Plötzlich "Stiefmutter"

    Ich (29) habe vor einem halben Jahr einen tollen Mann (30) kennengelernt. Der erste nach einiger Zeit bei dem alles passt. Wir haben ähnliche Interessen, Ansichten, Humor usw. Beziehung läuft super.


    Er ist wie ich geschieden, hat aber im Gegensatz zu mir zwei Kinder (10 und 8). Das ist für mich erstmal gar kein Problem. In der Theorie.


    Noch habe ich die Kinder nicht kennengelernt. Er ist da sehr vorsichtig, will Ihnen nicht regelmäßig mit neuen Frauen ankommen. Aber mittlerweile wird es mit uns ernster. Hinzu kommt dass er jetzt das alleinige Sorgerecht beantragt. Persönlich bezweifle ich dass er es bekommen wird, aber er möchte dass die Kinder bei ihm wohnen.


    Auch damit habe ich kein Problem.


    Meine einzige Sorge ist dass ich mit Kindern so gar nichts anzufangen weiß. Ich möchte selbst gerne welche haben und dachte immer dass ich dann in dieses Thema so langsam hineinwachsen werde.


    Ich hatte keine kleinen Geschwister oder Cousins, habe keine Neffen und Nichten, habe nie gebabysittet. Was mach ich wenn die Kinder bei ihm einziehen? Was rede ich mit Ihnen? Was wenn sie mich total doof finden? Was sie wahrscheinlich erstmal tun werden, das hört man ja meistens von Scheidungskindern, dass sie neue Partner erstmal nicht mögen.


    Wie gesagt ich habe kein Problem damit, dass mein Freund Kinder hat. Ich kann nur nicht mit Kindern.


    Und ich habe Angst dass er denkt ich mag seine Kinder nicht.


    War jemand mal in einer ähnlichen Situation? Oder stell nur ich mich so doof an?

  • 4 Antworten

    Zum einen wird nicht alles so heiß gegessen wie gekocht. Es sind keine sehr jungen Kinder mehr, sodass man mit ihnen bereits eine Menge anfangen und erleben kann. Es wäre zielführend mit dem Partner über Deine Vorbehalte und Ängste zu sprechen. Die sollte er auf jeden Fall kennen bevor Du auf seine Kinder triffst.


    Redet viel über die beiden, erfrage deren Hobbies und Interessen, wie sie von der Mentalität und Temperament drauf sind. Es ist verständlich, wenn Du bisher selten Zugang zu Kindern hattest, dass Dir das erst einmal wie eine unlösbare Aufgabe erscheint. Gibt es eventuell Freunde mit Kindern in Deinem näheren sozialen Umfeld? Sodass Dir Treffen mit ihnen ein wenig die Scheu nehmen, falsch zu reagieren und hilflos der neuen Aufgabe ausgeliefert zu sein?


    Kinder sind auch ohne in einer Trennungssituation von Eltern klar kommen zu müssen mitunter recht lebhaft und anstrengend. Zeigen ihre Bedürfnisse je nach Temperament deutlich nach außen an. Geschwister zanken und versöhnen sich, versuchen Grenzen in Richtung Eltern/Bezugspersonen zu erproben, suchen Schwachstellen die sie für sich vorteilhaft ausreizen können. Es kann turbulent werden, darüber solltest Du Dir klar werden.


    Hat Dein Freund bereits konkrete Vorstellungen, wie er sich den Alltag mit seinen Kindern im gemeinsamen Haushalt vorstellt? Wie der Schulbesuch und die Betreuung danach aussehen kann? Dies alles würde Dich ganz unmittelbar mit betreffen als neue Partnerin.


    Sofern er ein verantwortungsvoller Mann und Vater ist, wird er alles dafür tun, damit sowohl die Kinder als auch seine Partnerin eine gute Basis miteinander aufbauen können und dafür die nötige Zeit/Gelegenheit bekommen.


