Probleme mit der Schwiegerfamilie - bin ich zu hart?

    Hallo ihr Lieben, ich brauche mal einen unabhängigen/objektiven Rat bzw. eine Einschätzung von außen (abseits von Freunden und Co.) in Bezug auf meine Schwiegereltern und Schwager samt Frau. Ich versuche dazu die wichtigsten Fakten euch darzustellen, denn langsam weiß ich nicht mehr, ob ich endlich die offene Konfrontation suchen sollte oder einfach nur noch freundlich kucken und nickte sollte (und mir meinen Teil im Stillen denken sollte), wenn ich auf die Schwiegerfamilie treffe.


    Seit einem halben Jahr sind mein Mann und ich Eltern eines zauberhaften Babys, vermutlich das einzige Enkelkind meiner Schwiegereltern, da Schwager und Schwägerin keine Kinder bekommen können. In der weiteren Verwandschaft meines Mannes (und natürlich von meinen Eltern) wird das Kind immer freudig aufgenommen und wird immer gern geherzt und auf den Arm genommen. Doch seine Eltern sowie Schwager und Schwägerin sind immer etwas reserviert. Es kann passieren, dass wir uns um Kaffeetrinken treffen und das Enkelkind zwar von weitem begutachtet wird, aber fast nie auf den Arm genommen wird. Dazu kommt, dass wir zwar in der gleichen Stadt wohnen, aber uns sehr selten sehen. Generell ist der Umgang in der Schwiegerfamilie in meinen Augen eher etwas kühl, aber ich dachte mit dem Enkelkind wird das etwas anders. Leider bisher nicht, mein Mann meint, seine Eltern lieben natürlich unser Kind und würden es gerne öfter sehen - gleiches gilt wohl für Schwager und Schwägerin - aber davon bekomme ich nichts mit. Während er arbeiten geht, höre ich von den anderen selten was. Und das finde ich für die Zukunft etwas schade, denn wie soll das mit einem Kleinkind werden, dass vielleicht mal für ein Stündchen zu Oma und Opa bzw. Onkel und Tante soll, wenn von kleinauf der Bezug fehlt?


    Bei Schwager und Schwägerin vermute ich, dass es an der ungewollten Kinderlosigkeit liegt. Kurz nach der Geburt unseres Kindes drehten sich die Gespräche immer verklausuliert um Fehlgeburten, im Säuglinsgalter verstorbene Kinder der Verwandschaft u.ä. - und ich saß dort mit meinem gesunden Baby auf dem Arm. Nicht so schön im Wochenbett.


    Ich hab schon überlegt, Schwager und Schwägerin mal darauf anzusprechen. Ich muss dazu sagen, ich weiß keine Details über ihre Probleme und hab durchaus Verständnis, wenn es ihnen irgendwie schwerfällt... aber dennoch nervt mich die Situation wie sie im Moment ist. Fremde Leute wie Arbeitskollegen haben das Kleine öfter gesehen als ihre Blutsverwandtschaft.


    Was meint ihr, soll ich alle Beteiligten mal ansprechen?


    Wenn ja wie?


    (Mein Mann empfindet das alles nicht als Problem)

  • 22 Antworten

    Ich würde es nicht ansprechen, weil es wohl nichts ändern würde. Kann verstehen, dass Dich das traurig macht, aber Liebe, Zuneigung und Interesse kann man nunmal nicht erzwingen oder einfordern. Die Familie Deines Mannes scheint Ihre Gründe zu haben und ihren Schmerz nicht verarbeitet zu haben. Auch hier wieder, das ist traurig, aber auch das Auseinandersetzen mit den eigenen Dämonen kann man von Anderen dem eigenen Kind zu Liebe nicht erzwingen. Das muss schon von den Personen selbst gewollt werden.

    Zitat

    s. Und das finde ich für die Zukunft etwas schade, denn wie soll das mit einem Kleinkind werden, dass vielleicht mal für ein Stündchen zu Oma und Opa bzw. Onkel und Tante soll, wenn von kleinauf der Bezug fehlt?

    Möchten Sie das Kind denn auch, oder möchtest Du, dass sie das Kind nehmen?

    Zitat

    Ich würde es nicht ansprechen,

    Sehe ich auch so, hingegen das:

    Zitat

    weil es wohl nichts ändern würde.

    ...bezweifle ich stark...ich glaube es könnte sogar sehr viel ändern und womöglich zu einer Entwicklung führen, welche du nicht mehr aufhalten kannst.


    Wenn du mit deinem Leben, wie es jetzt ist zufrieden bist, dann lass es, wie es ist. Kümmere dich um schlimmere Probleme, sofern da welche sind und falls nicht, hast du vielleicht plötzlich welche.


