Zitat

    Stalfyr, natürlich nicht. Aber da sollte dann das Vertrauen einsetzen. Und zwar nicht Vertrauen darin, dass die Nachbarin nicht in Fantasien erscheinen könnte, sondern darin, dass der Partner (wenn man das thematisiert) ehrlich ist.

    Und wenn sie in Phantasien auftaucht, aber eben nicht obsessiv, sondern ab und an mal, sodass es die Beziehung mal echt kein Stück beeinträchtigt oder auch nur ansatzweise gefährdet, und dann bekommt das Ganze auf einmal durch Eifersucht und Mutmaßungen unverhältnismäßig viel Gewicht? Eine Bekannte von mir neigt dazu, sich da völlig reinzusteigern, sie hat den Eindruck, alle Männer seien "untreue Scheißkerle", weil sie ja alle an ihre Exfreundinnen, Kolleginnen, Nachbarinnen, sonstwen denken und sich dazu einen runterholen - zu dem Schluss kommt sie, soweit ich nach ihren empörten Berichten vermute, durch bohrende Suggestivfragen, mit denen sie erst aufhört, wenn sie die Bestätigung für ihre Theorie hat.


    Wir halten es so: Wenn einer von uns, also mein Partner oder ich, den Eindruck bekommt, dass da was im Argen liegt, dass es irgendein Problem gibt, bei ihm, beim anderen, bei beiden, dann sagt er Bescheid. Wir suchen aber nicht systematisch nach Problemen, und wir basteln uns auch keine selbst.
    Die Sicherheit, dass sich niemals einer in jemand anderen verliebt, gibt es nicht. Wir sind Menschen, das Leben ist eine dynamische Angelegenheit, alles kann sich ändern. Falls sich jemals einer von uns in einen anderen verliebt, müssen wir sehen, wie und ob wir das sortiert bekommen oder ob es letztendlich auf eine Trennung rauslaufen würde. Ein nicht kleiner Teil aller Beziehungen endet irgendwann, das ist nichts Exotisches. Sehr viele halten aber auch, viele davon nicht aus gewohnheit, sondern weil man sich sozusagen täglich wieder füreinander entscheiden würde, auch - wenngleich mitunter vielleicht nur mit zusammengebissenen Zähnen, voller Trotz und wütender Verzweiflung - in übleren Phasen, die es ja auch mal geben mag. Eine Beziehung, in der beide wissen, weshalb sie einander lieben, und sich täglich füreinander und nicht nur aus Mangel an Phantasie oder Gelegenheit eben nicht für einen anderen, weshalb sie dann halt zusammenbleiben: Das ist die Art Beziehung, die ich führen möchte. Wenn es mit einem Menschen aus irgendeinem Grund nicht oder nicht mehr so passt, dass man eine solche Beziehung führt, dann, Himmel, hab ich mit dem eben keine Beziehung. Oder auch so herum gesagt: "Fremdgehen" ist nicht nur Definitionsfrage, sondern auch Symptom von etwas, das ich sehr viel wichtiger finde, nämlich davon, dass da irgendwas im Gebälk knirscht, dass man nicht richtig zueinander passt oder dass man sich miteinander ganz übel in die Ecke manövriert hat. Das ist dann der Zeitpunkt, wo man schauen muss, was los ist, wie die Gründe dafür beschaffen sind und ob man es gemeinsam noch retten kann und will oder eben nicht.