    Gibt es einen besonderen Grund warum Dein Freund für sich das alleinige Sorgerecht beantragen will? Häufig wird von Behörden und Gerichten angeregt, dass die Eltern das gemeinsame Sorgerecht ausüben.


    Auf jeden Fall wird es Sinn machen, bevor es eine gerichtliche Entscheidung gibt zwischen euch klare Absprachen zu treffen. Fragen, wie euer Zusammenleben mit den Kindern gestaltet werden soll, wenn seinem Antrag auf Übertragung des alleinigen Sorgerechts für die Kinder entsprochen wird.


    Es würde euer Leben und den bisher gelebten Alltag völlig auf den Kopf stellen. Es gilt zu klären, welche Aufgaben und Kompetenzen Du in Bezug auf die Kinder übernehmen wirst. Wie der Betreuungs- und Erziehungsstil aussehen kann. Eure Werte sollten diesbezüglich ähnlich bis übereinstimmend sein.


    Nichts ist für Kinder verwirrender als Erwachsene, die im Auftreten ihnen gegenüber zu wankelmütig, zerstritten und in der Meinung unterschiedlich agieren.


    Erst einmal wird es kürzere Treffen und Unternehmungen geben und Du wirst allmählich eine Ahnung darüber bekommen, was Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren für Ansprüche mit sich bringen. Bleibe offen für ihr Wesen, versuche zu ergründen welche Dinge ihnen Spaß machen, welche Themen sie im Kopf beschäftigen. Dein Freund wird Dich auf diesem Weg begleiten denke ich. Es ist nicht einfach von jetzt auf gleich in die neue Verantwortung zu treten, die Kinder des Partners mit sich bringen. Aber gemeinsam lösbar, wenn ihr gegenseitig offen redet. Auf Ängste und Schwierigkeiten vorbereitet reagiert. :)* @:)

    Warum glaubst Du, Du kannst nicht mit Kindern?


    Kinder sind eine extreme Bereicherung im Leben, man macht Dinge, die man ohne Kinder vielleicht nie gemacht hätte, und das allermeiste davon macht Spass. Das gröbste ist eh vorbei, die Phase mit Windeln wechsel, nachts aufstehen etc. Mit 8 und 10 sind sie inzwischen halbwegs selbständige Menschen, die Gesrpächspartner, Spielpartner und eine nie enden wollende Quelle von .... von allem sind. Natürlich leidet die gemeinsame Zeit als Paar darunter, wenn man die Zeit noch mit Kindern teilen muss. Aber hey, warum muss? Darf!!


    Wir wären ohne Kinder vermutlich nicht annähernd so oft am Baggersee, nie auf Mittelalterfesten gelandet, hätten kein Plantschbecken im Garten, würden kein Mensch-ärgere-dich-nicht spielen.


    Gut, auf den Stress mit den Hausaufgaben kann man verzichten.


    Die Sorge, die man sich nicht machen braucht: Das man nicht weiss, was man mit den Kindern anfangen soll. Das wissen die schon ganz von allein.


    Ein Wort zum Thema doof finden: Versuch nicht die Mutter zu ersetzen, dräng Dich nicht zwischen den Mann und die Mutter, dann werden sie dich hassen. Wenn sie dich als Bereicherung statt als Ersatz begreifen, ist schon eine Menge gewonnen. Nachdem die Scheidung schon eine Weile her ist, wirst Du vermutlich nicht als diejenige wahrgenommen, die die Familie zerstört hat. Nur Mut!

    Zitat

    Meine einzige Sorge ist dass ich mit Kindern so gar nichts anzufangen weiß. Ich möchte selbst gerne welche haben

    Wieso möchtest du Kinder, wenn du mit Kindern so gar nichts anzufangen weißt?! Weil es üblich ist? Weill deine Freundinnen alle Kinder haben?