    Was nicht ist, kann ja noch werden. Die brauchen vielleicht noch Zeit.

    @ statusquovadis

    So e bekunden schon Interesse, wollen Bilder sehen und reden davon, Spaziergänge mit dem Baby zu machen oder einen Sandkasten aufzubauen... aber mir fehlt die emotionale Zuwendung. So ist das für mich immer nur Gerede.


    Und zu Schwager/Schwägerin: Dort will ich mich auch nicht aufdrängen, z.B. zum Kaffeetrinken oder so. Aber laut meines Mannes will man das Kind auch sehen. Aber trotzdem kommt nichts.

    Zitat

    Ich hab schon überlegt, Schwager und Schwägerin mal darauf anzusprechen. Ich muss dazu sagen, ich weiß keine Details über ihre Probleme und hab durchaus Verständnis, wenn es ihnen irgendwie schwerfällt... aber dennoch nervt mich die Situation wie sie im Moment ist.

    An deiner Stelle würde ich um das Thema Kinderlosigkeit deines Schwagers und deiner Schwägerin einen gaaaaaanz weiten Bogen machen. Das ist ein sehr privates und emotional aufgeladenes Thema, wenn sie darüber sprechen wollen, dann sollten sie das von sich aus tun. Alles was du ihnen da anbieten kannst ist deine Zeit und ein offenes Ohr. Nachbohren würde ich an deiner Stelle auf gar keinen Fall.

    Zitat

    Leider bisher nicht, mein Mann meint, seine Eltern lieben natürlich unser Kind und würden es gerne öfter sehen - gleiches gilt wohl für Schwager und Schwägerin - aber davon bekomme ich nichts mit. Während er arbeiten geht, höre ich von den anderen selten was.

    Meldest du dich denn von dir aus bei deiner Schwiegerfamilie? Vielleicht sind sie auch nur unsicher und wollen dir nicht zu viel unaufgefordert auf die Pelle rücken?

    Zitat

    Und das finde ich für die Zukunft etwas schade, denn wie soll das mit einem Kleinkind werden, dass vielleicht mal für ein Stündchen zu Oma und Opa bzw. Onkel und Tante soll, wenn von kleinauf der Bezug fehlt?

    Naja, Familienangehörige kann man nun mal nicht einfach so als Betreuungspersonen einplanen ;-D Warte doch erst mal ab wie ihr alle in die Situation reinwachst und wenn das Baby groß genug ist, kann man ja noch immer entscheiden ob es mal einen Abend zu den Großeltern soll oder ob es passender wäre wenn ihr einen Babysitter engagieren würdet :-)

    Zitat

    Was meint ihr, soll ich alle Beteiligten mal ansprechen?


    Wenn ja wie?

    Indem du Ich-Botschaften verwendest und vorwurfsfrei mit ihnen kommunizierst?


    "Ich würde mir wünschen, dass wir einmal die Woche zusammen eine halbe Stunde spazieren gehen würden."


    "Ich würde mich freuen, wenn ihr mal auf eine Tasse Kaffee bei mir und dem Baby vorbeikommen würdet!"


    "Ich finde es schön, wenn mein Kind geborgen im Kreis der ganzen Familie ist. Wollen wir Sonntag Mittag alle zusammen Essen gehen?"


    Ungefähr so würde ich das wohl angehen ;-D

    Bist du da auch selber aktiv? Gibst du das Baby deiner Schwiedermutter auch mal aktiv in den Arm? Fragst du mal, wenn du zur Toilette gehst, ob sie es kurz halten kann?


    Oder wartest du, bis sie von selber kommt?

    Zitat

    aber mir fehlt die emotionale Zuwendung. So ist das für mich immer nur Gerede.

    Nicht alle Menschen können etwas mit Säuglingen anfangen. Ich zum Beispiel mag Kinder wahnsinnig gerne, mit Babies kann ich trotzdem schrecklich wenig anfangen.


    Eine andere mögliche Erklärung wäre, dass sie unsicher sind und sich zurückhalten aus Sorge aus Versehen deine Grenzen zu übertreten? Was ich in Internetforen gelesen habe sind ja viele frischgebackenen Eltern sehr empfindsam :-)

    Zitat

    Was nicht ist, kann ja noch werden. Die brauchen vielleicht noch Zeit.

    :)^


    Ja, das denke ich auch. Manchen Menschen fehlt der emotionale Bezug zu Babys / Kleinkindern.Vielleicht fällt es ihnen leichter, wenn das Kind älter ist und sich verständigen kann eine Beziehung aufzubauen. Das ging mir mit den Kindern meiner Schwester ähnlich.

    Zitat

    So e bekunden schon Interesse, wollen Bilder sehen und reden davon, Spaziergänge mit dem Baby zu machen oder einen Sandkasten aufzubauen... aber mir fehlt die emotionale Zuwendung. So ist das für mich immer nur Gerede.

