• Plötzlich Fernbeziehung, komme nicht klar

    Hallo zusammen. Ich weiß, es gibt endlos viele Beiträge zu dem Thema, aber ich fühle mich grad wirklich schlecht. Ich habe seit einiger Zeit einen Freund und am Anfang haben wir uns jeden Tag gesehen und haben viel Zeit miteinander verbracht. Jetzt musste ich aufgrund meines Jobs in eine andere Stadt ziehen und habe mir dort auch eine Wohnung genommen,…
  • 85 Antworten

    Hallo @ Channel22

    es ist völlig normal, wenn aus einer romantisch intensiven Täglich-Beziehung eine Wochenend-Beziehung wird, dass sich dies schmerzhaft vermissend anfühlt. Ich weiß nicht, wie lange ihr beide als Paar zusammen seid, aber auch wenn Du es im Moment anders siehst, es kann durchaus Vorteile haben, über gewisse Zeiträume nicht aufeinander rum zu hocken.


    Eine Möglichkeit wäre zB., dass man sofern es möglich ist, verlängerte gemeinsame Wochenenden einzuschieben, ab Donnerstag das WE zu beginnen oder bis zum Montag raus zuziehen. (sofern dies zur Arbeitssituation passt), gleich gilt für gemeinsame Kurzurlaube. Manchmal bekommt man mit Überstunden o.ä. hin, sich längere Zeit zu sehen. Alles eine Frage des Timings und der Abstimmung.


    Was nun die Sache mit dem Arbeitsplatz angeht. Ich selbst neige auch nicht dazu. sowas übers Knie zu brechen. Jeder, der schon mal einen Arbeitsplatz aufgeben musste, egal ob durch Kündigung, Umzug oder andere Umstände, kennt vielleicht die Schwierigkeit des Neuanfangs. Klar, es gibt Menschen, denen das weniger ausmacht, die solche Herausforderungen gern annehmen, Veränderungen als stimulierend empfinden, da sie nicht für monotone Abläufe, immer gleiche Chef, Arbeitskollegen etc. gemacht sind.


    Ebenso gibt es aber auch den anderen Menschentyp, der ein gut Teil seines Ego's über eine Arbeit zieht, weil sie ihm Spaß macht, man sich mit Kollegen gut versteht, die Arbeitsbedingungen zum eigenen Wohlfühlmodus gehören, und zur Zufriedenheit beiträgt.


    Jeder, der schon mal an einem Arbeitsplatz war, wo all das nicht gepasst hat, wird wissen, wie es sich anfühlt gefrustet und unerfüllt heimzukommen, und diese Unzufriedenheit in der Beziehung oder gar Familie zum Dauerbrenner wird.


    Du liebe TE bist an Deinem neuen Arbeits/Wohnort noch nicht angekommen, was auch so schnell nicht geht. Dadurch ist dieses Vermissen des Partners besonders deutlich zu spüren. Da hilft eigentlich nur, sich ein neues soziales Umfeld aufzubauen, Hobbies suchen, Freundschaften aufbauen u.ä. Auch das weiter oben angesprochene gehört mit dazu, Telefonate, liebevolle Rituale die man pflegt uvm.


    Vermeiden würde ich eine absolute Drucksituation, immerhin bist Du weggezogen für Deine Arbeit, hast also die Veränderung herbei geführt aus eurem gewohnt gelebten Alltag. Bitte jetzt nicht als Vorwurf verstehen, für sowas gibt es meist wichtige Gründe. Nur ist es dann nicht selbstverständlich, dem Partner auf schnellstem Weg den gleichen Weg vorzugeben.


    Sprecht in Ruhe miteinandern, nicht gleich jedes Wochenende, aber in einer gelösten entspannten Stimmung, nicht gerade, wenn Dich die Sehnsucht wieder mal intensiv am Schopfe packt. Schaut dann gemeinsam, wie die Chancen einen ähnlichen Job mit von ihm akzeptablen Bedingungen in Deiner Umgebung direkt im Ort oder Nähe aussehen.


    Das kann durchaus ein paar Anläufe lang andauern. Zudem gibt Deinem Liebsten die Möglichkeit, sich an diesen Gedanken des sich lösens aus dem alten sozialen Umfeld zu gewöhnen. Es ist nicht nur die Arbeit selbst, was da gefühlsmäßig dran hängt. Übers I-Net könntet ihr beide euch zusammen Angebote von Firmen ansehen, besprechen, was passend ist.


