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    ok, dann haben wir völlig unterschiedliche Sichtweisen - was ja nicht schlimm ist. Mir ist die biologische Abstammung eher egal. Denn ansonsten wären Adoptivkinder ja irgendwie immer Kinder 2ter Klasse bzw dann sollte man Adoptionen eher vermeiden. In meinen Augen sind Adoptivkinder meißt die "mehr gewollten Kinder", da ihre Eltern deutlich mehr Aufwand betrieben haben, sie zu bekommen als die Verhütung wegzulassen. Im Idealfall haben Adoptivkinder dann 2 Paar Eltern, aber die "ersten" Eltern sind für mich die, die es gewollt haben, es versorgen und lieben.

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    Dennoch, etwas Sorge habe ich natürlich vor der emotionalen Seite an dieser Sache.

    Das sagt schon sehr viel über Dich aus. Denke mal nach. *:) Es ist kein Ja, ich will das auch . Es ist ein ich weiß nicht. Ein ich weiß nicht, ist kein Ja.


    Eine starke Bindung wäre immer da. Denn wenn Dein Mann sogar überlegt, Patenokel zu werden, dann ist es auch emotional sein Kind. Wenn Du damit wirklich klar kommst, dann ja. Vielleicht seid ihr ja dann einfach eine Patchworkfamilie der andreren Art. Emotional und theoretisch irgendwann wenn was sein sollte auch finanziell.

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    Emotional und theoretisch irgendwann wenn was sein sollte auch finanziell.

    Und wenn man den Lebensweg zu Ende denkt: Das Kind ist zum einen in der finanziellen Pflicht, sollte der Vater Pflegefall werden und die eigenen Mittel reichen nicht aus, und in letzter Konsequenz auch gleichberechtigt erbberechtigt mit den Halbgeschwistern, was den Erbteil des Vaters angeht. Ja, alles noch weit weg, aber dennoch zu beachten.

    Sowas ähnliches hatte ich auch mal in der Ehe. Ich habe meinem Mann sofort den Vogel gezeigt und damit war die Sache erledigt. Aber auch die Person, die die Spende haben wollte, habe ich den Vogel gezeigt.

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    Das mag für dich egoistisch sein, steht dir frei. Sind dann auch Menschen egoistisch, die Kinder auf die Welt setzen, obwohl die Rahmenbedingungen nicht passen?

    Da ich davon ausgehe, dass die Frage an mich gerichtet war, beantworte ich sie. JA definitiv sind das für mich egoistische Menschen. Ich verstehe z.B. H4-Empfänger nicht, die sich fortpflanzen. Die von Anfang an wissen, dass sie dem Kind finanziell nie das bieten können, was das Kind bei anderen in der Schule sehen wird usw.


    Und was das "Kind braucht einen Vater"-Thema angeht:


    Es macht schon einen Unterschied, ob es ein "Vater" ist, der ein Arschloch ist. Den braucht kein Mensch logischerweise. Klar dass es Scheidungskinder gibt, denen es besser ohne Vater (oder Mutter) geht, weil ein Elternteil eben charakterlich für den Arsch war. Aber wenn ein guter Vater vorhanden ist, finde ich es falsch den vorzuenthalten.


    Im Modell wie Criecharlie das beschrieben hat, kann ich es mir wiederum vorstellen. Da ist der Vater als Vaterfigur ja vorhanden und das Kind kann jederzeit Kontakt haben, wann es das will.

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    das ist für lesbische Paare aber eben nicht so leicht.

    Das mag ja so sein, aber es ist möglich. Die Entscheidung für ein Kind ist in allen Belangen eben keine flutschige Supereinfach-Sache, die einem so in den Schoß fällt. Auch Hetero-Paare mit Fertilitätsproblemen müssen Aufwand über sich ergehen lassen, wenn sie ihren Herzenswunsch erfüllt haben wollen. Einfach mal den guten Freund zu fragen ist in meinen Augen eine sehr einfache Lösung (vor allem für das Damenpaar), verlangt aber extrem viel ab (in meinen Augen zuviel), was sich anders zwar nicht leicht, aber mit geringeren Konsequenzen lösen lassen würde.


    2x haben sie bereits Samenspenden erfolglos probiert. Dazu gehört auch für mich erst einmal die Ursachenforschung, warum es nicht klappte. Ist diese überhaupt erschöpfend abgeschlossen?

    Ich stimme im Wesentlichen Imma und Criecharlie zu.


    Dabei denke ich aber, dass es wohl wesentlich auf das Verhälltnis der beiden beteiligten Paare zueinander ankommt. Viele, vermute ich, denken an ein lesbisches Paar, das man vielleicht nicht so gut kennt. Da kann ich die heftigen Anti-Reaktionen verstehen.


    Aber bei einer sehr guten, eventuell (fast) familiären Beziehung der Paare zueinander kann das anders aussehen. Ich wäre nicht entsetzt, wenn ein solches Ansinnen eines bestimmten lesbischen Paares an uns herangetragen würde. Und auch die Unterhaltsverpflichtung, wenn die beiden irgendwann wider alle Erwartung den Unterhalt nicht mehr tragen würden, sähe ich nicht als Problem: Die beiden hätten sicher wenn nötig unsere Kinder großgezogen, wenn wir (zB durch Tod) dazu nicht in der Lage gewesen wären, und genauso würden wir uns um ihre Kinder kümmern, wenn sie denn welche hätten und sich selbst nicht mehr kümmern könnten.


