@ julejuly

    hehe ja das kenne ich mit dem open house, habe ich hier in Berlin aber leider nicht, weil da einfach alle zu verstreut wohnen und jeder so in seinem Alltagskleinklein, Arbeitsstress, Beziehungen, Sport, Familie etc gefangen ist, dass dieses "beieinander rumhängen" nicht mehr stattfindet. Aber früher war das bei mir genauso, war eigentlich immer jemand da. Ich komme aber auch aus einer großen Familie mit weit verzweigtem Netz, ein bisschen so wie in Bullerbü war das bei uns am Dorf. Weihnachten sind wir 20, zu Familientreffen 80 Leute... Da bin ich tatsächlich schon "alleine", wenn nur 1-2 Personen um mich rum sind und die relativ ruhig sind.

    @ Monika65

    Ich kann deinen Ärger über das teils kindische usw. nachvollziehen, ich glaube das ist auch bei mir ein Grund für die mangelnde Akzeptanz seines Wunsches. Es ist weniger der Wunsch an sich, sondern das Wie. Gott sei Dank ist er sehr "lernwillig", d.h. er arbeitet viel an sich, und wenn die "Kritik" an ihm eine ist, die ich nicht meinetwegen und weil ich ihn verbiegen möchte äußere, sondern wenn wir uns beidseitig helfen aufzudecken, wo der andere einen "Hau" hat, dann nehmen wir das eigentlich sehr willig an. Gerade deswegen würde mich nochmal interessieren: wo genau hast du unfaires Verhalten seinerseits rausgelesen? (Wir haben gerade telefoniert, und er verstand nicht ganz, was ich mit Vehemenz meine.. so dass ich nun grüble, ob das objektiv so vehement ist, oder ich nur subjektiv das so krass wahrnehme)...


    Meine Frage mit der Zukunftsfähigkeit war eher allgemein: können Paare, bei denen der eine viel Freiraum braucht und der andere gar nicht, auf Dauer funktionieren?

    Das Problem liegt schlicht und einfach in deiner Wertung seines Verhaltens. Aber keiner von euch kann aus seiner Haut, also bleibt euch vielleicht nur die Trennung. Solch unterschiedliche Bedürfnisse sind kaum unter einen Hut zu kriegen.

    Er handelt unfair, weil er das Problem nicht da belässt, wo es hin gehört, bei sich selbst. ER ist dafür verantwortlich, für sich die richtige Balance zu finden zwischen Zusammensein und Alleinsein.

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    Meine Frage mit der Zukunftsfähigkeit war eher allgemein: können Paare, bei denen der eine viel Freiraum braucht und der andere gar nicht, auf Dauer funktionieren?

    Kommt darauf an, wie weit die Schere auf ist, ich persönlich glaube es nicht. Derjenige, der den Freiraum braucht, kann sich den irgendwie ja noch verschaffen, aber der die Nähe braucht, bekommt zu wenig. Und das Gefühl kann sich durch das Freistrampeln des Partners sogar noch verstärken.

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    Ja, nicht so einfach, und nicht mein, sondern sein Problem.

    Ja. Es ist sein Problem. Blöderweise kann man ja bekanntlich nur sich selber ändern, also was kannst DU tun? Hm.. ich schliesse mich den anderen an. Bleib bei dir. Zieh auch deine eigenen Grenzen. Wenn er mal wieder eine Krise schiebt, dann schick ihn nach Hause (oder geh selber aus der Situation weg). Es ist sicher unfair, dass du sein Problem lösen sollst, aber wenn du merkst, dass er wohl grad Ruhe braucht, aber er nicht, dann ist es wahrscheinlich hilfreich, wenn du ihm dann erstmal Ruhe verordnest. Vielleicht lernt er es so auch selber besser.


    Ganz nebenbei, was für mich das ganze in so Situationen noch schlimmer macht: Wenn jemand nachfragt und versucht zu verstehen, wieso ich grad so Genervt bin. Das bringt nix. Ich will dem Gegenüber ja nicht sagen, dass er nervig Atmet. Ich weiss ja eigentlich ganz genau, dass die Person nicht anders Atmet als sonst und dass das alles in meinem Kopf ist.


