Ehrlich?


    Mir kommt das alles sehr bekannt vor. Ersetzt man Borderliner durch Flüchtlinge kommt so ziemlich dasselbe dabei heraus.


    Die sind ja schließlich auch selbst für ihren schlechten Ruf verantwortlich und 99% sind Terroristen. Nur weil da ein kleiner Prozentsatz dabei ist, der für die deutsche Wirtschaft nützlich erscheint, heißt das noch lange nicht, dass der Rest den Untergang für unser Land bedeutet - richtig? ;-)

    Wenn man in solchen Strukturen denkt und verallgemeinert, macht es absolut keinen Unterschied, welche Personengruppe man diskriminiert.


    Letztendlich sind solche Denkweise offen für jede Schicht, Klasse und Gruppe. Deshalb sind sie so gefährlich, weil sie vor allem Minderheiten treffen.


    Das, was ihr hier macht, ist nichts neues und ein alter Hut. Mich schockiert aber, dass die Menschen, die sowas schreiben, selber gar nicht sehen, in was für Mustern sie denken und wie gefährlich sowas sein kann. Vor allem, wenn es in einem öffentlichen Raum geschieht.

    Zitat

    Ehrlich?


    Mir kommt das alles sehr bekannt vor. Ersetzt man Borderliner durch Flüchtlinge kommt so ziemlich dasselbe dabei heraus.


    Die sind ja schließlich auch selbst für ihren schlechten Ruf verantwortlich und 99% sind Terroristen. Nur weil da ein kleiner Prozentsatz dabei ist, der für die deutsche Wirtschaft nützlich erscheint, heißt das noch lange nicht, dass der Rest den Untergang für unser Land bedeutet - richtig? ;-)

    Oh, Du willst das jetzt auf dieser Ebene ausdiskutieren? Ist die Nazikeule so abgenutzt?

    Lousiana


    "Das ist nicht der Job des Partners, die Dinge zurechtzurücken, die die Eltern versaut haben."


    Wieso die Eltern?


    Mittlerweile dürfte bekannt sein, dass psychische Erkrankungen die verschiedensten Ursachen haben können. Sicher auch die Eltern, aber ebenso auch körperlich (neurologisch) bedingte Fehl"schaltungen".


    Dass es nicht der Job des Partners ist hier etwas auszubügeln sehe ich allerdings auch so.


    "Dass Borderliner in Sachen Beziehungsfähigkeit einen eher schlechten Ruf haben ...(...)...."


    Und schon wieder diese Gruppierung, Verallgemeinerung... :-/


    Die Störung an sich (wie so viele andere psychische Störungen auch, siehe AD(H)S z.B.) sind noch viel zu wenig erforscht, viel zu komplex, als hier eine homogen handelnde Verhaltensstruktur zugrunde zu legen.


    Sicher gibt es einige Eckpunkte im Verhalten und/oder der Denkweise, bzw. Gefühlswelt - doch selbst das sagt noch lange nichts über den gesamten Menschen aus. Vor allem nicht, wie er mit diesen - ich sage mal - "Defiziten" auch umgeht. Viele denen Borderline diagnostiziert wurde achten z.B. sehr genau darauf (reflektieren) wenn sie genau dieses destruktive Verhalten/Denken an den Tag legen und sind in der Lage es umsetzen zu können.


    "...(...)....und nicht an der Umwelt, die dann auch noch angemault wird, wenn sie alle in einen Topf wirft, weil die eine oder andere Ausnahme nicht zum Maß aller Dinge genommen wird sondern die restlichen 99%, die ihre Partner bis zum Zusammenbruch strapazieren."


    Woher hast Du diese Zahl?


    Ich halte mich schon die ganze Diskussion zurück mit dem folgenden Beispiel/Vergleich, aber jetzt muß ich doch:


    Es wird hier (langsam) massiv immer mehr diskriminiert.


