Für mich sind das keine "unterschiedlichen Beziehungsauffassungen", wenn der Partner meine Sachen durchwühlt, um dann Schreiben an mich zu lesen. Das ist auch kein Bedürfnis meines Partners das zu respektieren ich mich bemühen sollte, das ist schlicht und einfach übergriffig.


    Dass du keine Beziehung mit ihr eingegangen wärst wenn sie von Anfang an so drauf gewesen wäre, spricht Bände.

    Zitat

    Für mich sind das keine "unterschiedlichen Beziehungsauffassungen", wenn der Partner meine Sachen durchwühlt, um dann Schreiben an mich zu lesen. Das ist auch kein Bedürfnis meines Partners das zu respektieren ich mich bemühen sollte, das ist schlicht und einfach übergriffig.

    So sehe ich das auch. Unfassbar, wie locker es manche offenbar hinnehmen, dass ihre privaten Korrespondenzen durchleuchtet werden, aber klar, man hat ja nichts zu verbergen. 🤦🏼‍♀️ Unfassbar.

    Naja da ist jeder unterschiedlich. Ich denke mir zum Beispiel nix wenn mein Mann in meiner Tasche rumwühlen würde.


    Bei mir gibts übrigens auch ne Vorgeschichte warum ich so bin. NUr mal so am Rande.


    Im Moment bin ich gerade dabei viel aufzuarbeiten.


    Bei uns ist es zum Beispiel so, dass wir unsere "Rucksäcke" wie vorhin so passend gesagt rappelvoll aus der Kindheit mitbekommen haben.


    Ich kann nur von mir sprechen... ich hätte gerne eine komplette Verschmelzung mit dem Partner. Keine ichs mehr sondern NUR noch ein wir. Für viele der Tod. Aber warum ist das so... ich meine glücklich macht das auf Dauer nicht. Das ist ein Wahnsinnsdruck den man sich selbst macht. Und genau dann reagiert man so wie deine Freundin...


    RIchtig gecheckt hab ich das allerdings erst bei einem Coaching.... dass ich sehr extrem bin.


    Mein Coach hat einfach die richtigen Fragen gestellt.


    Zum Beispiel wurde ich als Kind damit bestraft, dass keiner mehr mit mir geredet hat. Das war schrecklich...


    Tagelang. Unabhängig von meinem Mann ist es so, wenn jemand nicht so viel wie sonst mit mir redet, oder mal keine Lust zum reden hat, sich das für mich anfühlt als hätte ich was falsch gemacht. Ich forsche und grüble was ich denn angestellt haben können. Macht mein Gegenüber logischerweise mit Fragen total wahnsinnig... Aber für mich bedeutet das extremen Schmerz. DAs kann ich gar ned beschreiben.


    Ich bettle auch um die Bestätigung meines Mannes... 1000mal sollte er sagen das er mich liebt. Dass ich toll bin, schön bin und alles gut ist. Sobald er mal nicht reagiert wie mein Trigger es gern hätte gehen bei mir sämtliche Alarmglocken.


    Was ich damit sagen will. Vielleicht hat deine Freundin noch nicht geschnallt, dass es eine Ursache haben könnte. Vielleicht hat ihr vorher auch noch nie jemand dagegen geredet und jetzt ist die Zeit dafür

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    Unfassbar.

    Unfassbar für Dich! Es gibt aus meiner Sicht hier keine gültige Verallgemeinerung, es sind Schattierungen von Grau; die Grenzwerte muss jedes Paar selbst festlegen; es gibt da keinen moralischeren Grundwert außer dem, das Wohl des Anderen genauso im Blick zu haben wie das eigene - und umgekehrt. Ich sehe das Problem nicht in der wachsenden Freiheit oder gar der Gleichberechtigung, sondern der wachsenden Individualisierung, was aus meiner Sicht gerne verwechselt wird und, wie vieles, die Null-Lage des Pendels gerade in der einen Richtung überschwingt.


    *:)

    Rein praktisch: das wirklich "Private" ist meist so gravierend, dass es im Endeffekt - also wie es sich auswirkt - auf jeden Fall beide Partner betrifft (Beispiel: Jobverlust / plötzliche Krankheit); wenn das nicht zutrifft, ist es Pillepalle und von daher egal (Beispiel: Tante Ernas Katze).


    *:)

    Zitat

    wenn das nicht zutrifft, ist es Pillepalle und von daher egal (Beispiel: Tante Ernas Katze)

    Ich verstehe nicht ganz, wie du das meinst. Egal im Sinne von "egal, wenn der Partner davon erfährt"?