    Hast du irgendwo geschrieben, wie lange ihr schon zusammen seit? Vielleicht kannst du aus dieser Dauer und der Tatsache, dass er immer wieder zurückgekommen ist ja ein Bisschen Vertrauen fassen, dass er auch in Zukunft zurückomment wird @:)

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    Bleib bei dir. Zieh auch deine eigenen Grenzen. Wenn er mal wieder eine Krise schiebt, dann schick ihn nach Hause (oder geh selber aus der Situation weg).

    Vielleicht bin da ich jetzt kindisch... Und das Leben ist kein Ponyhof und kein Wunschkonzert und so... Aber wenn er eine Krise schiebt, dann denke ich ist das seine Sache...


    Wenn ich dann darauf schaue, was ICH will, dann ist das, den Tag mit ihm zu verbringen. Dann will ich nicht den Schwanz einziehen und mich nach Hause trollen, oder gar ihn wegschicken, wie eine beleidigte Leberwurst und damit den Tag zerstören.


    Dann will ICH den Tag mit ihm verbringen...


    Das ist dann anscheinend aber nicht "auf mich und meine Wünsche achten", sondern "egoistisch und übergriffig", weil ich ihm meinen Willen aufzuzwingen versuche.


    Was aber also, wenn ICH den Tag mit ihm verbringen möchte (und wir das auch so verabredet hatten), und ER kriselig wird, aber nichts sagt...?


    Re. Zurückkommen: das ist ja auch so schwierig. Heute sind wir seit 6 Monaten zusammen und kennen uns 1 Jahr. Wir können uns immernoch nicht sagen, dass wir uns lieben, und auch nicht vollends eingestehen, dass wir glücklich miteinander sind. Weil wir beide depressive Neigungen haben und uns daher das Gute gerne mal verwehren und die Dinge verkomplizieren. Es ist fast schon absehbar gewesen, dass wir, anstelle heute schön 3 Gänge im netten Restaurant zu essen und uns zu freuen, dass wir zwei Pappnasen uns gefunden haben, diskutieren und uns annerven...


    Also mal konstruktiver... er kommt ja nachher vorbei, eigentlich hätten wir Jahrestag, aber die Reservierung im schönen Restaurant hab ich schon gecancelt und wir reden:


    Was kann ich mit ihm verabreden, damit sowas besser kanalisiert wird? Worum kann ich ihn bitten?


    Eigentlich will ich ja nur, dass er sich "sanfter" die Zeit für sich nimmt, und dabei nicht immer so radikal gleich ist (Handy aus und so).... und dass er achtsamer mit sich ist und früher merkt wenn er bisschen Luft braucht. Ich KANN nunmal im Moment nicht superglücklich mit meinem Leben und ausgeglichen und voller Energie und lustiger Unternehmungen so sein, dass er sich denkt "ach die ist ja eh super beschäftigt, auch wenn ich nix mit ihr mache"... ich hänge nunmal zur Zeit ganz extrem durch und bin elend. Was ja nicht heißt, dass man mich nicht alleine lassen könnte. Nur werde ich sicher nicht darum bitten, alleine zu sein....

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    Es ist sicher unfair, dass du sein Problem lösen sollst, aber wenn du merkst, dass er wohl grad Ruhe braucht, aber er nicht, dann ist es wahrscheinlich hilfreich, wenn du ihm dann erstmal Ruhe verordnest. Vielleicht lernt er es so auch selber besser.

    Genau! :)z


    Mir hilft in so einer Situation immer sehr, wenn mein Freund geht. Das ist auf mehreren Ebenen hilfreich. A) kann er mich so nicht mehr nerven, B) muss ich mich den Konsequenzen meines Verhaltens stellen und mich C) mit mir selber auseinander setzen.


    Natürlich hilfst du ihm in so einer Situation, die dich ja eigentlich nichts angeht. Aber wo ist der Unterschied, ob du ihm beim Umziehen oder bei Geldsorgen oder in dieser Sache hilfst?


    Mir scheint, dass dir diese Art von Hilfe unsympathisch, weil sie nicht deinen Bedürfnissen entspricht. Du willst in so einer Situation nicht gehen, um deiner Willen. Das ist legitim, aber für deinen Partner und eine Partnerschaft belastend.


