Partner will Alleinsein, ich fühle mich abgewiesen

    Hallo zusammen,


    folgendes ist mein Problem:


    Mein Partner und ich haben sehr viele innige, ruhige Erlebnisse miteinander und verbringen wirklich gerne Zeit miteinander. Wir wohnen noch nicht zusammen, aber "wenn es gut läuft" ist eigentlich immer einer beim anderen, wochentags nach der Arbeit er bei mir, am Wochenende ich bei ihm bzw. wir gemeinsam unterwegs. Es ist nicht so, dass ich das sehr einfordere und ihn dazu dränge, dass wir uns treffen, sondern das geschieht sehr dynamisch und meistens kommt er von sich aus einfach.


    ABER nach einiger Zeit kriegt mein Freund einen Rappel und stößt mich weg. Sagt, er braucht wieder Zeit für sich alleine, teilweise ganz plötzlich, und teilweise dann auch sehr vehement. Man merkt richtig, dass es ihm schlecht geht, und dass es ihm unmerklich "zu viel" wurde.


    Er erklärt das so, dass er das Zusammensein mit mir so genießt, dass er nicht rechtzeitig merkt, wenn es an der Zeit ist, dass er sich wieder um sich selbst kümmert. Und dass er Leerlauf braucht, alleine sein muss, um in sich zu horchen und bei sich zu sein.


    Dass er von mir weggehen muss, um wieder zu mir zu können.


    Nun das, was ich nicht verstehe:


    Ich verkrafte einfach diesen Gegensatz nicht, den er da verspürt.


    Wie er nur für sich sein kann wenn er mich entfernt. Wieso er sich vergisst, wenn er bei mir ist. Wieso er sich ins Alleinsein zurückziehen muss, um sich gut zu tun. Wieso er nicht mit mir für sich sein kann.


    Wieso das eine das andere ausschließt.


    Ich finde das wahnsinnig traurig.


    Außerdem fällt mir damit schwer, die Phasen des innigen Zusammenseins freudig anzunehmen, weil ich ständig Angst habe, dass es ihm schon wieder zu eng wird und er es nur noch nicht merkt und er mir demnächst wieder mit seiner Abwendung weh tut.


    Wie kann ich denn meinen Blickwinkel auf diese Sache ändern? Wie kann ich dazu kommen, tiefes Verständnis für ihn zu entwickeln, obwohl ich da ganz anders ticke, und es mein Herzenswunsch und meine Erfüllung ist, miteinander bei sich selbst zu sein....


    Ich freue mich auf eure Hilfe!


    Danke


    Paca

  • 78 Antworten

    Hallo,


    ich kann deinen Partner sehr gut verstehen.


    Mir geht es ähnlich wie ihm. Ich bin nämlich sehr gerne bei meiner Frau und meinen Kindern, aber manchmal merke ich zu spät, dass ich mal wieder etwas für mich machen muss. Am liebsten mache ich dann etwas alleine und freue mich dann umso mehr, wenn ich wieder bei meiner Familie bin.


    Meine Frau versteht es bis heute noch nicht zu 100%, aber es wird immer besser :-)


    Also mein Tipp: Lass ihn ziehen und nutze die Zeit, die du dann hast. Geh mit Freunden weg oder gammel dich aufs Sofa und schau dir einen Film an. Du wirst merken, dass es dir auch gut tut.


    Gruß

    Zitat

    Wie er nur für sich sein kann wenn er mich entfernt.

    Nun ja. Wenn er mit dir ist, ist er ganz offensichtlich nicht für sich alleine, oder?


    Ich kann ihn jedenfalls sehr gut verstehen. Ich habe es schon Mensch so versucht zu erklären:


    Ich mag den Umgang mit anderen Menschen sehr. Ich geniesse das. Aber es braucht Energie. Diese Energie lade ich wieder auf, in dem ich alleine bin. Wenn die Energie wieder aufgeladen ist, dann verbrauch ich sie sehr gerne wieder im Umgang mit anderen Menschen. Besonders bei Menschen, mit denen ich sehr gerne Zeit verbringe, merke ich aber manchmal nicht, dass mein "Ladezustand" langsam kritisch wird. Wie ein Handy, dass wunderbar funktioniert, bis es ganz plötzlich halt gar keine Batterie mehr hat.


