Problem mit Verhältnis zu Eltern

    Hallo zusammen,


    ich habe seit vielen Jahren eine problembehaftete Beziehung zu meinen Eltern. OK, wahrscheinlich wie viele Menschen. Erzogen wurde ich sehr autoritär, also mit Gewalt statt Liebe und Respekt.


    Als Erwachsene stehe ich mittlerweile mitten im Leben, habe in einer Therapie das Gröbste versucht zu verarbeiten, was in meiner Kindheit so los war. Zwischendurch hatte ich auch länger den Kontakt abgebrochen, aber dank Therapie mich wieder angenähert.


    Trotzdem kriege ich es immer noch nicht fertig, meine Unabhängigkeit auch zu "leben". Immer wieder versuchen sie mich klein zu machen, zu kritisieren, mir nicht zu gönnen, was ich mir aufgebaut habe. Als ob sie nicht verstehen können, dass ich tatsächlich alleine was geschafft habe. Sie können nicht loslassen.


    Mein Konflikt ist, dass sie es immer wieder schaffen, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ich ihnen nicht "helfe", sprich, ihnen z. B. auf Zuruf finanziell unter die Arme greife, oder mich in sonstiger Weise kümmere. Ich weiß nicht wie und wen ich sonst fragen soll: Bin ich denn zu irgendwas verpflichtet? Muss ich mich schlecht fühlen, wenn ich 'nein' sage und es mir im Grunde ziemlich egal ist, wie es ihnen geht und ich lieber meine Ruhe habe?


    Und was ist eigentlich vertretbar, wenn sie später vielleicht wirklich mal irgendwann auf Hilfe angewiesen sind? Muss ich da springen? Ich will es nicht und kann es mir nicht vorstellen, dazu gibt es zu wenig Liebe und Vertrauen, alles bleibt an der kühlen Oberfläche. Der Kontakt tut mir nicht gut, ich muss immer auf der Hut sein, nicht verletzt zu werden.


    Sorry, wenn sich meine Gedanken im Kreis drehen, aber ich möchte mir etwas Klarheit verschaffen, da ich langsam nicht mehr durchsehe und die Situation/Erwartungshaltung meiner Eltern meine Kräfte übersteigt.


    Danke für's Lesen ??? :-|


    Vielleicht habt ihr ne Meinung dazu.

  • 42 Antworten

    Du bist zu gar nichts verpflichtet, erst recht nicht, wenn du in der Kindheit keine leibevollen Eltern hattest und von ihnen ein so großer Schaden angerichtet wurde, dass du das therapeutisch aufarbeiten musstest.


    Halt schön Abstand und schau, wieviel Kontakt zu verträgst und zulassen kannst. Und lass dir auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen einreden.

    @ wintersonne:

    Danke schön.


    Ich fühle das auch so, aber ich kann das nicht umsetzen. Ich kann Kontakt nur in homöopathischen Dosen zulassen und fühle mich trotzdem nicht gut...


    Ich habe auch irgendwann mal gesagt, dass ich ihnen eigentlich nicht helfen kann (sprich, ihre Erwartungen nicht erfüllen kann und will), und dann kommt nur zurück, ob ich mich für was Besseres halte. Ja, es ist eine schädliche Beziehung, aber ich komm einfach nicht raus aus dem Film trotz 200km Abstand. ":/


    Gibt es vllt einen Dreh oder einen Tipp, das schlechte Gewissen nicht zuzulassen?

    Zitat

    PS: Warum bin ich nicht verpflichtet? Wie mache ich denen (und mir) das klar? Die Frage quält mich sehr, leider...

    Dreh die Frage doch mal um: Was genau sollte dich denn verpflichten?


    Sie sind erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Mit welchem Recht schieben sie dir eine Teilverantwortung für ihr Leben zu? Würdest du das bei jemand anderem auch machen? Was würde dir, in deinen Augen, das Recht zu so einem Verhalten geben?

    @ inamarie

    Zitat

    aber dank Therapie mich wieder angenähert.

    Zitat

    es mir im Grunde ziemlich egal ist, wie es ihnen geht und ich lieber meine Ruhe habe?

    Widersprechen sich diese beiden Aussagen nicht?

    Zitat

    Trotzdem kriege ich es immer noch nicht fertig, meine Unabhängigkeit auch zu "leben".

