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    Planbarkeit

    Ich würde auch hier ansetzen. Warum schafft ihr euch nicht regelmäßige feste Zeiten für euren Freiraum? Dann weiß er, dass er Zeiten für sich hat ohne große Diskussionen und du fühlst dich nicht jedes mal zurückgestossen.

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    Aber hat so eine Verbindung dann überhaupt Zukunft?

    Ja, es setzt aber voraus, dass man die Bedürfnisse des Anderen akzeptiert und einen Kompromiss findet, mit dem beide zufrieden sind. Ist das nicht möglich, halte ich es für schwierig, da einer auf Dauer immer unzufrieden ist.

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    Sobald du wieder arbeitest oder zumindest deinen Hobbys nachgehst, wird es wieder besser.

    Würde ich so unterschreiben. Ein Partner, der (gefühlt) nur zuhause sitzt und auf mich wartet würde mich in den Wahnsinn treiben. Tu was für dich!

    Ich sehe da ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis, was der eine durch Nähe und der andere durch Abstand zu lösen versucht.

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    Ich mache/unternehme tagsüber wenig, und wenn ich mal tief in die Abgründe schaue, dann vielleicht auch, weil ich nicht unfair sein möchte. Ich möchte nicht eine super aufgeräumte Bude haben, täglich beim Sport gewesen, mir was leckeres gekocht und mit der Familie telefoniert haben, wenn er dann abends aus der Arbeit kommt.


    Ich habe Angst, dass er sich denkt "Na toll, und wann hab ich zu all diesen Dingen Zeit? Siehst du, du raubst mir meine Zeit!"

    Wenn du so denken musst und du deine eigene Zeit nicht für dich nutzt, die du jetzt hast, dann machst du dich von ihm abhängig. Du denkst, was er denken würde . . . Dabei ist es doch vernünftig für sich selbst da sein zu können, wenn der andere nicht da ist.


    Und wenn er sich mit so einer vehements aus der Beziehung zurückziehen muss, dann hat er nie gelernt seine eigenen Grenzen innerlich abzustecken und seine Bedürfnisse auch in der Zweisamkeit immer wahrzunehmen. Anscheinend vergisst er diese dann und er lebt, so scheint es mir zum großen Teil über dich. Anders kann ich mir dieses Abrupte auch nicht erklären. Ich selbst brauche auch viel Freiraum, habe auch ein eigenes Zimmer, aber wir können auch auf der Couch nebeneinander sitzen und jeder geht seiner Beschäftigung nach. Und wenn ich Zeit für mich brauche, dann gehe ich z.B. Spazieren, verabschiede mich in mein Zimmer und gut ist. Es ist etwas anderes seine Bedürfnisse wahrzunehmen oder anderen die Schuld dafür zu geben, dass man sich selbst vergessen hat.


    Andererseits ist dein obiges Verhalten, das du nach ihm ausrichtest, ganz gegen die dir jetzt zur Verfügung stehende Freizeit, auch etwas merkwürdig. Wenn du deine Bedürfnisse nach ihm ausrichten willst, obwohl es keinen Sinn macht, dann wird er das wohl auch merken und sich in einer Verpflichtung dir gegenüber sehen, in einer bestimmten Richtung funktionieren zu müssen.


    Das Seelische läuft ja meist unbewusst ab. Jedenfalls scheint es so, dass er das Gefühl hat du raubst ihm Energie, die er in der Zweisamkeit wohl zu verlieren scheint und du hast das Gefühl, er verliert durch dich Energie und du versuchst es ihm recht zu machen - Harmonie. Das kann wirklich nicht funktionieren, wenn ihr da nicht mal hinter die Kulissen schaut. Aber es dürfte auch kein Problem sein, herauszufinden, was denn die Ursache ist, wenn man darüber spricht und die eigenen Bedürfnisse und Gefühle durchforstet, zur Not auch mit Hilfe.

    @ sicklittlemonkey

    Hey hey, ich hoffe, dass es im Forum jetzt nicht so durcheinander geht wenn ich nun einzeln antworte. Schade, dass man nicht direkt unter einzelne Beiträge dazu gehörige Kommentare setzen kann...


    Du schreibst:

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    Lange Zeit dachte ich, ich bin einfach total sozial unfähig manchmal...

