Pflege der Mutter - alles bleibt an 1 Person hängen

    Hallo ihr


    Na länger Zeit mal wieder ein Faden von mir. Ich brauch mal Input und Hilfe bei der Frage ob ich mich verrenne...


    Im Februar hatte meine Mutter (witwe) Ben echt schweren Schlaganfall. Die erste Woche wussten wir gar nicht ob sie je wieder zu sich kommt... Dann Folgte Apathie und Depression.. Sie verweigerte essen und hat ne Patientenverfügung wo sie magensonde etc ablehnt.


    Ich selbst bin kinderkrankenschwester und habe es schweren Herzens so hingenommen und ihr immer gesagt, dass ich jeden weg mit ihr gehe. Ich hatte Kontakte zu Hospizen aufgenommen und 3 Wochen an ihrem Bett verbracht da die Pflege in dem Kh auch wirklich unterirdisch war.


    Ich habe 2 große Brüder die einiges älter sind Familien mit Kindern haben und die es anfangs genauso schwer getroffen hat. Sie haben täglich an ihrem Bett gesessen nach der Arbeit und geheult und gebettelt, der eine sie soll am leben festhalten der andere eher es wäre ok das sie sterben will. Enkel wurden gebracht zum verabschieden etc


    Nach etwa 2 Wochen merkte man sie wollte essen , war wacher aber rechtsseitig komplett gelähmt und 0 Sprache. Nur ihr Blick verriet das sie uns versteht.


    Nach 4 Wochen ging es in eine Reha ca 50km von mir weg und 30 von meinen Brüdern


    Ich war täglich dort. Vor dem Dienst nach dem Dienst und wenn ich frei hatte ca 6 Std. Meine Brüder zogen sich zurück kamen 1 mal am WE 2 Stunden


    Ok mich hat auch keiner gezwungen jedoch sah ich ihre Hilflosigkeit und ihren Wunsch zu kämpfen und wollte helfen. Sie war 12 Wochen in Reha hat für ihre Verhältnisse Wahnsinns Fortschritte gemacht begann zu laufen und die Sprache kehrte mühsam wort für Wort wieder.


    Alle sagten es wäre wohl auch mein Verdienst weil ich ihr stets Mut machte und einfach da war. Dann jedoch auch der Vorwurf meiner Brüder und deren Frauen ich würde zu viel tun... Sie wäre erwachsen... Ok nur ich hab auch ihre Vorsprgevollmacht muss viel regeln etc.


    Seit 9 Wochen wohnt sie nun wieder in ihrer Wohnung mit einer polnischen 24h Kraft.. dennoch hab ich viel zu tun.. arzttermine, Therapeuten Gespräche, MDK alles mögliche.... Meine Geschwister wohnen 3 km weg ich 60. Ich bin 3 mal die Woche da... Sie 1mal. Sie fragen nicht was zu tun ist... wenn ich sorgen äußer kommt, dass sie erwachsen ist und ihre Betreuung auch. Richtig nur sie spricht nicht und die Polin kann nur mäßig deutsch. Schon blöd beim Arzt etc...


    Anfangs war ich sauer... weil ich dachte ich muss alles allein machen. Inzwischen resigniere ich und spüre nur ne innere Kälte und teilweise Verachtung für sie. Meine Mutter hat alles getan die letzten Jahre für uns alle von Kinder sitten bis Darlehen geben und nun sehe ich dass sie scheinbar so wenig wert ist.


    Ich bin gerne dort und wäre auch mit deren Hilfe genauso häufig da. Mir geht es also nicht um Entlastung aber ein bisschen Interesse wäre toll.


    MDK war da... 0 Nachfrage.... Juchhu pflegegrad 4 ...0 Interesse dabei ist allen klar dass das Geld enorm hilft das sie so leben kann.. kostet ja über 2000 Euro im Monat.


    Gestern fuhr ihre Betreuung heim und die neue kam..


    0 Interesse.. Ich bin 2 mal zum Bahnhof natürlich. Dann hab ich per whats app kurz gesagt das alles ok ist meine Mutter aber sehr unsicher und ob heute mal einer hin kann oder anrufen da ich erst morgen kann


    Antwort: das sind 2 Erwachsene Menschen. Ja super.


    Richtig..


    Trotzdem müssen sie erst Kommunikation herausfinden. Die eine versteht die andere kaum. Ist es da zu viel verlangt mal anzurufen?


    Und immer dieses.... wir haben ja Familie. Ich finde aber die Mutter gehört auch dazu. Beide schwiegertöchter hätten viel Zeit und haben Mutter auch gefordert.. zurück geben sie 0.