    Vielleicht können Sie das mit dem Emotionalen nicht so gut? Es muss ja nicht heißen, dass Ihr Interesse deswegen nicht echt ist.

    Zitat

    Bist du da auch selber aktiv? Gibst du das Baby deiner Schwiedermutter auch mal aktiv in den Arm? Fragst du mal, wenn du zur Toilette gehst, ob sie es kurz halten kann?

    Argh, das finde ich schwierig, jemanden einfach so ein Baby in den Arm drücken :-/. Eigentlich ist das Nötigung. Man kann in dem Moment ja schlecht sagen: Nee, bitte nicht.

    Ich bin mir zwar fast sicher, dass Du das jetzt nicht hören möchtest, aber da Du um ehrliche Antworten gebeten hast, schalte ich mich hier ein. Sollte das mit der ungewollten Kinderlosigkeit Deiner Schwägerin und Deines Schwagers stimmen, kann ich ihr Verhalten leider ganz gut verstehen. Ich selbst versuche seit x Jahren verzweifelt ein Kind zu bekommen und habe inzwischen vier Fehlgeburten erlitten. Mein Bruder hat auch zwei Kinder, bei ihm war das alles kein Problem. Von mir wurde immer verlangt, dass ich toll mitspiele, mich an meinen Neffen freue, sie beschenke, betreue, etc. ich habe das auch jahrelang mitgemacht (natürlich habe ich mich auch gefreut, aber irgendwann wurde der Schmerz einfach zu groß). Inzwischen kann und will ich das nicht mehr. Das letzte, was ich brauche, sind andere mit ihrem Familienglück. Da gehe ich auf Distanz. Leider habe ich auch die Erfahrung machen müssen, dass eine Frau mit Kind nie verstehen wird, was es bedeutet, kein Kind haben zu dürfen. Einfach so, nur, weil man eben man selbst ist. Ich kann nur sagen: Der Schmerz ist unendlich und es ist etwas, das nie gut wird. Jedenfalls nicht für mich.


    Das nur als Wortmeldung, für den Fall, dass es mit der ungewollten Kinderlosigkeit tatsächlich so sein sollte.


    Was Deine Schwiegereltern zu ihrem Verhalten bewegt, kann ich schwerer verstehen.

    @ blackheartedqueen

    Also die Kinderlosigkeit ist ja indirekt kommuniziert worden: beim ersten gemeinsamen Kaffeetrinken mit dem Baby. Ich finde es jetzt auch nicht so doll einer frischgebackenen Mutter ständig Storys von Aborten und Säuglingstoden zu erzählen, wie beim ersten Kaffeetrinken. Diese Themen sind immer wie ein Elefant im Raum. Und ich kann durchaus das Leid nachvollziehen bzw. verstehen, diese Themen sind mir auch aus meiner Familie nicht fremd. Ich bin ehrlich, ich erwarte eigentlich zumindest eine knappe Nachricht mit dem Hinweis, dass man vielleicht damit nicht umgehen kann statt einfach die kalte Schulter zu zeigen. Und ich gebe zu, dass ich mit der Schwiegerfamilie in vielen Dingen nicht auf einer Welle liege und ich mich immer schon arg zusammenreißen muss, nicht was zu sagen. Ich bin nämlich eher der direkte Typ und komme aus einer Familie, in der Zuneigung offen gezeigt wird. Oder Probleme angesprochen werden.


    Darum geht es mir auch: ich bin sehr eng mit meinen Großeltern aufgewachsen, das würde ich mir auch für meine Tochter wünschen. Nicht um sie wegzuorganisieren, aber eben weil das Leben mit Oma und Opa wunderschön sein kann. Meine Eltern sind aber nicht vor Ort, aber sie würden sich ein Bein für mich und das Enkelkind ausreißen. Seine Eltern sind da anders. Auch zu ihm und seinem Bruder. Dort lädt man zwar immer die ganze Familie zu allenmöglichen Anlässen ein, aber eher aus Pflichtgefühl als aus wirklicher Liebe oder Zuneigung. Das ist mir total fremd.


    Und ja, klar geben wir das Enkelkind den Großeltern auch auf den Arm, aber da komme ich mir auch blöd vor. Natürlich gibt es Leute, die mit Säuglingen nichts anfangen können, aber es geht doch hier und ihr Fleisch und Blut. Um ein Enkelkind womit sie nach eigener Aussage nicht mehr gerechnet haben. Und ja sie bekunden Freude, aber mir fehlt haltbare gezeigte Liebe.