    Hach, das schlimme ist, er und ich denken da vermutlich auch so. Er begründet sein Bedürfnis zum Alleinsein so, dass er sozial unfähig sei, dass er als Kellerkind ohne Freunde mit streitenden Eltern aufgewachsen ist und daher wohl einfach nie gelernt hat, dass Freunde haben, Bezugspersonen, Nähe, etwas inhärent Gutes sein können... Und für mich ist es ähnlich, ich denke, ich lebe ihm das einfach vor, und lasse ihn spüren, wie schön es ist, diese Nähe und Wärme und Verbundenheit zuzulassen... Und verkenne dabei, dass er vielleicht einfach ANDERS ist...

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    ...weil in dem Moment, wo es zu viel Nähe ist, mir die anderen Personen soooooo auf den Zeiger gehen, obwohl sie gar gar nichts falsch gemacht haben. Dann ist plötzlich schon die Art, wie sie guten Morgen sagen nervig. Menschen können sogar nervig atmen! |-o |-o (ok, das war eine extremsituation!).

    Und da ist er auch GENAU SO. Und ich fühle mich davon sooooooooooooo verletzt. Als wir uns kennengelernt hatten, war mein Selbstbewusstsein auf Null, komplett auf Null, und er war auch krass abweisend und hat mich sehr oft sehr verletzt. Da war sowas wie "du atmest nervig" etwas (bzw. in seinem Fall: "Du lachst hässlich"), wo ich nicht darauf erwidert hab: "Mann, geh mal einfach ne Stunde Laufen und komm wieder runter, das wird dir hier grad zu viel", sondern ich hab mir gedacht "Oh je. Mit meinem Atmen stimmt was nicht. Er wird mich nie wirklich lieben können, weil er mein Atmen falsch findet. Ich bin nicht liebenswert, weil mein Atmen so nervig ist..."


    (hahaha, das alles jetzt natürlich etwas überzogen ausgedrückt)


    Weißt du, und es ist immernoch so, dass ich das zutiefst unfair finde, dass er dann so empfindlich wird. Dass ich von einem Moment auf den anderen nichts mehr richtig machen kann, dass meine Bedürfnisse nichts mehr gelten, dass das Beste, was ich machen könnte wäre, weg zu gehen, ohne Drama, sondern ganz entspannt, aber auch ohne Bevormundung ("Du brauchst offenbar bisschen Zeit alleine")... Ich weiß nicht, wie das geht, denn er ist ja selbst dafür verantwortlich. Wie gesagt, wenn er bei mir in der Wohnung abhängt OBWOHL ich nicht da bin, sondern mich verabredet habe DAMIT er Zeit für sich hat und er dann durchdreht weil er nicht bei sich zu Hause war.... tja dann kann ich nichts tun.


    Aber jetzt kommt, was du schreibst:

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    Ich merke auch, dass ich mich manchmal zwingen muss, mir meinen Freiraum zu nehmen, obwohl ich grad gar nicht aus der Situation raus will, weils grad Spass macht. Weil wenn ich warte, wirds mir dann zu viel. Das ist nicht so einfach, wenn es grad so toll ist mit dem Partner zum Beispiel. Ich will nicht nach Hause, weils so schön ist, aber wenn ich bleibe, werde ich das gegenüber "verfluchen". Nicht so einfach, da den richtigen Moment zu finden.

    Ja, nicht so einfach, und nicht mein, sondern sein Problem. Mein Anteil an dem Problem ist allerdings, dass er einfach weiß, dass ich nicht gerne und sowieso schon so viel alleine bin, dass es ihm offenbar auch etwas Gewissensbisse verschafft, nen Abflug zu machen, und das gepaart damit, dass er es ja auch echt schön findet mit mir treibt die Situation dann immer so auf die Spitze, weil er einfach nicht rechtzeitig geht.


    Er aber sagt, verständlicherweise, dass sich da die Katz' in den Schwanz beißt, denn um selbst zu spüren, wann er trotzdem aus der Situation raus sollte, auch wenns gerade schön ist, müsste er mehr bei sich sein, sich stärker spüren, eben also mehr Zeit für sich gehabt haben... Whaaaah!


    Und was kann ich jetzt tun? Verständnis Verständnis Verständnis? Oder Kontaktpause? Oder darüber sprechen? Mich zurückziehen? Es fühlt sich für mich dann immer so an, als würde ich dabei dann meine eigenen Bedürfnisse vernachlässigen und mich krass unterordnen...

