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    Ich will dennoch darauf eingehen, weil sich an diesem konkreten Thema auch deine Ungeduld bzw. dein Tempo wiederspiegelt und eine romantische Denkweise, die nicht zwingend zu einer richtigen Betrachtung führt.


    Ihr habt geringe Einkommen und wenig Eigenkapital - was später alles laufen wird, interessiert die Bank nicht. Ihr müsst Kauf und Kaufnebenkosten (Amtsgericht, Notar, Grunderwerbsteuer, ggf. Provision ... zusammen nochmal eine 5-stellige Summe bei einem Haus) nahezu voll finanzieren. Und ihr wollt lange Zinsbindung. Das führt zu großen Aufschlägen seitens der Banken. Rechne mal bei 20 Jahren Zinsbindung mit 2,7%. Bei einem Objekt, welches 260000 kostet (unauffälliges EFH) liegt die monatliche Rate bei ca. 1400 Euro, wenn ihr in 20 Jahren fertig sein wollt. Noch länger tilgen geht richtig ins Geld - bei 20 Jahren und dieser Rate zahlt ihr schon 77000 Euro nur an Zinsen. Das ist fast eine kleine Wohnung obendrauf - irgendwann werden Zinsleistungen mit der Laufzeit so teuer, dass sich Eigentum auch wirtschaftlich nicht mehr lohnt.


    Entspricht das ungefähr euren Vorstellungen von Kauf, Kredit und Tilgung? Oder komme ich auf andere Zahlen als ihr? Ich weiß ja nicht, was ihr heute an Miete zahlt, aber bei 1400 Euro Monatsrate müsste das eine teure Miete sein - und in solchen Regionen sind Häuser auch deutlich teurer.

    Kapital für die Kaufnebenkosten haben wir. Auch noch etwas mehr, aber das würden wir als Rücklage behalten. Wir beschäftigen uns schon länger mit dem Thema und haben auch kürzlich ein konkretes Kreditangebot angefordert, was deutlich unter dem lag, was du beschrieben hast, wobei es dann nicht innerhalb der Zinsbindung abbezahlt wäre. Da rechnen wir mit Ratensteigerungen und Sonderzahlungen. Wir haben uns dennoch dagegen entschieden, obwohl das tatsächlich ein gutes Angebot war.


    Mein Freund sucht nun nach ETW (die kaum billiger sind), ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass wir, unabhängig von einer Heirat warten sollten, bis ich auch arbeite.

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    Ich habe mit meiner Frau bereits ein Eigenheim gebaut und abbezahlt und eine ETW sowie ein 3FH erworben. Ich bin da also nicht als Laie unterwegs, sondern habe vielfältige Immobilienerfahrung.


    Warum ich darauf - obwohl total offtopic - so im Detail eingehe: ich will dir vor Augen halten, dass man Lebensentscheidungen mit viel Bedacht und Ruhe treffen muss, weil man sonst Dinge übersieht, falsch einschätzt, oder auch teure Fehler macht. Egal ob Haus, Hochzeit, Kind. Nicht drängen, wenn es dich ein Leben lang begleitet. Ganz in Ruhe - und nicht nach den optimistischen ersten 75% der Überlegungen "Juhu!" schreien, sondern auch noch die restlichen 25% bedenken. :)z

    Ironischerweise war es bei diesem Punkt von Anfang an er, der es eilig hatte. Aber trotzdem hast du natürlich recht und ich danke dir, dass du deine Lebenserfahrungen mit mir teilst.


    Geduld und Gelassenheit ist sowieso etwas, woran ich definitiv arbeiten muss. Wenn ich mich für etwas entschieden habe, mich auf etwas freue, kann es mir nicht schnell genug gehen.

    Dann hast du eingesehen, dass du vorschnell bist und alles zackzack über die Bühne laufen muss. Vielleicht ist das der erste Schritt in die richtige Richtung. Geduld und dann wird sich schon alles geben.

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    was deutlich unter dem lag, was du beschrieben hast, wobei es dann nicht innerhalb der Zinsbindung abbezahlt wäre

    Das ist keine Kunst, aber wie gesagt wird dann ein solches Objekt unterm Strich ziemlich teuer. Als Faustregel sollte man in spätestens 25 Jahren fertig sein.

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    ich danke dir, dass du deine Lebenserfahrungen mit mir teilst.