    Sie waren bisher kein einziges mal alleine da. Nicht mal ein Kaffee. Sie sollen doch nicht pflegen oder so... Aber das was man immer tat fände ich nur fair.


    Und nun nach viel Text meine Frage. Spinne Ich?


    Setze ich zu viel voraus?


    Freunde und Geschwister kommen zu Besuch die Kinder aber nicht? Und jeder dem ich das sage der sagt mir... gib ihnen Aufgaben und dann sie ein. Da sag ich aber ganz klar das tu und will ich nicht. Die und igh schaffen das auch ohneHilfe und ich will keinen Verdonnern was zu tun auf das er nicht selbst kommt oder gerne tut.


    Hat auch wenig mit stur sein zu tun.


    Ich stumpfe nur ihnen gegenüber ab.

  • 47 Antworten

    Du spinnst nicht und setzt auch nicht zu viel voraus. Nur.. du machst es ihnen zu leicht. Du machst alles, also lehnen sie sich zurück, denn das ist ja alles Arbeit und unangenehm. Du machst die Arbeit und sie sind dadurch nicht gefordert, sich einzubringen. Du bist Krankenschwester, also ist es vermutlich automatisch deine Aufgabe.. (auch wenn es sich nicht um ein Kind handelt, es ist die Branche). Ich vermute, sie sehen das so.


    Vielleicht können sie sich auch auf deine Mutter, so wie sie jetzt nicht, nicht einlassen. Mein Vater hatte einen Schlaganfall, sehr schlimm und zu der Zeit noch weniger gut behandelbar. Diese Situation, einschließlich der Verzweiflung meiner Mutter, war für mich damals eine große Überforderung. Eine ganz schwere Zeit und später, als mein Sohn dann geboren war, habe ich die Besuche sehr zurück gefahren.

    Würden sie zugeben das sie so nicht Klar kommen.. kein Thema ich würde sogar Hilfe anbieten oder was auch immer.


    Da ich das alles nicht als "Arbeit" sehe, möchte ich sie nicht einbinden in Dinge die ich so erledige. Zb werktags Termine könnten sie wirklich mit ihr nicht wahrnehmen.


    Aber warum können sie nicht normal Sohn sein und sich kümmern?


    Oder die werten Schwiegertochter. Ich hab zb erwähnt das ich morgen mit zu den Therapien gehe .. da kommt nicht mal eine Frage nach dem warum.


    Auch Fortschritte interessieren sie wohl nicht...


    Ich weiß ich ändere sie nicht. Aber ich sehe dass es ihr weh tut und das macht mich traurig sauer oder resigniert...


    Und von daher kann ich da nicht heile Familie machen wenn wir uns dann doch mal sehen...


    Gerade wieder 100 Fotos von denselben entdeckt der jetzt frisch eingezogen ist... Ja der ist Familie... Mutter wohl nicht.

    Und never ever hab ich irgendeine Pflegehandöung gefordert... aber es natürlich selbst gemacht. Ich hätte auch nie 1/3 arbeit pro kind gefordert oder so.


    Nur etwas kümmern oder Zeit verbringen

    Vielleicht musst Du einfach mal ganz direkt sagen "Mama würde sich echt freuen, wenn Ihr einfach mal auf einen Kaffee vorbei gehen würdet". Gar nicht vorwurfsvoll, aber eben ganz direkt. Damit sie auch ruhig merken, dass Du das so nicht o.k. findest.


    Und ich gebe Dir völlig Recht: Pflege ist eine Sache, aber sich um einen nahestehenden Menschen kümmern, der vorher auch immer da war und geholfen hat, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.


    Oder Du fragst mal ganz direkt, ob sie ein Problem haben. Das wäre sicher besser als sich nur zu ärgern.


    Schön, dass Du soviel für Deine Mama da sein kannst, da ziehe ich auch den Hut vor Dir! @:)

    Du musst die Probleme ganz schnell ansprechen und klären wenn du erstmal längere Zeit in der Tretmühle bist und alles machst dann wird es ganz schwer plötzlich zu sagen es geht nicht mehr und auch du hast ein Recht auf Freizeit und Privatleben. Ich würde mal ein Treffen vereinbaren und klarstellen dass jede Woche ein anderer an der Reihe ist und dann wird sich zeigen ob es eine Lösung gibt.

    sie besuchen die Mutter einmal die Woche und du findest das zuwenig, was würdest du dir denn wünschen, oder was erwartest du so eigentlich? Das ist eine Frage und keine Bewertung, ich weiß nicht, wie ich es anders formulieren soll.


    Du sagst, wenigstens so wie früher, wieviel Zeit haben sie denn vorher mit der Mutter verbracht? Was verstehst du unter "normal Sohn sein und sich kümmern"?