    @ PowerPuffi

    Nein, wir wohnen getrennt. Meine Wohnung ist mega in der Nähe seiner Arbeitsstelle, deshalb kommt er ganz oft direkt nach der Arbeit zu mir, statt 30 Minuten durch die Stadt zu seiner zu gurken. Wochenends sind wir meistens bei ihm, weil er einen kleinen Garten hat. Manchmal bleibe ich auch bei mir, damit er alleine ist.


    Daher ist es schon so: er könnte jeden verdammten Abend nach der Arbeit zu sich fahren. Aber er kommt zu mir. Das ist ein bisschen Bequemlichkeit von ihm, und ein bisschen weil wir uns ja gerne sehen. Er kriegt es halt selbst nicht richtig hin, zu sagen, er fährt jetzt heim. Ein bisschen wohl auch aus Angst mich zu enttäuschen. Weil es nunmal wirklich so ist, dass ich mich freue wenn er zu mir kommt, und nicht sage "ach super, Erleichterung, ich wollte dich heute eh nicht sehen".


    Aber er kommt zu mir, auch, wenn ich nichtmal zu Hause bin, weil ich zu einem Vortrag gegangen bin oder Sport habe oder mit Freunden verabredet bin. Er sagt dann zwar "hey ich komm nach dem Büro vorbei und hol meine xxx (irgendwas was bei mir ist) und fahr dann heim" und ich sag "super, aber guck dass du vor sieben kommst denn dann fahr ich zur Veranstaltung XY", und er kommt und bleibt bei mir. Weil es immerhin schön ist, wenn man dann nachts beieinander schlafen und miteinander aufwachen kann...


    Soweit so gut.


    Aber dann kommt irgendein Moment, wo ihm plötzlich auffällt, dass ihm das alles zu viel wird. Das kann sein, dass ich schlechte Laune habe. Oder dass ich beim Sport war tagsüber und er nicht und wir lecker zu Abend essen und er sich dann fett fühlt und feststellt mit mir macht er keinen Sport und isst zu viel und deswegen tut ihm das nicht gut und er muss alleinsein.


    Oder es kann sein dass ich vorschlage, "übermorgen" zu irgendeinem Event zu gehen und es ihn auf einmal mega stresst, dass er sogar den übernächsten Tag auch noch mit mir verplanen soll, und da erst merkt, dass er schon längst eigentlich mal wieder Zeit für sich bräuchte...


    Also, das mit dem wie ein Hündchen auf ihn warten und so weiter, das ist echt ein Problem, das ich lösen muss. Das hat mir das bisherige Schreiben hier in dem Forumspost jetzt irgendwie als Erkenntnis gebracht.


    Auf der anderen Seite muss er lernen, früher seine Bedürfnisse zu erkennen, damit er mir nicht immer so vor den Kopf stößt.


    Nur sagt er halt, seine Bedürfnisse erkennen lernen kann er nur, indem er alleine ist. Und da ist dann halt ne riesen Tautologie... {:(

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    Denn mir gibt es Energie. Mich macht es glücklich. Ich fühle mich als Herdentier und darin aufgehoben und blühend. Das braucht keine Energie...


    Aber hat so eine Verbindung dann überhaupt Zukunft? :°(

    Ich schließe mich den Damen vor mir an. Mir geht es ganz genauso, ich fülle meinen Akku auf, wenn ich mal nen Abend ganz allein für mich habe, allein zum Sport gehe, allein durch die Stadt bummel.


    bei meinem Freund ist es wie bei dir, seine Batterie wird aufgeladen, wenn er Zeit mit mir verbringt oder eben mit seiner Familie, seinen Freunden. Menschen sind unterschiedlich! So gern ich auch Zeit mit anderen Menschen verbringe, komme ich tagelang nicht dazu, was für mich alleine zu machen, werde ich zickig und mir wird die Gesellschaft dann zuviel.

    Also ehrlich gesagt wäre mir das zu viel Theater. Willst du dir das wirklich antun? Überleg doch mal wenn ihr Kinder habt, da kann er dann nicht einfach abhauen, wenn ihm die Kleinen zu viel werden, besser gesagt, er kann es schon, nur dann wird alles an dir hängen bleiben.


