Private Samenspende

    Liebes Forum, wegen der Brisanz des Themas möchte ich als Alias schreiben.


    Ich komme ohne Umschweife auf den Punkt. Mein Mann ist von einer guten Freundin, die in einer lesbischen Beziehung lebt, gefragt worden, ob er bereit wäre seinen Samen zu spenden. Der Kinderwunsch ist groß. Über eine Samenbank hatten die beiden bereits zweimal gefrorenen Samen "bestellt" (was für ein Ausdruck). Doch leider hat es nicht geklappt. Die Chancen auf Erfolg bei gefrorenem Sperma, zumindest wenn man es selbst einführt, sind wohl nicht so hoch. Deshalb nun die Frage an meinem Mann.


    Meine Frage an euch: Gibt es hier Erfahrungen mit dem Thema? Ob nun selbst betroffen, oder auch nur im Sinne von "mal was darüber gehört".


    Ich selbst bin noch unschlüssig, ob wir das emotional gut hinbekommen. Wie es überhaupt rechtlich aussieht, davon habe ich ebenfalls noch keine Ahnung.


    Ach, es ist schwierig ....

  • 147 Antworten

    Ich würde dem Paar raten, dass sie sich mit einem homosexuellen Paar zusammentun sollten, das ebenfalls einen Kinderwunsch hat, und sie das Projekt zu viert angehen sollten.


    Dass sie derzeit "nur" einen Samenspender suchen, klingt so als würden sie dem Kind tendentiell den Vater vorenthalten wollen. Das finde ich nicht gut und dazu würde ich keine Behilfe leisten. :|N


    (Mal ganz abgesehen von alle den rechtlichen Verpflichtungen, die die Sache mit sich bringen würde.)

    Danke, euch beiden schon einmal!


    Ein Privatvertrag hat also keinen Bestand. O.k.

    @ Sheilagh

    Ich sehe es nicht so, dass er ein Kind mit ihr hat. Er wäre Erzeuger, nicht Vater. Zum Vatersein braucht es noch mehr.


    Dennoch, etwas Sorge habe ich natürlich vor der emotionalen Seite an dieser Sache.

    Ich würde da sehr entschieden dagegen sein!! Aus mehreren Gründen:


    1. Egal ob durch normalen Sex oder "Samenspende", dein Mann wäre im Falle einer erfolgreichen Befruchtung/Schwangerschaft ganz einfach der Vater. Ich könnte das nicht! Zusehen wie das Kind der guten Freundin aufwächst, im Wissen das ich der Vater bin. Weiß ich wie ich in ca. 10 Jahren reagieren würde wenn das Kind anfängt selbstständig zu werden (Hey, sollen wir zwei was tolles unternehmen?) und nicht nur passiv und stumm in der Wiege liegt.


    2. Völlig egal wie die sexuelle Orientierung und das freundschaftliche Verhältnis auch sein möge, am Ende wäre die Gefahr viel zu groß das die gute Freundin plötzlich Unterhalt verlangt oder ähnliches. Ein Vaterschaftstest würde ja die Vaterschaft eindeutig aufdecken.


    3. Wenn die beiden unbedingt ein Kind haben wollen, nicht durch Adoption sondern ein leibliches, dann bitte durch einen anonymen Samenspender. So was kann auch unter ärztlicher Aufsicht passieren und muss nicht am heimischen Küchentisch gebraut werden. Wenn das nicht in Frage kommt, ist der Leidensdruck nicht groß genug.


    4. Was passiert wenn die Freunschaft/Bekanntschaft die nächsten 20 Jahre bestehen bleibt und der Nachwuchs eines Tages herausfindet wer sein leiblicher Vater ist?


    5. Sind sich die beiden (als das Frauen-Paar) wirklich ernsthaft bewusst was sie wollen/tun? Denn das klingt so als hätten sie auch mal in einer Bierlaune ein wenig Sperma bestellt bei Amazon...


    6. Ob man als Kind nicht besser in einer klassischen Familie mit Mutter und Vater aufwachsen sollte als in solch neumodischen und ahc so modernen Beziehungsformen lasse ich mal dahin gestellt sein, obwohl ich hier durchaus eine Meinung habe.

    Sie würden offen dem Kind gegenüber damit umgehen, wenn es älter ist. Mein Mann hatte schon überlegt im Sinne eines Patenonkel präsent zu sein.


    Aber die Möglichkeit, dass es ihm ähnlich sieht ist natürlich da...

    Zitat

    Danke, euch beiden schon einmal!


    Ein Privatvertrag hat also keinen Bestand. O.k.

    Was man sich immer klarmachen muss: Die rechtlichen und monetären Verpflichtungen bestehen dem Kind gegenüber. Das kann das lesbische Pärchen nicht per Vertrag anders entscheiden.

    Zitat

    Ich sehe es nicht so, dass er ein Kind mit ihr hat. Er wäre Erzeuger, nicht Vater. Zum Vatersein braucht es noch mehr.


    Dennoch, etwas Sorge habe ich natürlich vor der emotionalen Seite an dieser Sache.

    Ich könnte keinen Respekt vor einem Mann haben, der ein Kind "erzeugt" ohne danach dem Kind auch ein Vater zu sein. :|N


    WENN ihr euch darauf einlasst, ist er m.E. auf JEDEN FALL in der Pflicht, dem Kind auch ein Vater zu sein! So sehe ich das zumindest.

    Zitat

    Er wäre Erzeuger, nicht Vater. Zum Vatersein braucht es noch mehr.

    Nein, er wäre Vater.


    Und das Kind wird das höchstwahrscheinlich auch irgendwann - ganz natürlich - einfordern und wollen.


    Und auch Dein Mann müsste ein kalter Fisch sein, wenn da keine Vatergefühle aufkommen.


