Wie man eine Partnerschaft führt, weiß ja nun auch nicht jeder, bevor er da mal auf die eine oder andere Art und Weise probiert hat. Das ist ein Prozess, wo man sich langsam einfindet. Wichtig ist dabei, dem Partner zu sagen, was einem fehlt, was einem nicht gefällt.


    Über die Art und Weise, wie man dem Partner das beibringt, kann man sicher streiten. Am Ende ist er zwar kein kleines Kind, was man erziehen muss, aber die Methodiken ähneln sich bisweilen. Nur ist der Partner hoffentlich in der Lage über seinen Intellekt viel zu reflektieren und zu überlegen, wo das Kind über das erfahren von Konsequenzen lernt, was falsch ist.


    Insofern: Ja, es ist kindisch. Mit so einem kindischen Verhalten suggeriert man ja zwangsweise, dass der Partner zu dumm ist, um mit ihm darüber ganz normal von Erwachsenen zu Erwachsenen zu reden. Wenn man allerdings mehrfach die Erfahrungen gemacht hat, dass ganz genau das der Fall ist, nämlich, dass Worte nicht helfen, dann sind andere Methoden gefragt. Das Verhalten spiegeln ist eine davon. Beleidigt sein und schmollen ist eine andere. Die richtige zu finden ist nicht einfach und bei jedem hilft eine andere. Ausprobieren!

    Grundsätzlich finde ich das Verhalten erst mal kindisch. Mir fehlt da aber irgendwie weiterer Kontext.


    Wenn die Absage aus banalem Grund war, z.B. weil er noch etwas mit Kumpels ein Bier trinken gehen will wäre die Reaktion deiner Freundin nachvollziehbarer, als wenn es aus wichtigem / nachvollziehbarem Grund war. Weil sie dann enttäuscht, traurig oder beleidigt ist und sich in ihrer Enttäuschung sozusagen rächen will.


    Wobei ich auch dann nur den Gedanken nachvollziehen könnte, also die Überlegung es ihn genauso spüren zu lassen wie man selbst, nicht unbedingt das Umsetzen.

    Es hängt an der Haltung und die ist im beschriebenen Ausgangsbeitrag verquer. Wer eine "Wie Du mir so ich Dir" Haltung einnimmt ohne zu kommunizieren was ihn stört hat irgendwann entweder Krieg (im schlimmsten Fall mit Kindern im Boot) oder keine Beziehung mehr.


    Wenn es sich allerdings um etwas handelt, was ausgemacht war und einem selbst vielleicht nicht superwichtig ist, fände ich das einen normalen Vorgang sich das zukünftig auch so offen zu halten wie der Partner das tut. Solange kein Groll im Spiel ist kann man da ein paar stumme Umgangsregeln bauen auf denen die Beziehung fußt und die meisten Grundregeln entwicklen sich in einer Beziehung ja so unausgesprochen.


    In diesem Fall: Wenn ihr nicht so wichtig wäre, dass er da dabei ist und sie irgendwann in die umgekehrte Situation kommt wo sie vielleicht keine Lust hat und ihm dann kurzfristig absagt ist das völlig in Ordnung. Da mögens beide dann eben etwas lockerer. Sprich wenn sie sich nicht dran stört und eigentlich auch jemand ist der gern seine eigene Zeit einteilt kann eine solche Situation eben auch den Rahmen von dem was sie denkt was er erwartet neu stecken. Wenn er das dann als negativ empfindet wärs eben wieder sein Job das anzusprechen. Diese Art von Rahmensetzen ist ja in einer Beziehung alltäglich und wer was als störend empfindet sagt etwas. Ein natürlicher Prozess der halt am Anfang auch zu Auseinandersetzungen oder zu Trennungen führt wenn nicht einer oder beide Verdrängen wie blöd.


    Auch während einer Beziehung wenn reden tatsächlich keine Lösung bringt und einer einfach auf ignor stellt kann Verhalten spiegeln schon eine Möglichkeit sein bevor sich einer einfach trennt, gerade wenns um Alltagsdinge geht die eine Partei für selbstverständlich nimmt. Gerade wenn reden keine Änderung bewirkt läutet sowas allerdings oft den Anfang vom Ende ein - egal ob das dann nur eine innerliche oder auch eine äußerliche Trennung wird.