    Dass er diese seltsame Kritik auch noch äußert "du lachst hässlich", dann würde ICH mich in seiner Gegenwart nicht mehr lachen trauen. Besser gesagt, früher hätte ich das, heute würde ich das nicht akzeptieren.


    Dass man Rückzugsorte braucht, verstehe ich auch, brauche ich genauso, aber das dann so vehement zu formulieren und nicht einfach still zu gehen und sein Zeug durchzuziehen, das ist eine Unverschämtheit und ich würde es nicht dulden. Ich würde mir das gut überlegen, ob ich mir das antun würde. Oder ich würde einfach mal klare Grenzen setzen und auf den Tisch hauen und sagen, wie ich es zukünftig haben will. Diese ungerechtfertigte Kritik kann er stecken lassen (kann er sich denken, wenn er will, was glaubt ihr, was mich an meinem Mann schon alles genervt hat, entweder liebe ich ihn so wie er ist und komme mit seinen kleinen und großen Macken zurecht, oder ich kann es bleiben lassen - und damit meine ich Äußerlichkeiten wie Schnarchen, Lachen, Atmen,...).


    Mach dich nicht so klein, deine Bedürfnisse sind genauso wichtig wie seine.

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    Und was kann ich jetzt tun? Verständnis Verständnis Verständnis? Oder Kontaktpause? Oder darüber sprechen? Mich zurückziehen? Es fühlt sich für mich dann immer so an, als würde ich dabei dann meine eigenen Bedürfnisse vernachlässigen und mich krass unterordnen...

    Mach dich nicht zu sehr von ihm abhängig und gib ihm nicht das Gefühl, dass du zuhause sitzt und auf ihn wartest, weil du mit dir selber nichts anzufangen weißt. Das setzt ihn erst recht unter Druck.


    Überleg dir doch mal, ob du einen Ausflug machen kannst, an nen schönen Ort bei dir in der Nähe zb. Leg dich mit nem Buch an den See, sitz in ein Cafe und lass dir ein Eis schmecken, geh zum Sport... wenn du etwas überlegst, fallen dir sicher tausend Sachen ein, die du unternehmen kannst. Klar ist es vlt komisch, wenn du das ganz allein machst, aber vlt genießt du es dann sogar? :)*

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    Da dachte ich, höööö, wiesoooo ??? Denn mir gibt es Energie. Mich macht es glücklich. Ich fühle mich als Herdentier und darin aufgehoben und blühend. Das braucht keine Energie...

    Mich kostet es auch Energie, selbst wenn ich es genieße. Ich muss dann wieder allein sein. Dein Freund hat auch beruflich Kontakte, das verstärkt das Bedürfnis nach Alleinsein vermutlich noch.


    ABER, andererseits, die Art und Weise wie das bei euch abläuft, lässt für mich den Schluss zu, dass er sich genervt fühlt, dir Dinge anlastet, die aus seiner eigenen Unzufriedenheit heraus über ihn kommen, auf launische Art und Wiese. Das würde ich nun nicht mitmachen auf Dauer. Das hast du ja selbst gut erkannt, wie unfair er sich verhält und in meinen Augen auch geradezu unreif kindisch. Du wiederum hast zu wenig Selbstbewusstsein, um dem entgegen zu treten, du versuchst die Situation zu managen, dass es ja nicht mehr dazu kommt, aber im Grunde laugt dich das aus und macht dir Angst.


    Aus meiner Sicht, nein, eure Beziehung hat keine wirklich gute Zukunft, sollte es vielleicht auch nicht haben, denn dich würde das auf Dauer aufreiben.

    @ Caramala 2

    Ja hmm, das trifft es vermutlich ziemlich gut. Wir reden da auch viel darüber, und waren beide auch in einer Art Schematherapie auf dem Weg zu uns selbst. Aber irgendwo ist noch ein ungelöster Knoten.


    Diese Unfähigkeit von mir, meine Zeit maximal angenehm zu nutzen, nur für mich... nicht denkend was er dann denken würde, sondern einfach nur das tun, was mir gut tut --- das ist gerade ein sehr großes Problem. Ich bin bewusst arbeitslos geworden um vor einem burnout die Kurve zu kriegen. Nun habe ich etwas Angst, dass wieder zu Arbeiten mir wieder so viel Energie raubt. Auf der anderen Seite kann/möchte ich die Arbeitslosigkeit auch nicht mehr "genießen", weil ich wieder ein nützliches Element der Gesellschaft werden will. Irgend eine Blockade in mir macht aber, dass ich keine Bewerbungen schreibe, und jeden Tag in Prokrastination versinke, statt (a) an der Jobsuche zu arbeiten oder (b) etwas Schönes für mich zu tun.