    Das mache ich gern. Für irgendwas muss es ja gut sein, wenn man schon lichtere Schläfen bekommt :-)

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    Geduld und Gelassenheit ist sowieso etwas, woran ich definitiv arbeiten muss.

    Genau das ist das Kernthema. Dies zu erkennen ist der erste Schritt zu mehr Gelassenheit. Das ist auch so ein Ding des Alters, dass man in den 20ern glaubt, nicht genug Zeit zu haben, während man mit 50 denkt, hey, ich könnte mal wieder paar große Pläne machen, da ist ja noch so viel Leben vor mir.

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    Ja, wahrscheinlich schon. Trotzdem merkwürdige Denkweise ":/ Eine Ehe kann man schließlich scheiden lassen.

    finde ich auch, aber irgendwie haben viele Männer da auch noch was anderes vorgelebt bekommen. So haben viele meiner männlichen Kollegen nicht auf Anhieb verstanden weshalb ich mit zwei Kindern NICHT 10 Wochen weg sein kann und will. Und wieso ich meinem Mann einen vogel zeigen würde, wäre das bei ihm regelmäßig der Fall. Was da alles dran hängt, an Kindern, war nicht so präsent.


    Vielleicht ist es auch das er aktiv ja gar nichts weiter machen muss, aber nun aufkommende Zweifel aktiv hätte formulieren müssen.


    Ich jedenfalls finde dich sehr vernünftig, gerade, weil du nicht einfach die Augen verschließt vor dem was sein Verhalten möglicherweise bedeutet und die Konsequenzen ziehst, auch wenn dir das sicher nicht leicht fällt. @:)

    Hallo danae87,

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    finde ich auch, aber irgendwie haben viele Männer da auch noch was anderes vorgelebt bekommen. So haben viele meiner männlichen Kollegen nicht auf Anhieb verstanden weshalb ich mit zwei Kindern NICHT 10 Wochen weg sein kann und will. Und wieso ich meinem Mann einen vogel zeigen würde, wäre das bei ihm regelmäßig der Fall. Was da alles dran hängt, an Kindern, war nicht so präsent.

    Da kannst du recht haben, dass das ein Grund ist. Wenn ich mal so zurück denke, ist es tatsächlich so, dass bei vielen meiner Generation der Vater nicht so wirklich aktiv an der Kindererziehung beteiligt war, obwohl viele der Mütter auch arbeiten waren.

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    Vielleicht ist es auch das er aktiv ja gar nichts weiter machen muss, aber nun aufkommende Zweifel aktiv hätte formulieren müssen.

    Das kommt mir auch ein bisschen so vor. Dass er einfach alles geschehen lässt. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass er "mitmachen" würde, wenn ich die Hochzeit organisieren würde und dass er letztendlich auch damit zufrieden wäre.


    Genau genommen ist er so auch an sein erste Kind gekommen: sie hat gedrängelt, er wollte eigentlich nicht, aber hat sich, trotz Zweifeln, nicht dagegen ausgesprochen.

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    Ich jedenfalls finde dich sehr vernünftig, gerade, weil du nicht einfach die Augen verschließt vor dem was sein Verhalten möglicherweise bedeutet und die Konsequenzen ziehst, auch wenn dir das sicher nicht leicht fällt.

    Danke dir - allerdings sind theoretische Erkenntnisse immer einfacher, als die praktische Umsetzung ;-)


    Zum aktuellen Stand: Wir haben uns vorgestern nochmal (natürlich auf mein Betreiben) ausgesprochen.


    Er sieht es auch so, dass wir den Immobilienkauf erstmal aufschieben sollten und statt dessen noch mehr Eigenkapital ansparen.


    Wieder verhüten möchte er nicht. Ich habe ihn dann nochmal darauf aufmerksam gemacht, dass wir uns das aber nur (sorgenfrei) leisten können, wenn wir heiraten würden (nicht, um ihn unter Druck zu setzen, sondern weil ich es tatsächlich für möglich halte, dass ihm das nicht bewusst ist, weil er sich zu wenig mit unseren Finanzen auseinander setzt und er unsere bisherigen Gespräche vergessen oder verdrängt hat). Die Antwort war, dass er das auch ohne Schwangerschaft tun würde.


    Nun ja. Dank meiner langen Zyklen habe ich erstmal noch etwas Zeit, darüber zu entscheiden.