    Ähnlich den Gruppierungen bezüglich "den" Homosexuellen, "den" Türken (Ausländern), "den" H4-Empfängern usw......


    Wie schon (mehrfach) gesagt: Für mich gibt es nicht "den" Borderliner per se, sowie es auch nicht "den" Homosexuellen, "den" Türken etc. gibt, es gibt für mich nur Verhaltensweisen, Verhaltensstrukturen. Dafür ist nun mal diese Persönlichkeitsstörung viel zu komplex.


    UND:


    Von den schlechten Erfahrungen von denen ich berichtet habe - das waren Alle nicht-diagnostizierte Menschen, egal in welchem Bereich. Sie hatten auch in keiner Weise eine Einsicht, dass da irgendwas nicht ok sein könnte in ihrer Selbstwahrnehmung und Reflektion, ihrem Verhalten vor allem (spontan denke ich hier an 6 Personen, mit denen ich auf die unterschiedlichsten Arten Beziehungen führte - also nicht nur Liebesbeziehungen).


    Und von daher ärgert es mich um so mehr, dass hier in diesem Faden Menschen, denen eine bestimmte Störung diagnostiziert wurde, die sich dann damit auseinandersetzen, daran arbeiten - mit denen in einen Topf geworfen werden, die mal so gar nichts (an sich selbst tun).


    Es ist ok über bestimmte Verhaltensstrukturen zu diskutieren, z.B. über Energieräuber, über emotionale Erpressung, über pathologische Lügner etc. pp. - aber ich finde es nicht ok Menschen denen eine bestimmte Störung diagnostiziert wurde in eine Gruppe (Schublade) zu packen und mit dieser ganz bestimmtes Verhalten zu unterstellen.

    Lousiana


    "Oh, Du willst das jetzt auf dieser Ebene ausdiskutieren? Ist die Nazikeule so abgenutzt?"


    Das ist jetzt etwas daneben.


    Ich mag die "Nazikeule" auch nicht - hier sehe ich sie aber ebenfalls nicht seitens PowerPuffi.


    Sie sagt im Grunde dasselbe wie ich: Dass hier für sehr destruktive Verhaltensstrukturen innerhalb von Beziehungen eine Gruppierung (Borderliner) hergenommen wird.


    Logische Konsequenz ist nun mal, dass sich die Betroffenen angegriffen fühlen, die, die zu ihren Defiziten/Problemen stehen - und das tun sie völlig zu Recht.

    Zitat

    Oh, Du willst das jetzt auf dieser Ebene ausdiskutieren?

    Diskriminierung braucht nur eine Minderheit. Die Art der Botschaft bleibt aber immer gleich - und ich glaube, das hat mein Beitrag ganz folgerichtig an Licht gebracht. Die Argumentation ist immer diesselbe.


    Die Minderheiten sind selbst daran Schuld. Ausnahmen bestäigen nicht die Regel. Es hat Sinn und Zweck, sie zu meiden, zurückzuhalten, zu zerstören oder whatever.


    Das ist so ein alter Hut.


    Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch. Ganz egal, was dir an ihm nicht passt, er wird immer so wertvoll wie jeder andere bleiben.

    Verstehe ich nicht. Wieso sollte ich mich zu Recht angegriffen fühlen, wenn ich mich durch die hier beschriebenen Verhaltensweisen und Schlussfolgerungen nicht wirklich dargestellt sehe.


    Diese Annahme ist in sich unlogisch. ":/

    Zitat

    Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch. Ganz egal, was dir an ihm nicht passt, er wird immer so wertvoll wie jeder andere bleiben.

    Ja. Aber es geht den meisten hier denke ich nicht darum, dass ihnen einfach mal so eben etwas an einem anderen Menschen nicht passt, sondern dass ihnen durch bestimmte Verhaltensweisen enorme Verletzungen zugefügt wurden. Ich finde den Aufruf alle "Borderliner" zu meiden, um sämtliches Elend der Welt zu minimieren auch daneben, weil es so einfach nicht ist und finde NotMichaelCanes Beitrag sehr gelungen.