    Letztendlich musst du entscheiden, wie viel du nehmen und geben willst. In meinen Augen bist du momentan in der "Nehmer-Position" und nutzt es eben aus, dass er scheinbar keine Grenzen setzen kann, wunderst dich aber, dass ihm das nicht gefällt.

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    Wenn ich dann darauf schaue, was ICH will, dann ist das, den Tag mit ihm zu verbringen. Dann will ich nicht den Schwanz einziehen und mich nach Hause trollen, oder gar ihn wegschicken, wie eine beleidigte Leberwurst und damit den Tag zerstören.


    Dann will ICH den Tag mit ihm verbringen...

    Wenn du ihn zwingst, siehst du ja, dass die Situation eskaliert. Je mehr du klammerst, desto mehr stößt er dich von sich weg.

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    Was kann ich mit ihm verabreden, damit sowas besser kanalisiert wird? Worum kann ich ihn bitten?

    Auch hier: du kannst nur dich selbst ändern. Beginne also bei dir, wenn du eine Veränderung möchtest. Dazu gehört auch, zu akzeptieren, dass er seine Zeit für sich braucht und aufzuhören, diese Nähe erzwingen zu wollen.


    Damit erreichst du, dass er anfängt, sich wohlzufühlen. Anders kann er nicht reflektieren und an sich arbeiten. Leider kann man sich keinen Partner backen. Die sind alle meist widerspenstig und machen nicht zu 100% das, was man will. Das gehört dazu, wenn zwei Individuen aufeinander treffen. Hier muss man Kompromisse finden, weil die Dynamiken immer unterschiedlich sind.


    Ohne deinen Teil dazu beizutragen, sehe ich ehrlich gesagt keine Lösung.

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    Dann will ICH den Tag mit ihm verbringen...


    Das ist dann anscheinend aber nicht "auf mich und meine Wünsche achten", sondern "egoistisch und übergriffig", weil ich ihm meinen Willen aufzuzwingen versuche.

    Genau das ist das Problem. Es wird für ihn immer leichter sein, sich seinen Freiraum zu nehmen, als dass du seine Nähe bekommst. Das ist keine Frage von Kompromissen, sondern von unterschiedlichen Veranlagungen, Bedürfnissen. Freiraum kann man erzwingen, aber Nähe nicht. Ihr seid jetzt gerade so lange zusammen, ca. halbes Jahr, wo die Unterschiedlichkeit nach der ersten Verliebtheit zu Tage tritt. Wo man merkt, ob es wirklich passt oder nicht.

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    Wenn ich dann darauf schaue, was ICH will, dann ist das, den Tag mit ihm zu verbringen.

    Ich nehme an, du wilst nicht einfach den Tag mit ihm verbringen, sondern du willst harmonisch den Tag mit ihm verbringen. Das geht aber in dem Moment einfach nicht. Er kann dir das in dem Moment nicht bieten. Er kann sich vielleicht zwingen, bei dir zu bleiben, aber niemand kann sich wirklich dazu zwingen, nicht furchtbar genervt zu sein. Genau so, wie du später ja selber sagst, dass du halt im Moment nicht superglücklich mit deinem Leben sein kannst.

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    Eigentlich will ich ja nur, dass er sich "sanfter" die Zeit für sich nimmt, und dabei nicht immer so radikal gleich ist (Handy aus und so).

    Puh.. wenn er so ist wie ich, dann wird das auch nicht gehen. "Zeit für sich" heisst halt nunmal auch keine Nachrichten schreiben etc. Ich stell mein Handy zwar nicht aus, aber würde das evtl. auch tun, wenn mein Gegenüber mich nicht in Ruhe lassen würde.

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    Genau das ist das Problem. Es wird für ihn immer leichter sein, sich seinen Freiraum zu nehmen, als dass du seine Nähe bekommst.

