@ AufDerArbeit

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    "Und du denkst ernsthaft, dass sowas an jedem Borderliner spurlos vorübergeht?"

    Nein - tut es nicht. Aber die Ursache ist eine ganz andere.


    Und - aus meiner Erfahrung - gehen einige Borderliner oft schnell in die nächste Beziehung.

    Da ja – wie wir wissen – jeder Borderliner anders ist, mag es durchaus leidende geben. Meine Damalige gehörte wie auch mehrere, von denen ich weiß, wie der Hase lief, zu der Fraktion, die dann sofort bei Tinder aktiv waren und auch innerhalb von Stunden neue Betten kennenlernten. Was im übrigen auch "schnell in die nächste Beziehung" untermauert, aber das sind auch bekannte Faktoren (inklusive Kategorisierung im ICD10).

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    "Wie gesagt Borderliner haben eine starke Anziehungskraft. Können sehr intensiv verliebt sein - diese Momente sind natürlich sehr schön."

    Genau das hab ich auch beobachtet.

    Ja, gab und gibt es bei mir auch. Aber ob Borderliner- oder Nichtborderlinerbeziehung neigt man prinzipiell zum Romantisieren einer vergangenen Beziehung, wo auch wieder der Borderliner besser abschneidet als der "Normalo".

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    Man kann es drehen und wenden, wie man möchte: Der Borderliner gewinnt. Eben wegen der Spaltung etc. Er leidet nicht. Definitiv nicht.

    Jemand, der eine so schwerwiegende Erkrankung hat, gewinnt nie.


    Irgendwie hab ich den Eindruck das du in einer Schuld-Diskussion steckst. Sachlich betrachtet gibt es Gründe warum sich ein Mensch so oder so verhält. Das führt zu Folgen.


    Wenn du davon sprichst, das jemand gewinnt, könnte man den Eindruck haben das ganze ist ein Spiel oder es steckt Absicht dahinter. Das ist aber nicht der Fall.

    @ katiafox

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    Hast du dich überhaupt mal ernsthaft informiert über die Krankheit? Damit meine ich jetzt Fachliteratur, nicht Internetforen.

    Darauf bezog sich mein "Wenn die so unnütz sind, wie Du das hier darstellst, stelle ich mir die Frage, warum Du hier Deine Zeit verschwendest?". Ich finde, die Frage stellt sich durchaus. Man kocht ja nicht mit Zeitaufwand eine Mahlzeit, die man sowieso als "untauglich" abtut, oder? Analog finde ich es verwunderlich, wenn quasi eine Art "Vorwurf" kommt oder die Frage, ob man sich denn "nur" aus Foren informiert habe oder sich "ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt hat", i.S.v. Fachliteratur. M.E. wäre die alleinige Beschäftigung mit letzterer nicht zielführend, da theoretischer Natur. Praxisrelevante Darstellungen können auch in diesem Thema sehr nützlich sein.

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    Der Borderliner gewinnt. Eben wegen der Spaltung etc. Er leidet nicht. Definitiv nicht.

    Besser wäre es ausgedrückt: Er leidet oft und intensiv. Sucht dauernd nach Linderung oder Erlösung. Nimmt aber das Gegenüber nicht wirklich wahr, der Partner ist austauschbarer.

    @ AufDerArbeit

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    Jemand, der eine so schwerwiegende Erkrankung hat, gewinnt nie.


    Irgendwie hab ich den Eindruck das du in einer Schuld-Diskussion steckst. Sachlich betrachtet gibt es Gründe warum sich ein Mensch so oder so verhält. Das führt zu Folgen.


    Wenn du davon sprichst, das jemand gewinnt, könnte man den Eindruck haben das ganze ist ein Spiel oder es steckt Absicht dahinter. Das ist aber nicht der Fall.