    Dazuhocken und sich Gedanken zu machen und zu grübeln und eifersüchtig wegen irgendwelcher Phantasien zu sein und vom anderen Rechenschaft zu verlangen und einschränken zu wollen, was sich in seinem Kopf abspielt, immerhin dem einen und einzigen Raum, wo ein Mensch selbst in einer Diktatur noch frei ist - alter Schwede, was finde ich das hochgradig beknackt. Und nee, ich wundere mich kein Stück, wenn Leute, die es so handhaben, übers ja angeblich kritische siebte Beziehungsjahr meist nicht rauskommen oder es nicht mal aus der Ferne zu sehen bekommen. Bei Siebzehnjährigen in ihrer ersten längeren Beziehung - geschenkt. Aber ansonsten? Jemanden, der mir sagt, du, ich bin unsicher, das Thema beschäftigt mich: Da würde ich sehen, ob und wie wir uns miteinander sortieren können oder ob’s vielleicht einfach nicht passt. Jemanden hingegen, der versucht, mir in den Kopf zu grabschen, mir Vorschriften zu machen, der mit Argwohn beobachtet, was ich tu und womöglich denke - von dem würde ich mich reichlich ruckartig verabschieden. Eine vollkommene Symbiose kann und sollte man mit seinen Darmbakterien eingehen, aber Menschen sind dafür doch ein bisschen zu komplex, und vor vollkommen symbiotischen Paaren ekelt es mich auch ein bisschen, ehrlich gesagt. Ganz schlicht deshalb, weil nie zwei Menschen derart hundertprozentig gleich ticken, und wenn Leute sämtliche Reibungspunkte eliminieren können und wollen, dann stimmt mit ihnen in meinen Augen ganz empfindlich was nicht.

    Zitat

    Dazuhocken und sich Gedanken zu machen und zu grübeln und eifersüchtig wegen irgendwelcher Phantasien zu sein und vom anderen Rechenschaft zu verlangen und einschränken zu wollen, was sich in seinem Kopf abspielt, immerhin dem einen und einzigen Raum, wo ein Mensch selbst in einer Diktatur noch frei ist - alter Schwede, was finde ich das hochgradig beknackt. Und nee, ich wundere mich kein Stück, wenn Leute, die es so handhaben, übers ja angeblich kritische siebte Beziehungsjahr meist nicht rauskommen oder es nicht mal aus der Ferne zu sehen bekommen. Bei Siebzehnjährigen in ihrer ersten längeren Beziehung - geschenkt. Aber ansonsten? Jemanden, der mir sagt, du, ich bin unsicher, das Thema beschäftigt mich: Da würde ich sehen, ob und wie wir uns miteinander sortieren können oder ob’s vielleicht einfach nicht passt. Jemanden hingegen, der versucht, mir in den Kopf zu grabschen, mir Vorschriften zu machen, der mit Argwohn beobachtet, was ich tu und womöglich denke - von dem würde ich mich reichlich ruckartig verabschieden. Eine vollkommene Symbiose kann und sollte man mit seinen Darmbakterien eingehen, aber Menschen sind dafür doch ein bisschen zu komplex, und vor vollkommen symbiotischen Paaren ekelt es mich auch ein bisschen, ehrlich gesagt. Ganz schlicht deshalb, weil nie zwei Menschen derart hundertprozentig gleich ticken, und wenn Leute sämtliche Reibungspunkte eliminieren können und wollen, dann stimmt mit ihnen in meinen Augen ganz empfindlich was nicht.

    man reiche mir den stift.


    ob und inwieweit man phantasien in einer beziehung auslebt ist etwas, das geklärt werden sollte und wo keiner von beiden sich überfahren vorkommen darf.


    aber wann ich es mir wie oft selbst mache und woran ich dabei denke, auf diese details gibt es kein anrecht. darübe hinaus macht es auch keinen sinn. zum einen, weil da ganz oft filme ablaufen, wo ich mir recht sicher bin, dass die neugierde im realen dann schnell der feststellung weichen würde "ups, nein, bitte doch nicht" und zum anderen würde ich da ein problem selbst heran züchten, würde ich mit der tür ins haus rennen, um mitzuteilen, dass ich heute an xy gedacht hab bei der sb.

    Schräg - mein Freund guckt ausschließlich Pornos bei der SB (was mich jetzt ganz froh werden lässt) und ich gucke auch Pornos oder lasse ausschließlich erlebte Situationen mit ihm durchspielen. Für mich würde es sich befremdlich anfühlen, würde ich bei der SB an einen anderen Mann denken. Aber jedem das Seine.


    Liebe TE, ich sehe da bei Euch eigentlich einen guten Weg - alleine schon, dass ihr da gut drüber sprechen könnt und wie Comran schon sagte, vielleicht bewegt ihr euch ja doch mal langsam drauf hin und guckt gemeinsam einen Porno. Ich weiss, Du kannst daran nichts finden aber vielleicht findest Du ja an der Situation an sich was? Wenn wir einen Porno gucken dann gehts eigentlich null um das, was wir angucken sondern um die SItuation und Vorfreude, was mein Partner und ich gleich vorhaben und das ist (für uns) das erregenste dabei.