    Du könntest ihn bei den Bewerbungen mit unterstützen, es als Team quasi zusammen lösen. Auch sowas festigt die Paarbeziehung. Aber eben ohne Druck zu erzeugen, dass ist meist wenig hilfreich. 50 km ist wirklich nicht die große Strecke, vielleicht gibt es die Möglichkeit über die Mitfahrzentrale (übers I-Net zu finden), auch unter der Woche mal spontane Treffen zu organisieren. Gibt ja vielleicht Pendler zwischen beiden Städten, sodass man über Fahrgemeinschaften Kosten und Weg teilt. Lösungen gibt es, wenn man sie gemeinsam finden will. Dafür alles Gute, solche Phase, müssen sehr viele Paare überstehen und schaffen das auch. Die moderne Arbeitswelt verlangt uns solche Kompromisse häufiger ab. Die Idee mit dem T-Shirt auf dem Kopfkissen finde ich kuschlig gut *zwinker*. :)^ :)z :)_

    Danke erstmal für die tollen Ratschläge. Das mit den Arbeitszeiten versuche ich schon so einzutakten, dass ich erst montags fahren muss oder auch mal freitags eher Feierabend mache. Ich genieße unsere gemeinsame Zeit sehr, aber sobald wieder die räumliche Trennung eintritt, bin ich seelisch fix und fertig. Jeder Tag, an dem ich ihn nicht bei mir habe oder an dem ich nicht bei ihm sein kann, fühlt sich so leer an, auch wenn ich mit Freunden was unternehme oder mir einfach mal nen gemütlichen DVD Abend mache oder so. Ich habe ja auch wirklich allerhand zu tun, aber dennoch fühl ich mich einfach nicht wohl. Ich wohnte schon vorher in der Stadt mit einer Freundin zusammen. Wir waren dann allerdings beide auf der Suche nach getrennten Wohnungen, als ich mit ihm zusammen kam und von daher bin ich einfach eine Weile bei ihm eingezogen und habe von dort aus weiter gesucht. Vielleicht muss ich jetzt euch auch einfach sagen, dass er noch bei seinen Eltern wohnt. Er hat zwar seine eigene Etage, aber ich fühle mich trotzdem nicht wohl, dort so auf der Tasche zu liegen. Daher war ich ganz froh, etwas eigenes zu haben und da er mir ja gesagt hatte, er möchte sich in der Stadt, wo ich bin niederlassen, war ich der Annahme, dass wir uns gemeinsam uns ein zuhause schaffen... ???

    Vielleicht hat es ihn einfach überrumpelt. Ihr seid ja nun auch erst ein halbes Jahr zusammen. Vielleicht ist er sich einfach unsicher ob das mit euch beiden wirklich dauerhaft ist. Gleichzeitig ist es für ihn wahrscheinlich auch unglaublich schwer von seinen Eltern abzukapseln und sich ein eigenes Leben aufzubauen. Möglicherweise könnte es helfen wenn du ihn ein bisschen an Die Hand nimmst. Wie alt seid ihr Beide denn?

    Das verändert die Situation natürlich deutlich. Es ist schwer Lösungsansätze zu finden, wenn man nicht alle Details und Umstände kennt, die zur Gesamtsituation gehört.


    Nach Deinen Schilderungen bist Du ein Mensch, der deutlicher viel Nähe und Kontakt braucht. Wohnt Dein Partner daheim eventuell kostenfrei bei den Eltern? Könnte schon mit ein Grund sein, warum er sich dann etwas "langsamer konstruktiv" verhält, als Du es für Dich wünschst.


    Das Du Dir mehr Unabhängigkeit für eure Paarbeziehung vorstellst, also nicht in direkter Nähe zu seinem Elternhaus leben möchtest, kann ich gut verstehen. Egal wie gut das Verhältnis zwischen alt und jung sein mag, man fühlt sich nicht wirklich "frei agierend", wenn Eltern egal von wessen Seite, so dicht am Paar mitlebt.


    Kenne dies aus Schilderungen im Bekanntenkreis, hatte es selbst in jungen Jahren in den Anfängen so gelebt. Kenne also hautnah die Tendenzen und Schwierigkeiten, die sich aus so einer Konstellation ergeben. Söhne tun sich manchmal etwas schwerer, aus ihrer gewohnten Umgebung wegzuziehen, wenn es von daheim die eine oder andere vorteilhafte Zuwendung gibt.


    In Ruhe noch mal darüber sprechen, welchen Zeitrahmen Du Dir von Deinem Partner erhoffen würdest, dann zusammen aktiv an der Umsetzung arbeiten.

    Ich bin 25, er 24. Ich weiß, dass es ihm schwer fällt. Aber ich weiß auch nicht, wie ich es ihm leichter machen kann. ":/ Ich habe ihm schon vorgeschlagen, dass ich ihm bei Bewerbungen helfen kann und ich hab ja nun auch schon alles, was für eine Wohnung wichtig ist und benötigt wird an Dokumenten etc. übernommen. Einige seiner Freunde wohnen ja auch in meiner Nähe...


    ich bin etwas hilflos ???

    Die Bewerbungen sollte er schon selbst machen. Du solltest versuchen den Mann tief in ihm heraus zu kitzeln. Momentan scheint er ja eher noch wie ein Teenie zu sein der das Hotel Mama sehr genießt und sich da nur schwer raus lösen kann.