    Dennoch sehe ich auch, dass hier überwiegend versucht wurde differenzierte Betrachtungen zu unternehmen. Ich jedenfalls versuche das. Mit denen, die noch unter dem Eindruck einer solch destruktiven Beziehung stehen und erstmal ihre Wunden lecken müssen habe ich trotzdem erstmal Mitgefühl. Man kann ihnen aufzeigen, dass sie sich verrennen, dass ihre Annahmen nicht zielführend sind, vorallem im eigenen Sinne. Aber das mit dem erhobenen Zeigefinger ständige Wiederholen der immer gleichen Meinung ist einfach nur anstrengend. Und die Parallele zu Flüchtlingen zu ziehen albern. ":/

    katiafox


    "Verstehe ich nicht. Wieso sollte ich mich zu Recht angegriffen fühlen, wenn ich mich durch die hier beschriebenen Verhaltensweisen und Schlussfolgerungen nicht wirklich dargestellt sehe."


    Da hast Du auch wieder recht ;-).


    "Dennoch sehe ich auch, dass hier überwiegend versucht wurde differenzierte Betrachtungen zu unternehmen."


    Nicht überwiegend - aber doch zum großen Teil. Ja.


    "Ich jedenfalls versuche das. Mit denen, die noch unter dem Eindruck einer solch destruktiven Beziehung stehen und erstmal ihre Wunden lecken müssen habe ich trotzdem erstmal Mitgefühl. Man kann ihnen aufzeigen, dass sie sich verrennen, dass ihre Annahmen nicht zielführend sind, vorallem im eigenen Sinne."


    :)^


    "// Aber das mit dem erhobenen Zeigefinger ständige Wiederholen der immer gleichen Meinung ist einfach nur anstrengend. //"


    Dazu hat mich der Beitrag von Lousianna veranlasst. Davor wollte ich nur noch meinen etwas internen Dialog mit Kruemi beenden ;-).


    Wobei es bei mir sicher eine Rolle spielt, dass ich nun mal große Probleme mit Verallgmeinerungen habe.


    Deshalb geht es in meinen Augen hierbei:


    "// Und die Parallele zu Flüchtlingen zu ziehen albern.//"


    auch nicht darum eine Parallele zu ziehen, sondern nur um deutlich zu machen, dass Verallgemeinerungen, Vorurteile etc. auch in dieser Diskussion oben an stehen.

    Zitat

    Wobei es bei mir sicher eine Rolle spielt, dass ich nun mal große Probleme mit Verallgmeinerungen habe.

    Das Verstehe ich ja und mir geht es oft genug auch so. Trotzdem sind Verallgemeinerungen nicht per se der Teufel. Sie können auch bei der Verarbeitung helfen. Unter dem pragmatischen Aspekt sehe ich das an dieser Stelle, ohne den Einzelnen hier vorverurteilen zu wollen. @:)

    Die pauschalen Warnungen finde ich wenig sinnvoll, schon weil die wenigsten Menschen ihre Diagnose auf der Stirn stehen haben, geschweige denn alle mit "irgendeiner Persönlichkeitsmacke" diagnostiziert - und das auch noch richtig eingestuft - sind. ... Es gibt draußen böse gesagt eine Menge "unerkannt Geisteskranker".


    Persönlich halte ich es für sinnvoller danach zu gehen, was für einen selbst im Umgang miteinander passt und was nicht und möglichst seine eigenen Grenzen/Bedürfnisse und Schwächen zu kennen. Schwächen, die zu Eigenanteile werden können mit dem (destruktiv) "passenden Gegenüber"; eben dem, zu dem man ungut komplementär ist - andere würden sich erst gar nicht einlassen oder wären schneller weg bei den ersten Warnsignalen. ... Wenn jemand z.B. schreibt, dass er u.a. aufgrund eines eigenen Helfersyndroms so gehandelt habe anstatt auf sich zu achten, spricht das nicht für dessen Stabilität und seelische Gesundheit zu Beginn des Kennenlernens. Dafür kann der ggf. persönlichkeitsgestörte andere wiederum nichts. (Das meine ich auch nicht im Sinne einer Schuld.)