    Alles Gute *:)

    Ich glaube, das Problem ist ganz oft Angst. Angst vor Schmerz. Angst davor, wie unberechenbar das Leben ist. Dann ist die Beziehung der Fixpunkt, der Teil des Lebens, wo die Welt in Ordnung ist und so, wie man sie haben will. Die sichere Höhle. Nu ist aber der andere bei aller Liebe immer noch ein anderer mensch als man selbst und wird auch immer ein anderer mensch bleiben, und somit ist er ein Mensch, in dessen Leben man selbst niemals die allererste Hauptrolle spielen wird - die spielt, selbst wenn man für den anderen bereitwillig sterben oder sich für ihn mit einem stumpfen Löffel ein Bein amputieren würde, letzten Endes doch immer nur eine person im Leben eines Menschen, nämlich er selbst. Man selbst ist der einzige Mensch im eigenen Leben, der von Anfang bis Ende zuverlässig dabei ist, der einzige, der wirklich alles von einem selbst weiß (na ja - soweit man halt ehrlich zu sich selbst ist und soweit man sich selbst eben begreift, das ist ja auch immer zum Teil eher ein Konstrukt als unumstößliches Wissen). Und so sehr man einen anderen auch liebt und so sehr er einen liebt - immer, immer ist da die Möglichkeit, dass man sich auseinanderentwickelt, dass dem anderen etwas zustößt, dass man sich ineinander täuscht, irgendwas.


    Ich hab den Eindruck, als ob viele Menschen die Bestätigung suchen, dass ihnen so was nie zustoßen könnte. Dass sie eine Garantie vom anderen wollen, dass er ihnen nicht wehtun wird. Nur - wie soll der andere das leisten? Entweder, er täte es wirklich nicht absichtlich: Dann ist es albern, ihm solche Versprechungen aus den Rippen zu leiern. Oder er täte es doch: Dann ist er entweder ehrlich, oder er lügt. Gegen Letzteres gibt es keine Garantien.


    Unterm Strich bleibt: Ja, Liebe kann entsetzlich wehtun, zu lieben kann einem mit dem nackten Arsch ins Gesicht springen, und dagegen gibt es keine Versicherungen mit einem Beitrag von "Wir versichern uns monatlich elf Minuten lang, dass wir einander immer lieben werden und niemals einen anderen ansehen werden".
    Ich hätte ein gewisses Verständnis dafür, wenn das meinem Partner Angst machen würde - hat es übrigens auch, jahrelang. Er hat mich aber niemals zu kontrollieren versucht, weder was ich tu noch was ich denke. Er hatte nur diese Angst, die uns manchmal beide belastet hat, die aber zum Teil auch beziehungsdynamische Gründe hatte (ich wollte früher nie eine feste Beziehung und war seit meinem siebzehnten Lebensjahr keine drei Monate Single; war also in den ersten Jahren mit ihm zusammen, weil ich ihn wollte, aber nicht, weil ich eine Beziehung wollte). Wenn er das aber nicht reflektiert und es einfach in Form von Ansprüchen an und auf mich blindlings ausagiert - öäch. Bäh. Nee. Wie gesagt: Ich bin nicht mehr siebzehn. So einen Unsinn würde ich nicht mitmachen.

    Zitat

    Entweder, er täte es wirklich nicht absichtlich: Dann ist es albern, ihm solche Versprechungen aus den Rippen zu leiern. Oder er täte es doch: Dann ist er entweder ehrlich, oder er lügt. Gegen Letzteres gibt es keine Garantien.

    Addendum: Oder er irrt sich in sich selbst. Gibt es ja auch. Sogar reichlich. Die meisten Leute wollen nette Leute sein.

    Zitat

    Ich hab den Eindruck, als ob viele Menschen die Bestätigung suchen, dass ihnen so was nie zustoßen könnte. Dass sie eine Garantie vom anderen wollen, dass er ihnen nicht wehtun wird.

    und ich glaube, gerade weil sie selbst wissen, dass das nicht möglich ist, ist da das bedürfnis und der feste glaube ALLES zu wissen vom anderen, jede handlung vorhersagen zu können, den komplett transparenten partner zu haben, so dass es keine überraschungen geben kann und man jederzeit schnell und effektiv alles im keim ersticken kann, was die beziehung ungemütlich machen könnte.


    wenn man denn etwas mitbekommt, womit man nicht gerechnet hat, zieht das doppelt am teppich untern den füßen, weil klar wird, dass man eben nicht alles wissen kann. man kann ein gefühl entwickeln, gewisse verhaltensweisen einordnen lernen, aber in den kopf hinein kommt man nicht.