    Zitat

    man macht Dinge, die man ohne Kinder vielleicht nie gemacht hätte, und das allermeiste davon macht Spass. (...)


    Wir wären ohne Kinder vermutlich nicht annähernd so oft am Baggersee, nie auf Mittelalterfesten gelandet, hätten kein Plantschbecken im Garten, würden kein Mensch-ärgere-dich-nicht spielen.

    Ich finde das kann und sollte man nicht verallgemeinern. Ich könnte jetzt genau so viel aufzählen, was man mit Kindern machen muss und was jedenfalls mir null Spaß macht, zB Filme ab 0Jahre anschauen. Wenn ich auf ein Mittelalterfest wollte (interessiert mich nicht weiter) würde ich da auch allein hingehen, usw.


    Ich finde es komisch dass jemand einerseits betont, dass er mit Kindern nichts anfangen kann, dann aber behauptet - wahrscheinlich weil das Gegenteil politically incorrect wäre und die Beziehung schnellstmögilch beendet wäre wenn der Mann das spitz kriegen würde - dass er überhaupt kein Problem damit hat dass der Mann Kinder hat, die dann vielleicht auch noch bei ihm wohnen.


    Ich konnte in dem Alter in dem die TE ist, mit Kindern auch nichts anfangen. Dazu stand ich auch, ich hab weder eigene bekommen (wollen) noch hätte ich mir einen Freund mit Kindern gesucht. Später, als meine Freundinnen weitgehend Kinder hatten, haben wir festgestellt, dass ich mit Kindern ganz gut kann und dass Kinder es anscheinend mögen, wie ich mit ihnen umgehe. Das war eine Entwicklung, die ich nicht bewusst herbeigeführt habe und sicher auch nicht hätte erzwingen können, bloß weil ich in einen Mann verliebt gewesen wäre der Kinder hat. Seither hätte ich in der Tat "kein Problem", wenn ein Mann Kinder hätte, aber als Familie mit Mann und Kindern zusammenleben (also wenn der Mann das alleinige Sorgerecht hat) kommt für mich trotzdem nicht in Frage.


    Man sollte schon ungefähr wissen, wie man selber tickt, und sich dann danach ausrichten. sonst richtet man einen Flurschaden an.

    Also wenn ich sage dass ich mit Kindern nichts anzufangen weiß dann meine ich dass ich eben null Erfahrung im Umgang mit ihnen habe. Nicht dass ich keine Kinder mag.


    Ich bin der Situation gegenüber absolut aufgeschlossen und sage das nicht nur, damit mein Freund nicht Schluss macht. Ich wusste von Anfang an dass er Kinder hat und wenn es mich gestört hätte, wäre ich die Beziehung nicht eingegangen.


    Was Erziehung usw angeht, da will ich mich nicht einmischen. Die Kinder haben einen Vater und eine Mutter, die dafür zuständig sind. Ich werde nicht versuchen Ersatzmutter zu spielen, sondern auf meinen Freund hören und es so handhaben wie er das möchte.


    Ich möchte selbst Kinder haben, nicht weil es sich so gehört, sondern weil ich Mutter sein und Kinder großziehen will. Ich hatte nur eben bisher keine Berührungspunkte mit Kindern mehr seit ich selbst ein Kind war.


    Keine meiner Freundinnen haben Kinder und wie gesagt in der Verwandtschaft gibt es auch noch keine.


    Mein Freund will die Kinder zu sich holen weil sie seiner Meinung nach bei der Ex Frau nicht gut aufgehoben sind. Die hat wechselnde Partner, bekommt ein Kind nach dem anderen und zieht ständig um. Das ist sicher nicht ideal. Aber die Kinder sind nicht verwahrlost. Weil Mütter in Sorgerechtsfällen oft im Vorteil sind denke ich nicht dass die beiden ihr weggenommen werden. Aber für meinen Freund hoffe ich dass es eine Regelung gibt mit der er zufrieden ist.