    Vielleicht von mir ungeschickt ausgedrückt und fallspezifisch. Die Dame hangelt sich von einem finanziell potenten Mann zum nächsten, alles andere ist extrem egal. Menschen werden ausgenutzt/verschlissen, der eine mehr, der andere weniger. Fallspezifisch hier: Sie kann es (vom Alter und optisch sowie vom Auftreten her etc) noch so machen – das gibt dem ganzen ein "Spielmoment".


    Vermutlich kommt das Erwachen dann später, wenn man nicht mehr mit Mittelchen und Resten von Jugend "auf die Jagd" gehen kann, sondern wirklich nur noch der Charakter zählt. Dann wird es schwierig. Bis dahin unterstelle ich dahingehend eine "Schuld", als daß das Spiel bewusst gespielt wird. Es kam mehrfach ein "ich bin halt so" und auf meine Nachfrage (beim ersten erwischen Fremdgehen), warum das passierte, ein herrlich amüsantes "ich habe keine Ahnung". Das hatte nichts mit den Millionen des Typs zu tun oder daß sie von mir zu wenig Aufmerksamkeit gehabt hätte (auf keiner Ebene).

    @ Cytex

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    "Der Borderliner gewinnt. Eben wegen der Spaltung etc. Er leidet nicht. Definitiv nicht."

    Besser wäre es ausgedrückt: Er leidet oft und intensiv. Sucht dauernd nach Linderung oder Erlösung. Nimmt aber das Gegenüber nicht wirklich wahr, der Partner ist austauschbarer.

    Er wird im Laufe der Zeit, möchte ich denken, immer austauschbarer. Ich schätze, daß jeder Mensch – ob BPS oder nicht – abstumpft, wenn er sich mit mehreren Partnern pro Jahr (Beziehungsanbahnung außerhalb einer Beziehung) oder dutzenden (akute Fremdgehphase) auseinandersetzen muss. Selbst auf rein physischer Ebene, es geht nicht um die Produktion von Filmen, um jemanden in die Kiste zu bekommen, wird mit Sicherheit der eine oder andere Austausch von Nachrichten vorher stattfinden; hier muss man sich auf sein Gegenüber einstellen (was per BPS und "Spiegelung" leichter fällt, natürlich), was m.M.n. schon abstumpft über die Jahre.


    Ist nur eine Vermutung, muss nicht der Realität entsprechen. Soweit ich das mitbekam, hat sich das (Männer-)Karussel immer schneller gedreht, insbesondere nachdem ich ging. (Da Leute ja ihr ganzes Leben im Netz breittreten, insbesondere die Fraktion der Aufmerksamkeitsgeilen, ist das ja doch recht einsehbar.)

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    "Man kann es drehen und wenden, wie man möchte: Der Borderliner gewinnt. Eben wegen der Spaltung etc. Er leidet nicht. Definitiv nicht.

    hach die ganzen Experten hier %-|


    ich arbeite mit psychisch kranken Menschen und Überraschung: sogar narzisstische Persönlichkeiten können unter ihrer Erkrankung leiden.


    mittlerweile geht man auch nicht mehr davon aus dass PS unheilbar sind.....

    @ Juley

    Sollte mein "Wenn die so unnütz sind, wie Du das hier darstellst, stelle ich mir die Frage, warum Du hier Deine Zeit verschwendest?" zu hart klingen, entschuldige ich mich dafür in aller Form. Warum sich mir die Frage stellte, schrieb ich weiter oben.

    @ Exgrenzgänger,

    es tut weh, wenn man merkt, es ging eigentlich nie zum Liebe, sondern nur um ein untaugliches Surrogat dessen. Das ist eine grosse Enttäuschung. Kann es sein, dass Du hast diesen Schmerz und diese Enttäuschung in Dir noch nicht so recht wahrgenommen hast? Und vielleicht auch ein wenig die Scham, dass Du darauf "reingefallen" bist?

    übrigens (und das ist nur meine eigene Beobachtung) haben Menschen die sich auf "zerstörerische" Beziehungen (egal welche Erkrankungen dahinterstecken) einlassen oft selbst ein Problem, ist nicht selten dass beide Partner in Behandlung sind.