    Ich kann das auch nicht ganz verstehen! Kann sein dass so was mal unterbewusst oder im affekt passiert, ich denke das kennt jeder. Aber als bewusstes, vorsätzliches handeln denke ich dass es nicht funktioniert. Ich kann nicht verstehen dass es immer wieder Frauen gibt die denken sie müssen ihre männer erziehen...

    Ich finde es auch kindisch.


    Man kann offen darüber reden, wenn jemanden etwas stört und muss nicht das gleiche doofen Verhalten machen, nur weil der Freund das so macht.


    Man sollte nur so handeln, wie man selber behandelt werden möchte, aber das ist nur meine Meinung.


    Ich finde das sind unnötige "Spielchen".

    Zitat

    Naja sie war dann beleidigt als ich gesagt habe dass ihr Verhalten kindisch sei.


    Daher wollt ich mal schauen ob es Leute gibt die ihrer Meinung sind. Gibt sicher alles

    Fändest du es weniger kindisch wenn hier eine Abstimmung 6:4 für "nicht kindisch" ausgehen würde?


    Die Methode muss auch zu einem passen. Auch wenn man es nicht Bestrafen sondern Spiegeln nennt (sehr geschickt :)^ ), zu mir würde das nicht passen. Im Zweifel verletze ich mich dadurch selbst auf demselben Sektor nochmal: Erst er mich, indem er mich schnöde versetzt, dann ich mich, indem ich ihn schnöde versetze.


    Ich überlege erst mal, ob ich es gravierend falsch finde was mein Partner tut. Wenn ja, dann sage ich ihm das und wir sprechen darüber. Kann sein, dass ich da was übersehen oder missgedeutet habe oder dass er aus Versehen rücksichtslos war - von Absicht geh ich da mal nicht aus. Wenn etwas, was ich gravierend finde, so bleibt wie es ist und mehrfach drüber reden auch nicht weiterhilft, liegt die Vermutung nahe, dass das nicht der richtige Partner für mich ist. Ich möchte einen Partner, mit dem ich gut kommunizieren kann, der sensibel genug ist dass er merkt wenn er mich verletzt (hat) und mit dem ich in grundsätzlichen Dingen übereinstimme. Sowas gibt es, daher brauche ich nicht Zeit und Nerven darauf zu verschwenden an jemandem rumzuquetschen bis er (meist eh nur vorübergehend) in mein Wunsch-Schema passt.

    Zitat

    Wenn man so gestrickt ist, dass man auf Distanz automatisch ebenso mit Distanz reagiert, hat das zumindest den Vorteil, dass man nie in die klassische Nähe-Distanz-Problematik gerät, die nicht so selten und recht unschön ist (einer distanziert sich, der andere sucht Nähe bzw. klammert.)

    Ja, da hast du natürlich Recht. Nur frage ich mich... wenn beide mit Distanz reagieren - wie findet dann überhaupt wieder eine Annäherung statt?

    Zitat

    wie findet dann überhaupt wieder eine Annäherung statt?

    Naja, sie sind und bleiben ja einander verbunden. Verbunden kommt von Band. Ein starkes, elastisches Band. Je höher die Distanz, desto höher der Zug auf dem Band, sodass sie schließlich, wenn der Kraft des Zugs nicht mehr genug entgegengesetzt werden kann, wie mit einem Katapult abgeschossen aufeinander zufliegen. Rumms - Kiste - Fertig. ;-) ;-D

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    Naja, sie sind und bleiben ja einander verbunden.

    Wenn ein Band da ist klappts wenn nicht dann war das gegenseitig Distanzieren meist der Anfang vom Ende. Wenn die Kommunikation nicht funktionert ist es doch häufig so, dass einer annimmt da gäbs ein Band, während der andere weiss es ist keins mehr da. So entstehen dann z.B. Forenbeiträge wo einer aus allen Wolken fällt weil der Partner "plötzlich" geht.