    Ich denke, das würde gelingen, wenn es dir tatsächlich egal wäre, ob sie deine Errungenschaften anerkennen, und/oder du den Kontakt zu deinen Eltern auf ein Minimum reduzierst bzw. komplett einstellst.

    Zitat

    Immer wieder versuchen sie mich klein zu machen, zu kritisieren, mir nicht zu gönnen, was ich mir aufgebaut habe. Als ob sie nicht verstehen können, dass ich tatsächlich alleine was geschafft habe. Sie können nicht loslassen.

    Solange du mit ihnen in Kontakt bist, gibst du ihnen die Plattform, genau das immer wieder zu tun. Kann es sein, dass du ebenfalls nicht wirklich loslassen magst?

    Zitat

    Mein Konflikt ist, dass sie es immer wieder schaffen, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ich ihnen nicht "helfe", sprich, ihnen z. B. auf Zuruf finanziell unter die Arme greife, oder mich in sonstiger Weise kümmere.

    Schade, dass es in der Therapie nicht gelang, auch deine irrationalen Schuldgefühle zu bearbeiten. Nein, du bist deinen Eltern weder moralisch noch finanziell verpflichtet. Außer, dass sie Sozial- oder Pflegefälle werden, da wird das Amt ggfls. an dich herantreten. Aber hier und jetzt und freiwillig? Nein.

    Zitat

    Der Kontakt tut mir nicht gut, ich muss immer auf der Hut sein, nicht verletzt zu werden.

    Möchtest du wirklich unter diesen Voraussetzungen weiter mit deinen Eltern zu tun haben, so schwer es auch fallen mag, sich endgültig zu lösen?

    Na ich scheine mich verpflichtet zu fühlen, weil sie mich aufgezogen haben und mir teilweise mein Studium finanziert haben.


    In meiner Familie/Verwandtschaft ist dieses Sich-verpflichtet-fühlen sehr stark ausgeprägt. Meine Cousinen z. B. sind am gleichen Ort wie deren Eltern wohnen geblieben, weil "man seine Eltern nicht im Stich lässt".


    Sie bewundern mich für meine "Unabhängigkeit" - dabei finde ich die ganz normal.


    Dennoch kriege ich es nicht fertig, es konsequent zu kommunizieren und meine Grenzen zu setzen. Das ist ein Kampf, von dem ich eigentlich dachte, dass er nach dem Abi ausgestanden war...


    Sie schieben mir diese Verantwortung zu, weil ich "ihr Kind" bin. Ich bekomme sie nicht weggeschoben. Au Mann %-|


    Ich hör immer nur solche komischen Totschlagargumente, und ich bin leider nicht so gut im Diskutieren. (Früher gabs einfach Schläge)

    @ minimia

    Ja, du hast Recht, die widersprechen sich tatsächlich. Ich wollte ja mit der Therapie meinen Frieden mit der Vergangenheit schließen, damit ich nicht immer alles Gegenwärtige auf meine Kindheit schieben kann.


    Das mit der Plattform, die ich ihnen gebe... stimmt vielleicht. Ich halte mich zwar fern, aber evtl nicht fern genug. Sprich, ich schenke ihnen Vertrauen, dass sie mir jetzt nicht mehr schaden können, aber dann kommt die nächste Bombe etc.). Ich habe mir immer wieder gesagt, sie wissen es nicht besser und sie können nicht aus ihrer Haut. Aber nützen tut mir diese Einstellung scheinbar gar nichts, da bin ich wohl immer noch zu naiv. Ich war schon mal entspannter. ":/

    PS: Wie bearbeitet man 'irrationale Schuldgefühle'? Geht das in Richtung Traumatherapie? Mit meinem bisherigen Therapeuten hatte ich nur teilweise Glück, es gab zwar Erfolge, aber er hat mich insgesamt nicht ernstgenommen und so einiges kleingeredet.

    Zitat

    Ich wollte ja mit der Therapie meinen Frieden mit der Vergangenheit schließen, damit ich nicht immer alles Gegenwärtige auf meine Kindheit schieben kann.

    Das ist auch richtig und wichtig, würde aber auch bedeuten, deinen Eltern heute nicht mehr diese Macht über dich zu geben (die ja noch aus Kindertagen stammt).