    Niemals würde ich meinem Partner etwas verbieten oder seine Gedanken kontrollieren wollen. Ich will auch keinesfalls, dass er meinetwegen etwas unterdrückt.


    Das Wichtigste ist einfach immer Kommunikation. Und ja, wenn ic h Fantasien hätte, in denen ich Sex mit drei Männern hab oder was auch immer und mein Partner fragt mich danach, würde ich ehrlich zu ihm sein. Auch oder gerade wenn es für die Beziehung an sich bedeutungslos ist. Auch wenn ich weiß, er würde vielleicht ein wenig eifersüchtig werden. Warum diese Ehrlichkeit? Weil ich möchte, dass er für sichich für michwir zusammen entscheiden kannkönnen, ob und wie man damit umgehen kann und weil es ihm wichtig zu sein scheint, sonst würde er ja nicht fragen.


    Es ist aber auch jedermanns Recht, nicht über so etwas reden zu wollen. Auch das kann man dann äußern. Und auch dann muss man wieder entscheiden, ob und wie man damit umgehen kann.


    Und bei Fremdgehen ist für mich direkt Schluss.

    Zitat

    Und bei Fremdgehen ist für mich direkt Schluss.

    Puh. Das würde ich nie derart pauschal sagen. Mich würde da schon interessieren, wie es dazu kam und was da eigentlich los war. Und es wäre durchaus von Belang, wie wir beide dann jeweils damit umgehen und wo wir miteinander überhaupt stehen.

    Zitat

    Und ja, wenn ic h Fantasien hätte, in denen ich Sex mit drei Männern hab oder was auch immer und mein Partner fragt mich danach, würde ich ehrlich zu ihm sein. Auch oder gerade wenn es für die Beziehung an sich bedeutungslos ist. Auch wenn ich weiß, er würde vielleicht ein wenig eifersüchtig werden. Warum diese Ehrlichkeit? Weil ich möchte, dass er für sichich für michwir zusammen entscheiden kannkönnen, ob und wie man damit umgehen kann und weil es ihm wichtig zu sein scheint, sonst würde er ja nicht fragen.

    gut, in dem fall muss ihn ja etwas dazu treiben, mich das so detailliert zu fragen. wäre es offenes interesse am thema, würde ich mit ihm offen darüber sprechen, was da an interesse für ihn und mich ist, ob und wie man das mal probieren möchte, welche bedenken es gibt etc. hätte ich den eindruck es wäre "schnüffeln", um mir in den kopf zu gucken, würde ich wohl meine grenze verteidigen, einfach weil das MEIN kopfkino ist.

    Shojo, interessieren würde mich das auch und ich würde auch in Ruhe darüber reden wollen und es auch für mich analysieren. Trotzdem würde es bei der Konsequenz bleiben.


    Zum Thema Kopfkino muss ich sagen, dass ich das aber auch sehr auf meinen Freund beziehe. Laut ihm ist es bei ihm so wie auch bei mir: Solang ich glücklich bin, kommen mir bestimmte Fantasien nicht in den Kopf (was nicht heißt, dass es bei anderen Menschen auch so sein muss). Sollte sich das aber verändern, würde ich mir halt ein wenig Gedanken machen.


    Was Anderes wäre es wahrscheinlich, wenn es sozusagen schon immer Normalzustand war, dass man gewisse Fantasien hat. Also mich bringen VERÄNDERUNGEN zum Nachdenken.


    Jemand, der ständig Fantasien mit anderen bestimmten Frauen hätte, kann sie gerne haben - würde für mich als Partner aber wohl nicht in Frage kommen.

    Shojo, interessieren würde mich das auch und ich würde auch in Ruhe darüber reden wollen und es auch für mich analysieren. Trotzdem würde es bei der Konsequenz bleiben.