    @ süntje Früher war sie gut genug die Kinder mind 2 Tage zu sitten... und 1 mal die Woche nen Kaffee find ich wirklich wenig wenn ich täglich meine Kinder 200m von da von der Schule hole.


    Und wäre es vermessen wenn man ihnen zutraut sich auch etwas mehr als früher zu sorgen oder zu kümmern? Wo sie heulend an ihrem vermeintlichen sterbebett saßen? Viel ist davon wohl nicht über.


    Nobbi. Es geht nicht um meine Freizeit. Ich tu nicht mehr als ich kann. Das habe ich 3 Monate während der Reha getan und gemerkt es geht so eh nicht weiter. Ja da hätte ich Unterstützung gern gehabt aber auch keine um die ich bitten wollte... da steh ich mehr auf freiwilliges Geben oder Lassen.


    @schmidti wenn ich sage ich glaub sie würde sich über nen Anruf freuen bekomm ich ja schon den Spruch sie wäre erwachsen. Lol.

    ui....erstmal ist es so, Du bist Krankenschwester. Da setzen es Deine Brüder vielleicht vorraus. Es ist ja EH Dein Job.


    Auf der anderen Seite, es sind auch die Söhne Deiner Mutter. wie schaut es denn mit Tagespflege aus? Dann käme die Mama auch mal raus? Nur eine Idee. Sie wäre nicht allein. Vielleicht lebt sie ja sogar auf? So war s bei meiner Mama.


    Habt ihr mal einen Runden Tisch gemacht, dass alle sich getroffen haben, ohne Beisein von Mama?


    GLG

    Sie hat doch eine Polin im Haus wohnen. Sie könnte keine 2 Std allein bleiben.


    Ich schlug im Juni als sie heim kam ein Treffen vor... da hatten die keine Zeit und es hätte ja noch Zeit.


    Wichtig war ihnen nur das sie nicht zuzahlen können.


    Und wie gesagt ich brauch keine Pflegekräfte. Söhne und schwiegertöchter würde reichen. Oder auch mal Enkel die in den Ferien vorbei kommen.

    ja, ok, jetzt verstehe ich das besser.


    Ich melde mich in Zeiten wo ich weiß, dass es meiner Ma schlecht geht auch öfter bei ihr als in guten Zeiten, das halte ich auch für normal und richtig.


    Ist es keine Option, wie hier schon mehrfach geschrieben wurde, dich mit deinen Geschwistern und deren Frauen an einen Tisch zu setzen und das mal auszusprechen? Genauso klar wie hier?


    Ich meine, eine Oma die sich kümmert macht das sicher nicht, um später eine Gegenleistung zu bekommen, aber mir wäre es tatsächlich auch ein Bedürfnis, da dann was zurück zu geben.


    Ist deine Mutter stark verändert? Kann es daran liegen?

    Sie kann nicht sprechen ist aber charakterlich genauso geblieben.. zum Glück.


    Nein ich glaub auch nicht das sie Gegenwert erwartet, aber ich würde es als normal empfinden..


    Wir haben im Mai mal gesprochen da ist meine Schwägerin sehr eskalliert und meinte es wäre so klar das ich Ihnen Vorwürfe mache... Aber sie wäre schließlich Mutter und hätte keine Zeit.


    Klar ich hab dann auch mal zurück gekeift das war ja noch mitten in der Reha Zeit.


    Ich weiß aber auch nicht was Ich sagen soll wenn sie es nicht von selbst checken... wir haben eh kein gutes Verhältnis. Die Jungs zueinander noch weniger.

    wenn sie nicht sprechen kann, wie soll dann telefoneren gehen?


    Und ja, das kann ich mir in der Tat dann schwierig vorstellen, dass sie da sehr unbeholfen sind und die Enkelkinder ebenso.


    Erwartest du dann vielleicht tatsächlich zuviel? Vielleicht ist es dann für dich von Berufs wegen tatsächlich viel leichter?

    Zitat

    Alle sagten es wäre wohl auch mein Verdienst weil ich ihr stets Mut machte und einfach da war. Dann jedoch auch der Vorwurf meiner Brüder und deren Frauen ich würde zu viel tun... Sie wäre erwachsen...

    ??? Erwachsen hin oder her - in der Situation ist es sicherlich nicht damit getan. Was ihre Möglichkeiten nach dem Unfall betrifft, war sie eben nicht erwachsen im Sinne von "Kann sich um sich selbst kümmern". Irgendwann kommt sicherlich der Punkt, wo die Fürsorge - sofern sie dann wieder einigermaßen gut klar kommt - wieder auf ein "Normalmaß" runtergeschraubt werden sollte. Aber doch nicht während der Akutphase... Was konkret hätten deine Brüder denn für sinnvoller gehalten?