    Das muss ich lösen, und ich bin in kleinen Schritten dran. Hat aber halt zur Folge, dass ich gerade einfach nicht leichtfüßige, tolle, genussreiche Tage habe, in denen ich ganz viel Schönes für mich tue.


    Seinerseits ist das eigentlich relativ klar. Er hatte immer schon das Problem, dass er sich in Beziehungen total verloren hat, dass er sich unglaublich aufgeopfert hat für Partnerinnen, die ihn am langen Arm verhungern ließen, für die Eltern, die ihn nie richtig wahrgenommen haben.


    Das hat ihn an den Rande des Wahnsinns getrieben und nach einem sehr großen Tief und viel Arbeit an sich seit 3 Jahren ist es nun so, dass er bei unserem Beziehungsbeginn ganz krass im gegenteiligen Extrem steckte, wahnsinnig Grenzen gezogen hat, sehr krass seine eigenen Bedürfnisse walten hat lassen.


    Und jetzt erst mit mir so langsam lernt (so eine Aussage), dass man sich in Beziehungen nicht automatisch verliert, dass Zweisamkeit etwas schönes sein kann, dass eine Beziehung mehr für den Einzelnen ergeben kann als wenn man alleine wäre, dass es also kein Nullsummenspiel ist, sondern dabei ein Mehr entsteht.


    Aber es oszilliert halt immer wieder, ab und zu überschreitet er sich eine innere Grenze zu weit, und reagiert mit panischem Rückzug.


    Und genau das triggert bei mir dann dieses Gefühl von Wertlosigkeit, was sowieso schon da war durch die Arbeitslosigkeit und die Blockaden da usw.


    Also, ich glaube, dass im Grunde das alles schon iiiirgendwie verstanden ist. Aber ich weiß nicht, wie es ins tiefere Verständnis eindringen kann. Wie erreiche ich, dass es bei mir nicht mehr triggert? Wie bekomme ich hin, dass ich ihm schuldfrei Raum gebe, und bedingungslos gehen lasse im Vertrauen, dass er wieder kommt und dass alles gut ist? Wie bekommt er sich dazu, rechtzeitig zu gehen, und nicht erst wenns kracht..?


    Ich hab das Gefühl, ich muss es ihm recht machen, ohne es ihm recht zu machen. Ich muss selber wollen was er will. Ich darf keine Harmonie wollen, damit sie sich einstellt. Ich muss ihn nicht sehen wollen damit er gerne kommt. Ich darf keine Zeit für ihn haben, damit er sich seine für sich nimmt. Ich muss mich also doch irgendwie nach ihm richten, aber es muss von mir aus gewollt sein - wie soll das denn gehen

    @ julejuly

    Ach das mache ich doch jeden Tag... jeden Tag gehe ich mindestens einmal aus dem Haus und tu etwas schönes. Bei schönem Wetter mit Buch und/oder Laptop ins Café oder in den Park, auf dem Rückweg Supermarkt und Kochen. Oder ein lunchdate mit einer Freundin, die in der Nähe arbeitet. Ein Gang ins Fitnessstudio. Ein lang vor mir hergeschobenes Haushalts To-Do (Ablage, Ausmisten, ...). Ein bisschen mit dem Fahrrad auf und ab durch den Kiez. Ein langes Telefonat mit Mama.


    Aber ein Tag ist SO LANG! Mit solchen Aktionen sind höchstens mal 3h weg. Und der Rest? Ich weiß, das klingt für Manche wie ein Luxusproblem, und es gibt tausend Dinge, die man sinnvolles tun könnte, schon direkt angefangen bei Ehrenamt. Aber so tagesfüllende Aufgaben (auch der Trip an die Ostsee, der Tag im Spa, das Wochenende bei der Familie) versage ich mir halt zur Zeit, weil ich eigentlich Job suchen müsste.


    Also, abgesehen von Dingen, mit denen man sich viele Stunden beschäftigen könnte, bringt das alles einfach immernoch nicht viel.