    Zum Thema Kopfkino muss ich sagen, dass ich das aber auch sehr auf meinen Freund beziehe. Laut ihm ist es bei ihm so wie auch bei mir: Solang ich glücklich bin, kommen mir bestimmte Fantasien nicht in den Kopf (was nicht heißt, dass es bei anderen Menschen auch so sein muss). Sollte sich das aber verändern, würde ich mir halt ein wenig Gedanken machen.


    Was Anderes wäre es wahrscheinlich, wenn es sozusagen schon immer Normalzustand war, dass man gewisse Fantasien hat. Also mich bringen VERÄNDERUNGEN zum Nachdenken.


    Jemand, der ständig Fantasien mit anderen bestimmten Frauen hätte, kann sie gerne haben - würde für mich als Partner aber wohl nicht in Frage kommen.

    mein kerl und ich hatten nur vor ur-zeiten mal ein gespräch drüber, weil ich echt nicht gedacht hätte, dass er überhaupt noch "kapazitäten" frei hat und eben nicht ahnte, dass er pornos schaut (hatte ich ja schon am anfang geschrieben).


    zum einen habe ich alle antworten von ihm bekommen, die ich für mich brauchte, um das einzusortieren und zum anderen auch abstand von tiefer gehenden fragen genommen. ich will gar nicht wissen, was das für filmchen sind - genau, wie ich jetzt mein kopfkino auch nicht unbedingt vor mir hertragen will (heißt ja nicht umsonst kopfkino) und weil das auch null mit irgendeiner realisierungs-sehnsucht zu tun hätte!

    Zitat

    Ich glaube, das Problem ist ganz oft Angst. Angst vor Schmerz. Angst davor, wie unberechenbar das Leben ist. Dann ist die Beziehung der Fixpunkt, der Teil des Lebens, wo die Welt in Ordnung ist und so, wie man sie haben will. Die sichere Höhle. Nu ist aber der andere bei aller Liebe immer noch ein anderer mensch als man selbst und wird auch immer ein anderer mensch bleiben, und somit ist er ein Mensch, in dessen Leben man selbst niemals die allererste Hauptrolle spielen wird - die spielt, selbst wenn man für den anderen bereitwillig sterben oder sich für ihn mit einem stumpfen Löffel ein Bein amputieren würde, letzten Endes doch immer nur eine person im Leben eines Menschen, nämlich er selbst. Man selbst ist der einzige Mensch im eigenen Leben, der von Anfang bis Ende zuverlässig dabei ist, der einzige, der wirklich alles von einem selbst weiß (na ja - soweit man halt ehrlich zu sich selbst ist und soweit man sich selbst eben begreift, das ist ja auch immer zum Teil eher ein Konstrukt als unumstößliches Wissen). Und so sehr man einen anderen auch liebt und so sehr er einen liebt - immer, immer ist da die Möglichkeit, dass man sich auseinanderentwickelt, dass dem anderen etwas zustößt, dass man sich ineinander täuscht, irgendwas.

    Wenn das Problem Angst oder Eifersucht ist, dann ist es ein anderes als schlichtweg ein völlig unterschiedliches Selbstverständnis bzw. Einstellung. Die TE schreibt ja, dass sie an ihrem Selbstwert zweifelt und scheinbar mit Pornos im allgemeinen keine Probleme hat. Ob mit oder ohne Angst, so lässt sich schlichtweg nicht ändern, ob und worüber der Partner phantasiert. Somit ist es nur relevant, eine ähnliche Definition von Liebe und Beziehung zu haben.

    Zitat

    Ich hab den Eindruck, als ob viele Menschen die Bestätigung suchen, dass ihnen so was nie zustoßen könnte. Dass sie eine Garantie vom anderen wollen, dass er ihnen nicht wehtun wird. Nur - wie soll der andere das leisten? Entweder, er täte es wirklich nicht absichtlich: Dann ist es albern, ihm solche Versprechungen aus den Rippen zu leiern. Oder er täte es doch: Dann ist er entweder ehrlich, oder er lügt. Gegen Letzteres gibt es keine Garantien.