    Zitat

    wenn ich sorgen äußer kommt, dass sie erwachsen ist und ihre Betreuung auch.

    Weit verbreiteter Irrglaube, dass eine Pflegekraft alles leisten kann... Der Tag hat auch bei der nur 24 Stunden und auch die Pflegerin kann nur an einem Ort gleichzeitig sein.

    Zitat

    Inzwischen resigniere ich und spüre nur ne innere Kälte und teilweise Verachtung für sie.

    Kann ich verstehen. Wobei du vielleicht auch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen solltest.


    Entweder sie sind einfach wirklich verachtenswert und kümmern sich nicht sonderlich drum, oder aber das ist auch nur Ausdruck von Verzweiflung. Was du leistest, kriegt nicht jeder hin. Und nicht jeder kann zugeben, dass er es nicht hinkriegt, sondern mauert stattdessen mit den Argumenten deiner Brüder.

    Zitat

    Spinne Ich?


    Setze ich zu viel voraus?

    Nein, du spinnst nicht. Würdest du erwarten, dass deine Brüder sich genauso reinknien, würde ich dir sagen, dass sie vielleicht einfach nicht können (warum auch immer). Du scheinst ziemlich belastbar zu sein, ist nicht jeder. Wenn aber so wenig kommt, finde ich das auch arschig, ja.



    Zitat

    Nur.. du machst es ihnen zu leicht. Du machst alles, also lehnen sie sich zurück, denn das ist ja alles Arbeit und unangenehm.

    Ich weiß ja nicht, ob das auf Kosten der pflegebedürftigen Mutter ausgefochten werden sollte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in ihrem Interesse wäre, die Söhne irgendwie dazu zu bringen, sich mehr einzudringen. Ob es jetzt Druck, schlechtes Gewissen machen, an Moral appellieren oder sonstwas ist: Erzwungene Hilfe ist keine gute Sache.



    Zitat

    ui....erstmal ist es so, Du bist Krankenschwester. Da setzen es Deine Brüder vielleicht vorraus. Es ist ja EH Dein Job.

    Viele der Aufgaben der TE macht sie aber nicht primär, weil sie Krankenschwester ist. Auch wenn sie den Beruf nicht hätte, würde sie es wahrscheinlich tun. Und tun können. Rezepte abholen zum Beispiel, die Pflegerinnen zum Bahnhof fahren und abholen, das ganze organisatorische Zeug. Da kann jeder helfen, der helfen will.

    Zitat

    wenn sie nicht sprechen kann, wie soll dann telefoneren gehen?

    Ein Eingangsbeitrag steht, dass die Sprache in der Reha Wort für Wort zurückkam.

    Ich die kleinen Kinder sind völlig unbefangen. Und sie versteht ja 100% also kann man ihr was erzählen.


    Sie kann ja und nein fragen beantworten und wenn man nicht mit ihr spricht kann es auch nicht besser werden.


    Sie machen es ja wie ich schon 6 Monate mit. Ist ja kein neuer Zustand. Freunde besuchen Sie ja auch. Soll sie deswegen isoliert leben?

    Also die Sprache kommt aber natürlich ist es viel Arbeit. Sie spricht nach kann ja und nein beantworten... auswahlen treffen und Bedürfnisse äußern. Eine politische Diskussion ist noch nicht drin und wird wohl auch nie. Aber einen guten Willen hat sie wieder und setzt sich durch... auch das war hartes Training. 12 Wochen Reha machen "gefügig."


    Und ja mnef das ist es... Ich Bettel nicht das man ihr Aufmerksamkeit gibt... Aber ich bedaure dass sie es nicht von selbst tun.


    Oder einfach mal mit den Kindern hinfahren...

    Ach, das sind doch Kleinigkeiten. Würde man irgendwie helfen oder Mut spenden wollen, würde das auch gehen. Selbst wenn es nur eine Minute nett was erzählen am Telefon ist, wo eure Mutter nicht groß antworten kann, aber sich eben freut was von ihren Kindern zu hören.


    Naja. Das ist einfach nicht jedem gegeben, ob es jetzt Boshaftigkeit, Desinteresse, Unbeholfenheit, Überforderung oder sonstwas ist.


    Ich denke, wenn da von deinen Brüdern und sogar der Schwägerin nur oberflächliches Zeug kommt, wirst du das nicht ergründen, warum genau eher wenig kommt. Auch wenn es dich ärgert, ist akzeptieren und nichts mehr erwarten oder ansprechen da glaub ich der beste Weg. Reibt dich sonst nur noch mehr auf.