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    Leider sind momentan nicht die finanziellen Mittel da, um wirklich jeden Tag pendeln zu können.

    Aber um Miete zu zahlen etc.? Für mich ist das eine Milchmädchenrechnung. Und auch ÖPNV ist immer billiger als getrennt wohnen.

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    Und auch ÖPNV ist immer billiger als getrennt wohnen.

    Aber nur wenn beide 100% Kosten haben. Wenn der Freund der TE noch Zuhause wohnt und dort quasi nix bezahlt dann fährt er selbst damit natürlich billiger.


    Aber gerade wenn ich in ner Beziehung bin dann würde ich mich möglichst schnell von Zuhause lösen wollen und da bietet sich das zusammenziehen nunmal an. Und ob man jetzt nach 6 Monaten oer 6 Jahren zusammen zieht, kaputt gehn kann es so oder so wenn der Alltag einzug hält.

    Zitat

    Wenn der Freund der TE noch Zuhause wohnt und dort quasi nix bezahlt dann fährt er selbst damit natürlich billiger.

    da er berufstätig ist -wenn er noch zu Hause bei Mutti wohnt, hätte er doch nun wirklich Geld übrig, um sie auch unter der Woche, wenn er frühschicht hat, zu besuchen, oder sehe ich das falsch?

    Ich habe und hatte Fernbeziehungen mit jetzt insgesamt knapp 8 Jahren. Am Anfang kam ich damit auch nicht zurecht. Mittlerweile sehe ich es als Seegen.


    Ich kann in der Woche tun und lassen was ich will und brauche keine Rücksicht nehmen. Wir telefonieren jeden Abend mal kurz mal lang. Besprechen was anliegt. Und am WOE wird keine Hausarbeit gemacht. Da genießen wir uns beide einfach und unternehmen irgend etwas. Vielleicht ist das eine Hilfe. Versuch es als Freiraum für deine Entfaltung zu betrachten.

    Ich denke eher, dass er sich mit 24 Jahren noch nicht endgültig und fix (mit Dir) binden will. Einerseits braucht er sich in Mamas Hotel um vergleichsweise wenig zu kümmern, es kostet wenig und bedarf weniger Verantwortung als eine eigene Wohnung zu managen.


    Umgekehrt wird er sich auch denken, dass bei all Deiner Liebe zu ihm es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschätzen lässt, ob Euer Glück auch ewig währen wird. Ich würde an Deiner Stelle versuchen, Dich in der Zeit, wo Du ohne ihn bist, abzulenken, so gut es eben geht. Dann wirst Du auch sehen, wie sich Eure Beziehung weiter entwickelt (oder auch vielleicht nicht). Wenn sein Bedarf nach Sehnsucht nach Dir groß genug ist, wird er von sich aus mit dem Vorschlag kommen, bei Dir einzuziehen oder sich gemeinsam eine größere Wohnung zu suchen. Setzt Du ihn diesbezüglich aber zu sehr unter Druck, musst Du unter Umständen auch damit rechnen, dass der Schuss nach hinten losgeht und Du am Ende mit leeren Händen da stehst.

    Ich mache zur Zeit ein Praktikum im Rahmen des Studiums und stehe deshalb finanziell nicht wirklich gut da. Mit den Öffentlichen fahr ich ja nun schon so gut wie es geht, aber ich möchte mich eben nicht bei seinen Eltern einnisten. Er muss auch einen gewissen Obulus bezahlen, allerdings hat Nordi recht und er genießt das "Hotel Mama" ja doch schon noch. Was er verdient, das weiß ich nicht genau, aber ich glaube ihm, dass die Spritkosten eben immens fressen und er bezahlt mir ja auch einiges, wenn wir zusammen etwas unternehmen, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

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    Du solltest versuchen den Mann tief in ihm heraus zu kitzeln.

    Wie mach ich das?

    Ich führe seit drei Jahren eine Fern Beziehung und kann dich total verstehen. Aber wenn man wirklich den jenigen liebt, wurde man alles für den Partner tuen :) :)^

    Wie man den Mann herauskitzelt? Z.B. dadirch, dass Du ihn wissen lässt, dass Du Männer sexy findest, die auf eigenen Beinen stehen. Du kannst ihn selber dabei am Besten rauslassen. Läster ein bisschen über gemeinsame Bekannte, die noch bei ihren Eltern wohnen. Und zeige halt anhand von Positivbeispielen, was Dir an einem Mann gefällt :)

    Wie organisiert ihr das denn, das hab ich noch nicht richtig verstanden. Also du hast eine eigene Wohnung und er wohnt noch bei den Eltern. Kommt er dann am WE zu dir? Und wenn du ihn Abends besuchst, wo schlaft ihr dann? In seinem "Kinderzimmer"?


    Und wie lange ist er schon berufstätig? (Ich denke ich hätte kein Verständnis für jemanden, der berufstätig ist und noch zuhause wohnt und offensichtlich keine Anstalten macht, auszuziehen)