    @ Madame Charenton

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    hach die ganzen Experten hier %-|

    Wo steht das?

    Zitat

    ich arbeite mit psychisch kranken Menschen und Überraschung: sogar narzisstische Persönlichkeiten können unter ihrer Erkrankung leiden.

    Das stellte ja niemand außer Frage. Es ging um die Kompensation, die instantan kommt. In Form einer neuen Beziehung – da ist ja gar keine Zeit, zu "leiden".

    Zitat

    mittlerweile geht man auch nicht mehr davon aus dass PS unheilbar sind.....

    Hast Du Quellen hierzu? Meine recht aktuellen Recherchen zum Thema gehen davon aus, daß in etwa 10% der Betroffenen bei Behandlungswillen (!) und mehrjähriger Behandlung (inklusive Medikamentierung) geheilt werden können. Das ist dann "heilbar", per definitionem, aber doch eher mit nicht sonderlich großem Erfolg...

    @ Madame Charenton

    Zitat

    übrigens (und das ist nur meine eigene Beobachtung) haben Menschen die sich auf "zerstörerische" Beziehungen (egal welche Erkrankungen dahinterstecken) einlassen oft selbst ein Problem, ist nicht selten dass beide Partner in Behandlung sind.

    Du hast doch gerade geschrieben, daß Du in dem Bereich tätig bist. Zudem schrieben weiter oben "Normalos", daß diese ebenfalls in solche Beziehungen gerutscht sind. Weitere Fälle hierzu sind im Forum zu finden. Das ist doch eben der Punkt: Anfangs spiegelt der Borderliner den anderen wunderbar, bis der dann versteht, wie der Hase läuft, ist es schon recht (zu?) spät. Sonst wäre das alles so trivial, daß man es nicht diskutieren müsste.

    @ Cytex

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    es tut weh, wenn man merkt, es ging eigentlich nie zum Liebe, sondern nur um ein untaugliches Surrogat dessen. Das ist eine grosse Enttäuschung. Kann es sein, dass Du hast diesen Schmerz und diese Enttäuschung in Dir noch nicht so recht wahrgenommen hast? Und vielleicht auch ein wenig die Scham, dass Du darauf "reingefallen" bist?

    Nun, es ist jetzt zwei Jahre her, daß ich die Sache beendet habe und ich habe mir (was Beziehungen angeht) selbst eine lange Pause verordnet, um "Seelenhygiene" zu betreiben, weil mir klar war, daß ich aufgrund der Geschichte gewaltig "Schlagseite" hatte.


    Ich habe das alles ziemlich intensiv aufgearbeitet und bin damit im Frieden. Ich hege auch keinen Groll gegen "sie", sie kann ja nichts dafür (ich habe sehr sehr viel von ihr erfahren, was Kindheit/Jugend angeht etc). Gleichwohl suchte ich nach Menschen, denen es genauso ging – teilweise antworteten diese ja. Der Rest ging in Grabenkämpfen um Haarspaltereien, Definitionen und angeblichen "Schuldzuweisungen" leider unter.


    Scham empfinde ich keine, ich bin fast schon dankbar für diese "Lehrstunde", auch wenn sie Jahre meines Lebens, unendlich viel Nerven und einen Haufen Geld gekostet hat. Ich bin ja noch glimpflich davongekommen, andere verlieren über solche Aktionen (durchgezogene Hochzeit etc) Haus und Hof.

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    übrigens (und das ist nur meine eigene Beobachtung) haben Menschen die sich auf "zerstörerische" Beziehungen (egal welche Erkrankungen dahinterstecken) einlassen oft selbst ein Problem, ist nicht selten dass beide Partner in Behandlung sind.

    Na, das ist jetzt aber auch eine gewagte Experten"meinung". Möchte ich so ganz sicher nicht unterschreiben.


    Du kennst die Allegorie vom Frosch im heißen Wasser?