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    Ja, da hast du natürlich Recht. Nur frage ich mich... wenn beide mit Distanz reagieren - wie findet dann überhaupt wieder eine Annäherung statt?

    Wer mit Distanz auf Distanz reagiert, wird in der Regel auch mit Nähe auf Nähe reagieren. Für die Wiederannäherung reicht es also, wenn einer wieder Nähe initiiert. Das funktioniert gut, wenn und weil die Distanz vorher als legitim eingestuft wird und nicht etwas ist, dass man dem anderen hinterher vorwirft und als Problem erstmal ausräumen müsste.

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    Naja, sie sind und bleiben ja einander verbunden. Verbunden kommt von Band.

    Das stimmt. Das ganze funktioniert natürlich nur, wenn beide grundsätzlich zusammensein wollen. Wenn ich mich von jemandem distanziere, mit dem ich nur Distanz will, dann wird ein Versuch, Nähe herzustellen, natürlich nicht positiv ankommen...

    Zitat

    Naja, sie sind und bleiben ja einander verbunden. Verbunden kommt von Band. Ein starkes, elastisches Band. Je höher die Distanz, desto höher der Zug auf dem Band, sodass sie schließlich, wenn der Kraft des Zugs nicht mehr genug entgegengesetzt werden kann, wie mit einem Katapult abgeschossen aufeinander zufliegen. Rumms - Kiste - Fertig. ;-) ;-D

    Das ist jetzt natürlich witzig beschrieben, aber so ein Band ist ja nur ein Bild in der menschlichen Vorstellung. Es gibt da ja nicht wirklich ein Gummiband, was zurückflutschen könnte.

    Zitat

    Das stimmt. Das ganze funktioniert natürlich nur, wenn beide grundsätzlich zusammensein wollen. Wenn ich mich von jemandem distanziere, mit dem ich nur Distanz will, dann wird ein Versuch, Nähe herzustellen, natürlich nicht positiv ankommen...

    Ja, das stimmt. Aber bei mir ist es schon so... Wenn jemand zu mir auf Distanz geht, gehe ich auch auf Distanz, weil ich mir nicht die Blöße geben will, vom anderen abgewiesen zu werden. Außerdem will ich dem Gegenüber dann auch Freiraum lassen. Wenn wir dann beide Angst vor Ablehnung haben und beide den anderen nicht bedrängen wollen, wird es halt schwierig, denke ich mir. Dann ist das so wie in den Fäden, in denen keiner den anderen anruft, weil niemand "needy" rüberkommen will. Klingt irgendwie anstregend für mich.

    LolaX5

    Zitat

    Wenn ich mich von jemandem distanziere, mit dem ich nur Distanz will, dann wird ein Versuch, Nähe herzustellen, natürlich nicht positiv ankommen...

    In dem hier behandelten Fall ging es doch um jemand, der seinen Partner mit Distanz "straft", wenn ich es richtig verstanden habe. Da unterstelle ich natürlich, dass eine echte und vor allem andauernde Distanz überhaupt nicht gewollt ist, sondern dass es um eine temporäre Maßnahme geht, um dem anderen eine Lektion zu erteilen. Wollte sie ernsthaft eine Distanz, müsste und würde sie nicht auf einen Anlass warten, oder siehst du das anders?




    Cinnamon4

    Zitat

    Das ist jetzt natürlich witzig beschrieben, aber so ein Band ist ja nur ein Bild in der menschlichen Vorstellung. Es gibt da ja nicht wirklich ein Gummiband, was zurückflutschen könnte.

    Klar war das Gummiband eine Metapher, aber so fern der Realität ist es auch nicht. Zum Beispiel hatte ich mal einen Arbeitskollegen, der sich von seiner Frau hat scheiden lassen (= Distanz) und nur wenige Jahre Später heiratete er sie erneut und von da an blieben sie auf immer und ewig zusammen. Wenn da kein Gummiband war, dann gibt’s kein Gummi auf der Welt. ;-)