    Gestern habe ich mit einer Freundin gefrühstückt. Dann habe ich ein langes Bad genommen, einige administrative Sachen geklärt, dann eine andere Freundin mit Baby besucht. Auf dem Heimweg noch eingekauft und etwas schönes gekocht. Und dann war auch erst 20 Uhr....... Und heute hat halt keine Freundin Zeit, Lust auf Kochen hab ich auch nicht und es regnet. Mööööp.


    Re. Zusammenziehen: ja. Denn ein Teil des Problems, finden wir beide, ist dass immer einer "nicht bei sich zu Hause" ist. Das heißt, wenn er bei mir ist hat er nicht seine Küchenausstattung, nicht seine Bücher, sein Sportzeug oder for that matter auch nicht die Sachen für seine Steuererklärung. Und ich habe bei ihm einfach kaum Raum, er hat eine 1-Zimmer-Whg. Bett, Esstisch, Küchenzeile.


    Aber wir sehen schon beide, dass wir diesen grundsätzlichen Zweifel, diese Frage ob diese Verschiedenheit im Alleinseinbedürfnis (bzw --- die unterschiedliche Definition von Alleinsein, denn ich kann ja sehr sehr gut mit ihm Alleinsein) eigentlich ein dealbreaker ist, ausräumen müssten, bevor wir zusammenwohnen und dann blöd gucken... :(

    @ Mirsanmir

    Auch wenn das jetzt eine Kleinigkeit ist: aber diese Unsäglichkeit mit dem hässlichen Lachen, das war ganz am Anfang der Beziehung, eine riesen Frechheit in einer Zeit, in der wir uns erst kennen gelernt haben und wir uns beide in unserer Bindungsangst echt nix geschenkt haben.


    Und außerdem, auf Grund wahrscheinlich der darunterliegenden Verbindung, die wir doch irgendwie verspürt haben, gnadenlos ehrlich zu einander waren und beidseitig die Dinge ausgesprochen haben, die man niemals ausspricht.


    Das ist lange vorbei und an irgendeinem Punkt haben wir unsere Beziehung auf ganz andere Pfeiler gestellt. Aber irgendwie ists halt doch nicht ganz Tabula Rasa und vergessen, sondern ab und an flüstert mir mein Zweiflerstimmchen noch diese Dinge ein, die ganz am Anfang so gestochen haben...

    Hmmm ok das verstehe ich. Dachte du machst kaum was und sitzt wirklich den ganzen Tag nur zuhause. Und wenn dann mal wirklich keiner Zeit hat und man sich allein nicht aufraffen kann, dann fühlt sich das echt doof an.

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    Re. Zusammenziehen: ja. Denn ein Teil des Problems, finden wir beide, ist dass immer einer "nicht bei sich zu Hause" ist. Das heißt, wenn er bei mir ist hat er nicht seine Küchenausstattung, nicht seine Bücher, sein Sportzeug oder for that matter auch nicht die Sachen für seine Steuererklärung. Und ich habe bei ihm einfach kaum Raum, er hat eine 1-Zimmer-Whg. Bett, Esstisch, Küchenzeile.


    Aber wir sehen schon beide, dass wir diesen grundsätzlichen Zweifel, diese Frage ob diese Verschiedenheit im Alleinseinbedürfnis (bzw --- die unterschiedliche Definition von Alleinsein, denn ich kann ja sehr sehr gut mit ihm Alleinsein) eigentlich ein dealbreaker ist, ausräumen müssten, bevor wir zusammenwohnen und dann blöd gucken... :(

    uns gehts ähnlich. Ich bin am liebsten in meiner Wohnung, weil ich da einfach meine ganzen Sachen hab. Wir wohnen aber zum Glück nicht weit auseinander, von daher kann ich immer mal wieder zu mir fahren, wenn ich doch noch irgendwas brauche. Wenns nach ihm ginge, würden wir schon lange zusammen wohnen, aber ich zier mich noch etwas, weil ich eben viel Freiraum brauche, ich hab zwar gerne Besuch, aber der kommt bei mir nur angekündigt.


    Mein Freund ist da so ziemlich das Gegenteil, bei ihm ist immer Open House, jeder kann jederzeit kommen und er freut sich, auch wenns noch so spät abends ist. Ich bin mal gespannt, ob wir uns da einigen können, wie das dann gehandhabt wird ;-D