    Vielleicht ist es vergleichbar mit Sport. Ich mag Sport gerne. Aber es ist halt auch anstrengend. Die Energie muss ich wieder aufladen. Mit Pause oder mit Essen. Beim Sport merke ich auch manchmal zu spät, dass ich zwischendurch etwas hätte Essen sollen und dann geht ganz plötzlich gar nichts mehr.


    Ich weiss, das Konzept von "Zeit mit anderen verbringen braucht Energie auf" ist irgendwie schwer zu verstehen und auch schwer nicht persönlich zu nehmen, für Menschen, die aus genau diesen Begegnungen Energie ziehen. Versuche es bitte nicht als Ablehnung dir gegenüber anzusehen @:) Das hat nichts mit dir persönlich zu tun!

    Das Leben genießt man am besten, wenn es Dynamik hat. Ich bin auch jemand, der seinen Freiraum braucht und verstehe deinen Freund. Du empfindest es negativ als "wegstoßen", aber er sieht darin eben die Dynamik, die er braucht, um die Zeiten mit dir zu schätzen.


    Ich lebe nun schon seit 1992 mit meiner Frau unter einem Dach und schon in der ersten Wohnung war mir wichtig, dass ich einen kleinen Rückzugsort in Form eines winzigen Arbeitszimmers brauche. Mittlerweile im eigenen Haus hat jeder von uns ein eigenes Zimmer, wo jeder nach völlig eigenen Interessen schalten und walten kann.


    Auch bin ich irgendwann "totgekuschelt", d.h. es gibt mir nichts mehr und ich brauche wenigstens ein paar Stunden Abstand und förmlich Luft um mich herum. Danach kann ich mich wieder ehrlich freudig ihr um den Hals werfen.


    Vermutlich ist dieses Bedürfnis bei jedem anders ausgeprägt - ich halte dieses ständige Beisammensein auch nicht für gesund für die Beziehung. Ich denke, ihr seid noch relativ jung und glaube, dass du auch nicht jahrelang ständig in seinem Radius sein und gleichzeitig eure Beziehung spannend finden kannst.


    Sicher ist jedenfalls, dass sein Verhalten kein Indiz dafür ist, dass er dich nicht genug lieben würde.

    Zitat

    Ich weiss, das Konzept von "Zeit mit anderen verbringen braucht Energie auf" ist irgendwie schwer zu verstehen und auch schwer nicht persönlich zu nehmen, für Menschen, die aus genau diesen Begegnungen Energie ziehen.

    Ja, das ist mir in der Tat schwer zu verstehen. Ich las deinen Text und fand das alles sehr nachvollziehbar, mit Ausnahme der Grundannahme:

    Zitat

    Aber es braucht Energie.

    Da dachte ich, höööö, wiesoooo??? Denn mir gibt es Energie. Mich macht es glücklich. Ich fühle mich als Herdentier und darin aufgehoben und blühend. Das braucht keine Energie...


    Ich versuche, es nicht als Ablehnung mir gegenüber anzusehen. Aber ich kriege es nicht hin. Ich gehe guten Mutes in die Zeiten ohne einander, aber wenn sich die ausdehnen und ausdehnen, oder dann als "Wiedereinstieg" nur eine achtlose organisatorische Nachricht kommt (übertrieben gesagt nachdem ich Stunden in Sehnsucht verbracht habe), dann tut mir das einfach sehr sehr weh.


    Ich ahne, dass es da einfach unterschiedlich gewickelte Menschen gibt.


    Aber hat so eine Verbindung dann überhaupt Zukunft? :°(

    Comran, da hast du wohl recht. Und aus vergangenen Beziehungen kenne ich das ja auch, dass ständiges Beisammensein nicht gut tut.