    Auf die typischen indirekten Belehrungen hinsichtlich Kindererziehung meiner Schwiegermutter gehe ich nicht weiter ein, aber sie mäkelt auch immer etwas daran, dass ich meinem Mann stärker in die Kindererziehung einbeziehe... sie hat ihre Kinder als Hausfrau und Mutter quasi allein erzogen usw. Sie ist auch irritiert, dass ich oft mit dem Kind unterwegs bin und nicht spontan was einrichten kann.


    Aber sicher liegt es ein Stück weit auch an mir. Danke für die Ratschläge bzw. Anmerkungen.

    @ blackheartedqueen

    Also die Kinderlosigkeit ist ja indirekt kommuniziert worden: beim ersten gemeinsamen Kaffeetrinken mit dem Baby. Ich finde es jetzt auch nicht so doll einer frischgebackenen Mutter ständig Storys von Aborten und Säuglingstoden zu erzählen, wie beim ersten Kaffeetrinken. Diese Themen sind immer wie ein Elefant im Raum. Und ich kann durchaus das Leid nachvollziehen bzw. verstehen, diese Themen sind mir auch aus meiner Familie nicht fremd. Ich bin ehrlich, ich erwarte eigentlich zumindest eine knappe Nachricht mit dem Hinweis, dass man vielleicht damit nicht umgehen kann statt einfach die kalte Schulter zu zeigen. Und ich gebe zu, dass ich mit der Schwiegerfamilie in vielen Dingen nicht auf einer Welle liege und ich mich immer schon arg zusammenreißen muss, nicht was zu sagen. Ich bin nämlich eher der direkte Typ und komme aus einer Familie, in der Zuneigung offen gezeigt wird. Oder Probleme angesprochen werden.


    Darum geht es mir auch: ich bin sehr eng mit meinen Großeltern aufgewachsen, das würde ich mir auch für meine Tochter wünschen. Nicht um sie wegzuorganisieren, aber eben weil das Leben mit Oma und Opa wunderschön sein kann. Meine Eltern sind aber nicht vor Ort, aber sie würden sich ein Bein für mich und das Enkelkind ausreißen. Seine Eltern sind da anders. Auch zu ihm und seinem Bruder. Dort lädt man zwar immer die ganze Familie zu allenmöglichen Anlässen ein, aber eher aus Pflichtgefühl als aus wirklicher Liebe oder Zuneigung. Das ist mir total fremd.


    Und ja, klar geben wir das Enkelkind den Großeltern auch auf den Arm, aber da komme ich mir auch blöd vor. Natürlich gibt es Leute, die mit Säuglingen nichts anfangen können, aber es geht doch hier und ihr Fleisch und Blut. Um ein Enkelkind womit sie nach eigener Aussage nicht mehr gerechnet haben. Und ja sie bekunden Freude, aber mir fehlt haltbare gezeigte Liebe.


    Auf die typischen indirekten Belehrungen hinsichtlich Kindererziehung meiner Schwiegermutter gehe ich nicht weiter ein, aber sie mäkelt auch immer etwas daran, dass ich meinem Mann stärker in die Kindererziehung einbeziehe... sie hat ihre Kinder als Hausfrau und Mutter quasi allein erzogen usw. Sie ist auch irritiert, dass ich oft mit dem Kind unterwegs bin und nicht spontan was einrichten kann.


    Aber sicher liegt es ein Stück weit auch an mir. Danke für die Ratschläge bzw. Anmerkungen.

    hmm ich verstehe natürlich dass dein Baby für dich das wichtigste und tollste auf der Welt ist. Dass du dich darüber total freust und am liebsten 24 Std am Tag darüber sprechen möchtest und dir natürlich auch wünscht, dass andere Leute - gerade eben die enge Verwandschaft - das auch so empfindet.


    Es ist vermutlich schwer zu verstehen warum andere eben nicht so reagieren.


    Ich bin wohl genauso wie deine Familie, die Abstand hält. Wenn ich meine Neffen sehe .. ja dann ist das schön.. aber ganz ehrlich.. wenn sich sie nicht sehe, dann ist mir das ehrlich gesagt auch egal. Versteh mich nicht falsch.. Natürlich mag ich meine Neffen/Nichten, aber ich muss sie nicht ständig sehen oder betüdeln oder was auch immer. Auf den Arm nehmen wollte ich nie einen von ihnen.. generell will ich kein Baby halten. 1. weil ich es einfach nicht mag; 2. weil ich wirklich angst hab dass ich dem Zwerg weh tun könnte oder was kaputt mache und 3. auch weil ich nicht angespuckt, angerotzt oder sonst was werden möchte.


    Mein Beitrag klingt vielleicht etwas hart... aber ich möchte dir nur aufzeigen wie es von der anderen Seite aus aussieht /aussehen könnte. Hoffe du nimmst mir das nicht übel :)