    Auf jeden Fall ist die Stimmung zwischen uns momentan gut und ich habe nicht den Drang, das Thema anzusprechen. Was vielleicht daran liegt, dass mich seine Bemerkung erstmal wieder beruhigt hat, tatsächlich merke ich aber, dass es langsam an Bedeutung verliert.

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    Die Antwort war, dass er das auch ohne Schwangerschaft tun würde.

    Das ist doch nichts Neues, das hat er doch von Anfang an gesagt und dich hat es irritiert, dass seine Worte und Taten so auseinanderklaffen.


    Und jetzt hat dich diese Bemerkung beruhigt - oder hab ich dich da falsch verstanden?

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    Das ist doch nichts Neues, das hat er doch von Anfang an gesagt und dich hat es irritiert, dass seine Worte und Taten so auseinanderklaffen.

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    Im Endeffekt sagt er ja genau wieder das gleiche, wie am Anfang. An deiner Stelle würde ich verhüten.

    Ja - meinem Kopf ist das auch völlig klar. Gefühlt ist es trotzdem erstmal besser. Natürlich ist das irgendwie Selbstbetrug und in 2-3 Wochen wird es schon wieder anders aussehen.


    Trotzdem ist es für mich gerade leichter so. Schrittweise Entwöhnung sozusagen.

    Wenn dir deine Vernunft sagt, dass sich rein gar nichts geändert hat, solltest du bei sowas Wesentlichem wie "ein Kind in die Welt setzen" darauf hören.


    Dein Gefühl hat sich jetzt nur deswegen geändert, weil du dein Problem mehrmals angesprochen hast (du denkst jetzt "er wird schon verstanden haben wie wichtig mir das ist", weil du das denken willst, nicht weil das plausibel ist) und weil du Angst hast, dass konsequentes Handeln deinerseits (wieder Verhüten) zu einem Ende dieser Beziehung führen könnte (weil er sich unter Druck gesetzt füheln könnte). Bei so einem Gewürge würde ich alles unterlassen, was nicht mehr rückholbare Folgen hat.


    Nachdem du hier dargestellt hast, dass du eine Heirat unerlässlich findest für eure weitere Zukunft, also VOR dem Kinderkriegen und dem Erwerb von Eigentum, bleibt dir nichts anderes übrig, als mit dem Kinderkriegen zu warten, bis du verheiratet bist. Wenn du mit ihm über das Thema Heirat weiterdiskutieren willst, wenn du schwanger bist (und das musst du ja dann wieder ansprechen, s.o.), dann viel Spaß dabei. Diese Reihenfolge ist nur dann die richtige Entscheidung, wenn du auf jeden Fall, komme was wolle, ein Kind willst.

    Das denke ich auch. Angenommen, du wirst im nächsten Zyklus schwanger, heißt das noch lange nicht, dass er dich innerhalb der nächsten 9 Monate sofort heiraten wird. Dann steht ihr da, das Geld ist knapp, das Baby unterwegs, 2 Möglichkeiten: finanzielle Probleme oder eine erzwungene Hochzeit. Dass er dann plötzlich draufkommt, dass er dich unbedingt heiraten will, halte ich für eher unwahrscheinlich. Kommt ja dann nicht aus freien Stücken.


    Lüge dir nicht selbst in die Tasche. Er will einfach nicht, keiner weiß, ob er morgen will oder in 10 Jahren immer noch nicht. Das Risiko (Baby/Finanzielles) ist einfach zu groß.


    Mal abgesehen davon würde ich mir sehr gut überlegen, ob ich mit so einem "Maulhelden", der sich nicht festlegen will, ein Kind haben möchte. Versprechen kann man viel, was man hält ist eine andere Frage.

    Inday


    Das ist ja klar, also das Theorie leichter als Praxis ist. Ist ja meist so. ;-D


    Allerdings ist ja ziemlich wurscht ob er wieder verhüten will oder nicht, wenn du wieder verhüten willst, weil du unter den gegebenen Umständen kein Kind mit ihm willst. Und das ist die entscheidende Frage. Wenn alles so bleibt wie es jetzt ist, wenn er weiterhin keine Entscheidung trifft sondern einfach mal mitmacht was du so machst, dir also die komplette Verantwortung überantwortet, willst du dann ein Kind mit dem Mann, inklusive der ganzen Verantwortung, die du dann wohl auch alleine trägst?

