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    Für mich ist Partnerschaft/Beziehung/wie auch immer etwas mehr als nur mal Zeit zu verbringen oder mal in die Kiste zu steigen. Für mich bedeutet Beziehung Verbindung von Körper/Herz/Verstand/Gedanken.

    Für mich auch. Meine Partnerin ist meine engste Vertraute und sie erfährt so gut wie alles von mir. Kein Mensch kennt mich so gut, niemand ist mir so nah wie sie. Nur will ich eben nicht jeden noch so kleinen Gedanken mit ihr teilen. Ich will mir noch einen Teil Privatsphäre bewahren, weil ich es wichtig finde trotz aller Innigkeit eine eigenständige Persönlichkeit zu bleiben. Ich möchte mich nicht abhängig machen und ich möchte nicht, dass sie abhängig von mir ist oder wird und in diese Richtung entwickelt es sich für mich, wenn sie wirklich absolut ausnahmslos alles wissen will/muss von mir und es nur noch ein riesengroßes WIR gibt.


    Mir ist das Wir-Gefühl schon auch wichtig. Wir sind eine Einheit, die zusammenhält (gegen alle Widerstände, äußere Anfeindungen etc). Wir sind füreinander da, in guten wie in schlechten Zeiten. Ich bin jahrelang an manchen Tagen mehrere hundert Kilometer gefahren, damit wir den Abend miteinander verbringen konnten und damit meine ich nicht, in die Kiste zu hüpfen, sondern um zu reden etc. Wir haben tausende von Euro vertelefoniert in Zeiten ohne Flatrate, wenn sie im Ausland unterwegs war, weil reden/Gedanken austauschen/am Leben und Erleben des anderen teilhaben immer wichtig für uns war. Deshalb lebe ich nun auch wirklich gerne mit ihr zusammen und genieße die alltägliche Nähe. Es wird mir nur zu extrem, wenn es jetzt gar kein "mein" und "dein" mehr gibt.

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    Und nebenbei: sub divo ist eine Frau, als Vater des Kindes scheidet sie aus, man muss sich da also keinerlei Gedanken machen, denn offenbar ist die Freundin nicht an Frauen interessiert.

    Danke ;-)


    Und es war wie gesagt nur ein (fiktives) Beispiel. Genau so gut könnte in meinem Kalender stehen "S(tefan) überlegt zu kündigen. Kündigungsfrist bis 31.08." oder so. Es ging mir nur darum zu verdeutlichen, dass ich mit guten Freunden über Dinge spreche, die nur sie persönlich betreffen (und mich und meine Partnerin/Partnerschaft null) und sie meine Partnerin deshalb nichts "angehen". Wir haben nun mal nicht nur Wir-Freunde, mit denen wir beider gleichermaßen befreundet sind und wenn ihr eine Freundin erzählt, dass sie sich neu verliebt hat und überlegt, sich von ihrem Mann zu trennen, dann muss ich das genau so wenig wissen. Man kann sich allgemein über sowas unterhalten, wenn man einen Rat braucht, aber manche Dinge sagen mir Freunde wirklich nur im Vertrauen und dann bleiben sie auch erstmal nur bei mir.


    Wenn ich selbst kurz vor der Kündigung stände oder eine schlimme Krankheit bei mir vermuten würde oder was auch immer, was wirklich mich persönlich und uns als Paar betreffen würde - klar wäre sie dann mein erster Ansprechpartner und die letzte, der ich es verschweigen würde. Sie ist schließlich meine Lebenspartnerin.


    Aber Freundschaften möchte ich unabhängig davon pflegen (dürfen) und nicht über jedes Gespräch Rechenschaft ablegen müssen, sei es nun in Briefform, am Telefon oder dass ich mir halt etwas dazu in meinem Tagebuch notiert habe.

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    Aber er wird ihr ohnehin den Laufpass geben, hat er ja schon gesagt, dass das so für ihn nicht passt.


    Dann kann er sich seinen Brieffreundinnen widmen...........

    Die sind leider alle hetero :°( Muss wohl oder übel also doch bei meiner Alten bleiben, seufz.

    @ Morwena

    Ja, ehrlich gesagt habe ich auch schon darüber nachgedacht, ob es besser wäre, wieder getrennt zu wohnen. Denn da war alles wunderbar. Wir genossen beide die Nähe, aber es gab klare (eigene) Bereiche für jeden.


    Es wäre nur schade, weil ich es an sich wirklich genieße, dass wir nun ein gemeinsames Zuhause haben und so gut wie jeden Tag/Abend miteinander verbringen können. Ich dachte halt, dass die eigenen Bereiche trotzdem erhalten bleiben, deshalb haben wir (dachte ich jedenfalls) ja auch zwei Arbeits/Hobbyzimmer eingerichtet, wo jede ihrs hat/machen kann.