    Zitat

    ich schenke ihnen Vertrauen, dass sie mir jetzt nicht mehr schaden können, aber dann kommt die nächste Bombe etc.)

    Viel besser wäre es, wenn du dir selbst vertrauen kannst, und zwar, die Bewältigungsgewissheit zu haben, mit den verbalen Angriffen deiner Eltern umgehen zu können. Sei es, ihre Bemerkungen abperlen zu lassen oder rigoros den Kontakt zu kappen.

    Zitat

    Aber nützen tut mir diese Einstellung scheinbar gar nichts, da bin ich wohl immer noch zu naiv.

    Sie hilft insofern, als dass du offenbar keine Hassgefühle gegen deine Eltern hast. Du stellst aber auch fest, dass manchmal die eigenen besten Absichten nicht ausreichen, wenn das Gegenüber ständig mehr oder weniger erfolgreich diese unterminieren kann.

    Zitat

    Wie bearbeitet man 'irrationale Schuldgefühle'?

    Im Zuge einer Verhaltenstherapie. Es sei denn, es gibt noch ein paar unbearbeitete Dinge aus der Vergangenheit, da wäre dann eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie anzuraten.

    Zitat

    Mit meinem bisherigen Therapeuten hatte ich nur teilweise Glück, es gab zwar Erfolge, aber er hat mich insgesamt nicht ernstgenommen und so einiges kleingeredet.

    Das ist leider die ungünstigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Könntest du dir denn vorstellen, noch mal therapeutisch einzusteigen?

    Danke, minimia.


    Das ist jetzt sehr viel, ich schlaf erstmal drüber und antworte morgen wieder.


    (Ich hadere so sehr mit diesem Therapeuten, dass ich allein schon das wohl nochmal aufarbeiten muss. Macht denn da der nächste Therapeut mit...?? Das ist doch wie Verrat)

    Ich habe auch so meine eigene wltern geschichte hinter mir...


    Mein Therapeut hat mir immer und immer wieder gesagt: "sie sind erwachsen, sie können für sich selbst entscheiden, sie müssen sich abgrenzen"


    Ja is wunderbar leicht gesagt...


    Als mal wieder polen offen war, wegen irgendwas....bin ich sofort in die kinderrolle zurückgefallen...


    Ich versuche nun momentan meine gedankemgänge zu bestimmten situationen zu teilen...


    Zbsp.


    Ich möchte nicht dass ihr mich besuchen kommz, weil es gür euch stress ist weil meine wohnunh nicht sauber genug ist und für mich ist es stress weil ich mich dann schlecht fühle.


    Was glaubst was da das geheule gross war....mutter hat geheult weil ich böse tochter sie ja nicht in meiner wohnung haben will.


    Dieses wochenende waren sie zu besuch....sie haben KEINEN putzlappen hervorgekramt...also hat die Ansprache wohl irgendetwas gebracht.


    Du bist erwachsen...verfalle nicht zurück in die kinderrolle. Wenn sie etwas tun was dir nicht passt...geh.


    Du darfst auch auflegen am telefon...


    Mir wurde ja immer eingeredet ich wäre die böse wenn ich sowas tu... "ruf deine mutter an wegen dir weint sie"...aber dass ich vorher am telefon angeschrien wurde...hat niemanden interessiert.


    Ich muss allerdings sagen...seit meine mutter selbst zur therapie geht, ist sie deutlich weniger explosiv geworden... sie ist entspannter, kümmert sich mehr um sich selbst als um mein leben...das find ich sehr angenehm

    Zitat

    Macht denn da der nächste Therapeut mit...?? Das ist doch wie Verrat)

    Nochmal ein paar Worte dazu: Nein, das hat wirklich nichts mit Verrat zu tun. Zu Beginn einer Therapie gibt es die sogenannten 5 probatorischen Sitzungen. Die sind dafür gedacht, dass sich Patient und Therapeut etwas kennenlernen können und entscheiden, ob sie zusammenarbeiten wollen. Viele haben sich dann gegen den Therapeuten entschieden und sich einen neuen gesucht. Aber auch Therapeuten haben das Recht, und haben es auch schon genutzt, die Arbeit mit einem Patienten abzulehnen (aus unterschiedlichen Gründen).