    Rein von der Beschreibung in Lehrbüchern her, finde cih die meisten Persönlichkeitsstörungen (sehr) abschreckend für einen privaten Kontakt mit einem Betroffenen. In der Realität haben viele aber nicht die Reinform der Persönlichkeitsstörung. ... Wenn ich mit jemanden gut auskomme oder darüber hinaus: Mich mit dem gut verstehe und kein schlechtes Gefühl im Kontakt habe + den Eindruck, dass meine Grenzen geachtet werden (= das Verhalten des anderen für mich ok ist und es keine Diskrepanz zw. Worten & Taten gibt), ist es mir weitgehend egal, was der für eine Diagnose haben mag. ... Da fände ich bestimmte Vorstrafen bei demjenigen viel abschreckender.

    p.s.:


    Aber ich finde es völlig verständlich, dass man sich als gebranntes Kind vorm Feuer scheut. ... Wenn ich mit bestimmten Menschen schlechte Erfahrungen gemacht habe, die die spezifischen Merkmale a, d, g und t gehabt hätten, würde ich auch andere (unbekanntere) Menschen meiden, die diese Merkmale aufweisen.


    Speziell bei der Flüchtlingsdebatte kommt hinzu, dass begangene Straftaten oder auch "nur belästigendes Verhalten" gg. Frauen oder "raumgreifendes Verhalten" durch pure zahlenmäßige Übermacht z.B. in öffentlichen Parks, sodass Einheimische sich dort nicht mehr sicher und ungestört fühlen sehr lange fast komplett unter den Teppich gekehrt worden sind und die Opfer als rassistisch bzw. als Nazis oder sonstwie krankhaft überängstlich diffamiert worden sind, wenn sie das angesprochen/mitgeteilt haben. Kurios wurde es, wenn bereits hierlebende Migranten bzw. Menschen m. Migrationshintergrund sich gegen die Zuwanderer ausgesprochen haben. Und es gab viele andere "Vorfälle" von denen ich ehrlich gesagt davor nicht gedacht hätte, dass das mal möglich sein wird, z.B. bestimmte interne Dienstanweisungen. Es gab da (und gibt es immer noch) große Bestrebungen, unschöne Wahrheiten über die Zuwanderung zu verdecken. Und das wurde u.a. auch dadurch zu erreichen versucht, indem man so getan hat, als ob es nur "gute Flüchtlinge" geben würde. ... Auf der anderen Seite gibt es natürlich nicht nur schwarze Schafe unter den Flüchtlingen, man muss da schon differenzieren und sollte dringend anfangen vons taatlicher Seite konsequent dazwischen zu trennen und nicht letztlich auf Kosten der redlichen Flüchtlinge die schwarzen Schafe unfreiwillig zu belohnen.

    Zitat

    Wenn ich mit bestimmten Menschen schlechte Erfahrungen gemacht habe, die die spezifischen Merkmale a, d, g und t gehabt hätten, würde ich auch andere (unbekanntere) Menschen meiden, die diese Merkmale aufweisen.

    Oder wäre zumindest vorsichtiger bis schneller abgeschreckt beim Kennenlernen. Kurz gesagt könnte ich demjenigen schlechter bis gar nicht vertrauen. Das mag jemanden mit anderen Erfahrungen und anderer Persönlichkeitsstruktur anders gehen. ... Hat auch jeder andere Grenzen und Vorlieben. Das fängt bereits bei dem grundsätzlichen Frieheitsbedürfnis sowie dem Nähe-Distanzbedürfnis an.