    Aber aus meiner Sicht sind wir das ja auch nicht. Er ist ja den ganzen Tag in der Arbeit. Eine Arbeit, die er gerne tut, wo er mit seinem besten Freund gemeinsam arbeitet, die Mittagspausen mit dem dicksten Kumpel verbringt, davor oder danach noch ne Runde zum Sport... Also sind wir ja eh nicht Kletten.... :(


    Wir sind gegenwärtig allerdings auch in einer schwierigen Situation, da ich dafür seit fast einem Jahr arbeitslos bin und langsam wirklich nicht mehr weiß, was ich mit der ganzen freien Zeit anfangen soll. Ich hab in meiner "me-time" inzwischen auf nichts mehr Lust, und komme erst so richtig in die Gänge, wenn ich dann abends endlich die Begegnung mit meinen Mitmenschen habe, sei es meine Mitbewohnerin, die nach Hause kommt, sei es mein Freund, oder eben eine Verabredung mit anderen Menschen. Wobei mir, auf Grund der Vertrautheit usw., mein Freund natürlich am Liebsten ist.


    Ich verstehe an sich auch, dass ihn das erdrückt und dass er mal nen Abend für sich braucht. Aber letzte Woche z.B. war ich an 2 von 4 Abenden, an denen er bei mir war, gar nicht da weil ich mich verabredet hatte um ihm Raum für sich zu geben. Aber er blieb bei mir in der Wohnung, statt zu sich zu fahren, und beklagte sich im Nachhinein, dass er die ganze Woche nicht bei sich war.... Häää?


    Und wenn er sich dann mal von sich aus paar Tage/Abende für sich nimmt, dann immer gleich mit so einem Drama. Dann wird da eine riesen Ankündigung draus, und es geschieht mit so viel Vehemenz, so laut. Das ist dann immer gleich so ein riesen Ding, anstelle dass er einfach sagt "du ich fahr heut Abend mal heim...". Da wird dann gleich das Handy ausgeschaltet oder stark betont, wie sehr er das jetzt braucht und wie fertig ihn die letzten Tage gemacht haben und wie erschöpft er davon ist...


    Dadurch wird es auch für mich irgendwie gefährlicher. Versteht ihr wie ich das meine?

    Zitat

    Da dachte ich, höööö, wiesoooo ??? Denn mir gibt es Energie. Mich macht es glücklich. Ich fühle mich als Herdentier und darin aufgehoben und blühend. Das braucht keine Energie...

    Ja, diese Grundannahme wirst du schlichtweg glauben müssen. Für mich ist es , rein emotional, auch total unverständlich, wie in aller Welt du daraus Energie ziehen kannst ;-) Ich weiss aber, dass viele Menschen so sind.

    Zitat

    Aber hat so eine Verbindung dann überhaupt Zukunft? :°(

    Wieso denn nicht? Du kannst deine Energie ja aus dem Zusammensein ziehen und sie etwas anzapfen, wenn er Zeit für sich braucht. Oder du nutzt die Zeit einfach um dich mit anderen Menschen zu treffen :-)


    Ich habe mit meinem Ex schon 6 Monate in einem Camper in Australien verbracht. Mit meiner aktuellen Affärendingenstyp bin ich auch schon 2 Wochen im Camper unterwegs gewesen. Ich bestehe dann einfach drauf, dass ich mal alleine Einkaufen gehe oder ich latsche zwischendurch mal 3 Stunden alleine auf einen Berg oder den Strand entlang und hole auf dem Rückweg Kuchen für alle :-)


    Ist es wirklich soo schrecklich für dich, zwischendurch mal alleine etwas zu machen? "Energie aufbrauchen" ist ja nicht per se etwas negatives. Man muss sie halt nur irgendwann wider auffüllen :-)

    Zitat

    Außerdem fällt mir damit schwer, die Phasen des innigen Zusammenseins freudig anzunehmen, weil ich ständig Angst habe, dass es ihm schon wieder zu eng wird und er es nur noch nicht merkt und er mir demnächst wieder mit seiner Abwendung weh tut.


    Wie kann ich denn meinen Blickwinkel auf diese Sache ändern? Wie kann ich dazu kommen, tiefes Verständnis für ihn zu entwickeln, obwohl ich da ganz anders ticke, und es mein Herzenswunsch und meine Erfüllung ist, miteinander bei sich selbst zu sein....

    Ich kann das nachvollziehen, von beiden Seiten. Worin ich eine Lösung sehe: du wünschst dir mehr Planbarkeit seiner "Zusammen-Phasen" und "Allein-Phasen", und auch ein Eingehen auf deine Wünsche von Zusammensein und Alleinsein. Denn an sich habe ich es so verstanden, dass dich nicht seine Phasen an sich stören, sondern das abrupte, unvermittelte, fluchtartige, unvorhsehbare. Deinen Blickwinkel an sich solltest du nicht allzuweit ändern, finde ich, sondern dein Wunsch ist wichtig und den sollte er auch kennen.