    Guten Morgen!

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    Dein Gefühl hat sich jetzt nur deswegen geändert, weil du dein Problem mehrmals angesprochen hast (du denkst jetzt "er wird schon verstanden haben wie wichtig mir das ist", weil du das denken willst, nicht weil das plausibel ist) und weil du Angst hast, dass konsequentes Handeln deinerseits (wieder Verhüten) zu einem Ende dieser Beziehung führen könnte (weil er sich unter Druck gesetzt füheln könnte)

    Das stimmt so nicht. Ich denke eher, wenn er bisher nicht verstanden hat, wie wichtig mir das ist, wird er das nie verstehen. Oder er hat es schon lange verstanden, aber tut trotzdem aus irgendwelchen Gründen nichts.


    Dass er mich verlassen könnte, glaube ich nicht. Wie gesagt, ansonsten läuft unsere Beziehung sehr gut und fült sich sehr stabil an.

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    Allerdings ist ja ziemlich wurscht ob er wieder verhüten will oder nicht, wenn du wieder verhüten willst, weil du unter den gegebenen Umständen kein Kind mit ihm willst. Und das ist die entscheidende Frage. Wenn alles so bleibt wie es jetzt ist, wenn er weiterhin keine Entscheidung trifft sondern einfach mal mitmacht was du so machst, dir also die komplette Verantwortung überantwortet, willst du dann ein Kind mit dem Mann, inklusive der ganzen Verantwortung, die du dann wohl auch alleine trägst?

    Ja, ihr habt natürlich alle recht. Es war einfach schön, sich kurz der Illusion hinzugeben, dass wenigstens dieser Teil meiner Pläne umsetzbar wäre.


    Ich habe am Wochenende aber nochmal mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dass wir doch erstmal verhüten, weil mir das eben zu unsicher ist, ich die Befürchtung habe, dass er dann merkt, dass er doch noch nicht heiraten will und es dann finanziell zu knapp wird.


    Er hat darauf hin nochmal nachgefragt, ob ich ihn denn noch heiraten will und ob das die Situation ändern würde.


    Im Moment ist es so ok für mich. Natürlich hoffe ich immer noch auf einen Antrag, aber es ist nicht mehr so furchtbar dringend. Vielleicht sind wir oder unsere Beziehung oder ist er einfach noch nicht so weit, aber mein Gefühl sagt mir zur Zeit, dass das früher oder später so sein wird.

    Da ist eigentlich ein klares Muster erkennbar: er wirft Dir bei den Gesprächen immer ein kleines Häppchen hin, so dass Du momentan beruhigt bist. Das hält dann maximal ein paar Tage, und dann suchst Du erneut das Gespräch, mit der Strategie, die ursprünglich angedachten Projekte (Haus, Heirat, Kind) nach und nach mit Worten "wegzunehmen", in der Hoffnung, dass er dann endlich sagt: "Aber nein, ich will das doch alles!" am besten inkl. konkreter Daten. Er aber eiert schwammig herum, dass er zwar "will" (auch wenn keine Taten folgen, Hauptsache das unangenehme Gespräch endet) und zieht sich mit rhetorischen Gegenfragen (ob du ihn noch heiraten willst, was aus dem Kontext ja sowieso völlig klar ist, egal was Du da gerade aus strategischen Gründen äußerst) aus der Affäre.


    Meine Prognose: Du hältst wieder nicht lange durch, wirst irgendwann entnervt ankündigen, dass Du die Verhütung weglässt, die Schwangerschaft geschehen lassen, meinetwegen von ihm billigend in Kauf genommen. Und dann wird weiter geeiert, mit gleich zwei Kindern (von denen eines er ist) an der Backe.


    Für kindisch halte ich ihn im Übrigen nicht, weil er sich nicht zu dem klassischen Programm mit Heirat usw. bekennt (das ist sowieso Geschmackssache), sondern wegen seiner komischen Herumlaviererei.


    Wobei ich umgekehrt auch ihn insofern verstehen kann, dass Deine Quengelei nervtötend sein dürfte.

    Dachte, er wollte, dass du beim Standesamt einen Termin für den Sommer vereinbarst. Daraus wurde wohl nichts. Hat er eigentlich einen Grund genannt, weshalb er dich nicht zur Terminvergabe begleitet hat?