    Ihr stellt Euch das zu einfach planbar, technisch und emotionslos vor.


    Ihr habt keine Kinder oder? ;-)

    Wie schon gesagt, zahlen müsste er immer. Außerdem wird das Kind immer ein Kind deines Mannes sein. Wenn z.B. die Beziehung auseinander geht oder diese Frau das Kind nicht mehr versorgen kann oder will, könnten alle Verpflichtungen auf deinen Mann übergehen. Oder dein Mann entwickelt eine emotionale Beziehung zu dem Kind, was dann? Ich würde es lassen. Wenn der Kinderwunsch des Paares so groß ist, wäre eine Adoption auch eine Alternative. Vorausgesetzt die Behörden spielen mit.


    Mal ganz davon abgesehen, mich würde dieses Ansinnen mächtig wütend machen. Warum? Na weil nach deinen Worten nur dein Mann darauf angesprochen wurde. Überlege dir gut was Du willst oder bereit bist zu tragen in deiner Ehe.

    @ Sheilagh

    Doch, sogar zwei.

    @ Elaf (ich Kürze dich mal ab)

    Bierlaune ist es sicher nicht. Unter ärztlicher Aufsicht wird das in Deutschland nicht gemacht, meine ich. Jedenfalls nicht bei homosexuellen Paaren. Über diese Beziehungsform möchte ich jedoch nicht diskutieren.

    Zitat

    Ich könnte keinen Respekt vor einem Mann haben, der ein Kind "erzeugt" ohne danach dem Kind auch ein Vater zu sein. :|N

    Was wäre mit Männern, die mal Samenspender waren?

    Zitat

    Ich würde dem Paar raten, dass sie sich mit einem homosexuellen Paar zusammentun sollten, das ebenfalls einen Kinderwunsch hat, und sie das Projekt zu viert angehen sollten.

    Das würde ich, wenn das für alle passt und sie sich über die Rahmenbedingungen einig sind, auch für eine gute Idee halten.


    Oder halt Spendersamen aus dem Ausland. Oder eine Kinderwunschbehandlung in Ausland.

    Zitat

    Was wäre mit Männern, die mal Samenspender waren?

    Dasselbe. Ich finde es generell nicht gut, wenn jemand wissentlich Kinder in die Welt setzt und sich dann nicht um sie kümmert. Deshalb halte ich auch nicht viel von Samenspende. Erst recht nicht von deren anonymer Variante, die den Kindern jede Kontaktmöglichkeit verbaut. :(v Das ist für mich reiner Egoismus der Eltern.

    Ich würde mich rechtlich von einem Anwalt beraten lassen, wenn prinzipiell nichts dagegen stünde, also Du und Dein Man durchaus dazu bereit wären.


    Wenn das Kind erst einmal da ist, gebe es die Möglichkeit einer Pflegschaft und einer Adoption durch die Partnerin der Mutter. Spätestens mit der Adoption ist Dein Man dann aus allen rechtlichen Verpflichtungen raus.


    Wenn man es richtig angeht, kann man dem Kind gegenüber auch ganz offen mit der ganzen Situation sein - es gibt sicherlich entsprechende Therapeuten, die das begleiten.

    Nacht das bitte nicht, und das sage ich als Lesbe, die in den nächsten Jahren auch vor dem Problem stehen wird. Wobei ich eine anonyme Samenspende als einzige für mich akzeptable Lösung ansehe.


    Zur privaten Samenspende und deren rechlichen Folgen wurdest du ja aufgeklärt, und die sind wirklich nicht ohne. Ausserdem sind, wie schon erwähnt wurde, die Vatergefühle nicht zu vernachlässigen. Theoretisch könnte auch dein Mann die Vaterschaft einklagen.


    Die Idee mit dem schwulen Pärchen mag für viele, ja recht gut klingen, aber auch hier gibt es rechtliche Probleme. Von dem m.M.n furchtbaren Problem wie man das Kind dann aufzuteilen hat, ganz zu schweigen.


    Eine männliche Bezugsperson is genauso wie eine weibliche enorm wichtig für ein Kind. Das heißt aber noch lange nicht dass es unbedingt eine Mutter und einen Vater braucht. Es können auch Bekannte, Geschwister und Großeltern wunderbare geschlechterspezifische Bezugspersonen sein. Alles andere widerspricht den heutigen Stand der Wissenschaft.

    Hab mir jetzt gerade vorgestellt die zwei Trutschen fragen meinen Mann und der fragt ernsthaft mich. Mein Gedanke:


    "Sag mal habt ihr einen Schuss? Es gibt genug Mannsbilder die euch bereitwillig in den Becher wichsen oder euch durchnudeln da braucht ihr ganz sicher nicht meinen Mann fragen. Gibt ne Anzeige im Internet auf oder sonstwas, ihr seid doch nicht ganz richtig im Kopf. Verpisst euch."


    Meine Reaktion gegenüber Mann:


    "Bist du noch ganz sauber im Kopf dass du ernsthaft darüber nachdenkst? Hallo? Kannst gleich zu denen gehen. Hier brauchst du mir nimmer auftauchen."


    Genau genommen würde ich erwarten dass er die Freundschaft augenblicklich beendet. Das war mir eindeutig ein zu extremer Schritt als dass ich noch mit denen was zu tun haben wollte.


    Es gibt so viele Kerle die sich dran aufgeilen eine Frau zu schwängern, wenn mein Mann darüber eindeutig nachdenken würde, dann wüsste ich ja was ich von dem zu halten habe.


    Gut, ähm, ich bin da etwas vorbelastet. So einen krankhaften Kerl der gerne schwängert um des schwängern Willens... hatte ich lange genug. :-X Schlimm genug wenn man sowas dann erfährt