    Zitat

    Denn mir gibt es Energie. Mich macht es glücklich. Ich fühle mich als Herdentier und darin aufgehoben und blühend. Das braucht keine Energie...


    Aber hat so eine Verbindung dann überhaupt Zukunft? :°(

    Eben. Dir gibt es Energie, ihm nimmt es Energie :)z


    Und klar hat das Zukunft. Ihr müsstet nur von vornhinein klären, wer wieviel Zeit für sich alleine braucht (und zwar wirklich alleine ohne sms etc.). Ihr könntet euch z.B. nur alle 2 Abende sehen oder so... dann wüßtet ihr Beide immer, dass am nächsten Abend wieder jeder seine Zeit für sich hat. Und zwar ohne gequengel seinerseits.

    Zitat

    Wir sind gegenwärtig allerdings auch in einer schwierigen Situation, da ich dafür seit fast einem Jahr arbeitslos bin und langsam wirklich nicht mehr weiß, was ich mit der ganzen freien Zeit anfangen soll. Ich hab in meiner "me-time" inzwischen auf nichts mehr Lust

    Das ist der Knackpunkt! Du hast zuviel freie Zeit für dich, er zuwenig... aber es geht ja jetzt nicht darum, was du machen könntest um ausgefüllter zu sein oder?

    @ sicklittlemonkey

    Hmmm... wir haben unsere Beziehung damit begonnen, 4 Wochen durch Indien zu reisen, ohne auch nur mal 15 Minuten getrennt zu sein - war vielleicht ein bisschen hardcore ;-)


    Aber hmmm ich muss mal in mich fühlen. Für mich ist es überhaupt nicht schlimm, etwas alleine zu machen. Ich war jetzt 6 Jahre Single, und derzeit arbeitslos, d.h. den ganzen Tag alleine. Aber ich bin LIEBER in Gesellschaft. Dabei muss nicht die ganze Zeit Action sein. Ich sitze gerne am Sofa und lese, und weiß, dass da in der Küche mein Freund seinen Kochexperimenten nachgeht. Da macht jeder sein Ding, und man ist dennoch nicht alleine.


    Er aber kann das nicht. Er macht keine Kochexperimente, wenn ich da bin. Da schafft er nicht, mich so weit zu "ignorieren", dass er an sich denkt und das, was ER gerade am liebsten machen würde. Allenfalls, indem er mich halt wieder vehement ignoriert, d.h. indem er sagt, ich soll die nächste Stunde nicht mit ihm sprechen...


    Und das ist, was mich so tiefgehend verunsichert. Wenn wir einmal zusammenleben wollen, einmal eine Familie haben wollen, dann kann er sich ja auch nicht alle 3 Tage vom Acker machen... Irgendwie muss man es doch schaffen, in einem gemeinsamen Leben den Raum für sich zu wahren...


    Und zu deiner Anmerkung, auch mal 3h aufn Berg oder spazieren zu gehen - dann bringst du Kuchen für alle mit. Er ist eher so, dass er dann widerwillig wiederkommt und betont, wie waaahnsinnig gut ihm das jetzt tat und wie viel besser das jetzt war als alles andere der letzten 3 Tage zusammen und wiiiie krass wichtig das für ihn jetzt war... und ich fühle mich da dann wahnsinnig erniedrigt und wie eine Last.... Ich habe immer das Gefühl, dass ich das Zusammensein "überreizt" habe, so dass das für ihn jetzt in etwas negatives gekippt ist, das er nur "retten" kann, indem er flieht.