    Ja, das ist tatsächlich nicht fair. Egal um was es konkret geht, der, der weniger von einer gemeinsamen Aktivität oder Ähnlichem (Nähe, Sex, Kinder, Zeit) will, kann das erzwingen, der andere nicht. Das liegt aber irgendwie in der Natur der Selbstbestimmung. Ich bezweifle, dass das irgendwer ernsthaft ändern will ":/

    Sodala, jetzt bin ich nach einem kleinen Fensterputzflash (haha) wieder hier.


    Verdammt, ihr habt mir sehr sehr sehr geholfen.

    @ Monika65,

    du hast wohl recht, und das sind wahrscheinlich die kleinen "Ungerechtigkeiten" des Lebens oder der Preis, den man zahlen muss, wenn man sich eben zusammenrauft statt alleine zu bleiben. Denn möglicherweise geht es ihm mit anderen Dingen genauso, nur dass sie bei ihm gerade nicht so heftig triggern, weil sie ihn nicht auf einer so großen Schwachstelle treffen wie das Ganze bei mir gerade (arbeitslos, selbst "zu viel" Zeit, Gefühl der Nutzlosigkeit etc.). {:(


    Ich sehe darin also noch keinen dealbreaker, sondern versuche mal, dass wir beide anders, lockerer damit umgehen.

    @ sicklittlemonkey,

    Denn genau wie du sagst, kann man von demjenigen, der weniger von etwas will, nicht erzwingen, zu wollen. Es ist eher die Frage des WIE. Und das WIE kann ich sanfter machen, indem ich selbst loslasse. Wenn ich mir vorstelle, mein Freund würde die ganze Zeit entspannt tun, aber subtil die ganze Zeit zu spüren geben, dass er gerne Sex will und ich hätte keinen Bock, dann würde ich wohl auch irgendwann ganzschön kratzbürstig werden.... :-X


    Danke, denn du beschreibst das, wie es dir da geht, so dass ich damit ihn leichter verstehen kann. Ganz komisch, er sagt eigentlich nichts anderes, aber weil er mir emotional verbunden ist und ich da irgend welche Erwartungen an ihn hege, kann ich das nicht so neutral durch die Synapsen schicken wie wenn du das schreibst! Danke dir sehr! Da waren ein paar echte Augenöffner dabei, meine Herren!!! @:)

    @ PowerPuffi,

    Wahnsinn. Ich habe das nie wirklich so gesehen, dass ich ihm damit (eigenem Rückzug etc) helfe, also analog zu wenn ich ihn bei sonst irgendetwas unterstütze, was ich wahnsinnig gerne tue. Sondern eher, dass ich mich da zurückstelle, und "den Kürzeren ziehe", so als würde mir genommen, wenn ich ihm gebe... Ganzschön verrückt, aber offenbar find ich weniger komisch und "herabstufend" wenn ich bei ihm mal durchputz weil er vor lauter Arbeit nicht dazu kommt und sich da unwohl fühlt aber ich will dass er lieber was mit mir macht als Bude zu wischen, als wenn ich ihn mal zum Alleinsein schicke (Zeit, die ich dann definitiv eigentlich spaßiger für mich nutzen kann als putzend ;-) )... Letzteres schien mir immer, als würde ich dabei verlieren. Das stimmt, das mir so eine Art von Hilfe unsympathisch erschien... Vielleicht kann ich das jetzt echt anders sehen. :)_


    Und das Gute bzw. Hoffnungsvolle ist: Das ist kein Endloszustand. Wir lernen dazu. Wir wachsen aneinander, wir wachsen an uns selbst. Wenn ich jetzt "nachgebe" und ihm helfe, indem ich ihn immer wieder rechtzeitig zu seiner Zeit für sich stupse, obwohl ich soooo gerne mit ihm harmonisch und happy zusammen wäre, dann werden wir lernen, uns da einzupendeln. Dann wird er wieder mehr zu sich finden und das selbstständiger und natürlicher laufen, und ich werde auch immer wieder neu lernen, dass alles gut ist....


    Ich danke euch allen wahnsinnig! Das war ein verdammt chaotischer und harter Tag, aber jetzt hab ich das Gefühl, ich bin irgendwie ein ziemlich gutes Stück weiter! x:)

    uff, du schreibst so viel, dass kann ich mir gar nicht alles durchlesen.