    Ich werde definitiv noch einmal das Gespräch suchen und ihr sagen müssen, wie ernst die Problematik für mich ist, denn so kann ich es mir tatsächlich nicht auf Dauer vorstellen. Das macht mich mürbe. Dann wirklich lieber wieder getrennte Wohnungen, wo sich Freiräume ganz automatisch ergeben...

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    Es wäre nur schade, weil ich es an sich wirklich genieße, dass wir nun ein gemeinsames Zuhause haben und so gut wie jeden Tag/Abend miteinander verbringen können.

    Das klingt jetzt ein bisschen so wie "Mein Partner ist ein toller Mensch, wenn er mich gerade nicht schlägt/ betrügt/ ..." Du genießt das Zusammenleben unterm Strich eben überhaupt nicht. Deine Hoffnungen in Bezug auf das schöne harmonische Zusammenwohnen haben sich nicht erfüllt.


    Ich fürchte aber, wenn du ihr nun den Gedanken präsentierst, wieder auseinander zu ziehen, wird das das Ende eurer Beziehung sein. Denn wenn sie es schon mit ihrer aus meiner Sicht verqueren Sichtweise als Vertrauensbruch betrachtet, dass du persönliche Sachen und Geheimnisse Dritter vor ihr wegschließt, wird sie einen Auszug von dir aus der gemeinsamen Wohnung doch erst recht als Kriegserklärung betrachten. Sie wird dir vorwerfen, dass du eine andere kennen gelernt hast und nun mit der in Ruhe vögeln willst usw.


    Für mich wäre das kein Grund, diese stressige Situation nicht durch Auszug zu beenden. Ich schreib dir das nur, weil das zu dem Gedanken halt dazu gehört.

    danae

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    Wir haben hier gerade wieder mehr Abstand eingezogen,

    Wenns nicht zu privat ist: Was habt ihr da geändert (Regeln, räumliche Gegebenheiten...?) Kann jeder damit gut leben oder musste einer nachgeben?


    *:)

    Kulturschaffender


    Ist eigentlich nur Kleinkram. Also alleien auf Klo gehen und Badezimmer nicht betreten, wenn der/die Andere da gerade beschäftigt ist. Das war länger mit kleinen Kindern nicht so möglich, mir aber eigentlich schon immer wichtig und es war für unser Sexleben wirklich nicht gut, dass wir da so eng wurden. Arbeitsbereiche sind besser getrennt und so kleinkram eben. Einfach kleine Zeichen, dass wir zwei Personen sind. Einiges ging in den letzten Jahren nicht so gut, gerade im bereich Badezimmer oder so, weil die Kinder gerade dann sohofort gewickelt werden mussten oder so, aber nun geht da wieder mehr und wir haben gemerkt wie gut das für intime Bereiche unseres Lebens ist.


    Allerdings würde mein Mann weder in diesem noch im nächsten Leben auf den Gedanken kommen meinen Kalender (den ich genau wie sub divo nutze) anzufassen ohne konkreten Anlass wie beispielsweise die Bitte für mich einen Termin nachzuschlagen. Kam er nie, wäre auch Anlass für ein richtig ernsthaftes Gespräch.


    Was das mitlesen angeht, hab ich ihm abgewöhnt. Ganz am Anfang hat er das einmal gemacht und ich bin, vorsichtig ausgedrückt, im Quadrat gesprungen. Seit dem kam das nicht mehr vor, mitlesen ist streng verboten.


    Er hätte es gern etwas näher, aber er hat auch gern Sex. Nachdem der Zusammenhang klar wurde, ist es, so denke ich, für uns beide in Ordnung so. ;-D ;-D

    Na, bei mir ist es aber keine Erpressung sondern einfach eine automatische Folge. Ich habs versucht, aber es geht nicht bei mir. Aber ich hab meinen Mann nochmal gefragt ob er da eigentlich auf viel verzichtet, angeregt von deiner Frage. Er hat mich angeguckt als wäre ich vielleicht gerade ein wenig krank oder so und meinte:"Nö, wieso? Mich stört es bei dir nicht, wenn du mitliest oder so, aber wenn es dich stört dann lass ich es halt. Ist ja nicht wichtig."


    Und genau so wünsch ich mir das in einer Beziehung. Wenn es einem wirklich nichts bedeutet, weil man es nicht braucht sollte vom Partner die Ansage:"Ich fühl mich damit nicht wohl." komplett ausreichen.

    Ja, aber bei der Te funktioniert ja genau das gerade nicht und genau da wird es zum Problem. Wenn mein Partner auf mein "Damit fühle ich mich nicht wohl" mit Angriff und Unterstellung reagieren würde, statt mit einem ernsthaften Gesprächsangebot um eine gemeinsame Lösung zu finden, dann wäre ich wirklich traurig und verletzt und auch verunsichert.