    Selbst während einer laufenden Therapie kommt es zu "Trennungen", wenn einer merkt, dass es einfach nicht (mehr) passt. Ist wie mit einem Arzt, bist du mit der Behandlung nicht zufrieden und vertraust nicht mehr, suchst du dir einen anderen.


    Und je nach Therapie-Art müsste man vielleicht sowieso den Therapeuten wechseln, weil nicht jeder Therapeut alle Behandlungsformen anbietet.


    Und zu guter Letzt musst du dem neuen Therapeuten nichts von der anderen Therapie erzählen. Er hätte auch keine Möglichkeit, anderweitig davon zu erfahren.


    Du siehst, der Wechsel von Therapeuten ist nichts ungewöhnliches. :-)

    Vielen lieben Dank, @minimia!!


    Es ist nur so, dass die Therapie, mit deren Ausgang ich hadere, schon über zwei Jahre zurückliegt. Ich habe ihn als sehr fähig empfunden, ihm 100% vertraut und musste am Schluss anhand verschiedener Bemerkungen erleben, dass er das, was ich vorbringe, was ich denke und fühle, insgesamt lächerlich findet. Er konnte seine Langeweile und seinen Überdruss kaum noch überspielen.


    Aber das soll hier nicht das Thema sein. Ich versuche das total zu verdrängen, aber es wird nicht besser. Ich kann es nicht besser beschreiben. Eigentlich ist es eine beschissene Erfahrung, sich hintenraus so verraten und verkauft zu fühlen.


    Das Fazit der Therapie war (für mich) jedenfalls, dass ich das Verhältnis zu meinen Eltern verbessern konnte, aber insgesamt mein Vertrauen in die "Welt" praktisch abhanden gekommen ist.


    Ich bin mir nicht sicher, ob ich nochmal eine Therapie durchstehe. Danke für deine ausführlichen Anmerkungen. Meine bisherige Therapieerfahrung könnte ich aber nicht weglassen, denn damit hängt ja ein großer Teil meines Kummers zusammen.

    Hallo @xirain,


    vielen lieben Dank für deine Erfahrungen.


    Du schreibst:

    Zitat

    Ich möchte nicht dass ihr mich besuchen kommz, weil es gür euch stress ist weil meine wohnunh nicht sauber genug ist und für mich ist es stress weil ich mich dann schlecht fühle.

    Exakt das denke ich auch dauernd, und es verursacht mir sehr viel Stress. Für mich geht Putzen nicht so leicht wie Zähneputzen... Besuch (nicht nur von den Eltern) ist für mich der pure Stress.

    Zitat

    Du bist erwachsen...verfalle nicht zurück in die kinderrolle. Wenn sie etwas tun was dir nicht passt...geh.


    Du darfst auch auflegen am telefon...

    Ich möchte das gern glauben. :°(


    Ich weiß nicht mehr, was richtig ist. Ich fühle mich immer fremder in meiner Familie/Verwandtschaft.

    Zitat

    Ich muss allerdings sagen...seit meine mutter selbst zur therapie geht, ist sie deutlich weniger explosiv geworden... sie ist entspannter, kümmert sich mehr um sich selbst als um mein leben...das find ich sehr angenehm

    Das finde ich super!!!! Meine Mutter oder sonstige verwandte Person würde das nie tun. Leider. Ich habe es ihr auch schon vorgeschlagen, damit wir uns besser verstehen. In meiner Familie ist leider so der Wurm drin, für die Zahl der Alkoholiker würden die Finger einer Hand nicht ausreichen.


    Ich habe es mit Defensive versucht, mit Rückzug, mit Verstehenwollen. Aber letztlich steh ich grad da, am Ende meiner Kräfte, und denke eigentlich wieder nur, dass meine einzige Chance der totale Rückzug ist. Klingt aber so destruktiv.


    Der Rechtfertigungsdruck mir selbst und anderen gegenüber ist immer noch wahnsinnig hoch.


    Wie geht ihr da draußen denn mit Menschen um, die euch eigentlich nur Steine und Unverständnis in den Weg legen? Spielt das Verwandtschaftsverhältnis eine Rolle für euch?