    Der "Patenonkel" als leiblicher Vater scheint mir auch für das Kind eher sinnvoll als ein anonymer Samenspender. Wenn man offen damit umgeht, weiß das Kind wenigstens, von wem es abstammt. Und eine persönliche Beziehung zu dem leiblichen Vater ist bei derart befreundeten Paaren auch garantiert.


    Also Alias, überlegt euch das gut. Es schafft Verpflichtungen und es wird euer Leben verändern. Aber wenn euch das recht ist, dann habe ich nichts dagegen.

    Vielen Dank für eure Gedanken!


    Da ich gerade beruflich unterwegs bin, kann ich nur vom Handy aus schreiben.


    Vorweg: eure Gegenargumente prallen nicht einfach ab.


    Noch einmal zur Richtigstellung. Mein Mann, bzw. wir würden nicht einfach nur eine Randrolle spielen. Wenn, dann würden unsere Familien noch weiter zusammen rücken. Auch würde dem Kind und unseren Kindern mit offenen Karten gespielt werden.


    Die Vorstellung wäre tatsächlich, dass die Partnerin dann das Kind adoptiert.

    Noch ein Nachtrag zu bestimmten Aussagen, die getroffen wurden.


    In einem ziemlich emotionalen Beitrag einige Seiten vorher wurde geschrieben, dass die Lesben sich ja auch einfach mal "durchnudeln" lassen können.


    Können sicherlich, nicht wenige Männer träumen davon, mit einer lesbischen Frau in die Kiste zu springen.


    Allerdings wollen sich lesbische Frauen nicht von Männern durchnudeln lassen, denn sie sind lesbisch. So einfach ist das.


    Ein anderer Beitrag erwähnte, dass das lesbische Paar aus purer Bequemlichkeit auf den Samen des Freundes aus ist.


    Als quasi Betroffene sage ich hierzu klar und deutlich nein. Mir persönlich wäre es einfach viel viel lieber, den Vater des Kindes zu kennen.


    Wenn ich jemanden in meinem Freundeskreis darum bitten würde, dann nur, weil ich ihn mir als Vater des Kindes vorstellen könnte.


    Nicht weil ich mir die Kosten für eine Samenbank sparen möchte, dass Geld ist durchaus drin. Wir versuchen es auch gerne Monatelang, bis es klappt - kein Problem, wir haben noch Zeit.


    Ist es verwerflich, den Wunsch zu haben, den Vater zu kennen? Die meisten heterosexuellen Frauen möchten sich ja auch den Vater ihrer Kinder aussuchen und nehmen nicht jeden x- beliebigen Partner oder sogar fremden Mann.


    Man könnte ja auch einfach sagen "sorry, wir sind gute Freunde, aber wir können es uns nicht vorstellen". So ganz ohne ausgeschlagene Zähne und Freundschafts- Kündigung.

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    2x haben sie bereits Samenspenden erfolglos probiert. Dazu gehört auch für mich erst einmal die Ursachenforschung, warum es nicht klappte. Ist diese überhaupt erschöpfend abgeschlossen?

    Warum Ursachenforschung? Bei heterosexuellen Paaren mit Kinderwunsch wird auch erst dann Ursachenforschung betrieben, wenn es (6-) 12 Zyklen lang nicht geklappt hat.


    Nach 6 Zyklen mit regelmäßigem GV kann man eine leichte Subfertilität vermuten, wobei das auch lange nicht in jedem Fall so sein muss. Nach 12 Zyklen mit regelmäßigem GV sind 92% der Paare schwanger. Wenn es bis dahin nicht geklappt hat, DANN wird üblicherweise erst medizinisch alles abgeklärt.


    Und soweit ich weiß sind die Erfolgschancen pro Zyklus bei Samenspenden oder der Bechermethode nochmal geringer, als bei normalem Sex.

    in meinem familienkontext hat sich diese frage vor kurzem auch sehr konkret gestellt - auch wir haben keine wirkliche antwort gefunden und sind auch (noch) zu keinem ergebnis gekommen (ich sage an dieser stelle "wir", weil ich mit in die überlegungen einbezogen wurde!)


    was wir allerdings als gemeinsamen nenner gefunden haben:


    trennt ganz strikt die rechtlichen, sachlichen und emotionalen punkte.


    für die rechtlichen belange verlasst euch bitte nicht auf juristisches möchte-gern-wissen.


    bezieht nur die aller-engsten beteiligten mit in die diskussion ein.


    nehmt jeden einwand ernst - ohne zu gewichten, welches argument stärker zählen könnte.


    sobald auch nur einer der direkt beteiligten ein blödes gefühl hat, verlangt keine begründung/rechtfertigung, sondern macht aus, dass das gilt! und lasst euch zeit.


    ps: ich bin schon sehr entsetzt, dass das lesbische paar als trutschen, weiber und sonstiges bezeichnet wird!!!