    Ja, gibt sicher viele, die so denken, wobei die Einstellung zu Pornographie durchaus schon eingrenzen lässt, welche Werte jemand hat und welche er trainiert. Dass hier die meisten Ponographie derart lapalisieren, finde ich bemerkenswert, für mich persönlich in einer Beziehung aber etwas, das ich hinterfrage. Wenn beide andere Menschen zu ihrer sexuellen Befriedigung objektivieren, dann gibt es ja keine Konflikte.

    Zitat

    Ich hätte ein gewisses Verständnis dafür, wenn das meinem Partner Angst machen würde - hat es übrigens auch, jahrelang. Er hat mich aber niemals zu kontrollieren versucht, weder was ich tu noch was ich denke. Er hatte nur diese Angst, die uns manchmal beide belastet hat, die aber zum Teil auch beziehungsdynamische Gründe hatte (ich wollte früher nie eine feste Beziehung und war seit meinem siebzehnten Lebensjahr keine drei Monate Single; war also in den ersten Jahren mit ihm zusammen, weil ich ihn wollte, aber nicht, weil ich eine Beziehung wollte). Wenn er das aber nicht reflektiert und es einfach in Form von Ansprüchen an und auf mich blindlings ausagiert - öäch. Bäh. Nee. Wie gesagt: Ich bin nicht mehr siebzehn. So einen Unsinn würde ich nicht mitmachen.

    Der Umgang damit, wenn jemand Angst hat, ist ja noch einmal eine andere Sache. Wobei es aus meiner Sicht nicht bedeutet, dass jemand, der mit 30 die gleiche Einstellung hat wie mit 17 "falsch" denkt. Ansprüche an einen Partner zu haben ist auch sehr verbreitet, deswegen sind die Listen ja so lang, was der andere mitzubringen hat, damit er als Partner in Frage kommt bzw. ob der nächste besser ist, wenn er mehr Leistungen erfüllt. Wird von vielen bezüglich Sex genauso gehandhabt.

    Zitat

    und ich glaube, gerade weil sie selbst wissen, dass das nicht möglich ist, ist da das bedürfnis und der feste glaube ALLES zu wissen vom anderen, jede handlung vorhersagen zu können, den komplett transparenten partner zu haben, so dass es keine überraschungen geben kann und man jederzeit schnell und effektiv alles im keim ersticken kann, was die beziehung ungemütlich machen könnte.

    Viel brauche ich nicht zu wissen, wenn ich weiß, wer welche Art von Phantasien hat. Es wird ja hier so gesehen, als sei das nicht real, nur weil jemand nicht mit einer realen Person Sex hat, sondern nur in seiner Phantasie. Sehe ich etwas anders. Für den Betreffenden sind die Gefühle real, die er sich durch seine Phantasien produziert (funktioniert genauso wie Angst oder Freude, etc.). Hoffentlich sind die Phantasien noch zumindest authentisch, denn wenn es wiederum Phantasien sind, die jemand im Alltag gar nicht lebt – ähm, wen habe ich dann vor mir? Jemanden mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Ist genauso wie bei einem Amokläufer. Klar werden nicht alle zum Amokläufer, die eine aggressive Ader "spielerisch" und nur in ihrer Phantasie ausleben. Die einen entscheiden auch sicher zwischen Realität und Phantasie. Nur ist es eben ein Training und je mehr ich eine Sehnsucht füttere, umso mehr vergrößere ich sie. Gilt auch für die Freundin der Frau, Nachbarin oder Pornodarstellerin. Wissen aber die meisten, die das ja gar nicht wirklich leben wollen, zur Sicherheit wird halt schon mit einberechnet, dass eine Partnerschaft sowieso ihr Ende hat und man halt nichts dafür kann, wenn man sich denn halt doch zufällig in jemanden verliebt. Beweisen ja auch die Scheidungsraten und Fremdgehraten.

    Zitat

    gut, in dem fall muss ihn ja etwas dazu treiben, mich das so detailliert zu fragen. wäre es offenes interesse am thema, würde ich mit ihm offen darüber sprechen, was da an interesse für ihn und mich ist, ob und wie man das mal probieren möchte, welche bedenken es gibt etc. hätte ich den eindruck es wäre "schnüffeln", um mir in den kopf zu gucken, würde ich wohl meine grenze verteidigen, einfach weil das MEIN kopfkino ist.

    Es heißt ja nicht umsonst, dass es besser ist, manche Dinge gar nicht erst zu sagen.