    @ Pythonist

    Das stimmt in Teilen. Es stimmt, dass mich nicht die Phasen an sich stören, sondern das abrupte, fluchtartige, unvorhersehbare. Aber deswegen muss ich jetzt nicht die Woche generalstabsmäßig durchplanen und da Vereinbarungen treffen, wann "me-time" verordnet ist und wann er gefälligst Lust auf die Beziehung haben soll... Denn es muss ja irgendwie von selbst fließen. Ich vermute ich wünsche mir einfach, dass er da frühzeitiger auf sich achtet, damit es nicht immer gleich so ein "Notfall" ist.... Ich hab ja auch ein gewisses Gespür dafür, wann er bisschen mit sich alleine sein muss. Aber er ist dann in sich so zerrissen darin, dass er einerseits merkt, dass ich ihn gerne sehen möchte und er mir diesen Wunsch nicht verwehren will, andererseits leise verspürt, dass er lieber gehen will. Tut es dann aber nicht. Sondern 2 Tage später mit großer Krise.


    Und für mich ist es am Schlimmsten, wenn wir in einer Krise auseinander gehen. Ich hab dann das Bedürfnis, die Harmonie wieder herzustellen, kann das aber nicht weil ich ihn in Ruhe lassen soll, und drehe in meinem Stübchen halb durch, kann nichts anderes genießen, bin mega angespannt und alles ist schräg... Er fühlt sich unter Druck und fühlt, dass ich ihn nichtmal die paar Stunden in Ruhe lassen kann, was die ganze Ablehnung verstärkt, die ich wiederum fühle, und tadaaaa Teufelskreis par excellence...


    Ich weiß eigentlich, in meinem Kopf und Herz muss es irgendwo einen Schalter schmeißen. Nur wo is das Ding?

    @ This Twilight Garden

    Zitat

    Das ist der Knackpunkt! Du hast zuviel freie Zeit für dich, er zuwenig... aber es geht ja jetzt nicht darum, was du machen könntest um ausgefüllter zu sein oder?

    Jein. Ich glaube, das hängt alles zusammen.


    Ich mache/unternehme tagsüber wenig, und wenn ich mal tief in die Abgründe schaue, dann vielleicht auch, weil ich nicht unfair sein möchte. Ich möchte nicht eine super aufgeräumte Bude haben, täglich beim Sport gewesen, mir was leckeres gekocht und mit der Familie telefoniert haben, wenn er dann abends aus der Arbeit kommt.


    Ich habe Angst, dass er sich denkt "Na toll, und wann hab ich zu all diesen Dingen Zeit? Siehst du, du raubst mir meine Zeit!"


    Wenn ich tagsüber keine tollen Sachen gemacht habe, so vielleicht meine innere Logik, dann kann er mir auch nicht vorhalten, dass er meinetwegen keine tollen Sachen machen kann und ich ihm eine Last bin, sondern wir sitzen im gleichen Boot...


    Und ganz schlimm auch: ich hab riesen Angst davor, wieder zu arbeiten. Ich habe Angst, dass ich dann abends so kaputt bin, dass ich seine Anspannung und Launen nicht mehr auffangen kann, dass ich keine Geduld mehr für diese unterschiedlichen Bedürfnisse habe etc...


    Deswegen die Frage, ob zwei so unterschiedliche Menschen überhaupt Zukunft haben....


    Hach, ich weiß nicht. Wenn ich das so schreibe und nochmals lese, dann fasse ich mir selbst ans Hirn. Aber immer und immer wieder gerate ich in diese Falle und diesen Abwärtsstrudel.

    Zitat

    Ich finde das wahnsinnig traurig.

    Er soll sagen was er braucht, zur rechten Zeit. Und du ebenso. Es sind doch keine Verletzungen, wenn einer alleine sein will /muss. Was würdest du denn machen, wenn du z.B. mit einem autistischen Partner zusammen wärst? Oder mit einem ADHS'ler? Da gehts es genau so ab. Letzten Endes mußt du nämlich mit der/solcher Situation und mit dir fertig werden. Und da fängt man am Besten bei sich selbst an. Man kann nämlich nur sich selbst ändern, dann kommt der Rest schon zurecht.

    Zitat

    Ich sitze gerne am Sofa und lese, und weiß, dass da in der Küche mein Freund seinen Kochexperimenten nachgeht. Da macht jeder sein Ding, und man ist dennoch nicht alleine.


    Er aber kann das nicht. Er macht keine Kochexperimente, wenn ich da bin. Da schafft er nicht, mich so weit zu "ignorieren", dass er an sich denkt und das, was ER gerade am liebsten machen würde.