    Zitat

    (Ich hadere so sehr mit diesem Therapeuten, dass ich allein schon das wohl nochmal aufarbeiten muss. Macht denn da der nächste Therapeut mit...?? Das ist doch wie Verrat)

    Das finde ich interessant, besonders, weil deine Therapie abgeschloßen ist. Du scheinst ein sehr loyaler Mensch zu sein, der sich schnell zu Dankbarkeit und Treue verpflichtet fühlt, nur weil irgendwas nettes kam. Selbst die Haltung zu Ende der Therapie scheint bei dir keine Wut auf den Therapeuten auszulösen, dass scheint alles munter weiter in dir zu gären. Damit hast du in gewisser Hinsicht mit deinem Therapeuten genau die Situation mit deinen Eltern nochmal nachgebaut, aber ohne sie zu lösen.


    Dabei hättest du ein Recht auf Wut. Immerhin wurde der Mann dafür bezahlt dich ernst zu nehmen und wenn ihm der Klient nicht liegt, dann kann er das ja kommunizieren und klar stellen, dass eine Therapie bei ihm keinen Sinn mehr macht. Das wäre seine Aufgabe gewesen, er hat es, zu deutsch, verkackt, undzwar auf deine Kosten.


    Auch bei deinen Eltern sehe ich das so. Sie benehmen sich daneben, vorher haben sie ausschließlich ihre Pflicht erfüllt und den Job "Eltern" offenbar nicht besonders liebevoll und gut erledigt. Trotzdem siehst du dich scheinbar als die Belastung und du scheinst irgendwas wieder gut machen zu wollen.


    Findest du dich wirklich so furchtbar, dass du deine Existenz wieder gut machen musst?

    Zitat

    Ich weiß nicht mehr, was richtig ist. Ich fühle mich immer fremder in meiner Familie/Verwandtschaft.

    Eigentlich ist das ein gutes Zeichen, weil es bedeutet das du die familiären Dynamiken und Verhaltensmuster verlässt, die ja aber auch in erster Linie von destruktiv sind und von Respektlosigkeit zeugen. Du fühlst dich fremder, weil du fremder wirst. Diese übergriffige Art mit Menschen umzugehen wird dir immer fremder und das ist gut, auch wenn es erstmal Angst macht.

    Zitat

    Wie geht ihr da draußen denn mit Menschen um, die euch eigentlich nur Steine und Unverständnis in den Weg legen? Spielt das Verwandtschaftsverhältnis eine Rolle für euch?

    Solche Menschen sortiere ich aus. Sie können sich entscheiden so arschig zu sein wie sie möchten, dass ist allein ihr Dind, aber ich darf frei entscheiden mit wem ich meine knapp bemessene Lebenszeit verbringen möchte und wie, mit welchem Gefühl. Deswegen habe ich keinerlei Kontakt mehr zu meinem Vater plus Familie oder meinem Adoptivvater und hatte länger keinen mit meiner Mutter, aber wir haben es, auch dank ihrer enormen Arbeit an sich selbst, wieder hinbekommen.

    Ich kann Deine Situation aus eigenem Erleben gut nachempfinden und möchte Dir Mut für eine neue Therapie machen. Eine Therapie abzuschließen heißt NICHT, dass Du "fertig" bist. Ich habe nach 50 Stunden eine Therapie abgebrochen, weil die Therapeutin mich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr weiter gebracht hat . 2 Jahre später habe ich eine neue Therapeutin gefunden, mit der ich in kürzester Zeit auf die Kernpunkte gestoßen bin. Nur so konnte ich eigene Muster erkennen, verändern und stabilisieren. Die Schuld habe ich symbolisch bei meiner Therapeutin in den Mülleimer geworfen.


    Du bist Deinen Eltern zu nichts verpflichtet. Selbst wenn Du den Gedanken des "Zurückgebens" hast, solltest Du Dir vor Augen führen, was SIE Dir gegeben haben. Du kannst Deinen Eltern nur anders begegnen, ändern kannst Du sie nicht. Ich habe nach dem Kontaktabbruch meine Eltern mit den Gründen für meine Therapie konfrontiert und sie gezwungen, sich mit ihrem Anteil auseinander zu setzen. Das war noch mal eine harte Phase, aber sie hat uns näher gebracht.


    Bleib bei Dir, schütze Dich, wenn der Kontakt Dir -noch nicht- gut tut. Ich habe mich über mehrere Jahre mit meinen Eltern nur auf neutralem Boden getroffen und diesen auch mal beendet mit der Ansage "ihr tut mir heute nicht gut".


    :)* Thea