgang sich das zukünftig auch so offen zu halten wie der Partner das tut. Solange kein Groll im Spiel ist kann man da ein paar stumme Umgangsregeln bauen auf denen die Beziehung fußt und die meisten Grundregeln entwicklen sich in einer Beziehung ja so unausgesprochen.


    In diesem Fall: Wenn ihr nicht so wichtig wäre, dass er da dabei ist und sie irgendwann in die umgekehrte Situation kommt wo sie vielleicht keine Lust hat und ihm dann kurzfristig absagt ist das völlig in Ordnung. Da mögens beide dann eben etwas lockerer. Sprich wenn sie sich nicht dran stört und eigentlich auch jemand ist der gern seine eigene Zeit einteilt kann eine solche Situation eben auch den Rahmen von dem was sie denkt was er erwartet neu stecken. Wenn er das dann als negativ empfindet wärs eben wieder sein Job das anzusprechen. Diese Art von Rahmensetzen ist ja in einer Beziehung alltäglich und wer was als störend empfindet sagt etwas. Ein natürlicher Prozess der halt am Anfang auch zu Auseinandersetzungen oder zu Trennungen führt wenn nicht einer oder beide Verdrängen wie blöd.


    Auch während einer Beziehung wenn reden tatsächlich keine Lösung bringt und einer einfach auf ignor stellt kann Verhalten spiegeln schon eine Möglichkeit sein bevor sich einer einfach trennt, gerade wenns um Alltagsdinge geht die eine Partei für selbstverständlich nimmt. Gerade wenn reden keine Änderung bewirkt läutet sowas allerdings oft den Anfang vom Ende ein - egal ob das dann nur eine innerliche oder auch eine äußerliche Trennung wird.