    Oh, ich kann ihn sooooo gut verstehen. Wenn jemand im Wohnzimmer sitzt, bin ich nicht alleine. Ich weiss ja, dass die Person da ist. Das ist nicht wie "alleine sein". Ich weiss, es klingt bescheuert, aber es ist so.


    Ich sehe bei dem ganzen allerdings sehr wohl bei ihm den "Auftrag" besser auf sicht zu achten. Das ist tatsächlich schwierig. Ich brauchte lange, um mich selber da zu verstehen. Lange Zeit dachte ich, ich bin einfach total sozial unfähig manchmal, weil in dem Moment, wo es zu viel Nähe ist, mir die anderen Personen soooooo auf den Zeiger gehen, obwohl sie gar gar nichts falsch gemacht haben. Dann ist plötzlich schon die Art, wie sie guten Morgen sagen nervig. Menschen können sogar nervig atmen! |-o |-o (ok, das war eine extremsituation!). Das ich einfach 3 Stunden für mich gebraucht hätte, war mir in dem Moment schlichtweg nicht klar. Evtl. auch, weil so viele Menschen das nicht brauchen. Ein netter, sozialer Mensch (als den ich mich grundsätzlich sehe) hat gefälligst gesellschaft auszuhalten. Vorallem, wenn die anderen ja gar nichts falsch machen.


    Ich merke auch, dass ich mich manchmal zwingen muss, mir meinen Freiraum zu nehmen, obwohl ich grad gar nicht aus der Situation raus will, weils grad Spass macht. Weil wenn ich warte, wirds mir dann zu viel. Das ist nicht so einfach, wenn es grad so toll ist mit dem Partner zum Beispiel. Ich will nicht nach Hause, weils so schön ist, aber wenn ich bleibe, werde ich das gegenüber "verfluchen". Nicht so einfach, da den richtigen Moment zu finden.

    Zitat

    Ich mache/unternehme tagsüber wenig, und wenn ich mal tief in die Abgründe schaue, dann vielleicht auch, weil ich nicht unfair sein möchte. Ich möchte nicht eine super aufgeräumte Bude haben, täglich beim Sport gewesen, mir was leckeres gekocht und mit der Familie telefoniert haben, wenn er dann abends aus der Arbeit kommt.


    Ich habe Angst, dass er sich denkt "Na toll, und wann hab ich zu all diesen Dingen Zeit? Siehst du, du raubst mir meine Zeit!"

    Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen! Wir leben auch in so einer Partnerschaft. Ich brauche viel Zeit für mich alleine. Mein Freund möchte mich am liebsten jede Sekunde sehen.


    Wenn wir Zeit getrennt verbringen, weil ich gerade arbeite, freue ich mich immer sehr, wenn er viele schöne Dinge macht. Dann sehe ich, dass er aktiv ist und auch noch andere Interessen hat, außer mich.


    Würde er den ganzen Tag Zuhause hocken und wie ein Hund, Entschuldigung, auf mich warten, würde mich das extrem nerven, weil man denkt, dass der andere keine Lebensinhalte hat.


    Ich glaube, dein Freund möchte auch nicht die Sonne deiner Galaxy sein. Wenn du dir selber mehr Raum nehmen würdest, braucht er weniger Zeit für sich.

    Zitat

    Und ganz schlimm auch: ich hab riesen Angst davor, wieder zu arbeiten. Ich habe Angst, dass ich dann abends so kaputt bin, dass ich seine Anspannung und Launen nicht mehr auffangen kann, dass ich keine Geduld mehr für diese unterschiedlichen Bedürfnisse habe etc...

    Das heißt, du bist gerade arbeitslos, ihr wohnt bei ihm und er ist zurzeit der einzige Lebensinhalt?


    Das ist heftig. Das würde ich nicht mitmachen. Ist er in letzter Zeit sehr angespannt? Vermutlich deshalb der Faden oder?


    So eine Konstellation geht nicht gut. Gib deinem Partner das Gefühl, dass du dich um dein eigenes Leben bemühst. Sobald du wieder arbeitest oder zumindest deinen Hobbys nachgehst, wird es wieder besser.


    Der Mann hat absolut keinen Raum für sich. Wo gehst du hin, wenn er Zeit für sich braucht? Du bist m Prinzip durchgänig da oder?