    Eine Notiz in meinem Büchlein nach einem privaten Treffen mit einer guten Freundin kann z.B. lauten "Sandra schwanger, denkt über Abbruch nach, bis 15.02. möglich". Das ist für mich alles andere als Pillepalle, aber es betrifft unsere Partnerschaft null und deshalb geht es meine Partnerin m.E. auch nichts an. Denn ich bin mit Sandra befreundet und deshalb hat sie sich mir anvertraut. Für meine Partnerin war die Info nie bestimmt.


    Manchmal notiere ich mir Stichpunkte zu Gesprächen, familieninterne Dinge, private Dinge von Freunden etc.


    Alles nicht für sie bestimmt, aber in meinen Augen keine Geheimnisse, die ICH vor ihr habe.

    In dem Falle kommt es darauf an, ob Sandra nur Deine Freundin ist, während Deine Partnerin sie vielleicht noch nie gesehen hat. Dann hast Du recht.


    Meist ist ja aber so, dass nach 10 Jahren Partnerschaft die beiden Freundeskreise inzwischen verschmolzen sind, jedenfalls ist das meine Erfahrung. Dann ist Sandra für beide wichtig.


    *:)

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    Meist ist ja aber so, dass nach 10 Jahren Partnerschaft die beiden Freundeskreise inzwischen verschmolzen sind, jedenfalls ist das meine Erfahrung.

    Verschmolzen? Das kenne ich so tatsächlich nicht, also auch nicht von den anderen Paaren um uns herum. Es gibt gemeinsame Freunde und alle andere hat man zumindest schon mal gesehen, klar. Aber so verschmolzen, dass man sagen könnte, alle ehemaligen "Einzelfreunde" sind jetzt unsere gemeinsamen Freunde? Nein. Ich bin für meine Begriffe auch nicht zwangsläufig mit den Partner/innen aller meiner guten Freunde befreundet. Sandra ist meine Jugendfreundin. Meine Partnerin kennt sie nach den Jahren natürlich, aber sie ist definitiv nicht ihre Vertraute, im Gegensatz zu mir.

    Vielleicht war das für mich auch irgendwie immer ein Bedürfnis, mit meiner Liebsten zu teilen, was ich sonst noch liebe. Deswegen bemühte ich mich auch immer, per Einladung / gemeinsamen Unternehmungen die Kreise von meiner Seite aus zu vereinen. - Eine negative Erfahrung gab es allerdings: Eine Ex-Partnerin versuchte, mich selbst aus dem Freundeskreis herauszudrängen, in den ich sie hineinbrachte. Das hat mich allerdings nicht von meinem Prinzip abgebracht.


    *:)

    Und selbst wenn Sandra eine gemeinsame Freundin wäre, so hat sie sich in diesem Moment ausschließlich sub divo anvertraut. Und nicht seiner Partnerin. Dann geht es die Partnerin erstmal auch nichts an.

    Ich als gebranntes Opferchen muss da mal kurz einhaken....


    Wenn es diese Jugend Freundin gibt (konnte ich nicht ganz rauslesen) kann es nicht sein dass deine Freundin damit zu kämpfen hat?


    Dass sie wie auch immer mitbekommen hat dass eine andere Frau dir intime Dinge erzählt hat? Jugend Freundin hin oder her


    Könnte das sein?

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    Und selbst wenn Sandra eine gemeinsame Freundin wäre, so hat sie sich in diesem Moment ausschließlich sub divo anvertraut. Und nicht seiner Partnerin. Dann geht es die Partnerin erstmal auch nichts an.

    Wenn sich Sandra gewünscht hat, dass es im Freundeskreis "nicht öffentlich" wird, muss dies natürlich respektiert werden. Wir hatten so einen Fall neulich wirklich (Simone hatte herausgefunden, dass ihr Mann fremdgeht, wollte aber nicht, dass das publik wird). Mist für alle, denn alle mögen beide. Hat aber mit Privatsphäre (in diesem von mir erwähnten Fall) nichts zu tun.


    *:)

    Zitat

    Wenn es diese Jugend Freundin gibt (konnte ich nicht ganz rauslesen) kann es nicht sein dass deine Freundin damit zu kämpfen hat?

    Nee, also das mit Sandra war nur ein fiktives Beispiel um zu verdeutlichen, welche privaten Dinge ich da so notiere.


    Es gibt zwar Menschen wie Sandra in meinem Leben (männlich wie weiblich), aber ihre Privatsphäre ist mir sogar so wichtig, dass ich hier kein echtes Beispiel schildern würde.


    Befreundet bin ich mit Männern und Frauen gleichermaßen (ich bin übrigens auch eine Frau) und ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass das ein Problem für sie ist. Sie hält es selbst genau so. Wurde in der Vergangenheit auch nicht hintergangen/betrogen oder so.


    Ich weiß leider auch nicht, woher dieses Misstrauen bzw. die "Neugier", wie sie es nennt, kommt seit wir zusammen wohnen.