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    Du wirst lachen, wobei es eigentlich nicht zum Lachen ist, aber auch das ist so eine Sache: Sobald ich in meinem Arbeitszimmer mal privat telefoniere, kommt sie nur zu gerne herein und räumt herum oder macht sonstwas, um sich dort aufhalten zu können (angeblich immer Zufall und nicht um mitzuhören, aber wenn ich es thematisiere, kommt dann auch gleich wieder "Wieso, stört dich das? Was soll ich denn nicht mitkriegen?").

    Wie ich gelesen habe, hat jeder von Euch sein eigenes Zimmer. Das heißt, sie räumt in dem Moment in DEINEM Zimmer herum? Und das lässt Du zu? Warum?


    Hast Du ihr schon einmal so offen wie hier in diesem Forum geschildert, wie es Dir damit geht?

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    Er hätte es gern etwas näher, aber er hat auch gern Sex. Nachdem der Zusammenhang klar wurde, ist es, so denke ich, für uns beide in Ordnung so.

    Wenn man vom Partner intimste Details mitbekommt wie wenn er sich den Hintern abwischt oder sich Pickel ausdrückt, verliert der Partner ein Stück weit die Faszination, den Reiz des besonderen. Das ist für sexuelle Begierde nicht förderlich. Aber ich glaub, das ist noch mal ein anderes Thema als in der Kommunikation des Partners mitzulesen.

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    Wenn man vom Partner intimste Details mitbekommt wie wenn er sich den Hintern abwischt oder sich Pickel ausdrückt, verliert der Partner ein Stück weit die Faszination, den Reiz des besonderen. Das ist für sexuelle Begierde nicht förderlich.

    Was ist denn das für ein Unfug :-(


    Ich habe mit meiner Partnerin zwei Kinder bekommen. Äh, naja, auf die Welt gebracht hat sie die Kleinen, aber ich war mit im Kreissaal und habe Händchen gehalten und mit gehechelt... :-D Noch intimere Details wirst du wohl kaum mitbekommen. Das als den "Reiz des Besonderen" zu definieren ist natürlich Unfug. Der sexuellen Begierde war es aber keineswegs abträglich.


    Mir deucht, dass es hier User gibt, die zwar eine intime Partnerschaft wollen, aber doch bitte nicht so intim, dass man alles vom anderen wissen darf.


    Mir deucht, dass dies ein Altersproblem ist. Jüngere Menschen neigen da vielleicht eher zu Abgrenzung, die sich im Laufe des Älterwerdens verliert und die dann durch vermehrte Gemeinsamkeiten substituiert wird.

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    Mir deucht, dass dies ein Altersproblem ist. Jüngere Menschen neigen da vielleicht eher zu Abgrenzung, die sich im Laufe des Älterwerdens verliert und die dann durch vermehrte Gemeinsamkeiten substituiert wird.

    Das wiederum halte ich für Unfug. Ich bin 61 und derartige Übergriffigkeiten sind für mich ein No go und würden ganz sicher zum Streit führen. Bei weiterem ignorieren meiner Bedürfnisse, könnte das durchaus zum Ende der Beziehung


    führen.

    Na gut, dann bist du ja jünger als ich. Vielleicht irre ich ja auch in meiner Einschätzung der Altersabhängikeit. Wahrscheinlich können wir dann aber so verbleiben, dass es eben starke individuelle Unterschiede in der Problematik zwischen Nähe und Distanz gibt. :)_

    Naja, also im großen und ganzen lese ich heraus, dass es eben Paare gibt, die sich (also das "ICH") selbst gerne "aufgeben" und dafür nur noch als "Wir" funktionieren können und wollen.


    Diese Version halte ich persönlich für sehr fragwürdig und bekomme das auch immer dann, wenn ich solch ein Pärchen erlebe, bestätigt.


    ABER: das soll doch auch in Ordnung sein, solange es beide so wollen.


    Aber lieber/liebe TE: Kommunikation! Ist sowieso das A und O.


    Und wenn deine Partnerin selbst bei einem Telefonat um dich herumwuselt, trotz dass sie ja nicht mal mitbekommt, was dein Gesprächspartner am Telefon sagt, empfinde ich es schon als belastend. Auch für sie selbst. Ich überlege mir, wie sehr sie mit Selbstzweifeln geplagt sein muss, dass sie das so in dem Ausmaß betreibt. (Wäre sie nicht selbst am zweifeln, dann hätte sie ja kein Problem mit deinem Wunsch nach Privatsphäre und würde dir diesen gewähren).