    Nur soviel: mir fällt auf, dass du ihn wirklich zum Großteil zu deinem Lebensinhalt machst. Und das erstickt ihn. Würde jeden ersticken.


    Du schreibst, du bist arbeitslos und hast Angst wieder zu arbeiten?


    Warum? Weil du dann so kaputt bist? Hast du eine Krankheit?


    Wie lange schon und wie soll es da weitergehen?




    Du hast keine Lust zu arbeiten, keine Lust Ehrenamtlich was zu machen aber stöhnst über so viel freie Zeit die du nicht füllen kannst? Oder habe ich da jetzt was falsch gelesen ":/ ?


    Wenn nicht, müsstest du wohl DA ansetzen.


    Such dir eine Tätigkeit. Am Besten eine die dich ausfüllt oder aber wenigstens beschäftigt. Und dann mach was in deiner Freizeit. Dann hat er auch kein schlechtes Gewissen, wenn er an 3 Abenden nahc seiner Arbeit auch mal nach Hause fährt...

    Zitat

    Wenn ich mir vorstelle, mein Freund würde die ganze Zeit entspannt tun, aber subtil die ganze Zeit zu spüren geben, dass er gerne Sex will und ich hätte keinen Bock, dann würde ich wohl auch irgendwann ganzschön kratzbürstig werden.... :-X

    Find ich einen guten Vergleich.


    Schön, dass wir dir ein Bisschen helfen konnten. Und ich finds ganz normal, dass bei dem Thema Erklärungen von jemandem neutralem einfacher anzunehmen sind. Da hängen ja nicht so viel Emotionen dran. @:)


    Ich versuche zur Zeit mit jemandem irgendwas aufzubauen, der da gleich tickt wie dein Freund und ich. Allerdings hatte er es selber nie mit so jemandem zu tun. Ihm öffnets auch grad ziemlich die Augen, wie sich seine Ex-Freundinnen in einigen Situation gefühlt haben müssen. Situationen, in denen er nie verstanden hat, warum sie sich abgewiesen gefühlt haben. Das Distanzieren ist halt irgendwo sehr viel einfacher, wenn das Gegenüber immer wieder versucht die Nähe aufzubauen. So hat man nie Angst, dass man sich zu weit distanziert. Wenn er bei mir auf Distanz geht, gehe ich eher auch einen Schritt zurück. Und plötzlich wird auch er unsicher und sucht Nähe.

    Ich glaube, dieses Problem hat beinahe jedes Paar - das eine stärker, das andere schwächer. Es ist auch bei uns ständig das Streitthema #1. "Du bist nie da, du hast nie Zeit für mich". Wir unternehmen Samstag von morgens bis nachmittags etwas und dann ist sie beleidigt, wenn ich mal alleine mit dem Hund raus will - ohne sie. Genau wie du, fühlt sie sich dann verstoßen. Dabei ist es genau so, wie dein Mann es beschreibt: je schöner das Alleinsein ist, desto mehr sehnt man sich danach wieder nach einem Partner. Wenn ich einen Tag alleine wandern gehe, dann freue ich mich so sehr auf meine Freundin wie in den ganzen Wochen davor nicht.


    Spürst du das denn nicht? Dass seine Liebe wieder frisch und aufgeblüht wirkt, wenn er mal ein bisschen Zeit für sich hatte? Oder überdeckt deine Traurigkeit dieses Gefühl zu stark?


    Das Problem ist: du kannst nicht von ihm erwarten, dass er auf seine "freie Zeit" verzichtet. Und ER kann nicht erwarten, dass DU damit klarkommst. Darum halte ich es bei uns so: ich bin nicht mehr sauer, wenn sie zickig oder enttäuscht ist bei mir. Ich akzeptiere ihre Wut dafür, dass ich sie liebe, denn es ist ein Teil von ihr. Und sie hält es genauso: sie versucht mich nicht abzuhalten, weil sie weiß, dass es mir wichtig ist. Aber sie versucht auch nicht, ihre Enttäuschung dann zu verbergen. Jeder so, wie er/sie fühlt - gerade heraus. Und dann klappt es gemeinsam, oder man ist eben zu weit entfernt.